Forum / Liebe & Beziehung

Scheiden oder bleiben..

15. Mai 2006 um 18:16 Letzte Antwort: 18. Mai 2006 um 6:52

ich bin total verzweifel und kann mit niemandem darüber reden. Mein Mann (57) hat mir (49) letztes Ende letzten Jahres gestanden, seit 1 Jahr eine Geliebte zu haben. Was mich trifft, ist die Tatsache, daß er von Liebe ihr gegenüber spricht, aber gleichzeitig behauptet, mit mir "alt" werden zu wollen. Wir sind beide in zweiter Ehe verheiratet und er hat bei seiner ersten Scheidung den Kontakt zu seinen Kindern weitestgehend verloren. Ich vermute, daß er nur noch bei mir bleibt, damit ihm dies nicht bei unserem gemeinsamen Sohn (9) passiert. All meine Bitten, den Kontakt zu ihr abzubrechen, kommt er nicht nach. Ich kann weinen, verständnisvoll sein, hysterisch werden, mit Trennung drohen - er besteht darauf, mit ihr weiterhin eine "Freundschaft" pflegen zu wollen. Er behauptet, daß seit Monaten da nichts mehr sexuell gelaufen sei und daß ich mich nicht angemessen verhalte und wir doch schließlich erwachsene, vernünftige Menschen seien. Ich weiß einfach nicht mehr weiter, bin so verletzt und so ratlos. Einerseits will ich so nicht weiterleben, andererseits liebe ich ihn und will ihn nicht verlieren. Ich habe mich in den letzten Jahren viel zu wenig auf ihn eingelassen, war beruflich oft unterwegs und wenn ich zuhause war, so müde, daß ich immer gleich ins Bett gegangen bin. Unser Sohn schläft jede Nacht bei uns im gemeinsamen Bett, was für unser sexuelles Leben sicher auch nicht förderlich war. Aber auch das ist es angeblich nicht, was ihn fasziniert. Sie sei so lebensfroh, so zärtlich und damit so anders als ich. Mein Mann will sich nicht von mir trennen, hat mir versprochen, nicht mehr mit ihr zu schlafen aber er "braucht" den Kontakt zu ihr. Manchmal komme ich mir wie eine Spielverderberin vor, daß ich ihm das alles nicht ermöglichen kann = nicht tolerant genug bin, diesem Treiben zuzusehen. Als ich ihm gesagt habe, daß ich in Betracht ziehe, mich zu trennen; hat er geantwortet;"Ich will das nicht, aber wenn du die Trennung einreichst, werde ich NICHT mit ihr zusammenleben, sondern mir eine neue Frau suchen!" Unserem Sohn (er merkt mich Sicherheit von den Spannungen nichts) will ich nicht die Familie nehmen, aber ich kann nicht mehr. Mein Stolz ist verletzt und ich kann nicht verstehen, daß er sich mit ihr eingelassen hat. Mein Mann will seine sexuellen Phantasien ausleben und "dafür nicht ins Bordell gehen müssen", mit mir ist das angeblich nicht möglich. Was würdet ihr machen an meiner Stelle??? DANKE

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16. Mai 2006 um 8:50

Wo ist seine Verpflichtung
auch etwas aktiv zu ändern? Du hast mir einiges geschrieben, was mich nachdenklich macht, aber ist es von mir wirklich zuviel verlangt, daß ich auch von ihm ein Entgegenkommen erwarte? Er schafft es noch nicht einmal, mir zuliebe, den Kontakt zu ihr abzubrechen, weil er es nicht WILL und darüber läßt er auch nicht mit sich reden. Wo bleibe ich? Meine Gefühle scheinen vollkommen egal zu sein...?!

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16. Mai 2006 um 10:01

Ein kleiner Denkanstoß!
Guten Tag!

Natürlich bist du jetzt erst einmal verletzt!
Dein Mann hat sich einer anderen Frau zugewendet, weil wie du ja eingeräumt hast bei euch einiges im Argen liegt.
Und das schon über einen längeren Zeitraum .
Hast du vielleicht mal darüber nachgedacht, dass sich dein Mann aus dem ehelichen Bett vertrieben fühlte?
Dabei spielt euer Sohn eine gewichtige Rolle!
Bitte unterschätze nicht die Auffassungsgabe eures Kindes. Glaubst du tatsächlich er bekommt nichts mit?
Denke einfach mal darüber nach.
Setze deine Prioritäten jetzt - neu!
Ein Kind darf nicht zum Spielball emotionaler Diskrepanzen seiner Eltern werden.
Euer Sohn ist neun Jahre.
Und die Pubertät wird kein Spaziergang!...,

Kläre doch einfach mal folgende Fragen in dir! Vielleicht kommst du der Lösung für dein Problem ein Stück näher

..., was liebst du eigentlich an deinem Mann? Was fehlt dir wirklich??
Seine Nähe?
Gespräche?
Welche Rolle spielt unser Sohn?

...,

Viel Glück!!

Alles Liebe und Gute!!

marie

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16. Mai 2006 um 10:59

Gute Gedanken
denen ich mich großteils aus Erfahrung anschliessen kann.

Ich habe am eigenen Leib über Jahre erleben müssen, wie es sich anfühlt "vernachlässigt" zu werden. Nicht nur sexuell, sondern da gehört auch zuneigung, zärtlichkeit, Fürsorge und und und dazu.

Klar, irgendwann ergibt sich dann die Gelegenheit einen Menschen zu treffen, der einem das fehlende und oft noch viel mehr bieten kann. Ich bin mir auch klar darüber, dass dies nicht immer das gelbe vom Ei sein muss auf dauer gesehen.
Ich hatte auf jeden Fall das Glück meine Traumpartnerin in allen Belangen zu finden und könnte auch nach 5 Jahren nicht glücklicher sein!

Eins muss ich aber auch ganz deutlich sagen: Man kann keinen anderen Menschen ändern und sich selbst auch nur bedingt, weil man ja nicht gegen seine eigenen Prizipien und Einstellungen ankämpfen kann. Damit wird man auf Dauer ja auch nicht glücklich.
Aber bei unserer Schreiberin scheint das Problem ja in einer Art Entfremdung - egal ob jetzt durch den Sohnemann in der Ritze oder die berufliche Trennung/Stress - zu liegen und da kann man sehr wohl eine Änderung herbeiführen, wenn BEIDE wollen!

Viel Glück

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16. Mai 2006 um 13:21
In Antwort auf

Wo ist seine Verpflichtung
auch etwas aktiv zu ändern? Du hast mir einiges geschrieben, was mich nachdenklich macht, aber ist es von mir wirklich zuviel verlangt, daß ich auch von ihm ein Entgegenkommen erwarte? Er schafft es noch nicht einmal, mir zuliebe, den Kontakt zu ihr abzubrechen, weil er es nicht WILL und darüber läßt er auch nicht mit sich reden. Wo bleibe ich? Meine Gefühle scheinen vollkommen egal zu sein...?!

Schwierig
Hallo,

deine Situation klingt sehr schwierig. Dein Mann scheint etwas nachholen zu wollen, was er dringend benötigt. Anscheinend haben ihm die letzten Jahre mit viel Arbeitsstress, Familienalltag, Kindergekuschel, Häuslebau etc. nicht mehr ausgereicht. Es ist sehr unfair, dass er sich das nun von woanders nimmt. Aber ich kenne deine Situation nicht - möglicherweise hat er versucht, es sich bei dir zu holen, aber es hat nicht geklappt. Ich finde es auch sehr unfair, dass er sich die "Spannung" von einer fremden Frau holt, die so unbeschwert ohne eure Alltagssorgen in euer Leben platzt. Sie ist der frische Wind, den er benötigt. Das ist bitter - aber stelle dir die Situation anders herum vor. Wenn du unzufrieden wärst, dann würdest du eventuell in seinem Alter auch sagen: Nein, ich verzichte jetzt nicht mehr, jetzt ziehe ich meine Wünsche durch. Das klingt nach harter Holzhammermethode ... Nun ja, ich kenne nur eine Schlussfolgerung: Sofern du ihn liebst, mußt du es vorerst so akzeptieren. Sei offen für neue Erfahrungen. Versuch herauszufinden, was er vermisst, was er braucht. Dann mach` dasselbe für dich und versuche, euch langsam, aber stetig auf einen Nenner zu bringen. Krempel dein Leben um! Und sorry, euer Sohn gehört nicht mehr in euer Bett. Ihr habt ja schließlich kein kriegsgeschädigtes Kind zuhause. Sofern du ihn noch liebst, und du diesen Lebenswandel durchziehen kannst, wird er auf Dauer keine Zweitfreundin brauchen. Wenn dir aber dein jetziges Leben wichtiger ist, und du nicht dazu bereit bist, auch mal Phantasien auszuleben, dann wirst du ihn früher oder später abgrundtief verachten und verlassen.
Du solltest ihn fragen, welche Basis er zum gemeinsam Altwerden sieht. Es wäre bitter, wenn er dich verlässt, wenn euer Sohn 18 ist. Dann träfe deine Vermutung zu.
Eine Basis (ausser Gewohnheit, Sohn, Haus, 2 PKW, Schulden etc.) benötigt ihr nämlich ganz sicher für die Zukunft!

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16. Mai 2006 um 13:50

Hallo liesmal
Wenn ich das so alles lese, merke ich das du dein mann schon verloren hast. Es ist viel zu spät. Schade nur, das er nicht viel vorher signaliesiert hat, etwas nicht mit euch stimmt. Ich muss sagen, er ist auch nicht ganz unschuldig. Er hat gewartet, bis er grund gefunden sich von dir zu trennen. Mach dir deshlab keine Vorwürfe. Ich bin selbst verheiratet und mein Mann geht nicht auf mich ein. Und ich lasse ihm das auch fühlen. Leider ist ihm das egal, er ignoriert mich ganz schön. Erst wenn er mich verloren hat, wird er es merken. Bei euch ist es so ähnlich. Lass izhn gehen, wenn er dir gehört, kommt er von alleine zu dir. Vielleicht merkt er es erst, wenn er bei der geliebten probleme hat, wie wichtig du ihn eigentlich bist. Mach dich nicht verrückt. Versuche neue Kapitel aufzuschlagen. Du kannst ihm die Liebe nicht erzwingen. Was verloren ist, ist verloren. Es ist schmerzhaft, ich kenne das Gefühl, aber du musst da durch!

Viel Glück

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18. Mai 2006 um 6:52

Lieber ein Ende setzten
Hallo,
ich selbst habe mich nach 15 Jahren auch von meinem Mann getrennt, trotz drei Kindern eben weil er mich total ignoriert hat und ich in einen Zustand ständiger Unzufriedenheit gefangen war, einerseits wollte ich wegen der Kinder nicht raus, die ganze Bequemlichkeit aufgeben,all das was man kennt, aber auch in Bezug auf die Kinder musste ich was verändern, genau das rate ich dir auch, dein Sohn ist mit neun Jahren alt genug, dass er die Veränderungen spüren kann und auch für ihn sind geklärte Verhältnisse alle mal besser als einen Zustand aufrecht zu erhalten der für dich unbefriedigend ist. Und das gibt auch dir eine Gelegenheit für einen Neuanfang

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