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Nutzlose Klischees / hilfreiche Sätze ?

16. Oktober 2016 um 9:53

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
Anderen ergeht es ähnlich
Es war Gottes Wille
Das Leben geht weiter
Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
Du kannst nochnoch viele Kinder bekommen
Das Kind hat kaum gelebt.


Und hingegen 10 hilfreiche Sätze (?):

Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
Dein Verlust geht mir nahe
Ich denke an Dich
Ich möchte Dir helfen
Ich habe Dich sehr gern
Ich bete für Dich
Du bist mir sehr wichtig
Ich habe den Verstorbenen sehr geschätzt
Du kannst mich jederzeit anrufen.


We sind Eure eigenen Erfahrungen ?
Es ist mir bewusst, dass das ein schwieriges Thema ist.
 
 

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16. Oktober 2016 um 10:15

Ich kann hier nur von meiner Mutter berichten, die vor über 47 Jahren einen Kaiserschnitt hatte, weil sie eine Plazentaablösung hatte. Wochen vorher hatte sie auch schon Blutungen. Ihr Kind kam zu früh auf die Welt und ist nach 4 Tagen im Brutkasten gestorben (damals gab es Surfactant noch nicht). Eine Krankenschwester sagte zu ihr - um sie zu trösten- " Seien Sie doch froh, er wäre vielleicht ein Spastiker geworden ! ". Sie hat es gut gemeint und vielleicht auch Recht gehabt, aber meine Mutter empfand das nicht als hilfreich und auch unsensibel. Von daher glaube ich schon, dass man was Unpassendes sagen kann, wenn man nicht aufpasst 

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16. Oktober 2016 um 10:40

Kann der Liste zustimmen. Allerdings muss man bedenken dass viele damit einfach überfordert sind, in so einer Situation richtig zu reagieren. Da bleiben oft nur hohle Phrasen. Und wenn man diesen Menschen kennt, weiß man dass auch das von Herzen kommt.

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16. Oktober 2016 um 10:57
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
Anderen ergeht es ähnlich
Es war Gottes Wille
Das Leben geht weiter
Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
Du kannst nochnoch viele Kinder bekommen
Das Kind hat kaum gelebt.


Und hingegen 10 hilfreiche Sätze (?):

Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
Dein Verlust geht mir nahe
Ich denke an Dich
Ich möchte Dir helfen
Ich habe Dich sehr gern
Ich bete für Dich
Du bist mir sehr wichtig
Ich habe den Verstorbenen sehr geschätzt
Du kannst mich jederzeit anrufen.


We sind Eure eigenen Erfahrungen ?
Es ist mir bewusst, dass das ein schwieriges Thema ist.
 
 

Bei dem ersten Absatz ist klar,  die Bekundungen gehen alle gar nicht.  

Beim den 2.  Vorschlägen hört es sich ja zum Teil so an,  als schriebe man dem Verstorbenen.  

Also so Sätze die man auf eine Kranzschleife drucken würde.  

Da kommt es ja drauf an wie eng die Beziehung zu dem Verstorbenen war.  

Als meine Mutter gestorben ist,  bekamen wir viele Trauerbriefe,  auch von Menschen bei denen Wir gar nicht damit gerrchnet hatten,  und häufig waren das die am tröstenden formulierten. 

Ich selbst nehm mir immer viel Zeit für eine Beileidskarte,  formuliere je nach wie nah ich den Verstorbenen kannte.  Tiefes Mitgefühl,  Stille Trauer etc steht ja meist schon auf der Karte 

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16. Oktober 2016 um 11:07
In Antwort auf misspedschie4

Bei dem ersten Absatz ist klar,  die Bekundungen gehen alle gar nicht.  

Beim den 2.  Vorschlägen hört es sich ja zum Teil so an,  als schriebe man dem Verstorbenen.  

Also so Sätze die man auf eine Kranzschleife drucken würde.  

Da kommt es ja drauf an wie eng die Beziehung zu dem Verstorbenen war.  

Als meine Mutter gestorben ist,  bekamen wir viele Trauerbriefe,  auch von Menschen bei denen Wir gar nicht damit gerrchnet hatten,  und häufig waren das die am tröstenden formulierten. 

Ich selbst nehm mir immer viel Zeit für eine Beileidskarte,  formuliere je nach wie nah ich den Verstorbenen kannte.  Tiefes Mitgefühl,  Stille Trauer etc steht ja meist schon auf der Karte 

Ja, das stimmt, Pedschie. Bei vielen Menschen ist einfach eine Scheu da vor dem Thema allgemein, weil es so schmerzlich ist und man ja auch eher selten damit konfrontiert wird. Man hat Angst, etwas Falsches zu dem Trauernden zu sagen. Manchmal sagt man nichts und meidet sogar den Kontakt.
Ich kenne ein Ehepaar, deren Adoptivtochter sich vor vielen Jahren im Alter von knapp 15 Jahren aus Liebeskummer das Leben nahm. Wenn ich dort bin, kommt eigentlich immer irgendwann die Rede auf die tote Tochter. Es wird über sie gesprochen, Fotos gezeigt. Mir tut es so Leid, denn sie hat alles  da gehabt und ich verstehe es nicht. Aber ich höre gerne zu und schaue mir die Bilder an.

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16. Oktober 2016 um 11:19
In Antwort auf daphne0105

Ja, das stimmt, Pedschie. Bei vielen Menschen ist einfach eine Scheu da vor dem Thema allgemein, weil es so schmerzlich ist und man ja auch eher selten damit konfrontiert wird. Man hat Angst, etwas Falsches zu dem Trauernden zu sagen. Manchmal sagt man nichts und meidet sogar den Kontakt.
Ich kenne ein Ehepaar, deren Adoptivtochter sich vor vielen Jahren im Alter von knapp 15 Jahren aus Liebeskummer das Leben nahm. Wenn ich dort bin, kommt eigentlich immer irgendwann die Rede auf die tote Tochter. Es wird über sie gesprochen, Fotos gezeigt. Mir tut es so Leid, denn sie hat alles  da gehabt und ich verstehe es nicht. Aber ich höre gerne zu und schaue mir die Bilder an.

Ja,  dass ist das was ich auch immer sag. Man soll das Thema nicht meiden,  sondern ansprechen,  Trauernde,  ich selbst damals auch,  wollen über den Verstorbenen reden.  Aber das Letzte was ich damals hören wollte,  war sowas wie,  "sie ist erlöst"   oder "ihr es da nun besser "

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16. Oktober 2016 um 11:27
In Antwort auf daphne0105

Ja, das stimmt, Pedschie. Bei vielen Menschen ist einfach eine Scheu da vor dem Thema allgemein, weil es so schmerzlich ist und man ja auch eher selten damit konfrontiert wird. Man hat Angst, etwas Falsches zu dem Trauernden zu sagen. Manchmal sagt man nichts und meidet sogar den Kontakt.
Ich kenne ein Ehepaar, deren Adoptivtochter sich vor vielen Jahren im Alter von knapp 15 Jahren aus Liebeskummer das Leben nahm. Wenn ich dort bin, kommt eigentlich immer irgendwann die Rede auf die tote Tochter. Es wird über sie gesprochen, Fotos gezeigt. Mir tut es so Leid, denn sie hat alles  da gehabt und ich verstehe es nicht. Aber ich höre gerne zu und schaue mir die Bilder an.

Nei Selbstmord ist es noch schwerer Worte zu finden.  Einen Freundin von mir ist vor 20Jahren umgenracht worden,  ist bis heute nicht aufgeklärt.  Wenn ich die Mutter treffe,  kommt sie auch immer schnell auf das Thema,  und ich erzähle von meiner Freundin,  wie sie damals auf meine Kinder aufgepasst hat.  Immer wieder die Selben Geschichten,  und ihre Mutter hört mit einem Lächeln zu 

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16. Oktober 2016 um 11:37

Bestimmt hast Du Recht.

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16. Oktober 2016 um 12:39

Beste Antwort.

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16. Oktober 2016 um 12:54

Von der Krankenschwester aus war es ja tröstend gemeint, weil sie einfach eine andere Sichtweise hat als eine betroffene Mutter, die einfach nur ihr Kind haben will, auch wenn es vielleicht krank ist.

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16. Oktober 2016 um 12:57
In Antwort auf misspedschie4

Nei Selbstmord ist es noch schwerer Worte zu finden.  Einen Freundin von mir ist vor 20Jahren umgenracht worden,  ist bis heute nicht aufgeklärt.  Wenn ich die Mutter treffe,  kommt sie auch immer schnell auf das Thema,  und ich erzähle von meiner Freundin,  wie sie damals auf meine Kinder aufgepasst hat.  Immer wieder die Selben Geschichten,  und ihre Mutter hört mit einem Lächeln zu 

Das ist natürlich eine ganz fürchterliche Geschichte. Man mag sich das gar nicht näher vorstellen...immerhin wurde ihre Leiche gefunden, und man konnte sie bestatten. Sonst können die Eltern nicht mal abschließen.

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16. Oktober 2016 um 13:12

Ich war mal auf der Beerdigung eines Kollegen. Es waren viele gekommen. Ich stand neben einem Kollegen, der selbst einige Jahre zuvor seine Frau durch Kreis verloren hatte u d ich merkte an, dass es doch sicher tröstlich sei für die Angehörigen, dass so viele gekommen sind und er so beliebt war. Der Kollege meinte, dass würde man als Trauernder gar nicht wahrnehmen.

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16. Oktober 2016 um 13:13

Das ist eine schöne Tradition, finde ich.

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16. Oktober 2016 um 13:41
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
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Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
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Das Kind hat kaum gelebt.


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Ein seeeeeehr schwieriges Thema! Die richtigen Worte kann da kaum jemand finden, da man als außen Stehender gar nicht wissen kann, was da die richtigen Worte wären.

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16. Oktober 2016 um 14:08
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
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Ich denke, man muss in so einer Situation sehr aufmerksam sein, um zu verstehen, was man in welcher Situtation zu der Person sagt oder besser schweigt.

Die Person wird es früher oder später deutlich machen, ob er die Anwesenheit wünscht.

Die Vorschläge für "hilfreiche Sätze" geben einen gleich ein positiveres Gefühl.
Sie geben Raum für den Schmerz und sie verdeutlichen, man ist für die Person erreichbar, wenn er es denn möchte. 

Wenn man Raum für diesen Schmerz lässt, traut sich die Person auch darüber zu reden, wenn er denn mag..

So sind meine Erfahrungen...,

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16. Oktober 2016 um 14:28
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
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Ich weiß, wie Du Dich fühlst
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Hey,

ich habe ja meistens einen sehr langen Text . Der Tod macht mich aber recht sprachlos. Ich sage sehr wenig. Maximal so etwas wie "aufrichtige Anteilnahme" oder dass es mir leidtut. Man kann nicht viel sagen. Wenn aber die trauernde Person mit mir sprechen möchte, so höre ich zu und rede dann schon. Aber ich warte immer ab, weil man nicht weiß, wie der andere mit der Trauer umgeht.

Ich habe eine große Familie und war auch auf vielen Beerdigungen und habe auch schon einige tote Menschen gesehen und habe schon Haushalte mit frisch Vertstorbenen besucht, den Toten nochmals gesehen, Abschied genommen. Wir sind zusammen gesessen, haben gelacht, geweint, getrunken, uns erinnert und dann auch oft über ganz andere Dinge geredet. Ich habe auch schon mit anderen Verwandten tote Verwandte gewaschen und für den Bestatter gekleidet. Ich habe keine Berührungsängste mit dem Tod.

Beim Reden über den Tod bin ich ganz schlecht, ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll, weil mir vorkommt, dass man nichts sagen kann. Ich sage auch sehr ungern etwas.

In meinem Bekanntenkreis gab es in den letzten Tagen einen Selbstmord aufgrund von Depressionen. Ich bin ja im Moment nicht daheim. Meine Eltern meinten, ich möge den Hinterbliebenen schreiben, was ich auch tun will und werde. Ich komme mir dabei aber so machtlos vor.

lg

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16. Oktober 2016 um 17:14

Immer weniger Menschen werden christlich bestattet. Viele engagieren einen Trauerredner. Auch die Bestattungsformen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Der Trend hält an.

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16. Oktober 2016 um 22:52

Ich habe Zeugen Jehovas noch nicht wirklich als aufdringlich erlebt.

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16. Oktober 2016 um 23:27
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
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Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
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Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
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Ich kann beiden Listen nur zustimmen.
Vor kurzem ist ein mir sehr wichtiger Mensch verstorben und für mich waren die Phrasen aus der ersten Liste kaum zu ertragen. Am schlimmsten empfand ich "Zeit heilt alle Wunden, wirst du sehen..." oder "Es war Gottes Wille..." bla bla bla... Wenn man nichts besseres zu sagen hat, dann sollte man lieber schweigen und Taten sprechen lassen. Denn neben all diesen leeren Worten, gab es nur eine Reaktion, die mir wirklich "positiv" in Erinnerung geblieben ist. Ein lieber Freund von mir kam zu mir als er von dem Todesfall erfuhr und sagte schlicht "Worte werden nicht viel helfen.." und nahm mich dann fest in den Arm. Ich konnte bei ihm weinen und das hat mir alles gesagt, was ich wissen musste...

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17. Oktober 2016 um 0:41
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
Anderen ergeht es ähnlich
Es war Gottes Wille
Das Leben geht weiter
Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
Du kannst nochnoch viele Kinder bekommen
Das Kind hat kaum gelebt.


Und hingegen 10 hilfreiche Sätze (?):

Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
Dein Verlust geht mir nahe
Ich denke an Dich
Ich möchte Dir helfen
Ich habe Dich sehr gern
Ich bete für Dich
Du bist mir sehr wichtig
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Hallo Daphne!

Ob die ersten zehn Zeilen, also die zehn nutlosen Klischees so nutzlos sind, wage ich zu bezweifeln. Ob dagegen die zehn hilfreichen Sätze sooo hilfreich sind, wage ich ebenfalls zu bezweifeln. Jedes Kind fragt mal die Mutter, oder den Vater: "Wann muss ich sterben?" Und meistens erwidern die Eltern: "Heute nicht, morgen nicht und in zehn Jahren auch nicht. Nur alte Menschen müssen sterben ..." Das ist schon mal eine glatte Lüge. Als der Vater von einer sehr guten bekannten Freundin gestorben war, mailte ich ihr: Wir wissen, dass alles einen Anfang und eine Ende hat. Du wusstest es und ich weiß es. Nur verdrängen wir all das Unglaubliche, das Unvorstellbare, weil wir mit diesem Thema nicht konfrontiert werden möchten. Der Tod ist unausweichlich. Schon allein deshalb wäre es von Vorteil, die ganze Wahrheit zu sagen. Das Sterben darf kein Tabu-Thema sein, weil sich von einer Sekunde auf die andere, alles ändern kann, wobei es egal ist, ob man jetzt 12, 15, 35 ode 50 Jahre alt ist. Der Tod gehört zum Leben, und je früher man über ihn spricht desto leichter fällt es einem, ihn zu akzeptieren. Man kann die Angst besiegen, aber nur dann, wenn man sich ihr stellt.


LG.,

lib  

 

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17. Oktober 2016 um 1:34
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
Anderen ergeht es ähnlich
Es war Gottes Wille
Das Leben geht weiter
Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
Du kannst nochnoch viele Kinder bekommen
Das Kind hat kaum gelebt.


Und hingegen 10 hilfreiche Sätze (?):

Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
Dein Verlust geht mir nahe
Ich denke an Dich
Ich möchte Dir helfen
Ich habe Dich sehr gern
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We sind Eure eigenen Erfahrungen ?
Es ist mir bewusst, dass das ein schwieriges Thema ist.
 
 

Absolut korrekt.

Leider habe ich auch schon diese dummen Sprüche hören müssen.

Jeder trauert anders, aber ich trauere lange und still.

Die meisten Menschen sind der Auffassung, nach einer kurzen Zeit wäre wieder alles ok. Die Zeit heilt aber keine seelischen Wunden...

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17. Oktober 2016 um 7:43
In Antwort auf sphinxkitten1

Ich kann beiden Listen nur zustimmen.
Vor kurzem ist ein mir sehr wichtiger Mensch verstorben und für mich waren die Phrasen aus der ersten Liste kaum zu ertragen. Am schlimmsten empfand ich "Zeit heilt alle Wunden, wirst du sehen..." oder "Es war Gottes Wille..." bla bla bla... Wenn man nichts besseres zu sagen hat, dann sollte man lieber schweigen und Taten sprechen lassen. Denn neben all diesen leeren Worten, gab es nur eine Reaktion, die mir wirklich "positiv" in Erinnerung geblieben ist. Ein lieber Freund von mir kam zu mir als er von dem Todesfall erfuhr und sagte schlicht "Worte werden nicht viel helfen.." und nahm mich dann fest in den Arm. Ich konnte bei ihm weinen und das hat mir alles gesagt, was ich wissen musste...

Tut mir Leid für Deinen Verlust . Der Freund hat seine Berührungsängste wohl überwunden.

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17. Oktober 2016 um 8:37
In Antwort auf daphne0105

Guten Morgen, 

in unserer Tageszeitung war eine Sonderbeilage angefügt zum Thema "Trauer" mit verschiedenen Artikeln, u.a., wie damit umzugehen ist, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Trauerfall eintritt. Wie kann man helfen, was kann man tun, um sensibel mit dem Trauernden umzugehen ? Neben dem Artikel als solchem sind zwei Kästchen betitelt:
Zehn nutzlose Klischees (die ich wie folgt abgeschrieben habe):

Ich weiß, wie Du Dich fühlst
Die Zeit heilt alle Wunden
Du musst jetzt stark sein
Anderen ergeht es ähnlich
Es war Gottes Wille
Das Leben geht weiter
Er hat kaum gelitten
Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist
Du kannst nochnoch viele Kinder bekommen
Das Kind hat kaum gelebt.


Und hingegen 10 hilfreiche Sätze (?):

Es tut mir Leid
Ich bin für Dich da
Dein Verlust geht mir nahe
Ich denke an Dich
Ich möchte Dir helfen
Ich habe Dich sehr gern
Ich bete für Dich
Du bist mir sehr wichtig
Ich habe den Verstorbenen sehr geschätzt
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We sind Eure eigenen Erfahrungen ?
Es ist mir bewusst, dass das ein schwieriges Thema ist.
 
 

das kommt sehr darauf an, mit wem man spricht.

Wenn ich da jemanden nicht einschätzen kann, sage ich lieber gar nichts.

Mir hilft jedenfalls (sofern es stimmt) "Er hat kaum gelitten" (bzw. "es war eine Erlösung" und "Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist" noch am ehesten (und auch in Deinem Beitrag mit der Krankenschwester - für mich wäre das der richtige Satz gewesen, auch für meinen Mann wäre das der richtige Satz gewesen) - schon klar, bei anderen kann man damit ganz böse daneben liegen.

Wenn man jemanden, der in einer Ausnahmesituation ist, unterstützen und / oder seine Anteilnahme ausdrücken möchte, dann muss das, was man sagt, auf diese Person zugeschnitten sein - und das geht nicht allgemein. Andernfalls sollte man besser ganz die Klappe halten.

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17. Oktober 2016 um 8:38
In Antwort auf avarrassterne1

das kommt sehr darauf an, mit wem man spricht.

Wenn ich da jemanden nicht einschätzen kann, sage ich lieber gar nichts.

Mir hilft jedenfalls (sofern es stimmt) "Er hat kaum gelitten" (bzw. "es war eine Erlösung" und "Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist" noch am ehesten (und auch in Deinem Beitrag mit der Krankenschwester - für mich wäre das der richtige Satz gewesen, auch für meinen Mann wäre das der richtige Satz gewesen) - schon klar, bei anderen kann man damit ganz böse daneben liegen.

Wenn man jemanden, der in einer Ausnahmesituation ist, unterstützen und / oder seine Anteilnahme ausdrücken möchte, dann muss das, was man sagt, auf diese Person zugeschnitten sein - und das geht nicht allgemein. Andernfalls sollte man besser ganz die Klappe halten.

grrrrrrrrrr, dass das Forum die Kombination aus " und ) immer als Smiley interpretiert, kann echt unpassend sein

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17. Oktober 2016 um 9:46
In Antwort auf avarrassterne1

das kommt sehr darauf an, mit wem man spricht.

Wenn ich da jemanden nicht einschätzen kann, sage ich lieber gar nichts.

Mir hilft jedenfalls (sofern es stimmt) "Er hat kaum gelitten" (bzw. "es war eine Erlösung" und "Er hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist" noch am ehesten (und auch in Deinem Beitrag mit der Krankenschwester - für mich wäre das der richtige Satz gewesen, auch für meinen Mann wäre das der richtige Satz gewesen) - schon klar, bei anderen kann man damit ganz böse daneben liegen.

Wenn man jemanden, der in einer Ausnahmesituation ist, unterstützen und / oder seine Anteilnahme ausdrücken möchte, dann muss das, was man sagt, auf diese Person zugeschnitten sein - und das geht nicht allgemein. Andernfalls sollte man besser ganz die Klappe halten.

Ja, das sehr ich auch so. Ich persönlich fändern es auch tröstlich zu hören, dass jemand NICHT gelitten hat, denn die Vorstellung, dass eine geliebter Mensch leidet und sich quält ist doch furchtbar.
Und für einen gläubigen Menschen kann auch die Vorstellung, dass "Gott" es so gewollt hat, weil er diesen Engel haben wollte oder wie auch immer, tröstlich sein. 

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17. Oktober 2016 um 9:47

Das fängt ja schon beim Trauerkärtchen an, dem ein Geldschein beigefügt ist.

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