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Psychische Probleme & Trennung nach 4 Jahren

10. April 2011 um 14:22

Hallo Allerseits,

freue mich über jede Art von Hilfe, die ihr mir geben könnt.

Mein Freund hat sich vor 2 Monaten nach 4 Jahren Beziehung von mir getrennt. Er hat sich gleich in seine Heimatstadt zurückversetzen lassen und dort eine neue Wohnung gefunden. Mein Problem: er hat mir nie klar gesagt, was Sache ist. Er sagt er zweifelt an seinen Gefühlen für mich, kann sich nicht vorstellen dass wir wieder einen Neuanfang hinkriegen können. Der Scherbenhaufen unserer Beziehung sei so groß geworden. Er hat mich um Zeit gebeten, sagt er muss eine Entscheidung treffen, aber er weiss nicht wie. Zwischenzeitig hatte er vorgeschlagen, dass man sich alle 1-2 Wochen sieht, etwas unternimmt, schaut, ob man die Basis wieder herstellen kann, aber das hat er momentan wieder verworfen. Die möglichen Wege, die ich ihm dafür aufgezeigt habe (Funkstille, definierter Zeitraum für eine Auszeit, oder man sieht sich gelegentlich und schaut wo die Reise hingeht, oder man versucht es mit Therapie) verursachen bei ihm alle Verunsicherung. Er ist zu keinem Commitment irgendeiner Art in der Lage. Ich bekomme doch mein eigenes Leben im Moment gar nicht auf die Reihe, sagt er zu mir.

Das ist der Punkt: in meinen Augen (und auch in seinen eigenen) hat er einige schwerwiegende Probleme. Unter anderem äussert sich das darin, dass er gänzlich antriebslos ist, offene Themen nicht angeht und ewig vor sich herschiebt. Klar, dass das in der Beziehung Streitigkeiten verursacht hat, obwohl ich natürlich nur das Beste für ihn wollte. Er ist ein Scheidungskind, hat zu Hause jahrelang dem Scheitern der Ehe seiner Eltern zugeschaut und ist seitdem vor Problemen geflüchtet. Seit er das erste Mal vor mir geweint hatte, hat er oft gesagt er glaube, ich könne nicht mehr zu ihm aufschauen und ihn als Mann sehen, weil ein Mann nicht weint (so ein Quatsch!). Zu Beginn unserer Beziehung ging alles noch ganz gut, aber dann wurden von seinem Chef Versprechen gebrochen, er verlor seinen Job. Er begann ein Studium, was ihn nicht ausgefüllt hat. Er war irrsinnig frustriert, fühlte sich wertlos und unmännlich. All das führte auch zu sexuellen Problemen. Er zog sich immer weiter zurück, verlor immer mehr sein Selbstbewusstsein. Mit der Zeit hatten wir fast gar keinen Sex mehr, obwohl für sonstige Zärtlichkeiten sehr viel Platz war. Ich habe lange Zeit versucht, mit ihm und für ihn zu kämpfen. Ich war immer die treibende Kraft hinter ihm, hielt ihn auf Kurs. Aber meistens blieb es dabei, dass Probleme zwar angesprochen wurden, aber von ihm nie eine Lösungsinitiative kam. Nach seinem Grundstudium musste er sich wieder bewerben, zweifelte aber so stark an seiner Qualifikation dass er erst auf massiven Druck meinerseits endlich ein paar Bewerbungen schickte. Der Job, den er fand, füllte ihn schon nach wenigen Wochen nicht mehr aus, er kam mit den Kollegen nicht klar und war sehr schnell wieder unglücklich. Auch in der Stadt, in die er meinetwegen vor 1 Jahren gezogen ist, gab er sich wenig Mühe, Kontakte zu knüpfen, verbrachte die meiste Zeit in seiner Stammkneipe, trank viel, ergoss sich in Selbstmitleid. Für de Beziehung tat er sehr wenig. Er kritisierte, dass wir keine Hobbies hätten, suchte sich aber auch keins. Ich kam nicht mehr davon weg, ihm Vorwürfe zu machen, er müsse etwas dafür tun, dass sein Leben funktioniert, dass er wieder glücklich wird.

Und das schlimmste: ich weiss gar nicht, was sein Problem ist. Er ist wundervoll. Er ist zärtlich, gutaussehend, intelligent, ein toller Liebhaber (zumindest war es mal so). Er ist sehr sensibel, ein Familienmensch, kommt bei seinen Mitmenschen gut an. Er findet schnell Freunde, ist zuverlässig und ehrlich. Ich liebe diesen Mann! Ich fühle mich bei ihm sicher und geborgen, ich liebe es, Zeit mit ihm zu verbringen. Aber auch das glaubt er nicht, bzw versteht er nicht, warum!

Irgendwann hielt die Beziehung dem Druck nicht mehr stand. Er sagte mir im Januar, dass er an seinen Gefühlen zweifelte. Zudem glaube er nicht, dass ich ihn noch lieben würde. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, es zu versuchen, aber war zu dieser Zeit auch viel unterwegs und nicht genug für ihn da. Als ich wieder mal von einer Dienstreise zurückkehrte, stellte er mich vor vollendete Tatsachen. Er würde sich versetzen lassen und ausziehen.

Seitdem sind 2 Monate vergangen. Wir haben Kontakt. Ich habe alles versucht, um ihm zu zeigen, dass ich ihn noch liebe (und zwar wie verrückt). Er zweifelt auch daran, zweifelt offenbar an meinem Verstand dass ich mir ein Leben mit ihm wirklich wünschen würde. Und mir eine Zukunft mit ihm vorstellen könnte. Wir reden oft und viel darüber, was passiert ist, bzw versuche ich, Lösungsvorschläge zu machen, aber er grübelt nur und dreht sich mit seinen Gedanken immer weiter im Kreis. Er meidet die schönen Erinnerungen. Ein Fotoalbum, was ich ihm geschickt habe, hat er nicht geöffnet. Er sagte zu mir, er habe Angst vor den schönen Erinnerungen, und Angst davor, was es in ihm auslösen würde, die Bilder anzuschauen. Angst, dass er sich in dem Moment entscheiden müsse. Oder noch verwirrter wäre. Er muss eine Studienarbeit schreiben & am nächsten Freitag abgeben, hat die Frist bereits 2 Mal verlängern lassen. Er ist unglücklich mit dem Resultat seiner Arbeit (er hatte 3 Wochen Urlaub, um diese Arbeit zu schreiben), sagt er scheitert schon wieder, befürchtet, dass er das Studium ohne Abschluss beenden wird. Ich kann doch gar nicht an uns glauben, wenn ich schon merke, dass ich an meinen eigenen Themen scheitere, sagt er. Wenn ich das alles schon nicht schaffe, wie soll ich daran glauben, dass wir unsere Themen hinkriegen?

Er verhält sich inkonsequent, ist hin- und hergerissen, unglücklich, depressiv. Er hat fast 10kg abgenommen. Am Telefon hat er oft begonnen zu weinen. Ich glaube es plagt ihn, dass er mir das antut, aber er findet keinen Ausweg. Wir haben uns seit der Trennung ein paar Mal gesehen, waren einmal essen, dann haben wir uns getroffen um die Sachen in der Wohnung aufzuteilen. Er blieb über Nacht und ich schlief in seinem Arm. Vorher bat er mich unter Tränen, bitte nicht zu versuchen mit ihm zu schlafen. Er habe Angst, noch mehr kaputt zu machen. Es würde ja doch nicht funktionieren in einer Situation, wo er so unter Druck steht. Als ich ihm sagte, ich denke dass es ein wichtiger Schritt ist, dass Du Dich ein Stück weit einlässt, und man es versucht, unter anderem auch versucht miteinander zu schlafen, sagte er nur, er könne das nicht tun weil er Angst hätte er würde nach kurzer Zeit wieder das Zweifeln beginnen. Das könne er mir nicht antun.

Gestern hat er den Rest seiner Sachen geholt. Als ich ihm zum Abschied sagte, dass ich an ihn glaube und dass ich ihn liebe, weinte er mit mir.

Es gäbe so viele Momente, in denen er an mich denken würde, sagte er, in denen er Gefühle spüren würde, aber es sei doch gewiss nur Gewohnheit, oder Mitleid. Oder die Trauer darüber, dass all das, was wir uns aufgebaut haben, endet. Als ich ihm gegenüber erwähnte, dass ich jemanden kennengelernt hatte, und ein Date geplant war, sagte er, es würde ihm weh tun sich vorzustellen wie ich im Arm von jemand anderem liege. Natürlich kann ich es Dir nicht verbieten, sagte er. Als ich ihn fragte, wie er das handhaben würde, sagte er nur, er könne sich noch nichtmal im Ansatz vorstellen, mit einer anderen Frau Sex zu haben. Das Thema sei generell so ein riesiges Problem für ihn, dass er im Moment gar nicht an Sex denken könne.

Jedes Mal wenn er fährt rechne ich damit, dass er den Kontakt einschränkt, aber jedes Mal meldet er sich bei mir, sobald er zu Hause ist. Ich habe ihm mehrfach gesagt, bitte, wenn Du nur die negativen Seiten der Beziehung siehst, dann bitte sag mir doch dass es endgültig aus ist. Wenn Du alle Emotionen in die Gewohnheit und Mitleid-Schubladen einsortieren willst, wie soll sich daraus eine Chance ergeben? Ich habe Dir 2 Monate lang alles gegeben, Dir gezeigt, dass ich Dich noch liebe, wie viel Du mir bedeutest, dass ich an Dich glaube. Wenn das alles nichts bewegt hat, dann sag mir doch dass es aus ist. Es ist doch leichter für uns beide.
Er tut auch das nicht. Er weinte nur und sagte, es täte ihm so leid dass er mich wieder in der Luft hängen lassen würde.

Ich habe ein paar Mal das Thema Therapie angesprochen. Ich habe seit der Trennung eine Therapie begonnen, und er sagte, er würde gern mal mitkommen. Aber eine Therapie? Er sagte, er habe Angst davor. Erstens, wie sollten ihm die Leute helfen können, wenn er sich nicht sicher sei. Und zweitens, Angst davor dass herauskommt, dass alles seine Schuld ist.

Er sagte, das einzige was er mir im Moment geben kann, ist, dass er mich nicht verlieren möchte. Dass er sich wünschen würde, eine Freundschaft zu führen, und dann mal abzuwarten was passiert. Ich sagte, naja, eine Freundschaft mit der Option, dass wir beide mal offen bleiben und schauen was passiert, das ist die eine Sache (sicher im Moment auch nicht ganz unvernünftig), aber eine Freundschaft mit mir, während Du nach jemand anderem suchst, während ich darauf hoffe, dass noch mal mehr aus uns wird, das kann es nicht sein. Ich kann nicht zulassen, dass Du mit mir befreundet sein möchtest, damit Du bei mir anrufen kannst, wenn es Dir schlecht geht, weil ich ohnehin weiss, wie es in Dir aussieht, und weil Du anderen keine Schwäche zeigen willst. Ich brauche irgendeinen Plan.

Er kann mir im Moment nichts geben. Einerseits verstehe ich das, denn er steht bis zum Hals unter Druck. Im Studium, auf der Arbeit. Er zeigt erste Anzeichen eines Tinnitus, schläft unruhig, ist ständig übermüdet und hat Probleme, sich zu konzentrieren. Und leider gelingt es mir auch nicht, ihm zumindest was mich angeht, den Druck zu nehmen. Denn mir geht es ja auch kein Deut besser. Ich stehe zwar mit beiden Beinen im Leben und bin erfolgreich im Job, aber auch ich bin mit der Situation überfordert.

Dazu kommt erschwerend, dass er 1-2 Mal die Woche zu Terminen bei mir am Standort muss. Unter anderem morgen. Ich nehme an, dass wir uns nicht sehen werden.

Fakt ist: ich glaube ihm nicht, dass er mich nicht mehr liebt (hat er ja auch so nie gesagt). Ich glaube ihm, dass er sein Leben auf die Reihe kriegen und mit sich selbst ins Reine kommen muss, bevor er sich überhaupt seiner Gefühle klar werden kann. Einerseits halte ich eine totale Funkstille für eine Weile für das Beste, andererseits will ich aber auch für ihn da sein.

Also was zum Teufel kann ich tun? Das Warten macht mich ohne Ende fertig, leider ist derzeit auch wenig Ablenkung in Sicht.

Bin für jegliche Hilfe dankbar.

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12. April 2011 um 21:09

Post zu lang? Keine Antwort?

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3. Mai 2011 um 15:49
In Antwort auf mrslovejoy

Post zu lang? Keine Antwort?

"News Update"
Also, Wejona, erstmal vielen Dank für Deine Antwort. Du hast mit fast allem, was Du schreibst, recht. Leider schaffe ich das nicht so leicht. Ich würde ihm gern ein normales Leben vorleben, aber zum einen bin ich davon seit der Trennung selbst meilenweit entfernt (Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit, kein Appetit), zum anderen bin ich Hunderte von Kilometern weit entfernt. Ich würde ihm gern viele Dinge zeigen, aber es geht nicht, weil er es nicht sieht. Ich kann nur reden, und das will ich eigentlich gar nicht mehr. Es sind nur Worte, und letzten Endes zählen Taten. Es ist unendlich schwierig, wenn man dem anderen Dinge zwar sagen, aber nichts zeigen kann.

Wir haben uns am letzten Wochenende getroffen, haben uns das erste Mal seit Wochen gesehen (er ist derzeit nicht mehr hier am Standort und ich war im Ausland unterwegs). Einen Tagesausflug in eine andere Stadt, Sightseeing, ein Picknick, ein leckeres Essen. Wir haben quasi den ganzen Tag zusammen verbracht. Ich hatte vorgeschlagen es sei an der Zeit, sich zu sehen, weil er sich seit Wochen und Monaten mit den gleichen Zweifeln rumschlägt, der Vorschlag für den gemeinsamen Ausflug kam dann von ihm.

Es war ein sehr schöner Tag, aber auch sehr anstrengend. Er zweifelt nach wie vor und fragt sich, ob wir vielleicht mehr gute Freunde sind als alles andere. Fragt sich aber auch, ob er einen Fehler macht, ob es eine Chance für uns gibt. Sagt aber auch, er kann das einfach nicht sehen im Moment. Er sagt, er habe meine Gefühle völlig falsch eingeschätzt und hätte nie gedacht, dass er mir noch so wichtig ist.

Wir haben lange und viel geredet und darüber gesprochen, wie eine Zukunft aussehen könnte, und wie es weitergehen könnte. Ich habe ihm ggü selten von meinen Vorstellungen über die Zukunft und über eine Familie gesprochen, und tue das jetzt. Leider auch hier wieder so ein Thema, wo er sich offenbar fragt, ob das nicht nur leeres Gerede ist.

Wir haben darüber gesprochen, wie man die Freizeit anders gestalten könnte, damit der Alltag einen nicht wieder umhaut, welche Dinge man besser machen könnte, und sind was das angeht eigentlich auf einem Nenner.

Er hat (nicht ganz freiwillig aber immerhin) dann auch erzählt, dass er mit einer anderen geschlafen hat. Ein One-Night Stand nach dem Feiern. Er sei einfach erleichtert gewesen, dass technisch noch alles funktioniert, habe sich aber seitdem nicht mehr bei ihr gemeldet und ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich bin nicht gänzlich ausgeflippt (immerhin), aber es tut natürlich weh, mir das vorzustellen. Zudem er mit mir ja nicht mehr schlafen wollte. Er meinte, es sei für ihn einfach ein Riesenproblem, mit jemandem Sex zu haben, der weiss, wie schwach er ist. Solange das alles anonym sei, ok, aber wenn er jemanden besser kennenlernen und sich öffnen würde sei das schwierig. Die Vorstellung frisst mich natürlich auf, ich frage mich, ob es nicht letztlich daran liegt, dass er einfach nur mit MIR nicht mehr schlafen möchte. Aber vielleicht ist es auch normal, dass ein Mann nach einer solchen Trennung die Gelegenheit nutzt? (Ich könnte das im Moment gewiss nicht!) Und wenn ihm selbst dadurch noch nicht klar geworden ist, dass es endgültig vorbei ist???

Alles in allem lief der Tag dann noch recht schön, und er hat von sich aus vorgeschlafen, ein sog. "Trennungsseminar" für Paare (noch nie davon gehört) zu besuchen, eine Art Wochenendworkshop für Paare nach der Trennung, wo man Tiefenanalysen macht, woran es lag, wie man zueinander steht und ob es eine Grundlage für einen Neuanfang gibt, und wenn nicht, wie beide Partner besser mit der Trennung umgehen können. Er sagte, eine Freundin von ihm wäre dort gewesen, und obwohl es ein "Trennungsseminar" sei, sei Sie mit Ihrem Ex seitdem wieder zusammen.

Ich war überrascht, dass so ein Vorschlag von ihm kam (Panik vor Psychologen!), hab aber natürlich nichts dagegen einzuwenden gehabt.

Er sagte auch, dass er sich fragt, ob man für einen Neuanfang nicht erst richtig getrennt sein müsste, denn das seien wir ja irgendwie nicht. Ich sagte, klar, ich bin Deiner Meinung, dass wir die Konten auflösen müssen, die Versicherungen umschreiben, und und und. Aber wie abgesehen davon - getrennt willst Du noch sein, Du schläfst mit anderen Frauen. Natürlich sind wir getrennt. Ich sagte, ich könne mir nicht vorstellen es jetzt dabei zu belassen mit der Intention "wir können es ja in nem halben Jahr nochmal versuchen, wenn wir bis dahin niemand besseren getroffen haben" - das ist doch keine Grundlage. Er meinte halt, er sei mit sich selbst so überfordert, dass er nicht weiss, woher er die Kraft nehmen sollte, so einen Neuanfang fair und vernünftig auf die Beine zu stellen.

Zum Ende hin habe ich zu ihm gesagt "Weisst Du eigentlich, wie wundervoll Du in meinen Augen bist?" Er sah mich an und entgegnete "Du weisst schon, dass ich mich bis jetzt nicht großartig verändert habe, oder?" Ja, habe ich gesagt, das weiss ich. Ich weiss was ich kriege. Und ich will da (habe auf sein Herz gezeigt) wieder rein. Er seufzte und sagte "da habe ich im Moment noch nichtmal mich selbst drin."

Wie schätzt ihr das Ganze ein? Ich finde das alles schon sehr verwirrend! Agiert so jemand, der einen nicht mehr liebt?

Das Ganze zehrt natürlich ziemlich an mir. Ich versuche, keinen Druck zu machen, ihn ab und an mal zärtlich in die richtige Richtung zu schubsen (z.B. hab ich mal eine "warum ich Dich vermisse"-Liste in ein Paket geschmuggelt, was noch an die alte Addresse gekommen war, oder ihm die Agenda für eine Veranstaltung hier geschickt und ein Post-It mit "Würd mich freuen, aber It's up to you" draufgeklebt). Ich habe schon das Gefühl, ich muss ihm kontinuierlich zeigen, dass ich an uns glaube. Nur halt ohne ihn unter Druck zu setzen.

Aber wie lang soll das noch gehen?



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3. Mai 2011 um 22:19
In Antwort auf mrslovejoy

"News Update"
Also, Wejona, erstmal vielen Dank für Deine Antwort. Du hast mit fast allem, was Du schreibst, recht. Leider schaffe ich das nicht so leicht. Ich würde ihm gern ein normales Leben vorleben, aber zum einen bin ich davon seit der Trennung selbst meilenweit entfernt (Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit, kein Appetit), zum anderen bin ich Hunderte von Kilometern weit entfernt. Ich würde ihm gern viele Dinge zeigen, aber es geht nicht, weil er es nicht sieht. Ich kann nur reden, und das will ich eigentlich gar nicht mehr. Es sind nur Worte, und letzten Endes zählen Taten. Es ist unendlich schwierig, wenn man dem anderen Dinge zwar sagen, aber nichts zeigen kann.

Wir haben uns am letzten Wochenende getroffen, haben uns das erste Mal seit Wochen gesehen (er ist derzeit nicht mehr hier am Standort und ich war im Ausland unterwegs). Einen Tagesausflug in eine andere Stadt, Sightseeing, ein Picknick, ein leckeres Essen. Wir haben quasi den ganzen Tag zusammen verbracht. Ich hatte vorgeschlagen es sei an der Zeit, sich zu sehen, weil er sich seit Wochen und Monaten mit den gleichen Zweifeln rumschlägt, der Vorschlag für den gemeinsamen Ausflug kam dann von ihm.

Es war ein sehr schöner Tag, aber auch sehr anstrengend. Er zweifelt nach wie vor und fragt sich, ob wir vielleicht mehr gute Freunde sind als alles andere. Fragt sich aber auch, ob er einen Fehler macht, ob es eine Chance für uns gibt. Sagt aber auch, er kann das einfach nicht sehen im Moment. Er sagt, er habe meine Gefühle völlig falsch eingeschätzt und hätte nie gedacht, dass er mir noch so wichtig ist.

Wir haben lange und viel geredet und darüber gesprochen, wie eine Zukunft aussehen könnte, und wie es weitergehen könnte. Ich habe ihm ggü selten von meinen Vorstellungen über die Zukunft und über eine Familie gesprochen, und tue das jetzt. Leider auch hier wieder so ein Thema, wo er sich offenbar fragt, ob das nicht nur leeres Gerede ist.

Wir haben darüber gesprochen, wie man die Freizeit anders gestalten könnte, damit der Alltag einen nicht wieder umhaut, welche Dinge man besser machen könnte, und sind was das angeht eigentlich auf einem Nenner.

Er hat (nicht ganz freiwillig aber immerhin) dann auch erzählt, dass er mit einer anderen geschlafen hat. Ein One-Night Stand nach dem Feiern. Er sei einfach erleichtert gewesen, dass technisch noch alles funktioniert, habe sich aber seitdem nicht mehr bei ihr gemeldet und ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich bin nicht gänzlich ausgeflippt (immerhin), aber es tut natürlich weh, mir das vorzustellen. Zudem er mit mir ja nicht mehr schlafen wollte. Er meinte, es sei für ihn einfach ein Riesenproblem, mit jemandem Sex zu haben, der weiss, wie schwach er ist. Solange das alles anonym sei, ok, aber wenn er jemanden besser kennenlernen und sich öffnen würde sei das schwierig. Die Vorstellung frisst mich natürlich auf, ich frage mich, ob es nicht letztlich daran liegt, dass er einfach nur mit MIR nicht mehr schlafen möchte. Aber vielleicht ist es auch normal, dass ein Mann nach einer solchen Trennung die Gelegenheit nutzt? (Ich könnte das im Moment gewiss nicht!) Und wenn ihm selbst dadurch noch nicht klar geworden ist, dass es endgültig vorbei ist???

Alles in allem lief der Tag dann noch recht schön, und er hat von sich aus vorgeschlafen, ein sog. "Trennungsseminar" für Paare (noch nie davon gehört) zu besuchen, eine Art Wochenendworkshop für Paare nach der Trennung, wo man Tiefenanalysen macht, woran es lag, wie man zueinander steht und ob es eine Grundlage für einen Neuanfang gibt, und wenn nicht, wie beide Partner besser mit der Trennung umgehen können. Er sagte, eine Freundin von ihm wäre dort gewesen, und obwohl es ein "Trennungsseminar" sei, sei Sie mit Ihrem Ex seitdem wieder zusammen.

Ich war überrascht, dass so ein Vorschlag von ihm kam (Panik vor Psychologen!), hab aber natürlich nichts dagegen einzuwenden gehabt.

Er sagte auch, dass er sich fragt, ob man für einen Neuanfang nicht erst richtig getrennt sein müsste, denn das seien wir ja irgendwie nicht. Ich sagte, klar, ich bin Deiner Meinung, dass wir die Konten auflösen müssen, die Versicherungen umschreiben, und und und. Aber wie abgesehen davon - getrennt willst Du noch sein, Du schläfst mit anderen Frauen. Natürlich sind wir getrennt. Ich sagte, ich könne mir nicht vorstellen es jetzt dabei zu belassen mit der Intention "wir können es ja in nem halben Jahr nochmal versuchen, wenn wir bis dahin niemand besseren getroffen haben" - das ist doch keine Grundlage. Er meinte halt, er sei mit sich selbst so überfordert, dass er nicht weiss, woher er die Kraft nehmen sollte, so einen Neuanfang fair und vernünftig auf die Beine zu stellen.

Zum Ende hin habe ich zu ihm gesagt "Weisst Du eigentlich, wie wundervoll Du in meinen Augen bist?" Er sah mich an und entgegnete "Du weisst schon, dass ich mich bis jetzt nicht großartig verändert habe, oder?" Ja, habe ich gesagt, das weiss ich. Ich weiss was ich kriege. Und ich will da (habe auf sein Herz gezeigt) wieder rein. Er seufzte und sagte "da habe ich im Moment noch nichtmal mich selbst drin."

Wie schätzt ihr das Ganze ein? Ich finde das alles schon sehr verwirrend! Agiert so jemand, der einen nicht mehr liebt?

Das Ganze zehrt natürlich ziemlich an mir. Ich versuche, keinen Druck zu machen, ihn ab und an mal zärtlich in die richtige Richtung zu schubsen (z.B. hab ich mal eine "warum ich Dich vermisse"-Liste in ein Paket geschmuggelt, was noch an die alte Addresse gekommen war, oder ihm die Agenda für eine Veranstaltung hier geschickt und ein Post-It mit "Würd mich freuen, aber It's up to you" draufgeklebt). Ich habe schon das Gefühl, ich muss ihm kontinuierlich zeigen, dass ich an uns glaube. Nur halt ohne ihn unter Druck zu setzen.

Aber wie lang soll das noch gehen?



Es ist wirklich toll, wie engagiert
reif, reflektiert du dich um deine beziehung kümmerst, das ist wirklich beeindruckend nd deshalb hoffe ich, dir vielleicht nen tipp oder eine anregung geben zu können.

die problematik des ständigen zweifelns, der ängstlichkeit und der depressiveb grundhaltung ist mir bekannt. aufgrund deiner schilderung glaub ich, dass die schwierigkeiten weniger in eurer beziehung oder in dir denn vielmehr in der persönlichkeitsstruktur deines freundes begründet sind. die zweifel und die angst hinsichtlich der beziehung aber sicherlich auch vieler andere aspekte seines lebens führeb dazu, dass er am ende keinen schritt mehr zu setzen wagt. sein kopflastiges denken ständig wägt für und wider ab, dreht sich im kreis und die ausgemalten negativen konsequenzen erzeugen neue angst und zweifel, wobei diese gefühle dann wieder den nährboden für weiteres kopfkino und abwägen und zweifeln bilden.

um diesen kreis zu durchbrechen kann eine therapie sehr sinnvoll sein, eventuell, falls eine depressive störung mit angstkomponente oder selbstwertproblematik sich herauskristallisiert auch ärztlich betreuut medikamentös begleitet etwa i form von antidepressiva (die helfen können, die depressive ängstliche grundstimmung anzuheben)

dass dein freund von sich aus bereits eine therapeutische massnahme virgeschlagen hat würde ich positiv werten, wenngleich der leidensdruck für ihn möglicherweise noch steigen muss, ehe er definitiv bereit ist, für sich selbst (und nicht für euch, da es wie erwähnt meines erachtens ein in seiner person gelegenes problem ist) ärztliche und oder therapeutische hilfe zu suchen.

übrigens würde wohl kaum ein therapeut darauf hinarbeiten die frage zu beantworten, wer "schuld" ist am beziehungsaus. vielmehr geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen, das selbstwertgefühl zu steigern, eingefahrene denk- und verhaltensmuster zu hinterfragen oder zu ergründen, was für einen gut, wichtig und richtig ist.

alles gute

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4. Mai 2011 um 12:55

@ Houou und Wolfi
Also, erstmal vielen lieben Dank für Eure Antworten. Beide sprechen mir aus der Seele. Es ist die Distanz, die mich im Moment ständig hin- und herreisst zwischen der Interpretation von Houou (blöde Hinhaltetaktik!) und Wolfi (Depression). Und es ist die Tatsache, dass ich mir letzteres durchaus vorstellen könnte, die es so schwer macht, einen klaren Cut zu machen, wie Houou vorschlägt.

Letzten Endes war die Trennungssituation auch dadurch bedingt, dass er an vielem gezweifelt hat, unter anderem an meinen Gefühlen für ihn, und das vielleicht auch nicht ganz zu unrecht. Ich habe kurz vor Weihnachten seine Antriebslosigkeit mal kommentiert mit "ich bin mir nicht sicher, wie lange ich das noch aushalte". Kurz danach ging bei ihm die richtige Krise los. Ich glaube schon, dass das ein Auslöser war, bei jemandem mit einem so großen Problem mit seinem Ego. Er hat zu zweifeln begonnen, als ich ein einziges Mal "wir schaffen das vielleicht nicht mehr" signalisiert habe. Jetzt sage ich ihm, wir schaffen das doch, wenn wir wollen, und er ist damit überfordert.

Ob das noch eine Rolle spielt, weiss ich auch nicht. Aber er fragt immer wieder danach. Fragt, ob ich mir das wirklich vorstellen kann. Wie ich bestimmte Dinge in Zukunft handhaben möchte. Und warum ich ihn überhaupt zurück haben will. Stelle ich solche Fragen, wenn ich eigentlich durch bin mit der Geschichte?

@ Houou - ja, es ist richtig, er erwartet, dass ich all unsere Probleme löse weil er "keine Kraft" hat. Und hält sich offen, ob er sich dann darauf einlässt oder es dann letzten Endes doch nicht tut. Das ist in der Tat sehr unfair. Aber immerhin - Das Seminar war das erste Mal, dass er einen Schritt gemacht hat, vorgeschlagen hat, wir machen etwas gemeinsam. Ich habe die gleiche Befürchtung - er schlägt es vor, aber wirklich offen ist er nicht dafür. Aber sollte ich dem Vorschlag nicht vielleicht trotzdem nachkommen? Wir haben früher über eine Paartherapie gesprochen und er hat sich dann geweigert. Er sagte mir im Nachhinein, er hätte viel zu viel Angst davor, dass ihm vor Augen gehalten wird, wie viel er falsch macht (quatsch, sowas ist nicht der Job eines Therapeuten!) und was er für ein kaputter Typ ist. Jetzt schlägt er das von sich aus vor, obwohl er immer solche Angst davor hatte. Würde er sich wirklich ein Wochenende lang mit seiner Ex vor einen Therapeuten setzen und - wobei ihm das so furchtbar unangenehm ist - diesen in seiner Seele rumbohren lassen, wenn er mich nur hinhalten wollen würde? Das geht doch einfacher!?

@ Wolfi - was Du schreibst klingt so, als wenn Du sich sehr gut mit solchen Themen auskennst. Was kann denn ich in dieser Situation tun (jetzt mal unabhängig von einem "Neustart"). Ist es in einer solchen Situation denn richtig, ihm zumindest ab und an ein "ich unterstütze Dich und schätze Dich" zu signalisieren?

Ich habe schon seit längerem die gleiche Vermutung wie Du. Zudem er auch ein ziemlich gebrandmarktes Scheidungskind ist und jahrelang unter der kaputten Ehe seiner Eltern gelitten hat. Auch eine Streitkultur kennt er nicht - er frisst Probleme in sich hinein, bis sie so groß werden, dass er davor kapituliert. Deshalb habe ich ja auch nur bedingt davon mitbekommen, dass es so um uns bestellt ist. Bevor es zum Scheitern unserer Beziehung kam, ist er an verschiedensten anderen Problemen gescheitert, immer in der gleichen Form. Ich kenne ihn gut genug, er umgibt sich mit vielen Leuten, aber spricht mit niemandem über seine Probleme. Ich bin letzten Endes, und das sagt er immer, seine einzige Vertrauensperson.

Und was halt erschwerend dazukommt - all seine Aussagen sind schwammig, das stimmt. Er hat massive Probleme mit Druck. Wenn er zu mir sagt, pass auf, ich würde mir wünschen dass wir es hinkriegen, würde er sofort befürchten, dass er meine Erwartungshaltung zu spüren bekommt. Mit Erwartungen umzugehen war bei ihm immer ein Problem. Er sagte immer, besser ich nehme mir Dinge vor, aber sage es niemanden, damit ich keine Erwartungen enttäuschen muss. So verhält er sich im Moment auch mir gegenüber - meiner Meinung nach entweder eben "feige und schwammig und inkonsequent", oder aber mit der Intention, zu einer Lösung zu kommen, ohne bei mir in der Zwischenzeit Hoffnungen zu erwecken durch die er selbst sich dann in die Ecke getrieben fühlt (!??!?!)

(sorry, schon wieder sehr lang... kann mich so schlecht kurzfassen!)












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4. Mai 2011 um 16:41
In Antwort auf mrslovejoy

@ Houou und Wolfi
Also, erstmal vielen lieben Dank für Eure Antworten. Beide sprechen mir aus der Seele. Es ist die Distanz, die mich im Moment ständig hin- und herreisst zwischen der Interpretation von Houou (blöde Hinhaltetaktik!) und Wolfi (Depression). Und es ist die Tatsache, dass ich mir letzteres durchaus vorstellen könnte, die es so schwer macht, einen klaren Cut zu machen, wie Houou vorschlägt.

Letzten Endes war die Trennungssituation auch dadurch bedingt, dass er an vielem gezweifelt hat, unter anderem an meinen Gefühlen für ihn, und das vielleicht auch nicht ganz zu unrecht. Ich habe kurz vor Weihnachten seine Antriebslosigkeit mal kommentiert mit "ich bin mir nicht sicher, wie lange ich das noch aushalte". Kurz danach ging bei ihm die richtige Krise los. Ich glaube schon, dass das ein Auslöser war, bei jemandem mit einem so großen Problem mit seinem Ego. Er hat zu zweifeln begonnen, als ich ein einziges Mal "wir schaffen das vielleicht nicht mehr" signalisiert habe. Jetzt sage ich ihm, wir schaffen das doch, wenn wir wollen, und er ist damit überfordert.

Ob das noch eine Rolle spielt, weiss ich auch nicht. Aber er fragt immer wieder danach. Fragt, ob ich mir das wirklich vorstellen kann. Wie ich bestimmte Dinge in Zukunft handhaben möchte. Und warum ich ihn überhaupt zurück haben will. Stelle ich solche Fragen, wenn ich eigentlich durch bin mit der Geschichte?

@ Houou - ja, es ist richtig, er erwartet, dass ich all unsere Probleme löse weil er "keine Kraft" hat. Und hält sich offen, ob er sich dann darauf einlässt oder es dann letzten Endes doch nicht tut. Das ist in der Tat sehr unfair. Aber immerhin - Das Seminar war das erste Mal, dass er einen Schritt gemacht hat, vorgeschlagen hat, wir machen etwas gemeinsam. Ich habe die gleiche Befürchtung - er schlägt es vor, aber wirklich offen ist er nicht dafür. Aber sollte ich dem Vorschlag nicht vielleicht trotzdem nachkommen? Wir haben früher über eine Paartherapie gesprochen und er hat sich dann geweigert. Er sagte mir im Nachhinein, er hätte viel zu viel Angst davor, dass ihm vor Augen gehalten wird, wie viel er falsch macht (quatsch, sowas ist nicht der Job eines Therapeuten!) und was er für ein kaputter Typ ist. Jetzt schlägt er das von sich aus vor, obwohl er immer solche Angst davor hatte. Würde er sich wirklich ein Wochenende lang mit seiner Ex vor einen Therapeuten setzen und - wobei ihm das so furchtbar unangenehm ist - diesen in seiner Seele rumbohren lassen, wenn er mich nur hinhalten wollen würde? Das geht doch einfacher!?

@ Wolfi - was Du schreibst klingt so, als wenn Du sich sehr gut mit solchen Themen auskennst. Was kann denn ich in dieser Situation tun (jetzt mal unabhängig von einem "Neustart"). Ist es in einer solchen Situation denn richtig, ihm zumindest ab und an ein "ich unterstütze Dich und schätze Dich" zu signalisieren?

Ich habe schon seit längerem die gleiche Vermutung wie Du. Zudem er auch ein ziemlich gebrandmarktes Scheidungskind ist und jahrelang unter der kaputten Ehe seiner Eltern gelitten hat. Auch eine Streitkultur kennt er nicht - er frisst Probleme in sich hinein, bis sie so groß werden, dass er davor kapituliert. Deshalb habe ich ja auch nur bedingt davon mitbekommen, dass es so um uns bestellt ist. Bevor es zum Scheitern unserer Beziehung kam, ist er an verschiedensten anderen Problemen gescheitert, immer in der gleichen Form. Ich kenne ihn gut genug, er umgibt sich mit vielen Leuten, aber spricht mit niemandem über seine Probleme. Ich bin letzten Endes, und das sagt er immer, seine einzige Vertrauensperson.

Und was halt erschwerend dazukommt - all seine Aussagen sind schwammig, das stimmt. Er hat massive Probleme mit Druck. Wenn er zu mir sagt, pass auf, ich würde mir wünschen dass wir es hinkriegen, würde er sofort befürchten, dass er meine Erwartungshaltung zu spüren bekommt. Mit Erwartungen umzugehen war bei ihm immer ein Problem. Er sagte immer, besser ich nehme mir Dinge vor, aber sage es niemanden, damit ich keine Erwartungen enttäuschen muss. So verhält er sich im Moment auch mir gegenüber - meiner Meinung nach entweder eben "feige und schwammig und inkonsequent", oder aber mit der Intention, zu einer Lösung zu kommen, ohne bei mir in der Zwischenzeit Hoffnungen zu erwecken durch die er selbst sich dann in die Ecke getrieben fühlt (!??!?!)

(sorry, schon wieder sehr lang... kann mich so schlecht kurzfassen!)












Was mich an deiner Story beeindruckt hat ist,
dass du, vermutlich da du so reflektiert mit dir, ihm und eurer Beziehung umgehst, trotz allem relativ gut deine Grenzen bewahrst. Du hast dich in keine Rolle drängen lassen, die vom Gesichtspunkt deines Selbstwertes her problematisch wäre. Möchte nicht wissen, wieviele andere Frauen in deiner Lage sich auf "Freundschaft", unbefriedigendes und belastendes Abwarten, eine offene Beziehung, eine Freundschaft mit "Extras" ohne Verpflichtungen für ihn und dergleichen mehr eingelassen hätten, um dann irgendwann in ihrer Verzweiflung und der erlittenen Demütigungen in diesem Forum um Hilfe zu rufen.

Versteh mich nicht falsch, nicht dass ich glauben würde, dass die Situation dich nicht belasten würde. Man merkt, wie wichtig dir die Sache ist. Aber von allen denkbaren Ausgangslagen bist du in gar keiner so schlechten und immerhin muss man dir keine Tipps geben, wie du dich aus einer emotionalen Erpressung befreien oder deinen Selbstwert steigern kannst, weil du die Lage und dich selbst wie gesagt relativ gut überblickst und auch weißt, dass du im Notfall, wenn die Kräfte dich zu verlassen drohen, dich auf dich selbst besinnen und die Reissleine ziehen musst.

Zunächst sei dir im Klaren darüber dass du als Freundin, (Ex)Partnerin, was auch immer, keine professionelle Hilfe substituieren kannst dh liebe ihn (pathetisch ausgedrückt in guten und schlechten Tagen) aber die ihm einseitig zukommende Unterstützung aus einer Freundschaft/Beziehung heraus wird irgendwann an fachliche, faktische und/oder emotionale Grenzen stoßen -und das ist auch gut so, da du nicht seine Krankenschwester bist.

Die Gefahren, die Houou aufgezeigt hat, nämlich dass du einseitig emotional ausgenützt wirst, leidest oder ausbrennst bestehen ebenso real wie die Gefahr, dass er dich ausnützt, dich warmhält (dh er geht auf Abenteuersuche, während er sich sicher sein kann, dass jemand daheim auf ihn wartet), sich generell anderweitig umsieht und sich neu verliebt und du stehst dann unglücklich vor den Trümmern deines Kampfes um die Beziehung.

Da du relativ gut auf dich achtest (Sebstreflexion), halte ich ersteres Gefahrenpotential für beschränkt. Achte also jedenfalls weiterhin auf dich und deine Grenzen und hör auf dich, was dir und deiner Seele wichtig und richtig erscheint. Tu das, was gut für dich ist und akzeptiere, dass du nur bedingt Einfluss auf bestimmte Dinge nehmen kannst. Überleg dir, wieviel Zeit und Energie du für bestimmte teils ungewisse Ziele investieren möchtest.

Was deinen Freund betrifft so halte ich es aufgrund seiner Vorgeschichte, seines Verhaltens und der umfassenden Ausprägung seiner depressiven, ängstlichen, zweifelnden von mangelndem Selbstwert geprägten Tendenzen für unwahrscheinlich, dass er dich "vorsätzlich" ausnutzen oder warmhalten möchte, bis er etwas besseres gefunden hat. Du scheinst dies ohnehin selbst zu spüren, denn du kämpfst ja nach wie vor und hättest du dich bei einem verstärkten Verdacht in diese Richtung wohl zurückgezogen von ihm. Abseits davon verhalten sich Typen, die sich die brave jederzeit abrufbare (S)(ex)Freundin zuhause halten, sich aber anderweitig nach Frischem umsehen, anders und schon gar nicht zweifeln sie daran, dass sie von besagter Freundin geliebt oder zumindest als liebenswert erachtet werden (das ist ihnen nämlich meist egal). Ein Blick in dieses Forum genügt, um sich in einige diesbezügliche Klassiker einzulesen.

Es bleibt also dabei, dass sich bei deinem Freund über die Jahre eine auf mich massiv wirkende Selbstwertstörung eingeschlichen haben könnte, die sich in mangelnder Konfliktfähigkeit, einer Depression, (generalisierten) Angststörung und Zweifeln manifestiert hat. Eine richtige Diagnose bleibt freilich einem Profi (Arzt, Psychologe, Therapeut, Psychiater) überlassen. Dies ist nur eine laienhafte Einschätzung aufgrund deiner Schilderungen.

Gerade bei (jungen) Männern (wie alt seid ihr überhaupt?) ist es sehr schwer, dass diese sich überhaupt eingestehen, ein behandelbares und behandlungsbedürftiges psychisches Problem zu haben, zu stigmatisiert ist dies in unserer Gesellschaft noch. Deswegen habe ich bereits ausgeführt, dass sich sein Leidensdruck möglicherweise noch steigern muss, damit er von sich aus aktiv wird. Das wird er nämlich auch müssen (dh einsehen, aktiv werden und an sich arbeiten), denn du kannst ihn nicht zwingen und du kannst ihm das auch nicht abnehmen.

Du hast nach deinen Handlungsmöglichkeiten gefragt: die sind natürlich denkbar bescheiden, da es sein Leben ist und primär seine Probleme sind. Um einen Menschen aber dazu zu bringen zu tun was für ihn zumindest ratsam wäre, kannst du ihm den Nutzen der Inanspruchnahme professioneller Hilfe darlegen. Du kannst ihn darauf hinweisen, dass sich seine Probleme und sein Leiden erfahrungsgemäß nicht bessern; vielmehr ist damit zu rechnen, dass sich seine Ängste und Zweifel langfristig verstärken und er kostbare Zeit seines Lebens mit nahezu sinnfreien Gedanken und Aktivitäten vertrödelt (dies wird bei ihm vermutlich zunächst noch mehr Angst und Zweifel auslösen). Du kannst ihn darauf aufmerksam machen, dass Angst und Zweifel negative Gefühle auslösen, die wiederum zu ängstlichen und unangenehmen Gedanken führen. Wie bei einem gebrochenen Arm, der nicht behandelt und eingegipst wird, sondern irgendwann schief zusammenwächst und Schmerzen bereitet, werden die quälenden belastenden Gedanken nicht einfach so verschwinden, wenn er nicht bereit ist, an sich zu arbeiten.

Wenn er denn bereit ist, sich ernsthaft mit sich auseinanderzusetzen, für sich anzunehmen, dass professionelle Hilfe (Arzt, Therapeut) für ihn eine ungeahnte Chance sein kann, seelisch stärker im Sinne von gefestigt zu werden, mehr über sich zu erfahren, sich mehr wert zu sein, die Lebensqualität zu steigern indem neue Ziele erschlossen werden, dann ist er (und damit vielleicht auch du) einen großen Schritt weiter.

Ungeachtet der Möglichkeit professioneller Hilfe kann möglicherweise Ratgeberliteratur euch beiden wertvolle Einblicke verschaffen und dazu beitragen, düstere angstbehaftete Bewertungsmodelle zu hinterfragen. 2 aus meiner Sicht für euch möglicherweise hilfreiche Buchtipps: Wolf/Merkle - Gefühle verstehen, Probleme bewältigen sowie Schwartz - Vernunft und Emotion: Die Ellis-Methode

Soweit bei deinem Freund eine psychische Erkrankung (Depression, Angststörung, Persönlichkeitsstörung) festgestellt werden sollte, kann - immer nur zusätzlich zur Therapie - eine medikamentöse Begleitung in Form etwa von Antidepressiva insofern hilfreich sein, als sie die belastenden Gefühle etwas erträglicher machen. Schlepp ihn aber bitte nicht gleich zum Psychiater (da würde er mit Sicherheit Angst vor bekommen) sondern vielleicht zu einem kompetenten Allgemeinmediziner, idealerweise zu einem solchen, der eine Zusatzausbildung in Psychotherapie oder Psychosomatik hat und solcherart oder aus anderen Gründen für die gegenständliche Problematik sensibilisiert ist. Vermutlich kann es hilfreich sein, zunächst pflanzliche stimmungsaufhellende bzw. angstlösende Mittel wie Johanniskraut und Baldrian auszuprobieren. Diese pflanzlichen Mittel haben auch den Vorteil, dass Mann gegenüber der möglicherweise notwendigen begleitenden Einnahme "chemischer" Medikamente aufgeschlossener wird (er wird vermutlich ohnehin der Meinung sein, er braucht keine Medikamente und keine Hilfe). Ungeachtet dessen würde ich aufgrund der beschriebenen Symptomatik ungeachtet der Frage, ob ein Mittel rezeptpflichtig ist oder nicht zunächst ärztlichen Rat von geeigneter Stelle einholen.

Last but not least zur Frage was du tun kannst, um ihn zu unterstützen, abgesehen davon, ihm den Nutzen und die Notwendigkeit der Inanspruchnahme von Hilfe bzw. der Änderung seiner Bewertungen und seines Verhaltens aufzuzeigen und ihm am Weg zur professionellen Hilfe (Arzt, Therapeut) zu unterstützen, bleibt mir dir zu raten, ab einem bestimmten Zeitpunkt die Reissleine zu ziehen. Wenn er sich in für dich angemessener, ertragbarer, absehbarer Zeit nicht zumindest zum ernsthaften Beginn der Arbeit an einer tiefgreifenden Einstellungs- und Verhaltensänderung seinerseits bereit erklärt, so solltest du ihm klar machen, dass du ihm nicht unbegrenzt zur Seite und zur Verfügung stehen wirst (schon gar nicht einseitig) und in weiterer Folge auch willens bist, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Wer will schon auf ewig abwartend in so einem Gefühlschaos und -dilemma feststecken. Fördere seine Inkonsequenz nicht dadurch, dass du selbst inkonsequent und nachgiebig bist. Wenn er nicht zur Arbeit an sich bereit ist, "mehr Zeit braucht" usw so stelle dir die Frage, ob es sich wirklich lohnt, in eine Beziehung ohne gemeinsame Werte und Ziele, ohne liebevollen Umgang miteinander, ja ohne (dauerhaft unzweifelhafter) Liebe, zu investieren. Wie schon gesagt gibt es für alles Grenzen und du bist nicht seine Therapeutin oder Krankenschwester. Wenn er nicht bereit ist, auf euren gemeinsamen neuen Weg umzuschwenken (da gibt es nur entweder oder, dh wenn er daran zweifelt ob er an sich arbeiten will, dann will er sich de facto nicht ändern), dann geh deinen eigenen Weg, was dich ja nicht daran hindert, gelegentlich mal nachzusehen, wie er sich im Laufe der Zeit möglicherweise doch weiterentwickelt hat. Aber es wird dir - wenn nichts an Gefühlen zurückkommt - sicher besser gehen, wenn du die emotionale Bindung herunterfährst.

Letztlich sei dir bewusst, dass eure Beziehung unabhängig von der weiteren Entwicklung auch endgültig scheitern kann so wie es etwa auch möglich ist, dass er in der Therapie auf was weiß ich was in seiner Vergangenheit alles schlummert draufkommt und erstmal alleine bleiben möchte. Du hast eben nur bedingt Einfluss auf sein Leben, seine Gedanken und die weiteren Geschehnisse. Was du aber weitgehend in der Hand hast ist deine Einstellung und deinen weiteren Weg. Man lebt nur einmal. Mach was draus. Das solltest du ihm vielleicht auch mal sagen. Wer aufhört zu wachsen und sich zu entwickeln, wer an allem zweifelt, alles ständig in Frage stellt, keine Risiken mehr eingeht (=Entscheidungen für oder gegen etwas trifft) lebt nicht wirklich (da er in eine Panikstarre vor den möglichen Konsequenzen fällt und keinen Schritt in irgendeine Richtung mehr wagt). Viel Kraft und alles Gute.

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4. Mai 2011 um 18:10

Ich bin in einer ähnlichen Situation
Ich verstehe was du durchmachst. Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor...

Meinem mittlerweile Ex Freund geht es momentan und in den letzten Monaten auch nich gut, bei ihm is beruflich auch alles zusammengebrochen und er is in ein "tiefes schwarzes Loch" gefallen.

Er konnte mir auch nichts mehr zu seinen Gefühlen sagen. Und ich hab auch Wochen lang versucht ihm zu helfen, weil mir alles an ihm liegt.

Aber ich hab angefangen mich selbst deswegen kaputt zu machen und mir nur noch nen Kopf um ihn gemacht.

Bis ich vor ner Woche beschlossen hab einen Schlussstrich zu ziehen. Ich vermisse die Zeit mit ihm, aber ich bereue es nich. Ich denke wirklich, dass es für uns das beste ist uns wirklich nur noch um uns selbst zu kümmern. Emotional ist mit ihm nichts mehr los und deswegen geb ich ihm jetzt die Chance sich nur noch um sich zu kümmern und sich die Zeit zu nehmen sein eigenes Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ich denke das kann er besser, wenn er sich nicht auch noch um eine Beziehung kümmern muss.

Hört sich ein wenig scheiße an, aber wenn man wirklich nicht mehr klar kommt mit seinem Leben muss man sich wirklich die Zeit nehmen alles wieder hinzubiegen.

Ich hoffe für meinen Ex dass er das schafft. Und ich denke wenn er es irgendwann geschafft hat, wird ihm dann erst klar was er verloren hat.

Wenn man sich mal über Depressionen bei Männern informiert hat, dann erfährt man, dass sie in dieser Zeit nicht in der Lage sind irgendwas zu fühlen, sie sind quasi innen Leer. Wenn dein Freund dir also sagt, dass er nich weiß ob er dich noch liebt, kann es sein dass es tatsächlich nur an seiner derzeitigen Lage liegt.

Vielleicht weiß er erst wieder ob er noch Gefühle für dich hat, wenn er sein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt hat und lebensfroher wird.

Du solltest ihn vielleicht komplett in Ruhe lassen, auch wenn es schwer fällt. Es gibt ja nur zwei möglichkeiten: Entweder er weiß schon dass er dich nich mehr liebt und dann hast du ihn schon verloren und alles was du tust ist sinnlos und du machst dich selbst damit kaputt, oder er schafft es wieder sich selbst aufzubauen und merkt dann dass du ihm immernoch was bedeutest....

Das ist meine Sichtweise. Ich leb einfach weiter und schau was passiert.

Ich wünsch dir viel Kraft!

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4. Mai 2011 um 19:17

@ wolfi & miracle
Also zunächst einmal:

Wolfi, es beeindruckt mich zutiefst, dass Du ein paar Posts von mir liest und die Situation so analysierst, wie ich es erst nach 4 Jahren kann..... Ich stimme Dir von vorne bis hinten zu! Ebenso wie Miracle (die den Schritt ja bereits gemacht hat) habe ich die Gelegenheit, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn es mir zu bunt wird. Wenn ich es schaffe. Ich glaube, dass ich das eines Tages tun werde, wahrscheinlich erst dann, wenn ich ein wenig Ablenkung gefunden habe und wohl nicht, bevor wir dieses Seminar besucht haben (wenn er denn wirklich darauf zurückkommt). Denn ich denke mir letzten Endes, wenn er ein solches Seminar vorschlägt, hat er zumindest erkannt, dass seine derzeitige Gefühlslage möglicherweise im "Normalzustand" anders aussehen würde. Denn mein Angebot war, dass wir uns ein paar Mal treffen und schauen wie es sich anfühlt - und ein Wochenende beim Psychologen ist sicherlich nicht der "einfachere" und angenehmere Weg, um mich warm zu halten.

Miracle - was Du schreibst ist absolut korrekt und ich finde auch, dass Du das Ganze sehr reif beurteilst. Es ist sicher leichter, auch für ihn, wenn er sich nur noch um sich kümmern muss, und wahrscheinlich wird er sich der Dinge eher klar, wenn er die Zeit dafür hat. Letzten Endes ist es das Beste, was Du für ihn tun kannst. Aber hast Du denn damit auch Deine Hoffnungen aufgegeben? Ich habe Angst davor, dass ich einen solchen Schritt machen könnte, und danach weiter warte..... denn das wäre noch schwerer, als es ohnehin schon ist.
Ich bemerke diese innere Leere auch bei meinem Ex, und wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, dass seine emotionalen Probleme auch dazu geführt haben, dass er seine Gefühle zu mir hinterfragt. Gab es einen bestimmten Auslöser für Deine Entscheidung? Hast Du Dich manchmal gefragt, ob es in Wirklichkeit vielleicht nur eine feige Tour ist? Ich habe genau mit der Frage Probleme, denn ich weiss dass er nach aussen hin ganz anders ist, und es ist schwer den Glauben aufrecht zu erhalten wenn er bei gemeinsamen Freunden immer nur gute Laune verbreitet, mit Kumpels um die Häuser zieht und, letzten Endes, ja offenbar auch One Night Stands (und vielleicht auch bald Multiples) hat.

Im Moment bin ich jedoch noch nicht so weit, aufzugeben. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich mich nicht ganz unschuldig an der Situation fühle. Ja, er hatte diese Probleme schon lange, schon bevor ich ihn kennengelernt habe, aber wir waren trotzdem sehr lange sehr glücklich miteinander und es ging ihm zeitweise sehr, sehr gut dabei. Letzten Endes war es meine Ungeduld, seine Antriebslosigkeit auch nach Ende des Studiums (welches ja immer die angebliche Ursache war) weiter zu ertragen, und mein daraus resultierendes Verhalten (keine Geduld, nur noch Druck & hohe Erwartungen, wenig Liebe & Aufmerksamkeit und zu viel Karriere & Arbeit), die ihren Teil dazu beigetragen haben (ich schreibe bewusst "einen Teil dazu beigetragen, denn es gibt noch viele andere Gründe und ich sehe mich nicht als Alleinschuldige an der Situation), dass es jetzt so ist, wie es ist.

Ich versuche aber auf jeden Fall, ihn weitestgehend in Ruhe zu lassen. Keine Kontrollanrufe, kein Druck. Ich habe mich erfolgreich seit Sonntag abend nicht gemeldet und habe es auch nicht vor. Ich möchte ihm jedoch auch zeigen, dass ich noch da bin, wenn er es denn möchte. Ich werde ihm ab und an mal einen Flyer für irgendeine nette Veranstaltung schicken, ohne großes Aufhebens darum zu machen. Dann steht es ihm frei, sich bei mir zu melden, und vielleicht reduziert das ein wenig die Hemmschwelle und er hat nicht den Eindruck, gleich riesige Erwartungshaltungen zu erwecken. "Moderate Intitiative"

@ Wolfi - noch eins. Ich bin bei Dir, was die Möglichkeiten angeht, die es für ihn gibt, sein Problem in den Griff zu kriegen. Leider - wie Du auch sagst - habe ich darauf nur begrenzten Einfluss. Er wird wenn selbst zur Erkenntnis kommen müssen, dass eine Therapie der einzig richtige Weg für ihn (nicht zwangsläufig auch für uns) ist. Ich war nach der Trennung bei einer Psychologin, und er hat sich mehrfach danach erkundigt, was besprochen wurde und wie es läuft. Ich hoffe natürlich darauf, dass ihm ein kompetenter Psychologe an unserem "Workshop" vielleicht versucht, die Augen zu öffnen und ihm auch ein wenig die Angst davor zu nehmen. Ich für meinen Teil werde, wenn ich mit ihm spreche, ab und an mal erwähnen, dass mir die Therapie hilft (wobei ich ihm Moment wg ständiger Dienstreisen schon gar nicht mehr hingehe *gg*). Das ist wahrscheinlich alles, was ich tun kann.

Wahrscheinlich werde ich das alles nicht immer 100%ig durchhalten, und ihm dann doch wieder irgendwann Briefe schicken oder ihn anrufen oder sonstwas. Aber hey - ich bin ein lebendiger Mensch, mit Emotionen & Gefühlen. Ich versuche, es zu unterlassen, aber ich möchte mich auch nicht vor mir selbst schämen, wenn es nicht immer gelingt.

Mal so "by the way" - es geht mir einen Tag besser, einen anderen Tag wieder schlecht. Ich bin ein recht starker Charakter. Aber er ist ununterbrochen in meinem Kopf. Ich habe Schwierigkeiten, an irgendwas richtig Spass zu finden (ausser, über ihn zu reden *lol*) und habe schon arge Probleme, meinen Haushalt & meinen Job auf die Reihe zu kriegen, vor allem wenn es mal nicht so stressig ist. Ich rauche viel zu viel (trinken hab ich wieder im Griff, und es wird auch kein Bier mehr einen Platz in meinen Kühlschrank finden in nächster Zeit!) und habe mich immer öfter dabei ertappt, dass ich meine Haut malträtiere (ich habe Reibeisenhaut, und werkele ständig daran herum - sieht mittlerweile echt furchtbar aus). Ich schlafe abends ein, aber werde früh wach und kann dann nicht wieder einschlafen. Ich schreibe hunderte Mails an ihn, die ich (Gott sei Dank) nicht abschicke. In Flugzeugen heule ich ununterbrochen (wahrscheinlich eine Art von Trauma). Es ist eine Art ständige Unruhe, die komischerweise, sobald ich mit ihm spreche oder ihn sehe (selbst, als er ausgezogen ist) verschwindet. Aber immerhin habe ich einen kleinen, spassigen Flirt mit einem Arbeitskollegen, der mich seit letzter Woche ein wenig ablenkt. Sollte ich mir Sorgen um mich machen?

PS: Das hier tut mir sehr, sehr gut.... denn solange ich über ihn schreibe, schreibe ich nicht an ihn Danke, ihr helft mir wirklich!

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4. Mai 2011 um 21:14

Es is schön, dass dir das alles hilft!
Das mit der Hoffnung ist so eine Sache:
An manchen Tagen bei mir stirbt sie und an manchen Tagen ist sie da. Ich weiß nicht wie das bei dir ist, aber ganz tief im Inneren, weiß ich dass ich ihm sehr viel bedeute. Bei uns in den letzten 2 Jahren gab es immer wieder Phasen in denen es bei ihm richtig bergauf ging. In der Zeit in der er sich so gut gefühlt hat, hat er mir alles gegeben. Das hat mich manchmal richtig umgehauen. In den Phasen in denen es nich gut im Beruflichen lief, war er eher immer niedergeschlagen. Daher wusste ich immer, dass seine Abweenheit nichts mit mir zu tun hatte.
Dieses Mal gab es einen Schlag nach dem andern und es wurde alles immer nur noch schlimmer als besser. Und ich glaube, dass er weiß dass er das ganze nicht so schnell wieder in den Griff bekommen wird. Und deswegen hat er sich wohl komplett von mir abgeschottet. Jeder Versuch ihm zu helfen ist gescheitert. Er will sich momentan einfach nicht helfen lassen.
Ich habe ihm dann am Anfang versucht Zeit zu geben und hab mich über zwei Wochen nicht mehr bei ihm gemeldet. Als ich dann mit ihm redete, hatte ich das Gefühl dass alles noch schlimmer geworden ist. Jeder Versuch etwas über unsere Situation zu erfahren war zwecklos. Alles was er immer wieder gesagt hat war "Ich hab keinen Kopf dafür". mehr nich.
Dann gab ich ihm nochmal 2 Wochen Zeit, aber es änderte sich nichts. Er hat sich komplett verschlossen.

Und deswegen hab ich dann beschlossen dass es das beste ist, es zu beenden, weil er einfach keine Hilfe annehmen will. Und mit den versuchen an ihn ran zu kommen, wird es denk ich nur noch schlimmer. Dadurch fühlt er sich unter Druck gesetzt und dadurch würde ich ihn wahrscheinlich noch viel weiter von mir wegbringen.

Jetzt hat er die Zeit nur auf sich zu achten und nicht mehr die Angst dass er mir wehtut mit seinem Verhalten. Ich glaube das würde ihn zusätzlich belasten, weil er weiß dass ich ihn liebe. Und es schwer für ihn was zu machen, womit er weiß er tut mir weh.

Jetzt hat er wenigstens von mir den Kopf frei. Villeicht wird er irgendwann nicht nur für sein eigenes Leben kämpfen sondern tut das alles irgendwann auch für mich.

Aber auch mal von einer anderen Seite: Wie viel Liebe kann man geben, wenn man mit sich selbst so unzufrieden ist. Man muss sich erst selbst lieben, bevor man einem anderen Menschen was geben kann

Ich weiß nich ob er sich jemals wieder melden wird. Aber ich weiß für mich, dass ich das richtige getan hab und das ich grade alles dafür tue, dass in meinem Leben alles rund läuft. Und seitdem ich vor einer Woche schluss gemacht hab, denke ich zwar jede Sekunde an ihn, aber ich habe keine Träne vergossen. Und ich weiß dass ich das beste bin was ihm je passiert ist. aber wenn er nicht mal mit mir über uns reden will und mir nicht die chance gibt ihm beizustehen, kann ich nichts tun.

Versuch es so lang, wie du kannst. Aber tu es nur so lang bis du wirklich die Kraft dazu hast, bevor du dich völlig aufgibst. Übrigens wirken auch die starken Frauen attraktiver auf Männer

Ich weiß dass ich in den nächsten Wochen mit nichts von seiner Seite rechnen kann, also versuch ich stark zu sein. Und wenn vielleicht ein paar Monate vorbei sind und er sich immernoch nicht entschlossen hat zu sehen was aus mir geworden ist, dann wird die Hoffnung erst richtig sterben, aber dann ist auch so viel Zeit vergangen dass der größte Schmerz vorbei ist.

Wenn ich mich getäuscht hab und er is doch nich der Mann mit dem ich am liebsten mein ganzes Leben verbringen würde, dann ist das eben so. Dafür bin ich nicht allein verantwortlich, dazu gehört auch er. Wenn er nicht will, kann ich nichts tun.

Ich weiß aber auch nicht, ob ich ihn irgendwann zurücknehmen würde, weil die Angst davor, dass das alles nochmal passieren könnte zu groß ist.... Vielleicht erwarte ich deswegen auch nicht mehr allzu viel....

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4. Mai 2011 um 23:27
In Antwort auf mrslovejoy

@ wolfi & miracle
Also zunächst einmal:

Wolfi, es beeindruckt mich zutiefst, dass Du ein paar Posts von mir liest und die Situation so analysierst, wie ich es erst nach 4 Jahren kann..... Ich stimme Dir von vorne bis hinten zu! Ebenso wie Miracle (die den Schritt ja bereits gemacht hat) habe ich die Gelegenheit, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn es mir zu bunt wird. Wenn ich es schaffe. Ich glaube, dass ich das eines Tages tun werde, wahrscheinlich erst dann, wenn ich ein wenig Ablenkung gefunden habe und wohl nicht, bevor wir dieses Seminar besucht haben (wenn er denn wirklich darauf zurückkommt). Denn ich denke mir letzten Endes, wenn er ein solches Seminar vorschlägt, hat er zumindest erkannt, dass seine derzeitige Gefühlslage möglicherweise im "Normalzustand" anders aussehen würde. Denn mein Angebot war, dass wir uns ein paar Mal treffen und schauen wie es sich anfühlt - und ein Wochenende beim Psychologen ist sicherlich nicht der "einfachere" und angenehmere Weg, um mich warm zu halten.

Miracle - was Du schreibst ist absolut korrekt und ich finde auch, dass Du das Ganze sehr reif beurteilst. Es ist sicher leichter, auch für ihn, wenn er sich nur noch um sich kümmern muss, und wahrscheinlich wird er sich der Dinge eher klar, wenn er die Zeit dafür hat. Letzten Endes ist es das Beste, was Du für ihn tun kannst. Aber hast Du denn damit auch Deine Hoffnungen aufgegeben? Ich habe Angst davor, dass ich einen solchen Schritt machen könnte, und danach weiter warte..... denn das wäre noch schwerer, als es ohnehin schon ist.
Ich bemerke diese innere Leere auch bei meinem Ex, und wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, dass seine emotionalen Probleme auch dazu geführt haben, dass er seine Gefühle zu mir hinterfragt. Gab es einen bestimmten Auslöser für Deine Entscheidung? Hast Du Dich manchmal gefragt, ob es in Wirklichkeit vielleicht nur eine feige Tour ist? Ich habe genau mit der Frage Probleme, denn ich weiss dass er nach aussen hin ganz anders ist, und es ist schwer den Glauben aufrecht zu erhalten wenn er bei gemeinsamen Freunden immer nur gute Laune verbreitet, mit Kumpels um die Häuser zieht und, letzten Endes, ja offenbar auch One Night Stands (und vielleicht auch bald Multiples) hat.

Im Moment bin ich jedoch noch nicht so weit, aufzugeben. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich mich nicht ganz unschuldig an der Situation fühle. Ja, er hatte diese Probleme schon lange, schon bevor ich ihn kennengelernt habe, aber wir waren trotzdem sehr lange sehr glücklich miteinander und es ging ihm zeitweise sehr, sehr gut dabei. Letzten Endes war es meine Ungeduld, seine Antriebslosigkeit auch nach Ende des Studiums (welches ja immer die angebliche Ursache war) weiter zu ertragen, und mein daraus resultierendes Verhalten (keine Geduld, nur noch Druck & hohe Erwartungen, wenig Liebe & Aufmerksamkeit und zu viel Karriere & Arbeit), die ihren Teil dazu beigetragen haben (ich schreibe bewusst "einen Teil dazu beigetragen, denn es gibt noch viele andere Gründe und ich sehe mich nicht als Alleinschuldige an der Situation), dass es jetzt so ist, wie es ist.

Ich versuche aber auf jeden Fall, ihn weitestgehend in Ruhe zu lassen. Keine Kontrollanrufe, kein Druck. Ich habe mich erfolgreich seit Sonntag abend nicht gemeldet und habe es auch nicht vor. Ich möchte ihm jedoch auch zeigen, dass ich noch da bin, wenn er es denn möchte. Ich werde ihm ab und an mal einen Flyer für irgendeine nette Veranstaltung schicken, ohne großes Aufhebens darum zu machen. Dann steht es ihm frei, sich bei mir zu melden, und vielleicht reduziert das ein wenig die Hemmschwelle und er hat nicht den Eindruck, gleich riesige Erwartungshaltungen zu erwecken. "Moderate Intitiative"

@ Wolfi - noch eins. Ich bin bei Dir, was die Möglichkeiten angeht, die es für ihn gibt, sein Problem in den Griff zu kriegen. Leider - wie Du auch sagst - habe ich darauf nur begrenzten Einfluss. Er wird wenn selbst zur Erkenntnis kommen müssen, dass eine Therapie der einzig richtige Weg für ihn (nicht zwangsläufig auch für uns) ist. Ich war nach der Trennung bei einer Psychologin, und er hat sich mehrfach danach erkundigt, was besprochen wurde und wie es läuft. Ich hoffe natürlich darauf, dass ihm ein kompetenter Psychologe an unserem "Workshop" vielleicht versucht, die Augen zu öffnen und ihm auch ein wenig die Angst davor zu nehmen. Ich für meinen Teil werde, wenn ich mit ihm spreche, ab und an mal erwähnen, dass mir die Therapie hilft (wobei ich ihm Moment wg ständiger Dienstreisen schon gar nicht mehr hingehe *gg*). Das ist wahrscheinlich alles, was ich tun kann.

Wahrscheinlich werde ich das alles nicht immer 100%ig durchhalten, und ihm dann doch wieder irgendwann Briefe schicken oder ihn anrufen oder sonstwas. Aber hey - ich bin ein lebendiger Mensch, mit Emotionen & Gefühlen. Ich versuche, es zu unterlassen, aber ich möchte mich auch nicht vor mir selbst schämen, wenn es nicht immer gelingt.

Mal so "by the way" - es geht mir einen Tag besser, einen anderen Tag wieder schlecht. Ich bin ein recht starker Charakter. Aber er ist ununterbrochen in meinem Kopf. Ich habe Schwierigkeiten, an irgendwas richtig Spass zu finden (ausser, über ihn zu reden *lol*) und habe schon arge Probleme, meinen Haushalt & meinen Job auf die Reihe zu kriegen, vor allem wenn es mal nicht so stressig ist. Ich rauche viel zu viel (trinken hab ich wieder im Griff, und es wird auch kein Bier mehr einen Platz in meinen Kühlschrank finden in nächster Zeit!) und habe mich immer öfter dabei ertappt, dass ich meine Haut malträtiere (ich habe Reibeisenhaut, und werkele ständig daran herum - sieht mittlerweile echt furchtbar aus). Ich schlafe abends ein, aber werde früh wach und kann dann nicht wieder einschlafen. Ich schreibe hunderte Mails an ihn, die ich (Gott sei Dank) nicht abschicke. In Flugzeugen heule ich ununterbrochen (wahrscheinlich eine Art von Trauma). Es ist eine Art ständige Unruhe, die komischerweise, sobald ich mit ihm spreche oder ihn sehe (selbst, als er ausgezogen ist) verschwindet. Aber immerhin habe ich einen kleinen, spassigen Flirt mit einem Arbeitskollegen, der mich seit letzter Woche ein wenig ablenkt. Sollte ich mir Sorgen um mich machen?

PS: Das hier tut mir sehr, sehr gut.... denn solange ich über ihn schreibe, schreibe ich nicht an ihn Danke, ihr helft mir wirklich!

Hi auch
das gemeinsame seminar würde ich als indiz dafür nehmen, dass er grundsätzlich die inanspruchnahme von externer hilfe in erwägung zieht. positiv daran ist also, dass es ein erster schritt zu seiner aufgeschlossenheit gegenüber therapieen sein kann. dass er an den resultaten deiner gespräche mit ner psychologin interessiert ist spricht bände. mann hört gerne sie ratschläge aus zweiter hand und bittet dann vielleicht noch darum, etwas auszurichten oder nachzufragen. klassischer fall also von grosser hemmschwelle vor therapie und co, das du (als reines entgegenkomme deinerseits) mit der teilnahme am seminar als ersten schritt begegnen kannst. den weg zum umgang mit seinen problemen muss er aber mit sicherheit alleine gehen und wird es, sofern es sich um eine behandlungsbedürftige psychische problematik handelt, auch einige zeit dauern.

das von dir angesprochene ausgehen, spass mit freunden und die geschichten mit anderen mädls sind befremdlich und bedenklich. was ihn betrifft lassen sie auf einen vermeidungs- und ablenkungsprozess schliessen, der einer positiven selbsterkenntnis und veränderungsbereitschaft freilich im wege steht. soweit es dich betrifft ist dieses verhalten inakzeptabel auch wenn euer formeller status getrennt lautet. wenn ein restsubstrat namens liebe zwischen euch vorhanden ist auch wenn es vielleicht gerade nicht so präsent ist, dann gibt es grundsätzlich auch die möglichkeit und lohnt es sich wohl auch, gemeinsam die beziehung zu sanieren und neu aufzubauen egal wer jetzt da eher den aktiveren teil übernimmt. es muss irgendwo und irgendwie von beiden gewollt sein und müssen beide jeder auf seine art einen beitrsg leisten. nun ist aber mit sicherheit jedes bemühen um einen neuanfang oder eine wiederherstellung (wie auch immer man das definieren will) der beziehung von vornherein zum scheitern verurteilt, wenn der andere seine (vermeintlichen) unzulänglichkeiten mit party, alkohol und sexueller interaktion mit dritten zu kompensieren versucht. das sollte deinem freund klar sein, und dir auch. das würde wohl kaum jemand aushalten, es sei den man führt eine beziehung, in der sexulle treue kein oder kein so wichtiger bestandteil ist.

wenn es dir nicht gut geht und du das gefühl hast, dass dir deine psychologin helfen kann so ist auch dies sicher ein guter weg, dir im klaren darüber zu werden, was für dich richtig und wichtig ist und deiner seele gut tut. wer weiss was da alles zu tage tritt und möglicherweise erkennst du so den weg, den du gehen möchtest. schliesslich hast DU es in der hand wie es nur für dich weitergehen soll da du geschäftlich tätig zu sein scheinst will ich es so formulieren: überleg dir (nur für dich ganz persönlich) ob du das projekt neustart/restrukturierung angehen bzw weiter betreiben möchtest, check deine ressourcen (reicht deine kraft), definiere die ziele, kontrolliere deren einhaltung, steck den zeitrahmen ab und vor allem vergewissere dich, dass dein team (dein freund) in die gleiche richtung arbeitet und nicht durch sein verhalten (Ons mit anderen frauen) alles konterkariert. wenn, dann ist es euer gemeinsames projekt, dass nur funktionieren kann, wenn ihr beide dran seid. solltes du das gefühl haben, dass die kosten (dein einsatz, dein beitrag) zu hoch sind oder kein relevanter beitrag deines freundes erfolgen, so pflichte ich den anderen postern bei, beende das projekt, lass es, lass ihn, dann muss er wohl wirklich erst mal klarkommen oder auch nicht und konzentriere deine energie auf etwas anderes wichtigeres in deinem leben. jedenfalls triff eine klare entscheidung für oder gegen ein derartiges projekt. und lass dir, nachdem dir ohnehin langsam die kraft auszugehen scheint, vielleicht dir selbst zuliebe nicht allzuviel zeit mit deiner entscheidung. irgendwann gilt auch wenn die hoffnung zuletzt stirbt, die devise: lieber ein ende mit schrecken als schrecken ohne ende.

was den flirt mit deinem kollegen betrifft kann ich nur sagen, geniess alles, was dir positives geschieht, deine selbstwert stärkt, dir gibt was du vlt schon so lange vermisst. aber lass dich in deiner emotionalen verzweiflung nicht ausnützen von dritten, will sagen mach nichts wad du später bereuen würdest sonst hast du am ende noch ein grösseres päcken zu tragen. grundsätzlich ist freilich alles wobei du dich innerlich gut fühlst sicher richtig. an der stelle sei angemerkt, dass alkohol ein schechter ratgeber ist und anstelle der vielen zigaretten ein wenig sport oder ein aufenthalt in der freien natur sinnvoller sein können. aber gut, rauchen ist ein anderes kapitel. ablenkung, kino, ausgehen, buch lesen, kaffee trinken ist auch gut, deine gedanken sollten sich nicht nur um diese beziehungsproblematik drehen, schliesslich besteht dein leben und bist du doch mehr als nur dieses problem, oder? besinne dich also manchmal auch auf andere dinge. wenn du emotional so eingespannt bist wie derzeit und vor alle wenn du dich (weiterhin) für das projekt entscheidest dann solltest du vielleicht eine bestimmte grenze beim flirten vorerst nicht überschreiten, sonst bist du am ende noch verwirrter. aber das leben löst derartige fragen ohnehin meist von ganz alleine. wenn es sein soll wird es so kommen, wenn nicht passiert dir oder erreichst du was besseres. will sagen: es soll dir nichts schlimmeres passieren, als dass du jemanden kennenlernst oder schon kennst, für den du gefühle entwickelst, die dich deinen ex vergessen oder irrelevant erscheinen lassen. in zusmmenhang mit dem kollegen vielleicht noch ein bildlicher spruch zum schluss: viele menschen klammern mit beiden händen an etwas fest. irgendwann passt etwas nicht, sie sehen oder wollen etwas neues oder anderes oder aus irgendeinem grund ändert sich etwad und deshalb lassen sie das, was sie bisher mit beiden händen festgehalten haben mit einer hand los. mit der nun frei gewordenen hand versuchen sie, das neue oder andere vermeintlich oder tatsächlich zu erreichen bzw greifen, stellen aber in ihrer verzweiflung fest, dass ihr arm dafür zu kurz ist. nun sind sie in einem dilemma. in der einen hand ist das alte bekannte, was eigentlich irgendwie zumindest teilweise aufgegeben werden sollte aber eigentlich auch zu kostbar oder zu bequem ist, um es endgültig loszulassen. gleichzeitig hindert einen das alte aber daran, das angestrebte neue zu erreichen. der langen rede kurzer sinn ist, dass man manchmal ganz loslassen muss, um das neue glück zu erreichen, oder aber sich des bestehenden glücks besinnen und es mit beiden händen festhalten sollte. wer beides versucht wird möglicherweise über kurz oder lang unglücklich aufgrund der inneren zerrissenheit (das forum untreue stehen immer wieder derartige geschichten)

weiterhin alles gute

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4. Mai 2011 um 23:40
In Antwort auf dazbog_12950044

Hi auch
das gemeinsame seminar würde ich als indiz dafür nehmen, dass er grundsätzlich die inanspruchnahme von externer hilfe in erwägung zieht. positiv daran ist also, dass es ein erster schritt zu seiner aufgeschlossenheit gegenüber therapieen sein kann. dass er an den resultaten deiner gespräche mit ner psychologin interessiert ist spricht bände. mann hört gerne sie ratschläge aus zweiter hand und bittet dann vielleicht noch darum, etwas auszurichten oder nachzufragen. klassischer fall also von grosser hemmschwelle vor therapie und co, das du (als reines entgegenkomme deinerseits) mit der teilnahme am seminar als ersten schritt begegnen kannst. den weg zum umgang mit seinen problemen muss er aber mit sicherheit alleine gehen und wird es, sofern es sich um eine behandlungsbedürftige psychische problematik handelt, auch einige zeit dauern.

das von dir angesprochene ausgehen, spass mit freunden und die geschichten mit anderen mädls sind befremdlich und bedenklich. was ihn betrifft lassen sie auf einen vermeidungs- und ablenkungsprozess schliessen, der einer positiven selbsterkenntnis und veränderungsbereitschaft freilich im wege steht. soweit es dich betrifft ist dieses verhalten inakzeptabel auch wenn euer formeller status getrennt lautet. wenn ein restsubstrat namens liebe zwischen euch vorhanden ist auch wenn es vielleicht gerade nicht so präsent ist, dann gibt es grundsätzlich auch die möglichkeit und lohnt es sich wohl auch, gemeinsam die beziehung zu sanieren und neu aufzubauen egal wer jetzt da eher den aktiveren teil übernimmt. es muss irgendwo und irgendwie von beiden gewollt sein und müssen beide jeder auf seine art einen beitrsg leisten. nun ist aber mit sicherheit jedes bemühen um einen neuanfang oder eine wiederherstellung (wie auch immer man das definieren will) der beziehung von vornherein zum scheitern verurteilt, wenn der andere seine (vermeintlichen) unzulänglichkeiten mit party, alkohol und sexueller interaktion mit dritten zu kompensieren versucht. das sollte deinem freund klar sein, und dir auch. das würde wohl kaum jemand aushalten, es sei den man führt eine beziehung, in der sexulle treue kein oder kein so wichtiger bestandteil ist.

wenn es dir nicht gut geht und du das gefühl hast, dass dir deine psychologin helfen kann so ist auch dies sicher ein guter weg, dir im klaren darüber zu werden, was für dich richtig und wichtig ist und deiner seele gut tut. wer weiss was da alles zu tage tritt und möglicherweise erkennst du so den weg, den du gehen möchtest. schliesslich hast DU es in der hand wie es nur für dich weitergehen soll da du geschäftlich tätig zu sein scheinst will ich es so formulieren: überleg dir (nur für dich ganz persönlich) ob du das projekt neustart/restrukturierung angehen bzw weiter betreiben möchtest, check deine ressourcen (reicht deine kraft), definiere die ziele, kontrolliere deren einhaltung, steck den zeitrahmen ab und vor allem vergewissere dich, dass dein team (dein freund) in die gleiche richtung arbeitet und nicht durch sein verhalten (Ons mit anderen frauen) alles konterkariert. wenn, dann ist es euer gemeinsames projekt, dass nur funktionieren kann, wenn ihr beide dran seid. solltes du das gefühl haben, dass die kosten (dein einsatz, dein beitrag) zu hoch sind oder kein relevanter beitrag deines freundes erfolgen, so pflichte ich den anderen postern bei, beende das projekt, lass es, lass ihn, dann muss er wohl wirklich erst mal klarkommen oder auch nicht und konzentriere deine energie auf etwas anderes wichtigeres in deinem leben. jedenfalls triff eine klare entscheidung für oder gegen ein derartiges projekt. und lass dir, nachdem dir ohnehin langsam die kraft auszugehen scheint, vielleicht dir selbst zuliebe nicht allzuviel zeit mit deiner entscheidung. irgendwann gilt auch wenn die hoffnung zuletzt stirbt, die devise: lieber ein ende mit schrecken als schrecken ohne ende.

was den flirt mit deinem kollegen betrifft kann ich nur sagen, geniess alles, was dir positives geschieht, deine selbstwert stärkt, dir gibt was du vlt schon so lange vermisst. aber lass dich in deiner emotionalen verzweiflung nicht ausnützen von dritten, will sagen mach nichts wad du später bereuen würdest sonst hast du am ende noch ein grösseres päcken zu tragen. grundsätzlich ist freilich alles wobei du dich innerlich gut fühlst sicher richtig. an der stelle sei angemerkt, dass alkohol ein schechter ratgeber ist und anstelle der vielen zigaretten ein wenig sport oder ein aufenthalt in der freien natur sinnvoller sein können. aber gut, rauchen ist ein anderes kapitel. ablenkung, kino, ausgehen, buch lesen, kaffee trinken ist auch gut, deine gedanken sollten sich nicht nur um diese beziehungsproblematik drehen, schliesslich besteht dein leben und bist du doch mehr als nur dieses problem, oder? besinne dich also manchmal auch auf andere dinge. wenn du emotional so eingespannt bist wie derzeit und vor alle wenn du dich (weiterhin) für das projekt entscheidest dann solltest du vielleicht eine bestimmte grenze beim flirten vorerst nicht überschreiten, sonst bist du am ende noch verwirrter. aber das leben löst derartige fragen ohnehin meist von ganz alleine. wenn es sein soll wird es so kommen, wenn nicht passiert dir oder erreichst du was besseres. will sagen: es soll dir nichts schlimmeres passieren, als dass du jemanden kennenlernst oder schon kennst, für den du gefühle entwickelst, die dich deinen ex vergessen oder irrelevant erscheinen lassen. in zusmmenhang mit dem kollegen vielleicht noch ein bildlicher spruch zum schluss: viele menschen klammern mit beiden händen an etwas fest. irgendwann passt etwas nicht, sie sehen oder wollen etwas neues oder anderes oder aus irgendeinem grund ändert sich etwad und deshalb lassen sie das, was sie bisher mit beiden händen festgehalten haben mit einer hand los. mit der nun frei gewordenen hand versuchen sie, das neue oder andere vermeintlich oder tatsächlich zu erreichen bzw greifen, stellen aber in ihrer verzweiflung fest, dass ihr arm dafür zu kurz ist. nun sind sie in einem dilemma. in der einen hand ist das alte bekannte, was eigentlich irgendwie zumindest teilweise aufgegeben werden sollte aber eigentlich auch zu kostbar oder zu bequem ist, um es endgültig loszulassen. gleichzeitig hindert einen das alte aber daran, das angestrebte neue zu erreichen. der langen rede kurzer sinn ist, dass man manchmal ganz loslassen muss, um das neue glück zu erreichen, oder aber sich des bestehenden glücks besinnen und es mit beiden händen festhalten sollte. wer beides versucht wird möglicherweise über kurz oder lang unglücklich aufgrund der inneren zerrissenheit (das forum untreue stehen immer wieder derartige geschichten)

weiterhin alles gute

Ergänzung
zum letzten bildlichen statement: selbst wenn man mit der freien hand das vermeintlich bessere ergriffen hat und in der anderen hand das alte festhält, stellen viele leute zu ihrem entsetzen fest, dass sie nun mit dem alten, dass sie nicht loslassen wollen und dem neuen, dass sie nun auch nicht mehr loslassen wollen, gebunden sind und weder vor noch zurück können. irgendwie seid ihr doch beide auf eure art, du und dein ex, i diesem gleichnis gefangen. mein pladoyer für klare entscheidungen - ende

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5. Mai 2011 um 10:08

@ wolfi
Also die kleine Metapher von dir ist echt genial!
Und sie is ja so was von wahr. Die sollte man sich gerade in den schweren Kriesen seines Lebens, sei es Beziehung oder anderes, immer vor Augen halten.
Bin echt beigeistert davon!

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