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... seh kein Licht am Ende des Tunnels...

14. August 2005 um 16:15 Letzte Antwort: 14. August 2005 um 17:22

Hallo Zusammen,

ich muss mal kurz was los werden, denn es geht mir total beschissen...

Hatte mich letztes Jahr in einen Kollegen verliebt, mit dem ich auch für kurze Zeit mehr oder weniger was hatte. Haben unsere Romanze dann - trotz noch immer stark vorhandener Gefühle füreinander - aufgrund der Umstände (er Familie, ich verheiratet) beendet.
Sehe ihn jeden Tag und schaff es nicht, diese verdammten Gefühle für ihn abzustellen.
Hab jetzt hausintern die Stelle gewechselt, so dass ich ihn nicht mehr ganz so oft sehe, sind aber noch auf dem gleichen Flur.
Kann irgendwie nicht mehr mit der Situation umgehen, dass das "vertraute" zwischen uns verschwunden ist. Wir verstehen uns zwar nach wie vor super, aber manchmal kommt es mir auch vor, als seien wir Fremde, ganz komisch...

In meiner Ehe klappt es schon lange nicht mehr wirklich gut, Anfang des Jahres habe ich meinem Mann auch gestanden, dass ich jemand anderen liebe... Wir haben versucht, unsere Ehe wieder in den Griff zu kriegen, meine Gefühle zu sortieren - umsonst...

Im Juli ist er nun (vorläufig) ausgezogen. Wir haben beschlossen, es mit Trennung auf Zeit zu probieren, damit jeder mal Zeit hat, in sich reinzuhören, sich Gedanken zu machen, seine Gefühle zu ordnen - bevor wir endgültig alles wegwerfen...

Vor einer Woche hab ich das erste Mal bemerkt, dass er mir ein bischen fehlt... Seitdem denk ich öfter an ihn. Donnerstag abend haben wir uns auf ne Cola in einem Bistro getroffen, zwei Stunden über Gott und die Welt (aber nur am Rande über uns) geredet. War ganz ok.

Ich kann absolut nicht abschätzen, wie er entscheiden wird... Ob er uns noch ne Chance gibt oder nicht. Sagte, er würde eine Nette kennen, bei der er nun überlegt, ob er sie mal zum Essen einlädt. Aha.

Ich selber weiß auch noch nicht, was ich will bzw. was besser wäre. Ich vermisse ihn schon ein wenig, doch ist es wirklich ER, der mir fehlt oder vielleicht doch nur die Gewohnheit? Die Gefühle für meinen Kollegen hab ich auch noch nicht ganz abgewürgt, auch wenn es ganz langsam besser geht...
Die Vorstellung, meinen Mann vielleicht ganz zu verlieren, tut schon recht weh...

Wie kann ich nur rausfinden, welche Entscheiung für mich die richtige wäre?? Will ja nichts überstürzen, nichts falsch machen... Und muss dann natürlich auch immer noch gucken, was er meint...

Die ersten Wochen ging es mir sogar supergut nach den ganzen Streits, dem ganzen Angespannten die letzten Monate.

Doch die letzten Tage macht mir das Allein-Sein ziemlich zu schaffen... Ich seh zwar Freunde und meine Kollegen auf Arbeit, aber irgendwie...
Ich kann es schlecht beschreiben, aber ich fühle mich oft - selbst wenn ich Leute um mich hab - einsam. Total einsam und verlassen.

Weine oft, weil ich einfach nicht mehr kann und nicht weiß, wie das alles weitergehen soll...

Sehne mich so sehr nach jemandem, der mich einfach nur mal feste in die Arme schließt...

Zu dem ganzen Mist bin ich auch im Büro noch umgesetzt worden und damit (noch nicht) so wirklich glücklich...

Und im Herbst muss ich eine Prüfung schreiben.
Frage mich, wie ich die schaffen soll.

Ich hab mich selten so hängen lassen wie jetzt; habe auch meistens immer noch irgendwo was Positives gesehen...

Doch nun?

Ich glaub, mein ganzer Optimismus, den ich VIELLEICHT bröckchenweise noch irgendwo hatte, ist verschütt gegangen.
Sehe nur noch schwarz, überall...

Sehe, was evtl. auf mich zukommt:
Trennung von meinem Mann, der Verkauf unseres Hauses, eine neue Wohnung - allein sein. Das macht mir am meisten Angst...
Und immer tauchen die glücklichen Stunden mit meinem Kollegen vor meinen Augen und in meinen Erinnerungen auf - das soll endlich aufhören!

Zum Glück bin ich seit einigen Wochen in Therapie, aber da kann ich z.Zt. nur alle 2 Wochen hin und den letzten Termin musste ich absagen...

Trotzdem - ich bin total am Ende und gestern zum ersten Mal den Gedanken gehabt, dass am besten morgen alles vorbei ist... Dann muss ich mir über nix mehr sorgen machen...

Dieser Gedanke hat mich selbst erschreckt, so bin ich normalerweise nicht... Kenne mich selbst kaum noch. Frage mich, wo die fröhliche, fast immer gut gelaunte junge Frau hin verschwunden ist seit einigen Monaten... Es scheint sie nicht mehr zu geben.

Ich musste es einfach loswerden, danke fürs Zuhören.

LG
eine todtraurige
Sha


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14. August 2005 um 16:48

Ich weiß was in dir vorgeht
Ich habe auch in einer festen Partnerschaft gelebt und bin fremdgegangen mit einem verheirateten Mann,mit dem ich immernoch zusammen bin. Es war richtig deinen Mann zu verlassen. Was du vemißt,sind die Gewohnheiten. Das ist mir auch so gegangen,ich denke auch noch oft an die schönen Momente zurück. Aber ich habe begriffen,daß ich meinen Partner nicht mehr liebe. Was deinen momentanen Gefühlszustand betrifft,hast du Depressionen. Diese Perspektivlosigkeit und Todessehnsucht sind ein typisches Zeichen dafür. Dises ständige Gefühl,daß es keine Hoffnung mehr gibt,kenne ich sehr gut. Ich habe sowas auch. Wenn es ganz schlimm ist,kannst du auch ins Krankenhaus fahren,dort haben sie einen psychologischen Notfalldienst. Und wenn du nichts mehr auf die Reihe kriegst deswegen,kannst du dich darauf auch krankschreiben lassen,dann brauchst du dir erstmal keine Sorgen machen,wegen der Prüfung. Und wenn du Angst hast,daß du dich umbringst,kannst du dich auch stationär aufnehmen lassen,bis es dir besser geht.

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14. August 2005 um 17:00
In Antwort auf jenni_12920793

Ich weiß was in dir vorgeht
Ich habe auch in einer festen Partnerschaft gelebt und bin fremdgegangen mit einem verheirateten Mann,mit dem ich immernoch zusammen bin. Es war richtig deinen Mann zu verlassen. Was du vemißt,sind die Gewohnheiten. Das ist mir auch so gegangen,ich denke auch noch oft an die schönen Momente zurück. Aber ich habe begriffen,daß ich meinen Partner nicht mehr liebe. Was deinen momentanen Gefühlszustand betrifft,hast du Depressionen. Diese Perspektivlosigkeit und Todessehnsucht sind ein typisches Zeichen dafür. Dises ständige Gefühl,daß es keine Hoffnung mehr gibt,kenne ich sehr gut. Ich habe sowas auch. Wenn es ganz schlimm ist,kannst du auch ins Krankenhaus fahren,dort haben sie einen psychologischen Notfalldienst. Und wenn du nichts mehr auf die Reihe kriegst deswegen,kannst du dich darauf auch krankschreiben lassen,dann brauchst du dir erstmal keine Sorgen machen,wegen der Prüfung. Und wenn du Angst hast,daß du dich umbringst,kannst du dich auch stationär aufnehmen lassen,bis es dir besser geht.

Hallo,
danke für Deine Antwort...

So weit, dass ich mich wirklich umbringen will, bin ich nicht und werde ich wohl auch nie sein...

Denke, es gibt nichts, was schlimm genug ist, um sich wirklich das Leben zu nehmen...
Wahrscheinlich gibt es für alles eine Lösung - die man nur noch nicht sieht.

So geht es mir halt zur Zeit.
Es ist tatsächlich so, dass ich gestern den Gedanken hatte: "am besten ist alles vorbei..."

Aber das ist kein Ausweg...

Mit den Depressionen hast Du wohl leider recht... ;o(

Bin auch froh, dass meine Therapeutin mich trotz ihres überfüllten Terminkalenders noch aufgenommen hat...

... ich will endlich mal wieder glücklich sein, lachen (aus tiestem Herzen und nicht nur "gespielt") - einfach nur leben!!!

Es ist so ätzend, wenn man sich auf nichts mehr freuen kann, nur so vor sich hin vegetiert und einfach noch kein Licht sieht...

LG
Sha

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14. August 2005 um 17:22
In Antwort auf motya_12741961

Hallo,
danke für Deine Antwort...

So weit, dass ich mich wirklich umbringen will, bin ich nicht und werde ich wohl auch nie sein...

Denke, es gibt nichts, was schlimm genug ist, um sich wirklich das Leben zu nehmen...
Wahrscheinlich gibt es für alles eine Lösung - die man nur noch nicht sieht.

So geht es mir halt zur Zeit.
Es ist tatsächlich so, dass ich gestern den Gedanken hatte: "am besten ist alles vorbei..."

Aber das ist kein Ausweg...

Mit den Depressionen hast Du wohl leider recht... ;o(

Bin auch froh, dass meine Therapeutin mich trotz ihres überfüllten Terminkalenders noch aufgenommen hat...

... ich will endlich mal wieder glücklich sein, lachen (aus tiestem Herzen und nicht nur "gespielt") - einfach nur leben!!!

Es ist so ätzend, wenn man sich auf nichts mehr freuen kann, nur so vor sich hin vegetiert und einfach noch kein Licht sieht...

LG
Sha

Ich weiß...
Aber mit den Depessionen ist das so eine Sache. Im Moment denkst du,daß Selbstmord keine Lösung ist,aber je länger diese Depression anhält,um so größer ist die Wahrscheinlichkeit,daß du es doch tust,weil du denkst,daß das niemals ein Ende nimmt. Depressionen sind wahnsinnig gefährlich deswegen. Irgendwann kommst du an einen Punkt,wo du aufgibst. Darum solltest du dir gut überlegen ob du ins Krankenhaus gehst,bevor du an den Punkt kommst,wo du denkst,daß dir sowieso nicht zu helfen ist. Dann ist es zu spät.

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