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Psychisch krank in Beziehung - geht das gut?

5. Juli 2006 um 22:14

Vielleicht könnt ihr helfen.

Ich bin mit meiner Freundin mehrere Jahre zusammen. Sie hat vor 2 Jahren ihre Mutter verloren und ist seitdem stark auf der Suche nach Sinn im Leben. Diese Suche wurde pathologisch und endete vorerst mit einer Panikattacke, bei der sie völlig die Kontrolle verlor, sich eine Platzwunde am Kopf beibrachte und nun in psychologischer Behandlung ist. Noch will niemand eine Diagnose stellen oder Prognosen äußern aber die Ärzte äußerten recht einhellig, dass sie sehr krank ist.

Hat jemand Erfahrungen mit einer Beziehung, in denen einer psychisch krank ist? Kann die Beziehung trotzdem weitergehen? Was hat sich bei euch verändert und würdet ihr rückblickend etwas anders machen? Und welche Auswirkung auf die eigenen Kinder (oder Kind) konntet ihr feststellen?

Ich hoffe, jemand kann aus eigener oder anderer Erfahrung erzählen, es würde mir sehr helfen.

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6. Juli 2006 um 1:39

...
Hallo Karsten,

das hört sich ja echt nicht gut an mit deiner Freundin. Trotzdem denke ich, dass eine Beziehung möglich ist, erstrecht dann, wenn sie jetzt gerade eh ne Theraphie macht. wenn du wirklich merkst, dass da funkstelle zwischen euch ist, weil es nur noch um ihr Problem geht, ist das natürlich was anderes. Aber solange ihr euch liebt, warum solltest du da schluß machen. ich war mal mit einem zusammen, der war Schizophren. Er hat mir erst nachdem wir schon 1 Jahr zusammen waren erzählt, dass er stimmen hört. ich habe dann solange gedrängt, bis er zu einem Arzt ging. Leider hat er die Theraphie schnell wieder abgebrochen. Die Beziehung ging in die Brüche. Er es war aussichtslos. ixch konnte ihm nicht helfen und die Stimmen in seinem Kopf terrorisierten ihn so sehr, weil sie nicht wollten, dass er eine Theraphie macht, dass er einfach nicht mehr hingehen konnte. Das war wiklich aussichtslos. Er konnte keine Menschen mehr um sich rumm ertragen. Er dachte, dass er verfolgt wird und dass ich ihm fremdgehen würde. Er war völlig paranoid und hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Wir telefonieren einmal im halben Jahr und er hört sich sehr krank an. lacht komisch und wirkt irgendwie, wie in einer anderen Welt.
Das tut mir sehr weh, aber ich hab alles probiert und konnte ihm aber nicht helfen. Ich denke bei dir und deiner Freundin ist es was anderes. Schließlich ist sie ja in einer Therapie und sichtlich interessiert, gesund zu werden. Ich würde sie da nicht hängen lassen, sofern du nicht zu sehr darunter leidest

Alles liebe Syl

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6. Juli 2006 um 19:55

An Jaja
Danke für die Info!
Werde es meinem Ex berichten, aber wie ich schon geschrieben hab, er lehnt jegliche Hilfe ab.
Aber ich versuchs!

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7. Juli 2006 um 9:52

Hallo karsten
es kommt darauf an, wie du eine beziehung möchtest, willst. eine psychisch kranke partnerin ist anders wie eine ohne "probleme". darüber hinaus solltest du klären, wie sonst eure beziehung ist, also du solltest deine beziehungsqualität prüfen. wenn man ein helfersyndrom hat, sucht man sich sogar bewußt diese kategorie. ich finde es sehr schön, dass du ihr beistehst und ihr nahe bist, es ist nämlich wichtig, dass ein partner immer zu einem hält, in schwierigen zeiten auch...aber du mußt dir klar sein, was du aushalten kannst und was du wirklich willst und geben kannst. wenn kinder geboren werden, kann sie eine angststörung verbessern oder sogar verschwinden, falls nicht (während der schwangerschaft vielleicht sogar verschlechtern), dann müsstest du ihr zeitlich und moralisch bei der kindererziehung helfen.
sei ehrlich zu dir selbst was du möchtest und denk daran zuerst an dich selbst!

lg,sara...alles liebe! wichtig wäre eine gute diagnostische abklärung und ein guter psychiater oder/und psychologe/psychotherapeut.

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7. Juli 2006 um 13:28
In Antwort auf bailey_12104304

Hallo karsten
es kommt darauf an, wie du eine beziehung möchtest, willst. eine psychisch kranke partnerin ist anders wie eine ohne "probleme". darüber hinaus solltest du klären, wie sonst eure beziehung ist, also du solltest deine beziehungsqualität prüfen. wenn man ein helfersyndrom hat, sucht man sich sogar bewußt diese kategorie. ich finde es sehr schön, dass du ihr beistehst und ihr nahe bist, es ist nämlich wichtig, dass ein partner immer zu einem hält, in schwierigen zeiten auch...aber du mußt dir klar sein, was du aushalten kannst und was du wirklich willst und geben kannst. wenn kinder geboren werden, kann sie eine angststörung verbessern oder sogar verschwinden, falls nicht (während der schwangerschaft vielleicht sogar verschlechtern), dann müsstest du ihr zeitlich und moralisch bei der kindererziehung helfen.
sei ehrlich zu dir selbst was du möchtest und denk daran zuerst an dich selbst!

lg,sara...alles liebe! wichtig wäre eine gute diagnostische abklärung und ein guter psychiater oder/und psychologe/psychotherapeut.

Eine Geburt kann
die Sympthome sogar verschlechtern, ja sogar bei einer "gesunden" Frau eine solche Erkrankung hervorrufen. Man nennt dies "Kindbettdepressionen". Es gibt zwei verschiedene Typen von Kindbettdepressionen.
Die erste ist die hormonell bedingte. Die ist nicht schlimm, vergeht von alleine wieder.

Und dann gibt es die psychosoziale Kindbettdepression. Unbehandelt kann sie ein ganzes Leben lang andauern, ja sogar zum Selbstmord führen. Ich weiß, wovon ich spreche, denn meine Mutter hatte diese und meine Kindheit war die Hölle. Meine Großeltern haben meinen Vater gewarnt, weil sie ihnen "komisch" vor kam und befürchteten, dass dies mal so richtig in eine psychische Erkrankung eskaliert. Also war sie vermutlich schon "vorher" krank. Richtig schlimm wurde es nach der Geburt des ersten Kindes. Laut meinem Vater war es, als ob man ihr die "Flügeln weggeschnitten" hätte. Dies ist fast 40 Jahre her und damals wußte man kaum von so Krankheiten.

Die Beziehung kann nur funktionieren, wenn sie daran arbeitet, hart daran arbeitet, gesund zu werden!! Ein Leben mit einem psychisch kranken Menschen zu verbringen ist sehr sehr hart. Es wird kaum ein Lachen geben, der Kranke wird häuftig den Gesunden runterputzen, weil Fröhlichkeit schwer zu ertragen ist (vielleicht kennst du das selber, wenn du ein akutes Problem hast und ein anderer ist Fröhlich. Dann fühlst du dich genervt). So jedenfalls hab ich meine Mutter kennen gelernt. Du kannst noch so stark sein, es wird dich runterziehen und dich auf Dauer zerstören!!!

Es ehrt dich sehr, dass du dir Sorgen machst und dich postet .

Du kannst nichts besseres tun, als sie bei der Therapie zu unterstützen. Gesund kann sie nur dann werden, wenn sie es selber wenn. Arbeitet sie nicht dran, oder arbeitet sie gerade deswegen nicht dran, weil sie von dir Aufmerksamkeit bekommen (viele arbeiten nicht mehr an sich, wegen der Aufmerksamkeit, die ihnen von der Umwelt her zu teil wird) sehe ich leider keine Chance auf Dauer mir ihr glücklich zu werden.

Aber wenn du versuchst ihr klar zu machen, dass du sie nicht ihm Stich läßt und dass du für sie da bist, und ihre Krankheit mit ihr gemeinsam durchsteht, sie aber wirklich im Gegenzug an sich arbeiten muß, gesund zu werden (seelische Erkrankungen sind ja oft heilbar), dann habt ihr eine Chance. Dann könnt ihr auf eine harte Zeit zurück blicken, die ihr gemeinsam gemeistert habt. Diese Erfahrung wird euch niemand wegnehmen können.

Viel Glück!

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7. Juli 2006 um 13:48

Also...
mein ex freund leidet unter angstzuständen. am anfang war es für mich sehr schwer, damit umzugehen. ich hab immer versucht für ihn da zu sein. mit ihm zu reden etc. wir waren zwar nur ein halbes jahr zusammen, aber wir haben uns definitiv nicht getrennt, weil er krank ist. das hatte andere gründe. am anfang viel es mir zwar schwer, das alles so hinzunehmen, aber mit der zeit bin ich gut damit klar gekommen. ich versuch auch jetzt immer noch für ihn dazu sein. und wenn er reden will, kann er jederzeit zu mir kommen. durch die tabletten, die er zur zeit nimmt, ist ihm so ziemlich fast alles egal, was in seinem leben passiert. das macht mich sehr traurig weil ich auch unter fast alles falle. es ist schwer den kontakt zu halte.
wenn du sie richtig liebst, dürfte es zwar eine gewisse belastung in der beziehung sein, aber man lernt damit umzugehen. und die beziehung kann echt schön weiterverlaufen, auch wenn man das im ersten moment nicht denkt. es braucht ein bissl zeit. aber sei immer für sie da. das ist wichtig für psychisch kranke...

ich wünsch dir alles gute

gruß caro

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