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Schwierige Situation mit (Ex)Freundin

10. November 2014 um 19:06

Moin

ich habe ein großes problem. ich war im jahr 2010 mit einem mädchen zusammen, sie war meine erste große liebe, da war ich ca 18. nach etwas mehr als einem jahr haben wir uns getrennt, hat einfach nicht mehr geklappt.
wir hatten durchgehend kontakt auf freundschaftlicher ebene. vor etwa einem jahr hat sie eine diagnose bekommen, sie ist krank. auf die krankheit will ich garnicht eingehen, sie ist zwar nicht lebensgefährlich und auch nicht besonders schlimm, aber unheilbar und sie wird immer mit der krankheit leben. manchmal solls schlimmer sein, manchmal weniger schlimm. Ich habe eigentlich ihren leidensweg auch mitmachen müssen weil ich immer ein ohr für sie hatte und sie mir schon damals immer alles erzählen konnte. vor etwa einer woche hatte sie mir geschrieben, dass sie sich das leben nehmen will. Völlig unverständlich, sie ist keine asoziale, die man nachmittags in RTL sieht, sondern ein ganz normales, hübsches und nettes mädchen. keine ahnung wie das kommt, obwohls ja irgendwo nachvollziehbar ist, weil sie mittlerweile fast ein jahr mit einer krankheit lebt, schon zwei mal operiert wurde und eigentlich dauerhaft in konservativer behandlung steht. Auch antidepressiva etc.
nun ja, sie hat mir eben geschrieben dass sie mit sich abgeschlossen hat und nur mehr planen will, wie sie sich das leben nimmt. Ich war dann total schockiert und wusste nicht, was ich tun solle. Polizei anrufen? Das würde alles vielleicht nur schlimmer machen, da ich ihr es nicht wirklich zutraue. Bin dann rein ins Auto und zu ihr, sie wohnt nur 10 Autominuten entfernt. Nach etwa 2h reden hat sie mir alles erzählt, ganz intime sachen (Die krankheit ist auch eine sehr intime) und ganz private sachen. Dann ist es ihr wieder besser gegangen, aber sie hat in letzter zeit oft solche andeutungen gemacht, ich habs ihr immer ausreden können. Diesmal wars irgendwie anders. Als hätte sie alles schon im Sinn und fest geplant. Ich hab zwar das Gefühl dass unser Gespräch ihr geholfen hat, trotzdem wird sie bald wieder in ein loch stürzen und ich bin leider sehr selten in der stadt, da ich etwa 150km weit weg lebe und dort arbeite. Ich kann nicht immer in 15min dort sein, wenns ihr schlecht geht. Mich belastet das ganze schon so sehr. Natürlich habe ich nach diesen Suizidgedanken auch ihre Familie informiert, die sagten mir nur das sei nichts neues, sie war ja auch in psychiatrischer bzw psychologischer behandlung. ich kann ihr einfach nicht mehr helfen, keiner kann das. Die Ärzte wissen was sie hat, nur kann man es nicht anständig behandeln, völlig verständlich dass man irgendwann die lebenslust verliert, aber ich denke mir dauernd, wenn sie erneut eine so psychisch instabile phase hat wie letzte woche, und ich nicht zu ihr kann bzw sie mir garnichts sagt, was wird dann passieren?

Summa summarum habe ich ein paar fragen und ich schreibe das in dieses forum, weil frauen andere frauen immer besser verstehen werden, als männer.
1. Wie ernst kann man sowas nehmen? Manchmal wird ja auch von einem "Hilfeschrei" geredet, wenn man sich das leben nehmen will. verlassen darf man sich natürlich nicht, man muss handeln, aber
2. Was hat man für möglichkeiten, einer lebensmüden Person wieder spaß am leben "beizubringen"?
3. Was soll ich machen, wenn sie mir erneut eindeutige Suizidgedanken schreibt?

Tut gut das losgeworden zu sein. Freue mich auf jede antwort. Liebe Grüße aus Salzburg
Paul

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10. November 2014 um 19:46

Hey,
Ich finde es super, dass du trotz dass ihr getrennt seid, noch so eng befreundet seid und sie in dir eine Vertrauensperson hat. Finde ich echt toll, so etwas ist nicht selbstverständlich.

Ich fürchte allerdings, dass du ihr nicht sehr viel weiter helfen kannst, außer dass du sie bekräftigst, sich professionelle Hilfe zu suchen. Du allein kannst ihr Leiden nicht stemmen und du kannst sie nicht jedes Mal aufrichten, du bist nicht ihr Psychologe und du hast nicht dafür die entsprechende Ausbildung. irgendwann würde es dir so über den Kopf wachsen, dass du nicht mehr an 1. Stelle für dich stehst. Auch das hinterlässt dann Spuren bei dir. Du wirkst sehr liebenswert, ehrlich und verantwortungsbewusst. Eben wie Jemand, der nicht irgendwann einfach ein Cut macht und sagt, Stopp! Mir wird es zu viel. Irgendwann wirst du aber an diesen Punkt kommen, wenn ihr das alles so laufen lasst, wie es jetzt ist.

Sie benötigt Hilfe, du schreibst von Antidepressiva, nimmt sie die noch? Wenn nicht, sag ihr dass sie die nehmen MUSS.

Was die Ernsthaftigkeit über ihre Äußerung des Suizids betrifft, ist es schwer etwas dazu zu schreiben. ich kenne sie ja nicht. Es gibt zum einen Welche, die das immer nur schreiben/sagen um Aufmerksamkeit von jemanden zu bekommen oder eben als Hilfeschrei. Es gibt aber auch welche, die daraus ernst machen. Ich habe mal gehört, dass diejenigen, die sich wirklich umbringen wollen sehr selten tatsächlich vorher darüber reden, sondern direkt handeln. Man kann das aber so nicht pauschalisieren. Es gibt auch Menschen, die diesen Gedanken des sich Umbringens nur als "letzten Ausweg" im Kopf haben, sozusagen als Trostpflaster. Oft sind davon Menschen betroffen, die etwas schweres durchleben. Da scheint bei deiner Freundin ja der Fall zu sein mit ihrer schweren Krankheit.

Es ist eine sehr schwere Situation für dich, wie gesagt, bekräftige sie, dass sie sich professionell helfen lässt. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig, therapeutisch.

Ich finde es auch gut, dass du in Kontakt mit ihrer Familie stehst, auch das sehe ich als sehr wichtig an.

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10. November 2014 um 20:02
In Antwort auf wontbackdown1

Hey,
Ich finde es super, dass du trotz dass ihr getrennt seid, noch so eng befreundet seid und sie in dir eine Vertrauensperson hat. Finde ich echt toll, so etwas ist nicht selbstverständlich.

Ich fürchte allerdings, dass du ihr nicht sehr viel weiter helfen kannst, außer dass du sie bekräftigst, sich professionelle Hilfe zu suchen. Du allein kannst ihr Leiden nicht stemmen und du kannst sie nicht jedes Mal aufrichten, du bist nicht ihr Psychologe und du hast nicht dafür die entsprechende Ausbildung. irgendwann würde es dir so über den Kopf wachsen, dass du nicht mehr an 1. Stelle für dich stehst. Auch das hinterlässt dann Spuren bei dir. Du wirkst sehr liebenswert, ehrlich und verantwortungsbewusst. Eben wie Jemand, der nicht irgendwann einfach ein Cut macht und sagt, Stopp! Mir wird es zu viel. Irgendwann wirst du aber an diesen Punkt kommen, wenn ihr das alles so laufen lasst, wie es jetzt ist.

Sie benötigt Hilfe, du schreibst von Antidepressiva, nimmt sie die noch? Wenn nicht, sag ihr dass sie die nehmen MUSS.

Was die Ernsthaftigkeit über ihre Äußerung des Suizids betrifft, ist es schwer etwas dazu zu schreiben. ich kenne sie ja nicht. Es gibt zum einen Welche, die das immer nur schreiben/sagen um Aufmerksamkeit von jemanden zu bekommen oder eben als Hilfeschrei. Es gibt aber auch welche, die daraus ernst machen. Ich habe mal gehört, dass diejenigen, die sich wirklich umbringen wollen sehr selten tatsächlich vorher darüber reden, sondern direkt handeln. Man kann das aber so nicht pauschalisieren. Es gibt auch Menschen, die diesen Gedanken des sich Umbringens nur als "letzten Ausweg" im Kopf haben, sozusagen als Trostpflaster. Oft sind davon Menschen betroffen, die etwas schweres durchleben. Da scheint bei deiner Freundin ja der Fall zu sein mit ihrer schweren Krankheit.

Es ist eine sehr schwere Situation für dich, wie gesagt, bekräftige sie, dass sie sich professionell helfen lässt. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig, therapeutisch.

Ich finde es auch gut, dass du in Kontakt mit ihrer Familie stehst, auch das sehe ich als sehr wichtig an.

...
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ob sie die Antidepressiva noch nimmt, weiss ich garnicht.

Dass ich da alleine nicht helfen kann, hab ich mir schon gedacht. Sie benötigt - wie du sagst - professionelle Hilfe und ich bin Flugzeugtechniker und kein Psychologe geschweige denn Psychiater. Ich weiß aber auch nicht wie ich sie zu so einer Behandlung animieren könnte, sie hat wie gesagt einfach keine lust mehr, weder auf ärzte, noch auf krankenhäuser oder andere medizinische einrichtungen wie zB psychotherapeutische Praxen. Einem Menschen mit psychischen problemen zu einer behandlung zu verhelfen bedarf einer guten selbsteinschätzung des patienten, und die ist irgendwie nich gegeben. Sie bildet sich eben oft ein, es sei alles nicht so schwierig, sobald wir unter freunden sind, setzt sie ihr lächeln auf und ist der glücklichste mensch. sie bildet sich oft ein, dass sie da alleine durchkommt und solange das so ist, wird sie nicht verstehen, warum eine professionelle behandlung der einzige weg ist.. (der Psychologenbesuch damals erfolgte nur nach großem druck der eltern)

LG
Paul

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10. November 2014 um 20:05

..,
das ist leichter gesagt, als getan.. Stell dir vor die Polizei steht vor der tür mit 12 beamten und da ich selber bei feuerwehr und rotem kreuz bin, weiß ich dass bei solchen aussagen immer sehr rustikal vorgegangen wird, zb wird eine drehleiter alarmiert, falls der betroffene aus einem fenster springen will, die polizei rückt mit schwerem gerät an, um gegebenfalls die türe einzuschlagen, ein notarzt, mehrere sanitäter und ein notfallseelsorger sind da. das würde alles noch schlimmer machen, vorausgesetzt natürlich, sie sagt es nur als "Hilfeschrei"..

Danke für deine Antwort, LG Paul..

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10. November 2014 um 20:13
In Antwort auf wac94

...
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ob sie die Antidepressiva noch nimmt, weiss ich garnicht.

Dass ich da alleine nicht helfen kann, hab ich mir schon gedacht. Sie benötigt - wie du sagst - professionelle Hilfe und ich bin Flugzeugtechniker und kein Psychologe geschweige denn Psychiater. Ich weiß aber auch nicht wie ich sie zu so einer Behandlung animieren könnte, sie hat wie gesagt einfach keine lust mehr, weder auf ärzte, noch auf krankenhäuser oder andere medizinische einrichtungen wie zB psychotherapeutische Praxen. Einem Menschen mit psychischen problemen zu einer behandlung zu verhelfen bedarf einer guten selbsteinschätzung des patienten, und die ist irgendwie nich gegeben. Sie bildet sich eben oft ein, es sei alles nicht so schwierig, sobald wir unter freunden sind, setzt sie ihr lächeln auf und ist der glücklichste mensch. sie bildet sich oft ein, dass sie da alleine durchkommt und solange das so ist, wird sie nicht verstehen, warum eine professionelle behandlung der einzige weg ist.. (der Psychologenbesuch damals erfolgte nur nach großem druck der eltern)

LG
Paul

Nutze eine Situation
in der sie wieder so down ist. Bespreche nicht das Thema Psychologische Hilfe, wenn es ihr gut geht, sondern fang damit an, wenn sie wieder total am Boden ist! Dann sieht sie es eher ein.

Eventuell, das kann ich aus der Ferne schlecht beurteilen, kannst du dann auch verbal etwas rabiater werden von wegen: Wenn du diese professionelle Hilfe nicht zulässt, dann kann ich nicht mehr so für dich da sein! Sag ihr, dass du kein Psychologe bist und du dir immer sehr große Sorgen machst Sag ihr, du kannst nicht deinem Leben normal nachgehen ohne Sorge um sie als guter Freund! Sag ihr für sie wäre es wichtig, zeig ihr auf, dass trotz Krankheit es sich noch zu leben lohnt schon allein wegen Ihrem Umfeld: Familie, Freunde, du! Versuch über diese Schiene sie zu überzeugen. Es muss ja keine Psychiatrie sein. Es reicht auch ein Psychotherapeut, 2x die Woche oder so!

Ich drücke die Daumen, dass sie sich überzeugen lässt!

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10. November 2014 um 20:26
In Antwort auf wontbackdown1

Nutze eine Situation
in der sie wieder so down ist. Bespreche nicht das Thema Psychologische Hilfe, wenn es ihr gut geht, sondern fang damit an, wenn sie wieder total am Boden ist! Dann sieht sie es eher ein.

Eventuell, das kann ich aus der Ferne schlecht beurteilen, kannst du dann auch verbal etwas rabiater werden von wegen: Wenn du diese professionelle Hilfe nicht zulässt, dann kann ich nicht mehr so für dich da sein! Sag ihr, dass du kein Psychologe bist und du dir immer sehr große Sorgen machst Sag ihr, du kannst nicht deinem Leben normal nachgehen ohne Sorge um sie als guter Freund! Sag ihr für sie wäre es wichtig, zeig ihr auf, dass trotz Krankheit es sich noch zu leben lohnt schon allein wegen Ihrem Umfeld: Familie, Freunde, du! Versuch über diese Schiene sie zu überzeugen. Es muss ja keine Psychiatrie sein. Es reicht auch ein Psychotherapeut, 2x die Woche oder so!

Ich drücke die Daumen, dass sie sich überzeugen lässt!

Gute Idee
Das klingt vernünftig und einleuchtend. Ich hoffe, es ist so leicht, wie es sich schreiben lässt!

Danke auf jeden fall!

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11. November 2014 um 18:13

Vielen Dank...
für die Antwort.
Da hast du recht, mittlerweile hat sie auch professionelle Hilfe angenommen. Ich freu mich, meinen Teil dazu beigetragen zu haben, aber wie schon du sagtest - retten kann ich sie nicht!

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