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Probleme in der Beziehung durch Kultur und Tradition...

20. Juli 2012 um 16:56

Hallo ihr Lieben...

Ich wollte mal nachfragen, ob es hier Leidensgenossinnen gibt, die ähnliches erleben oder erlebt haben wie ich.

Ich bin seit einiger Zeit mit einem Montenegriner zusammen.
Ich selbst bin Deutsche und habe bereits zwei Kinder aus meiner ersten Ehe. Geschieden bin ich bereits seit fünf Jahren.
Mein Freund und seine Familie sind Muslime, jedoch muss ich dazu sagen, dass sie nicht allzu streng leben. (Beispielsweise wird es mit dem Schweinefleisch nicht so genau genommen.)

Mein Freund hat studiert und ist in einer gehobenen Position tätig und hat auch einen deutschen Pass.
Soweit- so gut.
Zunächst hatten seine Eltern keine großartigen Probleme mit mir. (ich bin sicher, dass eine Frau aus dem eigenen Land lieber gesehen gewesen wäre, jedoch hat mich das niemand spüren lassen und soweit war alles in Ordnung)

Bis- zu dem Tag, an dem sein Vater erfahren hat, dass ich bereits Kinder habe. Leider hat sich seitdem ausnahmslos alles zum Negativen gewandt.

Ganz plötzlich werden meinem Freund die wildesten Geschichten über mich eingeredet.
Es ginge mir sowieso nur um sein Geld, ich würde ihm das nächste Kind anhängen wollen, ich nutze oder horche ihn aus, um ihn fallen zu lassen und dann alles gegen ihn verwenden zu können.

Mich verletzt das tief. Ich habe niemanden aus der Familie jemals was getan. Im gegenteil- stehen Geburtstage an, gebe ich ihm stets eine Kleinigkeit mit, auch wenn ich nie eingeladen bin. Ich habe immer gedacht, dass sich mit Geduld einiges tut.
Ich verliere aber langsam die Hoffnung.
Eigentlich führen wir eine Fernbeziehung, das heißt wir sehen uns nur am Wochenende. Bisher war es allerdings immer so, dass er bei mir war sobald es ging, sei es durch Urlaub, freie Tage oder sonstiges. Vor zwei Monaten bin ich umgezogen, und er hat den Mietvertrag mit unterschrieben, weil er sich versetzen lassen möchte und dann bei mir wohnen will.

Jedoch zieht er sich immer mehr zurück, führt zunehmend an, dass ihm alles zu schnell ginge. Ich sehe ihn weniger als vorher und mittlerweile muss ich um jeden Tag und jede Nacht mit ihm feilschen... Das macht mich fertig und schürt die Wut in mir auf seine Eltern, weil ich weiß, das sie ihm bereits ein Ultimatum gesetzt haben. Wenn er sich nicht trennt, fliegt er raus.

Ich weiß, dass es im Grunde nun an ihm liegt sich zu "entscheiden". Wer aber Erfahrungen mit Mischbeziehungen hat, weiß aber auch , welchen STellenwert die Familie bei Moslems einnimmt.
Er meint, das ganze bräuche Zeit und hofft, dass die Abneigung seiner Eltern mir gegenüber sich irgendwann legen wird.
Ich selbst glaube da allerdings nicht dran.

Ich kann seine Zerrissenheit verstehen, nur zu gut. Jedoch tut es einfach nur weh und ich lebe in der ständigen Angst ihn zu verlieren.

Kennt jemand diese Situation?

Ich danke für eure Antworten.

Marie

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20. Juli 2012 um 18:28

Du begehst...
... einen Denkfehler. Du gehst davon aus, dass sich Dein Freund und die Familie Deines Freundes sich so daneben benehmen, weil der Begriff "Familie" so einen hohen Stellenwert einnimmt.

Warum aber lehnen sie Dich ab, seitdem sie wissen, dass Du Kinder hast? Warum steigst Du nicht in ihrer Achtung dafür, dass Du allein erziehende Mutter bist und Dich - nehme ich an - toll um Deine Kinder kümmerst und Alltag und Berufsleben unter einen Hut kriegst? Ist das nicht vielmehr Wertschätzung als Missachtung wert?

Und sollte nicht Dein Freund jetzt erst recht hinter Dir stehen und zu Dir halten und es zu schätzen wissen, was Du für ihn und Deine Kinder tust?

Aus Deinen Zeilen lese ich indirekt Schuldgefühle dafür, dass Du so bist, wie Du bist - eben allein erziehende Mutter. Du verhältst Dich so, als müsstest Du Dich vor seiner Familie irgendwie für Deinen Status rechtfertigen oder entschuldigen - dafür dass Du in ihren Augen nicht (mehr) perfekt bist als Partnerin für ihren Sohn.

Dabei solltest Du einfach mal Klartext reden. Zuerst mit Deinem Freund - wenn er als ERWACHSENER Mann immer noch so von seinen Eltern abhängig ist und sein Fähnchen nach dem Wind seiner Eltern hängt, tja, dann hat er an DEINER Seite nichts mehr verloren. Es gibt sicherlich genug andere Männer, die tatsächlich ERWACHSEN sind und sich nicht noch als Großer die Windeln von ihrer Mama wechseln lassen, um es mal boshaft auszudrücken.

Sei stolz auf Dich, auf das, was Du geleistet hast und noch leistest. Und zeig das auch. Mach Dich nicht klein und glaube nicht, dass Du Dich Menschen unterlegen fühlen musst, die zwar hierher eingewandert sind, deren Horizont sich aber dennoch nicht zwangsläufig erweitert hat.

LG

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20. Juli 2012 um 18:49

Das wichtigste ist
bleib Dir selbst treu!
Liebe Marie, Du bist, wer Du bist mit Kinder & Vergangenheit. Versuch Dich nicht für ihn oder seine Familie zu verbiegen. Klappt eh nicht.
Sorry, aber wenn Dein Freund nicht zu 100% hinter der Beziehung steht, werden die Eltern weiter versuchen Euch auseinander zubringen.
Mein Freund kommt aus dem Kosovo, ich hatte Glück und komme mit den Eltern super klar und sie haben mich voll akzeptiert. Aber ich glaube, so ganz tief im inneren wäre ihnen eine Landsfrau als "Schwägerin" vlt. lieber. Aber ihnen ist im Vergleich zu vielen, am wichtigsten das ihr Sohn glücklich ist.


Schau Dir das ganze hin und her aber nicht zu lange an, tut nur weh und bringt Euch leider nicht weiter.


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21. Juli 2012 um 13:48

Puhh...
Soviel Ehrlichkeit wirkt leicht erdrückend.

Aber ich danke ich dafür, auch für die netten Zusprachen per mail.

Ich habe ihm bereits an dem Tag, an dem wir den Mietvertrag für das Haus unterschrieben habe, dass ich es "hinnehmen" werde, dass er bei seinen Eltern bleibt, wenn er tatsächlich Ende diesen Jahres versetzt wird und dann Nägel mit Köpfen macht.
Nun ist das ja noch ein bisschen hin, trotz allem merke ich eben, dass die Beziehungen alles in allem schwieriger wird.
Er merkt meine Unzufriedenheit und verucht mal zu kompensieren, mal zieht er sich aber auch einfach zurück.

Mal ein Beispiel:
Er hat Urlaub und verbringt den bei mir, dann fliegt aber just in dieser Woche sein Vater ganz plötzlich nach Sarajevo um was auch immer zu tun, und sein großer Bruder muss fährt zur Kur.
Ich kann nicht verstehen, warum er dann plötzlich nach Hause muss? Mutter und erwachsene Schwester sind zuhause. Ist es normal in deren Kultur, dass ein männlicher "Aufpasser" im Haus sein muss?
Ich rege mich darüber immer furchtbar auf (Das war nur ein Beispiel für einige dieser Situationen), und alles was ich ernte ist ein: "Du verstehst das nicht."

Ich bin der Meinung, dass ich diese "Frist", die ich ihm gegeben habe einhalten muss. Aber- es macht mich wahnsinnig weil immer wieder zwischendurch Kleinigkeiten passieren, die mich auf 180 bringen.

Bald steht sein Geburtstag an- an dem er jedes Jahr mit der Familie essen geht. Ich bin schon jetzt gespannt, ob ich zuhause sitzen und warten werde, wir alle zusammen gehen, oder ob die Eltern dann dankend ablehnen.

Es ist zum verrückt werden- man findet nach ewigem ausprobieren und ewigen Fehltritten endlich den mann, von dem man denkt er ist es- und dann lieg ein Stein nach dem nächsten im Weg

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8. Januar 2014 um 19:53
In Antwort auf darie81

Puhh...
Soviel Ehrlichkeit wirkt leicht erdrückend.

Aber ich danke ich dafür, auch für die netten Zusprachen per mail.

Ich habe ihm bereits an dem Tag, an dem wir den Mietvertrag für das Haus unterschrieben habe, dass ich es "hinnehmen" werde, dass er bei seinen Eltern bleibt, wenn er tatsächlich Ende diesen Jahres versetzt wird und dann Nägel mit Köpfen macht.
Nun ist das ja noch ein bisschen hin, trotz allem merke ich eben, dass die Beziehungen alles in allem schwieriger wird.
Er merkt meine Unzufriedenheit und verucht mal zu kompensieren, mal zieht er sich aber auch einfach zurück.

Mal ein Beispiel:
Er hat Urlaub und verbringt den bei mir, dann fliegt aber just in dieser Woche sein Vater ganz plötzlich nach Sarajevo um was auch immer zu tun, und sein großer Bruder muss fährt zur Kur.
Ich kann nicht verstehen, warum er dann plötzlich nach Hause muss? Mutter und erwachsene Schwester sind zuhause. Ist es normal in deren Kultur, dass ein männlicher "Aufpasser" im Haus sein muss?
Ich rege mich darüber immer furchtbar auf (Das war nur ein Beispiel für einige dieser Situationen), und alles was ich ernte ist ein: "Du verstehst das nicht."

Ich bin der Meinung, dass ich diese "Frist", die ich ihm gegeben habe einhalten muss. Aber- es macht mich wahnsinnig weil immer wieder zwischendurch Kleinigkeiten passieren, die mich auf 180 bringen.

Bald steht sein Geburtstag an- an dem er jedes Jahr mit der Familie essen geht. Ich bin schon jetzt gespannt, ob ich zuhause sitzen und warten werde, wir alle zusammen gehen, oder ob die Eltern dann dankend ablehnen.

Es ist zum verrückt werden- man findet nach ewigem ausprobieren und ewigen Fehltritten endlich den mann, von dem man denkt er ist es- und dann lieg ein Stein nach dem nächsten im Weg

Aktuell?
Hej, ist das bei dir immernoch so? Dein Beitrag ist schon etwas älter und wolte mal fragen ob sich was geändert hat. Bei mir ist das haargenauso! Und man weiß einfach nicht ob es sich lohnt seine Zeit für eine Sache zu investieren die am Ende eh nicht sicher gut läuft (aber durchaus möglich) oder ob man schweren Herzens adio sagen soll und weitermachen,LG

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8. Januar 2014 um 20:00
In Antwort auf tyche26

Du begehst...
... einen Denkfehler. Du gehst davon aus, dass sich Dein Freund und die Familie Deines Freundes sich so daneben benehmen, weil der Begriff "Familie" so einen hohen Stellenwert einnimmt.

Warum aber lehnen sie Dich ab, seitdem sie wissen, dass Du Kinder hast? Warum steigst Du nicht in ihrer Achtung dafür, dass Du allein erziehende Mutter bist und Dich - nehme ich an - toll um Deine Kinder kümmerst und Alltag und Berufsleben unter einen Hut kriegst? Ist das nicht vielmehr Wertschätzung als Missachtung wert?

Und sollte nicht Dein Freund jetzt erst recht hinter Dir stehen und zu Dir halten und es zu schätzen wissen, was Du für ihn und Deine Kinder tust?

Aus Deinen Zeilen lese ich indirekt Schuldgefühle dafür, dass Du so bist, wie Du bist - eben allein erziehende Mutter. Du verhältst Dich so, als müsstest Du Dich vor seiner Familie irgendwie für Deinen Status rechtfertigen oder entschuldigen - dafür dass Du in ihren Augen nicht (mehr) perfekt bist als Partnerin für ihren Sohn.

Dabei solltest Du einfach mal Klartext reden. Zuerst mit Deinem Freund - wenn er als ERWACHSENER Mann immer noch so von seinen Eltern abhängig ist und sein Fähnchen nach dem Wind seiner Eltern hängt, tja, dann hat er an DEINER Seite nichts mehr verloren. Es gibt sicherlich genug andere Männer, die tatsächlich ERWACHSEN sind und sich nicht noch als Großer die Windeln von ihrer Mama wechseln lassen, um es mal boshaft auszudrücken.

Sei stolz auf Dich, auf das, was Du geleistet hast und noch leistest. Und zeig das auch. Mach Dich nicht klein und glaube nicht, dass Du Dich Menschen unterlegen fühlen musst, die zwar hierher eingewandert sind, deren Horizont sich aber dennoch nicht zwangsläufig erweitert hat.

LG

Erwachsen
Das mit dem erwachsen sein bei Männern aus dem Balkan ist so eine Sache, im Gegensatz zu Deutschen Männern werden die nur in den seltenen Fällen selbstständig und zielbewusst sein, da sie es anders nicht kennen und Mutti doch zu Hause immer alles gemacht hat, auch wenn man schon 30 Jahre altwar/ist. Ziel in solchen Familien ist es eine Frau zu finden, die die Mutter ersetzt. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern aber in der Regel bist du gut wenn du die perfekte Mutti (für deinen Mann) bist. Viele dieser konservativen Familien leben seit zig Jahren in Deutschland und waren noch nie im Kino, etc. Die frage ist dann, hat man Bock darauf?! wenn man selber arbeiten gehen muss, Kinder versorgen muss, dann noch ein weiteres Kind (Mann) zu verpflegen ist echt anstrengend.LG

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