Home / Forum / Liebe & Beziehung / Sanfte Trennung

Sanfte Trennung

5. Oktober 2014 um 0:58 Letzte Antwort: 10. Oktober 2014 um 8:38

Hallo liebe Community,
Ich lese schon lange Zeit in diesem Forum mit, besonders wenn ich mit mir und meinen Fragen nicht weiterweiß. Heute habe ich mich auch angemeldet, weil ich mit kaum jemandem über mein Problem reden kann. Ich bin 35 Jahre alt, seit 3,5jahren verheiratet und seit 13,5 Jahren in der Beziehung mit meiner Frau. Wir haben 3 Kinder (8,3&2Monate) die wir beide über alle Maßen lieben. Nun verhält es sich so, dass ich gemerkt habe, daß ich meine Frau nicht mehr liebe. Ich liebe was wir uns erarbeitet haben, wie wir als Familie funktionieren und natürlich unsere Kinder. Vor etwa 1 Jahr habe ich für mich beschlossen die Beziehung und Ehe beenden zu wollen (die üblichen Gründe: nur noch wegen der Kinder zusammen, eingefahrenes Leben, uninspiriertes Sexualleben, Veränderung der Charaktere) und wollte den "richtigen" Zeitpunkt zum Gespräch suchen. Tja, plötzlich hieß es: Ich bin schwanger! Nachdem sie vor etwa 1,5Jahren eine Fehlgeburt hatte brachte ich es a)zu diesem Zeitpunkt nicht übers Herz ihr von meinen Trennungsbemühungen zu erzählen und b)hatte ich Angst sie könne es wieder verlieren. Schon die erste Fehlgeburt hat sie sehr mitgenommen und sie kam nur schwer wieder auf die Beine. Hatte einfach nicht die Eier in der Hose ihr das anzutun, weil sie mir als Mutter meiner Kinder nach wie vor sehr wichtig ist, nur eben als Partnerin nicht mehr. Wir haben uns über die Jahre einfach so weit von einander entfernt. Nun hat sie kurz nach der Geburt unseres dritten Kindes aber schon gemerkt, dass mit mir nicht alles in Ordnung ist (Verschlossenheit, wenig Liebesbekundungen) und mich darauf angesprochen. Ich konnte nicht länger etwas vorspielen ( auf Ehrlichkeit legten wir immer sehr viel wert) und habe "reinen Tisch" gemacht. Ich sagte ihr ich sei nicht mehr glücklich, hätte Angst was aus uns und unserer Beziehung werden würde und das ich nicht mehr nur der Kinder wegen eine Beziehung führen wollen würde. Sie fiel -selbstverständlich- aus allen Wolken. Bei mir reifte der Gedanke schon lange Zeit, ihr würde es gerade erst bewußt. Sie hat natürlich mit allen Facetten der Gefühle reagiert (sich Ändern wollen- das hat schon die letzten Jahre nach solch ernsten Gesprächen nicht funktioniert, Resignation und Wut - du bist nicht mehr glücklich, zieh aus, laß den Unterhalt da). Ich habe dann versucht weitere klärende Gespräche zu führen (zum Wohle der Kinder eine saubere Trennung hinzubekommen) was total abgeblockt wurde (unser Großer würde sich meiner ja erinnern, aber das Baby wächst ohne Vater auf). Ich war total geschockt, dass sie annimmt ich würde mich aus der Verantwortung für meine Kinder stehlen. Ich halte keine drei Tage ohne sie aus! (Dazu sei gesagt, dass wir beide Scheidungskinder mit ähnlicher Historie sind).Nach 14 Tagen konnte ich sie zu einem gemeinsamen Wochenende überreden, bei dem wir die Zukünftige Verfahrensweise klären wollten. Sie dachte wohl ich würde es nochmal mit ihr versuchen wollen (ich würde zurückrudern) aber tatsächlich stehen die Kinder bei mir in dieser Situation im Fokus. Ich will nicht einfach ausziehen (Papa ist ab jetzt nicht mehr da) sondern meinen Kindern die Entfernung von ihrer Mutter vorleben und ihnen zeigen dass nicht sie(die Kinder) der Grund für eine -unweigerlich eintretende- auch räumliche Trennung sind. Um die Wogen etwas zu glätten, habe ich jetzt vorgeschlagen vorerst gemeinsam an uns und unserer Beziehung arbeiten zu wollen (die Dinge anzugehen die uns am Partner "stören") und in einem halben Jahr zu schauen ob die Veränderungen uns auch gegenseitig wieder näher bringen. Langer Text, hier der eigentliche Knackpunkt:
Ich glaube nicht mehr daran! Ich will das Gefühl vermitteln (sowohl ihr als auch den Kindern) wie es weitergeht wenn wir dann wirklich getrennt sind! Ich will zeigen das ich am täglichen Leben meiner Kinder beteiligt sein will und kann, auch ohne die Mama noch zu lieben. Fühle mich einerseits total unwohl so manipulativ zu handeln (ich glaube sie denkt ich will an unserer Beziehung arbeiten), anderseits habe ich Angst das sie und ihre Familie so sauer, enttäuscht und wütend auf mich sind, dass sie mir das Leben zur Hölle machen. Neben dem finanziellen Aspekt rede ich natürlich in erster Linie vom Umgangsrecht mit meinen Kindern.
Ich würde mich sehr über a) eure Gedanken dazu freuen und b) über euren Zuspruch, richtig gehandelt zu haben.
MFG
Undiscloseddisires78

Mehr lesen

6. Oktober 2014 um 17:29

Mittel zum Zweck
Hallo,

ich kann mich eher in die Gefühle deiner Frau einfühlen. Sie ist enttäuscht, geschockt und wahrscheinlich unendlich traurig.

Es ehrt dich natürlich das du für deine Kinder da sein möchtest, alles tun willst, damit sie nicht unter einer Trennung leiden. Doch wie soll sich deine Frau fühlen?

Du hast dich anscheinend schon lange gefühlsmäßig von ihr zurückgezogen, während sie euch noch glücklich wähnte. Sie hatte wahrscheinlich mit der Schwangerschaft und den beiden Anderen jede Menge zu tun. Es muss ein riesen Schock für sie sein.

Wenn du gefühlsmäßig überhaupt keine Chance mehr für euch siehst, dann finde ich das du auch ehrlich sein solltest. Denn wenn sie versucht sich zu ändern und du trotzdem bei deinem Entschluss bleibst, dann wird sie total enttäuscht sein und wahrscheinlich auch dementsprechend reagieren.

Ich selbst bin damals auch aus allen Wolken gefallen als mein Mann eine Geliebte hatte, er hatte sich gefühlsmäßig schon lange aus unserer Ehe verabschiedet, diese Zeit hatte ich nicht. Für mich war es ein Schlag. Denn ich hatte keinerlei Anzeichen dafür gesehen.

Deshalb sei ehrlich, mach ihr keine Hoffnungen die du nicht erfüllen kannst.

Viel Glück

Kleines 1968

Gefällt mir 1 - Hiflreiche Antwort !
6. Oktober 2014 um 21:24

Mittel zum Zweck Antwort
Hallo Kleines1968,
Es ist ja nicht so, dass ich mir nicht im Klaren darüber bin wie sie sich fühlt. Ich habe es ja auch zuerst mit der völligen Ehrlichkeit versucht...was natürlich ein Schock war. Allerdings sind die Probleme zwischen uns nicht in den letzten Wochen und Monaten entstanden, sondern leider schon seit Jahren immerwieder Thema. Es gibt nie einen guten und günstigen Zeitpunkt soetwas zu verkünden. Ich wollte einfach nicht dass wir irgendwann durch fremdgehen, gegenseitigen Respektsverlust oder ähnlichem uns voneinander entfremden. Sie ist mir nach wie vor wichtig, immerhin haben wir gemeinsam die tollen Kinder und ich habe sie auch geliebt. Ich habe und will keine Geliebte und sie so aufs tiefste verletzen. Die Kinder verbinden uns auf ewig und ich will diesen Cut zwischen uns möglichst schmerzfrei für alle Beteiligten vollziehen. Bei völliger Ehrlichkeit reagiert sie aber leider eben wie jene gehörnte Ehefrau...ich will meine Jugend zurück, die Familie sei mir egal oder auch ich bin ein Egoist. Ich denke wirklich in erster Linie an meine Kinder, kann aber auch nicht länger den Glücklichen Spielen wenn ich es nicht bin. Das ist meiner Meinung nach auch den Kindern nicht fair gegenüber. Die Änderungen die wir jetzt vollziehen (z.B. ich mach mehr im Haushalt, sie kümmert sich mehr um die Kinder) zielen ein Stück weit darauf ab einen Zustand herzustellen der uns zeigt wie wir trotz Trennung gemeinsam den Kindern und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Wenn dieser Zustand erreicht ist, in dem die eigenen Vorstellungen mit den Vorstellungen des Anderen übereinstimmen und man zufrieden ist, stelle ich natürlich auch eine gegenseitige Annährung nicht in Frage....man soll niemals nie sagen. Ich denke bloß das man sich ganz schön verbiegen müsste ( sowohl sie als auch ich) dass ich eine Fortführung der Partnerschaft momentan nicht sehe. Und auch. Ich daran denke...ja, soweit hast du recht wenn du sagst ich hätte gefühlsmäßig damit abgeschlossen. An der Partnerschaft haben wir in den letzten Jahren oft und leider erfolglos gearbeitet, deshalb ist es nun wichtig das worin wir gut sind, unsere Familie, zu erhalten.
Gruß
Der rauchende Schädel von undiscloseddesires78

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
7. Oktober 2014 um 11:04
In Antwort auf ilias_11922133

Mittel zum Zweck Antwort
Hallo Kleines1968,
Es ist ja nicht so, dass ich mir nicht im Klaren darüber bin wie sie sich fühlt. Ich habe es ja auch zuerst mit der völligen Ehrlichkeit versucht...was natürlich ein Schock war. Allerdings sind die Probleme zwischen uns nicht in den letzten Wochen und Monaten entstanden, sondern leider schon seit Jahren immerwieder Thema. Es gibt nie einen guten und günstigen Zeitpunkt soetwas zu verkünden. Ich wollte einfach nicht dass wir irgendwann durch fremdgehen, gegenseitigen Respektsverlust oder ähnlichem uns voneinander entfremden. Sie ist mir nach wie vor wichtig, immerhin haben wir gemeinsam die tollen Kinder und ich habe sie auch geliebt. Ich habe und will keine Geliebte und sie so aufs tiefste verletzen. Die Kinder verbinden uns auf ewig und ich will diesen Cut zwischen uns möglichst schmerzfrei für alle Beteiligten vollziehen. Bei völliger Ehrlichkeit reagiert sie aber leider eben wie jene gehörnte Ehefrau...ich will meine Jugend zurück, die Familie sei mir egal oder auch ich bin ein Egoist. Ich denke wirklich in erster Linie an meine Kinder, kann aber auch nicht länger den Glücklichen Spielen wenn ich es nicht bin. Das ist meiner Meinung nach auch den Kindern nicht fair gegenüber. Die Änderungen die wir jetzt vollziehen (z.B. ich mach mehr im Haushalt, sie kümmert sich mehr um die Kinder) zielen ein Stück weit darauf ab einen Zustand herzustellen der uns zeigt wie wir trotz Trennung gemeinsam den Kindern und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Wenn dieser Zustand erreicht ist, in dem die eigenen Vorstellungen mit den Vorstellungen des Anderen übereinstimmen und man zufrieden ist, stelle ich natürlich auch eine gegenseitige Annährung nicht in Frage....man soll niemals nie sagen. Ich denke bloß das man sich ganz schön verbiegen müsste ( sowohl sie als auch ich) dass ich eine Fortführung der Partnerschaft momentan nicht sehe. Und auch. Ich daran denke...ja, soweit hast du recht wenn du sagst ich hätte gefühlsmäßig damit abgeschlossen. An der Partnerschaft haben wir in den letzten Jahren oft und leider erfolglos gearbeitet, deshalb ist es nun wichtig das worin wir gut sind, unsere Familie, zu erhalten.
Gruß
Der rauchende Schädel von undiscloseddesires78

Verletzung
Hallo,

ich kann dir nur beschreiben wie ich mich damals gefühlt habe, als mein Mann mir mitteilte das er keine Gefühle mehr für mich hat.

Ich war geschockt, enttäuscht, zutiefst verletzt, hatte riesige Lebensängste usw. Alles Zustände die deine Frau wahrscheinlich auch in dieser Zeit durchläuft.

Man möchte um sich selbst willen geliebt werden und nicht weil man gemeinsame Kinder hat. Ich habe mich in meiner Person als Frau sehr erniedrigt gefühlt, wobei der Umstand natürlich ein anderer war, denn mein Mann hatte eine Geliebte.

Vielleicht denkt auch deine Frau daran, das es jetzt jemanden in deinem Leben gibt und du deshalb eine Trennung möchtest.

Ich finde es toll wie viele Gedanken du dir um deine Kinder machst, dich kümmern möchtest. Doch leider bleibt doch die große Last der Verantwortung oftmals bei dem Elternteil hängen, in dessen Haushalt die Kinder leben. Zumal sich wahrscheinlich auch finanziell so einiges ändern wird.

Eine Partnerschaft verändert sich durch Kinder. Viele Bedürfnisse werden nicht mehr so wahrgenommen, man nimmt vieles als selbstverständlich hin. Man geht nicht mehr achtsam genug miteinander um. Vielleicht eine Erkenntnis die bei deiner Frau auch kommt und sie versuchen lässt einiges zu ändern.

Dreifache Mutter ist ein schwieriger "Job". Gerade wenn sie noch so klein sind. Ich hoffe das es bei euch noch eine Chance gibt, jedoch nicht um der Kinder Willen, sondern aus Achtung und Liebe deiner Frau gegenüber.

Kleines 1968

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
10. Oktober 2014 um 8:38

Wie das Leben so spielt...
Hallo,
ich kann dich verstehen!
Man trifft jemanden, verliebt sich, denkt es ist für immer. Und dann?..... Auf einmal ist die Liebe weg, es kommt schleichend, man bemerkt es gar nicht wirklich. Wie kann so etwas passieren? Es wird zusammen diskutiert, viel geredet, eine Beratung aufgesucht und doch kommt die Liebe nicht wieder.
Wegen der Kinder rauft man sich zusammen, man muss doch eine Familie bleiben! Und einem selbst geht es gar nicht gut dabei. Man würde sich am liebsten trennen!
Ich wünschte, ich hätte so einen Mann wie du es bist. Seltsamer Wunsch, nicht? Eine sanfte Trennung wäre prima! Langsam den Schritt vorbereiten und es so für alle einfacher zu machen.
Es ist nur nicht so einfach, wenn sich der andere Partner durch die Trennung verletzt fühlt. Deine Frau ist verletzt und deshalb reagiert sie so. Sie hat Angst und weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll.
Wenn du die Trennung wirklich möchtest, bleib am Ball.
Zeige ihr, dass du sie und die Kinder jederzeit unterstützen würdest. Zeige ihr, dass sie dir immer noch wichtig ist. Sage aber auch klar und deutlich, dass ihr nicht mehr zusammen kommen werdet.
Ich wünsche euch alles Gute!
Du bist mutiger als ich.

Viele Grüße
Mischky

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Wenn einer Borderline hat...
Von: misssam88
neu
|
10. Oktober 2014 um 8:06
Diskussionen dieses Nutzers
Teste die neusten Trends!
experts-club