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Sehe ich das falsch?

10. Juli 2010 um 9:39 Letzte Antwort: 11. Juli 2010 um 0:13

Ich würde gerne einmal wissen, ob ihr Folgendes genauso seht wie ich:

Mein Freund und ich haben ein gemeinsames Kind. Das Kind war ungeplant und wir sind noch in Ausbildung, bzw. Studium, haben also nicht viel Geld und sind noch jung. Gut, die ganze Situation hat sich inzwischen gebessert, es ist nicht mehr ganz so extrem wie früher, aber trotzdem:
Das Kind besucht eine Ganztageseinrichtung, geht a nicht anders. Zur Zeit hat mein Freund jeden Tag frei, hat nächste Woche eine Prüfung. Ich bin den ganzen Tag ab 6.30 bis 15.00 ausser Haus. Er bringt das Kind. Aber das Frühstück und Vesper habe ich gerichtet, ich komme und hole das kind ab.
Ist er mit dem Kind allein daheim, weil ich Samstags jobben gehe, sitzt das kind meist allein in seinem Zimmer herum (bis auf eine Stunde, die er mit ihm was macht) oder er sitzt mit dem Kleinen vor TV oder PC.Ich will nicht, dass das Kind so oft davor sitzt, das weiss er genau.
Obwohl er seit zwei Wochen daheim ist, kam er nicht einmal auf die Idee, das kind um 12 abzuholen. Statt dessen ging er JEDEN Nachmittag, an dem die Sonne schien mit seinem Bruder den ganzen Nachmittag an den See.(Mit ganzen Nachmittag meine ich bis 19.00 Uhr)!!!
Er bekommt es gerade mal fertig abzuspülen und die Sachen vom Frühstück in den Kühlschrank zu räumen. Das volle Brotkörbchen steht aber noch vom Frühstück draussen und der Tisch ist nicht abgewischt. Der Boden ist verkrümelt, er zieht alles raus, wozu er gerade Lust hat, reisst alles auf, dann stehen mehrer angefangene Packungen Käse rum, statt dass man eines nach dem Anderen aufmacht, damit nicht alles verkommt, wir haben ja auch nicht viel Geld...
Gestern war er mit seinem Bruder weg, bis morgens um 5, dann schloss er das Fenster im Schlafzimmer, weil ihn das Gezwitscher der Vögel nervt. Ich wollte, dass es offen bleibt, weil es so warm war /Dachwohnung). Letztendlich machte er es zu, was ich unverschämt fand.Er muss immer das tun, was er will. Ausserdem finde ich, dass ein Familienvater eben nicht bis morgens um 5 weggehen kann. Jatzt ist halb 10 und vor halb 12 wird er nicht aufstehen. DAs kann man doch als Vater nicht machen, oder?
Ich habe auch keine Lust, nachher die Küche wieder aufzuräumen weil er sich erst um 12 Frühstück macht. Selber räumt er das ja nicht alles wieder auf, ich gklaube er merkt das gar nicht.
Ich habe keinen Bock mehr die dumme Hinterherputz-Tante zu spielen, aber ich will mich auch nicht trennen...
Ich habe schon oft deshalb mit ihm versucht zu reden, aber er sieht das nicht so und es endet immer im Streit. Wie kann ich ihm beibringen, dass auch er alles so hinterlassen soll, wie er es vorfindet, und dass er seine Vaterrolle ernstnimmt, ohne dass ich ihm es direkt sage?
Wie ist das bei Euch? Was würdet ihr an meiner Stelle sagen? Wäre das ok, wenn der Mann so lange wegbleibt und so lange schläft?
Auch sonst steht er an wochenenden und an Feiertagen nicht vor 12 auf...

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11. Juli 2010 um 0:13

Ich denke Du siehst es aus Deiner Sicht
Und eine andere Möglichkeit hast Du ja auch nicht. Ich verstehe natürlich Dein Problem und ich denke jede Frau wird das verstehen nur Männer sehen das ganz anders!

Männer leben in einer Statuswelt sie wachsen so auf diese Welt ist Frauen gänzlich unbekannt und deshalb kommt es zu Konflikten, Missverständnissen, falschen Reaktionen ... Du kennst ja sicherlich den Satz: Behandle andere immer so, wie Du selbst gern behandelt werden möchtest. Das klappt auch ganz wunderbar, so lange es sich um gleiche Geschlechter handelt. Aber Männer sind keine Frauen und wollen auch nicht so behandelt werden. Frauen hingegen wollen nicht wie Männer behandelt werden.

Ein Mann bringt in eine Beziehung in erster Linie folgendes ein: nämlich den Fakt, dass er ein Mann ist. Mehr nicht! Wenn sich zwei Menschen zusammen tun, dann aus dem Grund, weil sich ihre Bedürfnisse geändert haben, die sie innerhalb der Beziehung befriedigt haben wollen.

Für einen Mann ist nichts so wichtig, wie seine Kompetenz. Ein Mann versteht sich als Problemlöser! Ein Punkt, der für Frauen kaum nachvollziehbar ist. Alle Männer sind kompetent und weil das so ist, bieten sich Männer keine Hilfe untereinander an, sonst würden sie ja dem anderen Inkompetenz unterstellen. Ein Mann kann alles ganz alleine lösen das ist für ihn sehr wichtig. Sollte er wirklich mal Hilfe brauchen, dann wird er jemanden, den er für kompetent genug hält, um Hilfe bitten. Sonst nicht. Der Mann geht natürlich genau wie die Frau von sich aus. Was sagt Dir das? Der Mann geht davon aus, dass Du ihn um etwas bitten wirst, wenn Du seine Hilfe brauchst.

Damit sind wir beim nächsten Punkt. Wenn Frauen ihre Männer um etwas bitten, dann meist so, wie sie eine Frau um etwas bitten würden! Kannst Du mal? Könntest Du mal? Einem Mann tut das weh in den Ohren. Er fühlt sich als Schwächling hingestellt. Er ist schließlich kompetent und er kann alles. Stelle einem Mann niemals eine K Frage! Selbst wenn er Ja sagen würde, geht er aus seiner Sicht keine Verpflichtung ein. Er sagt damit lediglich, dass er durchaus in der Lage wäre dies oder jenes zu tun!

Wenn ein Mann dann bestimmte Dinge für die Frau tut er bringt das Kind weg, er räumt die Wurst in den Kühlschrank, er spült das Geschirr, dann möchte er eigentlich auch eine gewisse Anerkennung für seine Hilfestellung. Nun wirst Du sicher denken, ich kriege auch keine Anerkennung für jeden Handschlag, den ich mache. Aber es gehört zu seinen Bedürfnissen innerhalb der Beziehung. Wenn Du ihm also mal sagen würdest, dass Du das ganz toll findest, dass er das Kind weg bringt und Dir damit einen Weg abnimmt und Du ihm dafür sehr dankbar bist, dann fällt Dir kein Zacken aus der Krone und er wird versuchen mehr für Dich zu tun, um Dein Lob und Deine Anerkennung zu bekommen. Wenn es nämlich für ihr keinen Unterschied macht, ob er was tut oder nicht, warum sollte er dann?

Versuche die Dinge aus seiner Sicht zu sehen, dann wird es einfacher. Lobe ihn für alles! Ich denke in Eurer jetzigen Situation wird es eher so sein, dass er dies und jenes tut und anstatt ein Lob, hältst Du ihm vor, was er alles nicht gemacht hat. Dein Mann ergreift die Flucht. Er ist keine Frau, er ist Problemlöser, er hat etwas für Dich getan und was hat er davon?

Das soll natürlich kein Vorwurf an Dich sein. Was ich Dir damit sagen will ist Männer ticken anders als Frauen. Wenn Dir sein Verhalten nicht gefällt und Du ihm das sagen willst, dann trenne Deinen Mann von seinem Verhalten. Sein Verhalten kann er ändern, aber sich selber wird er nicht ändern wollen. Sage beispielsweise: Ich finde es toll, dass du morgens den Tisch abräumst, wenn du den Brotkorb noch mit wegräumen und den Tisch abwischen würdest, dann wäre es perfekt. Wenn er das dann macht, vergiss nicht ein Loblied zu singen! Achte auf jede Kleinigkeit, die er Dir abnimmt und schenke ihm ein nettes Wort dafür! Mit der Zeit wird sich Eure Situation entspannen.

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