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Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Kind?

19. Mai 2006 um 10:08 Letzte Antwort: 20. Mai 2006 um 13:49

Hallo,

mein Freund und ich sind nun seit drei Jahren zusammen und haben einen 10 Monate alten Sohn (ungeplant).

Sohnemann zahnt im Moment ziemlich stark, so dass er in der gestrigen Nacht fast jede Stunde wach wurde. Ich habe ihn irgendwann mit zu uns ins Bett genommen, aber ab da konnte ich nicht mehr schlafen. Ich sagte dann zu meinem Freund, dass ich mich rüber ins Gästezimmer legen würde. Dort träumte ich dann, dass mein Freund ebenfalls ins Zimmer gekommen wäre. Als ich frug, was denn mit dem Kleinen sei, nuschelte er in der Art "ist alles okay". Gegen 12 Uhr mittags wurden wir erst wach und ich bekam totale Panik, da ich bis dahin noch nichts von unserem Sohn hörte. Ich sah dann, dass der Kleine die Treppe runter gestürzt war, blutete und sich den Fuß gebrochen hatte.

Das war ein Traum, so weit so gut, aber es spiegelt ein Problem wider, dass wir bzw. ich seit seiner Geburt haben.

Mein Freund hat sich zu Beginn sehr schwer getan, es sind einige unschöne Szenen vorgefallen. Beispielsweise bekamen wir kurz nach der Geburt Besuch von seinen und meinen Eltern. Wir gingen abends in einen Biergarten um dort etwas zu essen. Der Kleine wurde irgendwann wach und hatte Hunger, so dass ich meinen Freund bat in der Küche zu fragen, ob sie uns die Milch warm machen könnten. Da gerade zu diesem Zeitpunkt das Essen kam, meinte er, es ginge jetzt nicht, sein Essen würde sonst kalt werden. Als ich meinte, dass der Kleine doch Hunger hätte, sagte er, er schließlich auch und der Kleine müsse halt warten. Die geschockten Gesichter seiner und auch meiner Eltern werd ich wohl nie vergessen!

Es ist mit der Zeit besser geworden, er ist rücksichtsvoller, kümmert sich um den Kleinen und ich weiß, dass er ihn liebt. Aber tief in mir drinnen hat es einen Riss hinterlassen.

Bei jeder Kleinigkeit habe ich nun da Gefühl, dass er uns als Familie oder unseren Sohn nicht will. Dass er sein altes Leben wieder haben, es sich aber nicht eingestehen will. Dass sein Familien-/Kinderwunsch nur daherrührt, dass er eine recht konservative Einstellung hat, es aber im Grunde seines Herzens gar nicht will. Ich interpretiere alles was er macht als negativ, egoistisch und lieblos, obschon das wirklich mittlerweile nicht mehr der Fall ist.

Es ist paradox, man liest häufig, dass Väter ihre Familie und ihre Kinder lieben, aber eben die Beziehung zur Frau nicht mehr funktioniert. Ich habe immer das Gefühl, bei uns ist es genau umgekehrt. Wir als Paar verstehen uns nach wie vor sehr gut, die Beziehung an sich läuft einwandfrei, aber sobald es um Familie oder unseren Sohn geht ist der Stress gleich vorprogrammiert. Mein Freund tut sich in sozialen Belangen insgesamt schwer und ich hatte und habe das Gefühl, dass ich die einzige Person bin, die wirklich Zugang zu ihm hat. Wenn sich dies nur auf andere Personen bezieht ist das kein Problem, nur leider habe ich dieses Gefühl auch unseren Sohn gegenüber. Ich fühle mich wie die extrem eifersüchtige Freundin, die hinter jeder Bewegung ihres Freundes eine andere Frau vermutet.

Wie werde ich diese negativen Gedanken los?
Gibt es hier Männer bzw. Väter, die sich auch zu Beginn schwer getan haben? Was ist der Grund dafür?
Was soll ich machen?

Eine frustrierte
kratzamkopp

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19. Mai 2006 um 23:21

Reden!
Hallo, habe selbst eine Tochter, die gerade ein Jahr geworden ist. Deine Sorgen hab ich Gott sei Dank nicht. Finde Deinen Traum schon krass. Und die Szene im Restaurant auch. Man soll sich nicht zum Sklaven seiner Kinder machen, ist schon richig, aber im Restaurant hätte der Kleine natürlich definitiv Vorrang gehabt. Was Du machen sollst, aknn man Dir allein nach dem Lesen Deines threads nicht raten, da man ihn einfach nciht kennt. Aber es mmuß Dich schon sehr stark belasten, daß Du das Gefühl hast, Dein Freund findet den Bezug zu seinem Kind irgendwie nicht oder will ih nicht finden. Darüber müßt Ihr unbedingt sprechen! Es kann nicht sein, daß Dich das so belastet und dieses Gefühl immer wieder zwischen Euch steht. Ich weiß, wie man als Mutter ackert. Die Hormone spielen auch noch verrückt und man weiß nicht, wo einem der Kopf steht. Da kann man so ne Zusatzbelastung nicht brauchen. Ihr habt Euch letzendlich beide für den Kleinen entschieden also müßt Ihr auch beide Farbe bekennen.
Fixundfoxy

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20. Mai 2006 um 6:17

Na
das erinnert mich doch mal an meinen Vater..laut meiner Mutter wollte er Kinder,aber er hat sich NIE (bis heute) um uns gekümmert,obwohl er hätte immer für uns da sein können..Also ich würde mir keine Hoffnung auf Besserung machen. Und sowas ähnliches wie dieses egoistische Denken kenne ich auch von ihm..ER wollte uns angeblich und unsere Mutter nicht,aber sie musste jede Nacht wenn wir geschrien haben alleine aufstehen.Zudem kamen wir damals (waren Zwillinge)zu früh und mussten noch ne Weile in der Uniklinik bleiben..später nannte er uns dann "zwei blutleere Krüppel" (also,dass wir so waren,als wir auf die Welt kamen).

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20. Mai 2006 um 11:54
In Antwort auf aubrey_12770539

Na
das erinnert mich doch mal an meinen Vater..laut meiner Mutter wollte er Kinder,aber er hat sich NIE (bis heute) um uns gekümmert,obwohl er hätte immer für uns da sein können..Also ich würde mir keine Hoffnung auf Besserung machen. Und sowas ähnliches wie dieses egoistische Denken kenne ich auch von ihm..ER wollte uns angeblich und unsere Mutter nicht,aber sie musste jede Nacht wenn wir geschrien haben alleine aufstehen.Zudem kamen wir damals (waren Zwillinge)zu früh und mussten noch ne Weile in der Uniklinik bleiben..später nannte er uns dann "zwei blutleere Krüppel" (also,dass wir so waren,als wir auf die Welt kamen).

Genau davor
hab ich irgendwie Angst! Allerdings muss ich auch sagen, dass es sich wirklich gebessert hat.

Aber vielleicht noch mal eine Frage zu deinem Vater. Gehören deine Eltern noch zur älteren Generation? Mein Vater war sehr liebvoll zu uns, allerdings konnte mein Mutter auch nicht grad viel von ihm erwarten, da es damals einfach unüblich war (Kinderwagen schieben? Wie unmännlich...). Über den Satz von deinem Vater brauchen wir uns natürlich nicht unterhalten, das ist unter aller S...

lg
kratzamkopp

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20. Mai 2006 um 12:05
In Antwort auf nerina_12332928

Reden!
Hallo, habe selbst eine Tochter, die gerade ein Jahr geworden ist. Deine Sorgen hab ich Gott sei Dank nicht. Finde Deinen Traum schon krass. Und die Szene im Restaurant auch. Man soll sich nicht zum Sklaven seiner Kinder machen, ist schon richig, aber im Restaurant hätte der Kleine natürlich definitiv Vorrang gehabt. Was Du machen sollst, aknn man Dir allein nach dem Lesen Deines threads nicht raten, da man ihn einfach nciht kennt. Aber es mmuß Dich schon sehr stark belasten, daß Du das Gefühl hast, Dein Freund findet den Bezug zu seinem Kind irgendwie nicht oder will ih nicht finden. Darüber müßt Ihr unbedingt sprechen! Es kann nicht sein, daß Dich das so belastet und dieses Gefühl immer wieder zwischen Euch steht. Ich weiß, wie man als Mutter ackert. Die Hormone spielen auch noch verrückt und man weiß nicht, wo einem der Kopf steht. Da kann man so ne Zusatzbelastung nicht brauchen. Ihr habt Euch letzendlich beide für den Kleinen entschieden also müßt Ihr auch beide Farbe bekennen.
Fixundfoxy

Auch das Reden hat seine Grenzen,
denn irgendwie drehen wir uns immer im Kreis.

Er macht/sagt etwas, bei dem ich gleich vermute, dass es extrem egoistisch ist, werfe ihm vor, dass er uns als Familie nicht will, dass er die Konsequenzen nicht tragen will, er ist enttäuscht, dass ich ihm mal wieder unterstelle, dass er mich und unseren Sohn nicht lieben würde usw. usf.. Er sagt, macht er etwas falsch, meckere ich. Macht er etwas richtig, dann meckere ich, weil er es auf den falschen Beweggründen macht - dito: usw. usf.

Die Konsequenzen tragen bzw. Farbe bekennen finde ich zwar logisch, aber in der Praxis gar nicht mal so leicht umzusetzen. Ich bin im Erziehungsurlaub, er arbeitet voll. So, wieviel kann ich nun hinsichtlich der häuslichen Arbeit von ihm fordern? Er ist der Ansicht, dass mit der entgeltlichen Arbeit sein Part erfüllt ist und entsprechend pickt er sich die Rosinen raus, wenn es um den Kleinen geht (ein bisschen Spielen hier, ein bisschen toben dort).

Darf ich fragen, wie ihr das zu Hause regelt?

lg
kratzamkopp

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20. Mai 2006 um 13:49

Dein
freund scheint schlicht ein egoist zu sein und alles soll sich wohl nur um ihn drehen - kann noch "lustig" werden......es sei denn du wirst vernünftig.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
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