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Offenheit

12. Februar 2004 um 20:51

Ich möchte das Thema "Offenheit" zur Diskussion stellen, weil es mich schon seit geraumer Zeit beschäftigt.

Immer wieder lese und höre ich, daß Menschen meinen, zwischen ihnen und ihrem Partner dürfe es keine Geheimnisse geben. Daß sie versuchen, ihren Partner vollkommen kennenzulernen, vor allem, was seine Beziehungs-Vorgeschichte betrifft.

Zu Beginn einer Beziehung kommen Fragen wie:
- Wieviele Partner hattest Du schon
- Warst Du mal verheiratet
- Warum bist Du es nicht mehr
etc.

Im Lauf der Beziehung wird es dann immer intimer, , es kommen Fragen wie:
- Bist Du mir schon mal fremdgegangen
- Warst Du mal im Bordell, im Swingerclub
- Was für sexuelle Praktiken hast Du bereits praktiziert,
etc.

Ich tue mich mit diesen Fragen sehr schwer, überhaupt hört "Offenheit" für mich spätestens dort auf, wo intime Dinge berührt werden, Erlebnisse, die ich für mich behalten möchte und die zudem längst abgeschlossen sind.

Wir sind hier im Forum anonym, deshalb gebe ich ein Beispiel:

Ich war 12 Jahre verheiratet und habe im 11. Jahr unserer Ehe im Urlaub jemand kennengelernt, mit dem ich schließlich fremdgegangen bin. Ich habe meinem Mann ein paar Wochen später alles gebeichtet und ihn gebeten, mich gehen zu lassen. Nicht wegen der Affaire - die war selbst verheiratet und lebte in einem anderen Land, zudem hatte mein Liebhaber nur ein Abenteuer gesucht, das war von Anfang an sonnenklar - sondern weil ich das ganze Eheleben mit ihm satt hatte. Die Gründe auszuführen, führt jetzt zu weit.

Schlußendlich wurde ich geschieden, ich lernte einen anderen Mann kennen und war drei Jahre mit ihm zusammen. Mein neuer Freund fragte damals auch nach den Gründen für meine Scheidung, ich habe sie ihm genannt, weil ich dachte, man "müsse" offen sein, sonst sei man ein hinterhältiger Mensch, der andere manipuliert.

Einige Zeit später sprachen mein Freund und ich über die Zeit unseres Kennenlernens, und wie das Interesse aneinander entstanden sei. Da kam dann plötzlich folgende Bemerkung: "Nun, ich war erst sehr zurückhaltend, denn Deine Vorgeschichte war ja nicht besonders gut.". Ich fragte ihn, was er damit meine, ich sei doch geschieden gewesen, als er mich kennengelernt habe, und einmal in 12 Jahren fremdzugehen, noch dazu am Ende einer Beziehung, in der zum Schluß nur noch 1-2 x jährlich Sex stattfand, auf die ewig gleiche langweilige Art und Weise... also da gäbe es wohl schlimmere Exemplare! Er sagte ja, im Prinzip habe ich ja recht, aber sein Bild von mir habe sich gründlich verändert, seit ich ihm das erzählt hätte und er habe lange mit sich kämpfen müssen, bevor er mir "doch noch eine Chance" habe geben können.

Auch diese Beziehung war drei Jahre später beendet (er starb bei einem Autounfall vor zwei Jahren), seitdem bin ich Single. Unter anderem deshalb, weil die wenigen Männer, die ich noch gedatet habe, mir mit der Frage auf den Wecker fielen, warum ich mich denn hätte scheiden lassen.

Ich mag nicht gern lügen, aber ehrlich gesagt, für mich ist das Thema erledigt und ich habe echt keine Lust, jedem von der Sache damals zu erzählen. Ich antwortete daher meistens, mein Mann und ich hätten uns auseinandergelebt und am Ende wäre ich halt gegangen. Doch nicht ein Mann gab sich mit dieser Antwort zufrieden. Alle bohrten sie weiter, ob denn der Sex nicht gestimmt hätte (was ich als Frage wirklich schon unverschämt indiskret finde!), ob er fremdgegangen sei, und wie es sein könne, daß ich ihn verlassen habe, ohne einen anderen Partner in Aussicht zu haben. Die Gespräche endeten in schöner Regelmässigkeit damit, daß ich zu verstehen gab, ich hätte meine Ehe soweit verarbeitet und es sei ein Thema, über das ich nicht mehr weiter sprechen möchte. Natürlich seien Dinge geschehen, aber das läge zwischen mir und meinem Mann, ich betrachte das als Intimität und hätte keine Lust, mich darüber mit Dritten auszutauschen. Daraufhin mußte ich mir jedesmal anhören, ich sei verklemmt, zu verschlossen, habe bestimmt was zu verbergen, etc.

Ja sicher. Ich habe tatsächlich etwas zu verbergen. Ich bin kein Mensch, der in der Vergangenheit lebt. Ich lebe jetzt, und ich erinnere mich zwar manchmal noch an alles, aber ich will nicht, daß die Vergangenheit mich immer wieder aufs Neue einholt.

Ich habe mit meiner Vergangenheit abgeschlossen, mir selbst auch irgendwo verziehen, daß ich meinen Mann nicht schon viel früher verlassen habe, statt es soweit kommen zu lassen, daß der nächste beste Mensch, der mir endlich mal ein wenig Charme, Höflichkeit, Aufmerksamkeit und liebevollen Umgang zukommen läßt, mich in sein Bett ziehen kann. Das war sicher ein Fehler, ich bin nicht stolz darauf. Aber es ist halt nicht mehr rückgängig zu machen. Es wird mir sicher nicht wieder passieren, jedenfalls nicht bei einem Mann, der mich gut behandelt.

Ist das wirklich hinterhältig, wenn ich diesen dunklen Punkt in meiner Vergangenheit für mich behalten möchte? Ist es wirklich "verklemmt", wenn ich keine Lust habe, irgendwelchen Männern, die ich doch auch erst ein paar Tage oder Wochen kenne, Details aus meinem Eheleben zu berichten? Wozu müssen sie das wissen?

Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

Es kann sein, daß ich Euch nicht sofort antworten kann, denn ich muß meinen PC morgen in Reparatur geben. Aber es wäre echt schön, wenn ich nach meiner Rückkehr ins Online-Leben ein paar Antworten im Forum finden könnte.

Franka

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12. Februar 2004 um 21:37

Offenheit
ich bin auch immer sehr offen.Habe die gleiche erfahrung gemacht und frage mich oft ob es richtig war den Männer zu sagen wie und was in der vergangenheit passiert ist .Heute bin ich der Meinung das .das ihnen nichts angeht das ist eine privatsache zwischen mir und mein ex .Wenn es ihm nicht passt dann soll er sich mit jemanden begnügen die ein engel sind.

Gruß Mia

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12. Februar 2004 um 23:10

Deine Entscheidung
Liebe Franka, Wurde nach16 Jahren Beziehung,davon10 Jahre verheiratet,endlich geschieden.Was Dir zu intim ist, habe ich meinem neuen Freund zum Teil seh schnell erzählt.Ich denke, was du sagst,solltest du dir gut überlegt haben.Lügen hilft nicht, aber zu große Offenheit ruft bei manchen Männern Probleme hervor.Du schreibst von deiner Ehe als dunklem Punkt,könnte es sein ,daß du Andeutungen gemacht hast, die dann die Männer erst recht interessieren?Ich versuche nur zu sagen womit ich auch klarkomme,falls es als Thema nochmal aufgerollt wird.Gelingt mir auch nicht immer.Aber Intimität ist nun mal sehr individuell,und hat ja auch viel mit Respekt und Vertrauen zu tun.Wobei ich aber den festen Glauben habe,neue Beziehung,neur Anfang.Die alte Beziehung darf für mich nicht zum Thema der neuen werden.Und wer das nicht akzeptiert,bei dem fühle ich mich auch nicht wohl.

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13. Februar 2004 um 2:02

Hi Franka, Offenheit,schön und gut,
um welchen Preis?

Ich mache mich nicht angreifbar,und breite mein Vorleben vor meinem Mann aus,mit dem ich seit beinah 20J.zusammen bin.
Er weiss lediglich,dass ich einmal vor ihm verheiratet war, keine(!!) Gründe der Trennung,und dass ich einige Intimpartner vor ihm hatte - und Punkt.

Wozu soll das gut sein,das Vorleben offen zu legen,das ist doch vorbei, und man tut der neuen Partnerschaft nicht unbedingt einen Gefallen, "offen bis zur Schmerzgrenze" des Liebsten,wozu?

Erfahrungen bringen dazu, manche Fehler nicht mehr zu wiederholen,oder solange,bis man aus ihnen gelernt hat- wie auch immer

Meinen Partnern konnte ich bisher glücklicherweise problemlos deutlichst klarmachen,dass mein Vorleben meine Angelegenheit war,ich frage auch nicht nach seinem- außer mehrere Ehen,Kinder....aber nicht nach Trennungsgründen etc.
Nachbohren und ähnliches habe ich bisher deutlichst abgwürgt.Da lasse ich keine Diskussion zu, da mache ich schlichtweg nicht mit, das will ich nicht und im Allgemeinen wurde das akzeptiert,Trennungsgründe etc.,nicht diskutieren zu müssen.
Was hätte der Neue auch im Vergleich mit dem Ex?
"Mein Ex war besser im Bett als Du",könnte ein Griff ins Klo werden , das zu thematisieren.

Was mit zufällig vor Jahren passiert ist- wir hatten guten und respektablen Kontakt zur ersten Frau meines Mannes, die mir eine Geschichte mit seiner Geliebten erzählt hat, was ein Jahr lang ging, schon lange her,und was die Ehe auch letztlich auseinandergebracht hat.
Ungefragt habe ich dieselbe Geschichte auch von meinem Mann erzählt bekommen,er hat sich dabei nicht beschönigt, nur- die Konstellation an sich, war ziemlich faszinierend für mich.
Schon Jahre zurück inzwischen. Die Ex ist auch wieder verheiratet....

Und uns gehts so auch nicht schlecht, mit Offenheit in wesentlichen Dingen-was Zus.leben und gemeinsame Entscheidungen etc.,angeht,aber nicht um jeden Preis.

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13. Februar 2004 um 8:52

Liebe Franka
Ich kann Dir nur zustimmen, ich hätte es auch so erzählt wie Du ohne irgendwelche bedenken und kann den Manna uch nicht verstehen, wa sihnd aran stört. Mich hätte Deine Offenheit eher beeindruckt, gerade weil Du es nicht sagen hättest mnüssen!
Seine reaktion hätte mich nicht soo gefreut, klingt nach meinem Ex, der hat mir über die Vergangenheit auch oft so den Zeigefinder gezeigt, nach dem Motoo Böses Mädchen...ich habe auch irgendwann aufgehört alles zu erzählen, auchw enn er es so wollte, aber ich habe es doch nicht nötig, mich zurechtfertigen, nur weil er das eine oder andere dran nicht billigen kann.
Ich habe sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber geschadet habe ich imme rnur mit alleine und da muß sich kein anderer Gedanken machen, ob das nun moralisch einwandfrei war oder nicht, was soll das denn?

Ich mache es heute imme rnoch so, mein neuer Freund weiß alles von mir, abe rnur weil ich ihm ganz anders vertraue und er damit überhaupt kein Problem hat, was auch immer ich gemacht habe.
Aber Du hast auch recht, manche Fragen gehören eifnahc nur mir alleine, bzw. die Antworten darauf!
Ich würde sicherlich auch manches nicht offen ebantowrten,w eil ihm das nicht gefällt oder soll ich ihm sagen, dies oder jenes war in der Vergangenheit eher einw enig besser, aber mach Dir nix draus...? Nee, das würd eihm weh tun, so wie mir das auch weh tun würde. Ich gebrauche auch mal schemcihelhafte Notlügchen und hab auch nix dagegen, wenn er mir erzählt, er fände mich viel hübsche rund lieber als seine Frauen zuvor....auch wenn das vielleicht nicht so ist, aber es gibt mir definitiv ein besseres Gefühl, als wenn er ehrlich wäre oder eben lieber nix sagen würde und ich vielleicht unsicher werden würde...
Also, Offenheit sicher nicht um jeden Preis, kommt auf die Sache an und auf das Gegenüber.

Liebe Grüße und alles Gute!

Sorry für die tippfehler..

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13. Februar 2004 um 9:04

Offeneheit
ist sicher wichtig, aber nicht bei allem und....es gibt von dieser Offenheit 2 Seiten - mindestens - wenn ich deine Geschichte lese, klingt es, als wenn eure Ehe damals schon auseinander war, dieses "Fremdgehen" klingt so nach: auch äußérlich einen Punkt setzen. Denn du du wolltest/bist dann ja sogleich weg. Also ist deine Antwort: "wir hatten una auseinander gelebt" offen und wahr genug.

Aus der Frage "Hat denn der Sex nicht gestimmt" lese ich die Angst der Männer (dir in diesem Falle )nicht zu genügen .

Ich mag da seltsame Ansichten haben, aber ALLES würde ich nicht mit meinem neuen Partner besprechen wollen. Bitte, was gehen den denn div. sexuelle Erlebnisse der Vergangenheit an? Das hieße doch, ich wollte ihn vergleichen? Oder? Will man nicht mit dem Partner seine ureigendstsn Erfahrungen und Erlebnisse durchleben? Genausowenig würde ich Vertauliches vom Anderen aus der Vergangenheit erzählen. Eine beendete Beziehung heißt doch trotzdem dessen Intimsphäre weiterhin zu beachten.

Vielleicht solltest du dir Worte zurecht legen, die du bei einem Date - bei Fragen - sagst. Worte, die eben aussagen "Auseinandergelebt", nicht mehr nicht weniger. Und evtl. gegenfragen: wars denn bei dir anders? . Nun, beim Anderen dann natürlich auch nicht nachfragen. Du hast nichts zu verbergen aber mußt auch nicht alles - in diesem Fall deine für dich anscheinend selbst vermeintlichen "Verfehlungen" offenzulegen.

Also ich weiß nicht, ob ich da alles wissen wollte . Solange es die eigene, neue Beziehung nicht betrifft, sicher nicht.

Lass dich nicht verunsichern.
Viele Grüße

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13. Februar 2004 um 9:09
In Antwort auf BrunhildeP

Hi Franka, Offenheit,schön und gut,
um welchen Preis?

Ich mache mich nicht angreifbar,und breite mein Vorleben vor meinem Mann aus,mit dem ich seit beinah 20J.zusammen bin.
Er weiss lediglich,dass ich einmal vor ihm verheiratet war, keine(!!) Gründe der Trennung,und dass ich einige Intimpartner vor ihm hatte - und Punkt.

Wozu soll das gut sein,das Vorleben offen zu legen,das ist doch vorbei, und man tut der neuen Partnerschaft nicht unbedingt einen Gefallen, "offen bis zur Schmerzgrenze" des Liebsten,wozu?

Erfahrungen bringen dazu, manche Fehler nicht mehr zu wiederholen,oder solange,bis man aus ihnen gelernt hat- wie auch immer

Meinen Partnern konnte ich bisher glücklicherweise problemlos deutlichst klarmachen,dass mein Vorleben meine Angelegenheit war,ich frage auch nicht nach seinem- außer mehrere Ehen,Kinder....aber nicht nach Trennungsgründen etc.
Nachbohren und ähnliches habe ich bisher deutlichst abgwürgt.Da lasse ich keine Diskussion zu, da mache ich schlichtweg nicht mit, das will ich nicht und im Allgemeinen wurde das akzeptiert,Trennungsgründe etc.,nicht diskutieren zu müssen.
Was hätte der Neue auch im Vergleich mit dem Ex?
"Mein Ex war besser im Bett als Du",könnte ein Griff ins Klo werden , das zu thematisieren.

Was mit zufällig vor Jahren passiert ist- wir hatten guten und respektablen Kontakt zur ersten Frau meines Mannes, die mir eine Geschichte mit seiner Geliebten erzählt hat, was ein Jahr lang ging, schon lange her,und was die Ehe auch letztlich auseinandergebracht hat.
Ungefragt habe ich dieselbe Geschichte auch von meinem Mann erzählt bekommen,er hat sich dabei nicht beschönigt, nur- die Konstellation an sich, war ziemlich faszinierend für mich.
Schon Jahre zurück inzwischen. Die Ex ist auch wieder verheiratet....

Und uns gehts so auch nicht schlecht, mit Offenheit in wesentlichen Dingen-was Zus.leben und gemeinsame Entscheidungen etc.,angeht,aber nicht um jeden Preis.

Genau
so sehe ich es auch

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13. Februar 2004 um 13:15

Hallo franka,
das ist in keinster weise hinterhältig oder verklemmt. so zu agieren entspricht deinem empfinden - und (d)einer erfahrung - und gut.

ich denke, dass offenheit auch immer vom gegenüber abhängt. dabei denke ich gerne an früher und an meine mutter, die mir vorwarf, ich sei nicht offen zu ihr ... hab ich ihr jedoch von meinen "pubertären freizeitaktivitäten" erzählt, wollte sie es aus angst oder selbstschutz gar nicht mehr wissen

da fängt der "gute umgang mit offenheit" an - sich erst selbst fragen, ob man bereit und in der lage ist, auch "unangenehmes" zu hören. und dann erst den partner nach seiner vergangenheit fragen.

für mich ist gegenseitige offenheit - einfühlsam und scheibchenweise serviert - ein großes geschenk. auch wenn die vergangenheit abgeschlossen ist, ist sie teil eines jeden menschen.
ich will wissen, was der andere erlebt und erfahren hat; wie er zu dem geworden ist, den ich liebe.
nicht um zu (be-)urteilen oder zu (be-) werten, sondern um den menschen kennen zu lernen. ihm näher zu kommen dadurch.

ich kann das interesse an (deiner schilderung) der scheidung nachvollziehen. ich - wenn ich mich in dich verlieben würde - würde sehr gerne wissen wollen, wie du das ganze erlebt hast. ob du reflektierst oder die schuld anderen zuschiebst ... ja, das würde für mich von bedeutung sein.
natürlich nicht am ersten abend, sondern dann, wenn du dich öffnen willst.

wer dich mit "verklemmt usw." bezeichnet, weil er ungeduldig oder unsensibel ist, den geht dein innenleben ja sowas von gar nichts an


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13. Februar 2004 um 18:03

Ich als Mann antworte...
"Offenheit schafft Vertrauen". Warum will man Vertrauen? Ist es nicht ein Grundbedürfnis mit einem Menschen zusammenleben zu wollen, der die Grundwerte (sicherlich definiert jeder sie anders) vertrauensvoll achtet. Wenn jemand in einer krisenhaften Beziehung steckt, in der es keine Liebe, keinen Sex etc. mehr gibt, ist es dann nicht besser sie vorher zu beenden. Ich meine, dass man erst klare Verhältnisse schaffen sollte, denn der alte Partner geht doch noch von einer scheinbar anderen (Liebes-)-Situation aus. Muß man dann nicht definitiv von "Betrug" an dieser Person sprechen.

Wie soll der neue Partner mit diesem / deinem Verhalten (ggf. Einstellung) umgehen. Kann er davon ausgehen, dass er so nicht behandelt wird. M.E. wird er zwingend so denken. Wer einmal lügt ... und das in dem sensibelsten Feld der zwischenmenschlichen Beziehung. Resumee: wenn du dir sicher bist, dass du keinen "Betrug" mehr an deiner Partnerschaft begehen wirst, solltest du schweigen; kommt jetzt ein Zweifel auf - solltest du es immer vorher sagen, damit dein neuer Partner selbst entscheiden kann, ob er mit deinen geouteten Lebenserfahrungen leben kann, denn jeder Mensch möchte in Sicherheit, Geborgenheit und in dem vertrauen leben, dass er die romantische Liebe (obgleich es diese bekanntlich nicht gibt) gefunden hat.

Gruß Klaus



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13. Februar 2004 um 20:18
In Antwort auf klaus4711

Ich als Mann antworte...
"Offenheit schafft Vertrauen". Warum will man Vertrauen? Ist es nicht ein Grundbedürfnis mit einem Menschen zusammenleben zu wollen, der die Grundwerte (sicherlich definiert jeder sie anders) vertrauensvoll achtet. Wenn jemand in einer krisenhaften Beziehung steckt, in der es keine Liebe, keinen Sex etc. mehr gibt, ist es dann nicht besser sie vorher zu beenden. Ich meine, dass man erst klare Verhältnisse schaffen sollte, denn der alte Partner geht doch noch von einer scheinbar anderen (Liebes-)-Situation aus. Muß man dann nicht definitiv von "Betrug" an dieser Person sprechen.

Wie soll der neue Partner mit diesem / deinem Verhalten (ggf. Einstellung) umgehen. Kann er davon ausgehen, dass er so nicht behandelt wird. M.E. wird er zwingend so denken. Wer einmal lügt ... und das in dem sensibelsten Feld der zwischenmenschlichen Beziehung. Resumee: wenn du dir sicher bist, dass du keinen "Betrug" mehr an deiner Partnerschaft begehen wirst, solltest du schweigen; kommt jetzt ein Zweifel auf - solltest du es immer vorher sagen, damit dein neuer Partner selbst entscheiden kann, ob er mit deinen geouteten Lebenserfahrungen leben kann, denn jeder Mensch möchte in Sicherheit, Geborgenheit und in dem vertrauen leben, dass er die romantische Liebe (obgleich es diese bekanntlich nicht gibt) gefunden hat.

Gruß Klaus



Nun
Fragen nach div, Sexleben mit Expartner hat mit Vertrauen nischte zu tun. Finde ich zumindest

Es gibt Menschen, die lernen aus ihren Fehlern. Genaugenommen lernt man sogar besonders gut aus Fehlern und wiederholt diese dann nicht mehr.
Es gibt Menschen, die tun dies nicht.

Ok: mal provozierend gefragt: wenn jemand geschieden ist, sich getrennt hat, könnte man dann die Schlußfolgeung ziehen, derjenige sei beziehungsunfähig, wenn ich deine Ansatz aufnehme: einmal "betrogen" heißt es passiert immer wieder.....
Es könnte aber auch sein, das derjenige gelernt hat, was wichtig ist für eine Beziehung und was er in eine einbringen möchte, kann und muß. Oder: was hat ihn dazu gebacht, zum "fremdgehen", wo lag der Fehler?
Verstehst du?

Allerdings hätte ich wahrscheinlich shcon ein Problem, wenn es immer wieder vorkommen würde... das gäbe der Sache eine andere Wendung.....

Es gibt keine romatische Liebe? (womit du Recht hast ) Was für eine gibt es denn?

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14. Februar 2004 um 10:18
In Antwort auf rumpelstilzchen2

Nun
Fragen nach div, Sexleben mit Expartner hat mit Vertrauen nischte zu tun. Finde ich zumindest

Es gibt Menschen, die lernen aus ihren Fehlern. Genaugenommen lernt man sogar besonders gut aus Fehlern und wiederholt diese dann nicht mehr.
Es gibt Menschen, die tun dies nicht.

Ok: mal provozierend gefragt: wenn jemand geschieden ist, sich getrennt hat, könnte man dann die Schlußfolgeung ziehen, derjenige sei beziehungsunfähig, wenn ich deine Ansatz aufnehme: einmal "betrogen" heißt es passiert immer wieder.....
Es könnte aber auch sein, das derjenige gelernt hat, was wichtig ist für eine Beziehung und was er in eine einbringen möchte, kann und muß. Oder: was hat ihn dazu gebacht, zum "fremdgehen", wo lag der Fehler?
Verstehst du?

Allerdings hätte ich wahrscheinlich shcon ein Problem, wenn es immer wieder vorkommen würde... das gäbe der Sache eine andere Wendung.....

Es gibt keine romatische Liebe? (womit du Recht hast ) Was für eine gibt es denn?

Romantische Liebe
Vielleicht habe ich meine Schlußfolgerung nicht klar rübergebracht. Sie sollte es nur dann sagen, wenn sie ihre Einstellung zum Fremdgehen geändert hat. Ich bin der Meinung, dass man sehr wohl "woher" weis, ob man fremdgehen will und wird. Die meisten gehen doch wohl nur deshalb "heimlich" fremd (i.S. dem alten Partner das vorher nicht zu sagen), weil sie vor den Konsequenzen Angst haben.
Ansonsten würde sie fühlen / spüren was auf dem Spiel steht.

Anders ist es, wenn keine Liebe mehr in der alten Beziehung besteht - nun - dann kann man es ohnehin "vorher" sagen und Schluß machen.

Der alte Partner hat nämlich m.E. das Recht nicht getäuscht zu werden. Und der neue Partner hat ebenso das Recht die Einstellung bzw. das Beziehungsverhalten zu erfahren.

Nochmals: Sie sollte es nicht sagen, wenn sie den Fehler (Betrug i.S. heimlich fremd gehen) erkannt hat und nicht mehr begehen will.

Romantische Liebe gibt es nicht - aber die Liebe mit den Fehlern des Partners zu leben - so man mit ihnen leben kann. Im Volksmund heißt es "Ich liebe dich nicht weil ... sondern trotzdem du ..."

Wenn jemand einen Seitensprung also verzeihen kann - dann liebet er trotzdem ... Ich bin leider in diesem Fall sicherlich emotional nicht in Lage ein Fremdgehen zu verzeihen - eben weil das Vertrauen dann hin ist.

Ich hoffe, dass ich es dir jetzt besser rüberbringen konnte.

Klaus

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14. Februar 2004 um 10:27

Liebe kleine Ente
sicher ist Offenheit wichtig und nötig.
Sie ist Vorausetzung für Vertrauen.
Allerdings emfpinde ich es als unnötig jede Kleinigkeit aus meinem früheren Leben zu erzählen.
Wozu? Wozu evtl alte - dazu einmalige - Fehler immer wieder aufrühren? Wenn man etwas daraus gelernt hat, nimmt man das Lernergebnis mit, das reicht.
Gerade dies schützt einem doch davor, die gleichen nochmal zu machen. Der Mensch der man heute ist, ist letztendlich die Summe der gemachten Erfahrungen, ja. Doch ein anderer würde einige Worte einfach umdrehen. Weil er seine eigenen Erfahrung mit einbringt. Einfach dazu intepretiert, und dieses Mass stimmt dann einfach nicht.
Auch sexuelle Erlebnisse mit dem Ex gehören kaum zu der neuen Beziehung. Über seine eigenen Vorlieben zu reden wäre da schon was anderes. . Sicher ist es auch wichtig zu sagen, wenn einer weiß dass er nie treu sein kann. Da gebe ich dir recht.

Jede Beziehung ist etwas anders, sollte es zumindest sein, da sich andere Partner treffen, aufeinander einlassen.
Ohne Offenheit und Vertrauen geht es sicher nicht. Allerdings entwickelt sich sowas erst mit der Zeit. Was einem selbst wichtig ist, sollte man ziemlich am Anfang klären. Ja. Wer eine wilde Vergangenheit hinter sich, wird auch keine langweilige Zukunft wollen .
Gezwungenes Schweigen, nun, dann ist da was nicht verarbeitet. Oder schlechte Erfahrungen gemacht? Keine Ahnung.

Diese Gedanken kamen mir jetzt so spontan,total unabhängig von dem Ursprungstext
und vielleicht liest du was ganz anderes heraus als ich eigentlich meinte,erkennst das Problem, des Miteinanderredens?

Offenheit ja. Aber beichten? Nein, der Partner ist weder der Psychologe noch Priester.
Finde das ist ein Unterschied.
Kein Schweigen, aber auch kein Beichten.

Schönes Wochenende für dich!

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14. Februar 2004 um 10:42
In Antwort auf klaus4711

Romantische Liebe
Vielleicht habe ich meine Schlußfolgerung nicht klar rübergebracht. Sie sollte es nur dann sagen, wenn sie ihre Einstellung zum Fremdgehen geändert hat. Ich bin der Meinung, dass man sehr wohl "woher" weis, ob man fremdgehen will und wird. Die meisten gehen doch wohl nur deshalb "heimlich" fremd (i.S. dem alten Partner das vorher nicht zu sagen), weil sie vor den Konsequenzen Angst haben.
Ansonsten würde sie fühlen / spüren was auf dem Spiel steht.

Anders ist es, wenn keine Liebe mehr in der alten Beziehung besteht - nun - dann kann man es ohnehin "vorher" sagen und Schluß machen.

Der alte Partner hat nämlich m.E. das Recht nicht getäuscht zu werden. Und der neue Partner hat ebenso das Recht die Einstellung bzw. das Beziehungsverhalten zu erfahren.

Nochmals: Sie sollte es nicht sagen, wenn sie den Fehler (Betrug i.S. heimlich fremd gehen) erkannt hat und nicht mehr begehen will.

Romantische Liebe gibt es nicht - aber die Liebe mit den Fehlern des Partners zu leben - so man mit ihnen leben kann. Im Volksmund heißt es "Ich liebe dich nicht weil ... sondern trotzdem du ..."

Wenn jemand einen Seitensprung also verzeihen kann - dann liebet er trotzdem ... Ich bin leider in diesem Fall sicherlich emotional nicht in Lage ein Fremdgehen zu verzeihen - eben weil das Vertrauen dann hin ist.

Ich hoffe, dass ich es dir jetzt besser rüberbringen konnte.

Klaus

Wenn
einer weiß er kann nicht sexuell mongam leben, also treu sein, sollte es dies schon sagen, richtig.
Sicher könnte vor dem Fremdgehen Schluß gemacht werden. Aber vielleicht wird es manchen erst so klar, durch diese Tat, dass es nicht mehr stimmt? Keine Ahnung.
Vieles ist theoretisch klar, aber kann einfach nicht so praktiziert werden.

Liebe, jeder hat so seine eigene Intepretation dafür.Wahrscheinlich haben wir uns da ein Bild schon von frühester Kindheit zurechtgezimmert?
Jeden Tag ein bißchen was dazugefügt?
Zur Liebe kann gehören mit dem anderen so leben zu können wie er ist.
Fehler, nun, was einer als Fehler sieht, ist für den Anderen keiner? Da wären wir wieder bei einer unterschiedlichen Intepretation.

Ein verziehener Seitensprung, keine Ahnung ob es dann Liebe ist. Ich habe auch keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Denn die Theorie ist meist ganz anders, als dann die Realität.
Egal wodurch das Vertrauen gebrochen wurde - nicht immer ist es ein Seitensprung, da gibt es vieles andere -, es muß immer erst wieder aufgebaut werden.
Und doch: in jeder Beziehung und auch Freundschaft, kommt es ab und zu Verletzungen -gegenseitig -, das ist leider so. Vielleicht ist sogar dies ein Zeichen von Liebe? Man kann nur von jemand verletzt werden der einem nahesteht?

Liebe, gut, wenn die jeweils zusammen Beteiligten diesbezüglich ein ähnliches Bild haben

Schönes Wochenende

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14. Februar 2004 um 10:48

Ja
sich selbst vergeben. Einfacher wenn es ein anderer tut.
Aber ob ein Partner da immer der Richtige ist? *zweifel*. Für manches ist er einfach nicht sachlich/hilfreich genug,


Um zum 1. Beitrag zurückzukommen: Ihr damaliger Partner hatte ihr vergeben, er wollte keine Trennung.
Also wozu immer etwas aufwärmen, was sie für sich abgeschlossen und geklärt hat?

Schönes Wochenende


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14. Februar 2004 um 11:16
In Antwort auf rumpelstilzchen2

Wenn
einer weiß er kann nicht sexuell mongam leben, also treu sein, sollte es dies schon sagen, richtig.
Sicher könnte vor dem Fremdgehen Schluß gemacht werden. Aber vielleicht wird es manchen erst so klar, durch diese Tat, dass es nicht mehr stimmt? Keine Ahnung.
Vieles ist theoretisch klar, aber kann einfach nicht so praktiziert werden.

Liebe, jeder hat so seine eigene Intepretation dafür.Wahrscheinlich haben wir uns da ein Bild schon von frühester Kindheit zurechtgezimmert?
Jeden Tag ein bißchen was dazugefügt?
Zur Liebe kann gehören mit dem anderen so leben zu können wie er ist.
Fehler, nun, was einer als Fehler sieht, ist für den Anderen keiner? Da wären wir wieder bei einer unterschiedlichen Intepretation.

Ein verziehener Seitensprung, keine Ahnung ob es dann Liebe ist. Ich habe auch keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Denn die Theorie ist meist ganz anders, als dann die Realität.
Egal wodurch das Vertrauen gebrochen wurde - nicht immer ist es ein Seitensprung, da gibt es vieles andere -, es muß immer erst wieder aufgebaut werden.
Und doch: in jeder Beziehung und auch Freundschaft, kommt es ab und zu Verletzungen -gegenseitig -, das ist leider so. Vielleicht ist sogar dies ein Zeichen von Liebe? Man kann nur von jemand verletzt werden der einem nahesteht?

Liebe, gut, wenn die jeweils zusammen Beteiligten diesbezüglich ein ähnliches Bild haben

Schönes Wochenende

Schönes Wochenende
auh dir. Dein Schreibstil und deine Gedanken gefallen mir. Ich denke und hoffe, dass du eine Frau bist.

Leb wohl und hoffentlich hast du heute einen besonders schönen 14. Februar

Klaus

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14. Februar 2004 um 14:07
In Antwort auf klaus4711

Schönes Wochenende
auh dir. Dein Schreibstil und deine Gedanken gefallen mir. Ich denke und hoffe, dass du eine Frau bist.

Leb wohl und hoffentlich hast du heute einen besonders schönen 14. Februar

Klaus

Danke
wobei das Datum des 14. sicher nicht wichtiger ist als anderee Tage. Oder sollte ich schreiben: der 15 und 16.....sie sind immer gleichwichtig?

So wünsche ich dir schöne Tage, mit ab und an mal einer netten, kleinen Überraschung, wenn es auch zu romatisch klingen mag, ich finde sie bereichern das Leben .

Viele Grüße

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14. Februar 2004 um 19:27

Der richtige war nicht dabei
Hallo Franka,

die Männer die so komisch reagierten waren ja alle auch nicht die Richtigen für dich.

Der Mann für dich war eben noch nicht dabei.

Sehe es auch so, das dein Fehltritt damals dir das Trittbrett zur Trennung war. Das allein wr der Sinn!

Sonst wärst du ja nun auch nicht "frei" für den Mann zu dem du das nächste mal offen sein kannst.

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15. Februar 2004 um 12:38

@alle
Habe gestern Abend den PC von meinem Bekannten zurückbekommen, er läuft wieder. Danke für Eure vielen Antworten!

Vor allem Margharitas hat mir sehr entsprochen. Es stimmt: Ich finde auch, daß ich meinen Ex-Mann nachträglich in die Pfanne haue, wenn ich das mit dem einmaligen Fremdgang immer wieder erzählen würde. Das ist etwas, was unbewußt in mir mitgeschwelt hat und mir dank Deines Postings jetzt klargeworden ist.

Auch die anderen postings haben mir gut gefallen. Es ist interessant, die unterschiedlichen Sichtweisen zu sehen.

Danke, danke, danke!

Franka

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