Forum / Liebe & Beziehung

Schaffen wir es?

Letzte Nachricht: 13. September um 20:08
13.09.21 um 11:12

Hallo zusammen,

ich wende mich heute an das Forum mit der Hoffnung, hier Menschen zu finden, mit denen ich mich über mein aktuelles Problem austauschen kann.

Mein Ex hat vor 4 Wochen die Beziehung beendet. Wir waren 5 Monate zusammen, Fernbeziehung über 200 km, jedes Wochenende gesehen, teils auch mal eine Woche am Stück.

Im letzten Monat hat er sich langsam aber sicher zurück gezogen. Ungefähr zeitgleich begann auch eine große berufliche Belastung für ihn (er ist selbstständig). Ich habe auf seine Distanzsuche mit Nachrücken reagiert, auch, weil ich selbst gerade eine schwierige Zeit hatte und ich Angst hatte, ihn jetzt auch noch zu verlieren. Habe es persönlich genommen, wenn er mich ein Wochenende nicht sehen wollte. Dadurch gab es Stress, und er hat letzlich nach 2 Wochen ständiger Streitereien die Trennung ausgesprochen.

Habe den Kontakt daraufhin eingestellt, ich wollte nicht noch mehr klammern. Nach einer Woche ein vorsichtiger Kontakt seinerseits. Ab da immer wieder einmal. Aber alles recht oberflächlich bis auf ein "Du fehlst mir" seinerseits, was wohl im nicht ganz nüchternen Zustand erfolgte

Nun war er beruflich auf einem Lehrgang, ich hatte schon vor der Trennung gesagt, dass ich in der Woche auf seinen Hund aufpasse, der mir im Laufe der Monate natürlich sehr ans Herz gewachsen ist. Und es ihm auch nach der Trennung nochmal angeboten. Übrigens nicht, weil ich mir dadurch etwas erhofft habe - ich habe da lange mit mir gerungen weil ich wusste, dass es mich emotional zurück werfen könnte. Der Hund hat aber außer meinem Ex und mir keine wirklichen Kontaktpersonen und ich wollte, dass es ihm gut geht und er nicht in eine Tierpension muss oder zu Menschen, die er zwei-, dreimal gesehen hat in seinem Leben.

Nachdem wir uns das erste Mal nach der Trennung dann bei der Übergabe wiedersahen schrieb er mir später, dass er es schön fand mich zu sehen. Den ersten Morgen dann "Na meine zwei Schnuckis, wie habt ihr geschlafen?". Im Laufe der Woche auch immer mal ein Kusssmiley, oder er schrieb mich beispielsweise mit Spitznamen an, so wie früher. Aber halt auch wieder recht oberflächlicher Kontakt, in erster Linie Austausch über den Hund.
Er hat dann gefragt, ob wir vielleicht das Übergabewochenende zusammen verbringen möchten. Er wollte zu mir kommen, ich habe mich dann aber doch lieber bei ihm eingeladen.
Wir haben uns gut verstanden, viel gelacht, einmal sogar eine halbe Stunde gekuschelt, was von ihm ausging. Er hat mich oft berührt, indem er mir die Füße gekitzelt oder durch die Haare gewuschelt hat. Mehr passierte nicht, auch von seiner Seite aus dahingehend keine Anstalten.
Er hat dann den Sonntag Unterlagen sortiert, ich lag auf dem Sofa, hab mit dem Hund gekuschelt und vielleicht liefen da gedankenverloren ein, zwei Tränen, weil ich mir dachte, dass das jetzt vielleicht die letzten Stunden sind und ich die beiden dann nicht mehr wiedersehe. Er hat es dummerweise gesehen und gleich gefragt was los ist. "Ich finde die Situation gerade einfach nur so schwer, ich weiß nicht, ob ich nachher meine restlichen Sachen mitnehmen soll oder wie, wo, was."
Er hat daraufhin energisch "Nein" gesagt, und ein wenig leiser, dass er es langsam angehen will.

Beim Abschied meinte er, er müsse wegen dem nächsten Wochenende schauen, er weiß nicht, wie er da so arbeiten müsste. Das klang so, als würden wir uns wohl eher nicht sehen. Mir schossen daraufhin wieder Tränen in die Augen weil ich die Hoffnung hatte, dass er ein wenig euphorischer ist - ein Königreich dafür, in so einer Situation einfach mal cool bleiben zu können  Er meinte dann, dass wir nochmal sprechen und er vielleicht auch zu mir kommt. Mal nicht arbeiten, und wieder runter kommen.

Ihm wurde vermutlich der Stress mit der Arbeit in Kombination mit den Wochenenden mit mir zuviel. Er hatte mir in der Zeit unmittelbar vor der Trennung gesagt: "Einerseits möchte ich dich unbedingt hier haben, andererseits stresst es mich gerade auch. Ich habe immer Angst, etwas falsch zu machen oder beispielsweise zu müde zu sein und dir dadurch nicht gerecht zu werden."

Wisst ihr, ich bin wirklich kein Fan von aufgewärmten Dingen. Aber in dem Fall hier ist die Situation anders. Ich weiß, dass es einfach für beide zuviel wurde aufgrund der besonderen Umstände. Hab in seinen Augen und an seinem Verhalten gesehen, dass da noch was ist bei ihm

Wie schätzt ihr als neutrale Personen die Situation ein? Wie sollte ich mich verhalten? Ich ziehe mich aktuell zurück, möchte ihn nicht bedrängen. Ich habe aber natürlich auch große Angst, dass er mich warm hält oder mich ausnutzt, um nicht alleine zu sein und ich es durch die rosarote Brille nicht checke.

Ich bedanke mich fürs Lesen, für eure Antworten und wünsche einen erfolgreichen Start in die neue Woche

 

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13.09.21 um 12:58

Hallo

Puh, da ist es ja schnell relativ ernst geworden. Beziehungen auf so große Distanzen sind immer ein wenig schwierig, weil man dann nicht mal eben für nur 2 Stunden hinfahren kann sondern gleich so lange am Stück da ist.

Kanntet ihr euch denn vorher schon oder seid ihr von 0 auf 100 sozusagen reingestartet? Vielleicht ist es ihm tatsächlich einfach zu viel, wenn ihr euch jedes Wochenende seht. Es bleibt dann ja auch keine Zeit mehr für alles andere.

Du musst für dich rausfinden, ob du mit weniger sehen (zumindest für eine Zeit) klarkommen würdest. Wenn es dir zu schwer fällt, dann wird es vermutlich nicht funktionieren und am Ende tut es nur noch mehr weh. Ich würde auch noch mal offen mit ihm darüber reden (nachdem du weißt was du willst) und so rausfinden, was er sich genau erwartet.

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13.09.21 um 13:29

Danke für deine Antwort  Was die Wochenenden angeht bin ich eigentlich nicht bereit Kompromisse zu machen. Sich erst nach gut 2 Wochen wieder sehen zu können ist für mich zu wenig.
Was ich ihm aber angeboten habe war, dass er gerne mal einen Freitag oder Samstag alleine weg kann. Ich habe Familie und Freunde in der Nähe, bei denen ich dann auch übernachten kann für die Zeit. Ich könnte dies natürlich auch für einen Mädelsabend nutzen, denn auch sowas kam bei mir in den letzten Monaten zu kurz. Damit wäre ich fein. Die Entfernung ist halt zu weit, um sich nur für einen Tag zu treffen Aber wir müssen nicht jede Minute des Wochenendes zusammen verbringen.

Ich wollte nicht gleich bei der ersten Möglichkeit mit einem Gespräch starten sondern erstmal ganz entspannt Zeit mit ihm verbringen. Dass ein Gespräch von Nöten ist, ist Fakt. Aber wie und wann ich es einläute weiß ich leider nicht.

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13.09.21 um 13:43
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Danke für deine Antwort  Was die Wochenenden angeht bin ich eigentlich nicht bereit Kompromisse zu machen. Sich erst nach gut 2 Wochen wieder sehen zu können ist für mich zu wenig.
Was ich ihm aber angeboten habe war, dass er gerne mal einen Freitag oder Samstag alleine weg kann. Ich habe Familie und Freunde in der Nähe, bei denen ich dann auch übernachten kann für die Zeit. Ich könnte dies natürlich auch für einen Mädelsabend nutzen, denn auch sowas kam bei mir in den letzten Monaten zu kurz. Damit wäre ich fein. Die Entfernung ist halt zu weit, um sich nur für einen Tag zu treffen Aber wir müssen nicht jede Minute des Wochenendes zusammen verbringen.

Ich wollte nicht gleich bei der ersten Möglichkeit mit einem Gespräch starten sondern erstmal ganz entspannt Zeit mit ihm verbringen. Dass ein Gespräch von Nöten ist, ist Fakt. Aber wie und wann ich es einläute weiß ich leider nicht.

Aber das klingt doch schon mal nach einem guten Kompromiss, wenn du dir vorstellen kannst dich auch räumlich am Wochenende ein wenig von ihm zu "trennen". Weil wenn du trotzdem in der Wohnung bist und er sich mit Kumpels alleine trifft, hat das ja auch wieder einen faden Beigeschmack.

Ich würd ihm das so auch einfach mal anbieten. Mach dir was aus mit Freunden oder deiner Familie und sag ihm, dass du an dem Wochenende eben da bist und ihr euch ja am Tag XX sehen könntet. Vielleicht auch gleich mit einem konkreten Vorschlag was ihr tun könntet (zB ins Kino gehen oder sowas). Aktiv Zeit miteinander zu verbringen ist auch super wichtig und oft viel wichtiger als quantitativ viel Zeit zu verbringen

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13.09.21 um 13:57
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Aber das klingt doch schon mal nach einem guten Kompromiss, wenn du dir vorstellen kannst dich auch räumlich am Wochenende ein wenig von ihm zu "trennen". Weil wenn du trotzdem in der Wohnung bist und er sich mit Kumpels alleine trifft, hat das ja auch wieder einen faden Beigeschmack.

Ich würd ihm das so auch einfach mal anbieten. Mach dir was aus mit Freunden oder deiner Familie und sag ihm, dass du an dem Wochenende eben da bist und ihr euch ja am Tag XX sehen könntet. Vielleicht auch gleich mit einem konkreten Vorschlag was ihr tun könntet (zB ins Kino gehen oder sowas). Aktiv Zeit miteinander zu verbringen ist auch super wichtig und oft viel wichtiger als quantitativ viel Zeit zu verbringen

Ich habe vorher 12 Jahre lang eine Beziehung geführt, die die ersten fünf Jahre auch eine Fernbeziehung war. Wir haben uns jedes Wochenende gesehen und ich dachte, das wäre normal, dass man die Zeit, die man hat, auch zusammen verbringt. Oder zumindest einen großen Teil, denn auch da haben wir nicht alles miteinander unternommen.

Bei meinem jetzigen Ex ist es wohl anders was Nähe und Distanz angeht. Aber das ist ja alles kein Problem, man muss halt mal drüber reden.

Was meinst du, wann ich so ein Gespräch mal starten sollte? Wenn wir uns mal wieder treffen und das Treffen gut war? Oder lieber per Whatsapp dann mal? Er kann nicht gut über Gefühle reden. Das war auch ein Punkt, wieso es die beiden Wochen vorher so eskaliert ist. Während ich lieber die Stimme höre bei Problemgesprächen, schreibt er lieber.

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13.09.21 um 14:16
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Ich habe vorher 12 Jahre lang eine Beziehung geführt, die die ersten fünf Jahre auch eine Fernbeziehung war. Wir haben uns jedes Wochenende gesehen und ich dachte, das wäre normal, dass man die Zeit, die man hat, auch zusammen verbringt. Oder zumindest einen großen Teil, denn auch da haben wir nicht alles miteinander unternommen.

Bei meinem jetzigen Ex ist es wohl anders was Nähe und Distanz angeht. Aber das ist ja alles kein Problem, man muss halt mal drüber reden.

Was meinst du, wann ich so ein Gespräch mal starten sollte? Wenn wir uns mal wieder treffen und das Treffen gut war? Oder lieber per Whatsapp dann mal? Er kann nicht gut über Gefühle reden. Das war auch ein Punkt, wieso es die beiden Wochen vorher so eskaliert ist. Während ich lieber die Stimme höre bei Problemgesprächen, schreibt er lieber.

Ich kann dich da sehr gut verstehen. Ich bin auch nicht der Typ, der gerne viel Distanz hat. Bei den drei großen Beziehungen die ich hatte war es eigentlich auch immer so, dass wir praktisch von Anfang an zusammen gewohnt haben, bzw beim ersten wars noch etwas langsamer, aber nach ein paar Wochen wars dann im Endeffekt auch soweit. Aber das waren auch alles keine Fernbeziehungen...

Kommt drauf an. So wie ich es verstanden habe habt ihr ja noch keinen neuen "Termin"? Dann würd ich einfach was planen und es dann so ansprechen, kannst du ja per WhatsApp machen, wenn du dich dabei wohler fühlst. Also zB einfach "Ich hab geplant, dass ich am Wochenende XX meine Tante Emma besuche. Wir wäre es, wenn wir uns am Samstagabend treffen und ins Kino gehen?"
Dann siehst du ja, was von ihm zurück kommt. Richtig drüber sprechen würd ich glaube ich lieber, wenn man sich dann wieder sieht. Das ist "einfacher", bzw sieht man besser wie der andere reagiert als über WhatsApp. Beim Schreiben kommts dann ja doch oft ganz anders rüber, als der andere geglaubt hätte, was dann wieder schnell zu Problemen führt

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13.09.21 um 17:27
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Ich kann dich da sehr gut verstehen. Ich bin auch nicht der Typ, der gerne viel Distanz hat. Bei den drei großen Beziehungen die ich hatte war es eigentlich auch immer so, dass wir praktisch von Anfang an zusammen gewohnt haben, bzw beim ersten wars noch etwas langsamer, aber nach ein paar Wochen wars dann im Endeffekt auch soweit. Aber das waren auch alles keine Fernbeziehungen...

Kommt drauf an. So wie ich es verstanden habe habt ihr ja noch keinen neuen "Termin"? Dann würd ich einfach was planen und es dann so ansprechen, kannst du ja per WhatsApp machen, wenn du dich dabei wohler fühlst. Also zB einfach "Ich hab geplant, dass ich am Wochenende XX meine Tante Emma besuche. Wir wäre es, wenn wir uns am Samstagabend treffen und ins Kino gehen?"
Dann siehst du ja, was von ihm zurück kommt. Richtig drüber sprechen würd ich glaube ich lieber, wenn man sich dann wieder sieht. Das ist "einfacher", bzw sieht man besser wie der andere reagiert als über WhatsApp. Beim Schreiben kommts dann ja doch oft ganz anders rüber, als der andere geglaubt hätte, was dann wieder schnell zu Problemen führt

Ich glaub, ich warte jetzt erstmal ab, was von ihm kommt, vor allem auch in Bezug auf das nächste Wochenende. Diese Warterei und Ungewissheit macht mich mürbe

 

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13.09.21 um 20:08

Was du schreibst klingt als wäre die Fernbeziehung das Problem. Er hat sie in der Form wie sie gelebt wurde nicht mehr mit seinem Beruf vereinen können und dir war es nicht genug euch etwas seltener zu sehen, dass er noch genügend Raum für seinen Beruf hat.

Für mich klingt die eigentliche Frage nicht danach, ob er dich noch mag, sondern eher danach wie eine Beziehung in Zukunft aussehen sollte, damit sie funktioniert, bzw. ihr beide darin Erfüllung findet.

Denke er möchte nicht alleine sein, ja, ist das ausnutzen? Vielleicht hofft er, dass sich irgendwie etwas entwickelt, dass ihr euch dann manchmal nur jede 2. Woche seht (so dass es mit dem Job vereinbar ist) und man dann sehen kann ob die Beziehung auf ein Level kommt, wo ihr euch für Heirat entscheidet und dass einer von euch beiden umzieht.

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