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OT: Sollte ich kündigen oder bin ich zu empfindlich?

8. August 2012 um 15:09 Letzte Antwort: 11. August 2012 um 21:40

Hallo an Alle,


Erstmal sorry für den langen Text und schonmal danke fürs Lesen!
Ich trage seit einiger Zeit ein Anliegen mit mir herum, dass mich fast wöchentlich beschäftigt, es geht dabei um meinen derzeittigen Job.
Dazu vorab ein paar Worte:

Ich bin Diplomkauffrau habe seit ein paar Monaten einen Job als Personalreferentin in einem Start-Up. Dort hatte ich erst ehrenamtlich zeitweise ausgeholfen, da ich eine Bekannte dort habe und das Unternehmen dringend Hilfe in diesem Bereich brauchte.
Wie es so oft ist, haben solch kleine Unternehmen nicht das Budget und meist macht irgendwer anders dann die Personalarbeit.
Bereits als ich dort neben meinem bisherigen Job ausgeholfen habe (ich habe mich zu dieser Zeit ohnehin gerade in mehreren Unternehmen für diesen Bereich beworben), fragten sie mich, ob ich dort fest anfangen möchte.
Da dort auch mal locker 50 Stunden gearbeitet wird und ich ehrlich gesat auch ein ungutes Gefühl dabei hatte, lehnte ich ab. Weiterhin hatten sie zum damaligen Zeitpunkt noch eine andere Angstellte im Personal, die sie sozusagen ohne ihr Wissen loswerden wollten. Allein die Tatsache, dass diese garnichts davon wusste, hat mich endgültig abgeschreckt dort anzufangen.
Nun hatte ich aber zu diesem Zeitpunkt keinen Job im Personalbereich, also meinem Fachgebiet, sondern nur einen normalen Job und befand mich noch in der Bewerbungsphase.
Auf eine erneute Bitte der Geschäftsleitung (alle um die 25) habe ich dann vor knapp einem Monat doch fest dort angefangen. Ich habe einen 30Stunden-Vertrag und kann mir meine Zeiten einteilen, ich muss sagen, dass das doch sehr reizvoll für mich ist und die Arbeist ansich ja auch Spaß macht.

Ein gutes Gefühl in Bezug auf Mitarbeiter und Personalpolitik hatte ich jedoch von vornherein nicht, da über viele Mitarbeiter schlecht gesprochen wurde und die Leitung die besten Mitarbeiter für einen sehr mageren Lohn will. Da macht das Recruiting auch nicht wirklich Spaß.

Wertschätzung wird weder Mitarbeitern noch Bewerbern vermittelt, Die Geschäftsleitung kritisierte (wie so oft Mitarbeitern), dass er niemals!!! Absagen schicken würde, das koste doch Zeit. Selbst meine Kollegen waren sehr erstaunt und pflichteten mit bei, das sowas keien Art sei, vor allem dann wenn das Unternehmen doch die besten Leute möchte. Der Geschäftsführer ist auch gerade mal 25 Jahre alt und man hört sehr viele Dinge, die er will, aber nichts was er den Mitarbeitern bietet. Er sagt immer nur "man lerne in einem Start-Up doch soviel", für Kritik ist er auch nicht wirklich offen.


Wie gesagt, die 30 Stunden finde ich toll, Work-Life-Balance ist super, dennoch finde ich den Führungsstil und das Verhalten der Leitung sehr stümperhaft und schlecht und bin auch nicht wirklich gerne dort. Die Leitung kritisiert auch unter anderem mich vor anderen Mitarbeitern. Bereits vor einigen Wochen wollte ich alleine deswegen schon gehen und sprach meine Kündigung aus, da kam die Leitung reumütig an, fährt nun aber schon wieder dieselbe wenig wertschätzende Schiene.
Lob für mich widerfährt nur hinter verschlossener Tür, dann zwar in den höchsten Tönen, aber vor den Mitarbeitern werde ich permanent kritisiert.

Nun überlege ich, diesmal wirklich zu kündigen und zu gehn, bin aber sonst mit den Arbeitszeiten sehr zufrieden, das Gehalt ist schlecht. Ich weiss nun nicht, ob ich einfach zu sensibel bin und mir einfach ein dickeres Fell zulegen sollte oder ob ich gehen sollte, bevor es noch schlimmer wird und damit die Geschäftsleitung vielleicht auch etwas lernt. Denn wenn ich bald gehen würde, würde niemand den Bereich des Personals übernehmen können und nur so besteht auch ein Lerneffekt für die Leitung. Ich weiss, dass dort viele Mitarbeiter am Limit arbeiten und ich selber stehe überhaupt nicht hinter solch einer Hardliner-Personalpolitik.

Wenn ich kündige, stehe ich vielleicht ertsmal ohne Job da. Mein Lebenslauf ist allerdings sehr gut, ich hab ein Diplom mit 1 und bin finanziell auch abgesichert.

Wie ist eure Meinung?
Sollte ich enfach etwas gelassener werden oder mir das nicht mehr gefallen lassen?

Vielen Dank im Voraus!

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8. August 2012 um 18:12

Warum sollte
es Personalern auch anders gehen? Wie beruhigend.

Was ist denn dein Job dort?
"Wertschätzung wird weder Mitarbeitern noch Bewerbern vermittelt, Die Geschäftsleitung kritisierte (wie so oft Mitarbeitern), dass er niemals!!! Absagen schicken würde, das koste doch Zeit."
Ist es nicht dein Job als Personaler den Bewerbern Absagen zu schicken? Darin könntest du dann auch einen Hauch an Wertschätzung dazupacken aber aus eigener Erfahrung weiß ich zur Genüge, dass das doch sowieso nur hohle Floskeln sind. Oder siehst du das anders wenn dir alle sagen, dass deine Qualifikationen gut sind aber sie dich nicht wollen und sie dir natürlich alles Gute wünschen? Wie ernst willst du sowas denn nehmen? Nach der zehnten Absage fühlst du dich nur noch verarscht.
Oder meinst du Wertschätzung in den Vorstellungsgesprächen? Dann sollten sich die Bewerber nochmal überlegen ob sie unter den bedingungen arbeiten wollen, denn sie werden sicher merken welcher Ton dort herrscht. Könnte aber ja alles aber auch schon ein Belastungstest sein den Personaler mit Vergnügen machen.

Zurück zum Thema: Was machst du denn als Personaler wenn du nicht (auch) die Absagen an die Leute verteilst die die Geschäftsleitung nicht will?

Wenn dir das Gehalt und der Umgang zu mies sind aber zumindest Arbeitszeit und Work-Life-Balance (Kunststück bei 30h) passen, könntest du doch aus dieser Position Bewerbungen schreiben ohne vorab zu kündigen. Wenn dir was über den Weg läuft wo du anfangen möchtest und könntest, kannst du immer noch (für deinen jetzigen Chef aus heiterem Himmel) kündigen.

Suche aus der "sicheren" Position, die immerhin etwas Geld und Erfahrung liefert und kein Loch im Lebenslauf hinterlässt (mögen Personaler überhaupt nicht wie du sicher weißt), nach einer neuen Stelle.

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9. August 2012 um 0:04

Danke
Erstmal danek an JungleJulia und Coole.

@Kuschro:

Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Wenn du nur Absagen bekommst, dann solltest du mal darüber nachdenken woran das liegt?

Denn wenn ein bisschen was im Köpfchen hast, dann wüsstest du, dass die Personaler zwar die Absagen schicken, aber nicht die alleinigen Entscheider sind.

Wenn du dir nur verarcht vorkommst, dann lass doch einfach mal deine Bewerbungsunterlagen checken.

Mein Lebenslauf ist gesichert

Und an welcher Stelle sollte ich mit Wertschätzung beitragen?

Schön, dass du dir ein Urteil bildest ohne die genaue Sachlage zu kennen.

Denn dann wüsstest du, dass ich tagtäglich der Leitung predige, dass man gute Leute nur bekommt udn hält wenn man ihnen auch etwas bietet.

Aber ich weiss garnicht ob das Sinn macht, es dir zu erklären, denn aus dir spricht der pure Frust und keine Sachlichkeit.

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9. August 2012 um 1:23

Erst mal was neues finden
Nie kündigen bevor man was neues hat. So lange wirst du das bestimmt noch durchhalten.

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9. August 2012 um 8:34

Hallo Elena,
willkommen im echten Leben! Alles, was du beschrieben hast, entspricht der Realität in fast der gesamten deutschen Wirtschaft. 25 jährige Rotzblagen in Outlet-Store-Anzügen, deren größtes Vorbild Michael Douglas in seiner Rolle des Gordon Gekko ist, entnervte Personaler, die vergeblich eine Matrix aus einander widersprechenden Anforderungsbausteinen basteln wollen und Feigheit vor dem Freund, wo man den lieben, lieben Mitarbeiter, ach so geschätzte Stütze des Unternehmens, mal ganz dezent nach Feierabend oder ohne sein Wissen absägt. Im Sandkasten der Start-up-Unternehmen sind die Charaktere einfach nur etwas überspitzter und jünger, aber prinzipiell läuft es in der ganzen Wirtschaft so. Bei Banken und Versicherungen, oder der beim deutschen Arbeitnehmer besonders beliebten petrolblauen Bank mit angeschlossener Elektroabteilung ist das Managergeschmeiß einfach einige Jahre älter und befasst sich neben den vorbeschriebenen Tätigkeiten noch hauptsächlich mit der möglichst raffinierten Auswahl eines möglichst prestigeträchtigen Firmenwagens, aber das war es dann auch schon an Unterschieden.

Che Guevara wurde ja leider schon zur Strecke gebracht, ansonsten würde ich sagen "viva la revolucion, socialismo o muerte!"...

Im Effekt kannst du gerne in deinem Unternehmen bleiben, solange du mit Bezahlung, Dienstwagen und Spielpartnern einverstanden bist. Besser wird es anderswo nämlich nicht.

Freundliche Grüße,
Christoph

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9. August 2012 um 18:01
In Antwort auf elena198228

Danke
Erstmal danek an JungleJulia und Coole.

@Kuschro:

Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Wenn du nur Absagen bekommst, dann solltest du mal darüber nachdenken woran das liegt?

Denn wenn ein bisschen was im Köpfchen hast, dann wüsstest du, dass die Personaler zwar die Absagen schicken, aber nicht die alleinigen Entscheider sind.

Wenn du dir nur verarcht vorkommst, dann lass doch einfach mal deine Bewerbungsunterlagen checken.

Mein Lebenslauf ist gesichert

Und an welcher Stelle sollte ich mit Wertschätzung beitragen?

Schön, dass du dir ein Urteil bildest ohne die genaue Sachlage zu kennen.

Denn dann wüsstest du, dass ich tagtäglich der Leitung predige, dass man gute Leute nur bekommt udn hält wenn man ihnen auch etwas bietet.

Aber ich weiss garnicht ob das Sinn macht, es dir zu erklären, denn aus dir spricht der pure Frust und keine Sachlichkeit.

Zur Info:
Ich habe eine Stelle.

Doch nach dem Studium einer Fachrichtung die angeblich jetzt schon nur so von Fachkräftemangel gebeutelt ist und unsere Regierung Anfang August aufgrund der vielen offenen Stellen genau in diesem Bereich die Zuwanderungshürde auf unfassbare 35000 p.a. gesenkt hat, war ich vor 1-2 Jahren erstmal sieben Monate arbeitslos.
Übrigens habe ich mit einem Diplom mit einer 1 vor dem Komma an einer Universität, die in der ersten Exzellenzinitiative zur "Eliteuni" ernannt wurde, abgeschlossen.

Es kamen teils so tolle Floskeln wie: "Mit großem Interesse haben wir ihre Bewerbung zur Kenntnis genommen." Für mich ist "zur Kenntnis nehmen" alles andere als positiv formuliert. Und sowas kommt mit Sicherheit aus der Personalabteilung wenn es nicht sowieso schon automatisiert ist.

Es kamen so tolle Dinge wie absolut leere Mails ohne Anrede und Grußformel wo die Nachricht (Absage) sich in einem Anhang befand. Ansonsten war die Mail wie gesagt völlig leer.

Es kamen Hinhaltetelefonate die sich über 8 Monate hinzogen. Es war eine der ersten Firmen bei denen ich mich beworben hatte und als ich in meinem ersten Arbeitsmonat war kam dann doch irgendwann mal eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, das ich dann natürlich abgelehnt habe.

Per Post verschickte Bewerbungsmappen und Bewermungsfotos kamen teils zerknittert zurück, so dass man nichmal das Bild wiederverwenden konnte. Da fühlt man sich und seine Mühe die Bewerbung an die Firma anzupassen doch sehr gewertschätzt...

Das sind nur einige wenige Beispiele.

Ich habe in den 7 Monaten sicher über 100 Bewerbungen geschrieben und meine Unterlagen auch mehrmals überarbeitet (Tipps bakam ich auf Kontaktmessen) bis heute haben sicher 10% nie geantwortet.



Sicher sind die Personaler nicht die alleinigen Entscheider aber sie sind die Kontaktpunkte zu der Firma und könnten die vom Bewerber geforderte Höflichkeit und Kommunikationsettikette (korrektes Anschreiben, Grußformel) zumindest selbst einhalten. Insofern hast DU es in der Hand die Wertschätzung gegenüber dem Bewerber auszufrücken indem du einfach das, was du von einem Bewerber an Kommunikationsfähigkeiten erwartest und verlangst, selbst einhältst. Ein "Bewerbung zur Kenntnis genommen" ist nicht gerade höflich!

Wenn dein Lebenslauf einwandfrei ist (Als Personaler weißt du sicher wie du ihn gut aussehen lässt), dann kündige doch wenn es dir in der Firma nicht gefällt.
Ich jedenfalls würde mich, wie schon in meinem vorherigen Beitrag gesagt, aus der aktuell sicheren Position mit Einkommen heraus bewerben und nicht erst kündigen und dann erst was neues suchen.

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9. August 2012 um 18:04

Sie hat
wegen mir und auf mich angepisst reagiert. Nicht auf dich.

An dich gerichtet war lediglich die erste Zeile, auch wenn dein Nick falsch bzw. nicht vollständig geschreiben ist.

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11. August 2012 um 21:38

@Kuschro
Hallo Kuschro,

Ich verstehe deine Ausführungen zwar, finde es aber schade, dass du nicht differenzierst.

Die Beispiele die du gibst, rechtfertigen deinen Ärger, dennoch sind solche Verhaltensweise keine gängige Praxis von Personalern.

Ich sage dir mal, wie ich es als Personalerin handhabe:

Zunächst bekommt jeder Bewerber und jede Bewerberin eine Eingangsbestätigung.

Natrülixh schreiben wir auch viele Absagen, da wir pro Tag um die 20 Bewerbungen bekommen und nicht jeden berücksichtigen können.

Wir schreiben dazu keinen 3-Zeiler, sondern ein sehr nettes und ausführliches Absageschreiben.

Weiterhin geben wir auf Wunsch immer ein persönliches Feedback.
Heisst, bei Rückfragen rufen wir den Bewerber zurück und erklären ihm auch die Hintergründe einer Absage.

Das erfolgt natürlich nur auf Wunsch und natürlich können wir nicht bei jeder Absage einen Bewerber anrufen, zumal man auch gestehen muss, dass es einzelne Bewerber gibt, die sich nicht sonderlich Mühe geben.

Aber gerade bei Bewerbern, gegen die wir uns nach einem ersten Gespräch entscheiden, bekommen immer das Angebot eines persönlichen Feedbacks, worüber sich viele sehr freuen.

Da ich selber in einem Personaler Netzwerk bin, weiss ich, dass viele es auch so handhaben und glaub mir, auch ich ärgere mich, wenn ich keine Rückmeldung von einem Unternehmen bekomme und solche Hinhalteverfahren stehen auch bei uns Personalern unter harter Kritik.

Ich verstehe daher deine Denkweise, tue mich aber schwer zu glauben, dass das die Mehrheit der Personaler so macht.

Vielmehr hört ich dein Post etwas frustriert an und ich hoffe, du strahlst diesen nicht bei Vorstellungsgesprächen aus.

Es ist mittlerweile leider so, dass auch gut qualifizierte Leute suchen müssen, da die Konkurrenz in vielen Bereichen groß ist.

Gkaube mir, auch ich habe einen 1er Abschluss und einen guten Lebenslauf, Diplomarbeit wurde publiziert und ich mache viel im Ehrenamt und spreche 2 Sprachen.

Dennoch muss man damit leben, dass man auch Absagen bekommt.

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11. August 2012 um 21:40

@Coleen
Ich bezog mich mit der Kritik auf Kuschro, hatte mich im ersten Post auch oben direkt für deinen Post bedankt.

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