Home / Forum / Liebe & Beziehung / Schuldgefühle wegen dem, was während unserer Trennung passiert ist

Schuldgefühle wegen dem, was während unserer Trennung passiert ist

31. Mai um 17:51 Letzte Antwort: 1. Juni um 12:14

Hallo ihr Lieben,


Lange Geschichte, deshalb versuche ich es kurz zu machen.
8 Jahre Beziehung mit Höhen und Tiefen.

Die vielen Streits, seine cholerische Art, schwierige emotionale Phasen meinerseits und ein "Gegeneinander statt Miteinander" haben die Beziehung irgendwann kaputt gemacht.

Irgendwann waren die Verletzungen die in den Streits entstanden sind für mich zu groß um weitermachen zu können. Die Beziehung gab mir nichts mehr, in so vielerlei Hinsicht.

Habe mich getrennt, schweren Herzens, die Liebe war nie ganz weg.
Für ihn ist eine Welt zusammen gebrochen, er hat es nicht verstanden was passiert war, obwohl ich vorher SO OFT das Gespräch gesucht hatte. Die Einsicht kam zu spät.

In der Trennungsphase hatte ich etwas mit 2 Männern, mit 1 einen ONS, mit einem eine "Art" Beziehung. Würde das im Nachhinein aber als ziemlich dumm bezeichnen, habe mich einfach nur in die Arme von jemandem geflüchtet um die Wertschätzung zu fühlen, die mir so lange gefehlt hatte.

Man kann sich denken wie es ausging, die ersten Wochen waren schön, danach ging es steil bergab, er passte null zu mir, investierte viel zu viel und vergötterte mich, was mich absolut abturnte. Ich ekele mich bis heute vor ihm (schwer vorstellbar, evtl. liegt das Problem hier auch in meiner fehlenden Selbstliebe- ich habe wirklich versucht der Sache eine Chance zu geben aber UNMÖGLICH). Schon beim Gedanken an ihn wird mir jetzt schlecht. Hab es nach ein Paar Monaten "Beziehung"-falls man es so nenen kann, beendet.

Schlussendlich ist mir während der Trennung aber auch einiges klar geworden (ich habe wieder eine Chance gesehen in der Beziehung und die Trennung bereut- will euch die Details ersparen aber ich habe wirklich sehr lange nachgedacht an was es lag): Und ich habe den Kontakt zu meinem Ex erneut gesucht.

Es viel ihm unfassbar schwer sich erneut auf mich einzulassen (verständlich) aber letztendlich konnte er es.

Ich habe ihm deshalb nie von den Erlebnissen während der Trennung erzählen können. Ich wusste, er würde mir nicht glauben dass das alles erst nach der Trennung passiert ist und nichts mit ihm zu tun hatte. (Und er hätte mir bestimmt nicht die Chance gegeben zu beweisen, dass ich es wirklich ernst meine, es wäre immer dieses "es hat halt mit dem anderen nicht geklappt deshalb kommst du jetzt wieder" Gefühl dabei gewesen. Die Wahrheit ist jedoch, das das NICHT stimmt. Hatte wirklich nichts mit dem anderen zu tun. Der war eher Ablenkung. (Habe mich btw. mit ihm ausgesprochen und mich entschuldigt...)

Wir sind seit ca. nem Jahr wieder zusammen und glücklicher denn je. Ich könnte wirklich weinen vor Freude- aber ich bereue UNFASSBAR was passiert ist und dass ich es ihm nicht erzählen konnte. Die Angst davor, dass es mich dann verlässt die zerfrisst mich jeden Tag, ich glaube ich würde vorher sterben als das zuzugeben. Die Scham ist einfach zu groß, auch wegen der Art WIE es ablief, und wie abstoßend der Andere für mich im Nachhinein ist.
Wie konnte ich das damals nicht sehen? Ich verstehe mich selber nicht, wie kann man sich DERART in sich selber täuschen?

Er weiss, dass ich was mit Einem anderen hatte. Er selber hat sich auch ausgelebt in der Zeit (ich wollte keine Details und nehme ihm es natürlich auch nicht übel- aber es waren eher Affairen und keine Beziehung). Die Trennung dauerte so ca. 1 Jahr.


Ich weiss jetzt wirklich nicht was ich machen soll. Bin ich ihm Rechenschaft schuldig? Mache ich damit alles wieder kaputt? (Rational betrachtet sollte er das natrülich verstehen, aber seien wir ehrlich, wenn man verlassen wurde und heftige Probleme damit hat das zu verarbeiten/zu verzeihen, kann man sowas dann überhaupt "rational" betrachten?

Ich fühle mich wirklich mies, teilweise auch etwas hilflos inzwischen. Ich hab das vor allem anfangs so oft abgestritten, dass es jetzt zu beichten eig keine Option darstellt. 

Freue mich über Antworten, 
vielleicht hat jemand ja schoneinmal was ähnliches durch.

Liebe Grüße

 

Mehr lesen

31. Mai um 19:40

Verstehe ich Dich richtig? Was Du in der Trennungsphase getrieben hast ist verwerflicher, weil Du nicht nur Affären hattest sondern sogar eine Beziehung? Seine Affären und ONS oder was auch immer sind ok, Deine Beziehung mit dem Mann, vor dem Du Ekel-Herpes bekommst hingegen sind Sünde? Richtig so?

Klar, sehe ich genauso. Wenn man sich trennt, dann darf man keine neue Beziehung anfangen. Wäre ja ziemlich egoistisch. Ficken hingegen ohne Beziehung ist ok.

Merkst Du eigentlich wie dämlich das ist? Meinst Du, Dein jetztiger Freund hätte Dich noch mit dem Arsch angeschaut, wenn aus einer seiner Affären Liebe erwachsen wäre?

Ein weiterer Denkfehler: Die Wahrheit ist, dass Du selbstverständlich noch mit dem Ekel-Ex zusammenwärst, wenn es gepasst hätte. Klar, was denn sonst? Glaubst Du, Du hättest Dich von ihm getrennt, wenn Du Dich in ihn verliebt hättest?

Schön auch, dass Du Deinem Freund ein Alibi gibst ("aber seien wir ehrlich, wenn man verlassen wurde und heftige Probleme damit hat das zu verarbeiten/zu verzeihen, kann man sowas dann überhaupt "rational" betrachten" und somit implizit die ganze "Schuld" auf Dich nimmst. Hey, eure Partnerschaft war scheiße und Du hattest gute Gründe Dich zu trennen. Du bist weder die Gute noch die Böse, ihr tragt beide die Verantwortung für das Scheitern. Es ist nie so, dass nur der derjenige die Verantwortung trägt, von dem die Trennung ausgeht. Im Gegenteil. Wenn Dein Freund trotz dieser unglaublichen Verletzung, die Milliarden von Menschen ebenfalls hinter sich haben, nicht in der Lage ist, differenziert und fair damit umzugehen, dann sollte Dich das sehr bedenklich stimmen. Damit meine ich nicht, dass es einen nicht schmerzen darf, wenn man verlassen wird, aber ein wenig Selbstreflexion wäre schon angemessen.

Und genau deshalb würde ich es Deinem Freund sagen, einfach weil es Dich belastet. Würde es Dich nicht belasten, dann wäre das nochmal etwas anderes. Ich bin zwar ein großer Anhänger davon, zu seinen Taten und Handlungen zu stehen, aber ihr beide lebt das ja offenbar ein wenig anders aus. Da es Dich jedoch belastet, solltest Du es kommunizieren. Wenn eure Beziehung daran zerbricht, taugt sie sowieso nichts. Nochmal: Du hast nichts Verwerfliches getan!

 

2 LikesGefällt mir
1. Juni um 0:18
In Antwort auf wankendespony

Verstehe ich Dich richtig? Was Du in der Trennungsphase getrieben hast ist verwerflicher, weil Du nicht nur Affären hattest sondern sogar eine Beziehung? Seine Affären und ONS oder was auch immer sind ok, Deine Beziehung mit dem Mann, vor dem Du Ekel-Herpes bekommst hingegen sind Sünde? Richtig so?

Klar, sehe ich genauso. Wenn man sich trennt, dann darf man keine neue Beziehung anfangen. Wäre ja ziemlich egoistisch. Ficken hingegen ohne Beziehung ist ok.

Merkst Du eigentlich wie dämlich das ist? Meinst Du, Dein jetztiger Freund hätte Dich noch mit dem Arsch angeschaut, wenn aus einer seiner Affären Liebe erwachsen wäre?

Ein weiterer Denkfehler: Die Wahrheit ist, dass Du selbstverständlich noch mit dem Ekel-Ex zusammenwärst, wenn es gepasst hätte. Klar, was denn sonst? Glaubst Du, Du hättest Dich von ihm getrennt, wenn Du Dich in ihn verliebt hättest?

Schön auch, dass Du Deinem Freund ein Alibi gibst ("aber seien wir ehrlich, wenn man verlassen wurde und heftige Probleme damit hat das zu verarbeiten/zu verzeihen, kann man sowas dann überhaupt "rational" betrachten" und somit implizit die ganze "Schuld" auf Dich nimmst. Hey, eure Partnerschaft war scheiße und Du hattest gute Gründe Dich zu trennen. Du bist weder die Gute noch die Böse, ihr tragt beide die Verantwortung für das Scheitern. Es ist nie so, dass nur der derjenige die Verantwortung trägt, von dem die Trennung ausgeht. Im Gegenteil. Wenn Dein Freund trotz dieser unglaublichen Verletzung, die Milliarden von Menschen ebenfalls hinter sich haben, nicht in der Lage ist, differenziert und fair damit umzugehen, dann sollte Dich das sehr bedenklich stimmen. Damit meine ich nicht, dass es einen nicht schmerzen darf, wenn man verlassen wird, aber ein wenig Selbstreflexion wäre schon angemessen.

Und genau deshalb würde ich es Deinem Freund sagen, einfach weil es Dich belastet. Würde es Dich nicht belasten, dann wäre das nochmal etwas anderes. Ich bin zwar ein großer Anhänger davon, zu seinen Taten und Handlungen zu stehen, aber ihr beide lebt das ja offenbar ein wenig anders aus. Da es Dich jedoch belastet, solltest Du es kommunizieren. Wenn eure Beziehung daran zerbricht, taugt sie sowieso nichts. Nochmal: Du hast nichts Verwerfliches getan!

 

Danke für deine ausführliche Antwort, ich hatte auch schon den Gedanken dass ich hier mit unterschiedlichem Maße messe, ich habe tatsächlich starke Schuldgefühle, weiß auch nicht genau woher die kommen. Ich glaube ich hab das nie wirklich verarbeitet wie sehr ich ihm mit der Trennung weh getan habe. Ich habe das alles erst im Nachhinein begriffen, als ich es beendet hatte da war das Wort Trennung zwischen uns so oft gefallen, dass ich nicht damit gerechnet habe dass es ihn noch so umhaut wenn dann wirklich Schluss ist. Wie schlecht es ihm ging habe ich dann erst später erfahren. 

Einerseits das, andererseits natürlich auch die Tatsache dass ich nicht ehrlich zu ihm war, machen mich fertig.

Ich habe jedoch bei ihm nie wirklich detailliert nachgefragt was genau mit wem passiert ist, ich denke er brauchte das um mit dem Schmerz fertig zu werden, sich Abzulenken, ja so wie ich vielleicht auch. Ich hoffe darauf, dass er Verständnis aufbringen kann dafür, dass ich es ihm nicht schwer machen wollte und es deshalb nicht erzählt habe. Ich wollte nicht dass er sich Sorgen macht, dass das Ganze sich nach mehr anhört, als es für mich war. 

Ich bin auch ein Fan von Ehrlichkeit normalerweise, weswegen es mich vermutlich jetzt so belastet. 

Du hast aber Recht, wir beide hätten mit jemand anderem glücklich werden können in der Zeit.

 Und auch im Punkt Ehrlichkeit gebe ich dir Recht, wenn die Beziehung das nicht aushält, was passiert ist als wir nicht zusammen waren, dann ist sie vielleicht nicht die richtige.

tausen dank für die offenen Worte, ich Steck da so tief drin, seh den Wald vor lauter Bäumen manchmal nicht mehr. ( es ist einfach auch so emotional, ich krieg es nicht hin ohne Schmerz an die ganze Trennung zurück zu denken, da blockiert gleich alles)

liebe Grüße

Gefällt mir
1. Juni um 1:25

Du schreibst, dass du durch eure Trennung viel gelernt hast - und zu eurer Trennung gehört eben auch deine Erfahrung mit anderen Männern. Letztendlich hat dich genau diese Erfahrung zu deinem Freund zurückgebracht. Vielleicht wäre es dazu gar nicht gekommen, wenn nicht alles so passiert wäre, wie es passiert ist. Vielleicht wäre dein "Lerneffekt" erst viel später oder sogar gar nicht eingetreten.

Es tut meiner Meinung nach also keine Not, es deinem Freund zu erzählen.
Ihr seid seit einem Jahr wieder glücklich. Das würde ich jetzt nicht kaputt machen durch Dinge, die schon so lange her sind und noch dazu in einer Zeit passiert sind, in der euer Verhältnis zueinander ein ganz anderes - und viel wichtiger - ein deutlich schlechteres war: Damals warst du durch eure negative Vorgeschichte im Stande, etwas zu tun, was dir jetzt wo ihr glücklich seid als etwas Ekelhaftes erscheint.
Ihr habt nach einer Pause neu angefangen. Ihr habt euch entschieden, euch eure gegenseitig gemachten Fehler zu vergeben.
Also sei fair zu dir selbst und vergib dir auch deine eigenen. 

Zudem hat er sich selbst ja auch ausgelebt, und ob sowas 3 Monate oder 3 Tage nach der Trennung passiert, ist völlig egal.
Jeder geht mit einer Trennung anders um. Dein Freund hat eben zuerst gelitten und sich als zweites abgelenkt, bei dir war es andersrum. Nichts von beidem ist besser oder schlechter.

3 LikesGefällt mir
1. Juni um 1:32
In Antwort auf hilfekartoffel

Du schreibst, dass du durch eure Trennung viel gelernt hast - und zu eurer Trennung gehört eben auch deine Erfahrung mit anderen Männern. Letztendlich hat dich genau diese Erfahrung zu deinem Freund zurückgebracht. Vielleicht wäre es dazu gar nicht gekommen, wenn nicht alles so passiert wäre, wie es passiert ist. Vielleicht wäre dein "Lerneffekt" erst viel später oder sogar gar nicht eingetreten.

Es tut meiner Meinung nach also keine Not, es deinem Freund zu erzählen.
Ihr seid seit einem Jahr wieder glücklich. Das würde ich jetzt nicht kaputt machen durch Dinge, die schon so lange her sind und noch dazu in einer Zeit passiert sind, in der euer Verhältnis zueinander ein ganz anderes - und viel wichtiger - ein deutlich schlechteres war: Damals warst du durch eure negative Vorgeschichte im Stande, etwas zu tun, was dir jetzt wo ihr glücklich seid als etwas Ekelhaftes erscheint.
Ihr habt nach einer Pause neu angefangen. Ihr habt euch entschieden, euch eure gegenseitig gemachten Fehler zu vergeben.
Also sei fair zu dir selbst und vergib dir auch deine eigenen. 

Zudem hat er sich selbst ja auch ausgelebt, und ob sowas 3 Monate oder 3 Tage nach der Trennung passiert, ist völlig egal.
Jeder geht mit einer Trennung anders um. Dein Freund hat eben zuerst gelitten und sich als zweites abgelenkt, bei dir war es andersrum. Nichts von beidem ist besser oder schlechter.

Danke für deine lieben Worte, du hilfst mir sehr weiter! Du hast recht, ohne die Story hätte ich vielleicht nie zu ihm zurück gefunden. 

Liebe grüße&alles gute 

1 LikesGefällt mir
1. Juni um 2:35

Nach einer langen Trennung wieder zueinander zu finden ist von euch beiden eine Leistung.

Es ist völlig Wurst, wer mit wem, wann und wie oft Sex hatte während der Trennung.

Es ist sehr wichtig, was du und er in der Zeit gelernt haben und jeder von euch seine eigene Trennungsgeschichten positiv oder negativ bewertet. Aaaaber: das war einmal, früher und ist Geschichte.

Wie ihr weitermacht und ob dir Gegenwart und Zukunft positiv erscheint,  DAS ist wichtig. Negatives aus der Vergangenheit mitzuschleppen ist sehr belastend, unproduktiv und nicht schlau.

Ich sehe keinen Sinn darin, die jetztige Aufbau- und Zusammenfindungsphase damit zu stören und dem Partner Dinge zu erzählen, die vergangen und vorbei sind. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn es thematisch passt.

Mach deinen Kopf frei, schau nach vorne. Und mach dich nicht selber verrückt!
Pi


 

Gefällt mir
1. Juni um 2:45
In Antwort auf pi-choo

Nach einer langen Trennung wieder zueinander zu finden ist von euch beiden eine Leistung.

Es ist völlig Wurst, wer mit wem, wann und wie oft Sex hatte während der Trennung.

Es ist sehr wichtig, was du und er in der Zeit gelernt haben und jeder von euch seine eigene Trennungsgeschichten positiv oder negativ bewertet. Aaaaber: das war einmal, früher und ist Geschichte.

Wie ihr weitermacht und ob dir Gegenwart und Zukunft positiv erscheint,  DAS ist wichtig. Negatives aus der Vergangenheit mitzuschleppen ist sehr belastend, unproduktiv und nicht schlau.

Ich sehe keinen Sinn darin, die jetztige Aufbau- und Zusammenfindungsphase damit zu stören und dem Partner Dinge zu erzählen, die vergangen und vorbei sind. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn es thematisch passt.

Mach deinen Kopf frei, schau nach vorne. Und mach dich nicht selber verrückt!
Pi


 

Danke für deine lieben Worte, du hilfst mir sehr weiter.

liebe Grüße

Gefällt mir
1. Juni um 9:17

Hallo e1ena,

erst mal möchte ich Dir sagen, dass ich es ziemlich stark von Dir finde, wie Du auf die Beiträge reagierst. Du bist selbstkritisch, reflektiert und setzt Dich mit dem Geschriebenen auseinander. Das finde ich echt gut und ich bin sicher, dass Du sehr gestärkt aus der ganzen Geschichte herausgehen wirst.

Dann möchte ich beipflichten, was sonst geschrieben wurde. Eure Erfahrungen sowohl aus der Trennung als auch aus der Zeit danach haben Euch zu den Menschen gemacht, die ihr jetzt seid. Die Trennung mag für Deinen Freund sehr schmerzhaft gewesen sein, aber genau das war notwendig für seine Persönlichkeitsentwicklung. Menschen lernen ( leider ) am meisten aus der Endgültigkeit. Hättest Du den Schlussstrich nicht endgültig gezogen, wäre es einfach immer so weiter gegangen wie zuvor. Bei ihm hätte keine Erkenntnis stattgefunden, was er an Dir hat und Du wärst ewig die inkonsequente und unzufriedende Freundin geblieben, die Du damals warst. Auch im Verarbeiten der Trennung seid ihr beide weiter gekommen. Ich kann nur nochmals betonen, was die anderen geschrieben haben: such keine Schuld in Deinem Verhalten!

Ich hatte in Deinem Eingangstext nur das Gefühl, dass eventuell Dein Freund Schuld suchen würde, wenn er mehr weiß. Und das fand ich eben bedenklich. Und um diese Bedenken auszuräumen, wäre es wahrscheinlich nötig, völlig ehrlich die Karten auf den Tisch zu legen. Denn dann würde sich zeigen, wie er wirklich drauf ist und ob eure Liebe stark genug ist, um erneute Probleme aus dem Weg zu räumen.

Man kann es jetzt so oder so sehen:

1.
Es ist ja nichts Schlimmes passiert, im Gegenteil, eure Erfahrungen haben euch am Ende wieder zusammengebracht und das inniger als je zuvor. Du hast Dich in der Trennung nicht falsch verhalten, es spielt also keine Rolle für die Gegenwart und Zukunft, was da war. Weshalb also darüber berichten?

Oder aber

2.
Es ist ja nichts Schlimmes passiert, im Gegenteil, eure Erfahrungen haben euch am Ende wieder zusammengebracht und das inniger als je zuvor. Du hast Dich in der Trennung nicht falsch verhalten. Wo ist also das Problem, Dir das von der Seele zu reden, wenn es Dich belastet?

Die anderen raten Dir zu 1. und das kann ich nachvollziehen. Das Problem dabei ist aber, dass Dich die Geschehnisse der Trennungsphase ja tatsächlich belasten, wie ein Gewicht an Dir zerren und Du Dich dessen gerne entledigen würdest. Das geht aber nur, indem Du darüber sprichst. Und das wiederum macht Dir Sorgen, weil Du nicht weisst, wie Dein Freund damit umgeht. Und hier drehen wir uns wieder im Kreis. Wenn er Dich liebt und ihr füreinander bestimmt seid, wird er damit umgehen können.

Ich würde Dir raten, mach Deinen Frieden mit DIR! Du hattest gute Gründe, Dich zu trennen, Du bist nicht die Böse oder trägst Schuld. Im Grunde bist Du sogar diejenige, die eure Liebe gerettet hat, eine Heldin sozusagen!  Beleuchte es mit einem positiven Licht, vergib Dir ( was schon komisch ist, denn Du hast ja wie gesagt nichts verbrochen ) und blicke hoffnungsfroh nach vorne! Wenn Dir das gelingt, musst Du auch Deinem Freund gegenüber nicht ins Detail gehen. Vielleicht hilft Dir ja auch schon der Austausch hier mit objektiven Menschen. Wenn Du hingegen merkst, dass Du es einfach loswerden MUSST, weil es sonst weiter wie ein Schatten auf Deiner Seele lastet, dann erzähle es ihm.

Alles Gute!

Gefällt mir
1. Juni um 10:46

Hallo e1ena,
ich verstehe dich ganz gut. Da ist auf der einen Seite dass schlechte Gewissen, das immer wie eine Gewitterwolke über allem hängt und auf der anderen Seite die Angst, alles kaputt zu machen was ihr euch wieder aufgebaut habt.
Das hat finde ich allen Respekt verdient. Ihr habt eine nicht ganz so perfekte Beziehung geführt, bei anderweitig Erfahrungen gesammelt und und habt es trotzdem, oder gerade deshalb wieder geschafft noch einmal von vorne anzufangen.
Ich denke in dieser Situation Weißt du besser als anderen hier wie du handeln solltest. Mir ging es ähnlich wie dir. Ich hatte eine nicht 100% perfekte Beziehung, bin ihm mehr oder weniger fremdgegangen und habe es ihm nach vielem Überlegen dann gesagt. Das Ende vom Lied ist, dass er jetzt eine Neue hat.
Aber damit will ich dir keine Angst machen. Eure Situation ist eine ganz andere. Nur du weißt wie schlimm deine Schuldgefühle sind und ob du damit leben könntest. Ich würde aus meiner Erfahrung raten, es ihm nicht zu erzählen, aber du kannst auch selber viel besser einschätzen wie er es aufnehmen wird. Wir alle hier kennen deinen Freund nicht.

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche euch alles Gute
 

Gefällt mir
1. Juni um 12:06
In Antwort auf wankendespony

Hallo e1ena,

erst mal möchte ich Dir sagen, dass ich es ziemlich stark von Dir finde, wie Du auf die Beiträge reagierst. Du bist selbstkritisch, reflektiert und setzt Dich mit dem Geschriebenen auseinander. Das finde ich echt gut und ich bin sicher, dass Du sehr gestärkt aus der ganzen Geschichte herausgehen wirst.

Dann möchte ich beipflichten, was sonst geschrieben wurde. Eure Erfahrungen sowohl aus der Trennung als auch aus der Zeit danach haben Euch zu den Menschen gemacht, die ihr jetzt seid. Die Trennung mag für Deinen Freund sehr schmerzhaft gewesen sein, aber genau das war notwendig für seine Persönlichkeitsentwicklung. Menschen lernen ( leider ) am meisten aus der Endgültigkeit. Hättest Du den Schlussstrich nicht endgültig gezogen, wäre es einfach immer so weiter gegangen wie zuvor. Bei ihm hätte keine Erkenntnis stattgefunden, was er an Dir hat und Du wärst ewig die inkonsequente und unzufriedende Freundin geblieben, die Du damals warst. Auch im Verarbeiten der Trennung seid ihr beide weiter gekommen. Ich kann nur nochmals betonen, was die anderen geschrieben haben: such keine Schuld in Deinem Verhalten!

Ich hatte in Deinem Eingangstext nur das Gefühl, dass eventuell Dein Freund Schuld suchen würde, wenn er mehr weiß. Und das fand ich eben bedenklich. Und um diese Bedenken auszuräumen, wäre es wahrscheinlich nötig, völlig ehrlich die Karten auf den Tisch zu legen. Denn dann würde sich zeigen, wie er wirklich drauf ist und ob eure Liebe stark genug ist, um erneute Probleme aus dem Weg zu räumen.

Man kann es jetzt so oder so sehen:

1.
Es ist ja nichts Schlimmes passiert, im Gegenteil, eure Erfahrungen haben euch am Ende wieder zusammengebracht und das inniger als je zuvor. Du hast Dich in der Trennung nicht falsch verhalten, es spielt also keine Rolle für die Gegenwart und Zukunft, was da war. Weshalb also darüber berichten?

Oder aber

2.
Es ist ja nichts Schlimmes passiert, im Gegenteil, eure Erfahrungen haben euch am Ende wieder zusammengebracht und das inniger als je zuvor. Du hast Dich in der Trennung nicht falsch verhalten. Wo ist also das Problem, Dir das von der Seele zu reden, wenn es Dich belastet?

Die anderen raten Dir zu 1. und das kann ich nachvollziehen. Das Problem dabei ist aber, dass Dich die Geschehnisse der Trennungsphase ja tatsächlich belasten, wie ein Gewicht an Dir zerren und Du Dich dessen gerne entledigen würdest. Das geht aber nur, indem Du darüber sprichst. Und das wiederum macht Dir Sorgen, weil Du nicht weisst, wie Dein Freund damit umgeht. Und hier drehen wir uns wieder im Kreis. Wenn er Dich liebt und ihr füreinander bestimmt seid, wird er damit umgehen können.

Ich würde Dir raten, mach Deinen Frieden mit DIR! Du hattest gute Gründe, Dich zu trennen, Du bist nicht die Böse oder trägst Schuld. Im Grunde bist Du sogar diejenige, die eure Liebe gerettet hat, eine Heldin sozusagen!  Beleuchte es mit einem positiven Licht, vergib Dir ( was schon komisch ist, denn Du hast ja wie gesagt nichts verbrochen ) und blicke hoffnungsfroh nach vorne! Wenn Dir das gelingt, musst Du auch Deinem Freund gegenüber nicht ins Detail gehen. Vielleicht hilft Dir ja auch schon der Austausch hier mit objektiven Menschen. Wenn Du hingegen merkst, dass Du es einfach loswerden MUSST, weil es sonst weiter wie ein Schatten auf Deiner Seele lastet, dann erzähle es ihm.

Alles Gute!

Hallo, 

vielen Dank auch an dich, die objektive Betrachtung hilft mir sehr weiter, wie gesagt manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich finde du hast das super auf den Punkt gebracht, diese zwei Optionen habe ich. Ich werde versuchen meinen Frieden damit zu machen und überlege, das Gespräch mit ihm zu suchen. Falls er tatsächlich ein so großes Problem damit hat, dass er nicht weiter machen möchte so werden mir eure Worte helfen auch mit den Folgen zu leben. 

Lieben Dank

Gefällt mir
1. Juni um 12:14
In Antwort auf butterblume.1

Hallo e1ena,
ich verstehe dich ganz gut. Da ist auf der einen Seite dass schlechte Gewissen, das immer wie eine Gewitterwolke über allem hängt und auf der anderen Seite die Angst, alles kaputt zu machen was ihr euch wieder aufgebaut habt.
Das hat finde ich allen Respekt verdient. Ihr habt eine nicht ganz so perfekte Beziehung geführt, bei anderweitig Erfahrungen gesammelt und und habt es trotzdem, oder gerade deshalb wieder geschafft noch einmal von vorne anzufangen.
Ich denke in dieser Situation Weißt du besser als anderen hier wie du handeln solltest. Mir ging es ähnlich wie dir. Ich hatte eine nicht 100% perfekte Beziehung, bin ihm mehr oder weniger fremdgegangen und habe es ihm nach vielem Überlegen dann gesagt. Das Ende vom Lied ist, dass er jetzt eine Neue hat.
Aber damit will ich dir keine Angst machen. Eure Situation ist eine ganz andere. Nur du weißt wie schlimm deine Schuldgefühle sind und ob du damit leben könntest. Ich würde aus meiner Erfahrung raten, es ihm nicht zu erzählen, aber du kannst auch selber viel besser einschätzen wie er es aufnehmen wird. Wir alle hier kennen deinen Freund nicht.

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche euch alles Gute
 

Hallo,

erst einmal tut es mir sehr Leid, dass du diese Erfahrung machen musstest und er der Beziehung nicht die Chance geben konnte, daran zu wachsen. Aber ich bewundere deinen Mut und die Ehrlichkeit, das ist ein toller Charakterzug der Dir in jeder neuen Beziehung helfen wird. 

Auf uns bezogen habe ich tatsächlich das Gefühl, es würde ihm schwer fallen damit klar zu kommen. Wie formuliere ich das, er ist eher der emotionale Typ, nicht so selbstreflektiert und ich weiß nicht, ob er das rational betrachten könnte oder zu sehr in seinem Stolz verletzt wäre? Ich möchte ihm aber nichts unterstellen, das sind vielleicht auch nur meine Ängste... Eventuell ist er reflektierter als ich es ihm zutraue. Das ich nicht direkt ehrlich war, das wäre allerdings ein Problem (was ich auch verstehen kann).


Vielen Dank für deine lieben Worte, ich wünsche dir für dich nur das Beste, ich denke du hast das Richtige getan damals.

Liebe Grüße 

Gefällt mir
Noch mehr Inspiration?
pinterest