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OT: Beerdigung des Großvaters

2. Januar 2014 um 19:53 Letzte Antwort: 3. Januar 2014 um 0:18

Vorab: ich weiß, dass das ein sensibeles Thema ist und niemand mir meine letztendliche Entscheidung abnehmen kann.


Kurz vor Weihnachten verstarb mein Großvater. Ich muss dazu sagen, dass ich zur Familie meines Vaters wenig Kontakt hatte, schon immer. Meine Eltern haben sich getrennt als ich drei war, ich wuchs mit einem Stiefvater auf, der mich wie sein eigenes Kind behandelte. Es gab nie wirklichen "Stress" oder ähnliches, aber da wir irgendwann relativ weit weg zogen verlor sich der Kontakt. Mit meinem Vater spreche ich meistens auch nur so maximal vier Mal im Jahr und das fällt dann unter Geburtstag,Weihnachten etc.pp .

Mit meinem Großvater hatte ich noch nie ein enges Verhältnis. Mit Kindern konnte er nichts anfangen, hat meistens in seinem Bastelkeller vor sich hingekramt und hatte kein wirkliches Interesse daran einen Bezug zu uns herzustellen. Wir hatten in den letzten zehn Jahren keinen Kontakt, kein Gespräch, das einzige was ich vor einem halben Jahr noch von ihm mitbekam war dass er sich darüber beschwerte , dass mein Vater mich immer noch ab und zu finanziell unterstützt (studiere noch) und er sich generell über mich beschwerte. Dennoch, ich denke er ist kein schlechter Mensch gewesen...

Nun ist er verstorben und auch wenn es vlt schlimm ist das zu sagen, aber ich habe kaum einen emotionalen Bezug dazu. Als ich die Nachricht bekam war ich kurz geschockt und mir kamen die Tränen, aber es hat mich trotzdem nicht sehr berührt. Ich habe versucht Erinnerungen mit ihm abzurufen, aber es gibt wenige bis keine.

Morgen ist seine Beerdigung. Um teilzunehmen müsste ich mich dem Zug quer durch Deutschland fahren und am gleichen Tag wieder zurück. Finanziell wäre ich da bei 200 Euro und kann mir das so spontan kaum leisten. Ich habe ehrlich gesagt auch Angst vor dem morgigen Tag, da da Teile der Familie sein werden die ich lange nicht gesehen habe und ich weiß nicht wie sie auf mich reagieren werden. Ich habe immer das Gefühl ich werde dort nicht richtig angenommen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass sie es schlecht aufnehmen werden, wenn ich fernbleibe.


Ich vermute es ist pietätlos der Beerdigung des Großvaters nicht beizuwohnen und es könnte natürlich auch gut sein, dass ich irgendwann bereuen werde von ihm nicht richtig Abschied genommen zu haben.

Anderseits bekommme ich Magenschmerzen und eine totale gedankliche Sperre, wenn ich mir ausmale dort morgen zu sein.

Wie seht ihr das?

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3. Januar 2014 um 0:05

Absolution
nein ich denke nicht, da sie mir durch Fremde nicht wirklich weiterhelfen würde und ich sie von der Familie vermutlich nicht erhalten werde. Aber ja, wahrscheinlich würde es mich erleichtern, wenn ein Fernbleiben nicht all zu scharf verurteilt werden würde. Ich weiß nicht genau.

Ich hatte hauptsächlich ein Gefühl, dass ich objektive Meinungen von Außen gebrauchen könnte, da ich es für mich irgendwie nicht ordnen kann und durcheinander bin.

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3. Januar 2014 um 0:18

Ich müsste an dem Tag bestimmt arbeiten!
Unter den Voraussetzungen hätte ich nicht einmal sonderlich viel Interesse dahin zu kommen, wenn die Beerdigung bei mir um die Ecke wäre.

Der bedeutet dir nichts, warum also Interesse vorheucheln?

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