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Putzzwang/Perfektionismus Einschätzung bitte

14. Mai 2016 um 9:40

Hallo ihr alle,
da ich schon öfter interessante und auch hilfreiche Diskussionen hier verfolgt habe, habe ich mich diesmal selbst angemeldet, da ich auf eure Hilfe und Interesse hoffe. Sich als Mann in die weibliche Gedankenwelt einzufühlen ist bisweilen schwer, selbst wenn man sich selbst als verständnisvoll einschätzt.
Mir geht es um folgendes:
Die Ausgangslage: verheiratet seit 9 Jahren, kennen uns seit 12 Jahren, beide Ende 30, ein Kind (7), Haus, sie Teilzeit in einer Boutique, ich Vollzeit Office und Physiotherapeut/Trainer.

Meine Frau hatte schon immer einen, von vielen bewunderten und bemerkten, Hang zum putzen und Perfektionismus. Dieser scheint sich vor allem in den letzten Jahren extrem gesteigert zu haben. Ich habe inzwischen einiges über Zwänge gelesen und sehe sie dort eigentlich nicht abgebildet. Es fehlen die zwanghaftem Kontrollhandlungen.
Es ist eher so, dass der Versuch alles unter Kontrolle zu haben und zu erledigen, zu putzen und zu organisieren, sie total auffrisst und erschöpft.
Ihr ist das selbst bewusst, sie kann aber nicht aus ihrer Haut (ihre Aussage). Sie scheut sich auch vor Beratung etc (einer der Gründe warum ich hier schreibe und nicht sie).

Inzwischen verbringt sie beinahe jede freie Minute in der sie allein ist mit Putzen, es stresst sie wenn sie nicht weiter machen kann. Sie ist nicht in der Lage, zB eine Stunde vor Schulschluss aufzuhören um sich mal auszuruhen oder was für sich zu machen.
Oder anders: sie kann, wenn unser Kleiner oder wir beide zu Hause sind schon aufhören aber es belastet sie ungemein.
Beinage täglich schläft sie schon mit unserem Kleinen ein, an "eheliche" Aktivitäten ist inzwischen nicht mal mehr zu denken.
Unzufriedenheit mit dem Aussehen kommt dazu, kann sich aber nicht zu Sport aufraffen. Dabei schaff sie beim Putzen aber nie genug, da sie jeden Fleck mit so viel Aufwand macht, dass man bei einem Haus nie im Leben rum kommt und wenn man jeden Tag den ganzen Tag dafür hätte.
Auch der Gedanke an eine Hilfe wurde verworfen, die würde das nie ihren Vorstellungen entsprechend machen.

So, ich denke das war das wichtigste. Ich würde mich wirklich freuen, wenn jemand was dazu sagen mag. Gerne auch mehr Infos, irgendwie weiß ich nicht genau welche Infos entscheidend sein könnten um ihr (und um ehrlich zu sein auch uns) zu helfen.

Vielen Dank im Voraus!

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14. Mai 2016 um 12:43

Danke
Danke euch schonmal!
#gatom: animieren ist leicht gesagt, ich kann sie nicht mal animieren ein Buch zu lesen. Wenn sie nicht putzt oder arbeitet schläft sie
#fresh: die Idee hatten wir natürlich auch, sie ist aber einfach noch nicht überzeugt. Und solange, sagt sie, will sie die Zeit nicht aufbringen. Es liegen zumindest keine Schlafstörungen etc vor
#lana: ob ich oder unser Kleiner krümeln ist egal, sie räumt einfach wenns wieder geht nach bzw putzt. Ich habs zB auch aufgegeben den Geschirrspüler einzuräumen, weil er eh wieder umsortiert wird, dem idealen System entsprechend.

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14. Mai 2016 um 16:42

Mal eine andere Frage:
Wie ist denn die Arbeit bei euch in der Familie verteilt? Ich habe weiss Gott keinen Putzzwang, was man schon am Zustand unserer Wohnung auf den ersten Blick sehen kann, ABER es gelingt mir nicht, den Rest der Familie zu motivieren, den eigenen Dreck auch wegzuräumen. Das ist sicher auch meine Schuld, aber eben auch die meines Partners und zu geringeren Teilen die meiner Kinder.

Wir arbeiten alle Vollzeit und wenn die Kinder aus der Schule kommen, will ich ja auch noch ein bisschen Qualitätszeit mit ihnen verbringen. Deshalb mache ich einen Grossteil der Hausarbeit, morgens vor der Arbeit, nachts, wenn die Kinder im Bett sind und oft auch in der Mittagspause, wo ich nur nach Hause fahre, um noch eine Waschmaschine anzuschmeissen. Ich fühle mich ähnlich ausgelaugt, wie deine Frau.

Mein Mann ist in Worten sehr aufgeschlossen, was Hilfe im Haushalt anbelangt, aber in der Realität muss ich ihm eben doch oft auf die Füsse treten, damit der mal selbst was macht und wenn ich müde und gestresst bin, habe ich eben auch dafür keine Kraft mehr. Er sagt auch so Sachen, wie du machst es ja doch anders, wobei ich selbst den Eindruck habe, dass ich kaum und wenn dann nur sehr vorsichtig seine Arbeit kritisiere.

Worauf ich hinauswill ist, vielleicht will deine Frau nicht, weil du offensichtlich nur bei ihr das Problem siehst. Wahrscheinlich ist bei euch eine ungute Gruppendynamik am Werk, die deine Frau auch aus Gründen der Erschöpfung nicht in der Lage ist zu durchbrechen. In diesem Fall wäre es sinnvoller, eher mal in einer Familienberatung zu gehen.

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14. Mai 2016 um 18:39

Ich
Denke inzwischen auch dass das so ist. Nach dem Lesen was ein zwang ist war ich mir nicht so sicher weil sie ihr Umfeld nie angreift

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14. Mai 2016 um 18:43
In Antwort auf somasu

Mal eine andere Frage:
Wie ist denn die Arbeit bei euch in der Familie verteilt? Ich habe weiss Gott keinen Putzzwang, was man schon am Zustand unserer Wohnung auf den ersten Blick sehen kann, ABER es gelingt mir nicht, den Rest der Familie zu motivieren, den eigenen Dreck auch wegzuräumen. Das ist sicher auch meine Schuld, aber eben auch die meines Partners und zu geringeren Teilen die meiner Kinder.

Wir arbeiten alle Vollzeit und wenn die Kinder aus der Schule kommen, will ich ja auch noch ein bisschen Qualitätszeit mit ihnen verbringen. Deshalb mache ich einen Grossteil der Hausarbeit, morgens vor der Arbeit, nachts, wenn die Kinder im Bett sind und oft auch in der Mittagspause, wo ich nur nach Hause fahre, um noch eine Waschmaschine anzuschmeissen. Ich fühle mich ähnlich ausgelaugt, wie deine Frau.

Mein Mann ist in Worten sehr aufgeschlossen, was Hilfe im Haushalt anbelangt, aber in der Realität muss ich ihm eben doch oft auf die Füsse treten, damit der mal selbst was macht und wenn ich müde und gestresst bin, habe ich eben auch dafür keine Kraft mehr. Er sagt auch so Sachen, wie du machst es ja doch anders, wobei ich selbst den Eindruck habe, dass ich kaum und wenn dann nur sehr vorsichtig seine Arbeit kritisiere.

Worauf ich hinauswill ist, vielleicht will deine Frau nicht, weil du offensichtlich nur bei ihr das Problem siehst. Wahrscheinlich ist bei euch eine ungute Gruppendynamik am Werk, die deine Frau auch aus Gründen der Erschöpfung nicht in der Lage ist zu durchbrechen. In diesem Fall wäre es sinnvoller, eher mal in einer Familienberatung zu gehen.

Auch
Das kann natürlich eine Möglichkeit sein. Ich sehe es bei uns aber etwas anders. Ausser Haus Arbeit ist bei uns sie 24std zu ich ca. 45std. Samstags bin ich mit Kind allein und erledige was zu erledigen ist, koche auch sonst gern was sie sich abnehmen lässt. Es ist bei uns auch bei weitem nicht klinisch rein, es ist eben eher ihr Gefühl nicht nach zu kommen obwohl sie alle Zeit investiert. Von dem her nehme ich denke ich schon viel ab und "schmutze" auch nicht. Natürlich sind es oft unterschiedliche Vorstellungen, was zb eine saubere Küche ist...

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14. Mai 2016 um 18:44

Immer
Angespannt trifft es gut. Vielleicht suchen wir uns da wirklich einen guten, leider kenne ich viel zu viele Ärzte sehr gut durch meine Arbeit, ich möchte Sie nicht in einer endlosen Gesprachstherapie landen sehen

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