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Scheidung - Ja oder Nein?

11. April 2013 um 22:30

Hallo Ihr alle!

Ich bin mit meinem Mann seit 9 Jahren zusammen (4 Jahre davon verheiratet), wir haben eine gemeinsame Tochter, sie wird im August 3.
Es gab in unserer Beziehung immer wieder mal gute und schlechte Zeiten, aber irgendwie haben wir uns immer wieder zusammengerauft. In letzter Zeit aber streiten wir uns so heftig, dass ich manchmal das Gefühl habe, die Situation eskaliert gleich, wenn ich mich nicht zurückziehe.
Wir sind 2007 in sein Elternhaus zu meinen Schwiegereltern gezogen, haben renoviert und eine komplette Etage für uns - ich habe mich damals mehr oder weniger dazu überreden lassen (hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich in einer 2-wöchigen Trennungsphase mit einem anderen im Bett war und Angst hatte, dass ich ihn ganz verliere, wenn ich darauf bestehe,nicht zu seinen Eltern zu ziehen). Naja, die Anfangszeit verlief eigentlich ganz ok-ich und auch meine Schwiegereltern haben noch Vollzeit gearbeitet und so hatte man auch wenig Berührungspunkte. Als dann unsere Tochter kam und somit auch die Schwiegereltern in Rente gingen, kam der ganze Streit ins Rollen. Kurz gesagt; meine Schwiegermutter war anscheinend der Meinung, dass ich mein Kind, sobald ich es auf die Welt gebracht habe, bei ihr abgebe! Es kam immer wieder zu Konflikten und Diskussionen. Dazu kam noch ein Streit über Erbe und Ausbezahlen zwischen meinem Mann und seinen Schwestern (das Haus wurde als wir eingezogen sind nicht überschrieben). Mein Mann hat aber, muss ich sagen, immer zu mir gehalten und wir haben dann letztes Jahr beschlossen, dass es eigentlich nur eine Lösung gibt: wir müssen wieder ausziehen. Ich habe dann meinen Eltern von der Situation erzählt und die meinten wir könnten das alte Haus meines Opas übernehmen (leider auch Grundstück an Grundstück mit meinen Eltern). Zuerst waren wir beide davon überzeugt, dass das (auch aus finanzieller Sicht) die beste Lösung wäre, aber dann stellte sich heraus, dass es doch nicht so einfach wie gedacht ist - ich habe auch noch zwei Geschwister. Dazu kommt, dass das Verhältnis zwischen meinem Mann und meinen Eltern auch nicht gerade einen guten Start hatte. Sie haben ihn akzeptiert und verhalten sich ihm gegenüber korrekt und höflich, auch und vielleicht gerade seit der Geburt unserer Tochter. Aber die Anfangszeit unserer Beziehung war schwierig,meine Mutter hat mich immer davor gewarnt, mich "schon so früh so fest an ihn zu binden" (war damals gerade 18).
SIe kannte seinen Vater von früher als "Säufer und Schläger" und das Bild hat sich bei ihr eingebrannt. Also gibt es auf der einen Seite Probleme von außen durch Eltern/Schwiegereltern/Geschwister und dann noch dazu Probleme zwischen uns.
Zum einen seine "Beziehung" zum Alkohol: mein Mann trinkt eigentlich regelmäßig. Aber nicht so, dass er mal Abends beim Fußballschaun vielleicht 2,3 Bier trinkt, sondern an einem Nachtschichtwochenende trinkt er wenn er früh um halb 7 von der Arbeit heimkommt so 8 -9 Bier! Und dann natürlich wenn er mal frei hat. Ich habe das Gefühl,dass er sich einfach nicht im Griff hat! Er kann sich nicht beherrschen und nach einem oder 2 Bier einfach aufhören! Er sagt zwar von sich, er ist noch lange kein Alkoholiker, weil immer mal Phasen (1 oder 2 Wochen dabei sind, in denen er nichts trinkt), aber ich glaube, dass er sich auf einem ganz schmalen Grat bewegt. Wenn er getrunken hat, ist er dann auch immer in Diskussionslaune und sucht regelrecht Streit! Er ist zwar bis jetzt noch nie gewalttätig gegenüber mir geworden, aber manchmal hab ich schon Angst vor ihm! Ich weiß nicht wie oft ich schon versucht habe, ihm auch vernünftig ins Gewissen zu reden - alles zwecklos! Ich hab zwar immer mal wieder von ihm gehört: "wenn wir verheiratet sind ist alles anders", dann: "wenn das Kind da ist, wird alles anders!" Aber es hat sich nie was geändert! Ich hab mich nur immer wieder zutexten und erweichen lassen. Klar, ich habe auch meine Fehler (bin z.B. nicht besonders ordentlich, was ihn total auf die Palme bringt usw.), aber ich versuche - im Gegensatz zu ihm - wenigstens was daran zu ändern.
Haben seit unserem letzten Streit (vor 3 Tagen) kein Wort mehr miteinander geredet, er hat mir vor lauter Wut (so blöd wie sich's auch anhört) sein Essen (Käsebrot ) ins Gesicht geworfen. Ich war in dem Moment so erschrocken, hab aber gleichzeitig auch gedacht, dass wenn man schon mal so weit ist und sich so tief beleidigt, hat es anscheinend wirklich keinen Sinn mehr, zusammenzubleiben. Ich habe zwar schon öfters mal mit dem Gedanken gespielt, mich zu trennen und er hat es mir auch schon mehrmals "angedroht", dass er mich verlässt, aber bis jetzt hab ich mich wegen unserer Tochter einfach nicht getraut, diesen Schritt zu wagen. Ich wollte ihr sowas nie antun - sie liebt ihren Papa und hat sich auch total an ihre Umgebung gewöhnt. Auf der anderen Seite habe ich auch Angst davor, das finanziell überhaupt stemmen zu können, habe keine Ersparnisse und könnte mir nicht einmal die Kaution für eine Mietwohnung leisten. Kann mir vielleicht jemand sagen, was ich als erstes tun sollte, wenn ich mich wirklich trennen will? Gleich zu einem Anwalt, zum Amt? Ich arbeite Teilzeit (22 h) und unsere Tochter geht in die Krippe, verdiene aber als Angestellte einfach zu wenig um auf eigenen Beinen stehen zu können. Oder sollte ich es doch noch einmal vielleicht mit einer Paartherapie versuchen? Vielleicht hat jemand Ähnliches durchgemacht? Wäre sehr froh über Antworten!

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12. April 2013 um 11:17

Mhm...
Keine einfache Situation...erst Mal glaube ich ist es eh nicht leicht mit seinen Schwiegereltern/Eltern zusammen zu leben, Jeder führt ein unterschiedliches Leben und oft ist es schwer den anderen zu verstehen. So sehr ich Sie auch liebe, wohnen würde ich auf jeden Fall getrennt von Ihnen. Denke einige Probleme von euch kommen auch daher. Ich als dritt Person die keinen von euch kennt, finde das es auf jeden Fall nötig wäre sich was eigenes zu suchen, wenn ihr beide daran arbeiten wollt. Eine Paartherapie ist immer eine Möglichkeit, jedoch müssen beide es wollen. Überlege dir für dich ob du deinen Mann noch genug liebst um das mit ihm zu machen oder ob du wirklich nur noch mit ihm zusammen bist wegen eurer Tochter. Ich weiß eine Trennung ist nie leicht, jedoch nur wegen den Kindern zusammen zu bleiben, ist genau so falsch. Auch wenn ihr immer denkt, es ist besser für das Kind so, es merkt wie ihr miteinander umgeht und gesund ist das auch nicht. Ich habe es bei einer Bekannten gesehen die nur aus diesem Grund bei ihrem Mann geblieben ist und das war mehr Horror für Sie und die Kinder als alles andere. Wenn du dich wirklich scheiden lassen willst, dann gehe am besten zu einem Anwalt und lasse dir erst mal informieren was dir zu steht und wie das ablaufen würde. Geldtechnik wird es am erst Mal nicht einfach sein, doch auch schon andere haben das geschafft.

Ich wünsche dir alles Gute und das du für dich die richtige Entscheidung triffst!

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18. April 2013 um 13:46

Fast gleiches Schicksal
Liebe Charmilli

Da haben wir beide fast das gleiche Schicksal.
Ich kenne meinen Mann jetzt seit 19 Jahren, seit 16 Jahren sind wir verheiratet. Ich war damals gerade 20 und hatte die rosarote Brille auf. Habe nicht erkannt, dass er Alkoholiker ist. Eigentlich erst vor einigen Jahren. Er trinkt regelmäßig (Spielgeltrinker) und hinzu kommt, dass er unter dem "Pantoffel" seines Vaters steht. Arbeiten beide im Familienunternehmen. Er war vor mir schon einmal verheiratet und hat aus dieser Ehe 2 Kinder. Wir haben ein gemeinsames. Nur - dass unser Kind immer hinten an steht. Seine Eltern haben insg. 5 Enkel (2 von der Tochter).

Im letzten Jahr war ich endlich so weit, dass ich eine eigene Wohnung hatte und dachte den Absprung geschafft zu haben. Dann kam sein Unfall, bei dem er fast gestorben wäre - und da ist er aufgewacht und hat gemerkt, dass er uns verliert. Von da an (September) hat er nicht mehr getrunken..

Ich kündigte die Wohnung wieder und blieb bei ihm - warum weiß ich nicht (ob Liebe oder nur Mitleid).

Im November fand ich in seinem Auto leere Getränkedosen, die Alkohol enthalten haben. Als ich ihn darauf ansprach, leugnete er. Ich glaubte ihm...

Aber immer mehr fing ich an zu zweifeln, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte...

Vor einigen Wochen fand ich beim Staubwischen auf seinem Kleiderschrank leere Bierflaschen.

Seit dem reden wir kaum noch miteinander. Samstag ist er wortlos weg gegangen und erst Sonntag gegen 17 Uhr nachHause gekommen. Ich habe nicht gefragt - weil ich keine Lügen mehr ertragen kann - seit dem ist Funkstille.

Ich fühle mich om Moment so hilflos, und ohnmächtig, weil ich nicht weiß ob ich noch einmal den Absprung schaffen kann / werde.

Ich habe solche Angst auch vor finanziellen Verlusten. Wir haben ein gemeinsames Haus, das noch nicht abbezahlt ist, haben noch Kreditverträge seiner Eltern an der Backe für die Firma (die wir zwar nicht bezahlen, die aber auf unseren Namen laufen)


Ich kann dich so gut verstehen!!!!!!!! Und du bist noch um einiges jünger als ich!

Kann man mit 39 noch mal ganz von vorne anfangen oder steht es mir nicht zu ?

Ich würde mich freuen, wenn wir uns austauschen könnten.

Beib gesund und liebe Grüße

Elena73












































































































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