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Schwanger und mein Freund wohnt hunderte Km weit weg ---was soll ich tun?

8. September 2007 um 9:36

Hallo.
Seit 1 Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen. Er lebt in Nürnberg und ich in Wien. Wir haben eine Fernbeziehung geführt bis ich meinen Job in Österreich verloren habe und mir überlegt hab zu ihm nach Deutschland zu ziehen, zumindest probeweise oder vorübergehend, denn er ist auch Wiener und hält sich aus beruflichen Gründen in Nürnberg auf weil sein Bruder dort eine Firma leitet in der er angestellt ist. Von Anfang an war ich skeptisch was die Entfernung betrifft, aber er hat mir immer versichert, dass er Wien liebt und wieder zurückkommen wird früher oder später.
Vor 3 Monaten hab ich erfahren, dass ich schwanger bin...wir kriegen ein Kind. Seine Freude hat sich zuerst in Grenzen gehalten, was schon schlimm genug für mich war. Nach und nach hat er sich an den Gedanke gewöhnt (ich muss dazu sagen, dass er bisher nicht so die großen Erfahrungen mit Frauen und Beziehungen gemacht hat obwohl er schon 33 ist)
Ich weiß nicht ob es naiv oder egoistisch von mir ist, aber ich war der festen Überzeugung, dass unser gemeinsames Kind Grund genug für ihn sein würde wieder zurück nach Wien zu kommen. Die SChwangerschaft hat alles verändert. Kann nun nicht mehr auf gut Glück nach Nürnberg gehen...Die Verantwortung ist zu groß, aber auch meine Angst. Ich kann nicht ein paar Monate mit meinem Kind dort leben und es dann wieder rausreißen. Ich habe auch Angst, geb ich zu. Angst vor einer fremden Stadt, Angst meine Wurzeln zu verlieren... Ich hab das Gefühl ich brauch meine Familie um mich herum und ich denke, dass es auch für ein Kind wichtig ist im Kreis der Familie aufzuwachsen. (sowohl meine als auch seine Familie lebt ja in Wien). Für meinen Freund wäre es "heimkommen" aber für mich würde es bedeuten 29 Jahre meines Lebens hinter mir zu lassen und mit meinem Baby in eine Stadt zu ziehen die mir völlig fremd ist und in der ich außer meinen Freund u seinen Bruder niemanden kenne. hunderte km entfernt von allem Vertrauten, von den Freunden und meiner Familie.
Wir finden keine Lösung...Er sagt, er könne und wolle nicht nach Wien zurückkommen...nichtmal für mich und sein Kind. Er sagt er hätte mir das nie versprochen, was aber nicht stimmt. Mittlerweile ist meine Enttäuschung über das andauernde allein sein und die Aussicht darauf eine alleinerziehende Mutter zu werden so groß, dass ich nichts mehr positives an unserer Beziehung finden kann, auch wenn er mir immer wieder versichert wie sehr er mich liebt und wie sehr er sich auf unser Kind freut...aber worauf freut er sich denn wenn er sich ohne weiters vorstellen kann sein Kind nur 2 Tage am Wochenende zu sehen nur weil er in der Firma seines Bruders soviele Vorteile genießt, dass er sich nicht vorstellen kann "normal" arbeiten zu gehen...
Was soll ich denn nur tun?
Alex

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8. September 2007 um 9:41

Puh
Das ist wirklich eine schwierige Situation, denn ich kann dich sehr gut verstehen. Du willst, dass dein Kind behütet aufwächst mitsamt deiner Familie. Andererseits kann ich auch deinen Freund verstehen. Immerhin hat er dort den tollen Job und verdient bestimmt auch sehr gut.

Aber ich habe fast das Gefühl, dass der Job ihm wichtiger ist als du. Möglich ist auch, dass er Angst vor der Verantwortung hat. Ein Kind, auf das er sich wie du schreibst wohl nicht so ganz freut und dann soll er auch noch seinen Job aufgeben?

Ich würde versuchen mit ihm nochmal in Ruhe zu reden. Ihn fragen warum er nicht für dich und das Kind in Wien dasein will und mach ihm auch deine Ängste vor der neuen Stadt klar und das du wegen der Familie hier bleiben willst. Wenn er das nicht versteht, wirds schwierig

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8. September 2007 um 9:57

?
Nein, ich habe wieder einen Job und er ist ja Wiener. Wenn er nicht von Anfang an versprochen hätte, dass er für mich nach Wien zurück kommt (von wo es ihm auch möglich wäre zu arbeiten)hätt ich mich auf eine derartige Beziehung nicht eingelassen

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8. September 2007 um 10:29

Hallo Alex

Ich würde an Deiner Stelle konsequent sein und NICHT zu ihm kommen - nicht unter den Umständen. Ich selbst habe noch kein Kind, aber ich weiß von einigen Freundinnen, was es am Anfang für ein Stress ist, wenn das Baby gerade auf die Welt gekommen ist. Alle meine Freundinnen waren durchweg froh, dass sie ihre Familien und Freunde um sich hatten, die sie mit Rat und Tat unterstützt haben.

Auch ich hätte keine Lust, Tag für Tag allein mit dem Kind zu Hause rumzuhängen, ohne Freunde und Familie, an die ich mich wenden kann, während mein Partner wie gehabt arbeiten geht und sich für ihn so gut wie nichts ändert, für mich aber alles.

Stell Deinen Freund vor vollendete Tatsachen. Du bleibst in Wien und fertig. Wenn es ihm wichtiger ist, eine bequeme Arbeit zu haben, anstatt sich um seine Familie zu kümmern, dann hat er Dich und das Baby auch nicht verdient, dann weiß er das alles nicht zu schätzen. Und es geht ja auhc nicht darum, dass Du ihm seinen Job nicht gönnst, denke ich. Es geht darum, dass ihm klar wird, was ihm mehr wert ist. Wenn er arbeiten geht, während Du zu Hause bist und Dich um das Baby kümmerst, übernimmst Du ja schließlich auch seinen Teil der Arbeit mit dem Kind, das Baby hast ja schließlich nicht Du allein gemacht! Allein deshalb hast Du das Recht, bei den Rahmenbedingungen mitzureden und Ansprüche zu stellen, die er auch zu erfüllen hat. Lass nicht zu, dass er so tut, als sei es nur Dein Kind! Ihr könnt später, wenn das Kind größer ist, immer noch zusammen nach Nürnberg ziehen. Und wenn das die Firma seines Bruder ist, wird der ihn mit Sicherheit auch später wieder einstellen.

Könnte es sein, dass Deinem Freund noch nicht so richtig bewusst geworden ist, um was es eigentlich wirklich bei der Sache geht? Vermutlich denkt er sich, er wird Dich schon noch "rumkriegen" und Du kommst zu ihm. Vielleicht hat er noch nicht darüber nachgedacht, was für eine Belastung es für Dich wäre, ein Kind in einem fremden Land zu bekommen. Vielleicht braucht er noch ein wenig "Nachhilfe" in dieser Hinsicht? "Leih" Dir doch mal von Bekannten/ Freunden für einen Abend ein Kind zum Babysitten aus, damit ihm mal so ansatzweise vor Augen geführt wird, wie stressig das sein kann.

Schätze, er denkt im Moment noch, er könnte noch mit Dir verhandeln, weil Du Dich ja immer noch irgendwie gesprächsbereit zeigst. Deshalb sag ihm deutlich, dass Du, so lange das Baby noch klein ist, nicht kommst. Dass Du erwartest - mit Recht, wenn er Dich tatsächlich liebt - dass er zu Dir kommt und für die Familie da ist. Du und das Baby haben jetzt an erster Stelle zu stehen! Lass Dir nicht einreden, alles andere sei wichtiger! Wenn er nicht zur Vernunft kommt und darauf besteht, in Nürnberg zu bleiben, dann mach Schluss. Das ist dann ein Zeichen dafür, dass er sich nie ändern wird, dass in eurer Beziehung auch später seine Belange immer an erster Stelle stehen und er unfähig zu Kompromissen ist.

Habe schon oft erlebt, dass ein klares, ruhig ausgesprochenes aber konsequentes Wort letztenendes Wunder wirkt, das trifft nicht nur auf den Umgang mit Männern zu, sondern allgemein.

Kopf hoch und liebe Grüße

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11. September 2007 um 13:02

???
...

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11. September 2007 um 13:19

Natürlich ist
es für dich eine doofe situation, dass du ohne ihn leben musst.
aber seh es mal von der seite, dass viele paare mit kindern eine fernbeziehung führen, was auch klappt. ihr müsst euch dann vorher organisieren, wie das leben am wochenende aussehen soll.
und er hat auf jeden fall sicheres einkommen bei seinem bruder, was das a und o ist, wenn man ein kind hat.
versucht es doch mal, wenn es nicht klappt auf die entfernung mit kind, dann könnt ihr euch ja mal wieder zusammensetzen und reden.

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11. September 2007 um 14:37

Hmmm...
Also, ich persönlich würde in dieser Situation nach Nürnberg gehen. Mir wäre der Vater meines Kindes wichtiger als die Heimatstadt.

Ich selbst habe meine ursprüngliche Fernbeziehung beendet, in dem ich in die Stadt meines Freundes gezogen bin. Aber ich weiß auch, dass viele andere sehr an der Heimatstadt hängen und dies nicht machen würden.

Mit Kind ist die Situation allerdings noch ein wenig anders. Da muss man sich natürlich fragen, ob es wichtiger ist, dass Kind großzuziehen mit der Unterstützung von den eigenen Eltern und Freunden oder mit dem Vater des Kindes. Beim ersten Kind kann ich durchaus verstehen, dass man vorallem in der ersten Zeit gerne Freunde um sich hat, die einen unterstützen können. Aber ich persönlich finde es auch sehr wichtig, dass der Vater von Anfang an dabei ist.

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12. September 2007 um 4:09

Selbst fernbeziehungserprobt, würde ich sagen...
Ein interessante Diskussion mit einer wirklichen Problemstellung, die etwas Nachdenken verdient.

An deiner Stelle würde ich auf keinen Fall das Kind in einer fremden Stadt ohne deine gewohnte Umgebung/Familie/Freunde zur Welt bringen. So, wie du deine Gefühle schilderst, wäre das Risiko zu hoch, dass du den Wechsel bereust, unglücklich bist und dich mit dem Vater des Kindes irgendwann überwirfst. Das nutzt keinem von euch dreien...
Du musst versuchen, alle Interessen so unter einen Hut zu bekommen, dass jeder eine gewisse Zufriedenheit geniessen kann und mit nur wenig Frust zurechtkommen muss : du selbst, weil du in deiner "schützenden" Umgebung bleiben kannst, der Vater, der jung ist und dem verständlicherweise viel an seiner gutbezahlten Tätigkeit in Nürnberg liegt, und letztlich dein Kind, das langfristig von der Zufriedenheit aller selbst profitieren wird.
Wo bleibt da die Partnerschaft, wirst du mich fragen ? Ihr müsst da auf der Grundlage des Getrenntlebens eben zunächst mal einen modus vivendi finden und die Zeit ein wenig arbeiten lassen. Vielleicht entdeckt ja der werdende Vater doch noch eine gewisse Begeisterung, wenn er seinen Spross in den Armen hält, oder vielleicht auch erst, wenn ihm das Kind mit drei oder vier Jahren anfängt, ein Loch in den Bauch zu fragen - you never know.
Ich hielte es jedenfalls für gefährlich, das Glück mit einem Zusammenzug erzwingen zu wollen, in dem keiner, zumindest derzeit, optimale Konditionen vorfindet.
Be cool - time will tell you.
Und ich drück dir verdammt die Daumen
Tomcat

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12. September 2007 um 9:21

Eine schwierige,
aber nicht ausweglose Situation. Ich lebe übrigens auch in einer Fernbeziehung und das wird sich auch die nächsten 10 Jahre nicht ändern.

Also als erstes solltest du vielleicht mal aufhören, ihn darauf festzunageln, dass er mal versprach zurück zukommen. Auch wenn du verständlicher Weise enttäuscht bist, aber Meinungen und Umstände können sich ändern. Wenn du an deiner starren Meinung festhältst, werdet ihr keine Lösung finden.

Ich sehe es auch so, dass deine Ängste viel zu groß sind umzuziehen in deiner Situation. Ich denke, wie dir auch schon geraten wurde, versuche doch jetzt vielleicht nicht so schnell eine endgültige Entscheidung zu finden. Und vorallem sehe nicht alles nur negativ, auch wenn es sehr schwer ist. Er ist der Vater deines Kindes und wenn du offen bist, werden sich Lösungen finden. Warte mal ab, wenn das Baby erstmal da ist, dann wird sich noch mal einiges bewegen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Hoffnung und versuche deine Schwangerschaft auch ein bißchen zu genießen. Bald wird sich das Kleine bewegen und du es spüren, vielleicht fühlst du dich dann weniger allein und auch er noch mehr realisiert, was da eigentlich in deinem Bauch "passiert".

liebe Grüße

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