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Nur Schüchtern oder steckt mehr dahinter?

29. Mai 2015 um 22:21

Guten Abend,
ich möchte euch gerne von mir bzw meinem Problem erzählen um mal ein Feedback zu bekommen.

Ich bin vom Charakter her wohl eher eine ruhige Person. Schüchtern, gehemmt, unsicher. Momentan beschäftigt mich das sehr und ich frage mich ob es wirklich nur das ist und nicht eine Phobie oder irgendeine Störung.
Man sagt ja immer eine gesunde Angst ist gut, solange sie einen nicht bestimmt, aber wenn ich zurückblicke hab ich mir das eine oder andere dadurch doch ziemlich verbaut.

Ich weiß nicht ob ich als Kind schon so war oder ob es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis gegeben hat. Jedenfalls hatte ich eine schöne Kindheit. Ich war immer sehr aktiv, hatte viele Freunde, war in verschiedenen Sportvereinen und anderen Gemeinschaften vertreten. Auch heute habe ich einen Freundeskreis, unternehme viel, gehe auf Partys, mache normale Sachen ...
In der Schule allerdings war ich sehr schüchtern, habe mich nie gemeldet. So richtig aus mir raus komm ich eigentlich nur bei meiner Familie oder Freunden. Ich ziehe mich gerne zurück, verstecke mich im Grunde. Und das ist so mit das größte Problem. Ich habe Angst vor Menschen. Nein nicht vor allen. Komsicherweise vor Bekannten, Verwandten, Leute dich mich kennen und sich schon ein Urteil gebildet haben. Fremde Menschen sind da eher das kleinere Übel und Menschenmassen machen mir auch nichts aus. Ich habe dann immer das Gefühl weglaufen zu müssen. Dieses Gefühl ist ätzend. Ich habe mich immer gerne in mein Zimmer eingeschlossen, wenn Familienfeiern anstanden. Wenn meine Mutter versuchte mich zu überreden, verspürte ich Panik, fing an zu weinen und wäre lieber aus dem Fenster gesprungen als das ich die Tür aufmachte. Mittlerweile ist das Gottseidank nicht mehr so schlimm, dennoch meide ich Leute, die bei uns zu Hause sind und lasse mich erst gar nicht blicken. Beispielsweise würde ich eher den Hinterausgang nehmen, als das ich durch die Haustüre gehe, wenn sich dort Leute vor befinden würden. Immer wenn ich selber den Schritt machen muss, habe ich Hemmungen. Damals in der Schule musste ich vom Lehrer aus mal mit einem Sozialpädagogen reden. Aber schon allein dass ich dort hin musste hat mich innerlich so verletzt, weil ich irgendwie eine ganz andere Wahrnehmung von mir hatte. Bei dem Gespräch war ich auch durchweg nur am weinen, weil mich das wohl zu sehr belastet, wie er sagte. Immer wenn ich vom hören mitbekommen habe, wie meine Eltern mit anderen über mich oder meine ruhige Art redeten, hat mich das sehr sehr verletzt. Weil ich so nicht seien wollte und mich auch gar nicht so gesehen habe. Wenn mir jemand nach kurzem sagt, ich sei ja eher ruhig und schüchtern finde ich das ganz schlimm. Ich beneide Leute die ungezwungen mit anderen reden können.

Danke fürs lesen!

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30. Mai 2015 um 4:47

Liebe mary,
habe ich sehr gerne getan. Deine Zeilen zu lesen, meine ich.

Ich bin ja ein Mensch, der sehr gerne liest und auch sehr viel. Ich lese auch ZWISCHEN den Zeilen, auch wenn`s länger dauert, aber, das ist mir wurscht. Und da ist mir ein Wort aufgefallen, das hier heißt: "Ich bin GEHEMMT. Punkt. (Zunächst mal.) Was sind Hemmungen? Hemmungen sind, wenn innere Widerstände es nicht zulassen, eine (eigentlich) beabsichtigte Leistung zu erbringen. Es würde, an dieser Stelle, zu weit führen, um all das hier niederzuschreiben, auch wäre es nicht sehr interessant, weil Du ja wissen möchtest, was zum Teufel, man dagegen tun kann. Liege ich mit meiner Vermutung richtig, liebe Mary? Ja, das habe ich mir gedacht. Wenn zu Deinen Eltern Leute zu Besuch sind, und Du nicht mit diesen Leuten sprechen traust, willst bzw. kannst, dann kann ich sehr gut verstehen, dass Du lieber den Hinterausgang wählst, ohne dabei gesehen zu werden, weil das natürlich die Einfachste Lösung ist. Und genau hier, liegt der Hund begraben, wie man so schön sagt. Wenn Du immer vor dieser Angst davonläufst, läuft die Angst mit Dir mit. Sie läuft nicht nur mit, sie verfolgt Dich und wenn Du Dich, während des Laufens, umdrehst, siehst Du, dass sie Dich "einholt". Und das darf nicht sein. Deshalb nicht, weil sie Dich nicht BESIEGEN darf. Unter GAR keinen Umständen! Also, musst Du Dich diesem "Feind" stellen, in dem Du sagst: "Angst, ich habe keine Angst vor Dir!" Du musst Dich ihr stellen. Wenn Du ihr Dich nämlich nicht stellst, kommt es so weit, dass Du Angst vor der Angst hast. Sprich mit Deinen Freunden darüber. Frag sie, ob auch sie Angst haben und was SIE dagegen tun. Je offener Du mit Deiner Angst umgehst, desto schneller wirst Du sie los, weil die Angst es nicht mag, wenn man über sie spricht. Verstehst Du, was ich meine? Es ist ein Teufelskreis! Wenn Du aber über die Angst sprichst, dann bekommt die Angst Angst! Mach ihr Angst, dieser Angst! Je ängstlicher sie wird, desto kleiner wird sie. Beweg Dich viel an der frischen Luft, das fördert Deine Durchblutung im Gehirn, Du wirst auf völlig andere Gedanken kommen, weil das Gehirn durch den Sauerstoff, wie eine Droge wirkt, eine gesunde Droge, die den nächsten Tag keine Kopfschmerzen verursacht. Versuche, Dich mit vielen anderen Dingen zu beschäftigen. Hol aus Dir raus, was nur irgend möglich ist. Versuche, dass Du z. B. im Sport aber auch in anderen Dingen besser bist, als die Anderen. Das ist deshalb so wichtig, weil es Dir Selbstvertrauen und auch Selbstbewusstsein gibt. Du musst Erfolge bei Dir verbuchen können, um sagen zu können: "Das bin ich, das habe ich geleistet, ich bin stolz auf mich! WER kann das noch, außer mir? In 3-4 Monaten wirst Du die ersten Erfolge sehen. Zieh` es durch, und zwar mit aller Konsequenz! Auch dann, wenn es Dich noch so viel Überwindung kostet! Es lohnt sich, mary! Es lohnt sich wirklich!

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg!

lib

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