Home / Forum / Liebe & Beziehung / Schwierigkeiten in der binationalen Beziehung

Schwierigkeiten in der binationalen Beziehung

15. Oktober 2017 um 21:46

Liebe User ,

ich suche Leute die vielleicht ähnliche Erfahrungen in ihrer binationalen Beziehung gesammelt haben und vielleicht einen Rat wissen.

Ich(34) bin seit etwas mehr als 1,5 Jahre mit einem Spanier(40) zusammen. Er ist vor etwa 6 Jahren mit einigen anderen Spaniern nach Deutschland gekommen um hier als Pflegefachkraft in einem KH zu arbeiten. Er hat es in dieser Zeit wirklich gut hinbekommen mit der neuen Sprache und Job im fremden Land. Aber er fühlt sich in Deutschland nicht so wohl und zufrieden wie in der Heimat.
Ich bin die erste Deutsche Frau mit der er eine Beziehung eingegangen ist, vor mir führte er eine Fernbeziehung zu einer Spanierin die natürlich an der Entfernung gescheitert ist.
Als wir uns kennenlernten fragte ich ihn ob er zurück wolle .... er sagte wenn er hier eine Partnerin und Familie hätte wäre er glücklich. Doch dem ist leider nicht so ...

Wir wohnen außerdem 50km entfernt in verschiedenen Städten und pendeln wie es die Zeit zulässt hin und her. Mir gefällt seine Stadt sehr gut und würde gern dorthin ziehen, vorausgesetzt ich finde einen guten Arbeitsplatz. Das ist jetzt erstmal die grobe "Ausgangsbasis".

Nun zum Hauptproblem : Er lebt zwischen den Welten, er macht hier seinen Job aber jede längere Freizeit/Urlaub fliegt er in die Heimat. Weil er seine Familie und Freunde vermisst und so wie er sagt auftanken muß. In dieser Zeit wohnt er bei seiner Mutter die allein lebt. Ich war 2 mal für eine knappe Woche bei ihm um seine Familie und Land kennenzulernen. Dies war für mich organisatorisch und finanziell schon ein Kraftakt da ich ein Kind (13) und Haustier habe. Erschwerdend kommt nämlich hinzu das es keine Direktflüge gibt und ein Ticket an die 300 eur kostet. Ich muß dazu sagen das er mir unbedingt seine Heimat zeigen wollte und mich mit den Kosten nicht einfach hängen ließ. Er bemüht sich das wir es irgentwie schaffen aber es ist utopisch das eine normale 3 Köpfige Familie 5 mal im Jahr wegfliegen kann .....

Einerseits kann ich ihn verstehen das er so oft es geht nach Hause möchte aber auf der anderen Seite frage ich mich wie man dann hier etwas gemeinsam aufbauen kann. Mir ist bewusst das in den südlichen Ländern die Familie einen sehr hohen Stellenwert hat (was ich schön finde) aber mit 40 jeden Urlaub in der Wohnung der Mutter zu verbringen finde ich seltsam.

Den Sommer fast 4 Wochen hat er dort allein verbracht weil ich nicht mitkonnte, und ich wollte mich trennen da es für mich kaum noch auszuhalten ist. Silvester war er dort sowie Ostern ... Weihnachten arbeitet er damit er anschließend bis zu den 3 Königen fliegen kann.. ich bin also an den Feiertagen ohne meinen Partner. Wenn ich dann sage das ich das so nicht mehr kann und will beteuert er seine Liebe und möchte eine Lösung finden. Und ist unglücklich weil er dort allein seinen Urlaub verbringt. Ich glaube ihm diese Zerrissenheit und ich sehe wie sehr er und auch seine Gesundheit darunter leidet.

Er glaubt wenn wir eine gemeinsame Wohnung hätten würde alles besser werden... im gleichen Atemzug sagt er aber auch das er nicht länger als 3 Monate am Stück in Deutschland sein kann. Außerdem sagt er das er in Deutschland nicht alt werden möchte, es gibt eine Punktesystem für Arbeitsplätze in Spanien und durch seine Arbeit in D hat er viele Punkte gesammelt und kann auf einen festen Arbeitsplatz in Spanien hoffen. Trotzdem sind die Bedingungen dort schlechter als hier.. darum fühlt er sich hier unfreiwillig gefangen.

Ich bringe wirklich viel Verständnis für seine Situation auf aber ich wünsche mir einen Kompromis. Ich habe ihm vorgeschlagen einen Teil des Urlaubs hier zu verbringen und das Land hier und seine schönen Seiten auch kennenzulernen. Ich komme aus Süddeutschland und würde ihm gern diese Region zeigen. Denn im Prinzip kennt er nur seine Stadt und hat nicht viel anderes gesehen. Aber das ist unvorstellbar für ihn .. er argumentiert dann das ich ja in meinem Land bin und hier meine Familie habe und nicht nachvollziehen könne wie es an seiner Stelle wäre. Dann frage ich ihn was wir dann für ihn sind ? Kennt jemand dieses Dilemma ? Bin ich zu egoistisch ? Ich kenne niemanden der in einer solchen Situation ist, darum schreibe ich hier zum ersten mal in einem Forum.

Ich hab ihm sogar gesagt obwohl ich ihn sehr liebe das es vielleicht besser wäre zurück zu gehen wenn er hier so unglücklich ist, und das Leben zu führen das er gern möchte. Dann aber möchte er eine Zukunft in seiner Stadt planen und es anders hinbekommen... es geht hin und her und unter diesen Umständen kann ich nicht meine Wohnung und Sicherheit aufgeben.

Der Eintrag ist lang geworden und doch habe ich alles nur sehr grob umrissen da ich sonst noch 10 Seiten schreiben könnte. Gibt es jemanden der sowas kennt ? Wie habt ihr es gelöst ? Ist es nur eine Phase ? Oder ist es doch unmöglich ?

Danke fürs lesen ich bin sehr auf eure Antworten gespannt ...

Liebe Grüße







Mehr lesen

15. Oktober 2017 um 22:07

Hallo ja natürlich haben wir darüber gesprochen..  aber ich könnte es mir erst vorstellen wenn mein Sohn hier seinen Schulabschluß gemacht hat und dann jenachdem ob Studium oder Ausbildung selbst entscheiden könnte. Ich fände diesen Einschnitt ziemlich heftig für ihn jetzt. Außerdem liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 50% je nach Region noch höher ... nicht ohne Grund ist mein Partner hierher ausgewandert. Ich persönlich bin sehr offen und könnte mir diese Option durchaus vorstellen, andererseits ist das Leben dort für eine Familie um ein vielfaches schwieriger.... es ist wirklich eine Zwickmühle ..

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 22:18

Mein Mann ist aus Russland und er ist nur wegen mir nach Österreich gezogen und da gibt es natürlich auch so manche Situationen, in denen er sehr unglücklich darüber ist, in Österreich zu wohnen und seine Familie in Russland vermisst.
Ich hab ihm schon von Anfang an angeboten, dass wir in Russland wohnen, aber für ihn macht es halt keinen Sinn dort in einem der ärmsten Gebiete des Landes zu wohnen, wenn wir in Österreich wohnen können.

Wir haben uns so arrangiert, dass wir ein, zwei große Urlaube im Jahr (je nachdem wies die Arbeit hergibt) in Russland bei seiner Familie verbringen und einen Urlaub dann nur zu zweit machen. Klingt vielleicht nach viel Geld, aber die Urlaube in Russland sind ja nur die Ticketpreise und das Geld für mein Visum. Dazwischen organisieren wir natürlich auch mal verlängerte Wochenenden, wo wir kurze Ausflüge unternehmen können.
Hin und wieder fliegt er auch mal alleine zu seinen Eltern, wenn er mehr freie Tage hat als ich.

Warum ihr nichtmal an euren freien Tagen in eine andere deutsche Stadt fährt oder sonstwas macht, verstehe ich allerdings nicht... das kann man doch auch mit Kind ganz toll bzw. wenn dein Sohn bei seinem Vater ist (falls er da manchmal ist).

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 22:50
In Antwort auf lumusi_12929047

Mein Mann ist aus Russland und er ist nur wegen mir nach Österreich gezogen und da gibt es natürlich auch so manche Situationen, in denen er sehr unglücklich darüber ist, in Österreich zu wohnen und seine Familie in Russland vermisst.
Ich hab ihm schon von Anfang an angeboten, dass wir in Russland wohnen, aber für ihn macht es halt keinen Sinn dort in einem der ärmsten Gebiete des Landes zu wohnen, wenn wir in Österreich wohnen können.

Wir haben uns so arrangiert, dass wir ein, zwei große Urlaube im Jahr (je nachdem wies die Arbeit hergibt) in Russland bei seiner Familie verbringen und einen Urlaub dann nur zu zweit machen. Klingt vielleicht nach viel Geld, aber die Urlaube in Russland sind ja nur die Ticketpreise und das Geld für mein Visum. Dazwischen organisieren wir natürlich auch mal verlängerte Wochenenden, wo wir kurze Ausflüge unternehmen können.
Hin und wieder fliegt er auch mal alleine zu seinen Eltern, wenn er mehr freie Tage hat als ich.

Warum ihr nichtmal an euren freien Tagen in eine andere deutsche Stadt fährt oder sonstwas macht, verstehe ich allerdings nicht... das kann man doch auch mit Kind ganz toll bzw. wenn dein Sohn bei seinem Vater ist (falls er da manchmal ist).

Hallo danke für die schnelle Antwort..

Wie lange seit ihr denn zusammen ? Habt ihr von Anfang an diese Einigung gefunden ? Bei uns ist es so das er in unserer kurzen Zeit von 1,5 Jahren 8 mal allein nach Spanien geflogen ist, da waren kurze Aufenthalte aber auch lange Urlaube dabei ... bei uns sind es ja auch "nur" die Tickets.. aber selbst diese kosten für drei hin und zurück fast 2000eur, das geht definitiv nicht alle 3 Monate   Da finde ich es toll wie ihr es gelöst habt, und ja ich fände es auch schön, wenn man sein "erspartes" zusammengekratzt hat dann im Urlaub auch ein bischen Privatspähre hat, und nicht immer bei der Mutter im Kinderzimmer wohnt. Diese ganze Fliegerei ist auch nur die Spitze des Eisberges, es kommen noch viele andere Dinge hinzu z.b. hat er im Winter seine Ex Freundin getroffen, es mir aber sehr viel später in D erzählt. Im Sommer arbeitet diese auf Ibiza aber im Winter ist sie zurück in ihrer Region. Vor kurzem hat er mir dann beiläufig erzählt das sie über Whatsapp in Kontakt sind. Nun hat er nächsten Monat eine Woche frei und ich muß arbeiten .. also fliegt er wieder Wir hatten einen riesen Streit wegen der Ex und ich befürchte das sie sich wieder treffen... rein freundschaftlich natürlich 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 22:58
In Antwort auf zechenkind

Hallo danke für die schnelle Antwort..

Wie lange seit ihr denn zusammen ? Habt ihr von Anfang an diese Einigung gefunden ? Bei uns ist es so das er in unserer kurzen Zeit von 1,5 Jahren 8 mal allein nach Spanien geflogen ist, da waren kurze Aufenthalte aber auch lange Urlaube dabei ... bei uns sind es ja auch "nur" die Tickets.. aber selbst diese kosten für drei hin und zurück fast 2000eur, das geht definitiv nicht alle 3 Monate   Da finde ich es toll wie ihr es gelöst habt, und ja ich fände es auch schön, wenn man sein "erspartes" zusammengekratzt hat dann im Urlaub auch ein bischen Privatspähre hat, und nicht immer bei der Mutter im Kinderzimmer wohnt. Diese ganze Fliegerei ist auch nur die Spitze des Eisberges, es kommen noch viele andere Dinge hinzu z.b. hat er im Winter seine Ex Freundin getroffen, es mir aber sehr viel später in D erzählt. Im Sommer arbeitet diese auf Ibiza aber im Winter ist sie zurück in ihrer Region. Vor kurzem hat er mir dann beiläufig erzählt das sie über Whatsapp in Kontakt sind. Nun hat er nächsten Monat eine Woche frei und ich muß arbeiten .. also fliegt er wieder Wir hatten einen riesen Streit wegen der Ex und ich befürchte das sie sich wieder treffen... rein freundschaftlich natürlich 

Wir sind jetzt seit fast vier Jahren zusammen, seit fast drei Jahren verheiratet. Die Sache mit den Besuchen bei seinen Eltern hat mich eigentlich gar nie gestört. Ich kann absolut verstehen, dass er gerne dort ist und seine Heimat und vor allem seine Familie vermisst (auch wenn er sich für Österreich entschieden hat). Und für mich ist es auch logisch, dass er so oft wie möglich dort ist, teilweise schlag auch ich vor, dass wir dann und dann ja zu seinen Eltern fliegen könnten. Dort ist das übrigens nur eine sehr kleine Zweizimmerwohnung, wobei wir das eine Zimmer noch manchmal teilen müssen - aber das ist halt auch Teil der Kultur. Wenn man jemanden heiratet, heiratet man eben auch immer sein Land mit.

Du bist alleinerziehend und da ist das mit dem Geld sicher nicht einfach - aber das ist dann wirklich etwas, das besser wird, sobald ihr zusammenzieht. Dann erspart ihr euch eine ganze Miete im Monat, das Geld kann man dann ja locker für Urlaub ausgeben.

Naja, das mit der Ex ist ja eine andere Geschichte.

 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 23:18

Hi coleen danke für deine Antwort,

leider spreche ich nicht fliessend Spanisch, aber ich möchte es natürlich lernen Und ja die Sprache ist auch so ein Thema ... er lernt Deutsch und kommt inzwischen halbwegs klar aber eine Beziehung in einer fremden Sprache zu führen ist nochmal eine ganz andere Hausnummer, da kommt es oft zu Missverständnissen. Besonders Gedanken oder Metaphern sind nicht einfach auzudrücken bzw. übersetzen.  Wir sind trotzdem gern zusammen und können uns mitteilen .. aber die Kommunikation ist aufjedenfall eingeschränkt Wir waren z.b. nur einmal im Kino.. weil er die schnellen Dialoge im Film nicht versteht. Also allein das ist auch eine riesige Herausforderung als Multi Kulti Paar und erfordert von beiden Seiten viel Geduld. Hast du Erfahrung damit ?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 23:21

Wieso steht mit 13 ein Schulwechdel an? 
Und der vater des kindes müsste auch damit einverstanden sein. Du kannst nicht einfach mit deinem Kind nach Spanien abdüsen. Mein Ex würde das niemals zulassen, dass ich das mache.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 23:46

Er  wird wahrscheinlich bis zu seinem 16. Lebensjahr auf der Weiterführenden Schule bleiben, es sei denn er ist, wie du gesagt hast, auf einem Gymnasium und macht dort sein Abitur. Trotzdem kann man nicht einfach so mit einem Teenager/Kind nach  Spanien auswandern. Vermutlich hat der Junge einen Sorgeberechtigten Vater, der erstmal einverstanden sein muss und ein 13 jähriger darf mitreden, wegen Muttis Freund und dessem Heimweh, muss er hier nicht alles hinter sich lassen und in ein für ihn fremdes Land ziehen, dessen Sprache und Kultur er gar nicht kennt.
 Deswegen ist es gar nicht falsch, dass die TE diesbezüglich warten möchte, bis ihr Sohn auf eigenen Beinen stehen kann.

3 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Oktober 2017 um 23:59
In Antwort auf koalalola1864

Wieso steht mit 13 ein Schulwechdel an? 
Und der vater des kindes müsste auch damit einverstanden sein. Du kannst nicht einfach mit deinem Kind nach Spanien abdüsen. Mein Ex würde das niemals zulassen, dass ich das mache.

Diese Auffassung kann ich auch nicht ganz teilen, ich muß gestehen das ich meinen Sohn etwas jünger gemacht habe aus Angst jemand liest das hier und Anhand der Daten kommt man sofort auf mich. Vielleicht etwas übervosichtig   ich habe noch nie in einem Forum geschrieben ... er geht in die 9te Klasse und stellt nun die Weichen für seinen Abschluß, es wäre unverantwortlich ihn hier rauszureissen. Zum Vater gibt es von Geburt an kein Kontakt   er hat es also eh schon nicht so leicht. Bisher wohne ich aufgrund der unsicheren Situation nichtmal mit meinem Partner zusammen, weil ich wegen meinem Sohn sehr vorsichtig bin. Das Argument das er solang er Schulpflichtig ist nicht von der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien betroffen wäre finde ich etwas kurz gedacht. Ich habe dort viele gut ausgebildete/ studierte Leute kennen gelernt die keine Arbeit finden.. Inginieurinnen die für ein paar eur an der Kasse sitzen.. darum wandern ja soviele Leute aus um für sich eine Perspektive zu finden. Und in den nächsten Jahren wird sich diese Situation warscheinlich nicht ändern. 

Und natürlich müsste ich auch eine Arbeit dort finden, aber ich bin ja nicht in diesem Punkte Warte System da gibt es 1000nde Spanier die auf einen guten Job hoffen...

Klar auf biegen und brechen ließe sich ein Weg finden aber da ich noch für meinen Sohn verantwortlich bin kann ich hier nicht alles wegwerfen und mich ins Abenteuer stürzen. Wenn er alt genug ist, wäre es ein anderes Thema

Ich freue mich aber sehr über eure Gedanken und Anregungen  
 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 0:16

Danke das du dich hier so rege beteiligst Nein er spricht kein Englisch .. ist in Spanien leider auch nicht wirklich verbreitet selbst unter den jüngeren nicht was mich sehr wundert.. aber ich möchte gern spanisch lernen schon allein damit ich mit seinen Freunden und Familie sprechen kann.
Mit den Untertiteln hast du natürlich recht .. wir schauen ab und zu Disney Filme da die doch etwas einfacher sind, aber auch mal spanische Filme mit deutschen Untertitel. Das mit der Sprache ist aufjedenfall machbar und nicht die größte Hürde..

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 1:25
In Antwort auf koalalola1864

Er  wird wahrscheinlich bis zu seinem 16. Lebensjahr auf der Weiterführenden Schule bleiben, es sei denn er ist, wie du gesagt hast, auf einem Gymnasium und macht dort sein Abitur. Trotzdem kann man nicht einfach so mit einem Teenager/Kind nach  Spanien auswandern. Vermutlich hat der Junge einen Sorgeberechtigten Vater, der erstmal einverstanden sein muss und ein 13 jähriger darf mitreden, wegen Muttis Freund und dessem Heimweh, muss er hier nicht alles hinter sich lassen und in ein für ihn fremdes Land ziehen, dessen Sprache und Kultur er gar nicht kennt.
 Deswegen ist es gar nicht falsch, dass die TE diesbezüglich warten möchte, bis ihr Sohn auf eigenen Beinen stehen kann.

Ja richtig, er geht auf eine Gesamtschule  er kann dort bis zum Abitur mit 18 oder FOR mit 16 bleiben, und die Pubertät ist ohnehin schon keine einfache Phase er hat feste Freundschaften und vorallem auch Opa, Oma, Onkel die ein wichtiger Anker sind da er wie vorhin schon erwähnt keinerlei Kontakt zum Vater hat (der nicht sorgeberechtigt ist).  Eine Auswanderung steht für uns zur Zeit absolut nicht zur Debatte. Wir sind vor 7 Jahren von Bayern nach NRW gezogen das kam einer "Auswanderung" schon nahe um in der Nähe meiner Familie zu sein. Das war für mich auch nicht leicht meine Freunde usw. zurück zu lassen, aber für meinen "kurzen" war es gut und beruflich für mich auch... ich vermisse auch meine Freunde aber wir haben alle inzwischen unser eigenes Leben und Familie. Wir besuchen uns 1-2 mal im Jahr und verbringen eine schöne Zeit  und dann geht jeder wieder seiner Wege... bisher ist hier noch niemand auf den Aspekt eingangen das mein Partner 40 ist und ständig bei Mama Zuhause einkehrt, seine Freunde haben ebenfalls alle ihre Familie und leben ihr Leben. Auch die anderen ausgewanderten Spanier unternehmen Reisen in andere Länder oder erkunden die Umgebung.. und haben trotzdem engen Kontakt zur Familie.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 7:02

Ich seh da keinen Zusammenhang zwischen seiner Nationalität und dass er seine Mutter so oft besucht. Sieht man ja auch hier im Forum oft, dass auch deutsche Männer oft an ihrer Mutter kleben.
Dass er so viel Kontakt zu ihr braucht, gerade wenn er im Ausland wohnt, hast du wahrscheinlich schon von Anfang an gewusst?

Hast du ihm schonmal vorgeschlagen einmal im Jahr nicht nach Spanien, sondern woanders hinzufliegen?

Wenn du nicht mit ihm zusammenziehen willst, ist es doch auch verständlich, dass er seine vorherigen Bande nicht lockerer lässt. Vielleicht wäre das in einer ernsteren Beziehung ja auch anders.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 9:08
In Antwort auf zechenkind

Liebe User ,

ich suche Leute die vielleicht ähnliche Erfahrungen in ihrer binationalen Beziehung gesammelt haben und vielleicht einen Rat wissen.

Ich(34) bin seit etwas mehr als 1,5 Jahre mit einem Spanier(40) zusammen. Er ist vor etwa 6 Jahren mit einigen anderen Spaniern nach Deutschland gekommen um hier als Pflegefachkraft in einem KH zu arbeiten. Er hat es in dieser Zeit wirklich gut hinbekommen mit der neuen Sprache und Job im fremden Land. Aber er fühlt sich in Deutschland nicht so wohl und zufrieden wie in der Heimat.
Ich bin die erste Deutsche Frau mit der er eine Beziehung eingegangen ist, vor mir führte er eine Fernbeziehung zu einer Spanierin die natürlich an der Entfernung gescheitert ist.
Als wir uns kennenlernten fragte ich ihn ob er zurück wolle .... er sagte wenn er hier eine Partnerin und Familie hätte wäre er glücklich. Doch dem ist leider nicht so ...

Wir wohnen außerdem 50km entfernt in verschiedenen Städten und pendeln wie es die Zeit zulässt hin und her. Mir gefällt seine Stadt sehr gut und würde gern dorthin ziehen, vorausgesetzt ich finde einen guten Arbeitsplatz.  Das ist jetzt erstmal die grobe "Ausgangsbasis". 

Nun zum Hauptproblem : Er lebt zwischen den Welten, er macht hier seinen Job aber jede längere Freizeit/Urlaub fliegt er in die Heimat. Weil er seine Familie und Freunde vermisst und so wie er sagt auftanken muß. In dieser Zeit wohnt er bei seiner Mutter die allein lebt.  Ich war 2 mal für eine knappe Woche bei ihm um seine Familie und Land kennenzulernen. Dies war für mich organisatorisch und finanziell schon ein Kraftakt da ich ein Kind (13) und Haustier habe. Erschwerdend kommt nämlich hinzu das es keine Direktflüge gibt und ein Ticket an die 300 eur kostet. Ich muß dazu sagen das er mir unbedingt seine Heimat zeigen wollte und mich mit den Kosten nicht einfach hängen ließ. Er bemüht sich das wir es irgentwie schaffen aber es ist utopisch das eine normale 3 Köpfige Familie 5 mal im Jahr wegfliegen kann .....

Einerseits kann ich ihn verstehen das er so oft es geht nach Hause möchte aber auf der anderen Seite frage ich mich wie man dann hier etwas gemeinsam aufbauen kann.  Mir ist bewusst das in den südlichen Ländern die Familie einen sehr hohen Stellenwert hat (was ich schön finde) aber mit 40 jeden Urlaub in der Wohnung der Mutter zu verbringen finde ich seltsam.

Den Sommer fast 4 Wochen hat er dort allein verbracht weil ich nicht mitkonnte, und ich wollte mich trennen da es für mich kaum noch auszuhalten ist. Silvester war er dort sowie Ostern ... Weihnachten arbeitet er damit er anschließend bis zu den 3 Königen fliegen kann.. ich bin also an den Feiertagen ohne meinen Partner. Wenn ich dann sage das ich das so nicht mehr kann und will beteuert er seine Liebe und möchte eine Lösung finden. Und ist unglücklich weil er dort allein seinen Urlaub verbringt. Ich glaube ihm diese Zerrissenheit und ich sehe wie sehr er und auch seine Gesundheit darunter leidet.

Er glaubt wenn wir eine gemeinsame Wohnung hätten würde alles besser werden... im gleichen Atemzug sagt er aber auch das er nicht länger als 3 Monate am Stück in Deutschland sein kann. Außerdem sagt er das er in Deutschland nicht alt werden möchte, es gibt eine Punktesystem für Arbeitsplätze in Spanien und durch seine Arbeit in D hat er viele Punkte gesammelt und kann auf einen festen Arbeitsplatz in Spanien hoffen. Trotzdem sind die Bedingungen dort schlechter als hier.. darum fühlt er sich hier unfreiwillig gefangen.

Ich bringe wirklich viel Verständnis für seine Situation auf aber ich wünsche mir einen Kompromis. Ich habe ihm vorgeschlagen einen Teil des Urlaubs hier zu verbringen und das Land hier und seine schönen Seiten auch kennenzulernen. Ich komme aus Süddeutschland und würde ihm gern diese Region zeigen. Denn im Prinzip kennt er nur seine Stadt und hat nicht viel anderes gesehen. Aber das ist unvorstellbar für ihn .. er argumentiert dann das ich ja in meinem Land bin und hier meine Familie habe und nicht nachvollziehen könne wie es an seiner Stelle wäre.  Dann frage ich ihn was wir dann für ihn sind ? Kennt jemand dieses Dilemma ? Bin ich zu egoistisch ? Ich kenne niemanden der in einer solchen Situation ist, darum schreibe ich hier zum ersten mal in einem Forum.

Ich hab ihm sogar gesagt obwohl ich ihn sehr liebe das es vielleicht besser wäre zurück zu gehen wenn er hier so unglücklich ist, und das Leben zu führen das er gern möchte. Dann aber möchte er eine Zukunft in seiner Stadt planen und es anders hinbekommen... es geht hin und her und unter diesen Umständen kann ich nicht meine Wohnung und Sicherheit aufgeben.

Der Eintrag ist lang geworden und doch habe ich alles nur sehr grob umrissen da ich sonst noch 10 Seiten schreiben könnte.  Gibt es jemanden der sowas kennt ? Wie habt ihr es gelöst ? Ist es nur eine Phase ? Oder ist es doch unmöglich ? 
 
Danke fürs lesen ich bin sehr auf eure Antworten gespannt ...

Liebe Grüße

 





 

Hallo zechenkind,

ob ich dir helfen kann, weiß ich nicht, gebe aber gerne ein paar Tipps. 

Dass dein Freund sehr an seiner Familie hängt, ist klar zu erkennen. 

Und dass er auf Dauer nicht hier bleiben möchte, ebenfalls. 

Also müsst ihr Kompromisse finden, falls ihr zusammenbleiben wollt!

Statt der teuren Tickets könntet ihr vllt. doch die Billigflieger nutzen, auch wenn deren Flughäfen weiter weg sind, und dann in Sp. mit öffentl. Verkehrsmitteln weiter fahren. 

Statt immer bei der Mutter zu wohnen, könntet ihr ein billiges Pensionszimmer suchen. 

Kann / will dein Sohn nicht immer mit, kann er sicher bei deiner Familie hier bleiben. 

Umziehen würde ich mit deinem Sohn  nicht nach Sp. Er ist in einem Alter, wo er seine feste, gewohnte Umgebung braucht. 

Die Sprache: Wie du auch sagst, kann dein Freund recht gut D. 

Alles bis ins Letzte kann man in einer Fremdsprache schwer ausdrücken. 

Poliere dein Spanisch auf, dies ist leicht zu lernen. 

Untertitel helfen nicht jedem. 

Warum macht ihr nicht die Probe aufs Exempel und zieht hier zusammen? 

Dann merkt ihr schnell, ob es klappt und ihr zusammenbleibrn wollt. Außerdem spart ihr dabei. 

Silvester und die Tage danach würde ich auf jeden Fall billig runterfliegen, deinen Sohn evtl. hier lassen. Bald buchen!

So, zur Arbeit: Die Situation in Sp. ist bekannt. 

Einen Jugendlichen würde ich deshalb natürlich nicht dorthin mitnehmen.

Falls du für später dort arbeiten möchtest, erfordert das viel Suche. 

Natürlich hängt das auch von deinem Beruf ab, ob du dort gebraucht würdest. 

Zuallerletzt: Ihr könntet doch auch mit dem Auto runterfahren zu dritt, oder? Evtl. noch jdn. über die Mitfahrzentrale mitnehmen, dann würde es billiger. 

Alles Gute!

 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 9:55

Der Vorschlag bezieht sich ja nicht auf 'sofort' 

Er sollte der Findung eines Kompromisses dienen. 

Und als gefestigt ( 'eurem Mann'
) sehe ich diese Bez. noch nicht. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 11:01

Tja, es geht ja darum, eine Lösung zu finden. 

Und die dürfte nicht einfach sein. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 16:28

Hola annaan

Vielen Dank für deine ausfürliche Antwort, hattest du in deiner Spanienzeit auch eine Beziehung zu einem Mann, was hat dich dorthin verschlagen ? Ich finde die Leute und Kultur auch toll.
Die freundliche, offene und lustige Art der Menschen ist einfach wunderbar. Und natürlich möchte ich die Sprache lernen das ist glasklar, bisher habe ich noch keinen Kurs besucht aber das kommt , ansonsten lerne ich nebenbei mit Sprachapps. Man schnappt auch viel auf, und wenn ich ihn in seiner Stadt besuche betrete ich sozuagen "spanischen Boden" da er dort mit vielen anderen Spaniern lebt, unteranderem mit der Ex (aus der Heimat) die zur besten Freundin wurde die inzwischen auch einen deutschen Freund hat.
Sie geht mit der Auswanderung z.b. ganz anders um, sie hat sich komplett auf das Land eingelassen bezeichnet die Stadt als ihr Zuhause und fühlt sich pudelwohl. Auch sie besucht natürlich reglmäßig die Familie aber unternimmt auch andere Reisen und Ausflüge und ist da nicht so verbissen. Die Spanier Truppe in DE trifft sich sooft es geht und dann ist  fiesta angesagt ... Nur bei meinem nicht   Er schließt sich selbst aus und grämt vor sich hin und ich sehe wie er sich damit selbst total im Weg steht, denn wir könnten mit den anderen Spaniern zusammen in DE unsere Zeit genießen.

Ich finde das ist ein großer Vorteil für ihn hier soviele spanische Kollegen zu haben, und mit ihnen seine Kultur leben zu können. (Wenn er denn wollte)

Tortilla habe ich längst drauf und auch anderes.. mein Freund kocht und backt sehr gern.. damit hat er mich quasi um den Finger gewickelt ich hab nicht schlecht gestaunt zum Frühstück einen Kuchen gebacken zu bekommen.  Also auch das mit dem Essen finde ich sehr schön aaaaaaaber ich werde mich wohl nie an das späte Abendessen gewöhnen da wird locker um 22 Uhr in der Küche gebrutschelt und bis diese dann hinterher sauber ist, ist es 23 Uhr. Da gibt es auch häufig Diskussionen drum ... er kennt es so sein Leben lang aber ich eben anders. Wir müssen also in vielen Dingen Kompromisse finden und aufeinander zugehen.

Er vergleicht permanent DE mit Spanien und denkt auch gern mal in Klischees... Deutsche essen nur Butter, Pommes,Wurst,Bier hätten keine Essenskultur, die Mode ist scheiße usw. ich wußte bis dato nicht wie leidenschaftlich ich mein Land verteidigen kann

Und ich ich wüßte so gern ob das bei anderen deutsch/spanischen Paaren auch so ist.

So und dann nochmal zum Thema Auswanderung, wäre ich alleine würde ich es aufjedefall probieren denn wenn es mir nicht gefällt kann ich ja wieder zurück.  Aber solche Experimente macht man nicht mit einem Teeny. Meine Lösung wäre das er noch ein paar Jährchen hier bleibt bis mein Sohn auf eigenen Beinen stehen kann und dann auch entscheiden kann ob er diesen Schritt mit gehen möchte oder nicht.

Wir suchen uns eine Wohnung in seiner Stadt (da komme ich ja auch auf ihn zu),  machen 2mal im Jahr längeren Urlaub in seiner Heimat unternehmen aber auch hier etwas und besuchen dann auch mal "meine alte Heimat".  Das fände ich fair. 

Ich kann ja auch nichts dafür das er er sozusagen unfreiwillig das Land verlassen mußte. Er hätte ja auch dort bleiben können und dann sich mit weniger zufrieden geben können aber das wollte er ja auch nicht. Er wollte diese Chance und ein anderes Leben und ich denke man sollte nach vorn schauen und sich nicht ständig mit der Vergangenheit beschäftigen und darüber trauern was man alles hinter sich gelassen hat, sondern den Blick auf das was man gewonnen hat richten.

Ich glaube sogar fast wenn er zurück geht und unter den dortigen Bedingungen arbeitet ihm doch schnell klar werden würde welcher Platz besser wäre. Er hat sogar vom dem KH hier die Möglichkeit dazu... er könnte nach einem Jahr wieder zurückkehren. Dort in Spanien gibt es nur Zeitverträge (2-3-4 Wochen !)  keinen Urlaub und schlechtere Bezahlung. Was nützt es dann in der Heimat zu leben aber keine Zeit zu haben.

Er kann stolz auf sich sein das er es hier geschafft hat und sollte dies nicht einfach wegwerfen.

Amor saludos


 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Oktober 2017 um 22:41

Ich stamme aus einer binationalen Familie ( Mutter Niederlande, Vater Deutsch) und habe einen österreichischen Mann. Also bin ich es gewohnt, dass meine Familie weiter weg wohnt und dass man sich mit Besuchen arrangieren muss. Meine Mutter war eine junge Frau als sie nach Deutschland kam, sie hat die Sprache schnell gelernt und wir sind ein bis zwei mal pro Jahr nach Holland gefahren und ein, zwei Mal kamen meine Großeltern zu Besuch und dann noch meine Onkels und Tanten. So war das ein reger Austausch. WIr sind auch nie anderswo Inn urlaub gefahren aber das hat mir nichts ausgemacht, dafür hatte ich eine zweite Heimat.
Meine Mutter wusste aber genau wo sie zu Hause war, da gab es keine Zweifel.
 Ich denke, er wird das für sich erst klären müssen und einen realistischen Lebensentwurf machen müssen vorher würde ich mich nicht für ihn umorientieren- vor allem nicht mit Kind. 
Rede mit ihm.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Dieses in der Luft hängen ertrage ich nicht mehr :/
Von: lalahuhu
neu
16. Oktober 2017 um 18:46
Liebe und Zukunft trotz einiger Komplikationen?
Von: oceaneyes00
neu
16. Oktober 2017 um 18:18
Teste die neusten Trends!
experts-club