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Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln...

25. März 2012 um 19:22

Guten Abend,
mir wird grade alles ein bisschen zuviel - vielleicht könnt ihr mir helfen, meinen Seelenfrieden wieder herzustellen?

Darum geht's:
Seit einigen Monaten steht für mich das Thema Familienplanung im Raum, und langsam aber sicher wurde in der letzten Zeit der Wunsch nach einem Kind auch sehr konkret.
Wenn ich mit meinem Freund darüber spreche, hält er sich eher bedeckt; also, grundsätzlich will er schon Kinder haben (ja, auch mit mir ), aber über den "richtigen" Zeitpunkt schweigt er sich noch aus (was ich mal als ein "jetzt noch nicht" verstehe).
Aber wie das mit solchen Wünschen eben ist - sie verschwinden ja nicht einfach davon, dass man ihnen sagt "geh weg, is grad ungünstig"...
Naja, und so fing dieses Thema an, eine gewisse Spannung in unsere Beziehung zu bringen: beide wussten wir, wie der jeweils andere dazu steht, beide konnten oder wollten wir vom eigenen Standpunkt nicht weg, und eine Kompromisslösung - hm, ein halbes Kind?

Nun sind zwei gravierende Dinge passiert:
Vor sechs Wochen ist eine Tante von mir mit 56 Jahren gestobren
Dadurch, und vor allem durch die Beerdigung, wo ich meine ganze Verwandtschaft wieder gesehen habe, mit der ich sonst nur wenig Kontakt habe, ist mir bewusst geworden, wie wichtig mir meine Familie eigentlich ist.
Und auch, wenn das jetzt paradox klingen mag, aber seither hat der Wunsch nach einer "eigenen" Familie, also nach einem Kind, nachgelassen; irgendwie hatte ich seither das Gefühl, dass ich mich doch noch nicht reif geung fühle, diese Verantwortung zu übernehmen.

Man sollte ja meinen, dass das Problem damit vom Tisch wäre - aber, dann würde ich ja nicht hier posten

Die zweite Sache, die passiert ist, ist nämlich die:
eine sehr sehr liebe Freundin von mir ist schwanger.
Als sie mir das erzählt hat, hat es mich echt getroffen wie ein Schlag (ich muss sie wohl auch ziemlich entgeistert angesehen haben ), und auch jetzt, nachdem ich eine Woche Zeit hatte, diese fröhliche Nachricht zu verdauen, kann ich mich immer noch nicht wirklich für sie freuen;
was mich in dreifacher Hinsicht total irritiert:
1. waren sie und ihr Mann schon lange am "üben", und ich war eine der ersten, die damals eingeweiht wurde, die Nachricht kam also nicht wirklich überraschend
2. ist sie wirklich eine supergute Freundin, wir kennen uns schon über 10 Jahre und haben auch schon ne Menge miteinander erlebt etc, ich hätte niemals gedacht, dass ich ihr mal etwas nicht gönnen könnte, erst recht nicht, wenn's um sowas Schönes geht
3. ich dachte ja, ich hätte meinen Kinderwunsch für's erste tatsächlich und ernsthaft auf Eis gelegt, aber irgendwie glaub ich mir das jetzt nicht mehr so richtig...

Tja, und jetzt steh ich hier und weiß nicht, was ich von der ganzen Sache halten, und vor allem, wie ich damit umgehen soll.
Seid ihr schlauer?

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25. März 2012 um 19:28


ich denke, dass dein Wunsch nach einem Kind NICHT "verflogen" ist, du versuchst es zu unterdrücken, weil du weißt, dass es sowieso momentan nicht geht (weil dein Freund momentan nicht möchte). Durch die Beerdigungsgeschichte hast du nur nen Grund in dir gefunden, es tiefer zu vergraben, dir es logisch auszulegen und versuchen auszureden und hast es wohl geschafft, dass du es selber glaubst.

Jetzt, wo deine Freundin schwanger geworden ist, ist das wiederhochgekommen (unterbewusst) und somit kannst du ihn das Glück nicht gönnen, weil du es selber nicht haben darfst (irgendwo schon neid).

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25. März 2012 um 19:52
In Antwort auf melete_12094492


ich denke, dass dein Wunsch nach einem Kind NICHT "verflogen" ist, du versuchst es zu unterdrücken, weil du weißt, dass es sowieso momentan nicht geht (weil dein Freund momentan nicht möchte). Durch die Beerdigungsgeschichte hast du nur nen Grund in dir gefunden, es tiefer zu vergraben, dir es logisch auszulegen und versuchen auszureden und hast es wohl geschafft, dass du es selber glaubst.

Jetzt, wo deine Freundin schwanger geworden ist, ist das wiederhochgekommen (unterbewusst) und somit kannst du ihn das Glück nicht gönnen, weil du es selber nicht haben darfst (irgendwo schon neid).

Ich stimme mit dir darüber überein,
dass ich ihr die Schwangerschaft im Moment nicht gönnen kann, weil mein eigener Kinderwunsch nicht ganz so passé ist, wie ich dachte.
Aber gerade das irritiert mich ja. Ich meine, ich bin keine 17 mehr, und ich habe es mir nicht leicht gemacht, mir einzugestehen, dass ich mich für ein Kind letztendlich noch nicht reif fühle. Daran hat sich durch die Schwangerschaft meiner Freundin nichts geändert.
Und davon mal ganz abgesehen: seid wann bin ich denn so ein Neidhammel, der anderen sein Glück nicht gönnt?!

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25. März 2012 um 20:23

Naja, ich werde natürlich
mit meinem Freund nochmal darüber sprechen, jetzt, wo die Situation sich wieder geändert hat.
Mir ist allerdings sehr wichtig, dass er bei diesem Gespräch auch den Kopf dafür frei hat, damit was Konstruktives dabei raus kommt, und das war letzte Woche nicht so gegeben (er hat diese Woche ne wichtige Dienstreise, auf die er sich gründlich vorbereiten musste).
Und dass er nicht schon früher klar Stellung bezogen hat, wird wohl daran liegen, dass ich ihm von meinem Wunsch erzählt und ihn gebeten habe, sich auch mal Gedanken darüber zu machen, aber ihn eben nicht konkret GEFRAGT habe, was er davon hält.
Ich will ihn nicht unter Druck setzen, wenn ich ein Kind bekomme, dann nur von einem Mann, der das auch will - von sich aus!

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25. März 2012 um 22:52

Hm,
ich frage mich grade, wo ich gesagt habe, dass ich die Haltung meines Freundes nicht verstehe oder nicht akzeptiere?!

Ich sagte ausdrücklich, dass ich sein Sich-nicht-äußern so verstehe, dass er aktuell kein Kind möchte.
Ich sagte ebenfalls, dass für mich ausgesprochen wichtig ist, dass der potentielle Vater meines Kindes diesen Wunsch zu 100% teilt - mich würde interessieren, wo du meinem Beitrag "ganz klar" entnimmst, dass ich ihn unter Druck setze.

"Überleg mal, was das mit Dir machen würde wenn Du in dieser Situation wärst."
In welcher Situation? Seine Situation ist im Moment ungefähr die: meine Freundin hat mich mal aufs Kinderkriegen angesprochen und mich gebeten, darüber nachzudenken; seither hat sie ein paar Mal das Gespräch in diese Richtung gelenkt, ist aber sofort darauf eingegangen, wenn ich abgeblockt habe. Sie guckt nur immer komisch, wenn wir in der Stadt ne Schwangere oder Frau mit Kinderwagen sehen... Seit der Beerdigung ihrer Tante scheint das Thema vom Tisch zu sein.

Was ist jetzt daran so schlimm? Dass meine Freundin jetzt schwanger ist, und was die Info in mir ausgelöst hat, darüber weiß er ja noch nichts.

Ich versteh grade echt nicht, was falsch daran sein sollte, mit seinem Partner über seine Wünsche zu sprechen, auch wenn der Partner diese vllt nicht teilt. Trotzdem - oder grade deswegen - müssen wir doch gemeinsam einen Weg finden, mit der Situation umzugehen?

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25. März 2012 um 22:57

Abklären klingt gut
Aber was genau meinst du jetzt mit "das hier"?

Klar ist für mich, dass ich bald möglichst mit ihm klären muss, wie er nun tatsächlich dazu steht, bzw, da ich seine aktuelle Haltung erraten kann, abzuklopfen, wie ernsthaft er sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, und ob er vielleicht eine vorsichtige Zukunftsprognose abgeben kann.
(Damit man das nicht falsch versteht: ich will von ihm kein Statement a la "In zwei Jahren bekommen wir ein Kind", sondern ich möchte einfach wissen, wie er dazu steht, ob er vllt sagt, er braucht einfach noch ein bisschen Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, oder ob er sagt, wir müssen erstmal Haus bauen und Karriere machen.)

Aber vor diesem Gespräch würde ich gern für mich ein bisschen mehr Klarheit schaffen.

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26. März 2012 um 12:12

Schöner Vergleich
Trotzdem kenne ich das so nicht von mir.
Wir hatten nie viel Geld, und ich musste mich schon von klein auf daran gewöhnen, dass ich halt vieles nicht haben kann, was ich gern gehabt hätte oder was andere hatte - Klamotten, Haustier, tolle Reisen, z.T. Klassenfahrten, Freizeitpark, ... Sogar so vermeintlich banale Dinge wie ins Kino gehen oder Eis essen waren für mich immer Highlights, wenn's denn mal erlaubt wurde.
So habe ich mir nach und nach die Philosophie "Glück bedeutet nicht, das zu kriegen, was wir wollen, sondern das zu wollen, was wir kriegen" angeeignet und durch jahrelanges Training auch ganz gut verinnerlicht

Dazu kommt, dass ich schon immer mehr der "Kopfmensch" war, ich habe mich nie schwer damit getan, Entscheidungen zu treffen, weil sie vernünftig waren, auch wenn mein Bauchgefühl manchmal was anderes gesagt hätte...
Und ohne mich selbst zu sehr loben zu wollen, finde ich die Entscheidung GEGEN ein Kind wegen mangelnder persönlicher Reife sogar SEHR vernünftig

Deswegen verstehe ich einfach nicht, warum mich das jetzt so aus der Bahn wirft, es scheint, als wären alle meine "Überlebensmechanismen" außer Kraft gesetzt, wenn ich das mal so überspitzt formulieren darf. Biologische Uhr hin oder her, wenn nichts dazwischen kommt, geh ich davon aus, dass ich noch locker 10,15 Jahre Zeit habe.
Ich versteh mich einfach nicht mehr

"Nimm es einfach für Dich selbst so an, dass Dein Bauch manchmal was anderes will als Dein Kopf."
Klingt gut, aber hast du auch eine Idee, wie ich das anstelle?
Wenn ich mich zwischen Schokolade und Karotten entscheiden muss, gewinnt mein Bauch immer

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26. März 2012 um 12:20


Wenn ich meinen Freund frage, wie es wäre, wenn ich jetzt schwanger würde, würde er wahrscheinlich erstmal vom Sessel fallen...
Ne, aber im Ernst: im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft würde er definitiv zu mir stehen, wobei mir immer schleierhaft ist, wie man ungeplant schwanger wird - entweder man verhütet, oder halt nicht, aber egal, das ist wohl ein anderes Thema.
Aber begeistert wäre er glaube ich nicht. Zumindest nicht von Anfang an.

Genau so, wie du es beschreibst, denke ich es ja auch: selbst wenn ich jetzt zutiefst davon überzeugt wäre, dass ich reif und bereit für ein Kind bin, gäbe es natürlich immer noch Gründe, die dagenge sprächen, und die wird es immer geben, auch, wenn es in 10 Jahren dann vermutlich andere Gründe sind.
Ich frage mich grade, ob diese Zweifel, ob ich wirklich bereit für ein Kind bin, in 10 Jahren wohl nachlassen


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