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Partner finanziell aushalten?

5. September 2014 um 17:45 Letzte Antwort: 7. September 2014 um 12:45

Huhu liebes Forum,

mein Problem kurz geschildert;
Mein Partner und ich sind seit etwas über 2 Jahren ein glückliches Pärchen. Leider geht es ihm finanziell sehr schlecht als Handwerker. Er arbeitet rund um die Uhr, teilweise 12 - 14 Stunden täglich, auch am Wochenende. Trotzdem kommt er finanziell einfach nicht bzw. sehr schlecht über die Runden.
Bei mir ist das völlig anders. Ich habe studiert, habe mich hoch gearbeitet und verdiene gut das 4fache seines Gehalts. Eine gemeinsame Wohnung, die ihn finanziell entlasten würde (er zahlt viel zu viel für seine kleine Wohnung), ist in etwa einem Jahr in Aussicht.
Oft unterstütze ich ihn finanziell. Ich bezahle sicherlich nicht seine Rechnungen, aber Aktivitäten oder mal die Shoppingeinkäufe gehen schon mal auf meine Kosten. Ihm ist das immer sichtlich unangenehm, er fragt mich auch nie, ob ich diese Kosten übernehme, aber ich tue es, weil es mir leid tut, dass er sich abbuckelt und trotzdem nichts leisten kann. Wenn wir essen gehen, zum Beispiel, zahlen wir immer getrennt. Ich finde es nicht schlimm, dass ein Mann nicht für mich zahlt. Immerhin bin ich unabhängig und emanzipiert.
Jedoch schleicht sich an manchen Tagen dieses seltsame Gefühl ein.. Soll ich sowas wirklich übernehmen? Immerhin arbeite ich hart für das Geld.. Ich beschenke ihn gerne und sehe ihn glücklich, aber ich finde es hört sich schon fast so an, alsob ich mir einen Toyboy halten würde. Wie seht ihr das? Wie ist das bei euch?
Ich finde es super, dass mein Partner kein Problem damit hat, dass ich auch zukünftlich die Hauptverdienerin sein werde. Ich kann keinen überstolzen Macho an meiner Seite gebrauchen. Auch wenn er nur "Handwerker" ist und ich meinen Universitätsabschluss habe, funktioniert es bei uns wunderbar. Trotzdem macht mir die finanzielle Zukunft etwas Sorgen. Er hat kaum Chancen auf mehr Gehalt.. Meint ihr, dass unsere Beziehung gut gehen kann, wenn ich jetzt schon ein seltsames Gefühl habe, wenn ich für uns beide zahle ?
Warum ist das anders rum kein Problem? (Immerhin ist es für Männer auch nicht schlimm, wenn sie für Frauen mitzahlen - es gibt soviele Hausfrauen, die aus der Tasche des Mannes leben)
Sagt mir, was ihr denkt!

Ganz liebe Grüße

Lisa

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5. September 2014 um 18:12

Was denn?
achja? was bereitet dir denn sorgen?

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5. September 2014 um 18:14

Emanzipation
wo ist das Problem ? ich mein er arbeitet ja, er liegt ja nicht faul rum und läßt sich aushalten, also wo ist das Problem wenn du ihm unter die arme greifst ?
Wenn man jemanden liebt macht man das gerne, so funktioniert eine Partnerschaft/Beziehung, man hilft sich gegenseitig, und das nicht für ein danke, sondern einfach weil man es möchte.

Ich sehe eher ein Problem darin das du dich fragst ob die Beziehung einen Sinn macht nur wegen einem finanziellen Ungleichgewicht, ziemlich materialistischen denken deinerseits.

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5. September 2014 um 19:41

Als Mann
kann ich dich in dem Punkt verstehen und ich gehöre zu den Männern für die es nicht selbstverständlich ist für Frauen zu zahlen. Mir ist es in dem Punkt immer wichtig festzustellen, ob man mit einem Menschen zusammen ist der einen versucht auszunutzen. Seit dem Ende meines Studiums habe ich so einige Frauen kennengelernt die versuchten durch mich einen höheren Lebensstandard zu erreichen. Solche Frauen fand und finde ich ziemlich abstoßend.
Meine jetztige Partnerin verdient auch weniger als ich, deutlich sogar, aber ich habe bei ihr nie das Gefühl gehabt sie nutzt mich aus. Wenn du das bei deinem Freund nicht hast und deine einleitende Behauptung "ein glückliches Pärchen" stimmt, sehe ich keine Probleme. Und dein komisches Gefühl kommt wahrscheinlich einfach daher, dass ihr die Umkehrung des traditionellen Rollenbildes lebt - etwas das auch heute noch relativ selten ist.

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5. September 2014 um 20:29

Hallo!
Entscheidend ist ja was du für ein Gefühl hast.

Ich hatte einen Lebensgefährten, der nix mitbrachte. Hoch verschuldet, Unterhaltzahlungen hatte er zu leisten. Hat er aber nie, das heißt, es liefen immer mehr Schulden an.

Für mich vom Kopf her eigentlich ein no go. Aber man war ja so verliebt. Zu guter Letzt wollte er auch noch gerne mit in mein Grundbuch aufgenommen werden.

Man riet mir hier damals sehr Unterschiedliches. Eine Seite war so in Richtung Liebe. Man trägt alles mit...

Die anderen fassten sich nur an den Kopf.

Nun gibt es ja zu deinem Freund gewichtige Unterschiede. Er steht solide in Lohn und Brot. Er hat ein Schamgefühl, wenn es darum geht, dass du ihm was ausgibst.

Ich denke, wenn du jetzt einen Mann hättest, der alles mittragen könnte, wäre das für einen Moment schön für dich, würde dir das Gefühl von normaler Ausgewogenheit geben. Längerfristig würdest du dich höchstwahrscheinlich an deinen jetztigen Lebeensgefährten zurückerinnern. An seine Einzigartigkeit.

Ich fände es ein wenig grotesk aus diesem Grund die Beziehung zu beenden.

Das eure Beziehung tragfähig ist liegt für mich in den von mir vorher genannten Aspekten. Ich denke, wenn ihr mal Kinder hättet, wäre dein Freund sicher in der Lage euch für eine Weile zu tragen. Deine Aussage erinnert mich ein wenig an mich: Man hält sich unheimlich an den negativen Aspekten einer Beziehung fest.

Solange du noch sagen kannst, du kannst dir für dich etwas schönes gönnen, ohne dass dein Freund missgünstig guckt, wäre das alles für mich in Ordnung. Er kommt eigenverantwortlich für sich, seine Rechnungen auf. All das war bei uns nicht selbstverständlich. Trotzdem bin ich noch lange bei diesem Idioten geblieben und vielleicht wäre ich es noch heute. Ich konnte mich ganz gut abgrenzen. Aber schon alleine mal ein Wellnessbad mit ner Freundin besuchen, kristallisierte sich zu einem Riesenproblem. Das scheint ja alles bei euch nicht so zu sein.
Ich musste ein Essen mit ner Freundin verschweigen. Einfach weil er sonst missgünstig gewesen wäre.

Überlege mal, ob es wirklich so ein Highlight, die ultimative Befriedigung für dich wäre, wenn dein Freund nun finanzkräftig wäre. Es währt nicht lange. Das kann ich aus Erfahrung sagen.




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5. September 2014 um 20:47

Ihr seit doch in einer Partnerschaft
oder sehe ich das falsch? Also wo ist das Problem, wenn du für ihn mitzahlst? Seid ihr nun zusammen oder nicht? Für meinen Verlobten und mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass jeder mal zahlt, bzw. dass wir nicht darüber diskutieren wer nun die Restaurantrechnung übernimmt, wer den Einkauf bezahlt oder o.ä. Über den Punkt wo alles Finanzielle strikt getrennt ist, sollte man irgendwann mal weg sein. Dein Freund hat nun mal die Arschkarte gezogen mit seinem Job. Er arbeitet hart und es wird nicht genug entlohnt. Da kann er nichts für..., somit liegt er dir bestimmt auch nicht auf der Tasche, bzw du musst ihn nicht aushalten!
Das du aber ein komisches Gefühl hast, weil er "kaum Chancen auf mehr Gehalt" hat, finde ich persönlich bescheuert.
Frag dich einfach mal was mit deiner Definition von Beziehung und Liebe nicht stimmt, wenn du das Gelingen deiner Beziehung davon abhängig machst, ob er irgendwann mehr verdienen wird oder nicht und das obwohl ihr ja wohl nicht am Hungertuch nagen werden, wenn du so gut verdienst...

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5. September 2014 um 21:28

Österreich
Nicht vergessen zu erwähnen, dass du von Österreich redest

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5. September 2014 um 22:54

Die Diskussion
hatten wir schonmal

Und zu deinen Zahlen, bei 3200 Brutto bleiben 2000 Netto übrig. Bei 2000 rund 1350.

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5. September 2014 um 23:48

Nicht wirklich
auch in Ö bleiben von 3200 Brutto 2000 übrig, zumindest wenn ich es richtig ausgefüllt habe.

https://bruttonetto.arbeiterkammer.at/

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6. September 2014 um 17:03

Ich würde
einfach mit ihm darüber reden (hilft eigentlich immer). Auf keinen Fall würde ich das Thema "den Meister machen" ansprechen, weil er dann unter enormen Druck steht "aufzuholen". Und mal ehrlich: wenn d das vierfache eines Handwerkergehalts verdienst, dann frage ich mich, warum er nicht zu Hause bleibt und eure 12 Kinder versorgt

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6. September 2014 um 19:52

Ich machs mal kurz
Von Deinen niedrigsten Angaben (!2 Stunden, 6 Tage die Woche) ausgehend würde Dein Partner bei MINDESTLOHN mehr verdienen als das deutsche Durchschnittseinkommen.

Aber als Handwerksgeselle dürfte er irgendwas zwischen dem 2,5 bis 3,5 fachen verdienen. Ich weiß ja leider nicht, in welcher Branche er tätig ist.

Also, Deinen Job, den hätte ich auch gerne!

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6. September 2014 um 22:18

Finanziell aushalten? Nein!
Also ganz ehrlich mich würde es schon stören, wenn ich die Hauptverdienerin wäre. Ich finde der Mann sollte mehr verdienen als die Frau, da ich als Frau mal Kinder haben möchte und dementsprechend dann erstmal gar nicht arbeiten werde und später dann Teilzeit. Somit muss er ein gewisses Einkommen haben.

Ich weiß jetzt nicht was dein Freund verdient, aber 1000 - 1500 netto wären definitiv zu wenig.

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6. September 2014 um 22:38

Natürlich sind sie liebenswert
ich habe auch nie behauptet, dass diese Menschen, die weniger verdienen nicht liebenswert sind.
Dem einen ist es wichtig, dem anderen nicht. Für mich ist es halt wichtig.

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6. September 2014 um 22:54

Da bist du aber selber schuld!
Du schreibst selber er bittet dich nicht darum etwas für ihn zu bezahlen, du tust es einfach. Und beschwerst dich hier im Forum darüber, dass es dir vorkommt als würdest du ihn "aushalten".

Also entweder unterlässt du es in Zukunft oder du musst dir einen Mann suchen der mit dir finanziell auf Augenhöhe ist und du gar nicht auf diesen Gedanken kommst!

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7. September 2014 um 8:26
In Antwort auf johana_12383124

Finanziell aushalten? Nein!
Also ganz ehrlich mich würde es schon stören, wenn ich die Hauptverdienerin wäre. Ich finde der Mann sollte mehr verdienen als die Frau, da ich als Frau mal Kinder haben möchte und dementsprechend dann erstmal gar nicht arbeiten werde und später dann Teilzeit. Somit muss er ein gewisses Einkommen haben.

Ich weiß jetzt nicht was dein Freund verdient, aber 1000 - 1500 netto wären definitiv zu wenig.

Emanzipation
Deine Aussage, dass du auf jeden Fall daheim bleiben willst und ein Mann niemals mehr verdienen sollte, als du, finde ich fürchterlich. Das entspricht heutzutage nicht mehr den Normen. Deine Vorstellungen stammen vermutlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Wir Frauen wollen emanzipiert sein, aber die meisten verhalten sich nicht so! Sag mir, was gibt DIR das Recht (statt deinem Mann) zuhause zu bleiben und sich auf die faule Haut zu legen und von dem Geld zu leben, was dein Mann mit nach Hause bringt? Ich selbst bin eine Frau und der Meinung, dass es egal ist, ob Mann oder Frau zuhause bleibt. Wieso auch nicht? Es gibt tolle Väter, die sich Zuhause um das Kind kümmern. Und tolle Frauen die Karriere machen.
Ich hab durch die Beiträge eure Ansichten erfahren und finde, dass ihr Recht habt. Selbstverständlich verdient er kaum etwas. Aber ich habe dank ihm die Chance, Karriere und Familie zu verbinden. Was gibt es besseres?

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7. September 2014 um 9:50

Die ganze Geschichte
ergibt einfach keinen Sinn.

Warum verdient er mit seinen 70-100 Stunden Arbeit pro Woche nur so wenig?
Selbständig um seine Existenz kämpfen muss er schließlich nicht, er bekommt ja Gehalt.
Und mit Mindestlohn wird er sich auch nicht abgeben müssen.
(Selbst damit würde er nicht schlecht verdienen, bei dem Arbeitspensum)

Sag doch spaßenhalber mal, was er angeblich verdient.

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7. September 2014 um 12:39
In Antwort auf imen_12377904

Emanzipation
Deine Aussage, dass du auf jeden Fall daheim bleiben willst und ein Mann niemals mehr verdienen sollte, als du, finde ich fürchterlich. Das entspricht heutzutage nicht mehr den Normen. Deine Vorstellungen stammen vermutlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Wir Frauen wollen emanzipiert sein, aber die meisten verhalten sich nicht so! Sag mir, was gibt DIR das Recht (statt deinem Mann) zuhause zu bleiben und sich auf die faule Haut zu legen und von dem Geld zu leben, was dein Mann mit nach Hause bringt? Ich selbst bin eine Frau und der Meinung, dass es egal ist, ob Mann oder Frau zuhause bleibt. Wieso auch nicht? Es gibt tolle Väter, die sich Zuhause um das Kind kümmern. Und tolle Frauen die Karriere machen.
Ich hab durch die Beiträge eure Ansichten erfahren und finde, dass ihr Recht habt. Selbstverständlich verdient er kaum etwas. Aber ich habe dank ihm die Chance, Karriere und Familie zu verbinden. Was gibt es besseres?

Es ist fürchterlich,
dass du eine andere Meinung, die nicht deinen Vorstellungen entspricht so runter machst.
Wo habe ich bitte gesagt, dass ich mich auf die faule Haut legen möchte? Nach der Geburt möchte ich 1-2 Jahre zu Hause bleiben und mich um das Baby kümmern. Und danach Teilzeit wieder anfangen. Teilzeit + Haushalt+ Kind kümmern + Bedürfnisse des Mannes, kann man wohl kaum als ein faules Leben bezeichnen.
Klar kann auch der Mann sich die Auszeit nehmen und sich um das Kind kümmern und die Frau geht arbeiten. Soll jeder so machen wie er es möchte. Jeder kann sein Leben so gestalten wie er es möchte. Es gibt kein Richtig und Falsch.


Was ich jetzt nicht verstehe ist, wo ist hier dein Problem? Oben beschwerst du dich, dass es dir zu bedenken gibt, dass dein Partner so wenig verdient, aber dann sagst du, dass es ja nicht so wichtig ist und er dir somit die Chance gibt Karriere und Familie zu verbinden.
Somit besteht ja kein Problem. Du kannst euer Kind bekommen und dein Freund bleibt dann zu Hause und kümmert sich um das Kind, während du Karriere machst.

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7. September 2014 um 12:45

Oh man ,
ich sage doch nicht, dass alles Geld ist.
Natürlich reicht Geld allein nicht aus, um glücklich zu werden.
Aber man kann doch nicht leugnen, dass es ohne Geld auch nicht geht. Von Liebe allein kann man auch nicht leben.

Ich habe einen gewissen Standard und möchte den auch beibehalten. Was ist daran schlecht?
Urlaub machen, auf Konzerte & ins Kino gehen, Theater besuchen, den Kindern in Zukunft etwas bieten können, in Restaurants essen gehen usw ...... alles kostet Geld.

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