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Sehe ich das so falsch????

17. Juli 2008 um 13:11

Hallo,
ich bin mit meinem Partner jetzt fast 9 Jahre zusammen. Da er an schweren Angstzuständen leidet, konnten wir die letzten 4 Jahre nicht gemeinsam weggehen.Es gab keinen Urlaub, keine gemeinsamen Geburtstage, kein gar nichts - aber da ich ihn liebe, hat mir das nicht so viel ausgemacht.Jetzt hat sich sein Zustand gebessert und wir fingen an, abends auszugehen. Urplötzlich fängt er an meiner Kleidung zu nörgeln, an meinen Schuhen, an der Farbe meines Kajalstiftes....(da ich immer Wert auf gute Kleidung lege und mich schminke, sehe ich keinesfalls unmodisch ungepflegt aus), schließlich hat er mich auch so kennengelernt. Nun sind meine Schuhe mit 8 cm Absatz nicht gut genug, er will, daß ich 12 cm trage usw. Das macht mir sehr zu schaffen, aber es ist nur der Anfang: Beim Weggehen zieht er seine Lederhose an und neuerdings La Martina Hemden und fühlt sich nun, als wenn die Frauenwelt ihm zu Füßen liegt. Ständig sagt er mir unterwegs, die hat mich angeguckt, die hat mir nachgeschaut usw. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht, da ich nicht darauf achte. Er stolziert neben mir wie ein Pfau, den Blick immer links uns rechts gerichtet, ob ihn ja alle sehen. Ich weiß ja, er hat Nachholbedarf, aber es nervt auf Dauer - auch seine Kommentare: Die dort drüben finde ich interessant (und die hatte eine Jeans an, T-Shirt und war gar nicht geschminkt und das mag er an mir überhaupt nicht) oder die sieht toll aus oder die hat einen tollen Busen. Gestern waren wir in einem Pub und zum Rauchen muß er rausgehen. Ich saß also mutterseelen allein an unserem Tisch und mein Partner stellte sich draußen an einen besetzten Tisch und rauchte und redete und rauchte und redete. Nach 25 Minuten kam er dann endlich wieder, bester Dinge mit dem Spruch: Die Frauen an dem Tisch waren ganz begeistert von ihm. Ich könnte dann ausflippen, wieso läßt er mich da wie blöd alleine sitzen und meint das ist völlig in Ordnung. Zu Hause gab es dann Streit, weil wir fühlen uns beide im Recht. Mir fällt nur auf, daß ich neben ihm kein Selbstbewußtsein mehr habe oder er nimmt es mir, keine Ahnung. Vielleicht liegt es daran, daß ich in den letzten 5 Jahren ca. 15 kg zugenommen habe (mein Partner immer betont, er liebt jedes Gramm an mir) oder ich einfach das Gefühl habe, jetzt kann er wieder raus und sucht nun was neues. Ich habe ihn über das Internet kennengelernt, da war er auch noch in einer Beziehung und durch Erzählungen von ihm weiß ich, daß er kein Kind von Traurigkeit war. Wir sind beide keine Teenis mehr (er 43 und ich 45 J.). Ich sehe nicht schlecht aus und hatte nie Probleme Männer kennenzulernen, aber jetzt fühle ich mich als graue Maus. Freunde haben wir nicht, da alle mit der Krankheit meines Partners das Weite gesucht haben.
Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich machen soll und könnte nur noch heulen. So kenne ich mich gar nicht, da ich immer ein fröhlicher Mensch war. Mich verletzt das Verhalten meines Partners und er sagt: Er macht nichts schlimmes und wird es auch nicht ändern.
Wie soll ich mich verhalten?
Danke und Gruß
Jen

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17. Juli 2008 um 13:42

Coleen41
Hallo coleen41,
vielen Dank für Deine Antwort. Vor den 4 Jahren hat er in keinster Weise an mir rumgenörgelt. Im Gegenteil, er war immer stolz eine elegante Partnerin zu haben. Auch hat er nicht so den tollen Hecht gespielt. Alleine weggehen, davor habe ich am meisten Angst, weil ich ihm nicht vertraue, obwohl er immer beteuert, daß er mich liebt und keine Andere will. Ich muß noch dazu sagen, daß er seine Angstzustände mit Alkohol kompensiert, d.h. er ist Alkoholiker und ob eine andere Frau, dies alles mitmachen würde, weiß ich nicht. Trennen würde ich mich sofort, wenn er mich betrügt und das weiß er.
LG Jen

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17. Juli 2008 um 13:46

Da ist eine Diagnose schwierig...
... und gleich vorweg - Experte bin ich nicht. Aber: Welche Krankheit liegt seinen Angszuständen zugrunde? Wenn er nämlich manisch-depressiv ist, dann kommt er vielleicht gerade in eine "Phase", wo er beginnt auf- und abzudrehen. Ich habe das bei einem guten Freund bitter miterlebt. Der hat in seinen manischen Phasen verrückte, völlig für ihn untypische Dinge getan (in den Puff gegangen, einen großen Haufen Geld verjubelt, irgendwelche Verschwörungstheorien entwickelt und an Zeitungen geschrieben etc. - verrücktes, völlig durchgeknalltes Zeug).

Ich kann mir bei einer psychischen Krankheit gut vorstellen, dass dein Freund aus seiner Krankheit heraus so handelt und deshalb auch überzeugt davon ist im Recht zu sein. Da kann nur ärztliche Beratung helfen. Wenn du ihn zum Arzt kriegst.

Du hast ein schweres Los gezogen, und du bist sehr tzapfer und liebevoll. Aber auch für dich ist die Grenze einmal erreicht. Du musst versuchen Hilfe zu bekommen. Vor allem solltest du alles über seine Krankheit wissen. Vielleicht findet sich dort schon die Erklärung für sein Verhalten.

Alles Gute euch.

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17. Juli 2008 um 13:52
In Antwort auf britta_12100163

Da ist eine Diagnose schwierig...
... und gleich vorweg - Experte bin ich nicht. Aber: Welche Krankheit liegt seinen Angszuständen zugrunde? Wenn er nämlich manisch-depressiv ist, dann kommt er vielleicht gerade in eine "Phase", wo er beginnt auf- und abzudrehen. Ich habe das bei einem guten Freund bitter miterlebt. Der hat in seinen manischen Phasen verrückte, völlig für ihn untypische Dinge getan (in den Puff gegangen, einen großen Haufen Geld verjubelt, irgendwelche Verschwörungstheorien entwickelt und an Zeitungen geschrieben etc. - verrücktes, völlig durchgeknalltes Zeug).

Ich kann mir bei einer psychischen Krankheit gut vorstellen, dass dein Freund aus seiner Krankheit heraus so handelt und deshalb auch überzeugt davon ist im Recht zu sein. Da kann nur ärztliche Beratung helfen. Wenn du ihn zum Arzt kriegst.

Du hast ein schweres Los gezogen, und du bist sehr tzapfer und liebevoll. Aber auch für dich ist die Grenze einmal erreicht. Du musst versuchen Hilfe zu bekommen. Vor allem solltest du alles über seine Krankheit wissen. Vielleicht findet sich dort schon die Erklärung für sein Verhalten.

Alles Gute euch.

Angst vor der Angst
Seine Krankheit heißt Angst vor der Angst.
Aber zum Arzt kriege ich ihn nicht, da er ohne Alkohol nirgendwo hingeht und sich dann beim Arzt wegen der Fahne schämt. Also geht er gar nicht, oder erst wenn der Alkohol weg ist und den kriegt er, wegen den Angstzuständen nicht weg. Ein Teufelskreis.
LG Jen

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17. Juli 2008 um 13:53
In Antwort auf britta_12100163

Da ist eine Diagnose schwierig...
... und gleich vorweg - Experte bin ich nicht. Aber: Welche Krankheit liegt seinen Angszuständen zugrunde? Wenn er nämlich manisch-depressiv ist, dann kommt er vielleicht gerade in eine "Phase", wo er beginnt auf- und abzudrehen. Ich habe das bei einem guten Freund bitter miterlebt. Der hat in seinen manischen Phasen verrückte, völlig für ihn untypische Dinge getan (in den Puff gegangen, einen großen Haufen Geld verjubelt, irgendwelche Verschwörungstheorien entwickelt und an Zeitungen geschrieben etc. - verrücktes, völlig durchgeknalltes Zeug).

Ich kann mir bei einer psychischen Krankheit gut vorstellen, dass dein Freund aus seiner Krankheit heraus so handelt und deshalb auch überzeugt davon ist im Recht zu sein. Da kann nur ärztliche Beratung helfen. Wenn du ihn zum Arzt kriegst.

Du hast ein schweres Los gezogen, und du bist sehr tzapfer und liebevoll. Aber auch für dich ist die Grenze einmal erreicht. Du musst versuchen Hilfe zu bekommen. Vor allem solltest du alles über seine Krankheit wissen. Vielleicht findet sich dort schon die Erklärung für sein Verhalten.

Alles Gute euch.

Mir fällt noch ein...
... dass es ganz typisch war (so habe ich es bei meinem Kumpel miterlebt), dass solche Menschen dann total hibbelig und aufgedreht werden. Die reißen Bäume aus, wollen alles und können alles und stiften einen Haufen Unruhe, ohne dass ihnen das bewusst ist. Viel Reden, viel Aufmerksamkeit erhaschen, viele Pläne und Projekte (die selbstverständlich alle total utopisch sind), große Überzeugungskraft gegenüber Menschen, die nicht wissen, dass derjenige krank ist.

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17. Juli 2008 um 13:57
In Antwort auf jenny8821

Angst vor der Angst
Seine Krankheit heißt Angst vor der Angst.
Aber zum Arzt kriege ich ihn nicht, da er ohne Alkohol nirgendwo hingeht und sich dann beim Arzt wegen der Fahne schämt. Also geht er gar nicht, oder erst wenn der Alkohol weg ist und den kriegt er, wegen den Angstzuständen nicht weg. Ein Teufelskreis.
LG Jen

Okay, also eine Phobie...
... aber ich denke, dass da noch mehr eine Rolle spielt. Sein Alkoholkonsum, und mit Sicherheit noch eine Depression. Nochmal: Ich bin Laie. Aber das, was du beschreibst, erinnert mich sehr an meinen Kumpel.

Ja, es ist nahezu unmöglich, solche Leute zum Arzt zu bringen. Gut zureden hilf nicht das Geringste, ich weiß...

Erter Schritt: Hol dir Hilfe für DICH. Berate dich mit Therapeuten oder Psychologen. Dort wird man dir auch sagen können, wie du mit deinem Freund umgehen kannst.

Sicher hat er ein ganz anderes Wesen. Und sicher liebt er dich. Ich glaube wirklich, da äußert sich eine Depression.

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17. Juli 2008 um 14:09

Hallo
Die letzten 4 Jahre hat er sein Selbstwertgefühl durch dich erhalten, nun da er seine Angstzustände überwunden hat, holt er sich seine Bestätigung woanders. Er genießt es einfach im Rampenlicht zu stehen und holt nun die letzten Jahre nach.

Die Sache ist nur recht gefährlich, da nicht einschätzbar ist, ob es nur kurz anhält und er sich diesbezüglich wieder einkriegt oder nicht. Er möchte sich nun präsentieren und zeigen und auch alles was zu ihm gehört (auch dich). Vielleicht hat er sich auch schon ein neues Auto gekauft ??

Versuch doch einfach das selbe Spiel und laß ihn etwas links liegen und flirte bewußt mit anderen Männern, so das er es sieht. Oder geh einfach ohne ihn weg. Ich glaube er sieht dich einfach nicht mehr, dadurch könntest du wieder interessanter werden. Vielleicht lernt er dich als Frau wieder kennen !

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17. Juli 2008 um 15:15

Ja, Du hast Recht
Du hast Recht, mit dem, was Du gesagt hast. Natürlich habe ich einen Urlaub vermisst, mich damit aber abgefunden, daß es nicht geht.
Klar leide ich darunter, daß ich so viel zugenommen habe und fühle mich deshalb auch unwohl. Mein Partner mag keine dünnen Frauen und ihm ist es (angeblich)egal, ob ich 70 oder 80 kg wiege.
Aber es stimmt schon, die Kilos habe ich mir aus Frust selber angefressen und finde irgendwie nicht, auf Dauer den Dreh, sie wieder abzubauen.
Sicher bin ich mit mir selber nicht zufrieden und habe deshalb weniger Selbstbewußtsein, aber ein ständiges Hinweisen auf andere Frauen (die meist moppliger sind als ich)fördern das auch nicht gerade.
Ich habe aber auch ein permanent schlechtes Gewissen, wenn ich was alleine oder mit meiner Tochter unternehmen würde. Vor 3 Jahren war ich ein Wochenende mit ihr zum 18. Geburtstag in Hamburg (Musical) - das bekomme ich heute noch aufs Butterbrot geschmiert.
LG Jen

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17. Juli 2008 um 18:51

Rede Klartext mit ihm
Hallo Jen,

das ist jetzt ein blödes Beispiel. Aber die spanische Prinzessin Elena hat sich vor kurzem von ihrem Ehemann Jaime de Marichalar scheiden lassen. Der war halbseitig nach einem Schlaganfall gelähmt. Nachdem er nach langer Krankheit wieder genesen war, hat er sowas von aufgedreht, dass es für die Frau nur noch respektlos war und sie ihn auch nicht mehr ertragen konnte. Zum Aufdrehen gehörten Frauengeschichten, ausgeflippte und extravagante Klamotten, neuer Job in der Luxuwaren-Industrie, Partyleben und Kontakte zu schillernden Persönlichkeiten. Google mal die Story. Echt interessant.

Und Du jetzt mitten drin

Auf jeden Fall ist hier sein Verhalten im Ergebnis einfach respektlos und geringschätzig Dir gegenüber. Er hat wohl das Maß verloren und sieht nur noch sich selbst und das was er aufzuholen hat. Der ist halt total in seinem Element und voll und ganz mit sich beschäftigt. Er sieht gar nicht wie er sich als Elefant im Porzellan-Laden aufführt und muss daher mit großer Entschiedenheit und Vehemenz darauf hingewiesen werden.

Wenn Dir etwas an der Beziehung liegt, dann rede mal ein klares und hartes Wort mit ihm.
Fordere den Respekt ein der Dir zusteht und sage ihm ganz klar war Dich stört (Bemerkungen im Zusammenhang mit anderen Frauen, Dich stehen lassen etc., Dummgebrabbel). Er soll sich einfach mal zurückhalten bzw. den Rand halten. Er muss Dir auch nicht alle seine Gedanken mitteilen, sondern soll das gefälligst mit sich aus machen.
Das musst Du nicht über Dich ergehen lassen.

Also würde ich ihm noch diese Chance zur Besserung geben.

LG

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17. Juli 2008 um 22:00

Aber für mich war er immer mein Traummann
Vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe ihn immer spüren lassen, daß er mein Traummann ist und ihm vor Augen geführt, wie wertvoll und liebevoll er ist, auch wenn er nicht rausgehen kann. Für ihn war aber schon immer die Meinung von anderen Menschen wichtiger, als meine Meinung.Ich würde ihn ja immer lieben, ob in Jeans oder Anzug, ich wäre da nicht objektiv. Wenn ihm einer sagt, das Shirt sieht blöd aus, dann zieht er es nicht mehr an. Die letzten Jahre in der "Gefangenschaft" hat er sich die Haare wieder länger wachsen lassen (sehr gepflegt), weil die Frauen das mehr mögen. Wieder dieses "die anderen Frauen".
Sicherlich war oder bin ich in unserer Beziehung die Dominantere. Weil ich alles Unangenehme regeln muß, denn er möchte immer der Liebe und Nette sein.
Ich werde einige Eurer Ratschläge beherzigen und erst mal mit mir anfangen: Abnehmen, Freundinnen suchen (die habe ich in dieser Zeit alle verloren), neue Frisur....
An Trennung habe ich schon öfter gedacht, aber eigentlich nur aus der Wut heraus, da ich ihn wirklich liebe und ich einen Mittelweg finden möchte.
LG Jen

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