Forum / Liebe & Beziehung

Rache und Gerechtigkeit

Letzte Nachricht: 19. Mai 2008 um 18:51
C
csilla_12629290
25.02.06 um 13:18

Es lässt mir keine Ruhe, daher greife ich das Thema jetzt - möglicherweise zum Missfallen vieler - noch einmal auf.

Es gibt so viele Situationen im Leben, wo wir ungerecht behandelt werden. Ob nun im Job oder auch im privaten Bereich. Aber wohl nirgendwo sind wir so verwundbar, wie in der partnerschaftlichen Beziehung. Wenn das Vertrauen missbraucht und die Liebe enttäuscht wird, ist man nicht nur verletzt - viele, sehr unterschiedliche Gefühle brechen durch.

Die Frage nach dem Warum quält und lässt uns nicht zur Ruhe kommen, denn das Warum begründet das "Ist". Fehlen dann auch noch beim (ehemals) geliebten Partner jegliche Einsichten und verweigert er die Kommunikation bzw. die Einblicke in sein Handeln, ist es da nicht verständlich, wenn man demjenigen nur allzu gerne vermitteln möchte, was er einen zugefügt hat? Und da spreche ich nicht von vorgetäuschten Schwangerschaften und ähnlichen Dingen.

Ich will ja jetzt nicht in diversen Schubladen stöbern gehen, aber wir alle tragen doch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit in uns. Und wo kein Kläger, da kein Richter. Ist es denn in euren Augen tatsächlich so verwerflich, wenn man nach Methoden greift, die im Allgemeinen als Racheakte angesehen werden? Nicht (nur) um zu verletzen, sondern um aufzuzeigen?

Ist es nicht auch positiv, wenn gewissermaßen ein erzieherischer Effekt mit diesen Handlungen einhergeht? Wir lernen doch ständig durch das, was mit uns und um uns herum geschieht. Manchmal ohne, dass wir es bemerken, manchmal ist es unangenehm und mit Schmerz verbunden.

Bei all' den vorangegangenen Diskussionen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass jeder das Recht hat, sich aus einer Beziehung zurückzuziehen. Natürlich ist das so, schlimm wäre es, wenn es anders wäre. Aber das WIE ist doch ein entscheidender Faktor und meine Beobachtungen haben gezeigt, dass es Menschen gibt, die immer auf die gleiche Art mit ihren (wechselnden) Partnern umgehen, unzugänglich für offene Gespräche und ohne jegliches Fairplay. Das gibt mir doch zu denken.

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L
lally_11969332
25.02.06 um 13:59

Hallo ansila
zunächst einmal sind wir alle (gottseidank) keine Heiligen. Und somit sind Gefühle wie Rache ganz normal. Aber man muß sich immer die Frage stellen: Was will ich damit erreichen? Will ich mich nur besser fühlen, weil ich dem anderen eins ausgewischt hab? Das sind zwar durchaus menschliche aber eher niedere Beweggründe.

Ich habe schon als Kind gelernt, dass alles Handeln bestimmte Konsequenzen hat. Das ist heutzutage oftmals nicht mehr so. Wenn ich also mal das Beispiel von Retep nehme. Er hat es erfahren, daß seine Frau fremdgegangen ist, aber die Frau des Lovers weiß es immer noch nicht. ER lebt also weiter seine Lügen. Ist das gerecht? Nein, sicher nicht. Aber was würde es bringen, seiner Frau alles zu sagen? Also manchmal muß man seinen Ärger einfach runterschlucken. Irgendwann kriegt jeder seine Strafe für fehlendes Fairplay. Früher oder später. Oder man trifft sich immer zweimal im Leben.
Darauf vertraue ich.

Aber unüberlegte Handlungen können sehr schnell nach hinten losgehen.

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A
alya_12708452
25.02.06 um 23:08

Manchmal müssen betrüger erst geweckt werden
bevor man miteinander reden kann - zu diesem zweck ist der spiegel hilfreich.

einige betrüger wollen oder können vieles nicht begreifen - die keule hilft und kann ein guter übergang zu produktiven gesprächen sein.

rache würde ich das nicht nennen...

lg

rike

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C
csilla_12629290
26.02.06 um 10:37
In Antwort auf alya_12708452

Manchmal müssen betrüger erst geweckt werden
bevor man miteinander reden kann - zu diesem zweck ist der spiegel hilfreich.

einige betrüger wollen oder können vieles nicht begreifen - die keule hilft und kann ein guter übergang zu produktiven gesprächen sein.

rache würde ich das nicht nennen...

lg

rike

Hallo Rike,
Du bist nicht auf den "Anti-Rache-Zug" aufgesprungen, sondern hast meine Fragestellung richtig erkannt.

Wo kann man ansetzen, um den Spiegel vorzuhalten? Was ist tolerierbar, was ist übertrieben und fällt in den so abgelehnten Bereich "Rache"?

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C
csilla_12629290
26.02.06 um 12:05

Warum auf ein Posting reagieren,
wenn es an der eigentlichen Fragestellung vorbei geht? Dass Rache keine sinnvolle Lösung ist, habe ich nicht in Frage gestellt. Hätte ich Euch zustimmen sollen, damit Ihr Euch bestätigt fühlt?

Du fixierst dich anscheinend auf den Erziehungsberechtigten wegen meiner Wortwahl. Hätte dir etwa Lerneffekt besser gefallen? Wahrscheinlich nicht.

Ich suche durchaus nicht nach "Tarnkappen", denn wenn ich der Meinung bin, etwas tun zu müssen, dann tue ich es auch, ohne mir im Forum Absolution zu holen. Vielmehr hatte ich durch vorangegangene Diskussionen immer mehr den Eindruck, dass man es zu akzeptieren hat, wenn jemand Unrechtes tut, ohne über weiteres nachzudenken. Schau auf dich, nicht auf die anderen? Das ist einer der Gründe, warum ich hier eine grundsätzliche Frage gestellt habe, die nicht automatisch auf meine Situation bezogen ist, auch wenn du das anscheinend annimmst.

Vielleicht sollte ich meine Frage zum besseren Verständnis nochmals formulieren: Wenn ich sehe, dass ein Mensch Unrechtes tut - und ich hoffe, dass wir uns einig sind, dass es Unrecht ist, andere zu belügen und zu hintergehen - sollte man dann wegsehen? Oder hat man auch diesbezüglich Verantwortung? Und ist es in Ordnung etwas zu unternehmen, wenn man erkennt, dass dieser Mensch, trotz Gesprächsversuchen u.ä., weiterhin lügt, hintergeht usw.? Welche Position rechtfertigt es aufzuzeigen? Wo ist die Grenze zwischen dem, was Ihr in den "Rache-Topf" werft und Gerechtigkeit?

Thats it.

Manchmal denke ich über Grenzen hinweg und schaffe es nicht, meine Gedankengänge verständlich zu machen.

Ein Raub wird vom Gesetzgeber geahndet, aber die gesellschaftliche Verantwortung im sozialen Miteinander tragen wir alle. Auch hier gibt es "Verbrecher". Wegsehen scheint dabei aber eine große Rolle zu spielen - und das stößt mir sehr übel auf.

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N
nawra_12359060
26.02.06 um 12:07
In Antwort auf csilla_12629290

Hallo Rike,
Du bist nicht auf den "Anti-Rache-Zug" aufgesprungen, sondern hast meine Fragestellung richtig erkannt.

Wo kann man ansetzen, um den Spiegel vorzuhalten? Was ist tolerierbar, was ist übertrieben und fällt in den so abgelehnten Bereich "Rache"?

Ansila..
habe dir gerade zu deinem posting geantwortet (spirit). da die thematik aber vielleicht dazu einlaedt, mein fremdgehen als rache einzustufen, moechte ich dir gerne auch hier antworten. NEIN ich bin nicht aus rache fremdgegangen, der naehrboden war sicherlich durch den betrug meines mannes gelegt. ich koennte aber nicht sagen, ob es nicht auch so passiert waere. o-ton von meinem mann, nachdem alles aufgeflogen war:"ich bin wach geworden; und ich moechte mit dir gemeinsam umkehren!" dann waere mein handeln der besagte "spiegel" gewesen. lg kismet

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K
kaleo_12490902
26.02.06 um 13:15

Verweigert er die Kommunikation
ich habe gute erfahrungen damit gemacht, mein gegenüber zu 100% ernst zu nehmen.
er/sie gibt die regeln des umgangs miteinander vor und ich verhalte mich konsequent danach.
dieser liebevoll vorgehaltene spiegel öffnet herzen und münder.

manndel

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C
csilla_12629290
26.02.06 um 15:17

Auch das, aber mir geht es noch um etwas anderes
Ein Beispiel aus meiner Vergangenheit:

Eine gute Freundin von mir, verheiratet, drei Kinder. Sie ist gebildet, freundlich, aufgeschlossen.

Wenn sie jedoch mit ihrem Ehemann zusammen war, war sie "klein" und immer in der Defensive. Ständig hackte er auf ihr herum, betrieb Psychoterror - und sie ließ es zu. Übrigens hat er dieses merkwürdige Machtspielchen auch bei mir versucht. Und ich ließ ihn wissen, was ich davon hielt. Er mochte mich nicht - was auf Gegenseitigkeit beruhte.

Schließlich habe ich sie darauf angesprochen, ihr Fragen gestellt. Im Verlauf dieser vielen Gespräche hat sie versucht, mir meine Fragen zu beantworten - und dadurch möglicherweise auch für sich Antworten entdeckt bzw. Erkenntnisse gewonnen.

Es ging schließlich soweit, dass er mich eine Hexe nannte, weil ich seine Frau gegen ihn aufhetze.
Letztlich hat sie sich von ihm getrennt, womit ihre Kinder übrigens mehr als einverstanden waren (Alter 7, 9 und 13). Sie meinten sogar, dass sich die Mama schon viel früher vom Papa hätte scheiden lassen sollen.

Ich würde mir nicht die Bedeutung beimessen, zu sagen, dass sei meine "Schuld", aber ich habe sicher dazu beigetragen. Fühle ich mich deshalb schlecht? Nein, bis heute nicht und das ist schon viele Jahre her.

Das meinte ich mit "nicht wegschauen" wollen, einzugreifen, falls es möglich ist, neue Wege aufzuzeigen, aber auch Informationen zu geben, wo es ein Informationsdefizit gibt.

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C
csilla_12629290
26.02.06 um 15:44

Es ging...
...gegen meinen Gerechtigkeitssinn, wie er sie behandelt hat. Wenn ich deiner These gefolgt wäre, hätte ich mit ihr nie in dem Ausmaß darüber sprechen dürfen. Schließlich war es ja nicht meine Beziehung.

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

C
csilla_12629290
26.02.06 um 16:41

Wer sagt denn,
dass die Trennung bereits erfolgt ist und alle nur noch in Rachegedanken schwelgen - das habe ich aus Rikes Beitrag nicht herauslesen können.

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C
csilla_12629290
26.02.06 um 17:25

Das ist ein gutes Beispiel für...
aneinander Vorbeireden

Mir ging es auch darum herauszufinden, wo Ihr die Unterschiede seht zwischen dem Gerechtigkeitssinn folgen und - vielleicht auch für jemand anders - Rache zu nehmen und du meintest, dass ich die ganze Zeit nur von Rache und Vergeltung spreche? *jetztichmichverwirrtamkopfkratz*

Wenn ich heute einer guten Freundin von den Seitensprüngen ihres Mannes/Freundes berichten würde, was wäre das dann für dich? Fragen über Fragen.

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A
alya_12708452
27.02.06 um 8:26

Du hast vielleicht eine fantasie...
weder sprach ich von einer beendeten beziehung noch habe ich die qualität des spiegels näher erläutert.

rike

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C
csilla_12629290
27.02.06 um 11:02

Es mit gleicher Münze heimzuzahlen...
...würde ich nicht fertigbekommen. Wenn ich einen Mann liebe, dann betrüge ich ihn nicht. Dazu bin ich nicht in der Lage und das würde ich auch nicht wollen.

Ich will herausfinden, welche Methoden man anwenden "darf", um aufzuzeigen. Vieles wird verdammt und als Rache interpretiert.

Z.B.: Frau lebt in einer intakten Beziehung, erfährt dann, das Mann sie betrogen hat. Er ist unseinsichtig und verweigert die Kommunikation, sie hat Angst, dass es wieder passiert. Welche Methoden darf sie ergreifen, um ihm ihre Sicht der Dinge deutlich zu vermitteln, oder, wenn man so will, um ihn zu "läutern"?

Oftmals wird den Betroffenen verdeutlicht, dass sie kaum Möglichkeiten haben, weil das doch niveaulos wäre. Daraus entsteht aber auch eine gewisse Hilflosigkeit, man will schließlich als "guter" Mensch dastehen.

Und doch heißt es "Im Krieg und in der Liebe sind alle Mittel erlaubt". Das sehe ich zwar auch nicht so, aber wenn man einen Menschen nicht verlieren will, dann sollte man doch auch kämpfen dürfen. Oder?

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C
csilla_12629290
27.02.06 um 13:55

Diese Frage...
kann jeder nur für sich beantworten. In diesem Forum gibt es eine Menge Kämpfer, wobei ich persönlich bei meiner letzten Beziehung aufgehört habe zu kämpfen. Ein Gegenbetrug wäre aber auch für mich zu keinem Zeitpunkt ein Lösungsansatz gewesen, soviel "Mühe" hätte ich mir da gar nicht geben können.

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C
csilla_12629290
27.02.06 um 13:56
In Antwort auf csilla_12629290

Diese Frage...
kann jeder nur für sich beantworten. In diesem Forum gibt es eine Menge Kämpfer, wobei ich persönlich bei meiner letzten Beziehung aufgehört habe zu kämpfen. Ein Gegenbetrug wäre aber auch für mich zu keinem Zeitpunkt ein Lösungsansatz gewesen, soviel "Mühe" hätte ich mir da gar nicht geben können.

Nicht ein sondern KEIN Lösungsansatz
sollte es heissen - leider ging mir das "k" verloren

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L
lally_11969332
27.02.06 um 17:38
In Antwort auf csilla_12629290

Das ist ein gutes Beispiel für...
aneinander Vorbeireden

Mir ging es auch darum herauszufinden, wo Ihr die Unterschiede seht zwischen dem Gerechtigkeitssinn folgen und - vielleicht auch für jemand anders - Rache zu nehmen und du meintest, dass ich die ganze Zeit nur von Rache und Vergeltung spreche? *jetztichmichverwirrtamkopfkratz*

Wenn ich heute einer guten Freundin von den Seitensprüngen ihres Mannes/Freundes berichten würde, was wäre das dann für dich? Fragen über Fragen.

Hallo ansila
Auch wenn es nicht oft vorkommt, aber hier muß ich BM mal recht geben.

Ungefragtes Einmischen ist immer problematisch. Wenn ich allerdings wüßte, daß meine Freundin von ihrem Mann geschlagen wird, dann würde ich ihr auch Hilfe anbieten. Den Kerl zu verdreschen ist sicherlich nicht die richtige Lösung, auch wenn ich es unheimlich gerne täte.

Aber die Frage ist doch hier: Wie helfe ich ihr damit?
Wenn z.B. eine Freundin, der ich von meinem Seitensprung berichtet hätte, ohne Umschweife meinem mann alles petzen würde, wäre die Freundschaft vorbei. Denn das sähe ich als groben Vertrauensmißbrauch.

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A
an0N_1271701299z
19.05.08 um 18:51

...
ich lass mir jedenfalls nichts gefallen. nenn es wie du willst, für viele bin ich deshalb sicher auch kein guter christ.

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