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Ratlosigkeit, Unsicherheit, Angst...

3. Mai 2011 um 18:09

Hallo,
ich habe mich hier angemeldet, da ich ein ziemlich belastendes Problem mit mir herumtrage. Ich bin ziemlich unsicher u. inzwischen auch depressiv. Ich habe keine Lebensfreude mehr, kann nicht mehr lachen, meine Aufmerksamkeit zu meinen Kindern läßt sehr zu wünschen übrig....
Ziemlich genau vor einem Jahr hatte ich, seit 18 Jahren in einer eigentlich guten Beziehung, einige Differenzen mit meinem Mann. Wir haben zwei Kinder. Er ist viel durch seinen Job unterwegs u. ich weiß manchmal auch nicht so wirklich, ob er mir in dieser Zeit treu ist. Er ist viel mit reichen Leuten unterwegs, schwärmt von teuren Autos u. erzählt eigentlich nur noch über solche Dinge, wenn er wieder nach Hause kam. Interesse an seinen Kids u. deren Entwicklung hatte er so gar nicht mehr. Um alle familiären Angelegenheiten hatte ich mich zu kümmern. Vielleicht habe ich es ihm auch zu einfach gemacht, da ich ihm wegen seiner vielen Arbeit den Rücken freihalten wollte. Wir stritten oft, auch nur über Kleinigkeiten. Ich begann, mir mein eigenes Leben aufzubauen, da er sehr oft, auch an den Wochenenden nicht zu Hause war. Ich lernte vergangenen Sommer viele neue Leute kennen, mit denen ich auch abends weggehen konnte. Mein Interesse an meinem Mann verschwand. Wir gingen zwar höflich miteinander um, jedoch verlor ich die liebevolle Zuneigung u. Leidenschaft.
Als ich an einem Wochenende mit ein paar Freunden einen Ausflug machte, lernte ich einen Mann kennen, den ich eigentlich schon von meiner Kindheit her kannte, allerdings seit der Schulzeit keinen Kontakt mehr hatte. Wir tanzten bis in den Morgen u. es fiel ein Kuss zwischen uns. Am anderen Morgen haben wir uns etwas über unser seitheriges Leben unterhalten. Über den gefallenen Kuss verloren wir kein Wort. Er war schließlich verheiratet u. ich auch. Er war mir sehr sympathisch. Ich fühlte eine seltsame Vertrautheit. Er gab mir seine e-mail Adresse u. seine Telefon-Nummer u. wir trennten uns.
Diese Begegnung saß tief bei mir. Ich habe mich per e-mail gleich am nächsten Tag bei ihm gemeldet. Ich war in meinem Schreiben sehr offen ihm gegenüber, weil ich mich stark zu ihm hingezogen fühlte.
Die Antwort kam prompt. Er wollte sich mit mir treffen. Auch bei ihm saß die Begegnung tief. Nennt man so etwas Liebe auf den ersten Blick? Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, was ich damit anrichtete.
Wir trafen uns, unterhielten uns, kamen uns näher. Wir trafen uns öfter, gingen tanzen, redeten viel, küssten uns u. es kam wie es kommen musste. Wir haben miteinander geschlafen, liebevoll, gefühlvoll. Es war eine wundervolle Erfahrung für mich. Bis ich merkte, dass das Liebe war, dass das Liebe sein musste. Ich sagte ihm das. Er erwiderte meine Liebe. Ich flog eine Woche in Urlaub, und er kam für ein paar Tage mit. Wir hatten wundervolle Tage. Ich lag nachts neben ihm u. es erschien mir richtig, Meine Liebe zu ihm war grenzenlos. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt alles, wirklich alles getan, um mit ihm mein Leben teilen zu können. Allerdings hatte ich ein riesen schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber. Was sollte ich tun. Wir hatten mit den Kindern unseren Jahresurlaub gebucht. Ich fuhr mit Tränen in den Augen mit meinen Kindern u. meinem Mann in den Urlaub. Mein Mann wollte mit mir schlafen u. ich konnte nicht. Meine Liebe galt meinem neuen Freund, meiner Liebe des Lebens.... Es wäre mir wie ein Betrug vorgekommen, obwohl es mein Mann war.
Aber ich habe Verantwortung zu tragen. Verantwortung gegenüber meinen Kindern, Verantwortung gegenüber seiner Familie. Er hat auch eine Frau und ein Kind. Es war der schrecklichste Urlaub meines Lebens. Mein Mann hat mich darauf angesprochen, was denn mit mir los sei. Ich war nahe dran, es ihm zu beichten, aber ich war zu feige.
Als ich wieder zu Hause war und mein Freund auch, haben wir uns getroffen u. darüber gesprochen. Auch er hatte die gleichen Probleme in seinem Urlaub.
Nun ist seit unserem Kennenlernen fast ein Jahr vergangen. Wir haben seit Weihnachten versucht, in unser altes Leben zurückzufinden u. uns nicht mehr gesehen. Wir haben über das Internet zueinander Kontakt, schreiben sehr viel über unsere Gefühle, die Gefühle zu unseren Ehepartnern, die Gefühle zueinander, unsere Probleme im Umgang damit, unsere Unsicherheiten. Wir haben schon oft versucht, nur Freunde zu sein, aber unsere Liebe bricht nicht ab. Es hat wieder ein riesen Gefühls-Chaos verursacht, als wir uns vergangene Woche in einem Cafe nach 4 Monaten wieder getroffen haben. Aber unsere Probleme sind noch die gleichen. Er hat eine Familie, ich habe eine Familie. Verstandmässig funktioniert das mit uns beiden gar nicht, weil keiner von uns jemanden von der Familie verletzen möchte. Aber müssen wir deshalb auf unsere Liebe verzichten? Ist sie es überhaupt wert? Gibt es eine Möglichkeit in unser seitheriges Leben zurückzufinden, ohne dabei gefühlsmässig kaputt zu gehen?
Meinen Mann mag ich auch noch, aber liebe ich ihn noch? Manchmal, wenn ich neben ihm liege, möchte ich am liebsten davon laufen, manchmal ist er aber wirklich liebevoll u. bemüht sich so sehr um mich u. unsere Beziehung, weil er spürt, dass etwas zwischen uns beiden fehlt.
Ich habe das Gefühl, ich stehe an einer Abzweigung u. weiß nicht, ob ich nach rechts oder nach links abbiegen soll.

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4. Mai 2011 um 3:06

Hallo
es tut mir wirklich Leid, dass alles so kam, ich finde, dass auch wenn du nur denkst, dass dein Mann nicht treu war, du es dir trotzdem nicht erlauben kannst selber fremdzugehen.
So wie du schriebst, war es ein neues Gefühl, was du seit langem nicht mehr hattest, der Freund scheint auch ein charmanter Typ zu sein, es ist das kribbelnde Gefühl, jeder da Mal verliebt war, kennt es und würde es immer wieder erleben wollen, es ist auch das Gefühl was du sicherlich auch hattest, als du deinen Mann kennenlerntest. Und er ist immer noch gut zu dir, behandelt dich nicht schlecht, also es liegt nicht an ihm, dass du dir einen anderen suchen musstest. Ich will dir nun kein schlechtes Gewissen einreden und ich kann mir vorstellen, dass du das was ich meine auch schon mal durchdacht hast, sondern möchte nur in Bezug zu dem was du schriebst nochmal alles klar darzustellen um dir zu helfen, du hast einen liebevollen Mann, der sich um deine kleine Familie kümmert, emotional sowie auch finanziell, sexuell fühlt er sich zu dir auch immer noch angezogen, das ist noch nicht alles, sondern ihr habt auch noch Kinder. UND HIER, manchmal sind Kinder wirklich kein Vorwand um eine an Respekt fehlende und gewaltsame Beziehung fortzuführen, da es sie viel mehr schaden würde, in solch einer geladenen Atmosphäre aufzuwachsen. Aber immerhin entscheidet man sich immer dafür, was besser für die Kinder ist. Und in deinem Fall finde ich es nicht besser für die Kinder mit getrennten Eltern zu leben, weil ihre Mutter untreu war.
"Aber müssen wir deshalb auf unsere Liebe verzichten?" Meine Antwort: Ja.
Du bist immer noch vernünftig, um dir Sorgen über deine Familie zu machen, das ist wirklich ein Glück. Aus Erfahrung durch beobachten des Umfelds, sage ich, dass die Mehrheit aller solcher Affären, in denen man sich selbst und alles was einem mal sehr lieb war aufgibt, am Schluss in einem fürchterlichen Disaster enden. Liebe, die irgendwann noch so prickelnd schön war und wie vom Schicksal gelegt war, kann auch mit der Zeit schwinden, dann fällt man viel tiefer als jemals zuvor.
"Gibt es eine Möglichkeit in unser seitheriges Leben zurückzufinden, ohne dabei gefühlsmässig kaputt zu gehen?"
Ja, indem du dich stolz eine gute Mutter nennen kannst, die vernünftig ihr Familienglück zu schätzen weiss und die es geschafft hat, sich wieder zurück zu ihrer Familie zu reissen, ohne jegliche Reue, denn du musst davon überzeugt sein, dass deine Familie dein Glück ist und das andere womöglich ein paar magische Momente waren. Wenn du findest, dass dein Mann schon keine Aufmerksamkeit den Kindern schenkt, dann kannst du auf keinem Fall dasselbe machen, Versuche es als deine Aufgabe zu sehen, den Kindern die Aufmerksamkeit beider Elternteile wiederzugeben, so findest du vllt wieder eine echte Bindung zu ihnen.
Bitte lass dich nicht von Augenblicken der seelischen Erschöpfung auf einen ganz falschen Weg zerren. Ich will jetzt auch nicht die ganze Schuld auf dich schieben, deshalb scrolle ich ab und zu nach oben um zu sehen, was du über deinen Mann schriebst. Man muss manchmal auch kurz die Perspektive tauschen und hinterfragen, ob es wirklich zu allererst an dem anderen lag und ob man schon genug getan hat, um das Verhältnis zu ihm zu verbessern und aufrecht zu erhalten.
Ich hoffe, dass du bald eine gute Lösung findest um aus diesem Dilemma rauszukommen und dich dabei wohlfühlst.
Der Freund hat ja auch eine eigene Familie, du kennst ihn noch nicht lang genug um zu wissen, ob er später doch wieder zu seinem Kind und seiner Frau möchte, wenn er genug von dir hat. Es gibt solche Männer eben.
Ich wünsche dir, dass du stark genug bist, und es nicht zulässt, jemals so sehr verletzt zu werden.
Gute Nacht

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4. Mai 2011 um 3:10
In Antwort auf euridyke

Hallo
es tut mir wirklich Leid, dass alles so kam, ich finde, dass auch wenn du nur denkst, dass dein Mann nicht treu war, du es dir trotzdem nicht erlauben kannst selber fremdzugehen.
So wie du schriebst, war es ein neues Gefühl, was du seit langem nicht mehr hattest, der Freund scheint auch ein charmanter Typ zu sein, es ist das kribbelnde Gefühl, jeder da Mal verliebt war, kennt es und würde es immer wieder erleben wollen, es ist auch das Gefühl was du sicherlich auch hattest, als du deinen Mann kennenlerntest. Und er ist immer noch gut zu dir, behandelt dich nicht schlecht, also es liegt nicht an ihm, dass du dir einen anderen suchen musstest. Ich will dir nun kein schlechtes Gewissen einreden und ich kann mir vorstellen, dass du das was ich meine auch schon mal durchdacht hast, sondern möchte nur in Bezug zu dem was du schriebst nochmal alles klar darzustellen um dir zu helfen, du hast einen liebevollen Mann, der sich um deine kleine Familie kümmert, emotional sowie auch finanziell, sexuell fühlt er sich zu dir auch immer noch angezogen, das ist noch nicht alles, sondern ihr habt auch noch Kinder. UND HIER, manchmal sind Kinder wirklich kein Vorwand um eine an Respekt fehlende und gewaltsame Beziehung fortzuführen, da es sie viel mehr schaden würde, in solch einer geladenen Atmosphäre aufzuwachsen. Aber immerhin entscheidet man sich immer dafür, was besser für die Kinder ist. Und in deinem Fall finde ich es nicht besser für die Kinder mit getrennten Eltern zu leben, weil ihre Mutter untreu war.
"Aber müssen wir deshalb auf unsere Liebe verzichten?" Meine Antwort: Ja.
Du bist immer noch vernünftig, um dir Sorgen über deine Familie zu machen, das ist wirklich ein Glück. Aus Erfahrung durch beobachten des Umfelds, sage ich, dass die Mehrheit aller solcher Affären, in denen man sich selbst und alles was einem mal sehr lieb war aufgibt, am Schluss in einem fürchterlichen Disaster enden. Liebe, die irgendwann noch so prickelnd schön war und wie vom Schicksal gelegt war, kann auch mit der Zeit schwinden, dann fällt man viel tiefer als jemals zuvor.
"Gibt es eine Möglichkeit in unser seitheriges Leben zurückzufinden, ohne dabei gefühlsmässig kaputt zu gehen?"
Ja, indem du dich stolz eine gute Mutter nennen kannst, die vernünftig ihr Familienglück zu schätzen weiss und die es geschafft hat, sich wieder zurück zu ihrer Familie zu reissen, ohne jegliche Reue, denn du musst davon überzeugt sein, dass deine Familie dein Glück ist und das andere womöglich ein paar magische Momente waren. Wenn du findest, dass dein Mann schon keine Aufmerksamkeit den Kindern schenkt, dann kannst du auf keinem Fall dasselbe machen, Versuche es als deine Aufgabe zu sehen, den Kindern die Aufmerksamkeit beider Elternteile wiederzugeben, so findest du vllt wieder eine echte Bindung zu ihnen.
Bitte lass dich nicht von Augenblicken der seelischen Erschöpfung auf einen ganz falschen Weg zerren. Ich will jetzt auch nicht die ganze Schuld auf dich schieben, deshalb scrolle ich ab und zu nach oben um zu sehen, was du über deinen Mann schriebst. Man muss manchmal auch kurz die Perspektive tauschen und hinterfragen, ob es wirklich zu allererst an dem anderen lag und ob man schon genug getan hat, um das Verhältnis zu ihm zu verbessern und aufrecht zu erhalten.
Ich hoffe, dass du bald eine gute Lösung findest um aus diesem Dilemma rauszukommen und dich dabei wohlfühlst.
Der Freund hat ja auch eine eigene Familie, du kennst ihn noch nicht lang genug um zu wissen, ob er später doch wieder zu seinem Kind und seiner Frau möchte, wenn er genug von dir hat. Es gibt solche Männer eben.
Ich wünsche dir, dass du stark genug bist, und es nicht zulässt, jemals so sehr verletzt zu werden.
Gute Nacht

Sorry
ich hab den Anfang nicht gründlich gelesen. Nicht, dass du meinst, ich stelle dich als die Böse dar.

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5. Mai 2011 um 15:55
In Antwort auf euridyke

Sorry
ich hab den Anfang nicht gründlich gelesen. Nicht, dass du meinst, ich stelle dich als die Böse dar.

Danke!
Vielen Dank für Deine ehrliche Meinung. Wenn ich zu dieser Sache etwas mehr Abstand hätte, denke ich, könnte ich meine Situation auch besser einschätzen. Daher auch meine Anmeldung hier. Aber so fühle ich mich momentan total überfordert.
Du schreibst mir von ein paar magischen Momenten... Das ist glaube ich mein Problem. Für mich bedeutet diese Freundschaft weitaus mehr. Dieser Mann ist von seiner Art, seinem Einfühlungsvermögen, seinem Umgang mit anderen Menschen genau so, wie ich mir immer meinen Partner vorgestellt habe. Klar, ich kenne ihn jetzt erst ein Jahr und wir haben uns nicht allzu oft gesehen, aber so, wie ich ihn kennen u. lieben gelernt habe, ist er für mich von seinem Wesen her genau das, was ich immer gesucht habe. Die Liebe meines Lebens. Ich konnte noch niemals in meinem Leben so offen u. ehrlich über alle meine Gedanken u. Gefühle mit jemandem sprechen, wie mit ihm. Auch er zermürbt sich mit den Gedanken wegen unserer Beziehung. Er hat Angst, seine Tochter zu verlieren, wenn er seine Liebe zu mir bekennt. Und seine Tochter möchte ich ihm nicht wegnehmen. Das würde unsere Liebe zerstören. Er ist kein Casanova, der mal da oder dort ein Abenteuer sucht. Zudem ist er auch noch sehr krank. Er hat Krebs. Alles was ihm momentan noch zusätzlich schadet, ist irgendwelcher Streß. Als ich ihm vergangene Woche geschrieben habe, dass ich den Abstand zu ihm möchte, da ich mit der ganzen Situation psychisch nicht mehr zurechtkomme, hat er mir noch einen schönen Abschiedsbrief geschrieben, indem er mir nochmals seine Liebe beteuert. Das hat mich sehr getroffen. Ich weiß, dass er sich für mich von seiner Frau getrennt hätte. Er wollte an meiner Seite sein, dass ich sein künftiges Leben teile. Seitdem ist totale Funkstille. Weder übers Telefon, noch übers Internet kann ich ihn erreichen. Das tut mir sehr weh. Vielleicht ist das besser so, aber im Moment leide ich sehr darunter...

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