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Forum / Liebe & Beziehung

Plötzliche Meinungsänderung beim Thema "Kinder"

Letzte Nachricht: 19. August 2022 um 13:40
R
roryrogers
15.08.22 um 1:49

Hallöchen, 

normalerweise bin ich auf solchen Foren eher weniger unterwegs, aber gerade habe ich das "Bedürfnis" meine Gedanken und mein "derzeitig am intensivsten gefühltes" Problem mit euch zu teilen. Vielleicht hat ja jemand von euch ein ähnliches Problem gehabt oder sieht vielleicht einen guten Weg aus der Situation? 

Mein Partner und ich sind seit über einem Jahr zusammen, uns trennen fast 10 Jahre (er ist älter als ich). Ab und zu sind schon einmal Zukunftsgedanken und - vorstellungen gefallen, die wir miteinander geteilt haben, ich stemple das mal als "normal" ab. Man muss sich ja auch irgendwie darauf einlassen, was die Vorstellungen und Einstellungen im Leben des Partners sind, mit dem man eventuell gerne seine Zukunft gestalten möchte. 

Wie man es sich dann ja auch so vorstellt, kam dann auch das Thema "Kinder" zur Sprache. Da muss ich mir selbst an die Nase fassen und euch beichten / gestehen, dass ich da natürlich meine eher "jugendlichen" Züge noch etwas habe heraushängen lassen. Nachdem ich vor etwa vier Jahren eine eher unschöne Trennung aus einer sehr intensiven Beziehung mit einem ehemaligen "Sandkastenfreund" hatte, war ich irgendwann der halbherzigen Überzeugung (ich war zwischen den beiden Partnern in keiner anderen Beziehung und habe mich mehr auf mich konzentriert), dass ich auch mit dem Ende der damaligen Beziehung keine Kinder mehr haben wollte. 

Als ich mit meinem derzeitigen Freund zusammenkam, wurde das natürlich auch, aufgrund der Altersspanne, thematisiert. Habe aber auch diese Unsicherheit mitgeteilt, da ich Sorge hatte, er könnte aufgrund unserer Altersdifferenz vielleicht so etwas wie "Torschlusspanik" empfinden.
Ich habe in den Anfängen der neuen Beziehung in einer WG am Campus meiner Ausbildungsstelle gelebt, die nur aus Mädchen bzw. jungen Frauen bestand (bin mittlerweile ausgezogen). Und da war natürlich bei einigen auch das Thema "Kinder - wann, welches Alter am besten, etc." irgendwann recht präsent. Zur selben Zeit hatte mein Freund überlegt, sich einer Vasektomie zu unterziehen, wir hatten viel und intensiv darüber gesprochen. Schon damals habe ich da sehr emotional reagiert, mit ziemlich gemischten Gefühlen, habe es aber als "indirekter Einfluss" von meinen Mitbewohnerinnen abgestempelt, die eben auf jeden Fall Kinder wollen. Und ich war damals zwischen den Stühlen, weil ich es noch nicht genau wusste. Ich meine, ich fand mich mit 22 einfach noch viel zu jung, um mir darüber so intensiv Gedanken zu machen. Mein Freund kam so überraschend in mein Leben und der  anfänglich befremdliche Gedanke wurde halt irgendwann eine angenehme Vorstellung.
ch selbst weiß es eben noch nicht genau, eine Pro - und Kontraliste würde eher gegen Kinder sprechen. (allein wegen gesundheitlicher Baustellen, die ich einem Kind nicht zumuten wollen würde)
Unter Tränen habe ich meinen Freund dann schließlich gebeten, sich das noch einmal mit der Vasektomie genau zu überlegen, dass ich ihn aber nicht aufhalten wollen würde, wenn er es unbedingt wolle. Er war etwas überrascht, hatte dann aber den Termin auch von sich aus abgesagt. Später meinte er dann auch, dass er sich tatsächlich einmal mit mir Kinder vorstellen könnte. Aber eben nur mit mir. (Meine Reaktion hat mich dann eben auch wieder sehr stark verunsichert, weil ich nicht damit gerechnet habe, so emotional darauf zu reagieren)

Wir haben dann nicht weiter darüber gesprochen. Bis gestern früh. Wir hatten sowieso ein sehr intensives Telefonat, das sich über mehrere Stunden (5, glaube ich sogar) gezogen hat. Gegen Ende kamen wir dann auch noch einmal auf Zukunft, etc. zu sprechen. Er war die letzten 30 Tage auf Fahrradtour (er hat zum letzten Mal vermutlich so lange Urlaub am Stück bekommen), wir hatten in der Zeit, die er unterwegs war, eher sporadisch Kontakt. Und er hatte dann verlauten lassen, dass er sich selbst jetzt einfach als zu alt empfindet (er ist während seiner Tour 33 geworden) und durch die Hitzewelle, die derzeit einfach ganz Europa abschwächt, aber auch all die anderen (gerade auch politischen) Dinge, die in der Welt passieren, ist er zu dem Entschluss gekommen, dass er keine eigenen Nachkommen in die Welt setzen wollen würde. 
Ich verstehe seine Argumentation, ich würde ihm in vielen Punkten auch einfach zustimmen. Aber mich hat das dann, als er mir das so mitgeteilt hat, einfach sehr aus der Bahn gerissen. Ja, ich habe anfänglich auch nicht gerade das Fundament für eine gewisse "Sicherheit" bei dem Thema geliefert (ich meine, man kann sich ja ausrechnen, ich bin 23 und ich habe zwar keine Angst, etwas zu verpassen oder so, aber ich war mir einfach noch unsicher, wo mich meine anderen Lebensträume, Ziele und Wünsche hinführen, und, wie gesagt, nach der letzten, eher unschönen Trennung aus einer intensiven Beziehung hatte ich das Thema für mich auch erst einmal abgehakt).
Aber ich war so perplex, weil ich damit nicht wirklich gerechnet habe. Und ich muss zugeben, gerade jetzt habe ich angefangen, mich tendenziell doch mit dem Gedanken anzufreunden, irgendwann mal eigene Kinder (mit ihm vorzugsweise) zu haben. Nicht jetzt sofort, aber ich hätte es mir in vielleicht so 5 Jahren schon vorstellen können, wenn die Beziehung weiter so eine Stabilität bewahren würde und wenn wir die finanzielle Sicherheit miteinander geteilt hätten (und eben auch länger als nur ein paar Tage einen gemeinsamen Haushalt zu führen). 
Dass er mit fast 40 nicht zum ersten Mal Vater werden wollen würde habe ich auch verstanden. Und ich respektiere seine Entscheidung, ich möchte ihn zu keiner Entscheidung zwingen, die er im schlimmsten Fall einmal bereuen sollte (ich weiß, wie es ist, in einer Familie aufzuwachsen, in der ein Elternteil einen nicht will). Aber mich hat das ziemlich mitgenommen. 

Ich habe dann versucht, unter Tränen (was nicht ganz so intelligent war, schätze ich), dass das ein potenzielles Ende der Beziehung bedeuten könnte. Nicht, dass ich sofort einen Schlussstrich ziehen will. Aber bei dem Thema gibt es doch keine Kompromisse, oder? Ich habe gemeint, dass ich seine Entscheidung, wie gesagt, respektiere, aber er auch wenigstens verstehen sollte, dass bei mir als Frau, einfach irgendwann die biologische Uhr das Ticken anfängt und ich nicht in ein paar Jahren noch einmal gänzlich bei Null anfangen möchte, weil ich Kinder will und er nicht. 
Ich habe das Gefühl, er versteht das nicht so ganz, was ich ihm damit vermitteln möchte. Er meinte dann vorhin, als wir das Thema noch einmal aufgegriffen haben, dass er es sich vorstellen könnte, wenn ich ein Kind von jemand anderem hätte oder eine mögliche Adoption. Ersteres käme für mich aber eben einfach nicht in Frage, letzteres würde aufgrund meiner von Therapie begleiteter Krankheitsgeschichte entweder Jahre dauern oder gar nicht erst möglich sein. 
Ich habe mich nicht von ihm getrennt oder so. Ich meine, vielleicht kann ich den Gedanken ignorieren / ausblenden / er verschwindet (auf wundersame Weise, so wie er gekommen ist) wieder oder was weiß ich. Aber ich hätte Angst, dass ich es entweder irgendwann einmal bereue, keine eigenen Kinder in die Welt gesetzt zu haben oder dass ich es ihm irgendwann zum Vorwurf machen würde, dass ich ihm zuliebe auf etwas verzichtet habe, was ich gerne gehabt hätte.

Erging es jemandem von euch auch schon einmal so? Oder hat jemand vielleicht Tipps, wie ich damit umgehen könnte? Wie gsagt, ich war in den Anfängen unserer Beziehung auch nicht das Fundament, das voller Überzeugung hatte sagen können "Ich will Kinder, wenn du keine willst, dann passt das mit uns nicht". Der Gedanke hat sich erst mit der Zeit entwickelt, je länger ich mit ihm einfach schon zusammen gewesen bin (und natürlich immer noch bin). Seine - für mich sehr überraschende, plötzliche - Ablehnung betrifft mich gerade jedoch sehr. 

Liebe Grüße und gute Nacht.
Danke für's Lesen. Es ist etwas sehr viel länger geworden, als ich dachte. Aber ich hoffe, ich habe ausreichend Informationen aus meiner Sicht präsentieren können, dass ihr euch ein grobes Bild schaffen könnt. 

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U
user1503746138
15.08.22 um 11:25
In Antwort auf roryrogers

Hallöchen, 

normalerweise bin ich auf solchen Foren eher weniger unterwegs, aber gerade habe ich das "Bedürfnis" meine Gedanken und mein "derzeitig am intensivsten gefühltes" Problem mit euch zu teilen. Vielleicht hat ja jemand von euch ein ähnliches Problem gehabt oder sieht vielleicht einen guten Weg aus der Situation? 

Mein Partner und ich sind seit über einem Jahr zusammen, uns trennen fast 10 Jahre (er ist älter als ich). Ab und zu sind schon einmal Zukunftsgedanken und - vorstellungen gefallen, die wir miteinander geteilt haben, ich stemple das mal als "normal" ab. Man muss sich ja auch irgendwie darauf einlassen, was die Vorstellungen und Einstellungen im Leben des Partners sind, mit dem man eventuell gerne seine Zukunft gestalten möchte. 

Wie man es sich dann ja auch so vorstellt, kam dann auch das Thema "Kinder" zur Sprache. Da muss ich mir selbst an die Nase fassen und euch beichten / gestehen, dass ich da natürlich meine eher "jugendlichen" Züge noch etwas habe heraushängen lassen. Nachdem ich vor etwa vier Jahren eine eher unschöne Trennung aus einer sehr intensiven Beziehung mit einem ehemaligen "Sandkastenfreund" hatte, war ich irgendwann der halbherzigen Überzeugung (ich war zwischen den beiden Partnern in keiner anderen Beziehung und habe mich mehr auf mich konzentriert), dass ich auch mit dem Ende der damaligen Beziehung keine Kinder mehr haben wollte. 

Als ich mit meinem derzeitigen Freund zusammenkam, wurde das natürlich auch, aufgrund der Altersspanne, thematisiert. Habe aber auch diese Unsicherheit mitgeteilt, da ich Sorge hatte, er könnte aufgrund unserer Altersdifferenz vielleicht so etwas wie "Torschlusspanik" empfinden.
Ich habe in den Anfängen der neuen Beziehung in einer WG am Campus meiner Ausbildungsstelle gelebt, die nur aus Mädchen bzw. jungen Frauen bestand (bin mittlerweile ausgezogen). Und da war natürlich bei einigen auch das Thema "Kinder - wann, welches Alter am besten, etc." irgendwann recht präsent. Zur selben Zeit hatte mein Freund überlegt, sich einer Vasektomie zu unterziehen, wir hatten viel und intensiv darüber gesprochen. Schon damals habe ich da sehr emotional reagiert, mit ziemlich gemischten Gefühlen, habe es aber als "indirekter Einfluss" von meinen Mitbewohnerinnen abgestempelt, die eben auf jeden Fall Kinder wollen. Und ich war damals zwischen den Stühlen, weil ich es noch nicht genau wusste. Ich meine, ich fand mich mit 22 einfach noch viel zu jung, um mir darüber so intensiv Gedanken zu machen. Mein Freund kam so überraschend in mein Leben und der  anfänglich befremdliche Gedanke wurde halt irgendwann eine angenehme Vorstellung.
ch selbst weiß es eben noch nicht genau, eine Pro - und Kontraliste würde eher gegen Kinder sprechen. (allein wegen gesundheitlicher Baustellen, die ich einem Kind nicht zumuten wollen würde)
Unter Tränen habe ich meinen Freund dann schließlich gebeten, sich das noch einmal mit der Vasektomie genau zu überlegen, dass ich ihn aber nicht aufhalten wollen würde, wenn er es unbedingt wolle. Er war etwas überrascht, hatte dann aber den Termin auch von sich aus abgesagt. Später meinte er dann auch, dass er sich tatsächlich einmal mit mir Kinder vorstellen könnte. Aber eben nur mit mir. (Meine Reaktion hat mich dann eben auch wieder sehr stark verunsichert, weil ich nicht damit gerechnet habe, so emotional darauf zu reagieren)

Wir haben dann nicht weiter darüber gesprochen. Bis gestern früh. Wir hatten sowieso ein sehr intensives Telefonat, das sich über mehrere Stunden (5, glaube ich sogar) gezogen hat. Gegen Ende kamen wir dann auch noch einmal auf Zukunft, etc. zu sprechen. Er war die letzten 30 Tage auf Fahrradtour (er hat zum letzten Mal vermutlich so lange Urlaub am Stück bekommen), wir hatten in der Zeit, die er unterwegs war, eher sporadisch Kontakt. Und er hatte dann verlauten lassen, dass er sich selbst jetzt einfach als zu alt empfindet (er ist während seiner Tour 33 geworden) und durch die Hitzewelle, die derzeit einfach ganz Europa abschwächt, aber auch all die anderen (gerade auch politischen) Dinge, die in der Welt passieren, ist er zu dem Entschluss gekommen, dass er keine eigenen Nachkommen in die Welt setzen wollen würde. 
Ich verstehe seine Argumentation, ich würde ihm in vielen Punkten auch einfach zustimmen. Aber mich hat das dann, als er mir das so mitgeteilt hat, einfach sehr aus der Bahn gerissen. Ja, ich habe anfänglich auch nicht gerade das Fundament für eine gewisse "Sicherheit" bei dem Thema geliefert (ich meine, man kann sich ja ausrechnen, ich bin 23 und ich habe zwar keine Angst, etwas zu verpassen oder so, aber ich war mir einfach noch unsicher, wo mich meine anderen Lebensträume, Ziele und Wünsche hinführen, und, wie gesagt, nach der letzten, eher unschönen Trennung aus einer intensiven Beziehung hatte ich das Thema für mich auch erst einmal abgehakt).
Aber ich war so perplex, weil ich damit nicht wirklich gerechnet habe. Und ich muss zugeben, gerade jetzt habe ich angefangen, mich tendenziell doch mit dem Gedanken anzufreunden, irgendwann mal eigene Kinder (mit ihm vorzugsweise) zu haben. Nicht jetzt sofort, aber ich hätte es mir in vielleicht so 5 Jahren schon vorstellen können, wenn die Beziehung weiter so eine Stabilität bewahren würde und wenn wir die finanzielle Sicherheit miteinander geteilt hätten (und eben auch länger als nur ein paar Tage einen gemeinsamen Haushalt zu führen). 
Dass er mit fast 40 nicht zum ersten Mal Vater werden wollen würde habe ich auch verstanden. Und ich respektiere seine Entscheidung, ich möchte ihn zu keiner Entscheidung zwingen, die er im schlimmsten Fall einmal bereuen sollte (ich weiß, wie es ist, in einer Familie aufzuwachsen, in der ein Elternteil einen nicht will). Aber mich hat das ziemlich mitgenommen. 

Ich habe dann versucht, unter Tränen (was nicht ganz so intelligent war, schätze ich), dass das ein potenzielles Ende der Beziehung bedeuten könnte. Nicht, dass ich sofort einen Schlussstrich ziehen will. Aber bei dem Thema gibt es doch keine Kompromisse, oder? Ich habe gemeint, dass ich seine Entscheidung, wie gesagt, respektiere, aber er auch wenigstens verstehen sollte, dass bei mir als Frau, einfach irgendwann die biologische Uhr das Ticken anfängt und ich nicht in ein paar Jahren noch einmal gänzlich bei Null anfangen möchte, weil ich Kinder will und er nicht. 
Ich habe das Gefühl, er versteht das nicht so ganz, was ich ihm damit vermitteln möchte. Er meinte dann vorhin, als wir das Thema noch einmal aufgegriffen haben, dass er es sich vorstellen könnte, wenn ich ein Kind von jemand anderem hätte oder eine mögliche Adoption. Ersteres käme für mich aber eben einfach nicht in Frage, letzteres würde aufgrund meiner von Therapie begleiteter Krankheitsgeschichte entweder Jahre dauern oder gar nicht erst möglich sein. 
Ich habe mich nicht von ihm getrennt oder so. Ich meine, vielleicht kann ich den Gedanken ignorieren / ausblenden / er verschwindet (auf wundersame Weise, so wie er gekommen ist) wieder oder was weiß ich. Aber ich hätte Angst, dass ich es entweder irgendwann einmal bereue, keine eigenen Kinder in die Welt gesetzt zu haben oder dass ich es ihm irgendwann zum Vorwurf machen würde, dass ich ihm zuliebe auf etwas verzichtet habe, was ich gerne gehabt hätte.

Erging es jemandem von euch auch schon einmal so? Oder hat jemand vielleicht Tipps, wie ich damit umgehen könnte? Wie gsagt, ich war in den Anfängen unserer Beziehung auch nicht das Fundament, das voller Überzeugung hatte sagen können "Ich will Kinder, wenn du keine willst, dann passt das mit uns nicht". Der Gedanke hat sich erst mit der Zeit entwickelt, je länger ich mit ihm einfach schon zusammen gewesen bin (und natürlich immer noch bin). Seine - für mich sehr überraschende, plötzliche - Ablehnung betrifft mich gerade jedoch sehr. 

Liebe Grüße und gute Nacht.
Danke für's Lesen. Es ist etwas sehr viel länger geworden, als ich dachte. Aber ich hoffe, ich habe ausreichend Informationen aus meiner Sicht präsentieren können, dass ihr euch ein grobes Bild schaffen könnt. 

Hey 

Ich kann dein Gefühlschaos verstehen. 
Ich denke du hast einfach angst den topf komplett zu verschließen. 
Mir geht's ähnlich. Allerdings habe ich schon ein kind. Bei mir geht es also um ein zweites. 
Mein Mann ist ähnlich hin und her gerissen. Vor mir wollte er nie kinder. Dann konnte er sich das mit mir doch vorstellen, aber nur mit mir. Wir haben es auch eine Zeitlang versucht und ich war schwanger, habs aber verloren. Danach wollte ich selbst nicht mehr. Mir war es aber eben immer wichtig da nicht komplett abzuschließen. 

Du bist noch jung und hast noch kein kind. 

Vielleicht kannst du wenn dein Freund da ist nochmal in Ruhe mit ihm reden. 
Und versuche mal in dich hinein zu horchen ob du ein kind möchtest oder ob es doch nur panik ist das zu verpassen

Ganz liebe Grüße 

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hardy
hardy
15.08.22 um 11:45

Dein Gefühlschaos und deine Ängste sind absolut verständlich und auch die Emotionen, welche du dabei hast.

Als dein Freund mit der Vasektomie um die Ecke gekommen ist und schon einen Termin hatte, das finde ich einen starken Tobak. Klar ist es sein Körper, aber solche Themen spricht man zuerst mit seinem Partner durch. Das Thema hab ich mit meiner Frau auch schon diskutiert, als wir unser zweites Kind hatten und klar war, dass wir keinen weiteren Nachwuchs haben wollen. Verhütet haben wir nur mit Condom, da sie die Hormone nicht wirklich gut vertragen hat und ich es pragmatisch empfand, dass wir keine Gummies mehr kaufen und dann darauf achten müssten. Sie hat es vehement abgelehnt, denn es ist ja auch ein Chriurgischer Eingriff, der nicht sein muss etc. Somit haben wir es sein lassen. Das ist, wie gesagt, eine Entscheidung, welche man nicht für sich allein trifft.

Dann seine Entscheidung nach einer 30tägigen Fahrradtour - das sind Momentaufnahmen in meinen Augen.
Du bist 23, er 33 - das ist wahrlich kein Alter, wo man schon Torschlusspanik bekommen müsste und wer weiß, wie er die Geschichte in 5 Jahren sieht. Bis dahin fließt noch viel Wasser den Bach entlang.

Auch du musst diese Aussage nicht all zu endgültig nehmen, denn auch du hast deine Meinungen schon geändert, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Völlig legitim.

Allerdings musst du dir überlegen, wenn für dich der Zeitpunkt kommt, an dem du sagst, "ja, ich möchte eigenen Nachwuchs" und er sich das zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen kann, ob du wegen dieser Beziehung darauf verzichten kannst oder möchtest.

Fazit: Nimm solche Aussagen nicht für endgültig, bleibt in der Kommunikation, dass du dir z.B. Nachwuchs schon noch vorstellen kannst, allerdings vielleicht mit Ende 20. Ihr dürft das Thema nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, falls doch noch Wünsche oder Bedürfnisse entstehen, damit man dann darüber sprechen und Entscheidungen fällen kann.

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H
holzmichel
15.08.22 um 12:29

Hi,

Ansichten und Einstellungen ändern sich in Laufe der Zeit sowas ist ganz normal.
Ich finde das es dein gutes Recht ist deine Meinung bezüglich der Kinderplanung nochmal zu überdenken.
Dein Gefühlschaos ist völlig verständlich, denn solltet ihr keinen gemeinsamen weg finden, dann wirst du dich trennen müssen.

Leider habt ihr euch in eine komplett andere Richtung entwickelt, wenn ihr nicht übereinkommt indem der mit der Vasektomie waret und seine Meinung bezüglich der Kinder überdenkt und/oder ihr das Thema Adoption oder ein anderer Vater(es gibt ja auch Samenbanken) in Betracht ziehen könnt, dann wirst du dich trennen müssen. Wie du richtig schreibst, dabei gibt`s keien Kompromisse.
Kann er sich denn vorstellen ein Kind mit dir aufzuziehen, wenn es nicht seines ist?
Das er mit 40 zu alt für ein Kind ist sehe ich überhaupt nicht, dass fällt erher in die Kategorie faule Ausrede.
Wichtig ist das ihr offen daüber redet und wenn ihr nicht überein kommt, die richtigen Schritte geht.
Da gibt es dann auch keine Schuldigen oder Unschuldigen, es ist wie es ist.

Alles Gute euch.
 

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M
mara071234
15.08.22 um 18:46

Fühl dich erstmal gedrückt. Der Wunsch nach Kindern kann sich auch als Mann noch mal ändern. Mein Mann wollte ursprünglich auch keine Kinder und wir haben mittlerweile zwei. 

Dein Freund macht sich gerade viele Gedanken. Der Klimawandel, die politische Situation lassen mich auch manchmal denken, dass es doch sehr egoistisch war Kinder zu dieser Zeit in diese Welt zu setzen. Denke aber das sind sehr rationale Gründe und der Wunsch nach einem Kind ist dann doch eher emotional oder biologischer Natur. Irgendwann entsteht dann wirklich der Wunsch nach einem Kind oder nicht und dann sind die rationalen Geünde gegen ein Kind ziemlich machtlos. 

ihr habt beide noch viel Zeit und seit auch noch nicht so lang zusammen. Lasst euch doch einfach etwas Zeit. Für jetzt würde es doch reichen keine Vasektomie zu machen und dann in 1-2 Jahren nochmal das Gespräch zu dem Thema zu suchen. Dann bliebe auch noch immer genug Zeit für ein Kind.

Ich verstehe, dass du gern jetzt Gewissheit haben würdest und auch nicht später nochmal von vorne anfangen willst. Aber die gibt es leider nicht. Und noch bleiben dir doch auch viele Jahre Zeit. 
 

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R
roryrogers
18.08.22 um 21:21

Hallo ihr Lieben,

ich habe es noch nicht so ganz heraus, wie ich jedem einzeln antworte und da ich mich dann vermutlich sowieso sehr oft wiederholen würde, was ich schreibe, fasse ich es in einer "Antwort" zusammen. Ich hoffe, niemand von euch nimmt es mir übel oder ist böse auf mich. 

Erstmal: Vielen, vielen lieben Dank für eure ganzen so lieben und auch hilfreichen Antworten. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich das offen kommunizieren kann, ohne verurteilt zu werden. Euer Verständnis mir gegenüber bedeutet mir wirklich viel. Danke. Wirklich von Herzen.
Was genau ich jetzt damit meine, möchte ich gleich in meiner sehr sehr langen Antwort verfassen. 

Ja, im Moment könnte man es als eine Emotion titulieren, die mich verfolgt. In meinem Umfeld ist das Thema "Kinder kriegen / haben" wesentlich präsenter als bei ihm. Im April bin ich noch einmal Cousine geworden und auch meine große Schwester plant demnächst mit ihrem Freund den nächsten Schritt. Von meinen Freund*innen will ich gar nicht erst anfangen. Manche haben schon Kinder, seit sie 16 sind oder manche empfinden mein Alter einfach schon als zu "alt" für das erste Kind (gerade die Mädels aus meiner Ausbildungsklasse finden, ich wäre einfach zu alt). Na ja, und meine Mutter, selbst Familienhelferin, redet auch schon seit einiger Zeit davon. Jetzt nicht direkt auf mich bezogen, aber dieses "Wenn ich dann mal Enkel habe" oder "Das können wir doch mal für meine Enkelkinder aufheben" fällt auch immer häufiger. 

Bei seiner Familie ist es so, dass die in einem anderen Bundesland lebt. Wir waren Ende letzten Jahres auf der Taufe seiner Nichte dort, er hat sich schon sehr unwohl gefühlt, als sein kleiner Bruder ihm das Baby in die Hand drücken wollte. Das ist mir jetzt gerade erst gekommen, vielleicht hätte ich darauf schon früher achten sollen. Er hat auf Anmerkungen seiner Großeltern auch immer recht ausweichend reagiert. 

Wir hatten gestern noch einmal darüber gesprochen. Ich habe ihm wohl etwas zu viel von meinem Cousin vorgeschwärmt, den ich gestern kennen lernen durfte und der mich als einziges, für ihn "neues" Familienmitglied, wirklich angelacht hat. (Meine Großfamilie kommt ebenfalls aus einem anderen Bundesland und die Familie der Kindsmutter stellt sich bei uns etwas quer, deswegen erst das späte Kennenlernen) Er hat sich für mich gefreut, aber ich wusste irgendwie, dass er damit nicht wirklich etwas anfangen konnte. Es hat mir im Nachhinein auch leid getan, dass er sich das einen halben Abend lang gefühlt anhören musste. 
Es kam dann allerdings auch heraus, dass er sich wieder einen Termin für eine Vasektomie geben lassen wird. Er hatte erst keinen Grund darin gesehen, diesen Eingriff vornehmen zu wollen, aber gestern meinte er, dass er es auf jeden Fall machen lassen würde. Ob dieses Jahr noch oder erst nächstes, weiß ich nicht genau. Aber seine Entscheidung steht diesbezüglich fest und er meinte auch, er würde seine Meinung da nicht mehr ändern. 
Es kam endlich für mich auch etwas verständlicher herüber ... er hatte Familie haben und Kinder kriegen anscheinend schon immer eher als Zwang der Gesellschaft betrachtet und ihm hatte das auch in seiner vorherigen Beziehung nie wirklich behagt, sich mit so einem Gedanken einmal anfreunden zu müssen. Und gerade die Entwicklung der letzten Jahre habe ihm wohl gezeigt, dass er das nicht möchte. Bezüglich des Eingriffs wird er mich auf dem Laufenden halten und ich habe auch angeboten, ihn zu begleiten. Ein klarerer Gedanke ist mir einfach in dem Moment nicht gekommen und bisher ist er auch noch ausgeblieben. 

Was mir etwas gefehlt hat, war einfach nur der Punkt, dass er das nicht schon viel eher kommuniziert hat. Aber darauf meinte er nur, dass er dann Angst gehabt hätte, dass ich mich gleich gegen eine Beziehung entschieden hätte. (Allgemein ist er in letzter Zeit alles andere als gesprächig, meist bin ich - was für mich auch nicht üblich ist - die führende Hand in Unterhaltungen und wenn ich etwas ... geklärt haben will, lässt er mich reden, aber schweigt dann ... und dann sind die Diskussionen für ihn auch schon geklärt und ich tappe weiter im Dunklen. Aber selbst, wenn ich das frage, meint er, dass er mir doch am meisten vertraut, er hat halt nur nicht mehr zu sagen)

Was bei mir allerdings noch nicht so ganz angekommen ist (ich verstehe es wirklich von der Logik her nicht, wenn es mir hier jemand erklären könnte, wäre ich euch wirklich wirklich dankbar), ist eine andere Aussage von ihm. Wenn ich Kinder von jemand anderem hätte, käme er damit klar. Er würde auch bei mir bleiben. Aber das Kind wäre ja dann trptzdem da und vor allem auch trotzdem bei ihm? Also, versteht ihr, was ich meine? Was würde dann den Unterschied machen, ob er sich daran beteiligen würde oder jemand anderes? Bin ich vielleicht etwas zu eingeschränkt im Denken, um das zu verstehen?

Was mich betrifft. Ich könnte jetzt meine ganze Pro - und Kontraliste aufschreiben. Ja, ich weiß, wenn man sich wirklich sicher wäre, ob man mal Kinder haben will oder nicht, dann wären solche Listen irrelevant. Aber ich bin ein ziemlicher Listenmensch, ohne geht bei mir einfach nicht. Aber ich meine, ich denke, jeder weiß so ungefähr, wie das aussehen könnte. 

Ich fühle mich auf der einen Seite unter Druck gesetzt, mich jetzt für irgendetwas entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite wüsste ich nicht einmal, ob ich die körperlichen, psychischen, finanziellen, was auch immer Voraussetzungen erfüllen könnte, um diesen Wunsch nachzugehen. Es ist ein ziemliches Hin und Her bei mir gerade. Ich sehe auf der einen Seite einfach noch meinen kleinen Cousin vor meinen Augen, wie er mich mit seinen süßen, großen, blauen Augen anlacht und meinen Finger überhaupt nicht mehr los lassen will. Und denke mir dann "Oh mein Gott, das will ich auch." Ich bin zudem die Patentante seines großen Bruders (wird diese Woche noch 5), arbeite öfters allein durch meinen Beruf mit Kindern und wie gesagt, auch meine Mama ist Familienhelferin, weswegen ich damti auch öfters in Kontakt komme. Bisher hatte sich zumindest noch keiner beschwert, dass ich falsch mit den Kindern umgehe, die Kinder haben sich bis jetzt immer bei mir wohl gefühlt (zumindest deute ich es so, wenn mein Patenkind mich z.B. fast jeden Abend fragt, wann ich denn wieder komme)
Und auf der anderen Seite sehe ich eben auch etwas die Realität. Die Argumente meines Freundes, die Argumente, die auf gesundheitlicher Ebene einfach für sich sprechen. Und vielleicht auch einfach dieses "Wenn es nicht in mein Leben passen würde?" Ich habe es durch meinen Vater zu spüren bekommen, wie es ist, nicht geliebt zu werden, sondern eher wie ein Produkt ins Regal abgestellt zu werden. So etwas würde ich allein deswegen nicht wollen. 

Ja, irgendwie will ich mir die Option offen halten. Aber mir wurde die Entscheidung jetzt irgendwie abgenommen und ich bin mir noch nicht so ganz im Klaren, wie ich damit umgehen soll. 

Tut mir leid für die lange Nachricht. 
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend, danke fürs Lesen und bleibt gesund!
 

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H
holzmichel
19.08.22 um 8:14
In Antwort auf roryrogers

Hallo ihr Lieben,

ich habe es noch nicht so ganz heraus, wie ich jedem einzeln antworte und da ich mich dann vermutlich sowieso sehr oft wiederholen würde, was ich schreibe, fasse ich es in einer "Antwort" zusammen. Ich hoffe, niemand von euch nimmt es mir übel oder ist böse auf mich. 

Erstmal: Vielen, vielen lieben Dank für eure ganzen so lieben und auch hilfreichen Antworten. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich das offen kommunizieren kann, ohne verurteilt zu werden. Euer Verständnis mir gegenüber bedeutet mir wirklich viel. Danke. Wirklich von Herzen.
Was genau ich jetzt damit meine, möchte ich gleich in meiner sehr sehr langen Antwort verfassen. 

Ja, im Moment könnte man es als eine Emotion titulieren, die mich verfolgt. In meinem Umfeld ist das Thema "Kinder kriegen / haben" wesentlich präsenter als bei ihm. Im April bin ich noch einmal Cousine geworden und auch meine große Schwester plant demnächst mit ihrem Freund den nächsten Schritt. Von meinen Freund*innen will ich gar nicht erst anfangen. Manche haben schon Kinder, seit sie 16 sind oder manche empfinden mein Alter einfach schon als zu "alt" für das erste Kind (gerade die Mädels aus meiner Ausbildungsklasse finden, ich wäre einfach zu alt). Na ja, und meine Mutter, selbst Familienhelferin, redet auch schon seit einiger Zeit davon. Jetzt nicht direkt auf mich bezogen, aber dieses "Wenn ich dann mal Enkel habe" oder "Das können wir doch mal für meine Enkelkinder aufheben" fällt auch immer häufiger. 

Bei seiner Familie ist es so, dass die in einem anderen Bundesland lebt. Wir waren Ende letzten Jahres auf der Taufe seiner Nichte dort, er hat sich schon sehr unwohl gefühlt, als sein kleiner Bruder ihm das Baby in die Hand drücken wollte. Das ist mir jetzt gerade erst gekommen, vielleicht hätte ich darauf schon früher achten sollen. Er hat auf Anmerkungen seiner Großeltern auch immer recht ausweichend reagiert. 

Wir hatten gestern noch einmal darüber gesprochen. Ich habe ihm wohl etwas zu viel von meinem Cousin vorgeschwärmt, den ich gestern kennen lernen durfte und der mich als einziges, für ihn "neues" Familienmitglied, wirklich angelacht hat. (Meine Großfamilie kommt ebenfalls aus einem anderen Bundesland und die Familie der Kindsmutter stellt sich bei uns etwas quer, deswegen erst das späte Kennenlernen) Er hat sich für mich gefreut, aber ich wusste irgendwie, dass er damit nicht wirklich etwas anfangen konnte. Es hat mir im Nachhinein auch leid getan, dass er sich das einen halben Abend lang gefühlt anhören musste. 
Es kam dann allerdings auch heraus, dass er sich wieder einen Termin für eine Vasektomie geben lassen wird. Er hatte erst keinen Grund darin gesehen, diesen Eingriff vornehmen zu wollen, aber gestern meinte er, dass er es auf jeden Fall machen lassen würde. Ob dieses Jahr noch oder erst nächstes, weiß ich nicht genau. Aber seine Entscheidung steht diesbezüglich fest und er meinte auch, er würde seine Meinung da nicht mehr ändern. 
Es kam endlich für mich auch etwas verständlicher herüber ... er hatte Familie haben und Kinder kriegen anscheinend schon immer eher als Zwang der Gesellschaft betrachtet und ihm hatte das auch in seiner vorherigen Beziehung nie wirklich behagt, sich mit so einem Gedanken einmal anfreunden zu müssen. Und gerade die Entwicklung der letzten Jahre habe ihm wohl gezeigt, dass er das nicht möchte. Bezüglich des Eingriffs wird er mich auf dem Laufenden halten und ich habe auch angeboten, ihn zu begleiten. Ein klarerer Gedanke ist mir einfach in dem Moment nicht gekommen und bisher ist er auch noch ausgeblieben. 

Was mir etwas gefehlt hat, war einfach nur der Punkt, dass er das nicht schon viel eher kommuniziert hat. Aber darauf meinte er nur, dass er dann Angst gehabt hätte, dass ich mich gleich gegen eine Beziehung entschieden hätte. (Allgemein ist er in letzter Zeit alles andere als gesprächig, meist bin ich - was für mich auch nicht üblich ist - die führende Hand in Unterhaltungen und wenn ich etwas ... geklärt haben will, lässt er mich reden, aber schweigt dann ... und dann sind die Diskussionen für ihn auch schon geklärt und ich tappe weiter im Dunklen. Aber selbst, wenn ich das frage, meint er, dass er mir doch am meisten vertraut, er hat halt nur nicht mehr zu sagen)

Was bei mir allerdings noch nicht so ganz angekommen ist (ich verstehe es wirklich von der Logik her nicht, wenn es mir hier jemand erklären könnte, wäre ich euch wirklich wirklich dankbar), ist eine andere Aussage von ihm. Wenn ich Kinder von jemand anderem hätte, käme er damit klar. Er würde auch bei mir bleiben. Aber das Kind wäre ja dann trptzdem da und vor allem auch trotzdem bei ihm? Also, versteht ihr, was ich meine? Was würde dann den Unterschied machen, ob er sich daran beteiligen würde oder jemand anderes? Bin ich vielleicht etwas zu eingeschränkt im Denken, um das zu verstehen?

Was mich betrifft. Ich könnte jetzt meine ganze Pro - und Kontraliste aufschreiben. Ja, ich weiß, wenn man sich wirklich sicher wäre, ob man mal Kinder haben will oder nicht, dann wären solche Listen irrelevant. Aber ich bin ein ziemlicher Listenmensch, ohne geht bei mir einfach nicht. Aber ich meine, ich denke, jeder weiß so ungefähr, wie das aussehen könnte. 

Ich fühle mich auf der einen Seite unter Druck gesetzt, mich jetzt für irgendetwas entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite wüsste ich nicht einmal, ob ich die körperlichen, psychischen, finanziellen, was auch immer Voraussetzungen erfüllen könnte, um diesen Wunsch nachzugehen. Es ist ein ziemliches Hin und Her bei mir gerade. Ich sehe auf der einen Seite einfach noch meinen kleinen Cousin vor meinen Augen, wie er mich mit seinen süßen, großen, blauen Augen anlacht und meinen Finger überhaupt nicht mehr los lassen will. Und denke mir dann "Oh mein Gott, das will ich auch." Ich bin zudem die Patentante seines großen Bruders (wird diese Woche noch 5), arbeite öfters allein durch meinen Beruf mit Kindern und wie gesagt, auch meine Mama ist Familienhelferin, weswegen ich damti auch öfters in Kontakt komme. Bisher hatte sich zumindest noch keiner beschwert, dass ich falsch mit den Kindern umgehe, die Kinder haben sich bis jetzt immer bei mir wohl gefühlt (zumindest deute ich es so, wenn mein Patenkind mich z.B. fast jeden Abend fragt, wann ich denn wieder komme)
Und auf der anderen Seite sehe ich eben auch etwas die Realität. Die Argumente meines Freundes, die Argumente, die auf gesundheitlicher Ebene einfach für sich sprechen. Und vielleicht auch einfach dieses "Wenn es nicht in mein Leben passen würde?" Ich habe es durch meinen Vater zu spüren bekommen, wie es ist, nicht geliebt zu werden, sondern eher wie ein Produkt ins Regal abgestellt zu werden. So etwas würde ich allein deswegen nicht wollen. 

Ja, irgendwie will ich mir die Option offen halten. Aber mir wurde die Entscheidung jetzt irgendwie abgenommen und ich bin mir noch nicht so ganz im Klaren, wie ich damit umgehen soll. 

Tut mir leid für die lange Nachricht. 
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend, danke fürs Lesen und bleibt gesund!
 

Hast du dir mal überlegt das er vielleicht auch einfach nur Angst vor der Verantwortung eines Vaters hat?

Das würde auch die Duldung eines fremden Kindes erklären....

Ich glaube du wirst erst weiter kommen, wenn du für dich entschieden hast was du willst.

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user1503746138
19.08.22 um 8:15
In Antwort auf roryrogers

Hallo ihr Lieben,

ich habe es noch nicht so ganz heraus, wie ich jedem einzeln antworte und da ich mich dann vermutlich sowieso sehr oft wiederholen würde, was ich schreibe, fasse ich es in einer "Antwort" zusammen. Ich hoffe, niemand von euch nimmt es mir übel oder ist böse auf mich. 

Erstmal: Vielen, vielen lieben Dank für eure ganzen so lieben und auch hilfreichen Antworten. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich das offen kommunizieren kann, ohne verurteilt zu werden. Euer Verständnis mir gegenüber bedeutet mir wirklich viel. Danke. Wirklich von Herzen.
Was genau ich jetzt damit meine, möchte ich gleich in meiner sehr sehr langen Antwort verfassen. 

Ja, im Moment könnte man es als eine Emotion titulieren, die mich verfolgt. In meinem Umfeld ist das Thema "Kinder kriegen / haben" wesentlich präsenter als bei ihm. Im April bin ich noch einmal Cousine geworden und auch meine große Schwester plant demnächst mit ihrem Freund den nächsten Schritt. Von meinen Freund*innen will ich gar nicht erst anfangen. Manche haben schon Kinder, seit sie 16 sind oder manche empfinden mein Alter einfach schon als zu "alt" für das erste Kind (gerade die Mädels aus meiner Ausbildungsklasse finden, ich wäre einfach zu alt). Na ja, und meine Mutter, selbst Familienhelferin, redet auch schon seit einiger Zeit davon. Jetzt nicht direkt auf mich bezogen, aber dieses "Wenn ich dann mal Enkel habe" oder "Das können wir doch mal für meine Enkelkinder aufheben" fällt auch immer häufiger. 

Bei seiner Familie ist es so, dass die in einem anderen Bundesland lebt. Wir waren Ende letzten Jahres auf der Taufe seiner Nichte dort, er hat sich schon sehr unwohl gefühlt, als sein kleiner Bruder ihm das Baby in die Hand drücken wollte. Das ist mir jetzt gerade erst gekommen, vielleicht hätte ich darauf schon früher achten sollen. Er hat auf Anmerkungen seiner Großeltern auch immer recht ausweichend reagiert. 

Wir hatten gestern noch einmal darüber gesprochen. Ich habe ihm wohl etwas zu viel von meinem Cousin vorgeschwärmt, den ich gestern kennen lernen durfte und der mich als einziges, für ihn "neues" Familienmitglied, wirklich angelacht hat. (Meine Großfamilie kommt ebenfalls aus einem anderen Bundesland und die Familie der Kindsmutter stellt sich bei uns etwas quer, deswegen erst das späte Kennenlernen) Er hat sich für mich gefreut, aber ich wusste irgendwie, dass er damit nicht wirklich etwas anfangen konnte. Es hat mir im Nachhinein auch leid getan, dass er sich das einen halben Abend lang gefühlt anhören musste. 
Es kam dann allerdings auch heraus, dass er sich wieder einen Termin für eine Vasektomie geben lassen wird. Er hatte erst keinen Grund darin gesehen, diesen Eingriff vornehmen zu wollen, aber gestern meinte er, dass er es auf jeden Fall machen lassen würde. Ob dieses Jahr noch oder erst nächstes, weiß ich nicht genau. Aber seine Entscheidung steht diesbezüglich fest und er meinte auch, er würde seine Meinung da nicht mehr ändern. 
Es kam endlich für mich auch etwas verständlicher herüber ... er hatte Familie haben und Kinder kriegen anscheinend schon immer eher als Zwang der Gesellschaft betrachtet und ihm hatte das auch in seiner vorherigen Beziehung nie wirklich behagt, sich mit so einem Gedanken einmal anfreunden zu müssen. Und gerade die Entwicklung der letzten Jahre habe ihm wohl gezeigt, dass er das nicht möchte. Bezüglich des Eingriffs wird er mich auf dem Laufenden halten und ich habe auch angeboten, ihn zu begleiten. Ein klarerer Gedanke ist mir einfach in dem Moment nicht gekommen und bisher ist er auch noch ausgeblieben. 

Was mir etwas gefehlt hat, war einfach nur der Punkt, dass er das nicht schon viel eher kommuniziert hat. Aber darauf meinte er nur, dass er dann Angst gehabt hätte, dass ich mich gleich gegen eine Beziehung entschieden hätte. (Allgemein ist er in letzter Zeit alles andere als gesprächig, meist bin ich - was für mich auch nicht üblich ist - die führende Hand in Unterhaltungen und wenn ich etwas ... geklärt haben will, lässt er mich reden, aber schweigt dann ... und dann sind die Diskussionen für ihn auch schon geklärt und ich tappe weiter im Dunklen. Aber selbst, wenn ich das frage, meint er, dass er mir doch am meisten vertraut, er hat halt nur nicht mehr zu sagen)

Was bei mir allerdings noch nicht so ganz angekommen ist (ich verstehe es wirklich von der Logik her nicht, wenn es mir hier jemand erklären könnte, wäre ich euch wirklich wirklich dankbar), ist eine andere Aussage von ihm. Wenn ich Kinder von jemand anderem hätte, käme er damit klar. Er würde auch bei mir bleiben. Aber das Kind wäre ja dann trptzdem da und vor allem auch trotzdem bei ihm? Also, versteht ihr, was ich meine? Was würde dann den Unterschied machen, ob er sich daran beteiligen würde oder jemand anderes? Bin ich vielleicht etwas zu eingeschränkt im Denken, um das zu verstehen?

Was mich betrifft. Ich könnte jetzt meine ganze Pro - und Kontraliste aufschreiben. Ja, ich weiß, wenn man sich wirklich sicher wäre, ob man mal Kinder haben will oder nicht, dann wären solche Listen irrelevant. Aber ich bin ein ziemlicher Listenmensch, ohne geht bei mir einfach nicht. Aber ich meine, ich denke, jeder weiß so ungefähr, wie das aussehen könnte. 

Ich fühle mich auf der einen Seite unter Druck gesetzt, mich jetzt für irgendetwas entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite wüsste ich nicht einmal, ob ich die körperlichen, psychischen, finanziellen, was auch immer Voraussetzungen erfüllen könnte, um diesen Wunsch nachzugehen. Es ist ein ziemliches Hin und Her bei mir gerade. Ich sehe auf der einen Seite einfach noch meinen kleinen Cousin vor meinen Augen, wie er mich mit seinen süßen, großen, blauen Augen anlacht und meinen Finger überhaupt nicht mehr los lassen will. Und denke mir dann "Oh mein Gott, das will ich auch." Ich bin zudem die Patentante seines großen Bruders (wird diese Woche noch 5), arbeite öfters allein durch meinen Beruf mit Kindern und wie gesagt, auch meine Mama ist Familienhelferin, weswegen ich damti auch öfters in Kontakt komme. Bisher hatte sich zumindest noch keiner beschwert, dass ich falsch mit den Kindern umgehe, die Kinder haben sich bis jetzt immer bei mir wohl gefühlt (zumindest deute ich es so, wenn mein Patenkind mich z.B. fast jeden Abend fragt, wann ich denn wieder komme)
Und auf der anderen Seite sehe ich eben auch etwas die Realität. Die Argumente meines Freundes, die Argumente, die auf gesundheitlicher Ebene einfach für sich sprechen. Und vielleicht auch einfach dieses "Wenn es nicht in mein Leben passen würde?" Ich habe es durch meinen Vater zu spüren bekommen, wie es ist, nicht geliebt zu werden, sondern eher wie ein Produkt ins Regal abgestellt zu werden. So etwas würde ich allein deswegen nicht wollen. 

Ja, irgendwie will ich mir die Option offen halten. Aber mir wurde die Entscheidung jetzt irgendwie abgenommen und ich bin mir noch nicht so ganz im Klaren, wie ich damit umgehen soll. 

Tut mir leid für die lange Nachricht. 
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend, danke fürs Lesen und bleibt gesund!
 

Puhhh 
was der Unterschied ist, wenn ein anderer Mann der vater ist... 
Es ist nicht sein kind. Nicht seine Verantwortung. Er muss sich nicht kümmern oder zahlen, das tut ja ein anderer. und er kann einfach gehen wenn er keine Lust mehr hat. 

Die aussage von deinem freund jetzt finde ich schon sehr unverschämt. Also hat er dich anfangs mit Absicht im dunkeln gelassen um dich anzulocken und jetzt will er dir jede chance nehmen um kinder zu bekommen. Zumindest mit ihm. 

Ich glaube da würde ich mir nochmal ganz doll Gedanken machen ob er mich da jetzt mit meinem Kinderwunsch beeinflusst. 
Überleg mal ob du mit einem anderen partner der sich kinder wünscht mit dir,  genau so denken würdest!? Oder ob du dann nicht viel doller diesen Wunsch hättest. 
Und dann handle nach deinen Wünschen. 
alles gute für dich 

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hardy
hardy
19.08.22 um 10:31
In Antwort auf roryrogers

Hallo ihr Lieben,

ich habe es noch nicht so ganz heraus, wie ich jedem einzeln antworte und da ich mich dann vermutlich sowieso sehr oft wiederholen würde, was ich schreibe, fasse ich es in einer "Antwort" zusammen. Ich hoffe, niemand von euch nimmt es mir übel oder ist böse auf mich. 

Erstmal: Vielen, vielen lieben Dank für eure ganzen so lieben und auch hilfreichen Antworten. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich das offen kommunizieren kann, ohne verurteilt zu werden. Euer Verständnis mir gegenüber bedeutet mir wirklich viel. Danke. Wirklich von Herzen.
Was genau ich jetzt damit meine, möchte ich gleich in meiner sehr sehr langen Antwort verfassen. 

Ja, im Moment könnte man es als eine Emotion titulieren, die mich verfolgt. In meinem Umfeld ist das Thema "Kinder kriegen / haben" wesentlich präsenter als bei ihm. Im April bin ich noch einmal Cousine geworden und auch meine große Schwester plant demnächst mit ihrem Freund den nächsten Schritt. Von meinen Freund*innen will ich gar nicht erst anfangen. Manche haben schon Kinder, seit sie 16 sind oder manche empfinden mein Alter einfach schon als zu "alt" für das erste Kind (gerade die Mädels aus meiner Ausbildungsklasse finden, ich wäre einfach zu alt). Na ja, und meine Mutter, selbst Familienhelferin, redet auch schon seit einiger Zeit davon. Jetzt nicht direkt auf mich bezogen, aber dieses "Wenn ich dann mal Enkel habe" oder "Das können wir doch mal für meine Enkelkinder aufheben" fällt auch immer häufiger. 

Bei seiner Familie ist es so, dass die in einem anderen Bundesland lebt. Wir waren Ende letzten Jahres auf der Taufe seiner Nichte dort, er hat sich schon sehr unwohl gefühlt, als sein kleiner Bruder ihm das Baby in die Hand drücken wollte. Das ist mir jetzt gerade erst gekommen, vielleicht hätte ich darauf schon früher achten sollen. Er hat auf Anmerkungen seiner Großeltern auch immer recht ausweichend reagiert. 

Wir hatten gestern noch einmal darüber gesprochen. Ich habe ihm wohl etwas zu viel von meinem Cousin vorgeschwärmt, den ich gestern kennen lernen durfte und der mich als einziges, für ihn "neues" Familienmitglied, wirklich angelacht hat. (Meine Großfamilie kommt ebenfalls aus einem anderen Bundesland und die Familie der Kindsmutter stellt sich bei uns etwas quer, deswegen erst das späte Kennenlernen) Er hat sich für mich gefreut, aber ich wusste irgendwie, dass er damit nicht wirklich etwas anfangen konnte. Es hat mir im Nachhinein auch leid getan, dass er sich das einen halben Abend lang gefühlt anhören musste. 
Es kam dann allerdings auch heraus, dass er sich wieder einen Termin für eine Vasektomie geben lassen wird. Er hatte erst keinen Grund darin gesehen, diesen Eingriff vornehmen zu wollen, aber gestern meinte er, dass er es auf jeden Fall machen lassen würde. Ob dieses Jahr noch oder erst nächstes, weiß ich nicht genau. Aber seine Entscheidung steht diesbezüglich fest und er meinte auch, er würde seine Meinung da nicht mehr ändern. 
Es kam endlich für mich auch etwas verständlicher herüber ... er hatte Familie haben und Kinder kriegen anscheinend schon immer eher als Zwang der Gesellschaft betrachtet und ihm hatte das auch in seiner vorherigen Beziehung nie wirklich behagt, sich mit so einem Gedanken einmal anfreunden zu müssen. Und gerade die Entwicklung der letzten Jahre habe ihm wohl gezeigt, dass er das nicht möchte. Bezüglich des Eingriffs wird er mich auf dem Laufenden halten und ich habe auch angeboten, ihn zu begleiten. Ein klarerer Gedanke ist mir einfach in dem Moment nicht gekommen und bisher ist er auch noch ausgeblieben. 

Was mir etwas gefehlt hat, war einfach nur der Punkt, dass er das nicht schon viel eher kommuniziert hat. Aber darauf meinte er nur, dass er dann Angst gehabt hätte, dass ich mich gleich gegen eine Beziehung entschieden hätte. (Allgemein ist er in letzter Zeit alles andere als gesprächig, meist bin ich - was für mich auch nicht üblich ist - die führende Hand in Unterhaltungen und wenn ich etwas ... geklärt haben will, lässt er mich reden, aber schweigt dann ... und dann sind die Diskussionen für ihn auch schon geklärt und ich tappe weiter im Dunklen. Aber selbst, wenn ich das frage, meint er, dass er mir doch am meisten vertraut, er hat halt nur nicht mehr zu sagen)

Was bei mir allerdings noch nicht so ganz angekommen ist (ich verstehe es wirklich von der Logik her nicht, wenn es mir hier jemand erklären könnte, wäre ich euch wirklich wirklich dankbar), ist eine andere Aussage von ihm. Wenn ich Kinder von jemand anderem hätte, käme er damit klar. Er würde auch bei mir bleiben. Aber das Kind wäre ja dann trptzdem da und vor allem auch trotzdem bei ihm? Also, versteht ihr, was ich meine? Was würde dann den Unterschied machen, ob er sich daran beteiligen würde oder jemand anderes? Bin ich vielleicht etwas zu eingeschränkt im Denken, um das zu verstehen?

Was mich betrifft. Ich könnte jetzt meine ganze Pro - und Kontraliste aufschreiben. Ja, ich weiß, wenn man sich wirklich sicher wäre, ob man mal Kinder haben will oder nicht, dann wären solche Listen irrelevant. Aber ich bin ein ziemlicher Listenmensch, ohne geht bei mir einfach nicht. Aber ich meine, ich denke, jeder weiß so ungefähr, wie das aussehen könnte. 

Ich fühle mich auf der einen Seite unter Druck gesetzt, mich jetzt für irgendetwas entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite wüsste ich nicht einmal, ob ich die körperlichen, psychischen, finanziellen, was auch immer Voraussetzungen erfüllen könnte, um diesen Wunsch nachzugehen. Es ist ein ziemliches Hin und Her bei mir gerade. Ich sehe auf der einen Seite einfach noch meinen kleinen Cousin vor meinen Augen, wie er mich mit seinen süßen, großen, blauen Augen anlacht und meinen Finger überhaupt nicht mehr los lassen will. Und denke mir dann "Oh mein Gott, das will ich auch." Ich bin zudem die Patentante seines großen Bruders (wird diese Woche noch 5), arbeite öfters allein durch meinen Beruf mit Kindern und wie gesagt, auch meine Mama ist Familienhelferin, weswegen ich damti auch öfters in Kontakt komme. Bisher hatte sich zumindest noch keiner beschwert, dass ich falsch mit den Kindern umgehe, die Kinder haben sich bis jetzt immer bei mir wohl gefühlt (zumindest deute ich es so, wenn mein Patenkind mich z.B. fast jeden Abend fragt, wann ich denn wieder komme)
Und auf der anderen Seite sehe ich eben auch etwas die Realität. Die Argumente meines Freundes, die Argumente, die auf gesundheitlicher Ebene einfach für sich sprechen. Und vielleicht auch einfach dieses "Wenn es nicht in mein Leben passen würde?" Ich habe es durch meinen Vater zu spüren bekommen, wie es ist, nicht geliebt zu werden, sondern eher wie ein Produkt ins Regal abgestellt zu werden. So etwas würde ich allein deswegen nicht wollen. 

Ja, irgendwie will ich mir die Option offen halten. Aber mir wurde die Entscheidung jetzt irgendwie abgenommen und ich bin mir noch nicht so ganz im Klaren, wie ich damit umgehen soll. 

Tut mir leid für die lange Nachricht. 
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend, danke fürs Lesen und bleibt gesund!
 

In eurem Alter schon so eine Entscheidung zu treffen, dein Freund will wirklich eine Kinder. Ich finde es aber nicht gut, dass er das mit dir nicht beredet, aus Angst, dass du dann die Beziehung nicht möchtest.
Ja, das wäre deine Entscheidungsmöglichkeit, welche er dir nimmt. Was für ein Partner ist das denn?

Dann sein aktuelles Kommunikationsverhalten, dieses verschlossene und nichtssagende - das wird für eure Beziehung Gift sein, wenn er sich dann von dir übergangen fühlt, nur weil er seine Wünsche oder Gedanken nicht äußert.

Ist das wirklich eine Basis auf der ihr eine Beziehung aufbauen wollt?
Möchtest du dir jetzt schon das Thema Kinder verschließen lassen? Okay, ein Freund von mir hat seine Vasektomie rückgängig machen lassen, weil seine neue Beziehung Kinder haben wollte und es hat auch funktioniert - aber das ist nicht garantiert, dass es so funktioniert.

Ich finde, er sollte sich diesen Schritt ganz genau überlegen, bevor er sich selbst das Leben versaut und - das ist das wichtigste - er sollte dieses mit dir diskutieren und nicht dich vor vollendete Tatsachen stellen.
 

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A
aradia666
19.08.22 um 12:49

Hey, 
ich persönlich finde die Situation allgemein etwas schwierig.
Also, ich würde jetzt gar nicht mal wirklich auf das Kinderthema eingehen, sondern ich habe vielmehr herausgelesen, dass da ein massives Kommunikationsproblem zwischen euch beiden existiert. Wie du in deiner letzten Nachricht angesprochen hast, redet er nicht wirklich mit dir und du hast keinen wirklichen Einblick in seine Gefühlslage. Ist das überhaupt eine gesunde Basis für eine Beziehung? Darf ich mal ganz blöd fragen, wie das dann ist, wenn ihr doch mal diskutieren würdet? War das schon immer ein Problem bei euch oder hast du das erst jetzt mit der Zeit festgestellt? 

Zum eigentlichen Thema: Sicher, dass du da zurückstecken willst? Ich persönlich bin zwar nicht an dem Punkt, an dem ich mich mit diesem Thema befassen kann oder möchte. Aber ich denke, dass das dann wirklich immer Thema zwischen euch sein könnte, wenn du dich jetzt fügen willst. Es ist ja nichts, worin man Kompromisse schließen kann und ihr seid einfach beide in einem Alter, in dem der Zug potenziell noch nicht abgefahren wäre. Denkst du, dass das eine langjährige Beziehung aushalten würde?  Ich kenne dich auch nicht persönlich, aber ich stelle mir das wirklich schwierig vor, auf so etwas zu verzichten, nur um beim Partner zu bleiben. Wenn er dich irgendwann verlassen würde, wie wäre es denn dann für dich? Also, das muss nicht sein, ich wünsche es mir auch nicht für euch, aber wenn ihr feststellt, irgendwann vielleicht, dass ihr doch nicht so gut zueinander passt, das Thema für dich doch einmal entscheidend wird, oder er vielleicht doch welche wollen würde? 

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L
leoniehb
19.08.22 um 13:40

Ich finde gut, dass dein Freund so offen und fair kommuniziert und dir anbietet, dass kind mit einem anderen mann zu bekommen.

Eine frau sollte niemals den kinderwunsch wegen einer beziehung hinten anstellen, Männer kommen und gehen.

85% der leute, die heute heiraten, lassen sich irgendwann scheiden.

Such dir einen mann mit guten genen und viel bildung und setze das thema gezielt um.
Eine freundin von mir hat es genau so gemacht und ist sehr glücklich mit dem kind. Ihr Mann war nicht so offen, wie dein Freund, aber leider durch zu viel kiffen Impotent. Daher hatte sie keine Wahl.

kinder sind wichtiger als beziehungen!

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