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Prinzipientreu: ja oder nein???

29. Oktober 2003 um 23:36

Mich würde interessieren, ob ihr eure selbst auferlegten Prinzipien einhaltet oder wie ihr euch fühlt, wenn nicht??? Ich stelle diese Frage, weil ich im Moment nicht weiß, wie ich mich fühlen soll.....

Vor einigen Monatenhabe ich hier schon einmal gepostet: ich hatte mich in einen Mann verliebt, wir kamen uns näher, aber er wollte keine Beziehung, das hat er mir von Anfang auch ehrlich gesagt. Trotzdem haben wir auch miteinander geschlafen, es war unbeschreiblich schön; wir fühlen uns auch sonst miteinander sehr wohl, aber er will eben keine Beziehung. Das habe ich auch akzeptiert, ich kann ja niemanden zur Liebe überreden. Dazu kommt, das er naoch ca. 200km entfernt wohnt, da sieht man sich auch nicht so eben mal. Wir beschlossen, Freunde zu bleiben.

Eine Zeitlang haben wir zwar viel gemailt, aber uns seltener gesehen. Vor zwei Wochen war er aber beruflich bei mir in der Nähe, ich habe ihn zum Essen eingeladen und es war ein sehr schöner Abend, ohne daß irgendetwas passiert wäre. Ich hatte mir selbst auch verboten, das irgendwie herauszufordern, weil ich nach unserem "Freundschaftspakt" doch sehr gelitten habe, es tat mir weh, zu wissen, daß es mit diesem Mann keine festere Bindung geben konnte.
Gestern abend war er wieder aus beruflichen Gründen in meiner Stadt, undd da ich eine Wette verloren hatte, habe ich ihn nochmal zum Essen eingeladen. Den ganzen Abend kamen Signale von ihm, einmal umarmte er mich kurz, er nahm meine Hand und irgendwann umarmte er mich und dann küßte er mich. Und da kam eben wieder eins zum anderen, wir schliefen wieder miteinander und es war wieder unbeschreiblich schön.
Ich weiß, ich fühle es, daß er seine Meinung nicht geändert hat, er hat nichts Gegenteiliges gesagt und er wollte nicht über Nacht bleiben.
Und ich frage mich jetzt: würde ich mich jetzt besser fühlen, wenn ich ihn abgewiesen hätte? Würde es jetzt weniger weh tun? Ich fühle mich nicht ausgenutzt, weil er mir nie etwas versprochen hat, aber es tut doch wieder weh. Andereseits: als er mich küßte, dachte ich noch darüber nach, soll ich es abwehren? Er hätte es akzeptiert, er hätte mir nicht einmal einen Vorwurf gemacht. Aber ich dachte auch, Leben heißt auch Schmerz, vielleicht tut es mir später weh, aber lieber Schmerz als gar nicht leben!

Was hättet ihr getan? Hättet ihr eure Prinzipien eingehalten? Ich bin im Moment so unsicher, ich könnte weinen, aber diese Augenblicke mit ihm waren auch so schön, daß ich sage "egal"!

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30. Oktober 2003 um 0:43

Der Mann wollte keine Beziehung,
sagt das deutlich, geniesst den Sex mit Dir, wann immer sich das ergibt "wir bleiben Freunde"-erinnert mich an meine wilden Zeiten vor knapp 20 Jahren, das war ganz ähnlich und hat weh getan, sobald ich für diesen Mann mehr empfunden habe als für einen more-night-stand.

Prinzipien einhalten, würde ich das nicht nennen.Dir selbst treu bleiben und für Dich sorgen,vielleicht.
Also, das beenden, Du scheinst Dich ein bisschen in ihn verliebt zu haben und Dir mehr zu wünschen, wenn es Dir weh tat, ist das wohl so.
Nur, das bringt Dir nichts.

Trenn Dich, brich den Kontakt ab.
Mehr als Sex bekommst Du nicht und er nutzt das aus, nicht sehr fair, finde ich, nur Du machst es ihm ja auch sehr leicht.

Deinen Kummer verstehe ich. Mehr Glück wohnt in einer Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht und nicht nur auf sexueller Begierde, die vom Mann ausgeht.
Ein Partner, der Dich liebt, so oft bei Dir ist, wie ihr beide es wollt, und zu Dir hält,das ist Freund-,Partnerschaft und Liebe.

Nicht dieser Mann.
Liebe gibts auch anders.
Es sei denn,Du brauchst dieses Gefühl derzeit so sehr, dass es Dir die emotionale Qual wert ist.
Das tut Dir aber selbst nur sehr weh und sicher nicht gut auf Dauer.

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30. Oktober 2003 um 0:45

Ist er verheiratet?
Liest sich so......???

Dann verständlich, will keine Beziehung, Sex geniessen und tschüss.

Sehr egoistisch und unfair Dir gegenüber

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30. Oktober 2003 um 9:01
In Antwort auf BrunhildeP

Ist er verheiratet?
Liest sich so......???

Dann verständlich, will keine Beziehung, Sex geniessen und tschüss.

Sehr egoistisch und unfair Dir gegenüber


ich finde auch das er sehr egoistisch ist.

insgeheim denkst du das er vielleicht doch eine Beziehung mit dir eingeht...deshalb spielst du das spiel vielleicht mit.

hoffentlich geht das nicht nach hinten los, dann kommst du dir ganz schön blöd vor, und es könnte sehr weh tun!

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30. Oktober 2003 um 13:15

Super!
Danke für den Beitrag, Michi, das unterschreib ich sofort.

An die Schreiberin des Originalbeitrags:
Entweder du lernst, mit dieser Situation klarzukommen (und manchmal braucht das Zeit) oder aber du vergisst den Typen ganz schnell.

Das, was du gerade erlebst, erlebt jede Geliebte. Und die, die gerne und über eine längere Zeit Geliebte sind, lernen, mit dieser Situation umzugehen und die schönen Augenblicke zu geniessen. Darauf alleine solltest du dich konzentrieren, wenn du den Typen nicht ganz aus deinem Leben streichen willst.

Ansonsten würde ich dir wirklich raten, dich nie wieder auf so etwas einzulassen. Nicht jeder kann damit umgehen - das ist nicht böse gemeint. Aber hör auf, dir Hoffnungen zu machen. Wenn der Typ eine Beziehung mit dir wollte, dann wärt ihr schon ein Paar. Es wird immer so weitergehen, es sei denn, einer von Euch beendet diese Affäre. Wie lange kannst du / willst du das mitmachen?

Damit du mich verstehst: ich mache das schon 2 Jahre lang mit, und ich bin nicht zum 1. Mal in dieser Situation. Und mir geht es sehr gut dabei. Ich akzeptiere die Situation, wie sie ist. Geniesse die schönen Stunden im Bett, die netten Gespräche und die seltenen Restaurantbesuche. Und ich würde nix ändern wollen.

Also, geh in dich. Mehr kannst du von dem Mann nicht fordern. Glaubs mir.

parfum

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30. Oktober 2003 um 13:26

Ich wirds eher Selbstschutz nennen
Hallo,

die Frage die Du dir stellen solltest, ist ob es dir das Wert ist, ob die schönen Momente die Schmerzen hinterher aufwiegen.

Ich sehe es nicht so, daß er Dich ausnutzt. Er hat klargemacht was er will, eine lockere Freundschaft und ein bißchen Sex.
Wenn du es auch so sehen könntest, wäre es kein problem und Du könntest eure schönen momente unbeschwert genießen.

Das Problem ist Du willst mehr und wirst es von ihm nicht bekommen und das ist mit Schmerzen verbunden.

Ich hatte auch mal so eine Affären Freundschaft. Irgendwann begann ich mehr für ihn zu empfinden, wurde eifersüchtig als ich mitbekam, daß er sich auch für andere Frauen interessierte. Ich zog mich aus dieser Geschichte zurück, weil die ganze Geschichte mir außer Schmerzen und Verletzungen nichts eingebracht hätte.
Da fehlt mir irgendwie die nötige masochistische ader für.

LG

RedDevil

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30. Oktober 2003 um 17:04

Elizabeth Bennett hätte
es nicht getan. Überhaupt keine der "positiven" Heldinnen von Jane Austen; und der Mann bekäme das Attribut "unprincipled" oder sogar "worthless".
Ich schreibe dir das, weil du dir diesen Namen ausgesucht hast, der auch mir viel bedeutet. Natürlich können wir nicht das Leben dieser Heldinnen leben, aber allein deine Fragestellung, die nach Prinzipien und nicht (zuerst) nach Gefühlen, lässt an diese Frauen denken. Und diese Frauen eignen sich hervorragend zu stillen Gesprächspartnerinnen, wenn man sie gut kennt.
Aber zu deiner Frage.
Was geschehen ist, ist geschehen; vermutlich hat es dich zurückgeworfen, deine Sehnsucht nach ihm wieder verstärkt und noch schwerer zu ertragen gemacht. Vielleicht machst du dir auch Vorwürfe, weil du dir in gewisser Weise selbst - auch - Schmerz zugefügt hast. Was ich tun oder versuchen würde: das ruhen lassen und mich mit dem Teil in mir, der das wollte, aussöhnen. Aber auch fragen, ob ich das wieder möchte, ob mir das guttut. Ein gutes Prinzip muss ja nicht lauten "mit diesem oder jenem Mann nicht schlafen", aber es könnte lauten "mich nicht selbst schädigen".
Und noch etwas: wenn er keine Beziehung will, aber weiß, dass du sie dir wünschst, dann besteht die Gefahr, dass du "verfügbar" wirst. Eine Jane Austen 2003 würde vielleicht sagen: heule, beiß in dein Kissen, aber halte dich von diesem Mann fern.
Und ich würde mich ihr anschließen
Ophelia

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30. Oktober 2003 um 18:41
In Antwort auf alaina_12657268

Elizabeth Bennett hätte
es nicht getan. Überhaupt keine der "positiven" Heldinnen von Jane Austen; und der Mann bekäme das Attribut "unprincipled" oder sogar "worthless".
Ich schreibe dir das, weil du dir diesen Namen ausgesucht hast, der auch mir viel bedeutet. Natürlich können wir nicht das Leben dieser Heldinnen leben, aber allein deine Fragestellung, die nach Prinzipien und nicht (zuerst) nach Gefühlen, lässt an diese Frauen denken. Und diese Frauen eignen sich hervorragend zu stillen Gesprächspartnerinnen, wenn man sie gut kennt.
Aber zu deiner Frage.
Was geschehen ist, ist geschehen; vermutlich hat es dich zurückgeworfen, deine Sehnsucht nach ihm wieder verstärkt und noch schwerer zu ertragen gemacht. Vielleicht machst du dir auch Vorwürfe, weil du dir in gewisser Weise selbst - auch - Schmerz zugefügt hast. Was ich tun oder versuchen würde: das ruhen lassen und mich mit dem Teil in mir, der das wollte, aussöhnen. Aber auch fragen, ob ich das wieder möchte, ob mir das guttut. Ein gutes Prinzip muss ja nicht lauten "mit diesem oder jenem Mann nicht schlafen", aber es könnte lauten "mich nicht selbst schädigen".
Und noch etwas: wenn er keine Beziehung will, aber weiß, dass du sie dir wünschst, dann besteht die Gefahr, dass du "verfügbar" wirst. Eine Jane Austen 2003 würde vielleicht sagen: heule, beiß in dein Kissen, aber halte dich von diesem Mann fern.
Und ich würde mich ihr anschließen
Ophelia


coole Spekulation... falls Austen sich ueberhaupt herabgelassen haette ein solches Subjekt zur Romanfigur zu erheben, waere ihr "worthless" vermutlich tatsaechlich angemessen erschienen...

Dennoch... Zeiten aendern sich. Jane Austen war nie verheiratet und hatte auch ganz andere Probleme als die Suche nach sexueller Erfuellung, die heute doch Frauen und Maenner gleichermassen entspannt geniessen koennen, so sie wollen. Bedenke, die groesste Rolle spielte der Mann als Versorger, daher die hohen charakterlichen Ansprueche. Ich mag Jane Austen auch sehr sehr gern, gerade weil sie es schafft, die Liebe zu retten in ihrer Zeit.

Ausserdem war das viktorianische England auch ein Extremfall - im Frankreich der Renaissance und zu den meisten andern Zeiten wurde sexuelle Freizuegigkeit viel lockerer gesehen.

Ich weiss auch nicht, was Austen 2003 sagen wuerde, ich kann auch keine Empfehlung abgeben, sondern nur sagen, dass ich selbst unglueckliche Liebe immer als ausserordentlich bereichernd empfunden habe, ob nun mit oder ohne Sex.

cu,n

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30. Oktober 2003 um 19:24

Prinzipien
hin und her: Tu was dir gut tut.
Schau was für dich richtig ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn du nur mit Beziehung Sex willst, dann ist das für dich eben so. Wenn du da ab und an eine Ausnahme machen willst, dann ist das auch ok. DU stellst deine Regeln für dich auf. Übernimmst du die von einem Anderen.....führt das auf jeden Fall irgendwann mal zu Leid.

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31. Oktober 2003 um 13:44

Vielen Dank an euch,
mit euren Kommentaren haben ihr mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben!
Vorab noch eins: ich fühle mich nicht von ihm ausgenutzt, da er ja sehr deutlich seinen Standpunkt vertreten hat; ich mache ihm keinen Vorwurf, sondern habe mich selbst gefragt, ob ich mir einen machen muß, weil ich eben gegen mein selbst aufgestelltes Prinzip verstoßen habe.
Und nachdem ich jetzt eure Kommentare dazu gelesen habe, ist mir klar geworden, daß ich das viel zu sehr "schwarz-weiß" gesehen habe. Michi hat das auf den Punkt gebracht: "Von den Prinzipien erwartest du dass du dich vor emotionalen Verletzungen schützen kannst wenn du sie befolgst, aber das ist in den seltensten Fällen so. Du konzentrierst dich darauf dich vor Verletzungen durch ANDERE zu schützen, und das funktioniert einfach nicht auf Dauer ohne dass man sich dabei auch gleichzeitig viel Schönes verbaut."
Ich sehe das, was passiert ist, jetzt gelassener; im Nachhinein tut es weh, aber es war auch sehr schön, und das ist es, was ich davon mitnehmen will/werde. Ich werde mich jetzt erstmal zurückziehen und versuchen, mir darüber klar zu werden, ob mir das, was er mir geben kann, reichen wird. Und in Zukunft nur noch ein Prinzip zu beachten: mich nicht selbst zu schädigen!

Ganz liebe Grüße
Jane

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