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Richtige Entscheidungen? (vorsicht lang!)

25. November 2006 um 0:38

Nachdem ich nun eine Weile in diesem Forum mitgelesen habe und es mir im Moment richtig schlecht geht - hab das schwerste Gespräch meines Lebens vor mir - habe ich beschlossen, mir mal alles von der Seele zu schreiben.

Ich betrüge meinen Mann seit 8 Monaten und habe kein schlechtes Gewissen. Angefangen hat das als lockerer Chat in einem MMOPRG, hab mit meiner Affäre seit zwei Jahren schon oft gespielt, wusste sehr viel von ihm, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat. Irgendwann waren wir beide nach Mitternacht alleine noch unterwegs, der Rest der Gruppe war ins Bett gegangen und plötzlich entwickelte sich unser Gespräch in Richtung sexuelle Neigungen, Vorerfahrungen und Wünsche. Ziemlich irretiert habe ich an diesem Abend ausgeloggt und dachte eigentlich, dass es eine einmalige Geschichte sei. Aber in den nächsten Woche haben wir uns öfters über solche Themen unterhalten und hatte da ganz ähnliche Vorstellungen.
Als sich dann die Gelegenheit ergeben hat, ihn kennenzulernen, haben wir uns dann in der Stadt, in der er wohnt, getroffen um einen Kaffee zu trinken. Beim Kaffee ist es nicht geblieben
Seitdem haben wir uns in unregelmäßigen Abständen getroffen und es sehr genossen. Es war von Anfang an klar, dass jeder von uns, die Affäre ohne Diskussion beenden kann, dass keinerlei Anspruch auf das Leben des Anderen besteht, egal was passiert - keine Verpflichtung. Er hat unsere Affäre mal mit dem Ausdruck: Freundschaft mit einem + bezeichnet. Witzigerweise ist es auch in erster Linie eine Freundschaft, mit ihm kann ich so offen reden, wie ich es mit meinem Mann nie konnte. Nur wenn wir uns im realen Leben sehen (also nicht online)steht erstmal die körperliche Anziehungskraft im Vordergrund.
Vor vier Wochen ist er mir zu nahe gekommen, er hat etwas gemacht, was ich mir von meinem Mann immer gewünscht habe - ich habe mich ihm so nah und verbunden gefühlt, dass mir klar war, dass ich im Beginn bin, mich in ihn zu verlieben und hab daraufhin die Affäre beendet. Wie abgesprochen gab es keine Diskussion, er hat es verstanden, vor allem, weil es für uns keine gemeinsame Zukunft gibt. Er würde seine Kinder und daher auch seine Frau nie verlassen, er liebt seine Kinder abgöttisch und auch wenn er für seine Frau nicht mehr das empfindet, was es mal war - verlassen würde er sie nicht. (komischerweise bin ich wohl die Einzige, bei der er sich so verstanden fühlt, dass er offen und ehrlich sein kann - er keine Maske aufsetzen muss.)

Seitdem sehen wir uns nur online, chatten auch privat, sind uns nah wie zuvor aber Sex ist in Wort und Tat tabu - und es geht mir so schlecht! Ich vermisse ihn mit jeder Faser, ich sehne mich danach, von ihm in den Arm genommen zu werden, mit ihm geilen Sex zu haben und einfach nur gemeinsam Kaffee zu trinken und zu reden. Macht es Sinn, etwas aufzugeben, was man so vermisst? Einem so gut tut? Die einzige Sache, auf die ich mich in den letzten Monaten freuen konnte?

Paralell hat sich seit 2 Jahren meine Ehe immer mehr verschlechtert, kein Sex mehr (kann seine Vorstellungen nicht mehr mitausleben), zu viel Arbeit, daher zu wenig Zeit miteinander, oft gestritten - ich hab das gefühl, dass ich nicht die Richtige für ihn bin, er bräuchte eine ähnlich ergeizige Frau wie er es ist, eben nicht nur in der Arbeit sondern auch in der Freizeit. Ich hab meinen Spaß und meine Freude verloren, es geht nur noch um Leistung.
Jedenfalls werde ich morgen meinen Mann um eine Trennung bitten und ich habe so Angst vor dem Gespräch.
Damit habe ich dann beides aufgegeben - meine Affäre und meinen Mann.
Ich bin traurig, aber davon überzeugt, dass ich das Richtige tue.
Aber wann hört der Schmerz wohl auf, wann kann ich wieder unbeschwert lachen?

Danke fürs Mitlesen

Sehnsucht

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25. November 2006 um 3:14

Ups...Buchstabendreher
Also eigentlich ist es was ganz Harmloses: Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG)....also Online-Spiele wie z.B. WoW oder Everquest, in denen man mit vielen Spielern gleichzeitig auf einem Server ist und sich trifft, um zusammen zu spielen.

Gruß Sehnsucht

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25. November 2006 um 12:24

Du schreibst...
...leider sehr wenig über Deine Ehe. Wie lange seid Ihr verheiratet? Habt Ihr Kinder? Was hat Euch verbunden? Warum hast Du ihn geheiratet?

Solltest Du nicht darüber nachdenken, bevor Du an eine Trennung denkst? Dass sich Deine Ehe in der Zeit der Affäre verschlechtert hat, ist ja kein Wunder. Das erlebt wohl fast jeder Mensch, der sich auf eine Affäre einlässt. Ich auch. Sobald der Kontakt zu der "anderen Frau" intensiver wird, sehe ich die Fehler bei meiner Frau überdeutlich.

Ich kenne das Gefühl, dass Du beschreibst, nur zu gut. Macht es Sinn, etwas aufzugeben, was man so vermisst? Das habe ich mich in den letzten Monaten ganz oft gefragt, weil es mir und meiner "Affäre" genauso geht. Und dennoch ständig die Vernunft siegt, dass die jeweiligen Beziehungen (und sechs betroffene Kinder) ein echtes Zusammensein nicht erlauben.

Leider kann ich Dir nicht versprechen, dass dieses Vermissen nachlässt. Ich habe das Gegenteil erlebt (das Vermissen bleibt auch bei wochenlangem Nicht-Kontakt). Aber ich bin noch immer in der Phase, dass ich denke, es lohnt sich, um eine Ehe zu kämpfen. Ich tue das gezwungenerweise, weil meine "Affäre" ihren Partner und ihre Kinder nicht verlassen will. Aber in genau dieser Situation bist Du ja auch. Bevor Du so konsequent handelst und Dich von Deinem Mann trennst: Was verbindet Euch? Ist da wirklich keine Basis?

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25. November 2006 um 17:09

...
das hört sich ja auch icht gerade leicht alles so an.
hattest du denn nun schon eingespräch mit deinem mann?
ich weiss eigentlich nicht wie ich dir weiterhelfen kann, mir geht es auch nicht gerade gut im moment.bin seit 2 jahren mit einem verheirateten mann zusammen und ändern tut sich auch nichts.ich kann deinen liebhaber auch verstehen, wegen der familie und so.aber es ist so:entweder du machst so weiter mit ihm oder ganz lassen, das tut sonst nur mehr und mehr weh.ich spreche aus erfahrung.hätte ich damals das mit meinem nicht angefangen, stünde ich jetzt nicht vor diesem scherbenhaufen der schmerzt.
ich werde eahrscheinlich nächstes jahr ins ausland gehen, dann ist er nicht mehr in meinem direkten leben und umfeld...

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25. November 2006 um 17:35

Fehlen
Du schreibst, dass er dir fehlt, dass du durch ihn erkannt hast, was in deiner Beziehung nicht gut läuft. Eure Vereinbarung hat Euch beiden die Möglichkeit gegeben, vieles auszuleben. Jetzt hast Du eine Grenze überschritten, wobei ich nicht sicher bin, ob diese jemals für Dich wirklich vorhanden war. Hat sich nicht ein Teil von Dir gewünscht, dass Du weiter gehen kannst und hast Du es vielleicht deshalb auch zugelassen?

Du steckst fest, anscheinend nicht zum ersten Mal. Denn auch in Deiner Beziehung hat sich seit längerem nichts entwickelt, sondern ist vielmehr weniger geworden. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Du überlegst, ob Du nicht etwas an Dir ändern solltest und kannst. Ohne diese Bereitschaft, wird sich in Deinem Leben nicht viel Gutes tun, Du läufst vielmehr Gefahr, Dich zu verrennen.

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