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Schlussstrich trotz Baby?

13. Dezember 2005 um 12:18

Wir leben seit 5 Jahren zusammen, haben eine 9 Monate alte wundervolle Tochter und ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Kein Tag vergeht ohne Streit oder zumindest immer dieselben Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse (ER muss eben viel arbeiten, ich wollte ja das Kind, andere Mütter kommen ja auch klar, er möchte, wenn er nach Hause kommt, herzlich empfangen werden und seine Ruhe haben, ist zu geschafft, um sich um die Kleine zu kümmern, ER war ja den ganzen Tag arbeiten...).
Ich bin so unzufrieden. Würde gern mein Studium beenden, halbtags arbeiten aber weiß nicht wie ich das mit Kind schaffen soll, solange kein wirklicher Rückhalt von ihm kommt. Gespräche enden immer in einem Disaster voller gegenseitiger Kritik und Vorwürfe, gestern hab ich ihn aus Verzweiflung mit Brei überschüttet und bin zu ner Freundin geflüchtet. Das Schlimme: Es geht so viel in mir kaputt, Gefühle meine ich. Ich fühle mich missverstanden, isoliert und bin an dem gefährlichen Punkt angelangt, wo ich mich wirklich frage, ob meine Liebe noch ausreicht oder ich nur aus Angst vorm Alleinesein mit ihm zusammen bleibe.
Er hat sich so verändert, auch optisch. Sieht immer gestresst aus, ist körperlich ausgelaugt und um Jahre gealtert. Er macht sich selbst kaputt mit seinem Spagat zwischen Arbeit und Familie, dabei will ich ja nicht, dass Familie für ihn Stressfaktor ist. So wird er weder dem einen noch dem anderen gerecht.
Habt ihr vielleicht ganz konkrete Tipps wie man aus dieser verfahrenen Situation rauskommt, sie verbessert, sich wieder annähert? Wir sind ja beide bereit, noch daran zu arbeiten. Danke sagt
Majah





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13. Dezember 2005 um 14:11

Hallo Majah
Ich kenn Deine Situation, war bei uns ähnlich. Unser Kleiner (3) hat damals unsere Beziehung kräftig durcheinandergewirbelt. Ich war mir damals auch nicht mehr sicher in meiner Beziehung. Und vor dem Kind war bei uns alles bestens. Aber danach war einfach alles anders. Ich war in erster Linie Mutter und für mein Kind da. Dabei hab ich völlig aus den Augen verloren, dass mein Mann ja auch Vater geworden ist. Und dass er plötzlich eine riesige Verantwortung zu tragen hatte.
Wenn ich den ganzen Tag mit dem Kleinen alleine war, war ich abends total überfordert und wollte nur noch meine Ruhe haben. Dass er aber den ganzen Tag gearbeitet hat um seine Familie zu ernähren und auch mal Ruhe gebraucht hätte, hab ich gar nicht gesehen. Auch für Deinen Freund hat sich jede Menge geändert. Besonders wenn die Beziehung zwischen Dir und dem Kind sehr eng ist.
Schaff Dir Freiräume. Bring die Kleine zur Oma, oder zu einer Freundin damit Du mal zur Ruhe kommst. Deswegen bist Du keine schlechte Mutter. Und versuch ein wenig mehr Verständnis für Deinen Mann zu entwickeln.
Such jemanden, der sich ums Kind kümmert, Tagesmutter o.ä. und mach Dein Studium fertig. Es ist wichtig, dass Du wieder unter Leute kommst und etwas nur für Dich machst. Ich geh auch wieder arbeiten. Ist zwar nur zweimal die Woche, aber ich bin superfroh drum.
Rede mit Deinem Mann, sag ihm, dass Du Dich missverstanden fühlst. Aber versuch dabei ruhig zu bleiben. Überleg Dir vorher, wie das Gespräch verlaufen soll. Und mach ihm keine Vorwürfe, er hat schon Stress genug.
Unternimm wieder etwas mit ihm, wie in der Zeit vor dem Baby.

Ich wünsche Euch alles Gute, Penny

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13. Dezember 2005 um 14:27

Ein paar Fragen:
Wie oft habt ihr in den letzten 9 Monaten etwas zu zweit unternommen?

War das so geplant, dass er das Geld verdient und du zu Hause bleibst und für das Kind zuständig bist? Wenn ja, wie lange habt ihr gedacht, dass ihr das so machen wollt?

Was legt er deinem Wunsch, zu arbeiten, für Steine in den Weg?

Ist deine Idee, dass er sein Arbeitspensum reduziert oder ist deine Idee, dass das Kind während deiner Arbeitszeit von jemandem anderen betreut wird?

Herzlich






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13. Dezember 2005 um 21:17
In Antwort auf belda_12670253

Hallo Majah
Ich kenn Deine Situation, war bei uns ähnlich. Unser Kleiner (3) hat damals unsere Beziehung kräftig durcheinandergewirbelt. Ich war mir damals auch nicht mehr sicher in meiner Beziehung. Und vor dem Kind war bei uns alles bestens. Aber danach war einfach alles anders. Ich war in erster Linie Mutter und für mein Kind da. Dabei hab ich völlig aus den Augen verloren, dass mein Mann ja auch Vater geworden ist. Und dass er plötzlich eine riesige Verantwortung zu tragen hatte.
Wenn ich den ganzen Tag mit dem Kleinen alleine war, war ich abends total überfordert und wollte nur noch meine Ruhe haben. Dass er aber den ganzen Tag gearbeitet hat um seine Familie zu ernähren und auch mal Ruhe gebraucht hätte, hab ich gar nicht gesehen. Auch für Deinen Freund hat sich jede Menge geändert. Besonders wenn die Beziehung zwischen Dir und dem Kind sehr eng ist.
Schaff Dir Freiräume. Bring die Kleine zur Oma, oder zu einer Freundin damit Du mal zur Ruhe kommst. Deswegen bist Du keine schlechte Mutter. Und versuch ein wenig mehr Verständnis für Deinen Mann zu entwickeln.
Such jemanden, der sich ums Kind kümmert, Tagesmutter o.ä. und mach Dein Studium fertig. Es ist wichtig, dass Du wieder unter Leute kommst und etwas nur für Dich machst. Ich geh auch wieder arbeiten. Ist zwar nur zweimal die Woche, aber ich bin superfroh drum.
Rede mit Deinem Mann, sag ihm, dass Du Dich missverstanden fühlst. Aber versuch dabei ruhig zu bleiben. Überleg Dir vorher, wie das Gespräch verlaufen soll. Und mach ihm keine Vorwürfe, er hat schon Stress genug.
Unternimm wieder etwas mit ihm, wie in der Zeit vor dem Baby.

Ich wünsche Euch alles Gute, Penny

Danke für deinen
Text, es tat gut, ihn zu lesen. Du versuchst, dich in ihn hinein zu versetzen und das ist in der Tat genau das, was mir momentan einfach nicht gelingen mag. Wie zwei Egoisten bleiben wir immer bei uns und können nicht über unseren Schatten springen. Wie habt ihr das damals geschafft, nachdem ihr erkannt habt, was schiefläuft? Konntet ihr darüber reden?

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13. Dezember 2005 um 21:23
In Antwort auf rahat_12382376

Ein paar Fragen:
Wie oft habt ihr in den letzten 9 Monaten etwas zu zweit unternommen?

War das so geplant, dass er das Geld verdient und du zu Hause bleibst und für das Kind zuständig bist? Wenn ja, wie lange habt ihr gedacht, dass ihr das so machen wollt?

Was legt er deinem Wunsch, zu arbeiten, für Steine in den Weg?

Ist deine Idee, dass er sein Arbeitspensum reduziert oder ist deine Idee, dass das Kind während deiner Arbeitszeit von jemandem anderen betreut wird?

Herzlich






Selten
haben wir etwas unternommen und mittlerweile hab ich auch oft keine Lust mehr darauf, mit ihm allein Zeit zu verbringen. Ist einfach ne schlechte Dauerstimmung zwischen uns. Getrennt waren wir schon hin und wieder aus. Geplant hatten wir nicht wirklich, sind da eher sehr blauäugig hineingegangen ohne uns großartig Gedanken über die Zukunft zu machen. Ihm ist seine Karriere aber mittlerweile wichtiger geworden und insofern auch die klassische Rollenverteilung. Steine in den Weg legt er mir nicht direkt, vielmehr unterstützt er mich zu wenig, er könnte vielleicht etwas kürzer treten, mehr Zeit mit der Kleinen verbringen, um mir Zeit zu geben, zu arbeiten.

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14. Dezember 2005 um 0:19
In Antwort auf agnhs_12639531

Danke für deinen
Text, es tat gut, ihn zu lesen. Du versuchst, dich in ihn hinein zu versetzen und das ist in der Tat genau das, was mir momentan einfach nicht gelingen mag. Wie zwei Egoisten bleiben wir immer bei uns und können nicht über unseren Schatten springen. Wie habt ihr das damals geschafft, nachdem ihr erkannt habt, was schiefläuft? Konntet ihr darüber reden?

Hallo Majah,
ich sitze gerade hier und heule. Bei uns war es auch so, da wir gebaut haben. 10 Jahre zusammen, Haus gebaut dann kam der Kleine. Mein Mann konnte sich irgendwie nicht in die Vaterrolle finden, obwohl ihm das niemand angemerkt hat auch ich nicht. Er hat wie ein verrückter gearbeitet, hatte kaum Zeit und ich war überlastet. Ich habe ihm auch immer vorgeschlagen was zu ändern, er ist aber nicht darauf eingegangen.
Im Endeffekt hat er sich als der Kleine 10 Monate alt war in eine junge Frau verliebt, die 21 Jahre alt ist, wo er keine Verpflichtungen hat und mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen.
Versucht zu reden, dass kann ich nur jedem raten solche Umstellungsprobleme, wenn ein Kind kommt, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen oder davon auszugehen, dass einen der Partner in so einer Situation nicht verlassen könnte. Nach der Geburt eines Kindes wird die Beziehung erst mal aus den Angeln gehoben und alles muß sich neu finden.Ich denke es lohnt sich aber auf jeden Fall die Zeit zu meistern. Vielleicht könnt ihr auch mal eine Paartherapie versuchen.
Viel Glück

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14. Dezember 2005 um 12:19
In Antwort auf agnhs_12639531

Danke für deinen
Text, es tat gut, ihn zu lesen. Du versuchst, dich in ihn hinein zu versetzen und das ist in der Tat genau das, was mir momentan einfach nicht gelingen mag. Wie zwei Egoisten bleiben wir immer bei uns und können nicht über unseren Schatten springen. Wie habt ihr das damals geschafft, nachdem ihr erkannt habt, was schiefläuft? Konntet ihr darüber reden?

Gerngeschehen
Ich hab mich selbst in deinem Text wieder erkannt. Es tut weh darüber zu sprechen, weil wir uns damals gegenseitig das Leben schwer gemacht haben. Ich konnte ihn nicht verstehen. Wenn er gearbeitet hat, hab ich das als Angriff gegen mich gesehen und dachte, er will mich nicht unterstützen. Dabei war es ihm wichtig, dass wir gut versorgt sind und uns keine Gedanken mehr machen müssen. Wir haben nicht mehr gesprochen und wenn war es sehr lieblos. Ich war sauer, weil ich mich im Stich gelassen fühlte. Ich hatte keine Nerven mehr und war abends einfach nur noch froh, wenn ich den Kleinen aus der Hand geben konnte. Und mein Mann? Der wollte nach Hause kommen, empfangen werden, sich erstmal ein wenig entspannen und auch Anerkennung finden. Aber ich hab ihm dann noch vorgehalten, dass er ja "nur" arbeiten geht.
Irgendwann hab ich angefangen zu überlegen. Nicht nur ich bin Mutter geworden und habe mich dadurch total verändert, sondern er auch. Er ist Vater geworden und sein Ziel war es einfach nur: Meine Familie zu ernähren. Er hat gearbeitet und gearbeitet und gearbeitet.

Ich habe meinen Mann total aus meinem Leben und vor allem aus meiner Gefühlswelt ausgeschlossen. Er kam überhaupt nicht mehr an mich heran. Das war das schlimmste für ihn und daher hatten wir auch so viel Streit, weil er mich überhaupt nicht mehr verstehen konnte. Das sagt er mir auch heute noch. Ich ging immer nur von mir aus, habe aber ihn und seine Probleme und Sicht der Dinge völlig ausgeblendet. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Versuche etwas Verständnis für Deinen Mann zu entwickeln. Eine Beratung kann auch Wunder wirken. Ich hatte das Glück, dass meine Freundin eine Ausbildung zum psychologischen Einzelberater gemacht hat. Davon konnte ich sehr profitieren. Es liegt viel an unserer Kommunikation, wie ein Gespräch verläuft. Wenn Dich das interessiert, dann lies mal nach unter Thomas Gordon, und zwar über aktives und passives Zuhören. Wenn Du diese Methoden bei Deinem Partner anwendest, wirst Du Dich (positiv) wundern, was Dein Partner eigentlich wirklich will und meint. Vor allem versuch Deine Wut abzulegen. Du bist nicht alleine. Er ist für Euch beide da. Im Moment kannst Du es vielleicht nur nicht sehen, weil Du selbst viel zu überfordert bist. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, Penny

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17. Dezember 2005 um 19:51

!!!!!!!
Was ist mit dem Baby? Ich denke, dass das Baby viel wichtiger als der Mann ist. Er ist schon erwachsen und das klene Kind entwickelt sich noch und es braucht viel Liebe und Ruhe . Streit und Stress sind nicht das Beste für das Kleine. Der Mann soll wissen was die Verantwortung bedeutet und nicht nur egoistisch an sich selbst denken, und etwas Liebe und Ruhe dem Kind zu schenken wäre auch nicht schlecht.

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18. Dezember 2005 um 12:52
In Antwort auf amparo_12858325

!!!!!!!
Was ist mit dem Baby? Ich denke, dass das Baby viel wichtiger als der Mann ist. Er ist schon erwachsen und das klene Kind entwickelt sich noch und es braucht viel Liebe und Ruhe . Streit und Stress sind nicht das Beste für das Kleine. Der Mann soll wissen was die Verantwortung bedeutet und nicht nur egoistisch an sich selbst denken, und etwas Liebe und Ruhe dem Kind zu schenken wäre auch nicht schlecht.

Hallo liebes Engelchen
Nein, hier geht es einmal nicht um das Baby! Dem Baby geht es gut! Hier geht es um die beiden als Paar. Und wenn die beiden Probleme in ihrer Beziehung zueinander haben, ist es erstmal klug diese zu lösen. Ein Baby kann nicht immer im Mittelpunkt stehen. Und es wurde hier auch nicht erwähnt, dass das Baby lieblos behandelt wird.

Wenn Du völlig gestresst und genervt von der Arbeit nach Hause kommen würdest, und ein gestresster und völlig entnervter Partner käme Dir entgegen und drückt Dir das Kind in die Hand, wie würde es Dir wohl dabei gehen? Wärst Du nicht momentan auch völlig überfordert von der Situation?

Aber wenn der Partner der zuhause ist, dem Partner der von der Arbeit kommt, erstmal die nötige Ruhe gibt und ihm zeigt, dass er willkommen ist, dann geht es zwangsläufig auch dem Baby besser!

Mein Partner und ich hatten sehr ähnliche Probleme. Wir haben sie gemeistert, weil ich lernte zu verstehen. Daran ist unsere Beziehung gewachsen. Und unserem Kind ging es trotzdem die ganze Zeit über gut.

Ich wünsche Dir einen schönen 4. Advent, Penny

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