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Partner benötigt viel Freiraum und fühlt sich eingeengt

15. März 2010 um 13:50 Letzte Antwort: 17. März 2010 um 6:52

Hallo Ihr Lieben,
folgender Sachverhalt:

mein Freund und ich sind jetzt seit über einem Jahr zusammen und soweit läufts eigentlich recht gut, bis auf, dass wir mit unserem ständigen Rumgezicke, relativ häufig Streitigkeiten hervorrufen wg. eigentlich mehr oder weniger Nichtigkeiten. Natürlich nicht immer, aber gelegentlich sind die Gründe dafür eher Kleinkram. Ich verstehe mich ja selbst nicht. Meistens versuche ich wirklich gelassen zu bleiben bei Unstimmigkeiten, aber es klappt einfach nicht. Manchmal regt mich sein Verhalten einfach nur auf. Ich rege mich so schnell, so leicht auf, dass ich es dann einfach raus lassen muss, und dann ist es passiert. Er ist genervt und wird laut und ich bin verärgert und fühle mich missverstanden.

Ein ganz wichtiger Punkt bei uns, dass er verdammt viel Freiraum benötigt und sich schnell eingeengt fühlt. Er möchte sich weder was sagen lassen, noch vorschreiben lassen was wir zusammen machen, wann wir was machen usw. Er ist ein sehr selbstständiger Mensch und eigentlich scheinbar nicht wirklich auf eine Partnerschaft angewiesen, würde sein Leben auch gut ohne meistern. Er möchte für sich alleine sein, Dinge ohne mich tun und einfach auch mal auf Abstand gehen können, weil er seine Ruhe braucht. Und da ist der entscheidende Knackpunkt bei uns. Er schafft es immer wieder, mir zu verdeutlichen, dass man auch in einer Partnerschaft seinen eigenen Weg geht und er ein selbstständiger Mensch ist, der sich nicht nach anderen richten oder irgendwas von anderen abhängig machen sollte. Ich hingegen denke da in eine ganz andere Richtung. Und auf Grund dieser Unstimmigkeit fühle ich mich öfter irgendwie einsam trotz Beziehung, missverstanden und gelegentlich ungeliebt, was bei mir schlechte Laune und Zickerein verursacht. Ich habs schon öfter erwähnt, aber er versteht mich einfach nicht. Er versteht es nicht, wie ich, als selbstständiger Mensch, so von jemandem abhängig sein kann und nicht ohne ihn auskomme. Aber das bin ich nicht. Ich bin nicht abhängig von ihm und mache von ihm auch nichts abhängig. Ich habe nur sehr starke Gefühle, von Anfang an. Und die sind immer noch genauso groß, wie damals. Das hat bei mir nicht nachgelassen. Deswegen fühlt er sich wahrscheinlich von meiner Liebe erdrückt und eingeengt. Das ist ein Teufelskreis. Ich nenne mal zwei Beispiele, wo ich Euch bitten möchte, das von beiden Seiten zu durchleuchten und zu überlegen, was Ihr davon haltet:

1.Gemeinsam ins Bett gehen. Ich kann ohne ihn schlecht schlafen und finde es sehr schön, ihn neben mir zu haben, wenn ich einschlafe. Das beruhigt mich und gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Er hingegen braucht mich nicht zum Einschlafen und kann auch gut ohne mich. Er guckt lieber noch lange Fernsehen oder sitzt mit dem Laptop auf der Couch. Wenn ich dann gegen 1 Uhr aufwache und er immer noch im Wohnzimmer sitzt, ärgere ich mich manchmal darüber, dass er nicht bei mir ist. Das sind so ca. 4 Abende in der Woche, wo ich alleine ins Bett gehe. Natürlich hat er das Recht dazu, wenn er nicht müde ist und die wenigsten Partner haben einen gleichen Schlafrhythmus, aber ich komme schwer damit aus.

2.Am Sonntag war er den ganzen Tag, bei Kumpels. Er ist gegen 11:00 Uhr losgefahren, und ich bin zu meinen Eltern. Ich habe ihm gesagt, dass ich gegen 16:30, spätestens 17:00 Uhr wieder da bin und es schön finden würde, wenn er dann auch am Wochenende zu der Zeit eintrifft. Als ich nach Hause kam, war er aber nicht da. Er kam dann irgendwann gegen 17:40. Natürlich war ein Rumgezicke von mir total übertrieben und nicht wirklich gerechtfertigt, aber ich habe mir halt in dem Moment gedacht. Wir haben Wochenende, und ich würde gern auch noch etwas Zeit mit ihm verbringen. Ich habe mich darauf gefreut, von ihm begrüßt zu werden. Stattdessen, war er nicht da. Als ich ihm dann die Tür aufgemacht habe, war ich etwas angepisst und hab halt gefragt, warum er nicht da war. Und er wurde gleich laut und hat mich zusammengestaucht mit der Begründung, er sei ein eigenständiger Mensch und müsse sich nicht nach mir richten.
Ja, ich bin eine Zicke und ja, ich neige zu übertriebenen Reaktionen. Das mag ich gar nicht abstreiten. Aber es wäre schön, einmal von Euch zu hören, was Ihr darüber denkt.

Ich weiß, dass ich an meinem Verhalten etwas ändern muss, aber es fällt mir verdammt schwer mich bei manchen Situationen zusammen zu reißen. Und wenn ichs rauslasse, fühle ich mich halt einfach besser, als wenn ichs runterschlucken würde.

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15. März 2010 um 14:53

Du stellst Dir selbst ein Bein
Es ist nunmal so, dass er wie von Dir beschrieben ein recht selbstständiger und einzelgängerischer Typ zu sein scheint. Leider bist Du dadurch in der Zwickmühle, da Du anders tickst bzw. durch Deine Gefühle doch in eine Art Abhängigkeit rutschst. Im Prinzip stellst Du Erwartungen an Deinen Partner, welche für ihn nicht so eine hohe Priorität darstellen und je mehr Du zickst, desto mehr zieht er sich zurück - verständlich.
Du hattest bereits zu Anfang geschrieben, dass er auch gut ohne Beziehung auskommt. Nunja, kann einerseits viell. eine "Schutzäußerung" sein, andererseits mag es stimmen. Und bei Letzterem bleibt Dir nichts anderes übrig, als sein Verhalten irgendwo zu akzeptieren bzw. wichtig ist, dass Ihr beiden REDET. Offenbare ihm Deine "Erwartungen" bzw. Wünsche und schau, wie er reagiert bzw. ob er bereit ist, da etwas auf Dich ein- und zuzugehen. Ich finde es blödsinnig, dass er sich von Anfang an so verhält nach dem Motto "Friss oder Stirb". Dass jeder seine Freiräume und Hobbies etc. hat oder benötigt, ist klar. Aber dennoch sollte man eine Partnerschaft haben und wenn Du diese anders definierst als er, gibts eben besagtes Problem. Du hast Dich bereits sehr einsichtig gezeigt bzgl. Deiner Überreaktionen, find ich gut und ist ja auch ein Ansatz für ein Gespräch. Es gibt ja Gründe, warum es in Dir so brodelt.
Also redet darüber und versucht eine Lösung zu finden...sollte er allerdings weiterhin auf seinem Freiheitsdrang beharren, dann musst Du Dir Gedanken machen, inwieweit Du damit zurecht kommst, zumal ich dann sogar seine Gefühle Dir gegenüber in Frage stellen würde.

Viel Glück!

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17. März 2010 um 2:17

Re "Partner benötigt Freiraum..."
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass man sich nicht allein mit seinem emotionalen Müll rumschlagen muss und wieviele doch die gleichen Probleme haben.

@juanita1988
Danke für deinen tollen Beitrag, der hilft ungemein weiter. Ich vergaß dass das der beste Weg ist den Mann aus der Reserve zu locken und werds auch wieder angehn , obwohl ich mir sicher bin dass das nen harter Kampf wird da Frauen ja doch ein großes Bedürfnis an Liebe und Zuwendung haben.

@sonnenschein568
Oh man wie sehr kann ich das nachfühlen, gerade auch das zusammen ins Bett gehen und was zusammen erleben. Im Moment merk ich das selbst, dass ein Mann sich entfernt um so mehr man ihn unter Druck setzt und quasi "nervt"
Ich werde das tun was ich schonmal gemacht habe und was juanita auch meinte, mich zurückziehn und abwarten bis er von sich aus kommt. Das kann ich dir nur auch empfehlen, da es wirklich funktioniert. Männer sind Eroberer und mögen es eher weniger, wenn man sich ihnen vor die Füsse wirft

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17. März 2010 um 6:52

Er lässt sich
nicht verbiegen, warum solltest du es tun?

ok, in manchen situationen hast du etwas überreagiert, aber nicht, weil du unbedingt streiten wolltest, sondern weil du traurig warst, dass er sich nicht genauso viel mühe gibt wie du.

nimm nicht alles auf deine schulter, er ist genauso "schuld" daran, dass ihr so viel zofft, denn auch er könnte dir entgegen kommen und mal von seinem "lonely wolf" getue ablassen.

lass dich nicht abspeisen mit, dass du zickig bist und klammerst etc. aber du kannst auch mal versuchen ihn komplett in ruhe zu lassen. verplane doch mal dein WE mit deinen freundinnen und komm gar nicht nach hause. leb auch mal dein eigenes leben...er sollte dann merken, dass das nicht wirklich eine partnerschaft ist.

denn auch in einer partnerschaft bleibt jeder er selbst, aber man geht einen gmeinsamen weg.

ich höre bei dir stark heraus, dass er es nicht schafft, bei dir ein "wir-gefühl" zu erzeugen. das verunsichert dich und genau das bewirkt, dass du zickig wirst, weil du nicht glücklich bist.

die entscheidende frage ist (und bitte nimm dir das zu herzen!):
kann er dir das geben, was du brauchst?

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