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Schubladendenken

15. Januar 2009 um 15:15

Man liest hier ständig die Frage oder Aussage:

- Männer, die (bösen) notorischen Fremdgeher sind Schwanzgesteuert und nur auf Sex aus
- Frauen, die Fremdgehen sind gewissenlose Huren und Hexen

Klischee abgehakt, Schublade auf, alle zusammen da rein, Schublade wieder zu. Dazu dann noch ein paar pseudo-moralische Ratschläge, Empörung, Vorwürfe und Unverständnis, fertig ist das Posting.

Ich möchte mich ganz sicher nicht als Sprachrohr aller Fremdgeher und Seitenspringer Papst aufspielen, aber schon mal drüber nachgedacht, dass das JEDEM passieren kann, der in einer Beziehung lebt?

Wo steht geschrieben, dass es für einen Menschen nur EINE wahre Liebe gibt? Wer hat sich die Treue und die monogame Partnerschaft eigentlich ausgedacht? Schon mal hinterfragt?

Ganz viele Fragen würden sich erübrigen, wenn gewisse Dinge mal geklärt würden:

1)Es geht niemand fremd, verliebt sich neu oder begehrt einen anderen Menschen aus VORSATZ. Es passiert. Warum passiert es? Weil eine Partnerschaft eingefahren ist, man das Kribbeln im Bauch vermisst, Liebe, Aufmerksamkeit, Sex, irgendwelche Bedürfnisse oder Träume nicht erfüllt werden (können). Diese Liste ist sicher nicht vollständig und ließe sich beliebig weiter ausführen.

2)Moralische Standpauken: Fremdgeher sind also alles Egoisten, Gewissenskrüppel, Betrüger, unfair, Seelen- und Herzlos, verlogen und von Grund auf schlecht!
Ich glaube, jeder, der schon mal fremd gegangen ist, hat sein eigenes Gewissen, seine eigenen Skrupel und Ängste. Und jeder hat seine eigenen Gründe dafür. Jede moralische Diskussion erübrigt sich, weil die Meisten diese Diskussion schon lange mit sich selbst geführt haben.

3)Wenn man fremd gegangen ist, gibt es nur eins: Ehrlichkeit dem Partner gegenüber,
tiefe Reue, alles wieder gut und heil machen.
Was aber, wenn man die Sache erledigt hat und mit seiner Ehrlichkeit mehr kaputt als heil macht? Was, wenn man weiß, dass der Partner an dieser Ehrlichkeit zerbrechen würde, man selber aber mit seiner Schuld ganz gut allein klar kommt? Was, wenn man sich trotz aller Verliebtheit, der Schmetterlinge im Bauch, des wahnsinnig guten Sexes, gar nicht von seinem offiziellen Partner trennen will, weil man mit diesem Partner reden kann, leben kann, dieser alltagstauglich ist? Weil man sich im Klaren darüber ist, dass es mit dem/der Anderen nach einigen Jahren auch nicht anders wäre? Jetzt kommt: Das muss man sich halt vorher überlegen! Tolle Sache, lies bitte noch mal Punkt 1!

4)Es geht dabei eh nur um Sex! Alle Geschlechtsorgangesteuert und hormonell einfach überladen. Was für ein Unsinn! Sicher gibt es Affären, die wirklich nur dem triebgesteuerten Zweck dienen. Solange man sich darin einig ist, ist das doch auch ok. Besser sich aneinander austoben, als den nächsten Besten auf der Straße anzufallen, weil man geil ist (Sollte ein Witz sein).

5)An alle, die eine Affäre mit einem verheirateten Partner haben, der/die klar sagt, dass er sich nicht trennen wird: Bei aller Liebe so toll es auch sein mag er/sie wird sich für dich nicht trennen! s. Punkt 3

6)Was, wenn gerade durch diese Zweitbeziehung die Erstbeziehung wieder besser klappt, weil man zufriedener, glücklicher und ausgelastet ist? Das gefunden hat, was man vermisst hat und sich auch nach redlichem Bemühen in der Erstbeziehung einfach nicht realisieren ließ?

Ich habe sicher nicht alle Punkte berücksichtigt, die es gibt. Ich erhebe auch nicht den Anspruch, dass dies die allgemein gültigen "Regeln" sind. Leben, Träume, Wünsche, Handlungen, Beziehungen und Einstellungen sind immer ganz individuell.

Ich appelliere nur an etwas mehr Toleranz. An die Einsicht, dass kein Mensch einem Anderen gehört oder einen Besitzanspruch auf einen anderen Menschen hat. Es gibt nicht nur schwarz und weiß auf der Welt. Nicht nur gut und böse. Das Leben besteht nicht nur aus einer Hauptstrasse, die immer nur geradeaus führt. Ich verstehe die Verletzung und Kränkung aller Betrogenen. Zur Seite zu springen IST mies. Aber viele kommen klar damit. Ich empfinde es nur als Heuchelei, wenn hier Menschen runter gemacht werden, die versuchen, ihr Leben einfach nur zu leben. Untreue, außereheliche Liebschaften, Affären wie immer man es nennen mag, gibt es schon, seit es die Menschheit gibt. Das ist keine Erfindung der Neuzeit. Wo fängt Untreue an? Beim hinterher gucken, Fremdflirten, Knutschen, Tanzen,
Sex haben oder verlieben? Hierzu gibt es doch allein schon verschiedene Ansichten.

Träume nicht dein Leben sondern lebe deine Träume! Schon mal gehört? Sich vielleicht sogar selber auf die Fahne geschrieben?

In diesem Sinne (jetzt aber raus mit den Knüppeln, Steinen, Messern und Scheiterhaufen )
liebe Grüße

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15. Januar 2009 um 16:31

Es geht nicht...
darum, dass man sich hier als heilig hinstellt und predigt "mir würde das nie passieren". Sowas würde ich z. B. nie behaupten, weiss ich was in 3 Tagen oder 3 Jahren ist.
Für mich geht es einzig darum, dass wenn ich mich einmal für die Ehe entschlossen habe, meinem Partner gegenüber so fair sein sollte, dass ich diese Ehe ehrenhaft und mit sowenig Schmerz für meinen Partner, wie eben möglich beende, bevor ich mit dem nächsten ins Bett springe. Wenn ich dazu nicht in der Lage bin, bleibe ich halt unverheiratet und poppe mich lustig durch die Betten.
Solange die/der Geliebte sich aus der Beziehung zwischen
den Eheleuten raushält (das können allerdings die wenigsten) sind die für mich aussen vor. Einzige Einschränkung dabei sind Freunde, da gibt es für mich gar keine Diskussion. Es gibt Dinge im Leben die macht man nicht und eine Freundin oder einen Freund zu betrügen gehört dazu, ob das nun anerzogen ist oder nicht, alles andere gefällt mir zwar nicht, aber ich kann damit Leben.
Ein Charakterschwein bleibt für mich der betrügende Ehepartner und daran wird sich auch nichts ändern.. Und das man einen anderen Menschen, einem Teil der Familie nicht in die Augen schaut und sie wissentlich, ohne Not belügt sind für mich grundlegende Regeln des Lebens miteinander und ich glaube, dass die auch nicht irgendwelchen Moden der Zeit entstammt oder irgendwas ist was eine Kirche mir eingeimptt hat.

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15. Januar 2009 um 22:40

Andere Sichtweise
Hallo Vonfern,
von nahem betrachtet habe ich an einigen Stellen Probleme mit deiner Sichtweise.

"Jede moralische Diskussion erübrigt sich, weil die Meisten diese Diskussion schon lange mit sich selbst geführt haben."
Dieser Satz stört mich doch schon gewaltig. Wenn du in deiner PARTNERSCHAFT ein so grundlegendes Thema ohne deinen Partner "diskutierst" dann verdient selbige wohl nicht den Namen.

"Was, wenn man weiß, dass der Partner an dieser Ehrlichkeit zerbrechen würde, man selber aber mit seiner Schuld ganz gut allein klar kommt?"
Tja dann würde ich sagen man macht etwas bei dem man wissentlich in Kauf nimmt, dass der Partner daran zerbricht. Und an der Stelle kommt dann durchaus auch wieder der Vorsatz ins Spiel.

Ich gebe dir Recht das es unzählige mehr oder minder nachvollziehbare Gründe zum Fremdgehen gibt, aber ein Betrüger bleibt derjenige dennoch. Der Schweregrad ist allerdings Ermessenssache.

"Wenn man fremd gegangen ist, gibt es nur eins: Ehrlichkeit dem Partner gegenüber,
tiefe Reue, alles wieder gut und heil machen."
Das mag bei 4 Wochen oder vielleicht bei 4 Monaten noch halbwegs klappen. Wenn du aber deinen Partner z.B. 4 Jahre betrogen hast, dann wird das nicht wirklich viel an deiner Glaubwürdigkeit verbessern.

LG
Mischabel

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15. Januar 2009 um 23:33
In Antwort auf mischabel

Andere Sichtweise
Hallo Vonfern,
von nahem betrachtet habe ich an einigen Stellen Probleme mit deiner Sichtweise.

"Jede moralische Diskussion erübrigt sich, weil die Meisten diese Diskussion schon lange mit sich selbst geführt haben."
Dieser Satz stört mich doch schon gewaltig. Wenn du in deiner PARTNERSCHAFT ein so grundlegendes Thema ohne deinen Partner "diskutierst" dann verdient selbige wohl nicht den Namen.

"Was, wenn man weiß, dass der Partner an dieser Ehrlichkeit zerbrechen würde, man selber aber mit seiner Schuld ganz gut allein klar kommt?"
Tja dann würde ich sagen man macht etwas bei dem man wissentlich in Kauf nimmt, dass der Partner daran zerbricht. Und an der Stelle kommt dann durchaus auch wieder der Vorsatz ins Spiel.

Ich gebe dir Recht das es unzählige mehr oder minder nachvollziehbare Gründe zum Fremdgehen gibt, aber ein Betrüger bleibt derjenige dennoch. Der Schweregrad ist allerdings Ermessenssache.

"Wenn man fremd gegangen ist, gibt es nur eins: Ehrlichkeit dem Partner gegenüber,
tiefe Reue, alles wieder gut und heil machen."
Das mag bei 4 Wochen oder vielleicht bei 4 Monaten noch halbwegs klappen. Wenn du aber deinen Partner z.B. 4 Jahre betrogen hast, dann wird das nicht wirklich viel an deiner Glaubwürdigkeit verbessern.

LG
Mischabel

Hallo Mischabel,
danke für deine sachliche Auseinandersetzung mit meinem Beitrag. Das freut mich wirklich.

Ich meinte mit meiner "moralischen Eigen-Diskussion", dass jeder (so glaube ich jedenfalls), der heimlich "fremdgeht", in irgendeiner Form schon sein eigenes Gewissen gefragt hat, ob das "sein muss". Die Meisten sind sich darüber im Klaren, was sie riskieren und aufs Spiel setzen. Die Meisten sind sich auch darüber im Klaren, dass ihr Verhalten gemein und verletzend gegenüber des Partners ist.

Vielleicht sollte sich einfach jeder selber in dieser Situation fragen, wie er reagieren würde, wenn sein Partner fremd gehen würde. Ich weiß, es mag jetzt so klingen, als wäre das ein beruhigender, bequemer Gedanke, aber meine Einstellung dazu ist : "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß". Ich weiß nicht, ob mein Mann "treu" ist. Ich gestehe ihm das gleiche "Recht" zu, das ich mir selber "herausnehme". Diese Vereinbarung haben wir vor langer Zeit getroffen. Haben aber nie eine "offene" Ehe geführt. Ich weiß nicht, wie oft ich ihm, wenn er alleine unterwegs war, mit auf den Weg gegeben habe: "Du kannst machen was du willst, aber ich will es nicht erfahren!"

Ohne eine Diskussion darüber vom Stapel treten zu wollen, was für eine Ehe ich überhaupt führe, schreibe ich hier dennoch, dass ich ihn liebe. Deshalb besitze ich ihn aber nicht. Das muss niemand verstehen.

Und ich gebe dir auch Recht: In gewisser Weise ist ein Fremdgeher ein Betrüger. Doch auch dieser Gedanke läßt sich weiter spinnen: Betrügt man seinen Partner erst, wenn man ein aussereheliches Verhältnis anfängt? Oder fängt der Betrug schon damit an, dass ich mich plötzlich in jemand anderes verliebe, aus Angst und moralischen Überlegungen mit diesem Menschen aber nichts "anfange", der aber in meinem Kopf und meinem Herzen lebt und präsent ist?

Und bei der "Reue" - Friede, Freude, Eierkuchen - Sache hast du einen Satz überlesen:
Was aber, wenn man die Sache erledigt hat und mit seiner Ehrlichkeit mehr kaputt als heil macht?
Das, womit man dann fertig werden muss, ist sein eigenes Gewissen. Ich denke, es gibt (wahrscheinlich in jedem Leben) Geheimnisse oder sogar Lügen, die man besser mit ins Grab nehmen sollte. Wenn man nach diesem "Ausrutscher" willig und aufgeschlossen ist, wieder seine Ehe als lebenslange Partnerschaft zu betrachten, hatte der Andere keinen Grund, an irgendeiner "Glaubwürdigkeit" zu zweifeln. Wie gesagt: Sollte man abwägen, womit man leben kann.

Auch hier wieder: da gibt es sicher kein allgemein gültiges Rezept!

LG

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16. Januar 2009 um 7:28
In Antwort auf silvermoon235

Es geht nicht...
darum, dass man sich hier als heilig hinstellt und predigt "mir würde das nie passieren". Sowas würde ich z. B. nie behaupten, weiss ich was in 3 Tagen oder 3 Jahren ist.
Für mich geht es einzig darum, dass wenn ich mich einmal für die Ehe entschlossen habe, meinem Partner gegenüber so fair sein sollte, dass ich diese Ehe ehrenhaft und mit sowenig Schmerz für meinen Partner, wie eben möglich beende, bevor ich mit dem nächsten ins Bett springe. Wenn ich dazu nicht in der Lage bin, bleibe ich halt unverheiratet und poppe mich lustig durch die Betten.
Solange die/der Geliebte sich aus der Beziehung zwischen
den Eheleuten raushält (das können allerdings die wenigsten) sind die für mich aussen vor. Einzige Einschränkung dabei sind Freunde, da gibt es für mich gar keine Diskussion. Es gibt Dinge im Leben die macht man nicht und eine Freundin oder einen Freund zu betrügen gehört dazu, ob das nun anerzogen ist oder nicht, alles andere gefällt mir zwar nicht, aber ich kann damit Leben.
Ein Charakterschwein bleibt für mich der betrügende Ehepartner und daran wird sich auch nichts ändern.. Und das man einen anderen Menschen, einem Teil der Familie nicht in die Augen schaut und sie wissentlich, ohne Not belügt sind für mich grundlegende Regeln des Lebens miteinander und ich glaube, dass die auch nicht irgendwelchen Moden der Zeit entstammt oder irgendwas ist was eine Kirche mir eingeimptt hat.

Guten morgen!
@silvermoon
im grunde stimme ich dir absolut zu. so sollte es sein-man sollte sich erst trennen, um den respekt, den man auch mit dem eheversprechen gab, dem ehepartner gegenüber wahrt. dennoch ist es ja so, dass man in einer längeren beziehung, ob verheiratet oder nicht, einfach wirklich kaum noch etwas hinterfragt. man lebt eben und alles ist irgendwie gut.
plötzlich jedoch ist da jemand und man entdeckt an sich ganz komische gefühle, die man lange nicht hatte. in diesem moment müsste man, wenn man so argumentiert wie du, aus seiner beziehung aussteigen. aber das tut man ja nicht, weil man a) diese gefühle gar nicht sauber zuordnen kann b) seine beziehung, die man lange hat nicht einfach aufgeben will. der andere punkt ist, man muss mit diesem menschen ja nivht ins bett gehen, aber tja-da kommt denn das herz ins spiel, das uns einfach den verstand ausknippst. und vielleicht muss man das einfach auch tun, um wirklich herauszufinden, wo man hingehört.
und in diesem moment muss ich "vonfern" eindeutig beipflichten-was hat es dann bitte für einen sinn, dass ich diese sache beichte? es macht noch viel mehr kaputt und bringt vielmehr durcheinander, als das schweigen.
ich würde sowas von meinem partner auch niemals wissen wollen!!!!

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16. Januar 2009 um 8:55

... für mich zu einfach ...
ein betrug fängt dort an, wenn man etwas bewusst verschweigt, nicht mitteilt, weil man weiss, dass dies den partner verletzen würde. bzw. ein gemeinsames "abkommen" brechen würde. das ist sehr individuell und jedes paar hat andere grenzen. für die einen ist flirten ok für andere nicht usw. die regeln einer beziehung, sind nicht universal, sondern legen die partner fest. genau hier liegt der betrug, nicht im glauben der andere sei ein "besitz", sondern weil ein gemeinsames abkommen, versprechen heimlich gebrochen wurde. so was zu erfahren ist einem "trauma" sehr ähnlich. und hier setzt auch das moralische an. seltsamerweise, scheint so ein vertrauensbruch durch unterschiedliche kulturen zu existieren, sogar in polygamen kulturen. auch dort, hat die erste frau bestimmte rechte, welche die vierte nicht hat ... und werden diese heimlich gebrochen, gibt es verletzungen und enttäuschungen.
was die monogamie betrifft, gibt es unterschiedliche meinungen und das ist auch gut so. aber wenn man genau die worte von betrogenen menschen liest, dann liegt die verletzung im nicht einhalten der "vereinbarung"! weniger um den akt sex. und glaub mir, das ist auf der ganzen welt so, egal welche form von beziehung mal lebt ... es geht um einen betrug eines abkommens ...
es gibt unzählige erklärungen, warum und wieso der eine diese grenze überschreitet ... und meistens ist es ein fluchtverhalten, sich mit der ehe / partner auseinander zu setzten ... die defizite in der partnerschaft offen und ehrlich anzusprechen. verzweiflung, frust ... alles mögliche kann der auslöser sein, doch wie man es dreht und wendet, es bleibt eine schwäche, ein unfaires verhalten gegenüber dem menschen, dem versprechen / abkommen, den man mit dem partner hat und mal (oder immer noch tut) geliebt hat. man flüchtet vor dieser verantwortung und eine affäre ist ja oft genau das hinausschieben dieser verantwortung und man erlebt, was in der eigenen beziehung fehlt. denn es tut natürlich gut, jemanden zu finden, der einem versteht und unterstützt. plötzlich das gibt, was man durch die jahre nicht genug gepflegt hat und abhanden gekommen ist. doch meistens erweisen sich affären als trügerisch, als eine illusion ... denn die "geliebten" füllen schlussendlich nur die "löcher", nur das defizit der bestehenden beziehung ... wie oft kehren die männer zu ihren frauen zurück? wie oft, bevorzugen sie die eigene frau? wie oft? ... sehr oft. es ist so peinlich, so armselig lesen zu müssen, wenn eine geliebte schreibt: ... ich habe es geschafft, er hat mich ausgewählt! ... was verbirgt sich inter solchen aussagen? was ist das? ist man eine ware?
daher verstehe ich das verhalten vieler geliebten nicht. sie sind nicht nur komplizen eines vertrauens/abkommensbruch, sondern akzeptieren den umstand, die zweite zu sein. wie tief muss das selbstvertrauen sein, dass man grundlegende prinzipien gegenüber anderer und sich selbst so ignoriert? sind sie so verzweifelt, dass sie bereit sind jegliche kompromisse einzugehen? und rechtfertigen / schieben die verantwortung durch alles schön reden oder geben der "nicht mehr funktionierenden ehe" die schuld und/ oder machen die ehefrau nieder, weil sie nicht gut genug für diesen mann ist? das ist kein schubladendenken ... das passiert nicht jedem ... da muss man auf eine gewisse weise gestrickt sein, um sich auf ein solches niveau herablassen zu können. meistens werden sie nur "benutzt" und "ausgenutzt" ... aufgrund mangelnder aufrichtigkeit des betrügers, und dies dauert oft solange, bis der betrüger endlich innerlich die gedanken und gefühle wieder einordnen kann ...
ja affären gibt es seit es die menschheit gibt ... auch mordschlag und raub ...

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16. Januar 2009 um 9:01
In Antwort auf thanh_12628105

Guten morgen!
@silvermoon
im grunde stimme ich dir absolut zu. so sollte es sein-man sollte sich erst trennen, um den respekt, den man auch mit dem eheversprechen gab, dem ehepartner gegenüber wahrt. dennoch ist es ja so, dass man in einer längeren beziehung, ob verheiratet oder nicht, einfach wirklich kaum noch etwas hinterfragt. man lebt eben und alles ist irgendwie gut.
plötzlich jedoch ist da jemand und man entdeckt an sich ganz komische gefühle, die man lange nicht hatte. in diesem moment müsste man, wenn man so argumentiert wie du, aus seiner beziehung aussteigen. aber das tut man ja nicht, weil man a) diese gefühle gar nicht sauber zuordnen kann b) seine beziehung, die man lange hat nicht einfach aufgeben will. der andere punkt ist, man muss mit diesem menschen ja nivht ins bett gehen, aber tja-da kommt denn das herz ins spiel, das uns einfach den verstand ausknippst. und vielleicht muss man das einfach auch tun, um wirklich herauszufinden, wo man hingehört.
und in diesem moment muss ich "vonfern" eindeutig beipflichten-was hat es dann bitte für einen sinn, dass ich diese sache beichte? es macht noch viel mehr kaputt und bringt vielmehr durcheinander, als das schweigen.
ich würde sowas von meinem partner auch niemals wissen wollen!!!!

Stimme dir völlig zu, Dito!
...

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16. Januar 2009 um 9:04
In Antwort auf enyo_11874171

... für mich zu einfach ...
ein betrug fängt dort an, wenn man etwas bewusst verschweigt, nicht mitteilt, weil man weiss, dass dies den partner verletzen würde. bzw. ein gemeinsames "abkommen" brechen würde. das ist sehr individuell und jedes paar hat andere grenzen. für die einen ist flirten ok für andere nicht usw. die regeln einer beziehung, sind nicht universal, sondern legen die partner fest. genau hier liegt der betrug, nicht im glauben der andere sei ein "besitz", sondern weil ein gemeinsames abkommen, versprechen heimlich gebrochen wurde. so was zu erfahren ist einem "trauma" sehr ähnlich. und hier setzt auch das moralische an. seltsamerweise, scheint so ein vertrauensbruch durch unterschiedliche kulturen zu existieren, sogar in polygamen kulturen. auch dort, hat die erste frau bestimmte rechte, welche die vierte nicht hat ... und werden diese heimlich gebrochen, gibt es verletzungen und enttäuschungen.
was die monogamie betrifft, gibt es unterschiedliche meinungen und das ist auch gut so. aber wenn man genau die worte von betrogenen menschen liest, dann liegt die verletzung im nicht einhalten der "vereinbarung"! weniger um den akt sex. und glaub mir, das ist auf der ganzen welt so, egal welche form von beziehung mal lebt ... es geht um einen betrug eines abkommens ...
es gibt unzählige erklärungen, warum und wieso der eine diese grenze überschreitet ... und meistens ist es ein fluchtverhalten, sich mit der ehe / partner auseinander zu setzten ... die defizite in der partnerschaft offen und ehrlich anzusprechen. verzweiflung, frust ... alles mögliche kann der auslöser sein, doch wie man es dreht und wendet, es bleibt eine schwäche, ein unfaires verhalten gegenüber dem menschen, dem versprechen / abkommen, den man mit dem partner hat und mal (oder immer noch tut) geliebt hat. man flüchtet vor dieser verantwortung und eine affäre ist ja oft genau das hinausschieben dieser verantwortung und man erlebt, was in der eigenen beziehung fehlt. denn es tut natürlich gut, jemanden zu finden, der einem versteht und unterstützt. plötzlich das gibt, was man durch die jahre nicht genug gepflegt hat und abhanden gekommen ist. doch meistens erweisen sich affären als trügerisch, als eine illusion ... denn die "geliebten" füllen schlussendlich nur die "löcher", nur das defizit der bestehenden beziehung ... wie oft kehren die männer zu ihren frauen zurück? wie oft, bevorzugen sie die eigene frau? wie oft? ... sehr oft. es ist so peinlich, so armselig lesen zu müssen, wenn eine geliebte schreibt: ... ich habe es geschafft, er hat mich ausgewählt! ... was verbirgt sich inter solchen aussagen? was ist das? ist man eine ware?
daher verstehe ich das verhalten vieler geliebten nicht. sie sind nicht nur komplizen eines vertrauens/abkommensbruch, sondern akzeptieren den umstand, die zweite zu sein. wie tief muss das selbstvertrauen sein, dass man grundlegende prinzipien gegenüber anderer und sich selbst so ignoriert? sind sie so verzweifelt, dass sie bereit sind jegliche kompromisse einzugehen? und rechtfertigen / schieben die verantwortung durch alles schön reden oder geben der "nicht mehr funktionierenden ehe" die schuld und/ oder machen die ehefrau nieder, weil sie nicht gut genug für diesen mann ist? das ist kein schubladendenken ... das passiert nicht jedem ... da muss man auf eine gewisse weise gestrickt sein, um sich auf ein solches niveau herablassen zu können. meistens werden sie nur "benutzt" und "ausgenutzt" ... aufgrund mangelnder aufrichtigkeit des betrügers, und dies dauert oft solange, bis der betrüger endlich innerlich die gedanken und gefühle wieder einordnen kann ...
ja affären gibt es seit es die menschheit gibt ... auch mordschlag und raub ...

Falsch!
es dauert genau so lange, bis die geliebte die schnauze voll hat und ihn abschießt. dann kommt phase 1-er jammert, meldet sich 24h bei der geliebten, sagt ihr, wie sehr er sie liebt. sollte das nichts helfen, rennt er wieder zu seiner frau, sagt ihr wie sehr er sie liebt (das natürlich nur, wenn sie von der affäre keine ahnung hat), anderenfalls geht er zu seiner frau, erzählt ihr, dass die affäre nur 4 wochen bestand und er gar nicht wusste was er da tut und er liebt sie ja so sehr-alles schön, alles gut, er ist wieder zu hause und immer wieder mal schickt er seiner ex-geliebten sms oder mails und sagt ihr wie sehr er sie vermisst....und alles das hat nichts damit zu tun, dass der betrüger seine gedanken und gefühle wieder einordnen kann...

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16. Januar 2009 um 9:45
In Antwort auf thanh_12628105

Falsch!
es dauert genau so lange, bis die geliebte die schnauze voll hat und ihn abschießt. dann kommt phase 1-er jammert, meldet sich 24h bei der geliebten, sagt ihr, wie sehr er sie liebt. sollte das nichts helfen, rennt er wieder zu seiner frau, sagt ihr wie sehr er sie liebt (das natürlich nur, wenn sie von der affäre keine ahnung hat), anderenfalls geht er zu seiner frau, erzählt ihr, dass die affäre nur 4 wochen bestand und er gar nicht wusste was er da tut und er liebt sie ja so sehr-alles schön, alles gut, er ist wieder zu hause und immer wieder mal schickt er seiner ex-geliebten sms oder mails und sagt ihr wie sehr er sie vermisst....und alles das hat nichts damit zu tun, dass der betrüger seine gedanken und gefühle wieder einordnen kann...

... dies gibt es natürlich auch ... jedoch ...
sicher kommt dieses verhalten auch sehr oft vor, dass der mann nicht weiss, was ihm fehlt, was er will ... und beide so lange wie möglich warm hält: durch lügen, versprechungen usw.

doch die geliebte hat von anfang an (falls sie es wusste ...,) an ein unsauberes spiel mitgemischt. hat einem mann vertraut, der so schamlos seine frau, die er mal geliebt hat (oder immer noch tut), hintergeht. was wird von so einem menschen erwartet? dass er plötzlich aufrichtig mit den gefühlen der gelibten umgeht? die geliebten machen sich sehr lange was vor ... und ja, sie fallen auf versprechungen rein ... doch die worte sind das eine, die handlungen was anderes ... jedoch sich schon gar nicht auf ein solches trügerisches abendteuer einlassen, das wird erst dann erkannt, wenn man verletzt wird und erneut die schuld von sich abschiebt. sehr bequem ... sehr unehrlich ...

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17. Januar 2009 um 17:49
In Antwort auf enyo_11874171

... für mich zu einfach ...
ein betrug fängt dort an, wenn man etwas bewusst verschweigt, nicht mitteilt, weil man weiss, dass dies den partner verletzen würde. bzw. ein gemeinsames "abkommen" brechen würde. das ist sehr individuell und jedes paar hat andere grenzen. für die einen ist flirten ok für andere nicht usw. die regeln einer beziehung, sind nicht universal, sondern legen die partner fest. genau hier liegt der betrug, nicht im glauben der andere sei ein "besitz", sondern weil ein gemeinsames abkommen, versprechen heimlich gebrochen wurde. so was zu erfahren ist einem "trauma" sehr ähnlich. und hier setzt auch das moralische an. seltsamerweise, scheint so ein vertrauensbruch durch unterschiedliche kulturen zu existieren, sogar in polygamen kulturen. auch dort, hat die erste frau bestimmte rechte, welche die vierte nicht hat ... und werden diese heimlich gebrochen, gibt es verletzungen und enttäuschungen.
was die monogamie betrifft, gibt es unterschiedliche meinungen und das ist auch gut so. aber wenn man genau die worte von betrogenen menschen liest, dann liegt die verletzung im nicht einhalten der "vereinbarung"! weniger um den akt sex. und glaub mir, das ist auf der ganzen welt so, egal welche form von beziehung mal lebt ... es geht um einen betrug eines abkommens ...
es gibt unzählige erklärungen, warum und wieso der eine diese grenze überschreitet ... und meistens ist es ein fluchtverhalten, sich mit der ehe / partner auseinander zu setzten ... die defizite in der partnerschaft offen und ehrlich anzusprechen. verzweiflung, frust ... alles mögliche kann der auslöser sein, doch wie man es dreht und wendet, es bleibt eine schwäche, ein unfaires verhalten gegenüber dem menschen, dem versprechen / abkommen, den man mit dem partner hat und mal (oder immer noch tut) geliebt hat. man flüchtet vor dieser verantwortung und eine affäre ist ja oft genau das hinausschieben dieser verantwortung und man erlebt, was in der eigenen beziehung fehlt. denn es tut natürlich gut, jemanden zu finden, der einem versteht und unterstützt. plötzlich das gibt, was man durch die jahre nicht genug gepflegt hat und abhanden gekommen ist. doch meistens erweisen sich affären als trügerisch, als eine illusion ... denn die "geliebten" füllen schlussendlich nur die "löcher", nur das defizit der bestehenden beziehung ... wie oft kehren die männer zu ihren frauen zurück? wie oft, bevorzugen sie die eigene frau? wie oft? ... sehr oft. es ist so peinlich, so armselig lesen zu müssen, wenn eine geliebte schreibt: ... ich habe es geschafft, er hat mich ausgewählt! ... was verbirgt sich inter solchen aussagen? was ist das? ist man eine ware?
daher verstehe ich das verhalten vieler geliebten nicht. sie sind nicht nur komplizen eines vertrauens/abkommensbruch, sondern akzeptieren den umstand, die zweite zu sein. wie tief muss das selbstvertrauen sein, dass man grundlegende prinzipien gegenüber anderer und sich selbst so ignoriert? sind sie so verzweifelt, dass sie bereit sind jegliche kompromisse einzugehen? und rechtfertigen / schieben die verantwortung durch alles schön reden oder geben der "nicht mehr funktionierenden ehe" die schuld und/ oder machen die ehefrau nieder, weil sie nicht gut genug für diesen mann ist? das ist kein schubladendenken ... das passiert nicht jedem ... da muss man auf eine gewisse weise gestrickt sein, um sich auf ein solches niveau herablassen zu können. meistens werden sie nur "benutzt" und "ausgenutzt" ... aufgrund mangelnder aufrichtigkeit des betrügers, und dies dauert oft solange, bis der betrüger endlich innerlich die gedanken und gefühle wieder einordnen kann ...
ja affären gibt es seit es die menschheit gibt ... auch mordschlag und raub ...

@ athena
OK.
Denken wir mal über Folgendes nach: Deine beste Freundin kauft sich einen sündhaft teuren Fummel - etwas, dass sie schon immer mal haben wollte und findet sich darin todschick und unwiderstehlich. Deines Erachtens nach stehtr ihr weder die Farbe, noch der Schnitt und eigentlich (findest DU), siegt sie verboten aus. Das also sagst du ihr knallhart ins Gesicht? Oder versuchst du es mit mehr Diplomatie - oder sagst du lieber gar nichts und denkst dir, wenn sie sich schön findet, soll sie so gehen. Oder brichst du in Begeisterungsstürme aus, weil du ihr nicht weh tun magst?

Ich weiß, das ist ein "Fliegenschiss" gegen "Untreue". Doch schon hier fängt der Betrug - streng gesehen - an, oder? Jeder Mensch lügt (wissenschaftlich bewiesen) mindestens einmal am Tag, teils um sich oder andere zu schützen oder auch aus anderen Gründen.

Weitere wisschenfaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass jeder 2. Deutsche bzw. 30% (eine andere wissenschaftliche Untersuchung) aller Deutschen fremd gehen bzw. mal gegangen sind.

Alles Betrüger!

Schon mal die Versicherung oder das Finanzamt "beschissen"? Betrüger!

Mir ist klar, dass der jenige, der "Opfer" eines solchen "Betruges" wird, wahnsinnig gekränkt ist. Dennoch sollte man auch immer sich selbst hinterfragen, wie es dazu kam. Keiner ! geht fremd, wenn alles stimmt - weil ich auch da der Ansicht Vieler hier bin: Wenn ich jemanden aufrichtig liebe und nichts vermisse, hat kein Anderer eine Chance, sich dazwischen zu "mogeln".

LG

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18. Januar 2009 um 16:52
In Antwort auf keno_12154849

@ athena
OK.
Denken wir mal über Folgendes nach: Deine beste Freundin kauft sich einen sündhaft teuren Fummel - etwas, dass sie schon immer mal haben wollte und findet sich darin todschick und unwiderstehlich. Deines Erachtens nach stehtr ihr weder die Farbe, noch der Schnitt und eigentlich (findest DU), siegt sie verboten aus. Das also sagst du ihr knallhart ins Gesicht? Oder versuchst du es mit mehr Diplomatie - oder sagst du lieber gar nichts und denkst dir, wenn sie sich schön findet, soll sie so gehen. Oder brichst du in Begeisterungsstürme aus, weil du ihr nicht weh tun magst?

Ich weiß, das ist ein "Fliegenschiss" gegen "Untreue". Doch schon hier fängt der Betrug - streng gesehen - an, oder? Jeder Mensch lügt (wissenschaftlich bewiesen) mindestens einmal am Tag, teils um sich oder andere zu schützen oder auch aus anderen Gründen.

Weitere wisschenfaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass jeder 2. Deutsche bzw. 30% (eine andere wissenschaftliche Untersuchung) aller Deutschen fremd gehen bzw. mal gegangen sind.

Alles Betrüger!

Schon mal die Versicherung oder das Finanzamt "beschissen"? Betrüger!

Mir ist klar, dass der jenige, der "Opfer" eines solchen "Betruges" wird, wahnsinnig gekränkt ist. Dennoch sollte man auch immer sich selbst hinterfragen, wie es dazu kam. Keiner ! geht fremd, wenn alles stimmt - weil ich auch da der Ansicht Vieler hier bin: Wenn ich jemanden aufrichtig liebe und nichts vermisse, hat kein Anderer eine Chance, sich dazwischen zu "mogeln".

LG

@ vonfern ...
auch wenn der unterschied zwischen betrügen und lügen sehr fein ist, besteht er trotzdem. betrügen ist, wenn man ein abkommen bricht, in die irre führt, hintergeht und schliesst das lügen ein. lügen ist, nicht die wahrheit sagen, erfinden, fantasieren usw. und muss nicht das betrügen einschliessen.

wie ich es formuliere und wie "hart" ich die wahrheit (das was ich denke / empfinde usw.) sage, wird durch eine ganze reihe von faktoren bestimmt. doch schlussendlich, sage ich schon, ob mir was gefällt oder nicht. es wäre nicht fair, wenn ich meiner freundin sagen würde, es sieht gut aus, wenn ich es nicht so empfinde. bin jedoch auch in der lage, mich in den geschmack / stil des anderen zu versetzten und mit derer perspektive etwas als geeignet oder nicht zu äussern. ich bevorzuge die wahrheit ... und wenn sie den fummel als toll finden, dann wird meine meinung nicht viel beeinflussen können. und wenn sie dabei verletzt wird, dann hat sie ein niedriges selbstwertgefühl ... da würde ich es ihr sehr sanft sagen. denn mir ist wichtig, dass ich mich auf andere verlassen kann, wenn ich sie was frage ... und umgekehrt auch. ich mag keine "schmeicheleien" ... das ist nicht echt. und wir sind schon genug von "vorgemachten" mist umgeben.

dass viele betrügen, bedeutet nicht, dass es als "weniger" schlimm oder sonst was zu betrachten ist. es ist immer subjektiv und hängt sehr stark mit dem jeweiligen abkommen zusammen, den die zwei zusammen getroffen haben. mir würde an dieser stelle viel mehr interessieren, warum so viele nicht den mut, die kraft haben, sich den schwierigkeiten einer beziehung zu stellen. es interessiert mich, weil gerade es so viele machen, und sie wissen, dass es nicht in ordnung ist und machen es trotzdem. was läuft in dieser gesellschaft, sozialisation und erziehung so falsch, dass so viele keinen rückgrad haben? ... warum? ... oder ist dieses abkommen, der treuen monogamie, etwas unnatürliches? ...

es ist klar, dass wenn eine beziehung intakt ist, ein dritter sich nicht einmischen kann. doch wenn der eine seine anliegen, seine unzufriedenheit usw. dem partner nicht mitteilt, woher soll er merken, dass etwas nicht stimm? dass ein problem vorhanden ist, welches vielleicht gelöst werden kann / soll. v.a. wenn dann die stimmungsschwankungen mit job oder sonst was erklärt werden. daher, finde ich es erbärmich, dass diese schwäche, dieses mangeln an respekt ... der betrogene ertragen und austragen muss. was mich stuzig macht, ist dass eben nicht derjenige der betrügt die grosse last / enttäuschung / verletzung trägt ...

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18. Januar 2009 um 18:57
In Antwort auf enyo_11874171

@ vonfern ...
auch wenn der unterschied zwischen betrügen und lügen sehr fein ist, besteht er trotzdem. betrügen ist, wenn man ein abkommen bricht, in die irre führt, hintergeht und schliesst das lügen ein. lügen ist, nicht die wahrheit sagen, erfinden, fantasieren usw. und muss nicht das betrügen einschliessen.

wie ich es formuliere und wie "hart" ich die wahrheit (das was ich denke / empfinde usw.) sage, wird durch eine ganze reihe von faktoren bestimmt. doch schlussendlich, sage ich schon, ob mir was gefällt oder nicht. es wäre nicht fair, wenn ich meiner freundin sagen würde, es sieht gut aus, wenn ich es nicht so empfinde. bin jedoch auch in der lage, mich in den geschmack / stil des anderen zu versetzten und mit derer perspektive etwas als geeignet oder nicht zu äussern. ich bevorzuge die wahrheit ... und wenn sie den fummel als toll finden, dann wird meine meinung nicht viel beeinflussen können. und wenn sie dabei verletzt wird, dann hat sie ein niedriges selbstwertgefühl ... da würde ich es ihr sehr sanft sagen. denn mir ist wichtig, dass ich mich auf andere verlassen kann, wenn ich sie was frage ... und umgekehrt auch. ich mag keine "schmeicheleien" ... das ist nicht echt. und wir sind schon genug von "vorgemachten" mist umgeben.

dass viele betrügen, bedeutet nicht, dass es als "weniger" schlimm oder sonst was zu betrachten ist. es ist immer subjektiv und hängt sehr stark mit dem jeweiligen abkommen zusammen, den die zwei zusammen getroffen haben. mir würde an dieser stelle viel mehr interessieren, warum so viele nicht den mut, die kraft haben, sich den schwierigkeiten einer beziehung zu stellen. es interessiert mich, weil gerade es so viele machen, und sie wissen, dass es nicht in ordnung ist und machen es trotzdem. was läuft in dieser gesellschaft, sozialisation und erziehung so falsch, dass so viele keinen rückgrad haben? ... warum? ... oder ist dieses abkommen, der treuen monogamie, etwas unnatürliches? ...

es ist klar, dass wenn eine beziehung intakt ist, ein dritter sich nicht einmischen kann. doch wenn der eine seine anliegen, seine unzufriedenheit usw. dem partner nicht mitteilt, woher soll er merken, dass etwas nicht stimm? dass ein problem vorhanden ist, welches vielleicht gelöst werden kann / soll. v.a. wenn dann die stimmungsschwankungen mit job oder sonst was erklärt werden. daher, finde ich es erbärmich, dass diese schwäche, dieses mangeln an respekt ... der betrogene ertragen und austragen muss. was mich stuzig macht, ist dass eben nicht derjenige der betrügt die grosse last / enttäuschung / verletzung trägt ...

@Athena
Auch ich bin vor 23 Jahren mit der damals absoluten Gewissheit den Bund der Ehe eingegangen, dass das für immer ist. Meine Liebe war grenzenlos und ehrlich und sehr groß.

Innerhalb dieser 23 Jahre erlebt man mit seinem Partner viel. An Höhen und Tiefen, an Schicksalsschlägen, an Freude und Glück, aber auch an Unglück.

Weiterhin hält man ein so langes Zusammenleben nur aus, wenn man immer und immer wieder an seiner Beziehung arbeitet. Dieser "Arbeit" liegt auch meist der Wunsch und die Überlegung zu Grunde, dass man Dinge, die man ändern möchte, anspricht und versucht, mit seinem Partner diese Dinge erneut zu "überarbeiten". (Klingt vielleicht emotionslos, aber mir geht es nicht darum, meine persönlichen Emotionen hier breit zu treten.) Trotz all dieser Bemühungen stellt man fest, dass der Partner oder man selbst diesen Veränderungen oder Wünschen nicht mehr entsprechen kann. Nicht weil man nicht will oder den Anderen nicht mehr "liebt".

Sicher verändert sich im Laufe der Zeit auch eine Liebe. Aus anfänglicher Verliebtheit wird Liebe, diese Liebe wird dann leidenschaftlich und später geht sie in ein ruhiges - aber tieferes Fahrwasser über.

Man beginnt abzuwägen, wenn man merkt, in der Beziehung gibt es Dinge, die man (auch beim besten Willen) nicht ändern kann, weil beide Partner sich auch im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Weiterentwickelt. Meist passiert das nicht paralell, sondern jeder entwickelt sich in eine andere Richtung und mit unterschiedlichem Tempo. Sind diese "kleinen", unerfüllten oder unerfüllbaren Sehnsüchte es Wert, dafür den Partner zu verlassen? Eventuelle Kinder, die aus dieser Ehe hervor gehen, zu Scheidungsopfern zu machen? Einen Krieg zu beginnen und zu führen, bei dem alle Beteiligten nur eins: verlieren? Ist diese Ehe eine Hölle? Liebe ich meinen Partner nun nicht mehr, oder vielleicht nur auf eine andere Art? Kann ich so weiter leben oder bereitet mir das Zusammensein mit diesem Partner soviel Unbehagen, dass ich mit ihm nicht mehr zusammen sein kann? Werfe ich über die Hälfte meines Lebens einfach weg - ist für mich diese ganze Zeit und das, was ich mit meinem Partner in dieser Zeit erlebt habe, vergeudete Zeit?

Und plötzlich begegnet man einer anderen Person und spürt sofort: mit ihm/ihr könnte ich das erleben, was mir zuhause fehlt. Man weiß aber (oder sollte sich dieses zumindest bewußt machen), mit dieser Person sieht mein Alltag in weiteren 20 Jahren genauso aus (oder möglicherweise schlimmer). Trotzdem hat man Gefühle für diese Person entwickelt. Doch man nimmt zuhause dem Partner durch das Ein- und Zulassen auf diese Person nichts weg, sondern ist glücklicher - mit sich selbst, seiner Situation, dem eintönigen Alltag und auch mit seinem Ehepartner (weil man mit ihm geduldiger und ausgelasteter umgehen kann).

Ich mache mir nichts vor: Möglicherweise wäre dieser Partner unendlich gekränkt und verletzt. Möglicherweise führt aber auch er/sie ein ähnliches Verhätnis? Ich schrieb es schon Mal: Sollte es so sein, will ich es nicht wissen. Denn selbst wenn es über Jahre gehen würde: Mir geht es doch in meiner Ehe deshalb nicht schlechter. Und ob nun Affäre oder nicht: Wenn ich meinen Partner und er mich nicht mehr lieben kann/möchte/würde, dann ist es sicher der beste Weg sich zu trennen. Solange man sich seinem Partner aber auch immer noch liebevoll zugetan fühlt und einem das Wohlergehen des Anderen noch am Herzen liegt, sind noch Gefühle da.

Nach all den Jahren bin ich für MICH zu dem Schluß gekommen, dass es keine ewige Treue und kein ewiges Begehren gibt. Der Mensch, mit dem ich (welche Beziehung auch immer) führe, gehört mir nicht. Nicht ich lebe sein Leben, sondern er selbst. Genauso gehöre ich niemandem und ich ganz allein muss mein Leben leben und darin abwägen, ob mir einzelne meiner Entscheidungen mein Leben schöner oder schlechter machen. Jeder hat nur ein Leben und jeder sollte versuchen, es so zu leben, dass man an dessen Ende mit (für sich - nicht für andere!) gutem Gewissen sagen kann: Ich habe mein Leben so gelebt, dass es ein erfülltes Leben war.

Ich hoffe, ich konnte die einige Fragen beantworten!

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