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Online- Spiel-(Sucht?) meines Freundes (WOW)

23. August 2008 um 18:15 Letzte Antwort: 24. August 2008 um 16:34

Hallo,

ich schreibe über das bekannte Online- Rollen- Spiel WOW (World of Warcraft). Kennen manche bestimmt von euch bzw. spielen es vllt. selber.
Mein Freund begeistert sich schon seit Jahren für derartige Spiele, ich überhaupt nicht. Ich habe dafür keine Verständnis. Wir sind schon über 7 Jahre zusammen, sind beide Mitte 20. Eigentlich sonst glücklich, wenn nur dieses Spiel nicht wäre...
Ich verstehe und respektiere das jeder Mann ein Hobby braucht, das will ich ihm auch nicht verbieten.
Seine Zeit die er beim Spielen verbringt variiert immer von Zeit zu Zeit. Im Moment nimmt es wieder recht überhand wie ich finde. Ich habe mal zusammengerechnet das er ca. 60 Std./ Woche dieses Spiel spielt. Er kommt in der Woche meist so um 18.30 Uhr nach Hause und sitzt sofort dran, bis ca. nachts um 1 Uhr. Am Wochenende dann ab mittags bis ca. 2.30 Uhr. Ich gehe immer alleine ins Bett, da kann man sich ja auch ausmalen das es mit dem Sexleben auch nicht so hoch her geht. Wenn er dann seiner "Termine" hat (offizielle Treffen mit anderen in dem Spiel um ein Monster der Gegenseite fertig zu machen), dann flippe ich immer halb aus. Denn da hat er das blöde Headset auf und spricht dann mit den anderen Spielern und ist für mich kaum noch ansprechbar. Zur Zeit ist es halt mit seinen "Terminen" sehr übermäßig. Wir gehen zwar auch miteinander aus und so aber wenn ich krank bin wie zur Zeit dann spielt er halt die ganze Zeit. Letztens wollten wir uns einen schönen DVD- Abend machen, da hat er auch mal wieder einen "Termin" gehabt. Und nächstes Wochenende will er zu einem Treffen nach Braunschweig fahren wo sich die Mitglieder seiner Gruppe treffen. Aber mir gefällt das so gar nicht. Erstens habe ich Angst das er immer mehr in diese WOW- Spiel- Szene abrutscht und zweitens wer weiß ob er nicht eine gleichgesinnte Frau trifft...!?
Haushaltsmäßig unterstützt er mich so lala.
Es passiert am Wochenende öfters wenn ich was gekocht habe, das er es ganz schnell herunterschlingt das es im Spiel weiter geht. Das nervt furchtbar und macht mich traurig. Wenn ich ihn darauf anspreche das er zu viel spielt, meint er nur das er das weiß und sich bessert. Das passiert aber nicht wirklich.
Wir führen schon seit Jahren Diskusionen drüber, aber es schwankt immer zwischen besser und schlimmer.
Ich bin ehrlich gesagt heilfroh wenn er beruflich wieder für ein paar Wochen ins Ausland muss, denn da kommt er vor lauter arbeiten kaum zum Spielen und ich habe zu Hause meine Ruhe.
Wie seht ihr das Ganze? Kennt ihr so was oder ähnliches?
Wie sollte ich damit umgehen? Und würdet ihr euren Mann bzw. Lebensgefährten zu diesem Spielertreffen fahren lassen?

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23. August 2008 um 19:35


Wow ist in einer Beziehung wahrscheinlich nur dann wirklich unproblematisch, wenn beide Partner spielen. (ich muss sagen, dass ich froh bin, dass das bei uns der Fall ist.

Zunächst mal: Ich spiele auch schon seit Release und das seit fast 3 Jahren fast ohne Unterbrechung in einer Raidgilde.

Ich kann verstehen, dass man als Partner durchdrehen möchte, wenn der andere den ganzen Abend am PC hängt (und das natürlich nicht nur einen Abend die Woche). Man sollte das ganze aber trotz allem zumindest ein Stück weit differenziert betrachten.

Das fängt schon bei deinem dritten Satz an: <Ich habe dafür keine Verständnis> Wieso eigentlich nicht? Jedem machen eben andere Dinge Spaß. Wenn man(n) merkt, dass der Partner absolut kein Verständnis für sein Hobby hat und man sich vielleicht auch noch ständig dafür rechtfertigen muss, dann ist man automatisch im Bezug auf dieses seinem Partner gegenüber in einer Abwehrhaltung. Man fühlt sich schnell unter Druck gesetzt, das Hobby erscheint abgewertet etc. Was folgt ist oft genug die Trotzreaktion, genervtsein oder ähnliches.

Vielfach ist WoW einfach eine Fernseh-Alternative. Ich muss zugeben, dass ich besipielsweise nicht gerne TV oder DVD schaue. Ich verbringe diese zeit lieber am Rechner. Da kommt einiges an Zeit zusammen.

Mit "diesen Terminen" meinst du sicher Raids? Als Raidspieler ist es halt auch noch ein wenig anders. Du verabredest dich mit inzwischen 24 früher 39 anderen Leuten zu einer festen Zeit. Sicher ist es für "Nicht-Spieler" schwierig das zu verstehen. (Insbesondere die Tatsache, dass man dann eben KEINE Zeit für etwas anderes hat). Aber vielleicht kann ich dir das mal mit einem Fussball-Vergleich erklären.
Ein Raid ist Teamarbeit. Da wird in dem Moment jeder der Anwesend ist auch gebraucht. Dafür verabredet man sich. 25 Leute nehmen sich in dem Moment nichts vor um gemeinsam zu raiden. Das heißt wiederum, dass man sich bei der eigenen Zeitplanung darauf verlässt, dass die anderen Zuverlässig sind.
Den Raid legt nuneinmal kein einzelner fest. Die Raidzeiten stehen normalerweise meist fest wenn man zu einer Gilde dazustößt. Man selbst muss halt nur entscheiden ob man sich anmeldet oder nicht. Ist letztlich doch nichts anderes als bei einem Sonntäglichen Fussballspiel oder beim Fussballtraining 3 Mal die Woche.

Übers Headset wird nuneinmal kommuniziert. Letztendlich könntest du (wieder der Fussballvergleich) während des Spiels am Sonntag auch nicht auf den Platz rennen und mit ihm reden. Raids brauchen (leider) ab und an auch konzentration. (Während du dich wenn dir dein Freund in die wunderbarste Szene deines Filmes reinquatscht nur alleine ärgerst, haben da eben leider noch 24 andere Leute das Problem, dass sie eventuell wipen und den Mist nochmal machen dürfen (macht ab 10 % richtig Spaß)).
Vielleicht könnt ihr euch ja gemeinsam einigen wann er sich für raids anmeldet und wann nicht. (Wenn er nicht raidet sondern nur so Instanzen spielt (solltest du rausfinden können) sowieso, denn dann sind die Spielzeiten noch viel flexibler. Vielleicht könnt ihr euch einigen, dass ihr zB zusammen kocht am Wochenende und du ihn dafür eine bestimmte zeit konzentriert spielen lässt.
Ansonsten gibts immernoch die Elterliche Freigabe. Mach ihm klar, dass er ab und an Zeit für dich zu haben hat. Wenn er das alleine nicht schafft, kannst du über die Accountverwaltung einstellen, dass er nur noch zu bestimmten Zeiten spielen kann. (zB ab 0 Uhr nicht mehr).


Was das Treffen angeht, sehe ich da kein Problem. Ich glaube, deine Ängste sind da unbegründet. Es gibt keine WOW Spielerszene. Unsere Gilde ist so unterschiedlich, wie es nur sein kann. Juristen, Mediziner, Polizisten, Schüler, Studenten, Hausfrauen, - im Alter von 16-60 mit unterschiedlichsten sonstigen Hobbys Musikgeschmäckern etc.
Zumindest auf unseren Gildentreffen sind Partner aber Grundsätzlich erwünscht. Und das Thema WoW ist eigentlich meist eher am Rande interessant. Vielleicht kannst du ihn ja sogar zum Gildentreffen begleiten.

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24. August 2008 um 14:44

Kenn das problem...
Mein Freund und ich sind auch beide WoW Spieler. Er übertreibts aber auch finde ich. Klar, er ist nur am Wochenende daheim, weil er Soldat ist und unter der Woche nicht spielen kann und dann will er am Wochenende halt aufholen...
Unsere Beziehung leidet aber drunter. Letztens wollten wir zum Beispiel einen schönen gemeinsamen Tag verbringen, ganz romantisch. Wir haben uns am Abend ein Bad eingelassen und alles war perfekt. Er ist dann aber vor mir aus der Wanne gestiegen und als ich rauskam, saß er schon wieder am PC. Ich war dann natürlich sauer und hab gesagt, er könnte doch morgen spielen. Tja, er ist dann von 9 Uhr abends bis 7 Uhr früh (!!!) ohne Pause vorm PC gehangen. Es lief eben gerade so gut, da konnte er doch nicht einfach aufhören...
Wir sehen uns eh nur 2 Tage in der Woche, da muss sowas doch echt nicht sein. Aber bitte.

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24. August 2008 um 16:34

Er ist Suchtkrank,
alles was du beschreibst, spricht dafür. Mangelndes Interesse an anderen Dingen und die
viele Zeit die er mit Spielen verbringt. Flucht aus der Realität. Solange er es nicht erkennt und keinen Handlungsbedarf sieht, bist du auf verlorenem Posten, machst dich zur Co-Abhängigen, indem du Dinge für ihn machst oder übernimmst oder in anbettelst zum Beispiel in Sachen Sex. Wenn du noch nicht gehen möchtest, dann geh wenigstens in eine Angehörigengruppe von Suchtkranken oder such dir im Internet Unterstützung, da gibt es ganz
spezielle Foren. Wege aus der Sucht sind nicht
unmöglich aber sehr sehr lange. Entscheide für
dich, ob so dein Leben der nächsten Jahre bis Jahrzehnte aussehen soll.
Gruß Melike

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