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Nochmal zu Depressionen. Ende ich wie Robby?

19. August 2014 um 23:08

Also irgendwie kam jetzt nochmal der Gedanke.
Ich leide an Depressionen und das schon cirka 20 Jahre lang.

Man diagnostizierte eine chronische Depression und ich nehme auch Medies. Es hat lange gebraucht die richtigen zu finden und viele negativen Symptome konnten damit ausgeschaltet werden.

Die chronische Depression unterscheidet sich ein wenig von der normalen. Man ist nicht vollkommen antriebslos, aber eigentlich immer etwas, halt nicht so ganz extrem.

Ich durchlaufe ständig Phasen in denen ich gedämpft wirke. Das war früher so schlimm, dass ich Jahre das Gefühl hatte wie auf Watte zu gehen, irgendwie neben allem, dem Leben zu stehen.

Ich finde durch Sport, Meditation, eine bewusst gewählte positive Art zu denken eine gewisse Verbesserung.

Trotzdem gibt es immer wieder Phasen, in denen alles sinnlos erscheint, diese ewigen Gedanken an das Thema, dass ich immer kämpfen muss, machen mich manchmal hoffnungslos.

Immer wieder tauchen Kommentare auf, man sehe traurig, müde, erschöpft aus. Das stört mich extremst, macht mich verletzlich und so versuche ich seit Ewigkeiten fröhlich zu wirken, da ich diese Bemerkungen ganz furchtbar finde.

Ich versuche am Ende jeden Tages das Gute zu sehen, auch wenn es mir noch so schlecht ging.

Ich habe durch meine komische Art, die sich dadurch auszeichnet, dass ich irgendwie neben mir stehe schon Jobs verloren, bin auch nur begrenzt belastbar und muss extremst darauf achten mich immer gut zu entspannen, sonst geht gar nichts mehr.

Habe wirklich alles, alles an Therapiemaßnahmen, Medies durch, auch eine tiefenanalytische Therapie über viele Jahre, die wirklich sehr sehr gut war, somit kenne ich die Ursachen. Trotzdem, dieses Greul bleibt immer, es ist wie Herpes, der ja auch, einmal gehabt, immer wieder zum Ausbruch kommt.

Ich habe manchmal große Angst, dass diese Pestkrankheit den Rest meines Lebens bestimmt und ich mache es schon wie Robby: Ich setzte dem Leben extremst positives entgegen, versuche viel zu lachen, mich abzulenken, immer etwas besonderes zu machen. Aber dann denke ich: Am Ende des Tages hat er doch den Kampf gegen diese tückische Krankheit verloren. Ich will ihn nicht verlieren. Aber ich habe Angst, Angst, wenn es wieder mal so weit ist, dass ich mich irgendwie neben den Menschen fühle, verdammt in eine eigene Parallelwelt, in der ich nicht sein will.

Ich will leben, aber ich bin auch vor einiger Zeit wegen dieser Krankheit verlassen worden. Dann denke ich, dass es ja auch wirklich eine Zumutung ist für jemanden an meiner Seite, obwohl ich ja einen reflektierten Umgang damit habe, aber ich brauch extremst viel Auszeiten, Zeit für mich.

Ach vielleicht fallen dem ein oder anderen ja ein paar Worte ein.

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20. August 2014 um 10:49

Ich bedanke
mich vielmals für die ausführlichen, sicherlich auch mit Mühe erstellten Antworten.

Hinzufügen wollte ich noch, dass ich früher eher diesen Weg des "Annehmens" verfolgt habe. Wurde auch ganz klar während der Therapie herausgearbeitet.

Ich zog mich also zurück, wenn es mir schlecht ging, nahm an, dass es mir schlecht ging, ließ diesen "schwebenden" Zustand zu. Es war eben so.

Ich redete mir auch nicht aus, dass es mir schlecht ging.

Ich komme aber mit dieser nun hart erarbeiteten "think positiv" Methode besser zurecht.

Es ist möglich diesen abgerückten Zustand verbessere, indem ich im Auto die Musik aufdrehe und "Yihah" schreie. Ich lächle jemanden bewusst an, obwohl mir nicht wirklich danach zumute ist, es wird reflektiert und ja, es geht mir ein wenig besser.

Klar, alles kein Allheilmittel, schon gar nicht, wenn es dann wieder richtig zuschlägt. Aber:

Ich muss mich sehr davor hüten, Dinge negativ zu bewerten. Klar, war etwas schlecht, dann war es so und dann lasse ich auch Trauer und Depression zu. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass schon allein Worte wie "ich muss"; "hätte ich doch", oder das ist schlecht, dies ist blöd eine negative Auswirkung auf mein Wohlbefinden haben.

Ich versuche in jeder unangenehmen Situation etwas positives zu sehen. Dadurch geht es mir besser.

Es gibt einige wenige ausgebildete Therapeuten, die sich auf die chronische Depression spezialisiert haben. Ich habe nun Adressen und dann geht es weiter. Therapien, Medies, das wird immer so weiter gehen. Aber das ist ok, ein Zuckerkranker braucht auch immer sein Insulin.

Es gibt auch Zeiten, in denen mich dieses Thema derart annervt, dass ich es schaffe mir zu sagen: Diese Woche gibt es dieses Wort, diese Krankheit nicht in deinem Leben und das funktioniert auch manchmal.

Es gab auch schon dieses Jahr eine Phase in der das alles gar keine Rolle spielte, da ich in einer anderen Umgebung war. Herrliches Lebensgefühl, das dann besonders intensiv ist.

Es gilt doch zu versuchen in diesen schlechten Zeiten nicht den Mut zu verlieren, weiterzumachen und daran zu denken, dass dieser Zustand nicht immer andauert.



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20. August 2014 um 11:03

Wenn...
... Du keine Depression hättest, was würde dann in Deinem Lebensmittelpunkt stehen?

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20. August 2014 um 12:13

Im Mittelpunkt?
Das Leben leben zu können und zwar "zuverlässig"!
Mich beruflich anders zu orientieren.
Das tue ich gerade. Ich mache nun das erste Mal etwas, was mir wirklich gefällt. Es ist Schwerstarbeit. Und zwar nicht das Projekt an sich, sondern es zu tun, durchzuziehen.

Ich bin gerade dabei alles, wirklich alles zu leben, was ich möchte.

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20. August 2014 um 14:49

Jeder ist individuell
bei ihm kam noch die Drogen&Alkoholsucht hinzu und man weiß nicht, wie klar er war, als er seinen endgültigen Entschluss fällte.

Ob du endest wie er, hast du selbst in der Hand.

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