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Forum / Liebe & Beziehung

Problem mit dem Kind meines Partners

Letzte Nachricht: 10. Dezember 2021 um 17:29
A
annuewtf019012
10.12.21 um 1:34

Hallöchen, 

da ich mittlerweile schon viel über dieses Thema gelesen habe, aber trotzdem immer das Gefühl hatte, dass nie zu 100% das "richtige" für mich dabei war, verfasse ich mal einen eigenen Beitrag. 

Zu meiner Situation: Ich(24) bin mit meinem Freund(30) jetzt ein knappes Jahr zusammen. Mein Freund hat einen dreijährigen Sohn. Er ist oft da, da sich die Eltern für ein Wechselmodell entschieden haben. Als ich ihn (also den Sohn) kennengelernt habe und die ersten Wochen/Monate danach, habe ich sehr gern Zeit mit den beiden zusammen verbracht. Wir verstehen uns super und der Kleine hat mich ganz schnell als zusätzliche Bezugsperson in seinem Leben anerkannt. Also perfekt eigentlich. Er ist ein lieber Junge, hat aber auch Trotzphasen und möchte seinen kleinen Sturkopf durchsetzen-völlig normal. Aber seit einer Weile habe ich das Gefühl, dass sich die Situation für mich immer mehr zuspitzt. Ich habe so eine innere Wut, nicht direkt auf das Kind sondern vielmehr auf die Gesamtsituation, dass ich das jetzt "mitmachen" muss, obwohl ich mich ja nicht bewusst dafür entschieden habe und von mir ja immer erwartet wird, dass ich das mit vollem Herzen tue und das Kind soooo lieb habe und mich das alles nicht stört. Dass ich mein Leben einschränken soll, wenn er da ist, dass es ständig nach ihm geht und ich sogar, um eine gemeinsame Zukunft zu haben, meinen Wohnort wechseln müsste. Das alles macht mich unglaublich wütend. Dabei bin ich eigentlich die einzige die "spinnt". Wie schon gesagt gibt mir das Kind keinen Grund ihn nicht zu mögen und mein Freund ist einfach nur toll.. er kümmert sich auch immer um mich und meine Bedürfnisse. Ich habe nie das Gefühl, dass ich zweitrangig bin. Wir stehen alle 3 auf einer Ebene. Und trotzdem kann ich diese negativen Gedanken nicht loslassen. Die Gedanken, dass ich das doch eigentlich alles gar nicht so möchte und lieber von vornherein meine eigene Familie gründen würde.. aber auf der anderen Seite ist das genau der Partner, den ich mir nur hätte wünschen können. Ich bin sehr in diesen Mann verliebt und er ist auf jeder Ebene der richtige für mich. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich möchte meinen Partner nicht verlieren, aber dieser Groll und die negativen Gefühle dem Kind gegenüber lassen mich einfach nicht los. 

vielleicht ging es jemandem schon mal ähnlich! Ich bin über alle Tipps, Ratschläge und "Arschtritte" offen.

Liebe Grüße, 
Anne

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L
lina123
10.12.21 um 11:08

Hallo Anne,

vll beruhigt es dich dir mitzuteilen, dass du mit solchen "Gedanken" nicht alleine stehst. Ich bin in der fast gleichen Situation (nur das dass Kind meines Partners erst 5 Monate alt ist und ich die Schwangerschaft seiner Ex noch durchleben musste).

Für mich gibt es auch immer mal wieder auf und ab´s. Beim ersten Treffen mit seinem Kind habe ich geweint, weil ich total übervordert war mit der Lage. Aber das ist okay. Wir sind nur Menschen und wir sind nicht perfekt. Keiner kann von uns erwarten, dass man immer alles "schluckt". 

Ich habe manchmal das Gefühl, ich muss überall zurück stecken und bin ziemlich traurig das ich nicht der erste Partner sein werde in seinem Leben, der mit Ihm sowas wie Heirat oder Schwangerschaft durch machen wird. Aber auch sowas ist normal, keiner kann von uns erwarten das wir mit der Gesamtsituation Friede-Freude-Eierkuchen umgehen.
Rückschläge wie du Sie manchmal hast, finde ich völlig normal und ich denke das diese auch noch eine Weile andauern werden. Vll wird sich das irgendwann ändern wenn Ihr selber einmal Kinder habt, vll werden diese aber auch immer bleiben. In einer Gewissen Weise wird man sich immer etwas "unfair" fühlen, was diese Situation angeht.
Wichtig ist nur das man kommuniziert. Wenn du solche Gedanken hast, dann rede vll mit deinem Freund drüber. Sag ihm das es z.B. aktuell einfach schwer ist und du vll auch etwas sauer bist, auch wenn du nicht genau weist auf was. 
Er wird es sicher verstehen.
So mache ich das meistens, manchmal hilft es auch einfach sich auszuheulen und "abzukotzen", dem Partner zu sagen das einen das alles gerade nervt, zu viel ist oder Ihm zu sagen was einem traurig macht (wie z.B. die Familiengeschichte).

Es ist okay das du manchmal "spinnst", ich tu es auch und bestimmt auch noch viele andere Frauen in der Situation.
Klar man weiß, dass Kind kann für nichts und man denk man wäre ein schlechter Mensch, wenn man denkt das Kind ist so bisschen an der Situation schuld. Aber die Gedanke gehen vorbei und dann merkt man wie schwachsinnig diese Gedanken sind. 

Ihr hört euch nach einen tollen Team an, daher wird das auch klappen....und meistens wird sowas immer besser anstatt schlechte

LG

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A
annuewtf019012
10.12.21 um 14:08

Ich danke dir für deine lieben Worte. Es tut gut das zu hören. Man ist immer so hin- und hergerissen zwischen "eigentlich möchte ich niemand anderen" und "so wollte ich das alles eigentlich aber nicht". 
Es ist auch schwierig eine Entscheidung zu treffen, wenn man weiß, dass diese Entscheidung eigentlich nicht für den Partner, sondern für ein "fremdes" Kind ist. Danke, das baut mich gleich ein bisschen auf 🙏🏻 Und euch wünsche ich auch viel Glück und dass du auch immer besser mit der Situation umgehen kannst. 

LG

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det92
det92
10.12.21 um 17:29

Ihr seid 6 Jahre auseinander und in völlig unterschiedlichen Lebensphasen.

Da ists völlig normal das solche Zweifel früher oder später zu Tage treten. 

Ich kenne im Freundeskreis eine ähnliche Konstellation. Da sind es sogar zwei kinder. Derartigen, ich nenne es mal "Groll" gibt's hier nie. Herausforderungen durchaus.

Solche Gefühle wie du sie hast, kann man nicht abschalten auf Knopfdruck.

Ich würde die Situation für eine Weile beobachten. Bleibt dir Situation für dich unverändert, ist eine Trennung möglicherweise besser. Insbesondere für das seelische Wohl seines Kindes. Du bist immerhin die Stiefmutter. Und es wird ja nicht gerade einfacher mit höherem Alter.


 

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