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Plötzlich will ich das alles nicht mehr...

14. März 2010 um 22:21 Letzte Antwort: 23. März 2010 um 10:04

Hallo Ihr Lieben,

mir gehts gerade so richtig schlecht und ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

Ich bin seit über 5 Jahren in einer Beziehung, von der ich bis vor ein paar Tagen noch gesagt hätte, dass ich niemals wieder jemand anderen haben möchte, dass er der perfekte Mann ist und dass Heiraten und Kinderkriegen mit ihm ne gute Idee wären. Ich wollte eine Zukunft mit ihm, will ich noch. Aber ich bin gerade sowas von durcheinander.

Vor ca 2 Wochen ist ein Mensch auf eine solch untypische und charmante Art und Weise in mein Leben getreten, dass er mich nicht mehr gehen lässt. Ich muss ununterbrochen an ihn denken. Ich möchte ihn kennen lernen und warte den ganzen Tag darauf, dass er sich wieder meldet. Und er bemüht sich so um mich. Gestern waren wir zusammen essen- es ist absolut nichts passiert, außer dass ich einen der schönsten Abende seit Jahren hatte. Mein Freund und ich führen zwangsweise seit 1 1/2 Jahren eine Fernbeziehung (ca 2 Std mit dem Zug) und bislang lief es soweit gut.

Vorhin haben wir telefoniert, ich wollte seine Stimme hören, mir wieder bewusst machen, dass er immer noch der einzige für mich ist. Als er davon sprach, dass die viele Arbeit ja als Grundlage für unser beider Zukunft dienen soll, damit wir mal eine Familie gründen können und er das auch für mich macht, hätte ich mich beinahe übergeben. Mich überkam eine solche Panik, sowas hatte ich noch nie. Und jetzt könnte ich ununterbrochen heulen. Der neue Typ ist mir wurscht, ich bin ein bißchen verknallt, das ist alles. Das Schlimmste hier ist, dass ich nicht weiß, wie ich ihm sagen soll, dass ich einen Freund habe- und deswegen hab ich ein ziemlich schlechtes Gewissen. Aber das bekomme ich schon hin. Viel wichtiger ist mir ja was zwischen mir und meinem völlig ahnungslosen Freund passiert ist. Auf einmal will ich weder heiraten noch Kinder, ich hab das Gefühl, er würde mir damit mein Leben stehlen, ich könnte gerade völlig hysterisch werden. Ich hab keine Ahnung was los ist- dazu kommen der gesamte Freundeskreis, meine Familie wo jeder sagt, dass wir das perfekte Paar sind, meine Mutter, die mir sagt, dass er der beste Mann für eine gute Zunkuft ist. Im Moment würde ich mir am liebsten diesen anderen Kerl schanppen und durchbrennen.
Ich liebe meinen Freund. Das ist aber im Moment auch alles, was ich weiß.
Hat irgendjemand ein paar hilfreiche Worte für mich? Ich kann mit meinen Freundinnen darüber nicht reden, weil sie mich um ihn beneiden. Beim letzten Versuch mit ihnen darüber zu reden, dass mein Freund und ich nix mehr machen und ich wenig Lust auf Sex habe, haben sie nur die Köpfe geschüttelt und am Ende hatte ich das Gefühl, dass das nur an mir liegen kann- er ist ja so perfekt. Ich habe nur Angst, dass ich jetzt in diesem Zustand dem andern, der eigentlich keine Rolle spielt, über dessen Freundlichkeit und Bemühen um mich ich mich einfach gefreut hätte, aber sonst nix, plötzlich eine doch größere Rolle spielt. Ein bißchen verknallt sein ist ja nicht so schlimm. Aber gerade eben hab ich Angst, dass das nicht so bleibt. Und das einfach nur, weil ich ganz plötzlich keine FamilieKinderHundundHausrünen- Beziehung zu meinem Freund haben will.
Ich wäre Euch wirklich dankbar für ein paar Zeilen.
Liebe Grüße

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14. März 2010 um 22:29

...
ich bin gerade 31 geworden- mein freund wird 30- der andere ist 40....

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14. März 2010 um 23:05

....

erst mal muss ich Dir was sagen: ich finde es so unglaublich süß und nett von Dir, dass Du Dir so einen Kopf machst- vielen Dank dafür. Du ahnst vielleicht wie wichtig das gerade für mich ist.

Austoben konnte ich mich genung und für meine Verhältnisse habe ich das wohl. Durchschnitt würd ich mal sagen )

Wie stecken beide bis über die Ohren in Arbeit- wir promovieren an unterschiedlichen Unis, ich hab kein Stipendium, gehe also nebenher am Flughafen arbeiten, im Schichtdienst. Das legt uns beide leider immer sehr fest.. Zumal das Finanzielle auch einen sehr engen Rahmen steckt.

Der Mann ist ein Kollege, Pilot und damit natürlich wie Du sagtest, schon fast ein Inbegriff von Freiheit und Grenzenlosigkeit- mein Freund fliegt nicht gern, obwohl ich Tickets sehr günstig bekommen kann.

Wir führen auch keine reine WE-Beziehung, weil ich oft am WE arbeiten muss. Dann komme ich unter der Woche vorbei, arbeite bei ihm am Schreibtisch (wenn überhaupt, kann bei ihm nicht konzentriert arbeiten, vor allem fehlt mir da natürlich auch immer noch ein Großteil meiner Bücher), er kommt abends vom Arbeiten aus dem Labor, ist totmüde, dann kocht er was, und am Ende sitzten wir im Wohnzimmer, mal schauen wir fern, mal lese ich noch und er bastelt oder spielt PC- dann gehen wir oft schon um 10 ins Bett, was ich zuhause seltener schaffe, außer zum Frühdienst natürlich.

Ich muss gestehen, dass wir beide unglaublich fantasielos sind, was unsere Freizeitgestaltung betrifft. Aber ich finds auch oft schwierig was zu finden, wozu wir kein Auto brauchen und nicht so viel Geld. Das klingt nicht nur nach Ausrede- es ist eine- aber ein bißchen von dem spielt da sicherlich mit.

Der Pilot ist so herrlich spontan, charmant, Gentleman durch und durch und findet mich toll. Das geht erst mal runter wie Öl. Ich hab mir sogar gewünscht, dass er mich nach dem Abendessen küssen würde, was er anständigerweise nicht getan hat. Und ich wäre gestorben vor lauter schlechtem Gewissen. So kann ich mir ja noch gutreden, dass ich nur essen war. Das mach ich mit anderen Männern auch- die kenne halt nur schon und die wollen auch nix von mir.

Ich hab einfach nur Angst,dass ich mir was vorgemacht habe. Kinder und Heiraten waren nie meine Dinger, ich fand das immer spießig und antiqiert. Bis er aufgetaucht ist und ich mir dachte, dieser Mann muss Kinder haben, weil diese Kinder gut behütet und unglaublich geliebt aufwachsen würden. Aber ich zweifle an meinen Talenten dahingehend.

Du hast Recht, wenn ich in mich gehe und mal genauer schaue, dann will ich mich nicht so festlegen. Hat man aber Kinder, dann finde ich, ist man verdammt festgelegt. Aus der Heiratsnummer käme ich zur Not ja tatsächlich noch raus.

Das Blöde ist, dass ich mit ihm da nicht drüber reden kann. Es gibt ja auch gar keinen aktuellen Anlass- ich bin weder schwanger noch hat er mir einen Antrag gemacht. Ich fühle mich unter Druck- vielleicht ist das mein schlechtes Gewissen, weil ich gerade im Moment einen anderen ganz reizvoll finde.

Dann bliebe aber trotzdem das Problem, dass mein Freund und ich nix absolut gar nix mit einander machen. Daher rührt wahrscheinlich auch mein mangelndes sexuelles Verlangen... Glaubst Du's: ich wünschte gerade ich wäre nicht mit ihm zusammen, weil ich ihm dann nicht so weh tun müsste. Und ich glaube, dass ich ihm sehr weh tun würde, wenn ich plötzlich zu ihm ginge um zu sagen, dass ich für Familie und Heiraten wohl doch nicht die Richtige bin. Ich weiß dass er mich wie verrückt liebt. Das würde ihm den Boden unter den Füßen wegreißen.

Du hast mir in einem Punkt wirklich sehr geholfen: ich sehe klarer was meine Gefühle für den andern betreffen. Das bedeutet eine Sorge weniger. Nun muss ich ihm das nur noch erklären- da hab ich etwas zu lang gewartet. Aber das hab ich mir ja nun so eingebrockt.

Mal ne Nacht drüber schlafen, Deine Worte noch im Ohr. Morgen könnts ja vielleicht schon besser aussehen.

Ich hoffe, dass ich Dir irgendwann auch mal einen Rat geben kann. Allein, dass Du Dir das alles durchgelesen hast und mir eine Antwort gegeben hast hat geholfen, weil ich mich nicht mehr so allein damit fühle.

Danke!

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15. März 2010 um 12:46

Alles halb so wild!
Atme erst mal durch, mach dir nen Tee, und beruhige dich.

Die Tatsache, dass du dich in einen anderen Mann verliebt hast, ist erst mal noch kein Weltuntergang. Das kommt in den Besten Familien vor . Du bist in einer langen Beziehung in der nicht mehr die Hormone dominieren. Dass da mal einer zwischenfunkt der neu und aufregend wirkt, ist ganz normal.

Wichtig ist, dass du deinen Freund liebst und dich für ihn entscheidest. Mach dir bewusst, was du an ihm hast. Frag dich wie die Chancen stehen, dass du in 5 Jahren mit dem anderen genau so glücklich wärst wie mit deinem Freund und werd dir klar, dass eine dauerhafte Beziehung nur möglich ist, wenn man sich entscheidet beieinander zu bleiben, auch wenn es mal Gegenwind gibt. Und zwar nicht nur aus Mangel an vermeindlich besseren Angeboten, sondern weil man etwas teilt: Gefühle füreinander.

Du bekommst gerade Panik und siehst deine Fälle davon schwimmen. Diese Panik ist völlig unbegründet! Niemand kann von dir verlangen, dich jetzt für eine Familie und Heirat zu entscheiden. Du liebst deinen Freund und kannst dir momentan nicht Vorstellen eine Familie zu gründen: das ist okay! Du wirst irgendwann Kinder bekommen und heiraten, wenn es sich für dich richtig anfühlt. Oder eben nicht, wenn das nie eintritt (was ich für ziemlich unwahrscheinlich halte). Vorher musst du weder darauf hinfiebern noch dich darauf freuen: du darfst dir Zeit lassen.

Wenn dir das klar geworden ist und du dich etwas beruhigt hast, kannst du überlegen, wie du mit deinem Freund darüber redest. Wichtig dabei ist ehrlich zu sein, ohne ihn zu verletzen. Ein "ich fühle mich momentan noch so jung und kann mir nicht vorstellen wie es sein wird eine Familie zu haben. Ich brauche Zeit. Ich hoffe und glaube, dass sich das Gefühl irgendwann ändert aber ich kann es nicht versprechen" ist sicher eher angebracht als ein "Ich weiß nicht ob ich mit dir Kinder haben will". Wenn du ihm klar machst, dass es nicht an ihm liegt sondern an deiner persönlichen Situation, dann wird er es toitoitoi verstehen und dich unterstützen und nicht drängen.

Ich wünsch dir alles Gute

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15. März 2010 um 23:30


Ich hab nochmal überlegt. Bis gestern war ich ja der Meinung, dass wir eine ähnliche/ gleiche Ansicht haben, wie wir unsere Zukunft verbringen wollen.
Aber wie das so ist, mit nochmal in sich rein horchen.
Er ist Biologe- Ich Kunsthistorikerin
Er will aufs Land- Ich mag nach Hause nach Wien- oder nach Vancouver- Seattle-Portland (wo man mich halt als erstes reinlässt)
Er reist nicht gern mit dem Flugzeug- Ich bin ständig vom Fernweh getrieben
Er will Familie- Ich glaube, das will ich nicht mehr

Und wenn ich noch weiter suche, wird sich wahrscheinlich noch so einiges finden- aber wir haben die gleichen Ansichten, vertreten zu 80% die gleiche Meinung, wir haben den gleichen Geschmack, mögen die gleiche Musik, Konzerte usw. Aber viel zum Reden haben wir nicht. Wir gehen so gut wie nicht mehr weg- mal will er nicht, mal hab ich keine Lust. Auf den Punkt gebracht, sind wir die Sklaven unserer Arbeit und obendrein auch noch unglaublich langweilig....

Wenn ich jetzt auf der Stelle einen Wunsch frei hätte, der keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen würde? Dann würde ich mit dem anderen nochmal essen gehen und diesmal würde ich mich nicht einfach nur auf die Stirn küssen lassen....Das war ohne Mist einer der romantischten Momente seit ewgist. Mein Freund ist leider so gar nicht romantisch, auch nicht besonders spontan, überraschen tun mich eher andere......

Ich dachte nun immer, dass ich der Typ "Sicherheit" bin- Familie und Heirat würden das ja nach klassischem Bild geben. Aber im Moment möchte ich nur ausbrechen, jeden Tag auf eine andere Party gehen, unterwegs sein, Leute kennen lernen und einfach blöde Sachen machen, weil ich Lust drauf hab. Stattdessen sitze ich am Schreibtisch und starre auf das Bild meines Freundes, wohl wissend, dass ich ihn liebe, aber völlig ahnungslos, was da gerade bei mir passiert. Das ist sozusagen die 1. Krise in der ganzen Zeit, in der wir zusammen sind. Wir haben uns in über 5 Jahren nicht ein einziges Mal ernsthaft gestritten. Und nun hab ich die größten Zweifel und er ahnt es nicht einmal. Und ich fühle mich hundselend, immer noch. Und ich weiß, dass ich mit ihm reden muss- bevor er auf die Idee kommt, mir einen Antrag zu machen oder ich am Ende doch noch schwanger werde.

Ich danke Dir nochmal für Deine Antwort- bzw für Deine Fragen
Mal sehen wann mir die Erleuchtung kommt.
Gute Nacht und bis bald.

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16. März 2010 um 1:58

Tu es nicht!!!!
Tu das nicht, das was da grade in deinem Kopf rumgeistert.....
Ich hab mir jetzt alles durchgelesen, samt der Reaktion der anderen hier und deine Antworten darauf...
Und ich sage dir, du wirst es ganz fürchterlich bereuen, wenn du deinen Freund, den du wirklich liebst, für diesen anderen neuen Mann verlässt. Du wirst jetzt vielleicht Gründe aufzählen, warum du und dein Freund eigentlich doch nciht so gut passt, wie du schon in deiner letzten Antwort getan hast. Das gleiche hab ich auch schon mal getan.
Ich war in der gleichen Situation vor einem halben Jahr. Ich bin zwar erst 21, aber die Gefühle die du beschreibst, vor allem diesen plötzlichen Drang nach Freiheit und diesen Druck und das Gefühl, da irgendwie nciht mehr rauszukommen... das hab ich auch gefühlt. Ganz plötzlich. Und das obwohl ich meinen Freund sehr geliebt habe und immer noch liebe. Wir waren nicht so lange zusammen wie ihr. Erst anderthalb Jahre. Aber es hat gepasst und es lief alles prima bis zu der Zeit letzten Sommer, in der wir uns über 2 Monate hinweg nur an den Wochenenden sehen konnten.
Dann lernte ich einen anderen kennen, der sich um mich bemüht hat, wie sonst keiner. Und auch im Bezug auf ihn hab ich mich gefühlt wie du. Ich war vielleicht ein bisschen verliebt, aber vor allem hatte ich ein schlechtes GEwissen, weil ich nicht klar Stellung bezogen hab.
Na ja egal... das Ende vom Lied ist: Ich habe mich vor einem halben Jahr unter Tränen von meinem Freund getrennt, ihm damit das Herz gebrochen und ihn am Boden zerstört liegen lassen. Und dann hab ich versucht mich selbst davon zu überzeugen dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe viel Zeit mit dem anderen verbracht, aber die Gefühle waren auf einmal wie weggeblasen. Ich habe meinen Freund so unglaublich vermisst, mir aber eingeredet das sei normal wenn man länger zusammen war und der neue hat mich in dem gedanken bestärkt, das würde ja bald vorbei gehen.
Tja und als ich dann knapp 2 1/2 Monate später sicher war, dass ich die falsche Entscheidung getroffen hatte, war es zu spät. Mein ExFreund (es tut immer noch so wahnsinnig weh das zu schreiben) hatte sich da gerade seit ner Woche in eine neue Beziehung gestürzt und wollte nicht mehr mit mir reden. Er sagte, er habe mir genug Chancen gegeben zurückzukommen und das hätte ich nciht getan, er müsse jetzt nach vorne schauen.

Ich kann dir nur eins sagen: Das letzte halbe Jahr war das schlimmste meines Lebens und auch jetzt noch tut mir alles weh, wenn ich das hier schreibe.
Du liebst deinen Freund. Und sei dir einfach bewusst, dass es nichts schlimmeres gibt für ihn, als die Situation, dass du ihn für einen anderen verlässt. Und dass du damit alles zerstörst was du eigetnlcih wolltest (und glaub mir, sobald du schluss machst, wirst du merken, dass dus eigentlich auch immer noch willst).
Ich mag vielleicht jünger sein als du, aber nimm deswegen bitte nicht weniger ernst, was ich dir hier zu sagen versuche.

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16. März 2010 um 19:33

Danke!
Ich bin so überrascht! So viele nette und mitfühlende Antworten hätte ich gar nicht erwartet. Und es tut mir gut, dass ich mich hier so ernst genommen fühle.

Leider wird unsere Fernbeziehung für ziemlich lange so bleiben wie sie ist. Er wird in Göttingen an der Uni bleiben, ich werde tatsächlich einen Teufel tun und dahin ziehen. Das wird nicht gut gehen, dann hätte ich weder Job noch Freunde- nur ihn, der den ganzen Tag und oft genung auch am Wochenende arbeitet. Ich bin Großstädterin, bin in Wien aufgewachsen, in so ein kleines Nest bekommt mich niemand. Da geh ich ein.

Aber das wäre eben auch eine seiner Vorstellungen: Haus im Grünen, damit die Kinder sicher auf der Straße spielen können. Und auch wenn ich vielen, die sich genau das erträumen, jetzt quasi eine Ohrfeige erteile: das ist für mich die reinste Horrorvorstellung. Auch die Vorstellung mich in doppelter Hinsicht so an eine einzige Person zu binden, schnürt mir regelrecht die Kehle zu. Vor allem: Kinder hat man mindestens 18 Jahre lang zu versorgen. Ich will mein Leben aber nicht so lange in den Dienst von anderen stellen. Ich bezweifle im Grunde gar nicht so sehr, dass ich eine gute Mutter sein könnte. Ich bezweifle einfach, dass ich überhaupt Mutter werde. Ich hab das nie gewollt, bereits 2 Beziehungen deswegen beendet, weil ich nicht wollte, dass sich die beiden Männer an mich binden, obwohl ihre und meine Zukunft grundlegend anders aussieht. Einer von ihnen ist seit 2 Jahren Papa und glücklich ohne Ende. Ich sehe in ihm einfach nur einen dick gewordenen Spießer, der von nix anderem mehr spricht als von all den Dingen, die sein Sohn macht. Und da sehe ich seine Frau, auch Akademikerin, brav zuhause sitzen, weil sie ihren Job nicht behalten konnte, wegen des Kindes (Uni-Jobs sind alle auf Zeit, es gibt kaum noch dauerhafte Verträge- man muss unglaublich flexibel sein und unter Umständen viel umziehen). Und das macht mich rasend wütend. Ich will nicht mein Leben umstellen, wegen eines Kindes. Und auch nicht, weil mein Mann seine Karriere voran treiben kann und ich dann da sitze mit nem Kind.

Ich versteife mich grade unheimlich. Und das bringt mich um. Ich bin weder schwanger noch werde ich das werden. Punkt.

Ich bin einfach nur verzweifelt. Der olle Pilot ist mir das ziemlich schnuppe. Mein Vater war auch einer, und soviele Affären wie der gehabt hat, da kommt man ja gar nicht mehr nach. Das werde ich mir sicher nicht antun. Es ist auch schon früher mal vorgekommen, dass ich mich mal eben Hals über Kopf in einen verguckt hab, das war dann nach 2 Tagen wieder vorbei. Das macht mir eigentlich nicht so große Sorgen.

Das schlimme ist, es macht mich krank. Ich liege im Bett, mein Magen bringt mich um, ich hab Fieber bekommen und alles, was ich mir wünsche ist: in den Flieger steigen, irgendwohin und mich nienienienienie wieder zurück melden. Alles hinter mir lassen.

Aber das geht nicht. Denn ich bin bei weitem nicht finanziell abgesichert (zumindest finde ich 800/ Monat nicht gerade abgesichert....), ich habe nicht den Mut. Und auch nicht die Kraft.

Ich bin einfach nur verzweifelt und es wird mit jedem Tag schlimmer.

Aber ich versuche mich ein wenig zu beruhigen. Ich muss nicht heiraten, wenn ich nicht will. Und ich muss nicht aufs Land ziehen, wenn ich nicht will. Und ich muss auch keine Kinder bekommenm, wenn ich nicht will. Aber wenn ich all das nicht will: wie soll ich dann meinen Freund halten können, wenn das alles ist, was er will?

Gerade eben scheint mir alles irgendwie auswegslos.
Aber nunja. Ich muss das wohl irgendwie hinbekommen.
Deine Ratschläge werde ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Aber ich glaube, dazu werde ich wohl noch ein paar Tage brauchen- bis ich wieder einen etwas klareren Kopf hab.

Ich danke Dir wirklich von Herzen.
Liebe Grüße

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16. März 2010 um 19:54
In Antwort auf raakel_12546219

Tu es nicht!!!!
Tu das nicht, das was da grade in deinem Kopf rumgeistert.....
Ich hab mir jetzt alles durchgelesen, samt der Reaktion der anderen hier und deine Antworten darauf...
Und ich sage dir, du wirst es ganz fürchterlich bereuen, wenn du deinen Freund, den du wirklich liebst, für diesen anderen neuen Mann verlässt. Du wirst jetzt vielleicht Gründe aufzählen, warum du und dein Freund eigentlich doch nciht so gut passt, wie du schon in deiner letzten Antwort getan hast. Das gleiche hab ich auch schon mal getan.
Ich war in der gleichen Situation vor einem halben Jahr. Ich bin zwar erst 21, aber die Gefühle die du beschreibst, vor allem diesen plötzlichen Drang nach Freiheit und diesen Druck und das Gefühl, da irgendwie nciht mehr rauszukommen... das hab ich auch gefühlt. Ganz plötzlich. Und das obwohl ich meinen Freund sehr geliebt habe und immer noch liebe. Wir waren nicht so lange zusammen wie ihr. Erst anderthalb Jahre. Aber es hat gepasst und es lief alles prima bis zu der Zeit letzten Sommer, in der wir uns über 2 Monate hinweg nur an den Wochenenden sehen konnten.
Dann lernte ich einen anderen kennen, der sich um mich bemüht hat, wie sonst keiner. Und auch im Bezug auf ihn hab ich mich gefühlt wie du. Ich war vielleicht ein bisschen verliebt, aber vor allem hatte ich ein schlechtes GEwissen, weil ich nicht klar Stellung bezogen hab.
Na ja egal... das Ende vom Lied ist: Ich habe mich vor einem halben Jahr unter Tränen von meinem Freund getrennt, ihm damit das Herz gebrochen und ihn am Boden zerstört liegen lassen. Und dann hab ich versucht mich selbst davon zu überzeugen dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe viel Zeit mit dem anderen verbracht, aber die Gefühle waren auf einmal wie weggeblasen. Ich habe meinen Freund so unglaublich vermisst, mir aber eingeredet das sei normal wenn man länger zusammen war und der neue hat mich in dem gedanken bestärkt, das würde ja bald vorbei gehen.
Tja und als ich dann knapp 2 1/2 Monate später sicher war, dass ich die falsche Entscheidung getroffen hatte, war es zu spät. Mein ExFreund (es tut immer noch so wahnsinnig weh das zu schreiben) hatte sich da gerade seit ner Woche in eine neue Beziehung gestürzt und wollte nicht mehr mit mir reden. Er sagte, er habe mir genug Chancen gegeben zurückzukommen und das hätte ich nciht getan, er müsse jetzt nach vorne schauen.

Ich kann dir nur eins sagen: Das letzte halbe Jahr war das schlimmste meines Lebens und auch jetzt noch tut mir alles weh, wenn ich das hier schreibe.
Du liebst deinen Freund. Und sei dir einfach bewusst, dass es nichts schlimmeres gibt für ihn, als die Situation, dass du ihn für einen anderen verlässt. Und dass du damit alles zerstörst was du eigetnlcih wolltest (und glaub mir, sobald du schluss machst, wirst du merken, dass dus eigentlich auch immer noch willst).
Ich mag vielleicht jünger sein als du, aber nimm deswegen bitte nicht weniger ernst, was ich dir hier zu sagen versuche.

Nein ich werde es nicht tun!
Es tut mir aufrichtig leid, dass Dir das passiert ist. Ich habe eine leise Ahnung, wie das zustande gekommen ist und auch eine leise Ahnung wie es Dir jetzt geht. Danke, dass Du mir das alles geschrieben hast, obwohl es Dir noch immer so weh tut. Ich weiß das sehr zu schätzen und ich würde nie einen Rat oder eine Erfahrung als unwichtig oder so abtun, nur weil jemand jünger ist als ich.

Ich werde mich nicht wegen des Piloten trennen. Das wäre geradezu hirnrissig. Die haben ihren Ruf nicht ganz ohne Grund weg und meine Erfahrungen mit diesem Berufsstand haben mich mehr als einmal in meiner Ansicht bestätigt. Ich hab mich in den Typen verguckt, er hat mich einen Abend auf Händen getragen und das solls auch gewesen sein. Ich will keinen Fehler machen- und ich weiß, dass schon ein weiteres Treffen mit ihm einer wäre.

Aber ich kann verstehen, wenn man es doch macht. Wenn man der Angst, etwas zu verpassen nicht widerstehen kann. Im Grunde ist es bei mir nicht so sehr die Angst etwas zu verpassen, sondern mich zu sehr den Bedürfnissen und Vorstellungen meines Freundes anzupassen, auch wenn das gar nicht mir und meiner Person entspricht- und mittlerweile auch nicht mehr meinen Vorstellungen von Zukunft. Dabei stimmt das so auch nicht: ich wollte nie heiraten und Kinder auch nicht.. Mit MItte 20 hatte ich sogar das Geld für eine Sterilisation gespart, weil ich mir so sicher war. Meine Gynäkologin hat mir das ausgeredet. Dann hab ich ihn getroffen, und ich dachte mir irgendwann, Gott sei Dank hab ich das nicht gemacht. Er wäre der perfekte Vater. Aber ich nicht die perfekte Mutter- ich mag Kinder nicht mal besonders. Und wenn ich mir vorstelle, dass ich mein ganzes Leben danach ausrichten soll, dann könnt ich völlig austicken.

Ich liebe ihn und das kann ich nicht oft genung betonen. Aber ich weiß nicht, ob das reicht. Das klingt ziemlich dumm, wenn ich das so geschrieben sehe. Aber wie soll ich ihm begreiflich machen, dass ich nicht heiraten will (er war ja schon beleidigt als ich ihm gesagt hab, dass ich wenn dann meinen Nachnamen nicht ändern mag...), dass ich keine Kinder mag und sicherlich auch nicht aufs Land ziehen werde wo es ihn als Biologen regelrecht hinzieht. Das sind 3 ganz grundlegende Punkte an denen wir auseinander gehen. Wie soll ich das denn überbrücken?

Außerdem wird die Fernbeziehung eine bleiben, sofern ich nicht hier alle Zelte, sprich meinen Job, meine Uni, meine Familie und meine Freunde abbreche und zu ihm ziehe. Und Göttingen ist keine Perle, muss ich mal sagen. Es ist ein hübsches winziges Städtchen- im Sommer. Aber auch da dominiert irgendwie grau in grau und da kannst Du Dir vorstellen, was das für den Winter heißt- außerdem regnet es immerzu. Und dann hätte ich in Göttingen nur ihn. Er hat ja wenigstens schon mal seine Kollegen und Kommilitonen. Von denen im Moment übrigens jede Frau schwanger ist....

Da werde ich niemals glücklich! Das weiß ich so gut wie ich weiß, dass abends irgendwann die Sonne untergeht.

Ich will mich nicht trennen, und wie gesagt, schon gar nicht für den Piloten. Aber es muss sich was ändern. Ich brauch in dieser Beziehung wieder eine perspektive, die sich einigermaßen mit meinen Vorstellungen deckt. Aber im Moment sehe ich die nicht. Und das macht mich tatsächlich krank. Ich kann nur noch heulen, weil ich nur noch Sinnlosigkeit sehe, ich hab alle Stabilität verloren und er kann mir gerade auch kein Halt sein- weil der arme Kerl keine Ahnung hat von alldem hier. Er denkt, ich hätt mir was eingefangen und es tut ihm leid, dass es mir nicht gut geht. Er ist so unglaublich lieb. Aber ohne Leidenschaft, unromantisch, unspontan. Es passiert nix- nie! Ich hab schon keine Lust mehr mit ihm zu schlafen, weil es immer gleich ist. Weil nie was Außergewöhnliches passiert, weil er nie was Neues probieren mag- für ihn reicht es, dass er mich hat. Aber ich glaube einfach, dass er mir nicht mehr reicht. Ich bin 31 und fühle mich wie 61. Meine Eltern haben ein aufregenderes Leben.

Ich kann nur nochmal wiederholen: es tut mir schmerzlich leid, dass es Dir so schlecht geht. Ich hoffe, dass der Schmerz ganz schnell immer weniger wird und Du bald wieder nach vorn schauen kannst. Wenn ich mir vorstelle,meinen Freund in einer Beziehung zu einer anderen zu sehen, bricht es mir das Herz. Ich kann also ein bißchen nach vollziehen, wie es in Dir aussieht. Und das muss einfach nur schrecklich sein.

Ich hoffe, Du hast ganz viele liebe Menschen um Dich, die Dir jetzt da durch helfen können. Ich werde ganz sicher an Deine Wort denken und kann Dir eigentlich schon versprechen, dass ich mich nicht wegen des Piloten trennen werde. Wenn ich mich denn überhaupt trennen werde. Das steht für mich ja im Moment eigentlich außer Frage.

Ich drück Dich auf diesem Wege ganz doll. Deine Geschichte hat mir geholfen, auch wenn sie mich sehr traurig gemacht hat.
Danke!
Liebe Grüße

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16. März 2010 um 20:05

Hallo..
ich habe keine Ahnung, ob er das vorhat oder nicht. Er spricht nur immer wieder davon, dass er die ganze Arbeiterei im Moment nur durchsteht, weil er eben weiß, dass er uns damit eine Basis für die Zukunft legt (als ob meine Arbeit das nicht auch tun würde...). Und allein deswegen kann ich nur schlecht zu ihm gehen und ihm sagen, dass meine Pläne doch anders ausschauen als seine. Denn er ist im Moment sehr frustriert, weil er an einem Teil seiner Dissertation angekommen ist, wo er enorm unter Druck gerät und sein Umfeld will immer mehr von ihm und er weiß nicht wo ihm der Kopf steht.

Aber Party zu machen, wann ich kann und Lust habe- klingt so simpel und doch bin ich nicht allein drauf gekommen. Ich mache das wohl auch schon, aber immer mit einem leicht schlechtem Gewissen, weil er zuhause sitzt (ein wenig notgedrungen, denn er seine Freunde sind ja alle noch hier- er ist mit einer Arbeitsgruppe an die andere Uni gegangen. Die kennt er, aber seine Freunde sind es eben (noch) nicht) und nix tut, es geht ihm nie wirklich gut, seine Tage sind auch nie wirklich gut und das zieht mich so runter. Dann kann ich oft nicht sagen, dass es mir selber nich gut geht, weil ich ihn nich auch noch mit meinen Problemem belasten mag. Aber ich kann ihm auch nicht sagen, dass es mir richtig gut geht. Weil es mir leid tut, dass es bei ihm halt nicht so ist. Bei ihm ist wirklich alles immer irgendwie schlecht derzeit. Naja schon was länger auch. Wir führen jeden verflixten Abend das gleiche verflixte 5-6 Minuten Gespräch. Und ich halt das langsam einfach nicht mehr aus. Ich fühle mich so unglaublich belastet, eingesperrt und ausgebremst. Kein Wunder, dass da ausgerechnet ein blöder Pilot einen solchen Einfluss auf mich ausübt.

Aber ich hab mich nicht mehr bei ihm gemeldet und der Vorteil an einem Piloten ist ja auch, dass er selten da ist

Ich muss mich unbedingt wieder auf die Beine gestellt bekommen, damit ich auch wieder klar denken kann. Das kann ich gerade nämlich nicht und solange ich das nicht kann, kann ich nicht aufhören andauernd zu heulen und ändern wird sich durchs rumgeheule auch nix.

Ich danke Dir nochmal für Deine Hilfe.Ich schau mal, was sich heute so unternehmen lässt-Tapetenwechsel hat noch nie geschadet

Hab einen schönen Abend.
Liebe Grüße

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22. März 2010 um 9:01

.......
Hallo,

ich habe versucht, Deinen Ratschlag, mich abzulenken, damit mein Körper mal wieder zur Ruhe kommt, in die Tat umzusetzen, aber ich bin gerade einfach wie besessen von dem ganzen. Ich kann mich nicht ablenken.

Mein Freund hat wahrscheinlich nicht den geringsten Schimmer, dass ich so denke. Ich wollte nie Kinder und Heiraten sowieso nicht. Deswegen hatte ich mich vorher sogar schonmal getrennt. Er jetzt ist der erste, bei dem ich es nicht so rigoros abgelehnt habe. Ich habe in ihm einen guten Vati gesehen, einen liebevollen Ehemann. Und ich war geschmeichelt und auch glücklich als er mir sagte, dass er sich keine andere Frau an seiner Seite vorstellen könnte als mich, dass er seine Zukunft, sein Leben mit mir verbringen möchte. Und ich habe daran geglaubt, dass ich das auch möchte und dass es doch gar nicht so spießig ist bzw ja dass es meinetwegen spießig ist, aber dass ich die Vorstellung irgendwie romantisch finde. Im Moment, da hast Du absolut Recht, heiraten um mich herum alle, der Großteil ist schwanger oder hat gerade ein Baby bekommen. Und genau das ist der Grund, warum mir die Haare zu Berge stehen. Sie sehen alle nicht besonders glücklich aus. Müde, abgespannt und gereizt. Das Geld macht ihnen Sorgen, die Umstellung von Job auf Hausfrau/ Mutter, die körperlichen Veränderungen, die Veränderungen die das Kind in der Beziehung zu ihren Männern ausgelöst hat....und noch tausende anderer Dinge, die mich total abschrecken. Und ich kann beim besten Willen nichts Süßes an einem sabbernden, schreienden und ständig nach vollen Windeln müffelden Baby finden, das andauernd meine Aufmerksamkeit will. Ich will mein Leben nicht auf ein einziges Wesen ausrichten, das von mir und der Stabilität in meinem Leben und von meinen Entscheidungen abhängig ist. Ich will nicht die nächsten 20 Jahre um ein Kind planen. Ich will ins Ausland, ich will die Welt sehen, ich will die Möglichkeit von heute auf morgen meine Zelte abbrechen zu können, um dahin zu gehen, wohin ich mag bzw wohih mich mein Job bringt-und wenn ich an einer Uni arbeiten sollte, dann ist da eine Menge Flexibilität gefragt, denn es gibt kaum oder sehr selten Festverträge, meistens ist alles auf 2-3 Jahre beschränkt. Dann muss man sich halt neu umschauen. Und dann auch umziehen, nicht nur innerhalb Deutschlands. Und das gleiche gilt dann auch für meinen Freund. Dass hieße am Ende, wenn wir Kinder hätten, dass einer darauf verzichten muss. Denn wozu soll ich Kinder in dei Welt setzen, wenn ich dann mit meinem Partner diese nicht zusammen groß ziehen kann? Weil er irgendwo sitzt und ich genau auf der anderen Seite irgendwo sitze. Und ich weiß, dass es keine gute Idee wäre, wenn einer von uns seine Vorstellungen von Zukunft zugunsten des anderen aufgibt oder hinantstellt. Das wird irgendwann einer der größten Vorwürfe werden.

Ich werde versuchen, mir weiterhin darüber klar zu werden, was wichtig für mich ist in dieser Beziehung und was gar nicht geht. Und wenn ich das beisammen habe, dann werde ich mit ihm darüber reden. Denn alles andere hat keinen Sinn.

Auch wenn ich wahnsinnige Angst davor habe, was dann dabei heraus kommt. Denn ohne ihn- das kann ich mir nicht vorstellen!

Danke für Deine Tips und Deine Ratschläge. Haben mir wirklich gut getan.

Liebe Grüße!

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22. März 2010 um 10:34
In Antwort auf oralie_12047632

Danke!
Ich bin so überrascht! So viele nette und mitfühlende Antworten hätte ich gar nicht erwartet. Und es tut mir gut, dass ich mich hier so ernst genommen fühle.

Leider wird unsere Fernbeziehung für ziemlich lange so bleiben wie sie ist. Er wird in Göttingen an der Uni bleiben, ich werde tatsächlich einen Teufel tun und dahin ziehen. Das wird nicht gut gehen, dann hätte ich weder Job noch Freunde- nur ihn, der den ganzen Tag und oft genung auch am Wochenende arbeitet. Ich bin Großstädterin, bin in Wien aufgewachsen, in so ein kleines Nest bekommt mich niemand. Da geh ich ein.

Aber das wäre eben auch eine seiner Vorstellungen: Haus im Grünen, damit die Kinder sicher auf der Straße spielen können. Und auch wenn ich vielen, die sich genau das erträumen, jetzt quasi eine Ohrfeige erteile: das ist für mich die reinste Horrorvorstellung. Auch die Vorstellung mich in doppelter Hinsicht so an eine einzige Person zu binden, schnürt mir regelrecht die Kehle zu. Vor allem: Kinder hat man mindestens 18 Jahre lang zu versorgen. Ich will mein Leben aber nicht so lange in den Dienst von anderen stellen. Ich bezweifle im Grunde gar nicht so sehr, dass ich eine gute Mutter sein könnte. Ich bezweifle einfach, dass ich überhaupt Mutter werde. Ich hab das nie gewollt, bereits 2 Beziehungen deswegen beendet, weil ich nicht wollte, dass sich die beiden Männer an mich binden, obwohl ihre und meine Zukunft grundlegend anders aussieht. Einer von ihnen ist seit 2 Jahren Papa und glücklich ohne Ende. Ich sehe in ihm einfach nur einen dick gewordenen Spießer, der von nix anderem mehr spricht als von all den Dingen, die sein Sohn macht. Und da sehe ich seine Frau, auch Akademikerin, brav zuhause sitzen, weil sie ihren Job nicht behalten konnte, wegen des Kindes (Uni-Jobs sind alle auf Zeit, es gibt kaum noch dauerhafte Verträge- man muss unglaublich flexibel sein und unter Umständen viel umziehen). Und das macht mich rasend wütend. Ich will nicht mein Leben umstellen, wegen eines Kindes. Und auch nicht, weil mein Mann seine Karriere voran treiben kann und ich dann da sitze mit nem Kind.

Ich versteife mich grade unheimlich. Und das bringt mich um. Ich bin weder schwanger noch werde ich das werden. Punkt.

Ich bin einfach nur verzweifelt. Der olle Pilot ist mir das ziemlich schnuppe. Mein Vater war auch einer, und soviele Affären wie der gehabt hat, da kommt man ja gar nicht mehr nach. Das werde ich mir sicher nicht antun. Es ist auch schon früher mal vorgekommen, dass ich mich mal eben Hals über Kopf in einen verguckt hab, das war dann nach 2 Tagen wieder vorbei. Das macht mir eigentlich nicht so große Sorgen.

Das schlimme ist, es macht mich krank. Ich liege im Bett, mein Magen bringt mich um, ich hab Fieber bekommen und alles, was ich mir wünsche ist: in den Flieger steigen, irgendwohin und mich nienienienienie wieder zurück melden. Alles hinter mir lassen.

Aber das geht nicht. Denn ich bin bei weitem nicht finanziell abgesichert (zumindest finde ich 800/ Monat nicht gerade abgesichert....), ich habe nicht den Mut. Und auch nicht die Kraft.

Ich bin einfach nur verzweifelt und es wird mit jedem Tag schlimmer.

Aber ich versuche mich ein wenig zu beruhigen. Ich muss nicht heiraten, wenn ich nicht will. Und ich muss nicht aufs Land ziehen, wenn ich nicht will. Und ich muss auch keine Kinder bekommenm, wenn ich nicht will. Aber wenn ich all das nicht will: wie soll ich dann meinen Freund halten können, wenn das alles ist, was er will?

Gerade eben scheint mir alles irgendwie auswegslos.
Aber nunja. Ich muss das wohl irgendwie hinbekommen.
Deine Ratschläge werde ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Aber ich glaube, dazu werde ich wohl noch ein paar Tage brauchen- bis ich wieder einen etwas klareren Kopf hab.

Ich danke Dir wirklich von Herzen.
Liebe Grüße

Vor allem
solltest du mit deinem Freund ehrlich sein. Und zwar was das Kinderkriegen und Heiraten betrifft.

Sonst stiehlt du nämlich IHM die Zeit. Zeit die er braucht, um sich das aufzubauen, was er haben will.

Und mit dir .... sorry... wird das was er will, einfach nicht möglich sein.

Wenn er sich dafür entscheidet, eben auch keine Kinder haben zu wollen, ok. Wenn nicht, und das wird der Fall sein, wirst du verlassen. Mach dich mit dem Gedanken vorher vertraut, bevor du in das Gespräch gehst, das du führen MUSST. Früher besser als später.

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22. März 2010 um 23:11
In Antwort auf oralie_12047632

Hallo..
ich habe keine Ahnung, ob er das vorhat oder nicht. Er spricht nur immer wieder davon, dass er die ganze Arbeiterei im Moment nur durchsteht, weil er eben weiß, dass er uns damit eine Basis für die Zukunft legt (als ob meine Arbeit das nicht auch tun würde...). Und allein deswegen kann ich nur schlecht zu ihm gehen und ihm sagen, dass meine Pläne doch anders ausschauen als seine. Denn er ist im Moment sehr frustriert, weil er an einem Teil seiner Dissertation angekommen ist, wo er enorm unter Druck gerät und sein Umfeld will immer mehr von ihm und er weiß nicht wo ihm der Kopf steht.

Aber Party zu machen, wann ich kann und Lust habe- klingt so simpel und doch bin ich nicht allein drauf gekommen. Ich mache das wohl auch schon, aber immer mit einem leicht schlechtem Gewissen, weil er zuhause sitzt (ein wenig notgedrungen, denn er seine Freunde sind ja alle noch hier- er ist mit einer Arbeitsgruppe an die andere Uni gegangen. Die kennt er, aber seine Freunde sind es eben (noch) nicht) und nix tut, es geht ihm nie wirklich gut, seine Tage sind auch nie wirklich gut und das zieht mich so runter. Dann kann ich oft nicht sagen, dass es mir selber nich gut geht, weil ich ihn nich auch noch mit meinen Problemem belasten mag. Aber ich kann ihm auch nicht sagen, dass es mir richtig gut geht. Weil es mir leid tut, dass es bei ihm halt nicht so ist. Bei ihm ist wirklich alles immer irgendwie schlecht derzeit. Naja schon was länger auch. Wir führen jeden verflixten Abend das gleiche verflixte 5-6 Minuten Gespräch. Und ich halt das langsam einfach nicht mehr aus. Ich fühle mich so unglaublich belastet, eingesperrt und ausgebremst. Kein Wunder, dass da ausgerechnet ein blöder Pilot einen solchen Einfluss auf mich ausübt.

Aber ich hab mich nicht mehr bei ihm gemeldet und der Vorteil an einem Piloten ist ja auch, dass er selten da ist

Ich muss mich unbedingt wieder auf die Beine gestellt bekommen, damit ich auch wieder klar denken kann. Das kann ich gerade nämlich nicht und solange ich das nicht kann, kann ich nicht aufhören andauernd zu heulen und ändern wird sich durchs rumgeheule auch nix.

Ich danke Dir nochmal für Deine Hilfe.Ich schau mal, was sich heute so unternehmen lässt-Tapetenwechsel hat noch nie geschadet

Hab einen schönen Abend.
Liebe Grüße

Komisch komisch!!!
Ich will die Diskussion hier nicht stören, aber ist mal jemandem Aufgefallen, wie Männer hier im Forum zerfückt werden, die zugeben, sich in eine andere Frau verliebt zu haben, weil sie mit der derzeitigen Partnerin nicht glücklich sind?

Da wird nur kurz gemeckert, der Mann verteufelt und Ende.

Wieso stört stupidgirrrls Vorgehensweise hier niemanden, obwohl bei genauerer Betrachtung niemand in der Haut ihres (Noch)Freundes stecken möchte?

Jedermann ist sooo nett und verständnisvoll bei einer Masche, die da Abgezogen wird, die absolut nicht geht!!! Das kann man keinem Menschen zumuten, was Sie da mit ihrem Freund wegen dieses Piloten (hust) macht.

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22. März 2010 um 23:13
In Antwort auf oralie_12047632

Hallo..
ich habe keine Ahnung, ob er das vorhat oder nicht. Er spricht nur immer wieder davon, dass er die ganze Arbeiterei im Moment nur durchsteht, weil er eben weiß, dass er uns damit eine Basis für die Zukunft legt (als ob meine Arbeit das nicht auch tun würde...). Und allein deswegen kann ich nur schlecht zu ihm gehen und ihm sagen, dass meine Pläne doch anders ausschauen als seine. Denn er ist im Moment sehr frustriert, weil er an einem Teil seiner Dissertation angekommen ist, wo er enorm unter Druck gerät und sein Umfeld will immer mehr von ihm und er weiß nicht wo ihm der Kopf steht.

Aber Party zu machen, wann ich kann und Lust habe- klingt so simpel und doch bin ich nicht allein drauf gekommen. Ich mache das wohl auch schon, aber immer mit einem leicht schlechtem Gewissen, weil er zuhause sitzt (ein wenig notgedrungen, denn er seine Freunde sind ja alle noch hier- er ist mit einer Arbeitsgruppe an die andere Uni gegangen. Die kennt er, aber seine Freunde sind es eben (noch) nicht) und nix tut, es geht ihm nie wirklich gut, seine Tage sind auch nie wirklich gut und das zieht mich so runter. Dann kann ich oft nicht sagen, dass es mir selber nich gut geht, weil ich ihn nich auch noch mit meinen Problemem belasten mag. Aber ich kann ihm auch nicht sagen, dass es mir richtig gut geht. Weil es mir leid tut, dass es bei ihm halt nicht so ist. Bei ihm ist wirklich alles immer irgendwie schlecht derzeit. Naja schon was länger auch. Wir führen jeden verflixten Abend das gleiche verflixte 5-6 Minuten Gespräch. Und ich halt das langsam einfach nicht mehr aus. Ich fühle mich so unglaublich belastet, eingesperrt und ausgebremst. Kein Wunder, dass da ausgerechnet ein blöder Pilot einen solchen Einfluss auf mich ausübt.

Aber ich hab mich nicht mehr bei ihm gemeldet und der Vorteil an einem Piloten ist ja auch, dass er selten da ist

Ich muss mich unbedingt wieder auf die Beine gestellt bekommen, damit ich auch wieder klar denken kann. Das kann ich gerade nämlich nicht und solange ich das nicht kann, kann ich nicht aufhören andauernd zu heulen und ändern wird sich durchs rumgeheule auch nix.

Ich danke Dir nochmal für Deine Hilfe.Ich schau mal, was sich heute so unternehmen lässt-Tapetenwechsel hat noch nie geschadet

Hab einen schönen Abend.
Liebe Grüße

Komisch komisch!!!
Ich will die Diskussion hier nicht stören, aber ist mal jemandem Aufgefallen, wie Männer hier im Forum zerflückt werden, die zugeben, sich in eine andere Frau verliebt zu haben, weil sie mit der derzeitigen Partnerin nicht glücklich sind?

Da wird nur kurz gemeckert, der Mann verteufelt und Ende.

Wieso stört stupidgirrrls Vorgehensweise hier niemanden, obwohl bei genauerer Betrachtung niemand in der Haut ihres (Noch)Freundes stecken möchte?

Jedermann ist sooo nett und verständnisvoll bei einer Masche, die da Abgezogen wird, die absolut nicht geht!!! Das kann man keinem Menschen zumuten, was Sie da mit ihrem Freund wegen dieses Piloten (hust) macht.

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23. März 2010 um 0:52

Wow!
Meine Güte....da wollte ich gerade meine Story reinposten und sehe, dass das schon jemand für mich übernommen hat!

Liebe stupidgirl, ich erlebe tatsächlich gerade eine nahezu gleiche Situation wie du, und komme von Tag zu Tag schlechter damit zurecht. Denn jeden Tag, an dem ich mich von Neuem versuche davon zu überzeugen, was ich nicht alles habe und wie "perfekt" nicht alles ist, schlägt mir die Frustration härter ins Gesicht, da ich ebenso jeden Tag aufs Neue *trotzdem* unzufrieden bin.

3 Jahre sind wir jetzt zusammen und diese perfekte Beziehung mit allem drum und dran könnte ewig so weitergehen....und da beginnt es schon, das Schütteln und Beuteln, anscheinend liegt der Wurm tatsächlich hier begraben.
Ich verstehe jedes deiner Worte und kann dir doch keinen Rat geben, denn alle Ratschläge, die ich nun normalerweise verteilen würde, kann ich selbst nicht befolgen und daher schwer Anderen zumuten.

Es ist die schwierigste Entscheidung seit ich denken kann, aber ich zB spiele mit dem Gedanken, tatsächlich eine Pause einzulegen und dann weiterzusehen. Ich trete am Fleck, das kennst du vielleicht, ich fühle mich wie in "Und täglich grüßt das Murmeltier", da ich mit diesem Zustand vor einem Jahr schon mal konfrontiert wurde. Auslöser sind meist emotionale Ereignisse wie Männer, die plötzlich ins Leben treten und einfach mal fest durchmischen.
Mein "Anderer" ist genauso nicht die Lösung des Problems und sicher keine Ablöse für meinen Freund. Aber er ist der Anstoß, mal wieder...

Übrigens bin ich auch aus Wien, da verbindet uns sogar noch die Nähe.

Halte uns am Laufenden, würde mich sehr interessieren, wie es weitergeht.

Alles Liebe!

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23. März 2010 um 10:04
In Antwort auf kiki_11916227

Wow!
Meine Güte....da wollte ich gerade meine Story reinposten und sehe, dass das schon jemand für mich übernommen hat!

Liebe stupidgirl, ich erlebe tatsächlich gerade eine nahezu gleiche Situation wie du, und komme von Tag zu Tag schlechter damit zurecht. Denn jeden Tag, an dem ich mich von Neuem versuche davon zu überzeugen, was ich nicht alles habe und wie "perfekt" nicht alles ist, schlägt mir die Frustration härter ins Gesicht, da ich ebenso jeden Tag aufs Neue *trotzdem* unzufrieden bin.

3 Jahre sind wir jetzt zusammen und diese perfekte Beziehung mit allem drum und dran könnte ewig so weitergehen....und da beginnt es schon, das Schütteln und Beuteln, anscheinend liegt der Wurm tatsächlich hier begraben.
Ich verstehe jedes deiner Worte und kann dir doch keinen Rat geben, denn alle Ratschläge, die ich nun normalerweise verteilen würde, kann ich selbst nicht befolgen und daher schwer Anderen zumuten.

Es ist die schwierigste Entscheidung seit ich denken kann, aber ich zB spiele mit dem Gedanken, tatsächlich eine Pause einzulegen und dann weiterzusehen. Ich trete am Fleck, das kennst du vielleicht, ich fühle mich wie in "Und täglich grüßt das Murmeltier", da ich mit diesem Zustand vor einem Jahr schon mal konfrontiert wurde. Auslöser sind meist emotionale Ereignisse wie Männer, die plötzlich ins Leben treten und einfach mal fest durchmischen.
Mein "Anderer" ist genauso nicht die Lösung des Problems und sicher keine Ablöse für meinen Freund. Aber er ist der Anstoß, mal wieder...

Übrigens bin ich auch aus Wien, da verbindet uns sogar noch die Nähe.

Halte uns am Laufenden, würde mich sehr interessieren, wie es weitergeht.

Alles Liebe!

Du liebst deinen Freund nicht ...

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