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Ratlosigkeit wegen meiner Beziehung - Ich brauche eure Hilfe

15. Mai 2011 um 16:03 Letzte Antwort: 15. Mai 2011 um 22:47

Als erstes möchte ich sagen, dass ich meinen Freund sehr liebe, aber leider gibt es in unserer Beziehung viele Probleme. Begonnen hat alles vor fast 2 Jahren. Ich wollte damals gar keinen Freund, weil ich in früheren Beziehungen, die aber nie länger als ein halbes Jahr dauerten oft enttäuscht worden bin. Als ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, war ich nicht wieder bereit für etwas neues, bloß er hat nicht locker gelassen. Letztendlich hab ich mich doch in ihn verliebt und wir sind zusammen gekommen. Die Anfangszeit fand ich echt schön, auch wenn er es anders sieht und alles nur negativ findet. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihm vertrauen kann und dass er lieb zu mir ist. Bloß irgendwann änderte sich das. Ich hab zu der Zeit als ich mit ihm zusammen gekommen bin, viel durchgemacht und war oft im Krankenhaus und durch die ganzen Behandlung meiner lebensgefährlichen Blutkrankheit sehr schwach. Trotzdem hab ich versucht mein Studium weiterzuführen. Nebenbei fing es an, dass meine Mutter die ganze Situation, ihre Tochter so krank zu sehen, nicht mehr vertragen konnte und immer öfter ausgerastet ist und mich beschimpft und fertig gemacht hat. Daraus habe ich leider dann Depressionen entwickelt, die sich in extremer Traurigkeit und auch Gereiztheit geäußert haben. Leider habe ich diese schlechte Laune oft an meinem Freund ausgelassen, den ich ja eigentlich liebe. Das tut mir auch sehr leid, was ich damals getan habe. Aber ich konnte nicht mehr. Ich hab auch von ihm verlangt, dass er sich jeden Abend nach meiner Uni mit mir trifft auch wenn es nur kurz war. Demnach hab ich immer gefordert, dass er für mich immer da war. Zum Höhepunkt kam es als ich wegen Burnout und Unterernährung ins Krankenhaus kam. Durch eine Magenkrankheit konnte ich mehrere Wochen nichts mehr essen, sodass ich künstlich ernährt werden musste. Mein Freund hat das im Anfangsstadium gar nicht erst genommen und es teilweise als Hypochondrie abgetan. Als ich dann ins Krankenhaus mit Magenkolliken kam, hat er mich aber jeden Tag besucht. Mich selbst so schwach und so hilflos zu sehen, konnte ich einfach nicht begreifen. Ich musste mein Studium ein halbes Jahr unterbrechen, weil ich zu lang krank war um alles wieder aufzuholen. Das war ein sehr harter Schlag für mich, weil ich daran sehr hing. Anstatt dass meine Eltern für mich da waren, hat mich meine Mutter noch mehr fertig gemacht. Selbst an dem Tag, wo ich aus dem Krankenhaus kam, hat sie mich den ganzen Tag angeschrien. Es kam soweit, dass ich mir selbst Schmerzen zugefügt hab um wieder ins Krankenhaus zurück zu dürfen. Ich hab auch immer mehr über Selbstmord nachgedacht. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Nach meiner Genesung musste ich stattdessen dämliche Arbeitsfindungsmaßnahmen des Arbeitsamtes mitmachen, um ALG1 zu erhalten, obwohl denen auch klar war, dass die für mich eh keine Stelle in Teilzeit in meinem erlernten Beruf (ich hab vor meinen Studium schon gearbeitet) finden. Ich bin zu Hause wie eine Primel eingegangen. Ich war immer nur meiner wahnsinnigen Mutter ausgesetzt und irgendwann bekam ich kreisrunden Haarausfall. meiner langen Haare waren weg. Ich kam aus der Depression nicht mehr heraus und hab fast den ganzen Tag nur noch geweint. Zudem hab ich mich immer mehr von der Außenwelt abgeschottet. Mein Freund wollte sich fast jede Woche von mir trennen. Selbst an unserem Jahrestag. Ich hab ihn so angefleht, dass ich soviel durchmachen musste und meine Mutter mich zusätzlich krank macht. Er ist bei mir geblieben und hat mich zu seiner Familie geholt. Ich durfte 2 Monate bei ihm wohnen und langsam ging es mir auch besser. Letztes Jahr im Oktober bin ich dann in eine andere Stadt gezogen um ein neues Studium zu beginnen, was mir auch bis heute sehr gefällt. Meine Mutter hat sich leider nur selten gebessert und manchmal wenn ich nach Hause übers Wochenende fahre, halte ich es erneut nicht aus. Meine Eltern streiten sich schon seitdem ich ein kleines Kind bin. Gewalt habe ich auch oft mit ansehen müssen. Ich denke mir, dass ich seelisch so kaputt bin durch die ganzen Einflüsse meiner Krankheiten seitdem ich 7 bin und durch den Streit meiner Eltern. Leider wollen sich meine Eltern nicht behandeln lassen oder sich trennen. Ich hab hingegen letztes Jahr eine Psychotherapeutin aufgesucht. Diese Frau hat aber leider zu mir nicht gepasst und mir den Ratschlag gegeben, dass ich mich von meinem Freund und meiner Familie trennen soll. Durch den Umzug bin ich nicht mehr zu ihr hingegangen. Ich habe mich durch die ganzen Vorfälle sehr geändert. Früher war ich selbstbewusst, hatte viele Freunde und war fast ein wenig karrieregeil. Die Probleme, die irgendwann begannen, habe ich versucht im Alkohol auf Partys zu ertränken. Jetzt bin ich sehr nachdenklich, oft traurig und geh nur selten weg. Ich habe aber gemerkt, dass das Tanzen gehen mit meinen Freundinnen mir sehr viel Freude macht. Mein Freund hingegen lässt mich lieber in der Regel zu Hause und will mich nicht dabei haben. Ich muss sagen, dass mein psychischer Zustand schon deutlich besser geworden ist, aber ab und an, wenn meine Mutter oder auch mein Freund wieder ausrasten, bekomme ich einen Rückfall in die Depression. Zu meiner Mutter halte ich den Kontakt äußerst gering. Mein Freund ist sogar mit mir in die neue Stadt gezogen, macht mir aber sehr viele Vorwürfe wegen früher. Er rastet oft aus, will mich verlassen (das eine Mal hat er die komplette Wohnung ausgeräumt und einen Abschiedsbrief hinterlassen, als ich in der Uni war) und sagt immer, dass er hätte nie bleiben dürfen, weil ich früher so ein schlechter, böser Mensch war. Leider kannte er mich nicht, wie ich früher war. Fast täglich bekomme ich zu hören, dass ich nicht mehr so depressiv sein darf und mich bessern muss. Mein Freund war anfangs sehr lieb, mittlerweile ist er schon fast genauso wie ich damals, als meine Mutter mich so fertig gemacht hat. Ich lüge meinen Freund nie an, hab so viele Dinge für ihn fallen gelassen, bemühe mich immer, koche, putze und versuche auch immer lieb zu sein. Ich mach mich für ihn schick und bemühe mich sexuell einfallsreich zu sein. Ich leide aber auch unter PMS und bin dann oft unausstehlich. Doch will ich die Pille absetzen, sagt mein Freund, dass das nicht geht, weil er mit Kondom nicht mit mir schlafen will. Das verletzt mich sehr. Ich darf einerseits kein PMS haben, andererseits diese dumme Pille nicht absetzen. Ich hab schon so viele Präparate ausprobiert. Wenn ich mir mehr Romantik wünsche wird es von ihm abgelehnt. Ich soll immer lieb sein und er braucht sich nicht bemühen, weil ich ja unsere Beziehung erst kaputt gemacht habe. Er macht mir auch oft Vorwürfe, dass ich ihn gezwungen hätte in die fremde neue Stadt zu ziehen und dass er dafür auch noch Miete bezahlen muss. Dabei war es seine Entscheidung mitzukommen. Ich freu mich auch sehr, dass er mitgekommen ist. Ich geh aber an den Vorwürfen und seinen Egoismus immer mehr zu Grunde. Er entscheidet immer alles allein. Derzeit ist er für einen Monat Urlaub in den USA. Ich will ja nicht klammern, aber das ist einfach zu lang, dass er 4 Wochen weg ist. Das hat aber auch einfach allein entschieden, ohne mich zu fragen. Ich hoffe schon so lange, dass alles besser wird und er mir endlich verzeiht und auch auf meine Bedürfnisse wieder eingeht. Ich weiß ja, dass ich eigentlich daran Schuld habe, dass er jetzt so ist, aber ich bin so unglücklich. Ich bin so ratlos, was ich machen soll. Er fehlt mir schrecklich doll und ich fühl mich sehr einsam. Dabei macht er mir derzeit schon wieder Vorwürfe wegen früher und gibt mir ein Ultimatum, dass wenn meine Traurigkeit, die ich manchmal noch habe, nicht bis zum Sommer (ist ja bald) weg ist, dass er mich verlässt und auszieht. Ich bin seine erste Freundin und er sagt, dass ich einfach krank und unnormal war und es besser gewesen wäre, dass er mich schon vor einem Jahr hätte verlassen sollen. Was soll ich nur tun? Ich will ihn nicht verlieren.

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15. Mai 2011 um 18:53

Kliniken sind auch nicht immer die beste Lösung
So schlimm krank bin ich auch nicht. Bin ja jetzt bis auf die häufigen Traurigkeitsverstimmungen gesund. Außerdem hätte ich eh nicht in die USA mitgekonnt, weil studiere. Deswegen wird es auch schwierig für 2 Monate in eine Klinik zu gehen, weil ich dann mein Studium für gleich ein halbes Jahr unterbrechen muss und das wär der absolute Todestoß. Ich hab als Nebenfach Psychologie und weiß auch daher, was in diversen psychatrischen Kliniken mit den Patienten gemacht wird. Der beste Weg zur Heilung ist die Gesprächstherapie, doch wird man in der Regel in den Kliniken mit Antidepressiva zugestopft, die sehr viele Nebenwirkungen haben. Ich hab ja die Depressionen nicht mehr ständig, sondern meistens nur, wenn ich zu Hause bei meinen Eltern dank meiner Mutter bin oder kurz vor meinen Tagen dank PMS. Sonst hab ich eigentlich ganz normale Laune. Es wird ja schon immer weniger, nur wenn mein Freund mich so oft beschimpft, kommen wieder die Selbstzweifel auf.

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15. Mai 2011 um 20:49
In Antwort auf mavie_12253352

Kliniken sind auch nicht immer die beste Lösung
So schlimm krank bin ich auch nicht. Bin ja jetzt bis auf die häufigen Traurigkeitsverstimmungen gesund. Außerdem hätte ich eh nicht in die USA mitgekonnt, weil studiere. Deswegen wird es auch schwierig für 2 Monate in eine Klinik zu gehen, weil ich dann mein Studium für gleich ein halbes Jahr unterbrechen muss und das wär der absolute Todestoß. Ich hab als Nebenfach Psychologie und weiß auch daher, was in diversen psychatrischen Kliniken mit den Patienten gemacht wird. Der beste Weg zur Heilung ist die Gesprächstherapie, doch wird man in der Regel in den Kliniken mit Antidepressiva zugestopft, die sehr viele Nebenwirkungen haben. Ich hab ja die Depressionen nicht mehr ständig, sondern meistens nur, wenn ich zu Hause bei meinen Eltern dank meiner Mutter bin oder kurz vor meinen Tagen dank PMS. Sonst hab ich eigentlich ganz normale Laune. Es wird ja schon immer weniger, nur wenn mein Freund mich so oft beschimpft, kommen wieder die Selbstzweifel auf.

Naja...
"Ich hab als Nebenfach Psychologie und weiß auch daher, was in diversen psychatrischen Kliniken mit den Patienten gemacht wird. Der beste Weg zur Heilung ist die Gesprächstherapie, doch wird man in der Regel in den Kliniken mit Antidepressiva zugestopft, die sehr viele Nebenwirkungen haben."

Wenn Du in Deinem Psychologiestudium bisher noch nicht gelernt hast, dass es nicht nur "die" eine Depression gibt, sondern dass hinter so einer "Diagnose" völlig unterschiedliche Formen dieser Erkrankungen stehen können (mit genauso unterschiedlichen Behandlungskonzepten natürlich), dann bist Du offensichtlich noch nicht sehr weit.
Gesprächstherapie ist sicher für viele Patienten eine gute Lösung, aber jemandem mit einer somatischen Depression aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion würde eine Behandlung seiner Hormonstörung eher helfen... genau, wie bei einer schweren depressiven Episode Antidepressiva oft erst die Basis für andere psychotherapeutische Angebote schaffen müssen.

Übrigens hat eine Depression auch "viele Nebenwirkungen"... wenn Laien so schwarz-weiß über Psychopharmaka denken, kann man sich ja immer noch sagen, dass ihnen einfach das Wissen für eine differenzierteres Urteil fehlt... wenn aber jemand fü sich in Anspruch nimmt, einen professionellen Zugang zu diesem Thema zu haben und trotzdem nicht mehr dazu zu sagen hat als Du in Deinem Beitrag, dann ist das entweder ein Armutszeugnis für Deine Uni... oder für Dich.

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15. Mai 2011 um 22:47

Du...
... lebst das Leben Deiner Mutter nach. Ganz einfach, weil Du kein anderes Beziehungsverhalten gelernt hast.

Die Beziehung mit Deinem Freund geht vor die Hunde, ihr macht euch gegenseitig fertig - aber Du klebst an ihm wie Deine Mutter an Deinem Vater. Genau das Verhalten, das Du kritisierst, legst Du selbst an den Tag.

Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn Schluss ist? Außer dass Du auf eigenen Füßen zu stehen lernst und für Dich selbst verantwortlich bist? Dass Du möglicherweise sogar erleichtert sein wirst, weil der psychische Druck weg ist? Klar, Trauer wird auch da sein, selbst wenn es nur eine vorübergehende Trennung sein sollte, damit ihr euch im Klaren darüber werdet, ob das überhaupt noch Sinn macht mit euch. Aber Trauer lässt nach, Zeit heilt alle Wunden, wenn man bereit ist, loszulassen und sich für Neues - neues Verhalten, neues Leben - zu öffnen. Man muss sich selbst nur diese Zeit gönnen.

Und nebenbei gesagt: Wenn man erwachsen ist, hat man die Kindheit hinter sich gelassen. Dementsprechend ist es inakzeptabel, für alles, was einem widerfährt, was man tut oder unterlässt, die verhunzte Kindheit verantwortlich zu machen. Du hast in jedem Augenblick Deines Lebens die Möglichkeit, alles anders zu machen. Also fang einfach an.

LG

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