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Forum / Liebe & Beziehung

Sackgasse.

Letzte Nachricht: 22. April 2018 um 16:34
A
anne_12268349
22.04.18 um 8:47

Hallo liebe Leute,
ich wollte mich an euch wenden, da ich ehrlich gesagt niemanden habe, der mich (objektiv) beraten kann... Ich würde mich daher über eure Kommentare freuen. 

Es geht darum: Ich (36) bin seit inzwischen bald 6 Jahren mit meinem Freund (45) zusammen. Am Anfang war ich natürlich schwer verliebt, dachte er ist mein absoluter Traummann. Ich erinnere mich noch gut daran, am Anfang mal im Kino einen Film gesehen zu haben, wo es um eine Hochzeit ging. Da habe ich seine Hand angesehen und davon geträumt, dass er irgendwann mal "mein Mann" ist. Kurz darauf waren wir auf einer Hochzeit und da hat er mir auch ins Ohr geflüstert, ob wir wohl auch mal so eine schöne Feier haben werden...? Ich habe mich darüber sehr gefreut. Wir haben super viel tolle Sachen unternommen und ich habe es geliebt, dass er so vielseitig interessiert ist und offen Neuem gegenübersteht.

Ich muss dazu sagen, dass ich immer sicher war, auch mal zu heiraten und Kinder zu kriegen. Grundsätzlich bin ich aber (und auch mein Freund) eher freiheitsliebend. Daher hatte ich auch keine Eile. Nach 3 Jahren habe ich gedacht, dass es an der Zeit wäre zusammenzuziehen. Er war zunächst zurückhaltend, letztlich hat er aber zugestimmt. Nach einer anfänglichen Phase des "einruckelns" (er liebt das kreative Chaos, ich bin super ordentlich) klappte das auch sehr gut. Um mich herum haben zwischenzeitlich alle meine Freunde geheiratet, kauften Häsuer und kriegsten Kinder und so machte auch ich manchmal Andeutungen in die Richtungen. Mit der zeit lernte ich, dass er heiraten erst "nach 20 jahren" romantisch findet und Kinder brauche er auch nicht wirklich, aber wenn es mir mal wichtig werden würde, wäre er einverstanden. Ich konnte auch gut nachvollziehen, dass es aktuell nicht wirklich passt, da er kurz nach unserem Zusammenkommen eine Firma eröffnet hat und extrem viel (durchgehend) arbeiten musste. Daher erlebten wir auch nicht mehr viel gemeinsam und das Leben "plätscherte" so vor sich hin. Wir arbeiteten, sahen gelegentlich Filme auf der Couch (wenn er früh genug aus der Firma kam) und ansonsten lebte ich mein Leben eben mit Freundinnen oder alleine. Das ging eine Weile gut, aber nach 5 Jahren (!) machte mich das immer unzufriedener, da ich mir mein Leben eigentlich anders vorgestellt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass das Leben ewig so bleiben würde. Ich kritisierte ihn daher sehr viel und "nörgelte" oft. Bei Anderen ging es voran. Ich fühlte mich dagegen jahrelang auf der Ersatzbank. Trennen wollte und konnte ich mich aber auch nicht, da ich ein treu(doofer?) Parnter bin und ihn ja auch liebte. Die Hoffnung wollte ich nicht aufgeben.

Mit 35 hatte ich die Schnauze voll und habe es einfach mal getestet: Ich habe Nachwuchs angesprochen, da er ja gesagt hatte, dass er einverstanden wäre, wenn es mir wichtig wird. Die Antwort war hart: Er sagte knallhart, dass er das nicht kann und will. Und dass ihm jetzt erst klar geworden sei, wie wichtig ihm seine Freiheit ist. Mir wurde dann endgültig klar, dass sich nichts mehr ändern würde. Wir hatten einen großen Streit und ich trennte mich (leider nur kurzzeitig) von ihm. Ich hielt nicht durch, da nicht mehr schlafen konnte und plötzlich wieder an die alten Zeiten denken musste. Ich litt erbärmlich. Also beschloss ich, um meinetwillen,  wieder mit ihm zusammenzukommen. Ich habe dann einfach beschlossen mich mit einer  - für mich - schonenderen Technik langsam von ihm zu entfernen... und mich NUR noch um MICH zu kümmern. Ich nahm keine Rücksicht mehr, war aber weiter freundlich zu ihm. Ich kritisierte ihn natürlich nicht mehr, da er meinen Ansprüchen ja nicht mehr genügen musste. ich war gedanklich längst gegangen.

Und jetzt kommts: Zu Weihnachten hat er mir dann einen Heiratsantrag gemacht und gesagt, dass er sich auch Kinder vorstellen kann. Das letzte halbe Jahr wäre das beste der gesamten Beziehung gewesen. Der Sinneswandel sei gekommen, da er sich nicht mehr unter Druck gesetzt fühle und seine Firma jetzt endlich besser laufe und er sich auch mehr Freiräume schaffen könne. Er habe nicht nur der Erzeuger eines Kindes sein wollen, sondern ein richtiger Vater.

Jetzt würde man ja denken: HAPPY END! Aber ich konnte (bisher) nicht ja sagen. Ich habe mir Bedenkzeit erbeten. Ich bin einfach aus dem "Romantikmodus" raus. Es gibt Tage, da denke ich, dass alles perfekt ist. Wir unternehmen auch wieder richtig viel (fahren Rennrad als gemeinsames Hobby). Aber irgendetwas in mir kann einfach nicht "Ja" sagen. Manchmal denke ich auch, dass wir inzwischen einfach zu alt sind, um eine Familie zu gründen. Eine Freundin meiner Mutter meinte letztens, dass wir unser Leben in der Stadt ja super eingerichtet hätten. Man müsste ja schließlich nicht heiraten und ein Haus im Grünen kaufen, wenn man eh keine Kinder will (was ich nie gesagt habe!!). Ich bin sozusagen jetzt in der "Schublade" für Partnerschaften ohne Kinder gelandet. Das war aber nie eine bewusste Entscheidung von mir.

Ich bin daher in letzter Zeit sehr nachdenklich, drehe mich ständig im Kreis und weiss einfach nicht wen ich um Rat fragen kann. Soll ich einfach so weitermachen wir bisher? Einfach mein stressfreies Leben leben mit all den Freiheiten (die ein Leben ohne Kinder, Eigentum etc. so bringt)? Ist das vielleicht mein Schicksal? Soll ich einen Neustart mit meinem Freund wagen (trotz der Enttäuschung, die mir noch in den Knochen steckt)? Oder soll ich alles einreißen und einen Neustart /Trennung wagen? Mit dem Risiko dann  definitiv kinderlos zu bleiben? 

Ich würde mich wirklich sehr über jegliches Feedback freuen! Wirklich gerne auch Kritik! Vielleicht hilft es mir ja den Kopf mal richtig "gewaschen zu kriegen"...

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K
katica_12445686
22.04.18 um 12:17

Also ich verstehe Menschen sowieso nicht, die bequemlichkeithalber in einer Beziehung bleiben. Du sagst selbst, dass du "leider" wieder zurück gegangen bist, nach dieser kurzzeitigen Trennung. Das sagt doch eigentlich alles aus! Du bereust heute noch, nicht gegangen zu sein. Was gibt es also da noch zu überlegen?! Sei jetzt wenigestens ehrlich genug zu dir und vor allem zu ihm und trennne dich. So hat es doch absolut keinen Sinn!

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J
juana_12063307
22.04.18 um 14:37

Wenn ihr ein Kind bekommt, dann wird sich die Beziehung von alleine vollständig ändern. Dieses kleine Wesen wir in das absolute Zentrum eures, ja vor allem deines Lebens rücken und die emotionale Beziehung zu deinem Partner wird dir weniger wichtig sein. Vor allem in den ersten Jahren dreht sich sehr viel um Funktionieren und der Verantwortung gerecht werden und gemeinsam die Sache zu meistern. Ein Kind kann ein Paar wieder zusammenschweißen aber nicht auf der Ebene wie es früher war als Traumpaar, sondern auf eine mit Stolz erfühlte Gemeinschaft zweier Menschen, die etwas positives und großartiges hervorgebracht haben.

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G
goldschatz89
22.04.18 um 16:11
In Antwort auf anne_12268349

Hallo liebe Leute,
ich wollte mich an euch wenden, da ich ehrlich gesagt niemanden habe, der mich (objektiv) beraten kann... Ich würde mich daher über eure Kommentare freuen. 

Es geht darum: Ich (36) bin seit inzwischen bald 6 Jahren mit meinem Freund (45) zusammen. Am Anfang war ich natürlich schwer verliebt, dachte er ist mein absoluter Traummann. Ich erinnere mich noch gut daran, am Anfang mal im Kino einen Film gesehen zu haben, wo es um eine Hochzeit ging. Da habe ich seine Hand angesehen und davon geträumt, dass er irgendwann mal "mein Mann" ist. Kurz darauf waren wir auf einer Hochzeit und da hat er mir auch ins Ohr geflüstert, ob wir wohl auch mal so eine schöne Feier haben werden...? Ich habe mich darüber sehr gefreut. Wir haben super viel tolle Sachen unternommen und ich habe es geliebt, dass er so vielseitig interessiert ist und offen Neuem gegenübersteht.

Ich muss dazu sagen, dass ich immer sicher war, auch mal zu heiraten und Kinder zu kriegen. Grundsätzlich bin ich aber (und auch mein Freund) eher freiheitsliebend. Daher hatte ich auch keine Eile. Nach 3 Jahren habe ich gedacht, dass es an der Zeit wäre zusammenzuziehen. Er war zunächst zurückhaltend, letztlich hat er aber zugestimmt. Nach einer anfänglichen Phase des "einruckelns" (er liebt das kreative Chaos, ich bin super ordentlich) klappte das auch sehr gut. Um mich herum haben zwischenzeitlich alle meine Freunde geheiratet, kauften Häsuer und kriegsten Kinder und so machte auch ich manchmal Andeutungen in die Richtungen. Mit der zeit lernte ich, dass er heiraten erst "nach 20 jahren" romantisch findet und Kinder brauche er auch nicht wirklich, aber wenn es mir mal wichtig werden würde, wäre er einverstanden. Ich konnte auch gut nachvollziehen, dass es aktuell nicht wirklich passt, da er kurz nach unserem Zusammenkommen eine Firma eröffnet hat und extrem viel (durchgehend) arbeiten musste. Daher erlebten wir auch nicht mehr viel gemeinsam und das Leben "plätscherte" so vor sich hin. Wir arbeiteten, sahen gelegentlich Filme auf der Couch (wenn er früh genug aus der Firma kam) und ansonsten lebte ich mein Leben eben mit Freundinnen oder alleine. Das ging eine Weile gut, aber nach 5 Jahren (!) machte mich das immer unzufriedener, da ich mir mein Leben eigentlich anders vorgestellt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass das Leben ewig so bleiben würde. Ich kritisierte ihn daher sehr viel und "nörgelte" oft. Bei Anderen ging es voran. Ich fühlte mich dagegen jahrelang auf der Ersatzbank. Trennen wollte und konnte ich mich aber auch nicht, da ich ein treu(doofer?) Parnter bin und ihn ja auch liebte. Die Hoffnung wollte ich nicht aufgeben.

Mit 35 hatte ich die Schnauze voll und habe es einfach mal getestet: Ich habe Nachwuchs angesprochen, da er ja gesagt hatte, dass er einverstanden wäre, wenn es mir wichtig wird. Die Antwort war hart: Er sagte knallhart, dass er das nicht kann und will. Und dass ihm jetzt erst klar geworden sei, wie wichtig ihm seine Freiheit ist. Mir wurde dann endgültig klar, dass sich nichts mehr ändern würde. Wir hatten einen großen Streit und ich trennte mich (leider nur kurzzeitig) von ihm. Ich hielt nicht durch, da nicht mehr schlafen konnte und plötzlich wieder an die alten Zeiten denken musste. Ich litt erbärmlich. Also beschloss ich, um meinetwillen,  wieder mit ihm zusammenzukommen. Ich habe dann einfach beschlossen mich mit einer  - für mich - schonenderen Technik langsam von ihm zu entfernen... und mich NUR noch um MICH zu kümmern. Ich nahm keine Rücksicht mehr, war aber weiter freundlich zu ihm. Ich kritisierte ihn natürlich nicht mehr, da er meinen Ansprüchen ja nicht mehr genügen musste. ich war gedanklich längst gegangen.

Und jetzt kommts: Zu Weihnachten hat er mir dann einen Heiratsantrag gemacht und gesagt, dass er sich auch Kinder vorstellen kann. Das letzte halbe Jahr wäre das beste der gesamten Beziehung gewesen. Der Sinneswandel sei gekommen, da er sich nicht mehr unter Druck gesetzt fühle und seine Firma jetzt endlich besser laufe und er sich auch mehr Freiräume schaffen könne. Er habe nicht nur der Erzeuger eines Kindes sein wollen, sondern ein richtiger Vater.

Jetzt würde man ja denken: HAPPY END! Aber ich konnte (bisher) nicht ja sagen. Ich habe mir Bedenkzeit erbeten. Ich bin einfach aus dem "Romantikmodus" raus. Es gibt Tage, da denke ich, dass alles perfekt ist. Wir unternehmen auch wieder richtig viel (fahren Rennrad als gemeinsames Hobby). Aber irgendetwas in mir kann einfach nicht "Ja" sagen. Manchmal denke ich auch, dass wir inzwischen einfach zu alt sind, um eine Familie zu gründen. Eine Freundin meiner Mutter meinte letztens, dass wir unser Leben in der Stadt ja super eingerichtet hätten. Man müsste ja schließlich nicht heiraten und ein Haus im Grünen kaufen, wenn man eh keine Kinder will (was ich nie gesagt habe!!). Ich bin sozusagen jetzt in der "Schublade" für Partnerschaften ohne Kinder gelandet. Das war aber nie eine bewusste Entscheidung von mir.

Ich bin daher in letzter Zeit sehr nachdenklich, drehe mich ständig im Kreis und weiss einfach nicht wen ich um Rat fragen kann. Soll ich einfach so weitermachen wir bisher? Einfach mein stressfreies Leben leben mit all den Freiheiten (die ein Leben ohne Kinder, Eigentum etc. so bringt)? Ist das vielleicht mein Schicksal? Soll ich einen Neustart mit meinem Freund wagen (trotz der Enttäuschung, die mir noch in den Knochen steckt)? Oder soll ich alles einreißen und einen Neustart /Trennung wagen? Mit dem Risiko dann  definitiv kinderlos zu bleiben? 

Ich würde mich wirklich sehr über jegliches Feedback freuen! Wirklich gerne auch Kritik! Vielleicht hilft es mir ja den Kopf mal richtig "gewaschen zu kriegen"...

Warum machst du den so viel von deinem Umfeld abhängig? Es ist doch egal wann andere heiraten oder Kinder bekommen. Du bist du und musst das für dich entscheiden.
Auch in der Stadt kann man Kinder großziehen. Man braucht hierzu auch kein Haus etc.
Du musst für dich überlegen was du jetzt willst. Kannst du dir mit deinem Partner noch Kinder und ehe vorstellen? Willst du überhaupt noch Kinder? Was andere meinen oder tun zählt nicht.

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J
juana_12063307
22.04.18 um 16:15

Das gibt es natürlich auch. Bei mir selbst ist es so, dass die Liebe zum Ehepartner ein wenig in den Hintergrund geraten ist, dafür die Liebe zu den gemeinsamen Kindern in den Vordergrund und wir beide fahren damit ziemlich gut. Es ist jetzt weniger Leidenschaft im Spiel und wir unternehmen auch weniger mit einander sind aber ein gutes Team und erfreuen uns auch an den Errungenschaften unserer Ehe. Das Leben ist ruhig und gut zu uns und ich denke wir beide sind generell zufrieden mit der Situation. Wenn die Kinder mal beide aus dem Haus sind, so in ca 6 Jahren, dann werden wir sicher wieder an uns arbeiten müssen aber auch etwas haben, worauf wir mit Stolz zurückblicken können.

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I
iratxe_11985960
22.04.18 um 16:18
In Antwort auf anne_12268349

Hallo liebe Leute,
ich wollte mich an euch wenden, da ich ehrlich gesagt niemanden habe, der mich (objektiv) beraten kann... Ich würde mich daher über eure Kommentare freuen. 

Es geht darum: Ich (36) bin seit inzwischen bald 6 Jahren mit meinem Freund (45) zusammen. Am Anfang war ich natürlich schwer verliebt, dachte er ist mein absoluter Traummann. Ich erinnere mich noch gut daran, am Anfang mal im Kino einen Film gesehen zu haben, wo es um eine Hochzeit ging. Da habe ich seine Hand angesehen und davon geträumt, dass er irgendwann mal "mein Mann" ist. Kurz darauf waren wir auf einer Hochzeit und da hat er mir auch ins Ohr geflüstert, ob wir wohl auch mal so eine schöne Feier haben werden...? Ich habe mich darüber sehr gefreut. Wir haben super viel tolle Sachen unternommen und ich habe es geliebt, dass er so vielseitig interessiert ist und offen Neuem gegenübersteht.

Ich muss dazu sagen, dass ich immer sicher war, auch mal zu heiraten und Kinder zu kriegen. Grundsätzlich bin ich aber (und auch mein Freund) eher freiheitsliebend. Daher hatte ich auch keine Eile. Nach 3 Jahren habe ich gedacht, dass es an der Zeit wäre zusammenzuziehen. Er war zunächst zurückhaltend, letztlich hat er aber zugestimmt. Nach einer anfänglichen Phase des "einruckelns" (er liebt das kreative Chaos, ich bin super ordentlich) klappte das auch sehr gut. Um mich herum haben zwischenzeitlich alle meine Freunde geheiratet, kauften Häsuer und kriegsten Kinder und so machte auch ich manchmal Andeutungen in die Richtungen. Mit der zeit lernte ich, dass er heiraten erst "nach 20 jahren" romantisch findet und Kinder brauche er auch nicht wirklich, aber wenn es mir mal wichtig werden würde, wäre er einverstanden. Ich konnte auch gut nachvollziehen, dass es aktuell nicht wirklich passt, da er kurz nach unserem Zusammenkommen eine Firma eröffnet hat und extrem viel (durchgehend) arbeiten musste. Daher erlebten wir auch nicht mehr viel gemeinsam und das Leben "plätscherte" so vor sich hin. Wir arbeiteten, sahen gelegentlich Filme auf der Couch (wenn er früh genug aus der Firma kam) und ansonsten lebte ich mein Leben eben mit Freundinnen oder alleine. Das ging eine Weile gut, aber nach 5 Jahren (!) machte mich das immer unzufriedener, da ich mir mein Leben eigentlich anders vorgestellt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass das Leben ewig so bleiben würde. Ich kritisierte ihn daher sehr viel und "nörgelte" oft. Bei Anderen ging es voran. Ich fühlte mich dagegen jahrelang auf der Ersatzbank. Trennen wollte und konnte ich mich aber auch nicht, da ich ein treu(doofer?) Parnter bin und ihn ja auch liebte. Die Hoffnung wollte ich nicht aufgeben.

Mit 35 hatte ich die Schnauze voll und habe es einfach mal getestet: Ich habe Nachwuchs angesprochen, da er ja gesagt hatte, dass er einverstanden wäre, wenn es mir wichtig wird. Die Antwort war hart: Er sagte knallhart, dass er das nicht kann und will. Und dass ihm jetzt erst klar geworden sei, wie wichtig ihm seine Freiheit ist. Mir wurde dann endgültig klar, dass sich nichts mehr ändern würde. Wir hatten einen großen Streit und ich trennte mich (leider nur kurzzeitig) von ihm. Ich hielt nicht durch, da nicht mehr schlafen konnte und plötzlich wieder an die alten Zeiten denken musste. Ich litt erbärmlich. Also beschloss ich, um meinetwillen,  wieder mit ihm zusammenzukommen. Ich habe dann einfach beschlossen mich mit einer  - für mich - schonenderen Technik langsam von ihm zu entfernen... und mich NUR noch um MICH zu kümmern. Ich nahm keine Rücksicht mehr, war aber weiter freundlich zu ihm. Ich kritisierte ihn natürlich nicht mehr, da er meinen Ansprüchen ja nicht mehr genügen musste. ich war gedanklich längst gegangen.

Und jetzt kommts: Zu Weihnachten hat er mir dann einen Heiratsantrag gemacht und gesagt, dass er sich auch Kinder vorstellen kann. Das letzte halbe Jahr wäre das beste der gesamten Beziehung gewesen. Der Sinneswandel sei gekommen, da er sich nicht mehr unter Druck gesetzt fühle und seine Firma jetzt endlich besser laufe und er sich auch mehr Freiräume schaffen könne. Er habe nicht nur der Erzeuger eines Kindes sein wollen, sondern ein richtiger Vater.

Jetzt würde man ja denken: HAPPY END! Aber ich konnte (bisher) nicht ja sagen. Ich habe mir Bedenkzeit erbeten. Ich bin einfach aus dem "Romantikmodus" raus. Es gibt Tage, da denke ich, dass alles perfekt ist. Wir unternehmen auch wieder richtig viel (fahren Rennrad als gemeinsames Hobby). Aber irgendetwas in mir kann einfach nicht "Ja" sagen. Manchmal denke ich auch, dass wir inzwischen einfach zu alt sind, um eine Familie zu gründen. Eine Freundin meiner Mutter meinte letztens, dass wir unser Leben in der Stadt ja super eingerichtet hätten. Man müsste ja schließlich nicht heiraten und ein Haus im Grünen kaufen, wenn man eh keine Kinder will (was ich nie gesagt habe!!). Ich bin sozusagen jetzt in der "Schublade" für Partnerschaften ohne Kinder gelandet. Das war aber nie eine bewusste Entscheidung von mir.

Ich bin daher in letzter Zeit sehr nachdenklich, drehe mich ständig im Kreis und weiss einfach nicht wen ich um Rat fragen kann. Soll ich einfach so weitermachen wir bisher? Einfach mein stressfreies Leben leben mit all den Freiheiten (die ein Leben ohne Kinder, Eigentum etc. so bringt)? Ist das vielleicht mein Schicksal? Soll ich einen Neustart mit meinem Freund wagen (trotz der Enttäuschung, die mir noch in den Knochen steckt)? Oder soll ich alles einreißen und einen Neustart /Trennung wagen? Mit dem Risiko dann  definitiv kinderlos zu bleiben? 

Ich würde mich wirklich sehr über jegliches Feedback freuen! Wirklich gerne auch Kritik! Vielleicht hilft es mir ja den Kopf mal richtig "gewaschen zu kriegen"...

Um mal auf deine Überschrift einzugehen.....

Aus der Sackgasse kommst du mit einem Kind ganz sicher nicht raus! 

​Dein Partner hat natürlich gemerkt, dass du dich emotional von ihm verabschiedet hast. Deswegen der Heiratsantrag. 

​Mal angenommen, ihr heiratet wirklich. Dann habt ihr vielleicht ein paar Monate lang ein Hochgefühl und nochmal ein paar Monate lang, wenn du erfährst, dass du schwanger bist. 

Danach geht´s bergab. Ihr seid für viele Jahre lang gefangen in einer Beziehung, die DU eigentlich schon längst abgeschrieben hattest. 

​Du wirst zunehmend unzufrieden, unausstehlich und lässt Mann und Kind darunter leiden. 

Ist es das, was du willst? 

​Gib´ dir selbst die ehrliche Antwort und handle entsprechend.

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S
siani_12469783
22.04.18 um 16:34

Ich muss jetzt an die 81 jährige denken die eine Abtreibung hatte mit 80. Sachen gibt's!

Ich denke du solltest noch mal mit deinem Partner drüber reden über genau das. Wenn er bereit ist um dich zu kämpfen denke ich hat er schon ne Chance verdient, wenn du sagst, dass es wirklich gut geklappt hat das letzte halbe Jahr. Und es auch für ihn so war. Was hast du noch zu verlieren?! Ich denke als du ihn verlassen hast, hat auch er gemerkt dass er dich nicht mehr missen möchte (eben weil er dich liebt) und dir deswegen den Ring an den Finger stecken wollte.

Und selbst wenn du mit 36/37 Dein erstes Kind bekommst mit dem Mann den du eigentlich doch liebst, ist das überhaupt kein Thema! Finde ich sogar vernünftig nicht gleich einfach jemanden x-beliebigen das Sperma zu rauben und zack bin schwanger. 

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