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Psychisch kranker Partner

26. August 2017 um 14:13

Hallo meine Lieben,

ich bräuchte dringend ein paar Ratschläge, wie ich die aktuelle Situation zu bewerten habe.
Mein Freund ist paranoid schizophren und seit 2 Wochen notfallmäßig in Psychatrie eingewiesen worden.
Mittlerweile geht es ihm besser, ich besuche ihn jeden Tag und versuche ihn zu unterstützen.
Allerdings wird mir seit 2 Tagen Wut und Aggression entgegen gebracht. Ich werde auf Station vor allen Leuten aufgrund von Nichtigkeiten angeschrien und runtergeputzt.
Natürlich habe ich ihm zu verstehen gegeben, auch wenn er krank ist, werde ich mich so nicht behandeln lassen und entweder er ändert sein Verhalten mir gegenüber oder ich komme vorerst nicht mehr. Auch wenn er krank ist, finde ich darf ich mir nicht alles gefallen lassen. Ich sehe sowieso schon über viele Dinge hinweg.
Meine Frage nun, hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem psychisch kranken Angehörigen gemacht oder kann mir jemdand mithilfe des nötigen Abstandes sein Verhalten erklären?

Bin für alle Beiträge offen...vielen Dank!

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26. August 2017 um 20:12

Hallo? Er ist gravierend psychisch krank, deshalb in intensiver stationärer Behandlung und du erwartest, dass er sich normal benimmt?
Du kannst ja mal mit den behandelnden Ärzten darüber reden ob sie dir einen Tipp geben können wir du aktuell am besten mit ihm umgehen kannst aber ansonsten bleib erst einmal weg bis er sich stabilisiert, das kann dauern und ob es überhaupt wieder einigermaßen wird weiß man eh nicht.

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26. August 2017 um 20:12

Hallo? Er ist gravierend psychisch krank, deshalb in intensiver stationärer Behandlung und du erwartest, dass er sich normal benimmt?
Du kannst ja mal mit den behandelnden Ärzten darüber reden ob sie dir einen Tipp geben können wir du aktuell am besten mit ihm umgehen kannst aber ansonsten bleib erst einmal weg bis er sich stabilisiert, das kann dauern und ob es überhaupt wieder einigermaßen wird weiß man eh nicht.

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27. August 2017 um 11:39

Dass er dich aggressiv angeht ist keine bewusste Entscheidung von ihm sondern die Krankheit.. das ist dir schon bewusst?
Somit wird dir dein "natürlich hab ich ihm klar gemacht, dass er so nicht mit mir umgehen kann" wenig helfen.

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27. August 2017 um 12:10

Bei paranoider Schizophrenie ist die Wahrnehmung des Patienten extrem gestört und von Wahnvorstellungen geprägt. Wenn er plötzlich auf Dich aggressiv reagiert, dann kann es sein, dass ihm seine Wahnvorstellungen sagen, dass Du gefährlich bist oder vorhast, ihn zu verletzen oder umzubringen.

Das ist mit vernünftigen Argumenten oder einem "reiß Dich zusammen" leider nicht sinnvoll zu beeinflussen, weil die Verarbeitung dieser Aussagen nicht korrekt funktioniert - würde sie funktionieren, wäre er nicht krank.

Für Angehörige ist das verständlicherweise eine unglaublich schwierige Situation. Sie wollen helfen und bekommen völlig unerwartete und ungeeignete Reaktionen entgegengebracht. Wenn sie für denjenigen da sein wollen und viel Zeit mit ihm verbringen, dann kommt er vielleicht auf die Idee, dass sie ihn in Wahrheit nur beobachten und eine Gelegenheit suchen, ihn zu hintergehen. Wie gesagt, Wahnvorstellungen sind nicht logisch und nicht von außen zu durchschauen.

Du kannst hier nicht viel tun, außer den Ärzten das Thema zu überlassen und zu hoffen, dass er stationär auf die richtige Medikation eingestellt werden kann. Tut mir Leid, aber die Diagnose "paranoide Schizophrenie" ist eine sehr tragische, für den Betroffenen genauso wie für die Angehörigen.

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27. August 2017 um 12:49

Such Dir ne Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken um zu vestehen, was insbesondere gerade auch mit Dir  und im zukünftigen Zusammenleben mit einem psychisch
Kranken geschehen wird....ich kann aus eigener Erfahrung sagen...es wird kein leichter Weg sein......und nach der Initialtherapie in der Klinik muss eine Paartherapie her....wünsche Dir viel Kraft

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28. August 2017 um 8:36

Hallo,

vielen Danke für die Anteilnahme und die ganzen Beiträge.
Ich erwarte natürlich kein normales Verhalten.
Es ist auch nicht sein erster Aufenthalt. Wir sind jetzt seit 5 Jahren zusammen und hatten natürlich auch gute Zeiten, dass ist wohl auch der Grund warum ich mir "das antu". Ich weiss wie er "normal" sein kann.
Allerdings war er die letzten 5 Jahre nicht mehr so schwer psychotisch wie momentan. Kleinere Einbrüche hatte er, aber nie eine ausgewachsene Psychose mit geschlossener Anstalt. Deswegen ist es für mich sehr schwer einzuschätzen, wann die Akutsympotme wieder abnehmen. Es gibt Tage da kann man sich sehr gut und vernünftig mit ihm unterhalten und dann gibt es eben Tage da werde ich angeschrien.
Aber das kam jetzt tatsächlich bis jetzt nicht mehr vor.
Ich habe vor, dann wirklich einfach zu gehen.
Das schwierige ist eigentlich seine fehlende Krankheitseinsicht. Er ist immer wieder krank geworden, weil er die Tabletten einfach abgesetzt hat. Auch hier habe ich ihm diesmal versucht klar zu machen, dass wenn er sie nicht nimmt, ich weg bin.
Ich hasse es mit Drohungen zu arbeiten, aber ich fürchte hier ist das nicht anders möglich.

Vielen Dank für die Ratschläge.

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28. August 2017 um 9:41
In Antwort auf carina19831

Hallo,

vielen Danke für die Anteilnahme und die ganzen Beiträge.
Ich erwarte natürlich kein normales Verhalten.
Es ist auch nicht sein erster Aufenthalt. Wir sind jetzt seit 5 Jahren zusammen und hatten natürlich auch gute Zeiten, dass ist wohl auch der Grund warum ich mir "das antu". Ich weiss wie er "normal" sein kann.
Allerdings war er die letzten 5 Jahre nicht mehr so schwer psychotisch wie momentan. Kleinere Einbrüche hatte er, aber nie eine ausgewachsene Psychose mit geschlossener Anstalt. Deswegen ist es für mich sehr schwer einzuschätzen, wann die Akutsympotme wieder abnehmen. Es gibt Tage da kann man sich sehr gut und vernünftig mit ihm unterhalten und dann gibt es eben Tage da werde ich angeschrien.
Aber das kam jetzt tatsächlich bis jetzt nicht mehr vor.
Ich habe vor, dann wirklich einfach zu gehen.
Das schwierige ist eigentlich seine fehlende Krankheitseinsicht. Er ist immer wieder krank geworden, weil er die Tabletten einfach abgesetzt hat. Auch hier habe ich ihm diesmal versucht klar zu machen, dass wenn er sie nicht nimmt, ich weg bin.
Ich hasse es mit Drohungen zu arbeiten, aber ich fürchte hier ist das nicht anders möglich.

Vielen Dank für die Ratschläge.

Bei meiner Cousine haben nur die offizielle deutliche Drohung ihr die fünf  Kinder wegzunehmen sowie regelmäßige Besuche/ Kontrollen durch offizielle Erziehungshelfer und Therapie als Auflage genutzt. Sie hat zwar abgekotzt so unnütz fand sie das aber es funktioniert. Alles einigermaßen stabil. Toitoitoi...

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28. August 2017 um 10:56

Ja, ich schätze ab nem gewissen Punkt kommt man tatsächlich nur noch mit Zwang weiter.
Naja bis jetzt nimmt er sie ja auch. Es geht immer nur darum, wenn es ihm besser geht, meint er, er bräuchte keine Medikamente mehr.

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28. August 2017 um 11:03
In Antwort auf carina19831

Hallo meine Lieben,

ich bräuchte dringend ein paar Ratschläge, wie ich die aktuelle Situation zu bewerten habe.
Mein Freund ist paranoid schizophren und seit 2 Wochen notfallmäßig in Psychatrie eingewiesen worden.
Mittlerweile geht es ihm besser, ich besuche ihn jeden Tag und versuche ihn zu unterstützen.
Allerdings wird mir seit 2 Tagen Wut und Aggression entgegen gebracht. Ich werde auf Station vor allen Leuten aufgrund von Nichtigkeiten angeschrien und runtergeputzt.
Natürlich habe ich ihm zu verstehen gegeben, auch wenn er krank ist, werde ich mich so nicht behandeln lassen und entweder er ändert sein Verhalten mir gegenüber oder ich komme vorerst nicht mehr. Auch wenn er krank ist, finde ich darf ich mir nicht alles gefallen lassen. Ich sehe sowieso schon über viele Dinge hinweg.
Meine Frage nun, hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem psychisch kranken Angehörigen gemacht oder kann mir jemdand mithilfe des nötigen Abstandes sein Verhalten erklären?

Bin für alle Beiträge offen...vielen Dank!

Sprich mit seinen Ärzten und frag, was das beste ist. Vielleicht ist es tatsächlich besser, wenn du nicht so häufig zu Besuch kommst.

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12. September 2017 um 22:16

Ich kenne die bipolare Störung aus allernächster Familie und denke aus dieser sehr leidvollen Erfahrung, dass diese Erkrankung jeden Partner psychisch vollkommen fertig macht.

Wie es nun bei der paranoiden Schizophrenie ausschaut, weiss ich nicht.

Ich weiss aber, dass ich mir in dieser Sache selber am nächsten wäre, und mich selber retten würde.

 

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