Home / Forum / Liebe & Beziehung / Nur ein paar Minuten - und doch geht er nicht aus dem Kopf

Nur ein paar Minuten - und doch geht er nicht aus dem Kopf

1. Juni 2012 um 15:22

Wo fang ich an?
Viele halten mich wahrscheinlich für total bekloppt - ich mich ja so langsam selber schon.

Also von vorne: mein Kind wurde vor einem Jahr operiert. Es gab Komplikationen, er musste Anfang des Jahres noch einmal unter's Messer. In der Zwischenzeit Kontrollen alle 6 Wochen etwa. Diese Kontrollen hat ein sehr, sehr lieber Arzt gemacht. Wie lieb, das fiel mir leider zu spät auf.

Bereits während diesen Untersuchungen war er immer sehr nett zu mir, fragte wie es mir geht, erzählte auch mal was von sich ... man unterhielt sich halt, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Netter Smalltalk, weiter nix.

Nach der 2. OP gab es auch eine kleinere Komplikation, der Operateur und unser "Nachbehandlungs-Arzt" mussten noch einmal ran und korrigieren. Ich war natürlich im Ausnahmezustand, mein Kind, gerade mal 18 Monate alt, frisch operiert und wieder ging etwas schief ... Während der Operateur mein Kind behandelte, nahm ER mich in den Arm, küsste meine Stirn und sprach mir Mut zu. Etwas "mehr" als es in der Situatiuon nötig gewesen wäre. Genauso wie in den Untersuchungen zuvor ... er war einfach etwas zu nett für ein normales Arzt-Patienten-Verhältnis.

3 Tage später bei der Visite -eine Horde Ärzte rund um das Bett meines Kindes- ließ er bei der Begrüßung meine Hand nicht mehr los. Als der Trupp ans Nachbarbett zog, blieb er bei mir stehen, hielt meine Hand, erklärte zum 9998876565. Mal die weitere Vorgehensweise ...

Nach weiteren 3 Tagen wurden wir entlassen. Ich ging noch einmal in das Arztzimmer, bekam meine Unterlagen von seinen Helferinnen ... und ärgerte mich, dass er sich nicht persönlich von mir verabschiedete. Ich war mir sicher, ich hatte mir diesen Zauber, den ich seinen Augen gesehen hatte, nur eingebildet. Also trabte ich frustriert zum Aufzug und wollte mit meinem Kind endlich nach Hause. Ich war total perplex als er auf einmal vor mir stand, außer Atem, weil er mir nachgelaufen war.

Er streichelte meine Wange und fragte, ob wir uns wiedersehen. Wie gesagt, ich war perplex und machte wohl den entscheidenden Fehler und sagte nur "Jaja, in 2 Wochen bei der nächsten Nachuntersuchung ... und wehe, Sie sind nicht da". Er grinste, zwinkerte mir nochmal zu und war weg ...

2 Wochen später, ich war aufgeregt wie noch nie vor so einer Untersuchung, hatte ich das Gefühl ein anderer Mensch steht vor mir. Zwar küsste er mich zur Begrüssung auf die Stirn, aber dann war es, als hätte er einen Schalter umgelegt auf "Profi". Es fühlte sich wie ein Abschied an und genau das war es wohl auch, denn das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. Er meinte noch, er würde mich nie vergessen ... und ging.

Der nächste Termin war 3 Monate später. Die ganzen 3 Monate über war ich aufgeregt wie ein kleines Kind vor Weihnachten. Das Umfeld war geklärt, ich war "bereit", sah an diesem Tag umwerfend aus, wollte endlich selbst einen Schritt auf ihn zugehen ... bisher war ich ja sehr passiv, hatte ihm nur eine Mail geschrieben, in dem ich ihm für die tolle Betreuung gedankt habe, aber ich weiß nicht mal, ob er die überhaupt erhalten hat. Reagiert hat er zumindest nicht ...

Es kam, wie es kommen musste: er war im OP und konnte die Untersuchung nicht selbst machen.

Tja, und jetzt sitze ich da, trauere der vergebenen Chance nach und vermisse ihn und diesen Zauber ... die Chance, sich überhaupt mal kennenzulernen. Ich sitze hier und grübel und grübel und kann einfach nichts tun, gar nichts. Und mein Gefühl sagt mir, er hat aufgegbeen, weil ich eben zu lange gebraucht hab um auf seine Signale zu reagieren. Wie soll er das denn auch verstehen??

Ich brauchte diese 3 Monate um mein Leben zu sortieren, meine Ehe klar zu beenden (kaputt war sie eh schon vorher), klare Verhältnisse zu schaffen ... und jetzt ist es zu spät. Alles umsonst ... und er will einfach nicht aus meinem Kopf. Wir haben noch einen Kontrolltermin in einem Jahr - eine Ewigkeit und auch keine Gewähr für ein Wiedersehen.

Mehr lesen

1. Juni 2012 um 20:23

Nix zu verlieren, aber auch keinen Punkt zum Ansetzen
Mit meinem Mann ist alles geklärt. Wir wohnen noch zusammen, funktionieren als Eltern gut, aber es ist keine Liebesbeziehung mehr.

Das Problem ist wohl wirklich: ich war viel zu lange zu perplex, mit anderen Dingen beschäftigt um auf diese eindeutigen Signale richtig zu reagieren. Er hat "aufgegeben" und sich eben bei unserer letzten Begegnung verabschiedet.

Und ich habe das Gefühl völliger Machtlosigkeit. Ich kann einfach nix tun ... "einfach so" vorbeigehen geht nicht. Das ist ne sehr spezialisierte Praxis, ich käme mir doof vor, wenn ich mir ne Geschichte ausdenken würde und einen auf Mama-Panik machen würde, nur um ihn wiederzusehen. Und um ihm "zufällig" über den Weg zu laufen, ist es einfach zu weit weg ... das würde schon an Stalking grenzen, wenn ich das irgendwie inszenieren würde.

Mir fehlt der Mut ... trotz oder gerade wegen der Eindeutigkeit und seinem "unprofessionellem" Verhalten.

Ich war 10 Jahre verheiratet ... er ist der behandelnde Arzt meines Kindes ... ja, ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll. Der Verstand sagt "Konzentrier Dich auf was Anderes, wenn es passieren soll, wird es irgendwann passieren - in nem Jahr vielleicht?" ... und das Herz tut weh, vermisst diese Sekunden der Aufmerksamkeit, stellt sich pausenlos vor, wie es sein könnte ... Und dann kommt wieder der Verstand, der sagt "Vielleicht ist er einfach nur nett und wollte einer besorgten Mutter Trost spenden" ...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 10:16

Ganz nüchtern betrachtet
nachdem ich viel mit Ärzten und Primaren arbeite und daher auch mit einigen befreundet bin, ist mir eines sonnenklar:

Sein Verhalten dir gegenüber zeigt entweder dass er sich total in dich verschossen hat oder der absolute Anti-Profi ist, den man eigentlich aus einer prof. Praxis oder Klinik sofort entfernen würde. Noch dazu wenn ers vor Zeugen / Mitarbeitern macht...

Also, ran an den PC, recherchier ein bisschen (seinen Namen wirst du ja haben), finde mal heraus ob er noch zu haben ist, ev. Privat- oder Handynummer und dann ruf ihn an und lade ihn unverbindlich auf einen Kaffee ein.

Was hast du zu verlieren?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 10:30
In Antwort auf zsuzsa_12086324

Ganz nüchtern betrachtet
nachdem ich viel mit Ärzten und Primaren arbeite und daher auch mit einigen befreundet bin, ist mir eines sonnenklar:

Sein Verhalten dir gegenüber zeigt entweder dass er sich total in dich verschossen hat oder der absolute Anti-Profi ist, den man eigentlich aus einer prof. Praxis oder Klinik sofort entfernen würde. Noch dazu wenn ers vor Zeugen / Mitarbeitern macht...

Also, ran an den PC, recherchier ein bisschen (seinen Namen wirst du ja haben), finde mal heraus ob er noch zu haben ist, ev. Privat- oder Handynummer und dann ruf ihn an und lade ihn unverbindlich auf einen Kaffee ein.

Was hast du zu verlieren?

Das ist
viel zu einfach donastella, lieber genießen wir noch ein wenig das Prickeln eines Erwartens, das nicht erfüllt wird, gelle? Wer sich wie verhalten hat, scheint mir gar nicht so erheblich zu sein. Bei mir ist hängen geblieben, dass die TE zuerst einmal ihre persönlichen Verhältnisse sortieren sollte und dann gerne auf die Männerjagd gehen mag. Und dass sie sich dabei so ungeschickt anstellt, dass ihr dein Rat nicht selbstverständlich erschiene, das mag ich einfach nicht glauben.

Herrn Dr. X in der Klinik anzurufen um ihm zu sagen, dass man sich vielleicht mal treffen sollte, das ist wohl wirklich zu einfach und kann nur einem Mann wie mir einfallen.

Außerdem fällt mir da grad dieser zugegeben böse Vergleich ein: Frauen auf Männersuche sind wie Affen im Dschungel: sie lassen den letzten Ast erst los, wenn sie den nächsten schon in der Hand haben...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 10:39
In Antwort auf py158

Das ist
viel zu einfach donastella, lieber genießen wir noch ein wenig das Prickeln eines Erwartens, das nicht erfüllt wird, gelle? Wer sich wie verhalten hat, scheint mir gar nicht so erheblich zu sein. Bei mir ist hängen geblieben, dass die TE zuerst einmal ihre persönlichen Verhältnisse sortieren sollte und dann gerne auf die Männerjagd gehen mag. Und dass sie sich dabei so ungeschickt anstellt, dass ihr dein Rat nicht selbstverständlich erschiene, das mag ich einfach nicht glauben.

Herrn Dr. X in der Klinik anzurufen um ihm zu sagen, dass man sich vielleicht mal treffen sollte, das ist wohl wirklich zu einfach und kann nur einem Mann wie mir einfallen.

Außerdem fällt mir da grad dieser zugegeben böse Vergleich ein: Frauen auf Männersuche sind wie Affen im Dschungel: sie lassen den letzten Ast erst los, wenn sie den nächsten schon in der Hand haben...

Ich protestiere
"sie lassen den letzten Ast erst los, wenn sie den nächsten schon in der Hand haben..."

Dieses verhalten habe ich bis dato nur bei Männern beobachtet - inkl. meinem eigenen Ex-Freund

"Bei mir ist hängen geblieben, dass die TE zuerst einmal ihre persönlichen Verhältnisse sortieren sollte"

Das hat sie ja jetzt gemacht. und 3 Monate herumprickeln sollte genug sein

"Herrn Dr. X in der Klinik anzurufen um ihm zu sagen, dass man sich vielleicht mal treffen sollte, das ist wohl wirklich zu einfach und kann nur einem Mann wie mir einfallen."

Blödsinn! Wenn mir ein Mann gefallen hat, hatte ich immer innerhalb von 48 Stunden seine Telefonnummer und auch keine Skrupel, sie zu benutzen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 11:09

Moin taittinger,
ich schätze das so ein das sie in einer ausnahmesituation war. sie hatte angst um ihr kind und probleme mit dem kindsvater zu hause. ich wollte auch nicht von irgendeinem arzt umarmt und auf die stirn geküsst werden. aber sie war empfäglich dafür, und er hat es gemerkt.
es ist tatsächlich total grenzüberschreitend.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 11:19
In Antwort auf mai_11959300

Moin taittinger,
ich schätze das so ein das sie in einer ausnahmesituation war. sie hatte angst um ihr kind und probleme mit dem kindsvater zu hause. ich wollte auch nicht von irgendeinem arzt umarmt und auf die stirn geküsst werden. aber sie war empfäglich dafür, und er hat es gemerkt.
es ist tatsächlich total grenzüberschreitend.

Das Verhalten ist jenseits von Gut und Böse...
...und genau deswegen nehme ich stark an dass der Arzt sich in diesem Fall total verknallt hat. Wenn das sein gängiges Verhalten wäre, würde er nicht mehr praktizieren

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 11:31

Dem...
...kann man eigentlich nichts hinzufügen!

Es gibt da diesen Spruch, der auch ganz gut passt und der in etwa so lautet: Frage Dich bei jeder Sache, ob Du bereuen wirst, sie getan zu haben, oder ob Du bereuen wirst, sie nicht getan zu haben...

Hin und wieder mal über seinen eigenen Schatten zu springen, schadet nicht! Im Gegenteil.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 11:39

Tu was
selbst ist die frau.

..wenn du ihn wirklich interessant findest, dann handel...

in der klinik dürfen die nichts privates raus geben also keine telnummer oder so...

aber wenn kinder im krankenhaus behandelt worden sind ist eine dankeskarte oder ein kuchen, oder obstkorb immer gern gesehen..(und auch üblich)

bereite eine kleinigkeit für das team vor...schnapp dir dein kind und fahr ins krankenhaus um dich noch mal persönlich für die nette behandlung zu bedanken ...wenn er gerade nicht da ist, dann warte oder lass ihm ausrichten,,..dass du eine frage hast und er dich anrufen soll...und dann flirte was das zeug hält

viel spaß

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 11:56
In Antwort auf zsuzsa_12086324

Das Verhalten ist jenseits von Gut und Böse...
...und genau deswegen nehme ich stark an dass der Arzt sich in diesem Fall total verknallt hat. Wenn das sein gängiges Verhalten wäre, würde er nicht mehr praktizieren

Ja,
mit dem verhalten liegst du wohl richtig.
kann auch sein das er sich hals über kopf in sie verliebt hat.
und ihr fällt das jetzt, monate später auf. das ihr das gut getan hat.
sie hat jetzt zwei möglichkeiten: denken, hm schön war es aber das leben geht weiter. oder sie versucht ihn noch einmal zu sehen. dafür muss man aber den popo hochkriegen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. Juni 2012 um 13:29


Alo mir scheint es auch, dass der liebe Doktor entweder seine Professionalität verlassen oder sich verschossen hatte. Dass er nachher doch eher kühl war wird aber wohl auch Gründe haben. Vielleicht hat sich in der Zeit auch für ihn etwas geändert oder beruhigt?
DIe TE hat ja auch einiges geändert, wie ich verstehe...
Ich würde ihm ein kleines Dankeschön schicken und dazu das Angebot einer gemeinsamen Tasse Kaffe oder eine Essenseinladung. Erstmal nur als Dankeschön. Je nachdem wie er fühlt wird er dascharmant ablehnen oder darauf eingehen. Ist ja nix verbotenes sondern nur ganz menschlich. Und wenns zwischenmenschlich nicht den gewünschten Schwung nimmt hat man ja immer noch das Kind und das Krankenhaus um unverfänglich drüber zu reden...eigentlich eine ideale Ausgangslage.
Im übrigen- Ärzte sind auch nur Menschen...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram