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Schwierige Situation, Inputs gesucht

23. November 2015 um 18:03

Hallo zusammen

Ich bin momentan mit meinem Freund in einer schwierigen Situation. Eigentlich haben wir eine tolle Beziehung, wir verstehen uns super, streiten fast nie, diskutieren höchstens ganz normal miteinander, der Sex ist gut und wir schätzen und respektieren uns sehr.

Als ich vor zwei Jahren nebenberuflich mit einem vierjährigen Studium angefangen habe, war für uns klar, dass wir erst danach Kinder haben. Wir wollen beide Kinder, darüber sind wir uns einig.

Jetzt meinte mein Freund aber, dass er nicht weiss, ob er in zwei Jahren schon bereit ist für eigene Kinder. Ich habe aber nicht endlos viel Zeit, denn in zwei Jahren bin ich bereits 34 und kann nicht mehr jahrelang warten, bis der Herr sich bereit fühlt. Für mich heisst das, ich weiss nicht, ob ich mit ihm Kinder haben kann, weil er vielleicht nicht rechtzeitig bereit ist. Ich wäre jetzt schon bereit dafür.

Er meint, er ist beruflich noch nicht soweit, wie er sein will, und das sei ihm wichtiger als Kinder, Kinder will er erst, wenn er sein Ziel erreicht hat. Das kann noch zwei Jahre dauern, aber vielleicht auch länger.

Ein zweiter Punkt, über den wir offen reden, ist dass er, wie wahrscheinlich jeder Mann, das Bedürfnis hat, mit anderen Frauen zu schlafen. Das ist ihm auch bereits einmal passiert. Es war ein Ausrutscher, es war Alkohol im Spiel. Ich tat mich sehr schwer damit, und es hätte unsere Beziehung fast kaputt gemacht. Aber ich konnte das überwinden, grösstenteils zumindest. Er ist aber so ehrlich, zuzugeben, dass ihm das unter Umständen wieder passieren könnte. Vielleicht halt erst in ein paar Jahren. Vielleicht auch gar nicht. Ich sage halt klar, dass ich das nicht noch ein zweites Mal mitmache, sondern dass dann Schluss ist.

Wir finden für beides keine Lösung, die für uns beide stimmt. Ich bin auch offen, Swingerclubs oder ähnliches auszuprobieren, eine offene Beziehung möchte ich jedoch nicht, mit der Ungewissheit könnte ich nicht umgehen.
Ich meine, er ist immerhin so ehrlich und sagt mir, dass dieses Bedürfnis bei ihm vorhanden ist.

Ich wollte mit ihm eine Familie gründen. Ich glaube, er wäre ein wunderbarer Vater und wir sind echt ein super Team. Aber diese zwei Dinge belasten unsere Beziehung und ich weiss nicht, ob es schlauer ist, das jetzt zu beenden um die Chance zu haben, mit jemand anderem eine Beziehung aufzubauen und eine Familie zu gründen.
Wobei, ob das dann so klappt, wie ich es mir vorstelle, ist fraglich. Und ob ein anderer Mann treu ist, ebenfalls, daran glaube ich sowieso nicht mehr.

Also schlussendlich tausche ich das eine Risiko (ist er rechtzeitig bereit für Kinder?) gegen ein anderes (finde ich jemand passendes?).

Für mich ist das eine grosse Unsicherheit und eine schwierige Entscheidung. Mein Kopf tendiert eher zum Schluss machen, mein Herz sperrt sich natürlich völlig dagegen.

Was meint ihr dazu?

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23. November 2015 um 18:18

Hallo no0815girl,
deine Beziehung kannst du dir gerne weiterhin schön reden, bloß besser wird die Situation deshalb halt nicht werden. Was haben wir denn?

Wir haben erstens einen zeugungsunwilligen Kerl, der dich schon mal betrogen hat und nicht sicher ist, ob er in 2 oder 3 Jahren vielleicht, eventuell oder auch nicht zeugungsbereit sein wird.

Wir haben zweitens eine entschlusslose Frau, die sich zwar verbiegen würde bis zum geht nicht mehr für ihr Schatzi, aber eigentlich gar keine Lust darauf hat. Viel besser für ihr Seelenheil wäre es nämlich, wenn sie endlich einen dicken Bauch bekäme, frau wird schließlich nicht jünger.

Mit anderen Worten: ihr führt eine Beziehung, in der absolut wesentliche Eckpunkte zwischen euch dauerhaft nicht besprochen werden und die fällige Klärung der Situation durch Mutmaßungen ersetzt wird.

Ach ja, bitte merke dir folgendes: KINDER KOMMEN IMMER IM UNPASSENDEN MOMENT. Das hat die Natur so eingerichtet. Quasi eine Art von Selbstverteidigung gegen die Kohorten von modernen Frauen, die glauben, man könne die Kinderlein nach Filofax / Terminplan bestellen. Also red Klartext mit ihm oder schieß ihn ab - alles andere ist nur Zeitverschwendung!

Freundliche Grüße,
Christoph

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24. November 2015 um 9:39

Danke für eure Inputs
Wahrscheinlich hätte mir klar sein müssen, wie das Ganze bei objektiver Betrachtung aussieht. Denn erstaunlicherweise erzählt mir mein Umfeld, welches uns beide kennt, genau das Gegenteil. Jeder war regelrecht geschockt über seinen Fehltritt, weil ihn niemand so eingeschätzt hätte. Eine Freundin meinte sogar, sie hätte das noch eher mir als ihm zugetraut.
Natürlich hätte es jeder verstanden, wenn ich die Beziehung beendet hätte. Aber alle waren eher der Meinung, ich sollte versuchen, ihm zu verzeihen, denn das was wir haben, nach dem suchen andere ein Leben lang. Und so ist es auch wirklich. Bis halt auf die angesprochenen Punkte.
Und deswegen fällt es mir auch so schwer, ihn einfach gehen zu lassen. Andere finden das nie, was wir haben, und ich soll es einfach wegschmeissen?

Ich weiss, dass ich problemlos jemand anderen finden könnte, ich hatte nie Mühe, Partner zu finden. Ich bin vielleicht nicht eine Model-Schönheit, aber durchaus attraktiv und anscheinend typisches Freundinnen Material.
Aber ich denke nicht, dass mich nochmals ein Mann so überzeugen könnte. Ich will ja auch nicht nur einen Mann, damit ich Kinder haben kann. Sondern ich will einen starken, fürsorglichen Partner. Kein Kind, kein Macho, einfach einen erwachsenen Mann, der selbstsicher genug ist, um auch Gefühle zu zeigen. Mit dem man vernünftig reden kann. Der weder pingelig, noch chaotisch ist.

Ich meine, ich hatte einige Beziehungen und kenne viele Männer, aber keiner bringt nur im Ansatz die Kombination von Eigenschaften mit, welche ich an meinem Freund habe.

Ich bin zudem der Meinung, dass man eine Beziehung nicht einfach wegschmeissen sollte, sondern zuerst nach Lösungen suchen. Und es ist nicht so, als wäre mein Freund verstockt. Er redet ja offen mit mir darüber, wie es ihm geht. Klar hat er Fehler gemacht, aber wer macht nie Fehler? Und er sagt ja auch, er will treu sein, aber er traut sich in dieser Hinsicht einfach selbst nicht. Er nimmt das nicht als Freipass, sondern ist sich durchaus bewusst, dass es dann mit uns vorbei ist. Und er erwägt sogar selbst, die Beziehung zu beenden, weil er sein Verhalten egoistisch mir gegenüber findet.

Ich glaube halt irgendwie auch, dass wir unterschiedliche Einstellungen haben. Ich finde, man ist nie wirklich bereit für Kinder, aber man kann sich trotzdem dafür entscheiden. Er findet, dass es nicht gut gehen kann, wenn er noch nicht dafür bereit ist. Auch das Argument, dass es mit dieser Begründung dann kaum mehr Kinder geben würde, zählt für ihn nicht, weil es für ihn stimmen muss. Ich kann und will ihn ja auch nicht zum Vater werden zwingen.

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24. November 2015 um 10:02
In Antwort auf no0815girl

Danke für eure Inputs
Wahrscheinlich hätte mir klar sein müssen, wie das Ganze bei objektiver Betrachtung aussieht. Denn erstaunlicherweise erzählt mir mein Umfeld, welches uns beide kennt, genau das Gegenteil. Jeder war regelrecht geschockt über seinen Fehltritt, weil ihn niemand so eingeschätzt hätte. Eine Freundin meinte sogar, sie hätte das noch eher mir als ihm zugetraut.
Natürlich hätte es jeder verstanden, wenn ich die Beziehung beendet hätte. Aber alle waren eher der Meinung, ich sollte versuchen, ihm zu verzeihen, denn das was wir haben, nach dem suchen andere ein Leben lang. Und so ist es auch wirklich. Bis halt auf die angesprochenen Punkte.
Und deswegen fällt es mir auch so schwer, ihn einfach gehen zu lassen. Andere finden das nie, was wir haben, und ich soll es einfach wegschmeissen?

Ich weiss, dass ich problemlos jemand anderen finden könnte, ich hatte nie Mühe, Partner zu finden. Ich bin vielleicht nicht eine Model-Schönheit, aber durchaus attraktiv und anscheinend typisches Freundinnen Material.
Aber ich denke nicht, dass mich nochmals ein Mann so überzeugen könnte. Ich will ja auch nicht nur einen Mann, damit ich Kinder haben kann. Sondern ich will einen starken, fürsorglichen Partner. Kein Kind, kein Macho, einfach einen erwachsenen Mann, der selbstsicher genug ist, um auch Gefühle zu zeigen. Mit dem man vernünftig reden kann. Der weder pingelig, noch chaotisch ist.

Ich meine, ich hatte einige Beziehungen und kenne viele Männer, aber keiner bringt nur im Ansatz die Kombination von Eigenschaften mit, welche ich an meinem Freund habe.

Ich bin zudem der Meinung, dass man eine Beziehung nicht einfach wegschmeissen sollte, sondern zuerst nach Lösungen suchen. Und es ist nicht so, als wäre mein Freund verstockt. Er redet ja offen mit mir darüber, wie es ihm geht. Klar hat er Fehler gemacht, aber wer macht nie Fehler? Und er sagt ja auch, er will treu sein, aber er traut sich in dieser Hinsicht einfach selbst nicht. Er nimmt das nicht als Freipass, sondern ist sich durchaus bewusst, dass es dann mit uns vorbei ist. Und er erwägt sogar selbst, die Beziehung zu beenden, weil er sein Verhalten egoistisch mir gegenüber findet.

Ich glaube halt irgendwie auch, dass wir unterschiedliche Einstellungen haben. Ich finde, man ist nie wirklich bereit für Kinder, aber man kann sich trotzdem dafür entscheiden. Er findet, dass es nicht gut gehen kann, wenn er noch nicht dafür bereit ist. Auch das Argument, dass es mit dieser Begründung dann kaum mehr Kinder geben würde, zählt für ihn nicht, weil es für ihn stimmen muss. Ich kann und will ihn ja auch nicht zum Vater werden zwingen.

Und weil das so ist,
wird es langsam aber sicher Zeit für dich, die Dinge einer Klärung zuzuführen. Du sollst deine Beziehung auch nicht wegschmeißen, sondern einen Entscheidungsprozess durchführen. Und wenn dieser Entscheidungsprozess negativ ausfällt, eben die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Freundliche Grüße,
Christoph

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24. November 2015 um 11:32

So ist es ganz und gar nicht
Nein, er sagt nicht, dass er vorhat, mit anderen zu schlafen. Im Gegenteil. Er sagt, er will treu sein, weil er auch eine Partnerschaft will. Er sagt nur, er weiss nicht, ob er es kann. Aber er sucht sicher nicht aktiv danach und versucht auch, entsprechende Situationen zu vermeiden, in denen er schwach werden könnte. Also er gibt sich diesbezüglich wirklich Mühe.

Er ist auch bereit, auf Bedingungen einzugehen. Trotzdem kann ich ihn ja nicht einsperren. Es muss doch möglich sein, dazu einen Kompromiss zu finden?

Hilfreich für mich wären deswegen Inputs dazu, wie wir eine solche Situation vermeiden können.

Oder wie war es bei euch mit dem Kinder bekommen? Dachtet ihr auch schonmal, ihr seid dafür bereit, und als es dann langsam ernst wurde, kamen Bedenken? Wie seid ihr damit umgegangen? Oder waren eure Kinder sowieso ungeplant?

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24. November 2015 um 11:49
In Antwort auf py158

Und weil das so ist,
wird es langsam aber sicher Zeit für dich, die Dinge einer Klärung zuzuführen. Du sollst deine Beziehung auch nicht wegschmeißen, sondern einen Entscheidungsprozess durchführen. Und wenn dieser Entscheidungsprozess negativ ausfällt, eben die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Freundliche Grüße,
Christoph

Genau
Genau darum geht es. Wir sind momentan in einem solchen Entscheidungsprozess. Und wir werden wahrscheinlich noch einige Gespräche führen. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen und genau deswegen suche ich hier Inputs.
Ich schliesse eine Trennung nicht unbedingt aus. Aber ich will auch nicht einfach eine Entscheidung übers Knie brechen.

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13. Januar 2016 um 17:15

Update
Wir haben noch ein paar Mal geredet und es kam wirklich fast zur Trennung.

Er hat mir dann gestanden, dass ihm etwas in der Beziehung fehlt, dass er sich nicht mehr so zu mir hingezogen fühlt. Also nicht gar nicht, aber halt einfach weniger - und für ihn ist das zu wenig.
Deswegen denkt er auch, dass er vielleicht bei einer anderen schwach werden könnte.
Und deswegen will er auch keine Kinder. Er hat jedoch klar gesagt, dass wenn die Anziehung stimmen würde, dann wäre er auch in absehbarer Zeit (2-4 Jahre) bereit für Kinder.

Mein Vorschlag war jetzt eine Sexualtherapie. Ich denke, er definiert Anziehung unbewusst sehr übers körperliche. Es gibt aber noch andere Formen der Anziehung, ich bin da nämlich ganz anders und empfinde jeden Körper als schön, wenn mir diese Person sympatisch ist. Und wenn ich jemanden liebe, dann ist das für mich die schönste und deswegen auch anziehendste Person auf der Welt.

Ich glaube, wenn er Anziehung auch auf anderen Ebenen selbst kennenlernt, können wir das hinkriegen. Zumindest ist es ein Versuch wert.

Falls sich jedoch innerhalb ein paar Monaten nichts verändert, bzw. keine Fortschritte erkennbar sind, werde ich mich trennen.

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