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Reagiere ich zu empfindlich?

23. September 2012 um 16:16

Hallo an Euch alle,

vielleicht könnt Ihr ja etwas Licht ins Dunkel bringen und mir sagen, ob ich mit meiner Ansicht völlig falsch liege und alles nur zu dramatisch sehe.

Ich bin mit meinem Mann schon seit mehreren Jahren zusammen, zu seiner Familie haben wir keinen sooo häufigen Kontakt und sehen uns meist nur zu wichtigen Ereignissen, wie Geburtstage, Weihnachten etc. Auch telefonischer Kontakt ist nicht so häufig. Mein Mann hat noch zwei Geschwister (Bruder und Schwester). Sein Bruder möchte (warum auch immer) mit meinem Mann für ein paar Tage nach Berlin fahren und hat schon ein paar Mal gefragt, wann die beiden denn mal fahren wollen. Mein Mann hat nie besonderes Interesse bekundet und meinte immer nur, dass er nicht wüsste, wann er mal frei nehmen kann. Dann war auch für ihn das Thema erledigt. Mein Schwager hat mich dann mal angesprochen und meinte, dass ich doch dafür sorgen soll, dass die beiden mal zusammen nach Berlin fahren. Ich war etwas angefressen, weil mein Mann ein Arbeitstier ist und wir den letzten gemeinsamen Urlaub vor 2 oder 3 Jahren hatten. Ich habe meinem Schwager (natürlich nett und überhaupt nicht zickig) gesagt, dass ich froh wäre, wenn mein Mann überhaupt mal Urlaub hätte und wir dann auch mal was zu zweit unternehmen würden, weil wir auch keine gemeinsamen Unternehmungen mehr haben und selbst am Wochenende nur daheim sind.

Ich dachte dann, das Thema sei damit erledigt, aber leider hatte ich mich getäuscht... Meine Schwiegermutter hatte diese Woche Geburtstag. Normalerweise rufen mein Mann und ich gemeinsam an, aber da ich an dem Tag auf einem Seminar war und abends nicht nach Hause kam, habe ich sie dann in der Mittagspause angerufen. Sie hat sich über meinen Anruf gefreut, wir haben noch etwas belangloses Blabla geredet und das war es. Am Abend ruft mich mein Mann an und sagt mir, seine Mutter hätte erzählt, dass sein Bruder in einem Monat nach Berlin fahren möchte und ein Zimmer für sie reserviert hat. Dann druckste er herum und meinte, dass seine Eltern auch mitfahren würden. Mein Mann hätte aber gleich gefragt, was denn mit mit mir sei, worauf seine Mutter wohl reagiert hat mit Ach, die will auch mit?

Ich war so schockiert, weil ich es unmöglich fand, dass einfach über den Kopf meines Mannes hinweg entschieden wird dorthin zu fahren und ich zudem komplett außen vor gelassen wurde. Er musste auch zugeben, dass es sich so angehört hat, als wäre ich nicht mit eingeplant gewesen.
Wir hatten deswegen Streit und er kann nicht verstehen, dass ich das so aufbausche. Ich wiederum kann nicht verstehen, dass es ihm egal ist, dass seine Eltern mich anscheinend nicht dabei haben wollen und er tatsächlich in Erwägung zieht mitzufahren. Dafür kann er Urlaub nehmen und ich bettle schon seit zwei Jahren, dass wir mal gemeinsam Urlaub machen. Als Begründung sagt er, dass er zwar keine besondere Lust hätte mit seiner Familie nach Berlin zu fahren, aber er hätte Angst, dass sonst der Kontakt zu seiner Familie bricht. Nach einem weiteren Streit meinte er zu mir, dass seine Familie an erster Stelle stehe und er sich von mir auch deshalb gar nicht sagen lassen würde, ob er da mit hinfährt oder nicht. Ich hätte das zu akzeptieren und er könne nicht verstehen, dass ich ihn nun so unter Druck setze: ich oder seine Familie. Ich könne ja mitfahren, fertig aus.

Ich glaube, er versteht gar nicht, worum es mir geht, dass er dafür Urlaub nehmen kann und für mich nicht einmal in den letzten Jahren und dass meine Schwiegereltern mich noch nicht einmal dabei haben wollten.
Dabei versuche ich das so ruhig wie möglich zu klären. Aber er lässt mich einfach nicht und versucht alles so zu drehen, als sei ich diejenige, die für nichts Verständnis hätte und so langsam bekomme ich Selbstzweifel, ob ich einfach nur überreagiere. Vielleicht kann ja jemand von Euch seine Meinung dazu schreiben?
Sorry, dass es so lang wurde....

liebe Grüße

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23. September 2012 um 16:26

Männer und ihre eltern...
... können echt anstrengend sein. ich weiß nicht wieso und weshalb, aber es scheint zwei sorten von männern zu geben. die, die es hinkriegen das verhalten ihrer eltern auch mal kritisch zu betrachten - und die, die genau das nicht können. oder vielleicht könnten sie sogar, aber sie tun es nicht, keine ahnung... aber ich weiß wie absolut frustrierend das für dich als partnerin ist. er könnte dir im grunde auf keinem schlimmerem weg mitteilen, dass du innerhalb seines persönlichen stellenwertgefüges immer hinter seiner familie stehen wirst, und zwar unabhängig davon ob sich eben diese korrekt verhält oder nicht. und DAS ist absolut verletzend.

ich reagier in solchen situationen auch immer recht empfindlich - letztendlich hab ich aber beschlossen nichts mehr dazu zu sagen, weil das unweigerlich zu streit führt. im prinzip bleibt einem da nur übrig das zu akzeptieren - oder eben nicht und damit dann auch konsequenzen zu ziehen.

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23. September 2012 um 16:50

Danke...
...für deine Antwort.
Um deine Fragen zu beantworten, Kinder haben wir keine. Auch keine finanziellen Probleme, er arbeitet, arbeitet und arbeitet, egal ob er Anspruch auf Urlaub hat oder nicht. Sein Job ist sehr einnehmend, vor allem weil er auch samstags arbeitet. Viel Freizeit bleibt für uns beide nicht. Die gestalten wir dann tatsächlich meist daheim.
Damit ich überhaupt mal raus komme, habe ich meinen diesjährigen Sommerurlaub mit einer Freundin verbracht.

Ich habe es immer so verstanden, dass nur sein Bruder mit ihm allein fahren wollte. Habe nie so ganz verstanden warum, weil mein Mann auch nie Anstalten gemacht hat, dass er gern mitfahren möchte, aber dass nun auch die Schwiegereltern mitkommen hat mich dann doch überrascht. Meine Schwägerin kommt nicht mit. Im Grunde war dann ein kleiner Urlaub zu viert geplant.

Ich kenne seine Familie seit fast 10 Jahren, der Kontakt war immer herzlich und ich hatte von meiner Seite auch nie das Gefühl, dass sie mich nicht mögen - wobei man sich natürlich Gedanken macht und dann feststellt, dass hier und da schon ein paar Sticheleien dabei waren.

Das habe ich auch gedacht, einfach aus Trotz mit nach Berlin zu fahren. Aber ich glaube, das würde so sehr gegen den Strich gehen. Ich weiß nicht, ob ich da über den Schatten springen kann

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23. September 2012 um 16:55
In Antwort auf zenzi_12143292

Männer und ihre eltern...
... können echt anstrengend sein. ich weiß nicht wieso und weshalb, aber es scheint zwei sorten von männern zu geben. die, die es hinkriegen das verhalten ihrer eltern auch mal kritisch zu betrachten - und die, die genau das nicht können. oder vielleicht könnten sie sogar, aber sie tun es nicht, keine ahnung... aber ich weiß wie absolut frustrierend das für dich als partnerin ist. er könnte dir im grunde auf keinem schlimmerem weg mitteilen, dass du innerhalb seines persönlichen stellenwertgefüges immer hinter seiner familie stehen wirst, und zwar unabhängig davon ob sich eben diese korrekt verhält oder nicht. und DAS ist absolut verletzend.

ich reagier in solchen situationen auch immer recht empfindlich - letztendlich hab ich aber beschlossen nichts mehr dazu zu sagen, weil das unweigerlich zu streit führt. im prinzip bleibt einem da nur übrig das zu akzeptieren - oder eben nicht und damit dann auch konsequenzen zu ziehen.

Auch dir...
... vielen Dank für deine Antwort

Ja, da triffst du den Nagel auf den Kopf: ich habe das Gefühl, dass ich immer hinter seiner Familie stehen werde und ich weiß absolut nicht warum. Ich stärke ihm schon seit Jahren den Rücken, bin immer für ihn da, aber da ruft einmal seine Familie und schon bin ich außen vor und habe nur zu akzeptieren....

Ich habe niemanden etwas getan, deshalb verstehe ich auch nicht, dass ich bei der Familie auf einmal so außen vor stehe und dass mein Mann es auch noch zulässt. Er sagt zwar, dass er sofort gesagt hat, dass er ohne mich nicht fahren würde, aber er will es anscheinend ja dennoch machen, weil seine Familie an erster Stelle steht. Und mich verletzt halt, dass er das nur macht, weil er Angst hat, seine Familie könne ansonsten den Kontakt abbrechen. Er aber anscheinend annimmt, mich könne man verletzen, da ich sowieso immer da bin.

Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht weiß, ob ich das dauerhaft so hinnehmen kann und dadurch meine Konsequenzen ziehen werde. Aber dann frage ich mich, ob ich wirklich möchte, deswegen meine Beziehung zu beenden? Wir sind seit fast 10 jahren zusammen und ich liebe ihn ja auch.

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23. September 2012 um 17:19
In Antwort auf rosine_12487937

Auch dir...
... vielen Dank für deine Antwort

Ja, da triffst du den Nagel auf den Kopf: ich habe das Gefühl, dass ich immer hinter seiner Familie stehen werde und ich weiß absolut nicht warum. Ich stärke ihm schon seit Jahren den Rücken, bin immer für ihn da, aber da ruft einmal seine Familie und schon bin ich außen vor und habe nur zu akzeptieren....

Ich habe niemanden etwas getan, deshalb verstehe ich auch nicht, dass ich bei der Familie auf einmal so außen vor stehe und dass mein Mann es auch noch zulässt. Er sagt zwar, dass er sofort gesagt hat, dass er ohne mich nicht fahren würde, aber er will es anscheinend ja dennoch machen, weil seine Familie an erster Stelle steht. Und mich verletzt halt, dass er das nur macht, weil er Angst hat, seine Familie könne ansonsten den Kontakt abbrechen. Er aber anscheinend annimmt, mich könne man verletzen, da ich sowieso immer da bin.

Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht weiß, ob ich das dauerhaft so hinnehmen kann und dadurch meine Konsequenzen ziehen werde. Aber dann frage ich mich, ob ich wirklich möchte, deswegen meine Beziehung zu beenden? Wir sind seit fast 10 jahren zusammen und ich liebe ihn ja auch.

Die beziehung zu beenden...
... wär für mich da auch keine option. aber ich halte mich jetzt auch immer sehr zurück, wenn es irgendwas zu tun oder zu erledigen gibt, was seine family betrifft - wenn ihm seine leute wichtiger sind als ich, kann er sich da auch alleine drum kümmern. ich zieh da mittlerweile ziemlich klare grenzen.

die selbstverständlichkeit von der du sprichst, also quasi das "mit ihr kann mans ja machen" - verhalten, ist so und so ein beziehungskiller - das wäre für mich eher ein grund darüber nachzudenken, dass sich ganz grundliegend was ändern muss. wie ich das herauslese scheint eure beziehung ja sehr eingeschlafen zu sein (das hat jetzt nichts mehr mit seiner family zu tun...).

insgesamt ist es einfach verletzend genug nach zehn jahren noch immer hinter der family eingeordnet zu werden - wenn dann noch dazu kommt dass du das gefühl hast du bist für ihn selbstverständlich, musst du dir wirklich überlegen ob du kämpfst oder resignierst, aber auf dauer wird sich ja "einfach so" an dieser doofen situation nichts ändern :/

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23. September 2012 um 17:25

Nein, das verstehe...
... ich auch nicht als Angriff deinerseits. Ist ja auch eine berechtigte Frage von dir! Mein Mann und ich sind recht ähnlich, ich habe auch gern meine Ruhe und bin auch mal nur für mich. Ich habe unsere Freizeit nie als "schlecht" empfunden, bin sehr gern zu Hause, da ich Gartenarbeit liebe und es toll finde, jetzt einen eigenen Garten zu haben, da "verwirkliche" ich mich. Na ja, aber dennoch gehört es für mich dazu, mal gemeinsam Urlaub zu machen und das klappt einfach nicht mehr. Er hat sehr viel Druck auf der Arbeit, wahrscheinlich will man da funktionieren und vergisst dabei, dass ich auch noch da bin. Ansonsten läuft es gut bei uns, also ich hatte bis auf diese Sache nicht das Gefühl, dass irgendwas zwischen uns steht.

Aber die Situation jetzt mit seiner Familie hat halt genau meinen wunden Punkt getroffen: wir machen keinen Urlaub, aber da kann er es. Das ist halt so verletztend. Zumal es mich auch sehr enttäuscht hat, dass ich überhaupt nicht eingeladen war. Das kenne ich aus meiner Familie überhaupt nicht. Da gibt es uns halt im Doppelpack. Ich weiß auch nicht, warum mich das so aus der Fassung bringt, es war halt in dem Moment wie ein Schlag ins Gesicht.

Ich hoffe echt nicht, dass der Berlin-Trip uns in eine Ehekrise führt und wir irgendwie noch eine Basis finden, womit alle zufrieden sind. Es muss aber dennoch auf den Tisch, dass es mit unseren Urlauben nicht so weiter gehen kann. Vielleicht hat er das durch unseren Streit ja nun kapiert. Das hoffe ich zumindest....

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23. September 2012 um 17:41
In Antwort auf zenzi_12143292

Die beziehung zu beenden...
... wär für mich da auch keine option. aber ich halte mich jetzt auch immer sehr zurück, wenn es irgendwas zu tun oder zu erledigen gibt, was seine family betrifft - wenn ihm seine leute wichtiger sind als ich, kann er sich da auch alleine drum kümmern. ich zieh da mittlerweile ziemlich klare grenzen.

die selbstverständlichkeit von der du sprichst, also quasi das "mit ihr kann mans ja machen" - verhalten, ist so und so ein beziehungskiller - das wäre für mich eher ein grund darüber nachzudenken, dass sich ganz grundliegend was ändern muss. wie ich das herauslese scheint eure beziehung ja sehr eingeschlafen zu sein (das hat jetzt nichts mehr mit seiner family zu tun...).

insgesamt ist es einfach verletzend genug nach zehn jahren noch immer hinter der family eingeordnet zu werden - wenn dann noch dazu kommt dass du das gefühl hast du bist für ihn selbstverständlich, musst du dir wirklich überlegen ob du kämpfst oder resignierst, aber auf dauer wird sich ja "einfach so" an dieser doofen situation nichts ändern :/

Ich weiß nicht, ob ich für ihn
selbstverständlich bin. Aber ich habe es einfach so aufgefasst, weil er ja Angst hat, seine Familie zu verlieren, wenn er die Reise nicht mitmacht. Ich weiß nicht, ob man im Umkehrschluss sagen kann, dass ich für ihn sowieso immer da bin. Ich weiß auch nicht, woher seine Angst kommt, seine Familie dadurch zu verlieren. Was wäre das denn für eine Familie... Und warum steht er nicht einfach dazu, dass er selbst auch keine große Lust auf diese Reise hat... Ich habe das Problem schon von anderen Freundinnen gehört, wenn sie über ihre Schwiegermutter geredet haben und was es da so für Probleme gab. Aber ich dachte immer, dass ich da wohl Glück habe.....

Für mich ist es auch keine Option, die Beziehung zu beenden, ich liebe ihn und würden wir wenigstens mal gemeinsam Urlaub machen, würde ich die Sache wahrscheinlich auch lockerer nehmen. Aber er hat einen solchen Druck auf der Arbeit, dass er manchmal vergisst, dass man eine Beziehung auch pflegen muss.

Ich werde deinen ersten Absatz zu Herzen nehmen: ich werde da klare Grenzen ziehen was seine Familie betrifft. Ich bin da doch sehr enttäuscht, weil es bei mir so ankommt, als würde man mich nicht dabei haben wollen. Von daher werde ich mich da zukünftig auch raushalten und er soll sich selbst kümmern.

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