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Sein angeknackstes Selbstbewusstsein

16. Juli 2002 um 14:18

Hallo,


mein Freund hat gerade Probleme in seinem Job, was ihn ziemlich ferig macht. So schlimm ist es meines erachtens gar nicht, aber oft malt man sich die Probleme ja schlimmer aus.
Wir sehen uns nur am Wochenende. Samstag war Schwiegerelternbesuch dran, da musste er noch den erfolgreichen, zufriedenen miemen, aber am Sonntag ist er ziemlich zusammengebrochen. Ich hab dann versucht ihn mit einer Mischung aus trösten und Kopf zurechtrücken wieder aufzubauen.
Auf einmal meinte er, er käme sich im Vergleich zu mir so schwach und unzulänglich vor.
Ich habe ihn nie als schwach angesehen, gerade weil er anders ist als die meisten Männer, die ich vor ihm kannte, und die Stärke besitzt Schwächen zuzugeben, habe ich mich ihn ihn verliebt.
Meine Freundin meinte mal zu mir wir führen eine Beziehung mit vertauschten Rollen und manchmal denke ich, vielleicht hat sie recht.
Allerdings gibt es in einer Beziehung überhaupt bestimmte Rollen, die man einhalten muss?
Ich hatte nie, die hier von vielen Frauen angesprochenen Probleme, das ich gleich Angst bekam, wenn wir uns nicht jeden Tag sehen, oder zu wenig Nähe oder so. Im Gegenteil mir sind meine Freiräume in der Beziehung sehr wichtig.
Ich hatte am Anfang unserer Beziehung eher Probleme, in nahe genug an mich heranzulassen, was ich aber nicht unbedingt als Stärke bezeichen würde.
Ich habe eigentlich an ihm immer bewundert wie schnell er auf andere zugehen kann und ihnen Vertrauen kann, während ich ein eher misstrauischer Mensch bin.
Vielleicht habe ich einige dominante Characterzüge an mir. Aber das er sich deswegen schwach fühlt?
Versteht mich nicht falsch, ich fange ihn gerne auf wenn es ihm schlecht geht, das tut er auch im umgekehrten Fall.
Nur will ich nicht der Grund für Probleme mit seinem Selbstbewusstsein sein.
Ich habe ihm gesagt was ich an ihm so schätze und warum ich gerade ihn liebe. Ich weiss aber nicht ob es ihm geholfen hat.
Das Problem ist auch, dass ich ihn erst in 2 Wochen wiedersehe.

LG

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18. Juli 2002 um 15:09

?
Hallo!
Steckt er vielleicht einfach nur in einer schwierigen Phase? Vielleicht gibt sich alles von alleine wieder, wenn er die Probleme im Job beseitigt hat?!? Andererseits - Probleme zu haben und nach außen immer so tun zu müssen, als wäre alles ok zieht schon schwer runter. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du der Grund für sein geknicktes Selbstbewußtsein bist, eher glaube ich, dass für ihn die Probleme die er hat viel größer erscheinen als für Dich und er sich ihnen im Moment hilflos ausgeliefert fühlt. Vielleicht hilft es ihm, wenn ihr immer wieder darüber sprecht. Du solltest ihm immer wieder sagen, wie sehr Du ihn liebst und dass Du ihn überhaupt nicht so klein und unbedeutend siehst, wie er sich darstellt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich in der Zeit in der es mir so schlecht ging, die Nähe meines Mannes sehr gebraucht habe. Ich war froh, als er mich einfach nur in den Arm genommen hat und mir das Gefühl gab, dass er mich versteht und mich so liebt wie ich bin. Ist schwierig, wenn man sich so selten sieht, aber am Telefon kannst Du ihn bestimmt auch ein bißchen aufbauen.
War er denn schon immer so selbstkritisch oder kam es einfach so über Nacht? Ich habe den Übergang von *sich einfach mal nicht gut fühlen* zu Depressionen nicht erkannt. Erst als ich mich nur noch klein und unbedeutend gefühlt, mir an allem die Schuld gegeben habe etc. und sich das über mehrere Wochen zog, wurde ich zum Arzt geschleift. Von alleine wäre ich wahrscheinnlich nie gegangen, denn für mich war der Umstand normal. Deswegen meine Frage, wie lange es denn schon so geht.
Naja, will ja auch nicht so ausschweifen jetzt. Wollte Dir nur sagen, dass viel reden helfen kann.
Ich wünsche Euch viel Glück und drücke Euch die Daumen!
Liebe Grüße

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18. Juli 2002 um 16:35
In Antwort auf emilia_12254025

?
Hallo!
Steckt er vielleicht einfach nur in einer schwierigen Phase? Vielleicht gibt sich alles von alleine wieder, wenn er die Probleme im Job beseitigt hat?!? Andererseits - Probleme zu haben und nach außen immer so tun zu müssen, als wäre alles ok zieht schon schwer runter. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du der Grund für sein geknicktes Selbstbewußtsein bist, eher glaube ich, dass für ihn die Probleme die er hat viel größer erscheinen als für Dich und er sich ihnen im Moment hilflos ausgeliefert fühlt. Vielleicht hilft es ihm, wenn ihr immer wieder darüber sprecht. Du solltest ihm immer wieder sagen, wie sehr Du ihn liebst und dass Du ihn überhaupt nicht so klein und unbedeutend siehst, wie er sich darstellt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich in der Zeit in der es mir so schlecht ging, die Nähe meines Mannes sehr gebraucht habe. Ich war froh, als er mich einfach nur in den Arm genommen hat und mir das Gefühl gab, dass er mich versteht und mich so liebt wie ich bin. Ist schwierig, wenn man sich so selten sieht, aber am Telefon kannst Du ihn bestimmt auch ein bißchen aufbauen.
War er denn schon immer so selbstkritisch oder kam es einfach so über Nacht? Ich habe den Übergang von *sich einfach mal nicht gut fühlen* zu Depressionen nicht erkannt. Erst als ich mich nur noch klein und unbedeutend gefühlt, mir an allem die Schuld gegeben habe etc. und sich das über mehrere Wochen zog, wurde ich zum Arzt geschleift. Von alleine wäre ich wahrscheinnlich nie gegangen, denn für mich war der Umstand normal. Deswegen meine Frage, wie lange es denn schon so geht.
Naja, will ja auch nicht so ausschweifen jetzt. Wollte Dir nur sagen, dass viel reden helfen kann.
Ich wünsche Euch viel Glück und drücke Euch die Daumen!
Liebe Grüße

Danke für Deine Antwort
Hallo Igraine,

also es geht jetzt seit 2 Wochen etwa so.
Er ist auch ein schwarz-weiss-Typ. Wenn etwas gut läuft bekommt er einen Höhenflug, dass es für seine Umwelt unerträglich wird, wenn es schlecht läuft, bricht er zusammen, aber so schlimm wie jetzt war es noch nie.
Er hat eine sehr schwierige Beziehung zu seinem Vater, der ist ein dominanter Choleriker und macht ihn noch heute runter wie einen kleinen Schuljungen.
Er hat öfters schon gesagt, dass er Angst hat, dass alle ihn für schwach halten, vor allem ich.
Ich habe natürlich versucht ihn so weit wie möglich zu untertsützen. Am Wochenende haben wir ein Picknick im Park gemacht und da hat er es endlich mal geschafft, über die Probleme zu reden.
Ich versuche soweit es geht, ihn am Telefon zu trösten und schicke ihm auch mal eine kleine Aufmunterungspostkarte. Viel mehr kann ich wahrscheinlich nicht tun.
Es geht jetzt seit etwas 3 Wochen so, aber so richtig aufgefallen ist es mir auch erst am letzten Wochenende.

Lieb Grüsse

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19. Juli 2002 um 12:24
In Antwort auf afia_12898498

Danke für Deine Antwort
Hallo Igraine,

also es geht jetzt seit 2 Wochen etwa so.
Er ist auch ein schwarz-weiss-Typ. Wenn etwas gut läuft bekommt er einen Höhenflug, dass es für seine Umwelt unerträglich wird, wenn es schlecht läuft, bricht er zusammen, aber so schlimm wie jetzt war es noch nie.
Er hat eine sehr schwierige Beziehung zu seinem Vater, der ist ein dominanter Choleriker und macht ihn noch heute runter wie einen kleinen Schuljungen.
Er hat öfters schon gesagt, dass er Angst hat, dass alle ihn für schwach halten, vor allem ich.
Ich habe natürlich versucht ihn so weit wie möglich zu untertsützen. Am Wochenende haben wir ein Picknick im Park gemacht und da hat er es endlich mal geschafft, über die Probleme zu reden.
Ich versuche soweit es geht, ihn am Telefon zu trösten und schicke ihm auch mal eine kleine Aufmunterungspostkarte. Viel mehr kann ich wahrscheinlich nicht tun.
Es geht jetzt seit etwas 3 Wochen so, aber so richtig aufgefallen ist es mir auch erst am letzten Wochenende.

Lieb Grüsse

Urlaub
der brauch mal dringend urlaub

der befasst sich zur zeit zuviel mit den vorwürfen aus seiner kindheit
wird zeit das der aufhört sich darüber gedanken zumachen er ist nicht mehr das "kind seines cholerischen vaters" der hat den bestimmt so fertig gemacht. ganz alleine ihm zusagen das er grad ein bissel durchhängt würde seinen vater recht geben.
die ganze situation ist ein bissel verfahren was bedeutet das man mit abstand versuchen soll die knoten zu lösen. hoffe ihr schafft mal ein wochenende oder ne woche weg zufahren. versucht die probleme daheim zulassen bzw weise mit köpfchen und weniger trösten zu klären.

weis nicht ob trösten so gut ist du solltest lieber ihm zum steitgespräch zwingen.
stell dir vor-- sein vater hat ihn früher fertig gemacht und er ist zu seiner mutter gegangen um sich trösten zulassen
kein vorwurf aber sein vater ist als choleriker sehr dominat und er hat nie gelernt sich durchzusetzen was bedeutet er lässt sich lieber trösten---- damit verschwinden aber die probleme nicht!!!

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19. Juli 2002 um 12:37
In Antwort auf gwynn_12179727

Urlaub
der brauch mal dringend urlaub

der befasst sich zur zeit zuviel mit den vorwürfen aus seiner kindheit
wird zeit das der aufhört sich darüber gedanken zumachen er ist nicht mehr das "kind seines cholerischen vaters" der hat den bestimmt so fertig gemacht. ganz alleine ihm zusagen das er grad ein bissel durchhängt würde seinen vater recht geben.
die ganze situation ist ein bissel verfahren was bedeutet das man mit abstand versuchen soll die knoten zu lösen. hoffe ihr schafft mal ein wochenende oder ne woche weg zufahren. versucht die probleme daheim zulassen bzw weise mit köpfchen und weniger trösten zu klären.

weis nicht ob trösten so gut ist du solltest lieber ihm zum steitgespräch zwingen.
stell dir vor-- sein vater hat ihn früher fertig gemacht und er ist zu seiner mutter gegangen um sich trösten zulassen
kein vorwurf aber sein vater ist als choleriker sehr dominat und er hat nie gelernt sich durchzusetzen was bedeutet er lässt sich lieber trösten---- damit verschwinden aber die probleme nicht!!!

Streitgespräch
Urlaub machen wir im August, solange müssen wir noch durchhalten. Wir wohnen momentan an unterschiedlichen Orten und meisten kommt er an den Wochenenden zu mir, da ist dann wenigstens etwas Abstand.
Ein Streigespräch mit ihm ist fast unmöglich, er geht Streit immer aus dem Weg.
Mit trösten meinte ich natürlich nicht nur:"Armer Junge Du hast es ja so schwer", das ist nicht meine Art, sondern auch ein bisschen durchschütteln, sprich ein bisschen Zurechtrücken seiner Sichtweise, um ihn zu helfen seine Probleme etwas rationaler zu betrachten, ohne sich ständig auszumahlen, was alles passieren könnte.
Also ich versuche ihm zu seigen, dass ich für ihn da bin, aber er erhält von mir nicht nur die Ratschläge, die er gerne hören möchte.

LG

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19. Juli 2002 um 14:01
In Antwort auf afia_12898498

Streitgespräch
Urlaub machen wir im August, solange müssen wir noch durchhalten. Wir wohnen momentan an unterschiedlichen Orten und meisten kommt er an den Wochenenden zu mir, da ist dann wenigstens etwas Abstand.
Ein Streigespräch mit ihm ist fast unmöglich, er geht Streit immer aus dem Weg.
Mit trösten meinte ich natürlich nicht nur:"Armer Junge Du hast es ja so schwer", das ist nicht meine Art, sondern auch ein bisschen durchschütteln, sprich ein bisschen Zurechtrücken seiner Sichtweise, um ihn zu helfen seine Probleme etwas rationaler zu betrachten, ohne sich ständig auszumahlen, was alles passieren könnte.
Also ich versuche ihm zu seigen, dass ich für ihn da bin, aber er erhält von mir nicht nur die Ratschläge, die er gerne hören möchte.

LG

Sein problem...
scheint halt seine kindheit zubetreffen.
er hat durch seinen vater nie gelernt sich durchzusetzen. er geht den schwierigkeiten lieber aus dem weg und trösten ist ihm sicher liebr als probleme zubesprechen.
ihn sollte doch klar sein das sein leben weitergeht er benimmt sich ja fast als müsste er allen was beweisen. er fängt sich sicher wenn er einen neue arbeitsstelle hat und das er es seinen eltern sich nicht traut es zusagen zeigt das er angst hat scheise dazustehen.
choleriker wissen nicht was sie ihren kindern antun. was draus werden kann sieht man an deinen freund. nimms mir nicht übel aber vielleicht brauch er mal professionellen rat.

definitiv er brauch dich mehr als zuvor und ich ziehe vor dir meinen hut das du in dieser schweren zeit zu ihn stehst. wenn das nicht wirkliche liebe ist...
hoffe die probleme sind bald vergessen in einen jahr lacht ihr darüber
hoffe er weis was er an dir hat

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19. Juli 2002 um 14:36
In Antwort auf gwynn_12179727

Sein problem...
scheint halt seine kindheit zubetreffen.
er hat durch seinen vater nie gelernt sich durchzusetzen. er geht den schwierigkeiten lieber aus dem weg und trösten ist ihm sicher liebr als probleme zubesprechen.
ihn sollte doch klar sein das sein leben weitergeht er benimmt sich ja fast als müsste er allen was beweisen. er fängt sich sicher wenn er einen neue arbeitsstelle hat und das er es seinen eltern sich nicht traut es zusagen zeigt das er angst hat scheise dazustehen.
choleriker wissen nicht was sie ihren kindern antun. was draus werden kann sieht man an deinen freund. nimms mir nicht übel aber vielleicht brauch er mal professionellen rat.

definitiv er brauch dich mehr als zuvor und ich ziehe vor dir meinen hut das du in dieser schweren zeit zu ihn stehst. wenn das nicht wirkliche liebe ist...
hoffe die probleme sind bald vergessen in einen jahr lacht ihr darüber
hoffe er weis was er an dir hat

Danke
für die netten Tips.
Er versucht im Moment sowieso hier einen Job zu finden. Ich hoffe dann wirds besser.
Der Vater ist auch wirklich ein ziemlich schwieriger Mensch. Er hat auch mich ein paarmal versucht runterzumachen. Ich habe mich dann aber gewehrt, allerdings mit der nötigen Ruhe. Seitdem behandelt er mich distanziert aber mit Respekt.
Schon schlimm was solche Menschen anrichten können, wenn man ihnen keine Grenzen setzt.
Mein Freund meinte übrigends nach einer Aussereinendersetzung zwischen mir und seinem Vater:"Da prallen zwei schwierige Menschen aufeinander". Schon verrückt, dass er sich wehren mit schwierig gleichsetzt.

Naja ausser diesem Problem hat er noch sehr viele liebe Eigenschaften, was es mir sehr leicht machen zu ihm zu halten.
Jeder ist ja irgendwie auf die eine oder andere Art verkorkst, manche mehr, manche weniger.

LG

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19. Juli 2002 um 22:09

Literatur
Hallo tigermau,
mir ist kürzlich ein Buch zum Thema Selbstbewußtsein in die Hände gefallen.
Es ist gut geschrieben. Die Autorin beleuchtet Hintergründe und zeigt Wege auf. Ziemlich nett ist ein Test am Anfang, der einen guten Einstieg in die möglicherweise vorhandenen Probleme gibt. Das wäre eventuell etwas für euch, um damit auf spielerische Weise seine Probleme angehen zu können.

"Selbstverständlich selbstbewußt"
Elke Müller-Mees
MVG-Verlag

Lieben Gruß,
mikado

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