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Patchworkfamilie - und ich trete auf der Stelle.

18. Juli 2018 um 16:41

Hallo ihr Lieben,
ich bin mit meinem Partner nun fast 2,5 Jahre zusammen. Er wohnt ca. 10km entfernt in einem eigenen Haus (ca. 120qm auf 2 Stockwerken verteilt) und hat seit Ostern seine beiden Kinder (11 und 14 Jahre) bei sich. Sie haben bis dahin bei der Mutter 600km entfernt gelebt und wollten aber von heute auf morgen bei ihm bleiben. Meine Kinder sind 5 und 7 Jahre alt und verstehen sich mit seinen Kids soweit ganz gut.
Seine Kinder sind aus einem anderen Land adoptiert und leben jeweils seit ihrem 2. bzw. 4. Lebensjahr hier in Deutschland. Vor allem seine Tochter hat psychische Probleme die sich auf ihr Verhalten deutlich niederschlagen (klaut, lügt, zerstört Sachen, isst fast permanent, ist respektlos, motzig...). Der Bruder verhält sich ähnlich aber nicht ganz so extrem. Mein Partner wird seine Tochter wieder einem Psychologen vorstellen, was eigentlich die letzten Jahre regelmässig hätte statt finden sollen. Das Kind hat in ihrem kurzen Leben viel Mist durchmachen müssen
Ich wollte an Pfingsten mit meinen Kids zu ihm hinter ziehen. Durch das Hinzukommen seiner Kinder haben wir unsere Pläne natürlich auf Eis gelegt. Er ist selbstständig und kommt in Moment kaum rum mit seiner Zeit. Er nimmt sich nachmittags für die Kinder frei und versucht das auch durch zu ziehen.
Meine Kinder sind jedes zweite Wochenende beim Papa. Wir sind zumindest jedes Wochenende zusammen aber eben nie für uns. Wir haben erst richtig Zeit füreinander wenn seine Kids im Bett sind (ca. 23 Uhr am Wochenende). Das ist für eine Beziehung schon sehr mau und wenig und ich vermisse die gemeinsame Zeit mit ihm sehr. Er weiss das aber kann ja wenig daran ändern.
Nun haben wir schon über die weiteren Monate gesprochen und auch vom Zusammen ziehen. Aber ich habe Angst, daß meine Kinder vom Verhalten seiner Kinder "angesteckt" werden. Und daß ich irgenwann alleine mit allen 4 Kindern da sitze weil er dann auch geschäftlich einkaufen fahren möchte wenn ich da wäre. Das kann auch schon mal 2 oder 3 Tage sein.
Ich wohne seit meiner Trennung wieder im Haus meiner Eltern und in einer 60qm Wohnung und fühle mich da nicht mehr wirklich wohl, würde am liebsten heute als morgen ausziehen. Aber jetzt eine eigene Wochnung suchen, mehr Miete zahlen und dann vielleicht doch bald zu ihm ziehen wäre auch Quatsch. Hier bleiben lässt mich jeden Tag unwohler fühlen.
Darauf zu waren, daß seine Tochter bzw. seine Kids durch psychologische Betreuung etwas gefestigt werden in ihrem Verhalten kann ja unter Umständen auch längere Zeit dauern - mit Sicherheit.
Ich weiß daß mir da niemand so wirklich helfen kann. Vielleicht wollte ich einfach auch nur mal kurz Frust los werden.
Am liebsten würde ich meine Kids packen und mir im Norden eine Reetdachkate suchen und weg von allem - wieder zur Ruhe kommen, aber das geht so einfach natürlich nicht (da hätte der Papa der Kids wohl was dagegen). Danke fürs Lesen!

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18. Juli 2018 um 18:05

Danke euch.. ja, das sagt auch mein Verstand, daß das Zusammenziehen zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall gut für mich und die Kids wäre.
Das Herz sagt natürlich was anderes

Ich weiß natürlich, daß es dann auf Dauer für die Beziehung ewig so weiter gehen wird. Ist dann für die Zukunft einfach dann nur die Frage, ob mir das auf Dauer für eine Beziehung reicht. Abhängig bin ich nicht von ihm. Ich kann ganz gut alleine sein und habe auch einen grossen Freundeskreis, mit denen ich mich ab und an treffe. Das würde eine eigene Wohnung auch vereinfachen. Im Moment sitze ich jeden Abend, wenn die Kids im Bett sind, im Wohnzimmer und kann weder in die Küche noch ins Bad, da das Zimmer der beiden direkt nebenan liegen. Das nervt natürlich auch tierisch. Geschweige denn Besuche von Freunden zu empfangen - das fällt zur Zeit komplett flach.

@colen41: Mit dem Vater meiner Kinder habe ich keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Ein Umzug in den oOrden würde deshalb nicht gehen weil es 600km entfernt wäre.. darum hätte er sicher was dagegen Der Norden wäre einfach mein absolutes Traumziel.

Ich bin bei meinem Partner angestellt und verdiene sehr gut bei ihm. Ich kann auch meine Arbeitszeiten so gestalten, daß ich nur dann arbeite wenn meine Kinder in der Schule/Kindergarten sind. Nachmittags und am Wochenende, wenn sie da sind, habe ich dann immer Zeit für sie. Das ist Gold wert und würde bei keinem anderen Arbeitgeber so flexibel möglich sein. Wir haben alles rechtlich korrekt geregelt mit Arbeitsvertrag etc. Ich habe also nicht mehr oder weniger Rechte und Pflichten als jeder andere Arbeitnehmer bei ihm.


 

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18. Juli 2018 um 18:10
In Antwort auf Reetdachkate78

Danke euch.. ja, das sagt auch mein Verstand, daß das Zusammenziehen zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall gut für mich und die Kids wäre.
Das Herz sagt natürlich was anderes

Ich weiß natürlich, daß es dann auf Dauer für die Beziehung ewig so weiter gehen wird. Ist dann für die Zukunft einfach dann nur die Frage, ob mir das auf Dauer für eine Beziehung reicht. Abhängig bin ich nicht von ihm. Ich kann ganz gut alleine sein und habe auch einen grossen Freundeskreis, mit denen ich mich ab und an treffe. Das würde eine eigene Wohnung auch vereinfachen. Im Moment sitze ich jeden Abend, wenn die Kids im Bett sind, im Wohnzimmer und kann weder in die Küche noch ins Bad, da das Zimmer der beiden direkt nebenan liegen. Das nervt natürlich auch tierisch. Geschweige denn Besuche von Freunden zu empfangen - das fällt zur Zeit komplett flach.

@colen41: Mit dem Vater meiner Kinder habe ich keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Ein Umzug in den oOrden würde deshalb nicht gehen weil es 600km entfernt wäre.. darum hätte er sicher was dagegen Der Norden wäre einfach mein absolutes Traumziel.

Ich bin bei meinem Partner angestellt und verdiene sehr gut bei ihm. Ich kann auch meine Arbeitszeiten so gestalten, daß ich nur dann arbeite wenn meine Kinder in der Schule/Kindergarten sind. Nachmittags und am Wochenende, wenn sie da sind, habe ich dann immer Zeit für sie. Das ist Gold wert und würde bei keinem anderen Arbeitgeber so flexibel möglich sein. Wir haben alles rechtlich korrekt geregelt mit Arbeitsvertrag etc. Ich habe also nicht mehr oder weniger Rechte und Pflichten als jeder andere Arbeitnehmer bei ihm.


 

@derspieltdochblos
Danke für Deine Antwort! Auf "Probe" zu ihm ziehen möchte ich nicht. Der nächste Umzug sollte schon beständig sein. Klar weiss man nie, ob es gut geht. Wir sind ja auch immer am Wochenende (Freitag - Sonntag) bei meinen Partner und seinen Kindern, ich mit meinen Kids zusammen und das klappt wunderbar.
Meine Kinder haben durch die Trennung ja schon einmal einen Ortswechsel durch machen müssen, das will ich ihnen natürlich nicht allzu oft zumuten. Außerdem würde ich auch gerne mal "ankommen" und wohl fühlen wollen..
Haushälterin oder Kinderfrau bin ich nicht für ihn. Er drängt ja nicht darauf, daß ich ihm unter die Arme greifen soll und hat selber Bedenken, daß es mir irgendwann zuviel werden könnte wenn ich bei ihm wohnen würde. Er macht sich da auch so seine Gedanken..

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18. Juli 2018 um 21:10

Danke für Deine deutlichen Worte.
Du lässt ihn wirklich in keinem guten Licht da stehen. Die Gedanken zu ihm zu ziehen kamen in letzter Zeit eher von mir, nicht von ihm. Er ist eigentlich derjenige der zögert.
eben weil ER Bedenken hat, daß es MIR zuviel mit allem werden könnte was ich ja gar nicht abstreite..
Zu meiner Stelle bei ihm: Ich bin ein wenig "unentbehrlich" Ich mache die ganze Büroarbeit seiner beiden Läden, die Dienstpläne, Beratung und Verkauf. Und wenn er in der Wohnung so gar nicht mehr rum kommt zieht er mich im Büro oder Laden ab und dann mache ich halt mal einen Vormittag ein wenig bei ihm sauber. Das ist aber ARbeitszeit! Womit ich mein Geld bei ihm verdiene ist mir gleich. Ob ich am PC sitze oder den ´Putzlappen schwinge Wenn ich am Wochenende bei ihm bin mache ich das übliche an Hausarbeit was halt an so einem Wochenende anfällt. Ich spiele also nicht eine extra große Rolle als Putze.
Er hat mich bisher zu nichts gedrängt: weder bei ihm zu arbeiten, noch bei ihm einzuziehen. Wir haben die letzten 2 Jahre schon sehr viel zusammen durchgemacht: Stress mit seiner Ex-Frau,, Kampf um seine Kinder, Aufbau seines zweiten Ladens.. das sind nur ein paar kleine Beispiele. Er hat sich vor kurzem erst einen Van gekauft daß wir auch Ausflüge zu sechst machen können ohne immer mit 2 Autos fahren zu müssen. Nicht jeder Mann ist unsensibel und will eine Frau über den Tisch ziehen.. Ich habe durch meine gescheiterte Ehe auch schon so einiges erlebt. Das fühlt sich zu 100% "anders" an.

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18. Juli 2018 um 21:13

Ach ja.. die Wochenenden. Klar kracht es da zwischen den Kids mal. Mühe geben ist so eine Sache: Wir leben an den Wochenenden sozusagen unseren Familienalltag. Sonst bleibt ja im "normalen" Alltag keine Zeit dafür. Gerade da kommen viele Problemchen auf den Tisch, die sich unter der Woche angesammelt haben. Seine Kids beschweren sich zB bei mir über ihn, weil sie ständig und immer arbeiten sollen (Spülmaschine einräumen, Tisch decken etc.) Ich finde wir als Erwachsene sind einfach authentisch, egal ob es Wochenende ist oder nicht. So gut kenne ich uns jetzt schon. Und manchmal gibt es Krach oder Streitereien. Bei 4 Kids ist das ja nicht zu vermeiden Aber das ist halt Familie wie sie lebt

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18. Juli 2018 um 21:19

Sorry.. noch was fällt mir dazu ein: Der Sinn bei ihm einzuziehen: wir hätten mehr gemeinsame Zeit (Abends) , ein gemeinsames Familienleben. Und an den Wochenenden bin ich IMMER bei ihm und seinen Kids. Entweder bin ich alleine dort oder ich bin mit meinen Kids übers Wochenende bei ihm.
Klar kann man nie einschätzen, was auf einen zukommt. So ist das Leben. Ich bin sehr dankbar für solche offenen Worte. Manchmal denkt man aber auch zuviel nach und steht sich damit selbst im Weg, aber bei mir hängen eben auch noch meine Kinder dran. Fazit: Ich werde mir glaub ich eine eigene Wohnung suchen, sehen wie und ob die Therapien bei seinen Kids anschlagen und ein wenig abwarten. Auch wenn sich das alles noch ein Jahr oder mehr hinzieht. Es war auch die Rede davon, seine Scheune neu aufzubauen und daraus einen Wohnraum zu machen. Wir hätten dann getrennte Wohnungen aber eine gemeinsame Terrasse als Verbindung. Die Idee ist auch umsetzbar und machbar, braucht aber auch noch längere Zeit mit Planung, Geld usw. Im Vordergrund stehen nun mal erst die Kinder, daß sie eine gewisse Stabilität bekommen und er tut sich damit ja selbst auch einen Gefallen.

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18. Juli 2018 um 22:04

Bist Du Dir da sicher,er würde seiner Lebenspartnerin GEhalt und Sozialleistungen weiterzahlen

So etwas kommt öfters vor, sogar Ehegatten werden gegen normales Gehalt angestellt
in der Firma. Das ist nichts außergewöhnliches.

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