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Quarterlifekrisis!!!!

3. April 2003 um 14:33 Letzte Antwort: 7. April 2003 um 10:10

Vor etwa einem Jahr wurde mir ein Angebot gemacht für das ich 1,5 Jahre in Amerika hätte arbeiten können.
Leider hat es mit dem Visum nicht geklappt (d.h. im Nachhinein denke ich, dass das nur eine Ausrede war und mich der damalige Chef nicht mehr haben wollte, weil er gemerkt hat, dass ich kein Interesse daran hatte, in Amerika seine Geliebte zu werden... tja, andere Geschichte)
Jedenfalls habe ich nach der ganzen Aufregung im letzten Jahr, jetzt ein ganz grosses Tief.
Ich habe mich irgendwie innerlich schon auf eine grosse Veränderung/Herausforderung vorbereitet und jetzt sitze ich immer noch am gleichen Schreibtisch... *seufz* Irgendwie macht sich ein "Looser Feeling" breit.
Ich weiss, das ist Quatsch und mit meinen 24 Jahren stehen mir noch alle Türen offen, aber trotzdem...
Kennt ihr das? Nach der Ausbildung ein paar Jahre (bei mir sind's fünf) gearbeitet und dann das grosse "Wie weiter?" "Was will ich?"
Ja hier und da hab ich schon Weiterbildungen gemacht, aber jetzt?!

Mein Freund möchte mich gerne heiraten und Kinder... Ich möchte das auf jeden Fall auch einmal, ich liebe Kinder! Und heimlich würde ich am liebsten sofort eins haben.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich vorher noch eine grosse Leistung erbringen muss... Sei es durch einen guten (noch besseren) Job oder... ach wenn ich es wüsste.

Kennt ihr diesen Druck, den man sich selbst macht? Ich bin total unzufrieden mit mir und der Welt, obwohl ich eigentlich ein super Leben führe... Tollen Job, genügend Geld, tolles Aussehen , glückliche Beziehung, Freunde etc. Aber immer denke ich "Ich kann doch mehr!!"

Ich nenne das jetzt einfach mal die Quarterlifekrisis...

Würde mich freuen, wenn ihr Erfahrungsberichte mit mir teilt oder gute Ratschläge für mich habt, wie ich mehr Ruhe und Zufriedenheit finde. Wie weiss man denn, das man auf dem richtigen Weg ist? Sinn des Lebens?

Danke schonmal

Eure
Lauraly


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3. April 2003 um 15:15

Kenn ich!
Hab leider nicht viel Zeit, aber das gibt es! Ähnöich wie die Midlife-Crisis.

Das liegt daran, das alle Entscheidungen in dem Alter größere Tragweite haben.
Eine neue Ausbildung betrifft die nächsten drei Jahre.
Ein Studium 4 etc.

Und dann fragt man sich, ob man den richtigen Job hat, was gibt es noch?
Hab ich die falsche Wahl getroffen?
Wird mein restliches Leben so?

Geht mir nämlich genau so, überlege noch ne Stewarddess Ausbildung zu machen, nur so, um etwas anderes zu machen als in der Werbung zu ackern.

Würde mal im Internet suchen, ich hab davon mal in der Amica gelesen!
Ciao, Cin

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3. April 2003 um 15:30

Liebe lauraly
Ich kann mich noch sehr gut an Dich erinnern, wir haben uns damals öfter geschrieben wegen Amiland etc.
Schade, daß es nicht geklappt hat, aber das hat mit Sicherheit auch etwas Gutes und sollte so wohl nicht sein!

Ich bin 35 und überlege, ob ich auch mal so eine Phase hatte, aber als ich damals 25 war, da ging es mir sehr schlecht, ich erholte mich gerade von einigen schlimmen Dingen im Leben, hatte Schulden, war froh, überhaupt einen Job zu bekommen, nein, auf solche gedanken kam ich also nie, hatte keine zeit dazu, immer mußte etwas erledigt werden.

Ich habe auch schon von der Quarterlife Crisis gehört, aber ich befürchte, es wird überbewertet, auch durch die medien. es wird einem erzählt, was man im leben schon alles erreicht haben könnte und jeder überlegt und weiß nicht recht, ob das bei ihm auch so ist, jeder strebt nach mehr.

Ich kann dazu nur sagen, freut Euch, daß es Euch so gut geht, wie es Euch geht, freut euch über alles, was ihr habt und noch haben werdet, irgendwann und was auch immer das alles sein mag, wenn ihr es nicht wißt, laßt euch überraschen, denn wann genau, kann kaum einer sagen. daß man sich mit 24 schon rastlos oder unausgefüllt fühlen kann, finde ich sehr schade....

Ich würde mir überlegen, welche Dinge mir im Leben sehr wichtig sind, das kann man nur aus heutiger Sicht tun, keiner kann einem sagen, ob man in 10 jahren noch genauso denkt, wozu auch?
Ich lebe heute viel ruhiger und zufriedener als damals, weiß heute, was ich will!
Guter Job, schöne beziehung, keine Familie....

ich mache Weiterbildungen, pflege schöne Hobbys, möchte gerne mal Tiere haben und ansonsten einfach ruhig und zufrieden und möglichst gesund leben! das macht schon genug aus, das ist doch wichtig!!

Ich glaube, heute in der schnellebigen zeit will man immer mehr, weiter, höher,schneller, das kann fatal sein, man denkt, man muß mitziehen, aber muß man das??
ich bin so froh, daß ich heute ziemlich glücklich bin, schuldenfrei, gesund und zufrieden, kann entscheiden, wann ich was machen will...

Überlege du für dich, was Dir wichtig ist...heute....

Liebste Grüße!

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3. April 2003 um 15:43

Jaaaaaaaa!
Liebe Lauraly,

das kenne ich. Bin 27 und arbeite (nach Studium) seit 4 Jahren. Habe einen verantwortungsvollen Posten, viel zu tun, viel Spaß daran. Habe einen Freund, viel gute Freunde, genug Geld, bin nicht hässlich und so weiter. Genau wie Du.

Aber irgendwas nagt...
Jetzt habe ich sogar ein tolles Extraprojekt bekommen, eine Sache, von der ich schon immer träumte, echt superklasse. Ich bin so stolz und glücklich, und trotzdem ertappe ich mich, wie ich dran denke: Was, wenn es nicht so super wird, wie ich das will? Was, wenn es floppt? Was, wenn die Zahlen nicht top sind?

Wobei ich sagen muss, dass die Krise bei mir wieder etwas zurückgegangen ist in letzter Zeit. Ich weiß allerdings selbst nicht, woran das liegt.

Das Schwierige ist, das Leben, das man führt, zu schätzen, als das, was es ist: Gut, schön, spannend, erfüllend. Denn das ist es, wenn man es genau betrachtet. Aber es langweilt einen trotzdem.

Kennst Du auch dieses komische Gefühl, wenn von Leuten die Rede ist, die ein "erfülltes Leben" führen oder führten? Dass Du dann denkst, Mist, will auch ein erfülltes Leben? Dabei hast Du das ja. Du merkst es nur nicht. Jahre später wirst Du an diese Zeit jetzt zurückdenken und sagen: "Das waren super Zeiten damals". Aber im Moment kommt es Dir gar nicht super vor. Hab ich recht?

Was mir geholfen hat: Werde konkret. Überlege Dir, was für Dich zu einem Leben dazugehört, in dem Du später sagen kannst: Es war toll und erfüllt. Sind es viele Reisen in ferne Länder? Sind es Kinder und Familie? Ist es der Erfolg im Job? Oder Geld und ne tolle Wohnung? Party und Vergnügen? Kunst und Literatur? Soziales Engagement? Oder von allem etwas? Es gibt meiner Meinung nach nicht DEN Sinn des Lebens, es geht nur darum, das Beste draus zu machen, vieles auszuprobieren, nicht aus Bequemlichkeit oder Feigheit einzuschlafen.

Träume sind sehr wichtig für das Glücksempfinden.
Ich lebe z.B. momentan in einer Wohnung, die nicht meine Traumwohnung ist und auch nicht in meiner Traumwohngegend liegt. Anfangs wurmte mich das, aber jetzt sehe ich es anders: Wenn ich jetzt schon die Traumwohnung hätte, was bliebe dann in dieser Hinsicht (jetzt mal auf Wohnung bezogen) noch für später? So kann ich mich drauf freuen, in ein paar Jahren oder erst später die Traumwohnung zu beziehen. Das kann man auf vieles übertragen. Sicher sollte man nicht nur träumen - aber wunschloses Glück ist schrecklich.

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir Projekte vornimmst. Manche Träume kann man ja auch verwirklichen. Z.B. eine 3monatige Weltreise. Oder der USA-Aufenthalt. Wenn Du ein Ziel hast, wird es Dir gleich besser gehen! Und dafür gibt es ne Menge zu tun, für dieses Ziel...

Generell ist Sport gut für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Manche schwören auf Yoga, andere aufs Joggen, ich z.B. aufs Reiten. Dieses Pferd bringt mich auf den Boden und beruhigt mich.

Und ist Dir schon mal aufgefallen, was Leute im TV immer sagen, die eine Krankheit oder Behinderung haben oder sonst irgendein Handicap? Sie wollen alle "ein ganz normales Leben leben". Klar, man weiß erst, was man hatte, wenn's weg ist. Aber mir half diese Beobachtung. Im Prinzip sind wir beide Beispiele für Leute, denen es (zu) gut geht. Manche sehen es schon als Luxus an, alleine einkaufen gehen zu können. Soll jetzt kein Vorwurft sein, gell!?! Nur mal ein Denkanstoß. Das hält bei mir auch nie lange vor, aber es hilft ein bisschen.

Wenn Du magst, kannst Du mir auch gerne mailen unter nettesmaedel@gmx.de! Ich finde das Thema rasend interessant!



GLG

Nettesmaedel

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3. April 2003 um 15:51
In Antwort auf dania_12469605

Liebe lauraly
Ich kann mich noch sehr gut an Dich erinnern, wir haben uns damals öfter geschrieben wegen Amiland etc.
Schade, daß es nicht geklappt hat, aber das hat mit Sicherheit auch etwas Gutes und sollte so wohl nicht sein!

Ich bin 35 und überlege, ob ich auch mal so eine Phase hatte, aber als ich damals 25 war, da ging es mir sehr schlecht, ich erholte mich gerade von einigen schlimmen Dingen im Leben, hatte Schulden, war froh, überhaupt einen Job zu bekommen, nein, auf solche gedanken kam ich also nie, hatte keine zeit dazu, immer mußte etwas erledigt werden.

Ich habe auch schon von der Quarterlife Crisis gehört, aber ich befürchte, es wird überbewertet, auch durch die medien. es wird einem erzählt, was man im leben schon alles erreicht haben könnte und jeder überlegt und weiß nicht recht, ob das bei ihm auch so ist, jeder strebt nach mehr.

Ich kann dazu nur sagen, freut Euch, daß es Euch so gut geht, wie es Euch geht, freut euch über alles, was ihr habt und noch haben werdet, irgendwann und was auch immer das alles sein mag, wenn ihr es nicht wißt, laßt euch überraschen, denn wann genau, kann kaum einer sagen. daß man sich mit 24 schon rastlos oder unausgefüllt fühlen kann, finde ich sehr schade....

Ich würde mir überlegen, welche Dinge mir im Leben sehr wichtig sind, das kann man nur aus heutiger Sicht tun, keiner kann einem sagen, ob man in 10 jahren noch genauso denkt, wozu auch?
Ich lebe heute viel ruhiger und zufriedener als damals, weiß heute, was ich will!
Guter Job, schöne beziehung, keine Familie....

ich mache Weiterbildungen, pflege schöne Hobbys, möchte gerne mal Tiere haben und ansonsten einfach ruhig und zufrieden und möglichst gesund leben! das macht schon genug aus, das ist doch wichtig!!

Ich glaube, heute in der schnellebigen zeit will man immer mehr, weiter, höher,schneller, das kann fatal sein, man denkt, man muß mitziehen, aber muß man das??
ich bin so froh, daß ich heute ziemlich glücklich bin, schuldenfrei, gesund und zufrieden, kann entscheiden, wann ich was machen will...

Überlege du für dich, was Dir wichtig ist...heute....

Liebste Grüße!

Liebe Natasha
...ich glaube, mit dieser "Krise" ist das ein bisschen wie mit einer Depression: Wer sie nie hatte, versteht es auch nicht.

Du warst damals wohl (leider) einfach in einer anderen Situation, hattest keine Zeit, dass es Dir zu gut gehen konnte. Im Nachhinein hatte das vielleicht sein Gutes - dass Du jetzt zufrieden leben kannst! Liege ich total falsch?

Ich glaube auch, dass es uns zu gut geht. Aber es ist mehr als das "Streben nach mehr", weiter, höher, schneller. Es geht tiefer. Vielleicht ist es einfach die berühmte Sinnsuche. Es hört sich für nicht "Betroffene" überheblich an, wenn die, die alles haben, über die Quaterlifecrisis jammern. Aber dieses Gefühl ist wirklich vorhanden und ziemlich madig. Freiwillig pflegt man das sicher nicht...

Wir haben das Glück, dass es uns bis jetzt nie wirklich mies ging. Und genau das hat auch seine Schattenseite, wie alles im Leben.

Ich wollte es Dir nur ein bisschen erklären... Ist schwer, merke ich...

Liebe Grüße an Dich

NM

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3. April 2003 um 16:24

Träume verwirklichen
Hallo Lauraly,

nachdem nicht so viel älter bin als Du - auf der Zielgeraden zur 27 - melde ich mich auch mal. irgendwie kann ich Dich nachvollziehen, dieses "das-kanns-noch-nicht-gewesen-sein", wobei ich momentan als Ziel noch die Promotion vor Augen habe.

Aber in Deiner Lage würde ich es vielleicht mit einem Jahr "Auszeit" versuchen. Ich habe einen Exkollegen immer beneidet, der mit seiner Freundin ein Jahr lang um die Welt gezogen ist, weder systematisch noch groß geplant, aber dafür konsequent: Haushalt aufgelöst, die meisten Besitztümer verkauft und weg. Ich denke, das erfordert auch Mut.
Vielleicht tun wir bald etwas Ähnliches.

Wenn Du das Gefühl hast, daß Du mehr erleben oder leisten kannst, ist jetzt die ideale Zeit. Ich meine zwar auch, daß man das Kinderkriegen, wenn man denn wirklich welche will, nicht ewig verschieben sollte, aber doch so lange, bis man etwas hat, was man ihnen als Gutenachtgeschichte erzählen kann.

Seelenfrieden gibt's halt nicht zu kaufen. Aber um zu wissen, ob mein Platz im Leben richtig für mich ist, muß ich erst mal nachschauen, wie es anders sein könnte. Den Punkt, wo ich sagen könnte: so soll es bleiben habe ich auch noch nicht erreicht (weder räumlich noch jobtechnisch). Aber Alles hat seine Zeit und deshalb hoffe ich, daß, wenn ich für den Ruhepunkt im Leben bereit bin, es auch einen Punkt geben wird, an dem ich ruhen kann.

ciao,
Brüni

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3. April 2003 um 16:45

Buchtipp
liebe lauraly,
ich weiß wie du dich fühlst, ich bin fast 29 und stecke mitten drin in meiner quarterlife-crisis. ständig quäle ich mich selbst mit immer den gleichen fragen...
hab ich was verpasst?
hat jetzt der ganze spaß ein ende?
ist das wirklich DER mann mit dem ich leben will?
wie soll ich meine zukunft und mein leben gestalten?
bin ich jetzt schon zufrieden?
wann ist der richtige zeitpunkt für kinder?
usw, etc.....,
willkommen in der quarterlife crisis
ich lese grade ein buch, das sich mit diesem thema beschäftigt: "quarterlife crisis. jung, erfolgreich, orientierungslos" von birgit adam. ist sehr gut geschrieben, die autorin ist selbst in dieser situation und weiß also genau, worüber sie schreibt.

lg sephrenia

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3. April 2003 um 17:45
In Antwort auf akari_12527560

Liebe Natasha
...ich glaube, mit dieser "Krise" ist das ein bisschen wie mit einer Depression: Wer sie nie hatte, versteht es auch nicht.

Du warst damals wohl (leider) einfach in einer anderen Situation, hattest keine Zeit, dass es Dir zu gut gehen konnte. Im Nachhinein hatte das vielleicht sein Gutes - dass Du jetzt zufrieden leben kannst! Liege ich total falsch?

Ich glaube auch, dass es uns zu gut geht. Aber es ist mehr als das "Streben nach mehr", weiter, höher, schneller. Es geht tiefer. Vielleicht ist es einfach die berühmte Sinnsuche. Es hört sich für nicht "Betroffene" überheblich an, wenn die, die alles haben, über die Quaterlifecrisis jammern. Aber dieses Gefühl ist wirklich vorhanden und ziemlich madig. Freiwillig pflegt man das sicher nicht...

Wir haben das Glück, dass es uns bis jetzt nie wirklich mies ging. Und genau das hat auch seine Schattenseite, wie alles im Leben.

Ich wollte es Dir nur ein bisschen erklären... Ist schwer, merke ich...

Liebe Grüße an Dich

NM

Liebes Mädel!
Du hast natürlich recht, ich hatte andere Krisen und daurch nie Zeit, daß sich eine andere daraus entwickelt....weil ich endlich nur noch froh war, da raus zu sein.
Ich mußte mir zwar die Zeit nehmen und nachdenken, was will ich oder was will ich auf keinen fall mehr, aber das war relativ leicht herauszufinden.
Es dauerte zwar auch einige jahre, aber seit ich 30 bin, weiß ich, was ich will. das wird sich auch wieder ändern können, okay, aber dem sehe ich gelassen entgegen.

Ich kann hier beruflich viel erleben, habe viel mit jungen erfolgreichen Menschen zu tun, wir vermitteln Führungskräfte, hier habe ich den Eindruck gewonnen, daß meist (es gibt immer Ausnahmen) der Lebensweg, gott sei Dank, recht gut verlaufen ist, inklusive Kindheit, denn das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt für spätere Zufriedenheit oder Glück.
Natürlich haben sich die Menschen alles erarbeiten müssen, ein Studium usw. ist sicher kein Zuckerschlecken, also erwartet sie im besten Fall ein richtig schöner Job, wo sie in den letzten Jahren zumindest auch schöne und rasche Aufstiegschanen haben, innerhalb von wenigen jahren sind sie aufgestiegen, weil sie das lieben, Erfolg zu haben, Geld und Ansehen, Belohnung für die Lernerei, das ist ja völlig okay und sei jedem von Herzen gegönnt, bitte nicht missverstehen!

Aber nun kam vor 2 Jahren leider der große Einbruch in mancher Branche, auf einmal steht man da und hat oft keinen Job oder auf einmal ist die Zukunftsperspektive weg, das ist natürlich ein harter Einschnitt. Hier erlebe ich das fast täglich, daß wir Top-Leute beruflich nicht unterbringen können.

Ich will damit nur sagen, daß das ein möglicher Faktor für die Krise sein könnte, daß man af einmal merkt, man kommt nicht mehr in der gewohnten Form weiter, man hatte noch keine solche Krise meistern müssen, wie geht es weiter und was kommt dann?? Man hat die ganze Zeit studiert oder gearbeitet und hatte oft nicht die Zeit, mal nach rechts oder links zu schauen und auf einmal passiert es, wir haben die zeit und die Gedanken tauchen auf....was kommt jetzt?? Das kann jungen und auch älteren Menschen passieren.

das hat einerseits mit Zukunfts- oder Existenzängsten zu tun, aber auch mit dem schnellen Vorankommen und dem plötzlichen Wegfall, damit kommt nicht jeder zurecht.

Man will früh viel erreichen, ob im beruf oder auch familiär, früh Familie haben oder Kinder, oft schon mit Ende 20 und auf einmal kommt der Tag, da kann man denken, WAR es das jetzt??

Du hast recht, ich habe so etwas nie gehabt und ich bin froh drüber und hoffe für alle Betroffenen, daß sie einen Weg da raus finden mit der Zeit, daß sie für sich die wesentlichen Punkte finden, die ihnen Erfülllung geben können....

Alles Liebe!!

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4. April 2003 um 2:00
In Antwort auf akari_12527560

Liebe Natasha
...ich glaube, mit dieser "Krise" ist das ein bisschen wie mit einer Depression: Wer sie nie hatte, versteht es auch nicht.

Du warst damals wohl (leider) einfach in einer anderen Situation, hattest keine Zeit, dass es Dir zu gut gehen konnte. Im Nachhinein hatte das vielleicht sein Gutes - dass Du jetzt zufrieden leben kannst! Liege ich total falsch?

Ich glaube auch, dass es uns zu gut geht. Aber es ist mehr als das "Streben nach mehr", weiter, höher, schneller. Es geht tiefer. Vielleicht ist es einfach die berühmte Sinnsuche. Es hört sich für nicht "Betroffene" überheblich an, wenn die, die alles haben, über die Quaterlifecrisis jammern. Aber dieses Gefühl ist wirklich vorhanden und ziemlich madig. Freiwillig pflegt man das sicher nicht...

Wir haben das Glück, dass es uns bis jetzt nie wirklich mies ging. Und genau das hat auch seine Schattenseite, wie alles im Leben.

Ich wollte es Dir nur ein bisschen erklären... Ist schwer, merke ich...

Liebe Grüße an Dich

NM

Willkommen im club!
kinder! ich könnt euch küssen! ich dachte schon ich bin die einige... es geht mir ganz genauso wie euch!

und bei mir ist es nicht das "höher, schneller, weiter", ich denke bei mir ist es die angst, dass sich mein glück im nichts auflöst. konkret: glücklich von meinem mann getrennt- aber die scheidung kann sche... laufen, wundervoller freund- aber die beziehung könnte nicht klappen, ich bin nicht hässlich- aber bei meinem appetiet könnte ich schnell 10kg zunehmen , ich habe erfolg im beruf- aber was wenn ich feststelle das es mich doch nicht ausfüllt... und so weiter und so fort!

ich möchte dazusagen, dass ich nicht denke dass ich angst vor der zukunft habe, ich bin überzeugt ich werde da schon gut meistern...

klingt nach wiederspruch? oder? versteht mich jemand? *scream*

die kathia in der quaterlifecrisis

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4. April 2003 um 9:34

Die Quaterlifecrisis, oder Generation X...
Dieses Thema beschaeftig nahezu JEDEN in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Die meisten sind so um die 30 undkeiner von uns kann sich so wirklich beschweren... Doch...

Diejenigen, die eine feste Partnerschaft haben, manche sogar schon Kinder, zweifeln, ob es DAS beziehungstechnisch gewsen sein kann. Die Soloriege, fuehlt sich in die Welt der Eine-Personen-Familie fuer immer und ewig verdammt.
Haben wir einen anspruchsvollen und gutbezahlen Job, streben wir nach mehr Foerderung und Forderung. Sind wir erfolgreich, zweifeln wir an unserem eigenen Perfektionismus... etc. etc.

In mir macht sich sogar das Gefuehl breit, dass das Prinzip "hats Du keine, such Dir welche" und damit meine ich Probleme, Unzufriedenheit, "Neid"... der Leitsatz unserer Generation wird.
Doch warum? Liegt es wirklich daran, dass es uns nie an etwas gefehlt hat? Jeder von uns hat sicherlich schwierige Phasen im Leben gehabt: familiaere Probleme, gescheiterte Beziehungen, mobbende Kollegen, finanzielle Sorgen, oder was auch immer.
Anstatt, wie eine meiner Vorrednerinnen schon sagte, sich einfach zu freuen, dass man das hat, was man hat (Vgl. Wohnung-Traumwohnung), mosern wir an dem was wir NICHT haben...
Warum?

Andererseits: was ist der Unterschied zwischen 100% zufriedensein und Stagnation?
Waere es nicht so, dass, wenn wir 100% zufreieden waeren, wir stillstehen wurden, weil wir nach nichts mehr streben?
Natuerlih weiss ich, dass jetzt viele Antworten wuerden: "Natuerlch kann man zufreien sein und sich dennoch weiterentwickeln!". Klar doch, aber mit dem gleichen Drive??

So, jetzt arbeite ich auch mal ein bisschen...

LG, Mimin

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7. April 2003 um 10:10

An alle die mir geschrieben haben
Danke! Es hat gut getan, mal zu lesen, dass ich nicht die einzige bin mit diesem Problem.

Seit Monaten plagt mich diese blöde Quarterlifecrisis und jetzt auf einmal, total unerwartet ist er wieder da, der liebe Floh im Ohr... Ich habe ein paar Tage gebraucht, um mir darüber Gedanken zu machen, ob dieser Floh auch 'was Rechtes ist, darum melde ich mich auch erst jetzt.
Jetzt, da ich mich aber entschieden habe, gebe ich Euch preis, wie mein Floh heisst:

"Au Pair Jahr in Amerika"

Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich das kann. Ich meine, von einem guten Job zu einer Nanny zu werden, ist bestimmt kein Aufstieg, aber nachdem ich alle Fürs und Widers abgewogen habe, bin ich sicher, dass es mir trotzdem sehr viel bringen wird. Und so eine "Auszeit" aus dem Arbeitsalltagstrott, ist doch irgendwie auch Luxus!!
Und die fünf Jahre Arbeitspraxis und meine Qualifikationen sind auch nach einem Jahr noch was wert.

Ich habe jetzt mal alle Infos aus dem Internet verschlungen und mir Infobroschüren und Bewerbungsformulare bestellt. Ich bin schon ganz aufgeregt

Wünscht mir Glück, dass es klappt mit dem Visum. Es ist so toll, sich wieder auf etwas zu freuen!

Ach und Natascha: Sorry, dass ich nicht weiter über den Job in Miami berichtet hab. Aber es war irgendwie alles total verfahren und jetzt weiss ich ja leider auch warum...

Viele liebe Grüsse
Eure Lauraly

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