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Problem: Freundin "vs." Familie / Abnabelung

28. September 2009 um 13:48

Guten Morgen,

ich bin neu in diesem Forum, habe nämlich ein etwas längeres Problem. Ich fange mal vorne an.

Ich habe bis vor kurzem Jura studiert, ca 150km von meinem Heimatort entfernt. Mein Vater ist Anwalt und hat eine eigene Kanzlei mit ca 20 Angestellten. Habe noch zwei Geschwister undwir wohnten alle im Haus meiner Eltern.

Ich hatte dort einen eigenen Bereich mit Bad, Schlafzimmer etc.

Jetzt war es so, dass meine langjährige Freundin für ihr Studium weiter weg musste und wir die letzten zwei Jahre eine Fernbeziehung führten, was mit der Zeit nervte.

Ich muss ja nun mein Referendariat machen (2 Jahre), danach werde ich in die Kanzlei meines Vaters einsteigen.

Da jetzt nun meine Freundin weiter weg studiert (Berlin), habe ich mich dazu entschlossen, mein Referendariat auch dort abzuleisten (ca 500km von zu Hause entfernt).

Während meines Studiums (hatte ne eigene Studibude) bin ich jedes Wochenende nach Hause gefahren. Ich habe bei uns zu Hause sehr sehr viele Freunde, fühle mich dort pudelwohl in der Stadt und habe eine super Beziehung zu meinen Eltern.

Nur meine Freundin fehlte mir zuletzt sehr. Jetzt habe ich zusammen mit meiner Freundin eine eigene Wohnung, ist auch alles gut eigentlich, auch mein Referendariat macht mir Spaß.

Nur: Ich vermisse meine Familie unendlich und meine Familie vermisst. Ich bin halt in einem großen Haus mit riesigem Garten aufgewachsen und jetzt wohne ich in einer 80m-Wohnung mit kleinem Balkon: Das ist für mich schon eine Umstellung.

Esw ar auch nie geplantvon zu Hause wegzugehen, weil für mich da eben nie ein Bedarf für mich bestand.

Ich bin in einem großen Familienverband aufgewachsen, die Nähe der Familie war immer normal für mich. Bei uns gibt es immer große Familienfeste und wir gehen alle zusammen durch dick und dünn.

Aber meine Freundin ist mir auch sehr wichtig, und daher entschloss ich mich zu ihr zu gehen. In nicht mehr ganz zwei Jahren geht es für uns beide ja zurück in die Heimat.

Trotzdem geht es mir manchmal einfach nicht gut: Wie gesagt ich vermisse meine Familie. Gestern war ein großes Familienfest undich konnte nicht dort sein. Ich weiß auch, dass meine Eltern und meine Geschwister und meine Freunde mich sehr vermissen. Ich fahre ja auch oft in die Heimat (so alle drei Wochen), aber ich kann eben nicht immer da sein. Es ist nicht einfach für mich:

Da man im Referendariat nicht viel verdient, bekomme ich eine monatliche Unterstützung von meinen Eltern. Und ich habe Angst, dass sie sich ausgenutzt fühlen: Dass ich das Geld kassiere um mir fernab von ihnen ein schönes Leben zu machen.

Bei meiner Freundin habe ich Angst, dass sie denkt, sie sei ein "Mama"-Ersatz für mich. Weil ich meinen Eltern zeigen möchte, dass sie für mich nicht "out" sind, fahre ich ja oft nach Hause, aber ich befürchte, meine Freundin denkt dann, sie steht hinten an.

Meine Freundin und der Rest meiner Familie/Freunde/Bekannte sind eben räumlich nicht nahe und ich versuche beides unter einen Hut zu bekommen, weiß aber nicht ob es klappt.

Und irgendwie werde ich hier in Berlin auch nicht heimisch, will es ja auch nicht, da ich in ca 20 Monaten eh wieder wegziehe. Nur ich bin einfach nicht glücklich. Und weiß nicht was ich machen soll?

Ist das alles normal? Oder bin ich ein Muttersohn? Wie gesagt, ich bin in einem starken Familienverband groß geworden....

Und mein Unglücklichsein projeziere ich dann auf irgendwelche Gegenstände/Vorgänge in der Wohnung. Manchmal kann ich nicht schlafen, weil ich mir einrede, irgendwelche Geräusch ezu hören und mache die ganze Wohnung schlecht etc.

LG

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28. September 2009 um 14:09

Du bist kein Muttersohn
denke ich Aber du bist vielleicht etwas konservativ, was Veränderungen angeht? Ich finde es ja schön, dass du eine so enge Bindung zu deiner Familie hast.
Ich liebe meine Familie auch sehr und bin auch gern da, allerdings nicht gerade regelmäßig, manchmal nur einmal pro Monat, wenns klappt. Wohne jetzt eine Zugstunde entfernt an meinem Studienort und fühle mich dort pudelwohl, habe hier ein paar Freunde (jedenfalls mehr als in meinem Heimatort), kann hier weggehen, arbeite hier etc. Klar, meine Eltern hättens gern, dass ich sie öfter besuchen käme, aber sie wissen genau, dass ich gerade in der Phase bin, wo ich eigenständig leben möchte, weshalb sie das akzeptieren.
Ich habe auch Komillitonen, die jedes WE zu ihren Eltern fahren. Kann ich persönlich gar nicht nachvollziehen.

Ich finde, irgendwann muss man beginnen, sich sein eigenes Zuhause aufzubauen. Und zwar nicht räumlich, sondern im Geiste. Wenn du eine ernsthafte Beziehung führst, solltest du lernen, dass dein Zuhause jetzt dort ist, wo du mit deiner Freundin wohnst. Sonst könnte es passieren, dass sie das Gefühl hat, nur an zweiter Stelle zu stehen. Mir jedenfalls würde es viel Unbehagen bereiten, wenn sich mein Freund so verhalten würde.
Scheinbar bist du ein ganz krasses Gewohnheitstier ^^ Aber lass dich doch mal auf das neue Leben ein! 20 Monate sind eine Ewigkeit. Ist doch keine Einstellung, zu sagen: In zwei Jahren bin ich eh nicht mehr hier, also besser keinen Freundeskreis, kein Zu-Hause-Gefühl aufbauen?
Leb doch für den Moment!
Deine Familie bleibt immer bei dir, egal wie groß die räumliche Entfernung ist. Die Gewissheit sollte doch eigentlich so entspannend wirken, dass man sich auch lösen kann. Bei mir ists zumindest so

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