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"Projektion/Übertragung" des eigenen Verhaltens auf Männer ?

16. September 2016 um 13:17 Letzte Antwort: 16. September 2016 um 21:57

Hallo Gemeinschaft

Nachdem ich vor kurzem hier einen Thread zu einem anderen Thema eröffnet hatte, musste ich feststellen, dass ich durch den Hinweis eines anderen Posts vielleicht dazu neige, immer nach dem Schlechten an einem neuen Partner zu suchen um alles schlecht zu reden. Ich mache das wahrscheinlich unbewusst -keine Ahnung, aber gestern ist mir klar geworden, dass ich es wohl mache. (Danke dir dafür)

Kurz zur Vorgeschichte:
Ich bin seit drei Jahren Single und habe in den Jahren 2012 - 2014 eine längere depressive Episode, mit Auf und Ab's erleben müssen. Meine langjährige Beziehung litt sehr darunter und ging in die Brüche. Ich habe ganze vier Jahre bis jetzt gebraucht, um über den Schmerz hinweg zu kommen.

Aktueller Stand:
Ich bin beruflich sehr zufrieden und da wo ich sein will. Ich habe die Depression hinter mich gelassen und vor zwei Monaten einfach so ohne Grund einen Lebenswandel durchlaufen... Sport, gesunde Ernährung, sich Zeit nehmen für die kleinen Dinge im Leben, Aufhören mit dem Rauchen, quasi: ein plus an Lebensfreude gewonnen ...
In dieser Zeit lernte ich einen netten Mann über Freunde kennen. Leider wurde nichts daraus, weil dieser Mann selber erkrankt war und keine Hilfe an sich ran ließ, da er an Depressionen und Panikattacken litt. Das tat mir sehr leid, da ich ihm nicht helfen konnte/durfte und er den Kontakt abbrach. Letzdendlich hatte diese Begegnung aber etwas Gutes für mich, denn sie zeigte mir, dass mit mir alles in Ordnung war und dass das bei mir im Gegensatz zu ihm echt "Pustekuchen" war, was meine "Verstimmung" anbelangte.

Nun habe ich einen neuen Mann kennen glernt und bin seit einigen Monaten wieder mit mir im Reinen. Wir verstehen uns sehr gut und ich bin gerade dabei mich zu verlieben. Er öffnet sich mir jeden Tag ein kleines bischen mehr....

Ich glaube mittlerweile, meine Fehler zu erkennen, die ich in den Bezieungen zuvor gemacht habe. Ich meine, durch die Nachwirkungen meiner depressiven Phasen dazu zu neigen, unbewusst Fehler/ Eigenschaften/ Charakterzüge am neuen Partner zu suchen und leider habe ich auch immer wieder den Fehler gemacht, ein offenes Ohr bei der Mutter zu suchen, die extra nochmal Salz in die Wund gestreut hatte (wurde selber auch oft enttäsucht).

Warum ich das mache weiß ich nicht. Kennt das jemand? Kann mir jemand helfen ? Ich wurde schon oft von Männern enttäuscht. Suche ich einen Haken wo keiner ist ?

LG Ami

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16. September 2016 um 14:40

@pacjam
Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich habe nie "Aussicht nach Pflegefällen" gehalten und leide auch nicht wie du meinst unter einem Helfersyndrom. Ich bin einmal in meinem Leben einem Mann begegnet, der psych. Probleme hatte und ich glaube es liegt in der Natur, jemandem Unterstützung anzubieten, wenn man eine Person mag.

Mein Partner, ein ganz normaler bodenständiger Mann, gibt mir keinen Anlass, unzufireden zu sein. Ich wollte nur wissen, ob es das gibt, dass mein eigenes Verhalten auf andere Männer übertragen kann?

Bsp.: ich habe schlechte Laune, interpretiere das Verhalten meines Freundes falsch der gestresst von der Arbeit kommt und gehe automatisch davon aus, dass er auch schlechte Laune, aber meinetwegen
oder
2. Bsp.: ich hatte Depressionen und neige dazu, ihm glaubhaft zu machen, dass die Welt manchmal echt übel und grau sein kann, und wenn man nicht aufpasst, iwann an seine eigene Substanz kommt.. ich weiß nicht wie ich das formulieren soll.... ich rede jemandem etwas ein, was nicht da ist, auf subtile Art und Weise ... total bescheuert ... ich weiß :/

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16. September 2016 um 15:13

Das was..
"diesendungmitderkatz" schreibt, klingt mir eher plausibel, als deine Formulierungen und Annahmen. Wahrscheinlich will ich mich nur schützen und rede es mir vorher schon schlecht, damit die Enttäuschung nicht zu überraschend kommt. Das habe ich in den letzten Beziehungen getan und siehe da - sie gingen zu Bruch - nochmal passiert mir das nicht. Wenn er es merkt, dass ich damit anfange, ist es gut und ich höre sofort auf damit. Wir befinden uns noch am Anfang der Beziehung und lernen uns jedem Tag ein bischen besser kennen - soviel zum Thema Öffnen. Ich habe in meinen Büchern gewälzt: Projektion gibt es wirklich - gut wenn man es erkannt hat
by the way:
Nur weil ich diese Phase hatte, muss man mich nicht stigamtisieren Pac !

Good Life

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16. September 2016 um 15:19

Def.: Projektion
Psychoanalyse

In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene, unerwünschte Impulse z.B. im Sinne von Gefühlen und Wünschen einem anderen Menschen (oder Gegenstand) zugeschrieben werden.


Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.

Sigmund Freud

Beispiel: Eine Frau fühlt sich durch einen Kollegen sexuell bedrängt, obwohl dieser den Kontakt meidet. Lässt das Verhalten des Kollegen von außen betrachtet eher die Wahrscheinlichkeit zu, dass er keinen Kontakt wünscht, so kann davon ausgegangen werden, dass die Frau ihr Begehren in den Kollegen projiziert hat.

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16. September 2016 um 20:42

Du hast Recht....
.. es gab diese Zielperson .. namentlich Stiefvater genannt .. Details unterlasse ich, aber es würde Sinn ergeben ... da setzt sich gerade das Puzzle zusammen .. kannst du es nochmal kurz für mich zusammenfügen ? Ich glaube ich weiß was los ist ....

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16. September 2016 um 20:54

Heißt das jetzt ...
dass ich ne bekloppte Schematherapie brauche, weil ich meine Verhaltensmuster, die mich als Kind überleben ließen und mir halfen, Dinge zu ertragen, jetzt als Erwachsener immer noch beibehalte, sie mich aber an ein Zusammenleben mit einem Mann hindern? Wie kann ich aufhören, negative Dinge bei meinem Freund zu suchen ?

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16. September 2016 um 21:57

Das Übel hat jetzt einen Namen:
Hypervigilanz infolge einer PTBS

Ich lebe mit dem was war und schaue nach vorn, was sein wird.

Danke

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