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Partner hat Kind aus früherer Beziehung

10. April 2013 um 20:22

Hallo,
ich bin neu in diesem Forum und durch eine alte Diskussion über dieses Thema hier her gekommen.
Ich habe folgende Situation:
Ich bin seit etwas über einem Jahr mit meinem Freund zusammen, deren Sohn (gerade 3 Jahre alt geworden) bei ihm bzw. uns wohnt. Ich bin nicht jeden Tag dort, da ich woanders studiere / wohne, aber ich kenne den Kleinen nun schon über ein Jahr, er mag mich und wir haben eigentlich eine gute und enge Beziehung. Ich glaube, dass ich ihm wichtig bin und er spricht auch oft über mich. Ich habe ihn lieb und bringe ihm auch gerne was mit usw. und knuddel ihn auch gerne.
Nur manchmal bekomme ich so blöde Gefühle, bin eifersüchtig und fühle mich im Nachhinein wie ein Monster. Manchmal habe ich das Gefühl, sobald der Kleine irgendwas macht, was zeigen könnte, dass er mich nicht mag - was ja nicht stimmt - bin ich sauer, verletzt und hab keine Lust auf ihn.
Eigentlich sind wir eine Familie, mein Freund und ich wollen heiraten und er stellt mich und den Kleinen auch auf die gleiche Stufe. Und es stört mich sehr, dass ich solche Gefühle habe. Z. B. wenn ich nicht bei ihnen zu Hause bin, mit meinem Freund telefoniere und er mir erzählt, dass der Kleine und er ins Bett gehen, dann werde ich manchmal innerlich so sauer und aggressiv; ich weiß auch nicht, das kann doch nicht sein...
Eigentlich läuft es so gut mit uns Dreien und ich hoffe so sehr, dass ich mich "einkriege". Ich habe auch das Gefühl, dass es besser geworden ist, aber es stört trotzdem noch.

Wenn jemand in einer ähnlichen Situation ist oder einen Rat weiß, würde ich mich sehr freuen, wenn wir uns austauschen können. Ich brauche Hilfe, aber keine Beiträge, die mir sagen, wie bescheuert meine Gefühle sind, das weiß ich selbst.

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11. April 2013 um 14:00


"dass der Kleine und er ins Bett gehen, dann werde ich manchmal innerlich so sauer und aggressiv;"

Was genau macht dich daran wütend?

Ich hab etwas Probleme dir zu folgen, weil ich nicht wirklich nachvolziehen kann, was dich stört...

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11. April 2013 um 15:03

Der Sohn
deines Partners lebt bei ihm. Also wusstest du von Anfang an, daß dein Freund ein Kind hat. Er kann es dir nicht verschwiegen haben. Ich möchte keinen Partner mit Kind. Aber wenn ich von Beginn an weiß, daß ein Mann schon Nachwuchs mit einer anderen Frau hat, dann liegt die Entscheidung bei mir ob ich mich auf ihn einlasse oder nicht. Du hast dich auf ihn eingelassen, also finde ich es nicht fair sich jetzt darüber zu beschweren.

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29. Mai 2013 um 21:36

Ich kann Dich so gut verstehen!
Hallo lillrose100,

Du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen und schon gar nicht bescheuert. Beiträge wie die unteren, dass man ja schließlich vorher weiß, dass der Mann ein Kind hat, möchte ich eigentlich gar nicht argumentieren. Wenn man immer wüßte wie sich Situationen wirklich anfühlen, dann wäre das Leben ja langweilig

Deine Eifersucht ist völlig normal und auch die von Zweifeln geplagten Gefühle.
Jeder wünscht sich eine Partnerschaft, in der man zusammenwächst und ein gutes Team bildet. Bei einem Partner mit Kind ist da jedoch "etwas", was ersteinmal die Festigung der Partnerschaft schwierig werden lässt und oft kaum Raum lässt seine Gefühle als kinderloser Part rauszulassen oder Dinge einzufordern. Ein sehr sensibles Thema, denn schließlich hat es ja das Kind schon schwierig genug und muss beschützt werden und man will dem Partner nicht vor den Kopf stossen.
Ich habe selber vor drei Jahren meinen Mann kennengelernt. Seine damals fast vierjährige Tochter hat die Hälfte der Zeit bei ihm gewohnt. Sie waren eine Einheit; er hat sie aus Schuldgefühlen sooooo verwöhnt und alles für sie getan. Es war mehr als schwierig damit zurecht zu kommen. Ich habe manchmal ihn gehasst, sie gehasst, mich alleine gefühlt, mich total unverstanden gefühlt....es war schwierig....er musste lernen zu verstehen, dass wir Zeit zusammen brauchen und er das auch wirklich will. Er musste verstehen, dass ich nicht alle Begeisterung über seine Tochter mit ihm teilen muss und dass es für mich andere Themen gibt. Ich musste lernen einfach gewisse Gewohnheiten zwischen den beiden zu akzeptieren, aber auch klar zu kommunizieren, was ich von ihm erwarte, wenn mich etwas stört (z.B. ich möchte langfristig, dass deine Tochter alleine in ihrem Bett schläft und nicht bei uns...)

Mittlerweile haben wir seit 8 Monaten einen gemeinsamen Sohn. Es ist für mich seitdem einfacher geworden; ich bin nicht mehr "alleine", aber die Gefühle zu der Situation schwanken immer noch, da es nun mal immer schwieriger sein wird als in einer normalen Familie. Ich werde diesem Kind nie die Toleranz, Liebe und Geduld wie bei meinem eigenen Kind aufbringen können und das macht es oft anstrengend. Ich habe inzwischen sehr viel über Patchwork gelesen und es dauert oft Jahre bis man so etwas wie richtige Familie empfindet. Dem kann ich nur zustimmen. Rückblickend hätten wir uns Hilfe holen sollen; einer der zwischen uns vermittelt. Dann wären wir schneller und mit weniger "Schmerzen" auf den Weg gekommen, auf dem wir uns jetzt befinden.
Ich wünsche Dir alles gute und ganz viel Kraft.

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