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OT: schlechtes Gewissen. Zweite Oma tot, nicht so traurig wie bei der ersten.

10. Juli 2011 um 14:30 Letzte Antwort: 10. Juli 2011 um 16:25

Hallo.

Ich brauche irgendwie einen Rat oder so... Letztes Jahr ist meine eine Oma gestorben, sehr plötzlich, und es war sehr sehr schlimm für mich weil wir uns wirklich nahe standen.

Nun ist meine zweite Oma gestorben. Natürlich bin ich sehr traurig. Aber die Trauer ist lange nicht so groß wie letztes Jahr... Weil ich mit der ersten Oma viel mehr Zeit verbrachte habe, gerade in meiner Kindheit. Die zweite Oma habe ich nur ein paar mal im Jahr gesehen, wir standen uns nicht so nahe... Aber ich habe sie doch trotzdem lieb! Ich habe so ein schlechtes Gewissen... wie geht man damit um? Das ist doch nicht in Ordnung, um die eine Oma mehr zu trauern als um die zweite...

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10. Juli 2011 um 14:34

...
Und wer schreibt einem nun genau vor, über wen man wieviel zu trauern hat?

Du schreibst ja selbst, ihr standet euch nicht nahe. Ja warum trauerst du dann wohl nicht so sehr?
Überleg mal, warum man eigentlich trauert. Für mich ist das unter anderem auch großteils eine Reaktion darauf, aus der Gewohnheit herausgerissen zu werden. Und je mehr man mit einem Menschen zu tun hatte, desto stärker ist die plötzliche Veränderung natürlich.

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10. Juli 2011 um 14:38
In Antwort auf esterya1

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Und wer schreibt einem nun genau vor, über wen man wieviel zu trauern hat?

Du schreibst ja selbst, ihr standet euch nicht nahe. Ja warum trauerst du dann wohl nicht so sehr?
Überleg mal, warum man eigentlich trauert. Für mich ist das unter anderem auch großteils eine Reaktion darauf, aus der Gewohnheit herausgerissen zu werden. Und je mehr man mit einem Menschen zu tun hatte, desto stärker ist die plötzliche Veränderung natürlich.

Irgendwie graut mir aber vor
der Beerdigung. Da ging es mir letztes Jahr richtig mies. So wird es mir diesmal nicht gehen. Das heißt ich habe nicht nur ein schlechtes Gewissen mir bzw. meiner Oma, sondern auch den Verwandten gegenüber, die dann denken, mir hätte an der zweiten nicht so viel gelegen. Hinzu kommt, dass ich mir jetzt tatsächlich Gedanken darüber mache, wie mein Image als "trauernder Enkel" ist, das ist doch so egoistisch!!! Ach scheiße das ist echt zu viel grade...

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10. Juli 2011 um 14:39
In Antwort auf merve_12440613

Irgendwie graut mir aber vor
der Beerdigung. Da ging es mir letztes Jahr richtig mies. So wird es mir diesmal nicht gehen. Das heißt ich habe nicht nur ein schlechtes Gewissen mir bzw. meiner Oma, sondern auch den Verwandten gegenüber, die dann denken, mir hätte an der zweiten nicht so viel gelegen. Hinzu kommt, dass ich mir jetzt tatsächlich Gedanken darüber mache, wie mein Image als "trauernder Enkel" ist, das ist doch so egoistisch!!! Ach scheiße das ist echt zu viel grade...

Aber danke
für die Antwort! Ich werde nochmal darüber nachdenken...

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10. Juli 2011 um 16:25
In Antwort auf merve_12440613

Irgendwie graut mir aber vor
der Beerdigung. Da ging es mir letztes Jahr richtig mies. So wird es mir diesmal nicht gehen. Das heißt ich habe nicht nur ein schlechtes Gewissen mir bzw. meiner Oma, sondern auch den Verwandten gegenüber, die dann denken, mir hätte an der zweiten nicht so viel gelegen. Hinzu kommt, dass ich mir jetzt tatsächlich Gedanken darüber mache, wie mein Image als "trauernder Enkel" ist, das ist doch so egoistisch!!! Ach scheiße das ist echt zu viel grade...

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Überleg mal, ob deine Oma gewollt hätte, dass es dir "richtig mies" geht.
Und wenn du deine Oma nun nur einmal im Leben gesehen hättest - würdest du dann auch meinen, trauern zu müssen?
Es geht doch nicht um den Verwandtschaftsgrad, sondern um das persönliche Verhältnis. Benimm dich doch einfach der Situation angemessen beim Begräbnis. Keiner will, dass du dich zum Heulen zwingst (ganz abgesehen davon: ich hab nich mal beim Begräbnis meiner Mutter geweint - für mich war das eine Sache, die ich für mich allein bewältigt habe, ohne einen Haufen Zuseher außenrum) - jeder geht anders mit sowas um.

Meine 2 Omas leben noch, und ich bin mir sehr sicher, dass ich um meine Oma mütterlicherseits mehr trauern werde als um die andere. Diese lebt nämlich ganz woanders und ich hab sie seit meinem halben Leben nicht mehr gesehen. Früher hatte ich mit ihr Kontakt aber der brach ab nachdem sie versuchte, mich zu den Zeugen Jehovas zu bringen.
So wie es jetzt aussieht, fühle ich mich, als würde ich da überhaupt nicht trauern.

Ich werde bei Todesfällen von Menschen, die irgendwie mit mir in Verbindung stehen, zu denen ich aber keinen emotionalen Bezug habe, einfach nur melancholisch und hab dann halt ein paar Tage ne Phase, wo ich mehr über Leben und Tod allgemein nachdenke. Aber ich müsste lügen, wenn ich sage, es ginge mir da um die Person selbst - vor allem, wenn es sich um natürliche Tode von alten Menschen handelt... ich finde daran nichts Schlimmes an sich. Ich habe mitbekommen, dass einige alte Menschen richtig erleichtert sind, wenn sie endlich gehen können - besonders wenn sie große Altersbeschwerden hatten.

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10. Juli 2011 um 16:02
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