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Panik vorm Zusammenziehen.

28. Dezember 2011 um 12:30

Leute ich brauch mal ein paar Ratschläge.

Meine Beziehung war in den letzten Monaten ein ziemliches Auf und Ab. Mein Freund ist selbständig und steht nun kurz vor dem Bankrott. Der Verkauf des Ladens kann sich locker 2 Jahre hinziehen. Dementsprechend ist seine Laune. Ich kann das ja auch alles verstehen, aber es ist gerade nicht ganz einfach. Er rast von einer Emotion in die Nächste (leicht reizbar, schmeisst dann z.B. sein Handy an die Wand, ist wütend auf alles und jeden etc.)

Leider sieht es finanziell so mies aus, daß er die Stromrechnungen nicht mehr bezahlen konnte und nun soll am 3.1. der Strom abgestellt werden. Da sein Haus mit auf dem Geschäftsgelände liegt, gibts dann auch dort keinen Strom mehr. Also sitzt er dann im Dunkeln. Er hat noch versucht einen neuen Anbieter zu finden, aber die wollen 2000 Euro Vorschuss. Was eigentlich nicht so das Problem wre, aber die Bank hält alle Überweisungen zurück und prüft diese erst. Wenn die das Geld nicht freigeben sitzt er in ein paar Tagen im Dunkeln.

Wir hatten bislang eine Fernbeziehung und ich konnte somit vor seinen Launen "fliehen". Diese Pausen brauchte ich auch einfach. Gestern rief er dann an und meinte, daß es wohl nicht hinzukriegen ist und ob er dann bei mir "unterschlüpfen" darf. Natürlich kann er das. Wir sind fast 2 Jahre zusammen und ich lass ihn sicherlich nicht hängen.

Ich habe seit ich ihn kenne davon geträumt mit ihm zusammen leben zu können. Aufgrund unserer Berufe und weil ich eine Tochter habe, wäre das in den nächsten Jahren einfach nicht machbar gewesen und somit haben wir darüber auch nie gesprochen. Und jetzt steht es unmittelbar bevor. Und wenn nicht am 3.1., dann wird er den Laden trotzdem nur noch maximal 4 Wochen haben und dann bei mir sein.

Ich habe schiss ohne Ende. Seit 6 Jahren lebe ich allein mit meinem Kind (ich hatte zwar 2 Beziehungen in der Zeit, aber eben ohne zusammen zu leben) und nun sitze ich hier und grübel und grübel.

Er hat dazu noch einen großen Hund. Den habe ich auch. Allerdings sind das 2 Rüden und ganz so einfach ist auch das nicht. Die verstehen sich einigermaßen, kloppen sich aber hin und wieder eben. Ich will meinen Hund nicht ständig zu meinen Eltern bringen müssen. Das tue ich derzeit, wenn er bei mir ist, aber das sind ja immer nur 2 Tage alle 2-3 Wochen.

Dann wird er natürlich trotzdem seine Probleme haben (das Problem "Laden" wird sich ja nicht morgen in Luft auflösen) und daher wird sich seine Laune wohl auch nicht so schnell ändern. Ich glaube sogar, daß es dann noch schlimmer wird. Er ist Niederländer, spricht kaum deutsch und würde ganz von 0 wieder anfangen müssen. In einem fremden Land, mit einer fremden Sprache, keine Freunde, keinen Job und diese Niederlage im Nacken. Klar werde ich ihm erstmal einen Kurs bei der VHS besorgen, aber ob das reicht um in nächster Zeit einen Job zu finden? Er wird bei sich wohl erstmal gemeldet bleiben und nur bei mir unterschlüpfen. Wir haben über absolut NICHTS gesprochen. Ich hab keine Ahnung wie das laufen soll und davon eine Menge.

Meine Tochter (13) ist einen "Mann im Haus" auch absolut nicht gewohnt. Er wiederum ist es gewohnt, daß die Menschen tun was er will. Er war halt der Chef. Und auch ich habe ziemlich verlernt mich anzupassen. Seit 6 Jahren mache ich was ich will. Meine Tochter und ich sind ein super Team - alles läuft von selbst zuzusagen.

Langsames annähern, sich öfter sehen z.B. ist ja in unserem Fall nicht machbar. Es geht nur ganz oder gar nicht.

Wir verstehen uns ansonsten super, haben viel Spaß zusammen und ich lieb ihn auch sehr. Wenn wir Urlaub haben und 2 Wochen am Stück zusammen sind, läuft es auch. Dann will ich meist gar nicht dass er wieder geht.

Aber ich hab solche Angst, daß das schief geht weil alles so überstürzt passiert. Davon mal ganz abgesehen müsste ich ihn die ersten Wochen wegen allem an die Hand nehmen. Logischerweise. Aber das wird ihm wenig gefallen und dann hab ich vielleicht einen depressiven und total genervten Menschen hier hocken.

Vielleicht mach ich mir auch viel zu viel Gedanken. Möglich.

Ich hätte ihn natürlich wirklich gerne hier, aber das absolut nichts geregelt ist, macht mich ganz nervös. Und die Zeit irgendwas vorzubereiten hat er einfach nicht. Er arbeitet derzeit 12-14 Stunden. Der ist platt abends.

Als ich damals mit meinem Ex zusammen gezogen bin, war er vorab eh schon ständig bei mir. Da mussten nur ein paar Klamotten rübergefahren werden. Da hatte ich auch nicht so eine Panik. Naja, mein Ex ist im Gegensatz zu meinem Freund aber auch sowas wie Baldrian. Den hat nichts aus der Ruhe gebracht. Mein Freund dagegen ist so gestresst, daß da schon Kleinigkeiten ausreichen und er flippt aus.

Hat hier jemand Erfahrung mit sowas und kann mir vielleicht ein paar Tips geben wie wir das hier am Besten regeln?

Hängen lass ich ihn auf keinen Fall. Aber vielleicht gibts ja ein paar Möglichkeiten die uns den Anfang erleichtern.





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28. Dezember 2011 um 14:59

Danke dir
Ja, es schweisst auch zusammen. Ich weiß eigentlich recht viel von ihm, kenne ihn in sämtlichen Lebenslagen etc. Das wäre normalerweise sicherlich noch nicht der Fall nach 2 Jahren Beziehung auf Distanz.

Ich hab einfach nur Angst, daß er mir 1. erzählen will was ich zu tun und zu lassen habe und 2. davor, daß er unser recht harmonisches Miteinander (und das ist mir einfach wichtig) mit seinen Launen kompliziert macht. Es ist ja nicht so, daß ich als Alleinerziehende auf Rosen gebettet bin und habe auch meine Problemchen. Aber ich komm gut zurecht so wie es ist. Derzeit dreht sich halt alles um ihn und da brauch ich meine Auszeiten um meine Sachen zu regeln und zur Ruhe zu kommen. Die hab ich dann nicht mehr.

Er ist eh schon ein recht nervöser Charakter und ich bin eher ruhig. Wir gleichen uns zwar oft aus, aber manchmal brauch ich dann eben Abstand von ihm, damit ich mich davon nicht mitreissen lasse. Den Abstand hab ich aber nicht mehr, wenn er bei mir wohnt.

Bleibt wohl wirklich nur eins: Ausprobieren. Wenns dann nicht klappt hab ich wenigstens die Gewissheit, daß ich mit ihm nicht auskomme. Besser jetzt als nach 10 Jahren.

Ich hab mir jetzt mal einen Zettel geschnappt und mir aufgeschrieben was ich definitiv NICHT haben möchte, wenn er hier ist. Fängt bei "Haushalt ist Frauensache" an und hört bei "auch gestresst kann man mal die Ruhe bewahren" wieder auf. Ein paar Regeln müssen definitiv her.

Seine Ex ist 13 Jahre jünger als ich. Als sie bei ihm einzog war sie gerade 20 und hat sich mehr nach ihm und seinen Wünschen gerichtet. Das funktioniert bei mir aber altem Huhn aber nicht. Ich hoffe er weiß das.






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28. Dezember 2011 um 16:48
In Antwort auf fleance1

Danke dir
Ja, es schweisst auch zusammen. Ich weiß eigentlich recht viel von ihm, kenne ihn in sämtlichen Lebenslagen etc. Das wäre normalerweise sicherlich noch nicht der Fall nach 2 Jahren Beziehung auf Distanz.

Ich hab einfach nur Angst, daß er mir 1. erzählen will was ich zu tun und zu lassen habe und 2. davor, daß er unser recht harmonisches Miteinander (und das ist mir einfach wichtig) mit seinen Launen kompliziert macht. Es ist ja nicht so, daß ich als Alleinerziehende auf Rosen gebettet bin und habe auch meine Problemchen. Aber ich komm gut zurecht so wie es ist. Derzeit dreht sich halt alles um ihn und da brauch ich meine Auszeiten um meine Sachen zu regeln und zur Ruhe zu kommen. Die hab ich dann nicht mehr.

Er ist eh schon ein recht nervöser Charakter und ich bin eher ruhig. Wir gleichen uns zwar oft aus, aber manchmal brauch ich dann eben Abstand von ihm, damit ich mich davon nicht mitreissen lasse. Den Abstand hab ich aber nicht mehr, wenn er bei mir wohnt.

Bleibt wohl wirklich nur eins: Ausprobieren. Wenns dann nicht klappt hab ich wenigstens die Gewissheit, daß ich mit ihm nicht auskomme. Besser jetzt als nach 10 Jahren.

Ich hab mir jetzt mal einen Zettel geschnappt und mir aufgeschrieben was ich definitiv NICHT haben möchte, wenn er hier ist. Fängt bei "Haushalt ist Frauensache" an und hört bei "auch gestresst kann man mal die Ruhe bewahren" wieder auf. Ein paar Regeln müssen definitiv her.

Seine Ex ist 13 Jahre jünger als ich. Als sie bei ihm einzog war sie gerade 20 und hat sich mehr nach ihm und seinen Wünschen gerichtet. Das funktioniert bei mir aber altem Huhn aber nicht. Ich hoffe er weiß das.






Hey, da schreib ich mal meine Meinung hierzu!
Ich denke, dass Regeln her müssen, wenn ihr zusammen zieht.

Ihr müsst euch beide eben erst einmal an die neue Situation gewöhnen, wenn ihr Zusammen wohnt. Du solltest ihm klar zu verstehen geben, dass du ab und zu eine kleine Auszeit für dich und auch für deine Tochter brauchst. Wenn er ein so nervöser Charakter ist (was ich übrigens sehr gut kenne! ) solltest du aber auch dafür Verständnis aufbringen! Es ist sein Charakter, du hast ihn so kennen gelernt! Er hat aber nunmal eine absolut schreckliche Zeit momentan vor sich, geht pleite! Das steckt niemand weg, selbst wenn er ein total ruhiger Charakter wäre. Ich denke du solltest ihm regelmäßig wenn ihr dann zusammen wohnt, Relaxmomente verschaffen. Deine Tochter bei ihrer Besten Freundin übernachten lassen und dann gemütlich in die Badewanne. Er braucht dich in der momentane Situation mehr denn je! Wenn alles toll ist in der Beziehung, kann jede Beziehung überstehen, aber die Schwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen, ist doch das eigentliche Ziel!

Ach und zum Thema zwei Rüden: Die beiden würden denke ich nur die ersten Wochen stress machen! Auf keinen Fall am Anfang deinen Hund zu deinen Eltern geben, sondern von Anfang an ihn dabei haben! Die beiden immer zueinander lassen, wenn es knallt, das gehört bei Hunden oftmals dazu, dann knallen lassen und nur einmischen wenn Blut fließt. Meist sind Rangeleien nur Poltereien ohne wirkliche Probleme! Die müssen dann erst einmal ausdiskutieren wer von beiden Rang höher ist. Ich denke dass sich das nach einiger Zeit legt! (Habe auch zwei Hunde, allerdings zwei Hündinnen).

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28. Dezember 2011 um 21:55

Danke für die Info
Sowas weiß ich alles gar nicht. Kann er sich denn ohne Job so einfach hier anmelden? Was ist dann mit seinem zu erwarteten Arbeitslosengeld in NL? Ich google jetzt erstmal nach der Freizügigkeitsbescheinigung. Sowas hab ich noch nie gehört.

Oder wäre es sinnvoller einen Zweitwohnsitz anzumelden? Das wäre meine Idee gewesen.

Er hat in NL noch sein Haus und kann ja nicht einfach abhauen.. Laden und Haus müssen ja noch verkauft werden und so lange wollte er dort eigentlich gemeldet bleiben und sozusagen erstmal "auf Besuch" bei mir wohnen bis es mit der Sprache einigermaßen klappt und er sich Arbeit suchen kann.

Sein Haus wird wahrscheinlich eh von der Bank geschluckt werden, aber das wissen wir jetzt alles noch nicht.

Der Akutfall konnte heute zum Glück abgewendet werden und die Sache mit dem abgestellten Strom ist erstmal vom Tisch. Aber trotzdem wird in den nächsten Wochen irgendwann die Tür geschlossen werden und dann ist er wohnungslos. Die Bank wird das nicht mehr lange mitmachen. Die haben gestern schon angekündigt, das wohl keine 4 Wochen mehr aufschieben zu wollen.

Er hat noch einen Bekannten der zufällig hier bei mir um die Ecke auf Montage ist. Eventuell kann der ihn auch beruflich erstmal unterbringen. Dann wäre er auch nicht völlig unter "Fremden".

Wie gesagt... die Organisation steht noch irgendwo bei Null. Wenn es in den nächsten Wochen wirklich akut wird, werde ich wohl eh so einige Stunden am Telefon hängen um rauszukriegen wo wir anfangen müssen. Aber erstmal muss das Finanzielle gesichert sein. Ich werd es definitiv nicht packen 3 Leute zu ernähren.

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29. Dezember 2011 um 13:22
In Antwort auf fleance1

Danke für die Info
Sowas weiß ich alles gar nicht. Kann er sich denn ohne Job so einfach hier anmelden? Was ist dann mit seinem zu erwarteten Arbeitslosengeld in NL? Ich google jetzt erstmal nach der Freizügigkeitsbescheinigung. Sowas hab ich noch nie gehört.

Oder wäre es sinnvoller einen Zweitwohnsitz anzumelden? Das wäre meine Idee gewesen.

Er hat in NL noch sein Haus und kann ja nicht einfach abhauen.. Laden und Haus müssen ja noch verkauft werden und so lange wollte er dort eigentlich gemeldet bleiben und sozusagen erstmal "auf Besuch" bei mir wohnen bis es mit der Sprache einigermaßen klappt und er sich Arbeit suchen kann.

Sein Haus wird wahrscheinlich eh von der Bank geschluckt werden, aber das wissen wir jetzt alles noch nicht.

Der Akutfall konnte heute zum Glück abgewendet werden und die Sache mit dem abgestellten Strom ist erstmal vom Tisch. Aber trotzdem wird in den nächsten Wochen irgendwann die Tür geschlossen werden und dann ist er wohnungslos. Die Bank wird das nicht mehr lange mitmachen. Die haben gestern schon angekündigt, das wohl keine 4 Wochen mehr aufschieben zu wollen.

Er hat noch einen Bekannten der zufällig hier bei mir um die Ecke auf Montage ist. Eventuell kann der ihn auch beruflich erstmal unterbringen. Dann wäre er auch nicht völlig unter "Fremden".

Wie gesagt... die Organisation steht noch irgendwo bei Null. Wenn es in den nächsten Wochen wirklich akut wird, werde ich wohl eh so einige Stunden am Telefon hängen um rauszukriegen wo wir anfangen müssen. Aber erstmal muss das Finanzielle gesichert sein. Ich werd es definitiv nicht packen 3 Leute zu ernähren.

Hey,
Na es ist ja schon mal gut, dass ihm nicht der Strom jetzt von heute auf morgen abgestellt wird.

Wann seht ihr euch denn das nächste Mal wieder?

Wenn das mit dem Job des Kumpels, der auf Montage ist, klappen würde, wär ja schon mal eine große finanzielle Last genommen, denke ich mal?

Halt uns weiter auf dem Laufenden, wie es weiter geht.

LG

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30. Dezember 2011 um 1:35


Du schreibst immer sooo tolle Beiträge!

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