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Forum / Liebe & Beziehung

Nicht verheiratet - Trennung - Kind...

Letzte Nachricht: 30. Dezember 2013 um 20:52
R
robby_11854683
22.12.13 um 18:32

Hallo,

ich trage mich mit dem Gedanken, mich von meinem Lebensgefährten zu trennen.
Wir haben ein gemeinsames Kind von 7 Jahren (gemeinsames Sorgerecht).
Im Streit sagt er mir oft, dass er das Kind nimmt/bekommt!
Seine Argumentation dazu: Er verdient mehr Geld (Selbständig), er ist gebildeter und könnte einfach besser für sie sorgen.
Kann er denn aufgrund dieser Argumentation etwas erreichen?

Das Kind hat wohl zu mir die stärkere Bindung, da ich mich seit ihrer Geburt um sie kümmere.
Ich bringe sie zur Schule, zum Verein und zu Freunden.
Ich beschäftige mich täglich mit ihr.
Er ist kein schlechter Vater, aber auch nicht gerade der "Übervater!"

Mit der "Drohung" mir das Kind weg zu nehmen, will er mich klein halten.

Wie sieht es rechtlich aus?

Vielen Dank für Antworten!

MfG

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Z
zubin_12935259
23.12.13 um 11:11

Vor Gericht un auf hoher See...
...ist man ganz anderen Gewalten ausgesetzt.
Das Europäische Recht hat die Rechte nicht ehelicher Väter gestärkt. Auch der Wille des Deutschen Gesetzgebers geht in diese Richtung.
Die deutschen Richter sehen das aber ganz anders:
Dein Freund hat ja gar keine Zeit, sich ausreichend um das Kind zu kümmern. Ich habe da langjährige Erfahrung: Er wird das ABR nicht bekommen, Du wirst Unterhalt für Dich und das Kind erhalten.

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robby_11854683
23.12.13 um 12:18
In Antwort auf zubin_12935259

Vor Gericht un auf hoher See...
...ist man ganz anderen Gewalten ausgesetzt.
Das Europäische Recht hat die Rechte nicht ehelicher Väter gestärkt. Auch der Wille des Deutschen Gesetzgebers geht in diese Richtung.
Die deutschen Richter sehen das aber ganz anders:
Dein Freund hat ja gar keine Zeit, sich ausreichend um das Kind zu kümmern. Ich habe da langjährige Erfahrung: Er wird das ABR nicht bekommen, Du wirst Unterhalt für Dich und das Kind erhalten.

Unterhalt für mich??
Hallo, danke für die Antwort. Ich dachte immer, Unterhalt gibts nur fürs Kind...wir sind doch nicht verheiratet...

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zubin_12935259
23.12.13 um 15:19
In Antwort auf robby_11854683

Unterhalt für mich??
Hallo, danke für die Antwort. Ich dachte immer, Unterhalt gibts nur fürs Kind...wir sind doch nicht verheiratet...

Unterhalt
Nein, Unterhalt gibt es auch für die unverheiratete Mutter. Bis Januar 2008 gab es den bis zum 3. Lebensjahr des Kindes. Seit der Reform des Unterhaltsrechts (Januar 2008) und verschiedener Urteile des EuGH sind Mütter grundsätzlich gleichgestellt. Hier hatte man alleine das Wohl des Kindes im Auge und das heißt: Es gibt so lange den sogenannten "Betreuungsunterhalt", so lange das Kind betreuungsbedürftig ist. Was so herumschwirrt (Stammtischmeinungen), dass es für die Mutter ab dem 3. Lebensjahr keinen Unterhalt mehr gibt, ist Blödsinn.
Natürlich kann Dir heute keiner mehr einer Garantie geben, weil die Gerichte angehalten sind, immer im Einzelfall zu entscheiden. Trotzdem ist es heute so, dass in den meisten Oberlandesgerichtsbezirken immer noch das Altersstufenmodell angewandt wird:
Ab dem 3. Lebensjahr Minijob
Ab dem 8.-10. Lebensjahr Halbtags
Ab dem 12.-14. Lebensjahr Ganztags.
Der Unterhaltsbedarf richtet sich jeweils nach dem erreichbaren Einkommen der Mutter und dem tatsächlichen Einkommen des Vaters.

Was Du meinst, ist der sogenannte Ehegattenunterhalt. Den gibt es natürlich nicht für die unverheiratete ehemalige Lebenspartnerin (mal abgesehen von seltenen Einzelfällen). Der soll ja auch nicht für die Betreuung des Kindes zur Verfügung stehen, sondern stellt einen Ausgleich für den Lebensstandard während der Ehe dar.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Da ich kein Rechtsanwalt bin, handelt es sich aber hier auch nicht um eine Rechtsberatung, sondern lediglich um Tips aus eigener Lebenserfahrung und langjährige aktive Tätigkeit im Interessenverband für Unterhalt und Familienrecht.

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robby_11854683
26.12.13 um 9:57
In Antwort auf zubin_12935259

Unterhalt
Nein, Unterhalt gibt es auch für die unverheiratete Mutter. Bis Januar 2008 gab es den bis zum 3. Lebensjahr des Kindes. Seit der Reform des Unterhaltsrechts (Januar 2008) und verschiedener Urteile des EuGH sind Mütter grundsätzlich gleichgestellt. Hier hatte man alleine das Wohl des Kindes im Auge und das heißt: Es gibt so lange den sogenannten "Betreuungsunterhalt", so lange das Kind betreuungsbedürftig ist. Was so herumschwirrt (Stammtischmeinungen), dass es für die Mutter ab dem 3. Lebensjahr keinen Unterhalt mehr gibt, ist Blödsinn.
Natürlich kann Dir heute keiner mehr einer Garantie geben, weil die Gerichte angehalten sind, immer im Einzelfall zu entscheiden. Trotzdem ist es heute so, dass in den meisten Oberlandesgerichtsbezirken immer noch das Altersstufenmodell angewandt wird:
Ab dem 3. Lebensjahr Minijob
Ab dem 8.-10. Lebensjahr Halbtags
Ab dem 12.-14. Lebensjahr Ganztags.
Der Unterhaltsbedarf richtet sich jeweils nach dem erreichbaren Einkommen der Mutter und dem tatsächlichen Einkommen des Vaters.

Was Du meinst, ist der sogenannte Ehegattenunterhalt. Den gibt es natürlich nicht für die unverheiratete ehemalige Lebenspartnerin (mal abgesehen von seltenen Einzelfällen). Der soll ja auch nicht für die Betreuung des Kindes zur Verfügung stehen, sondern stellt einen Ausgleich für den Lebensstandard während der Ehe dar.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Da ich kein Rechtsanwalt bin, handelt es sich aber hier auch nicht um eine Rechtsberatung, sondern lediglich um Tips aus eigener Lebenserfahrung und langjährige aktive Tätigkeit im Interessenverband für Unterhalt und Familienrecht.

Unterhalt
danke Madmax für deine Antwort.
Als erstes wünsche ich noch frohe Weihnachen.

Mir war nicht bewusst, dass die Mütter auch Unterhalt erhalten können.
Davon abgesehen, weiss ich garnicht, ob ich diesen haben wollte.
Angenommen, man einigt sich und das Kind bleibt zu gleichen Teilen bei beiden Elternteilen. Also eine Woche bei der Mutter und eine Woche beim Vater.
Dann müsste doch niemand dem anderen Unterhalt fürs Kind zahlen, oder?
Und was ist, wenn man sich einigt, dass das Kind bei der Mutter bleibt und der Vater es aber jederzeit sehen kann.
Muss man immer das Jugendamt einschalten?

Vielen Dank für weitere Antworten!

Viele Grüße

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zubin_12935259
26.12.13 um 13:43
In Antwort auf robby_11854683

Unterhalt
danke Madmax für deine Antwort.
Als erstes wünsche ich noch frohe Weihnachen.

Mir war nicht bewusst, dass die Mütter auch Unterhalt erhalten können.
Davon abgesehen, weiss ich garnicht, ob ich diesen haben wollte.
Angenommen, man einigt sich und das Kind bleibt zu gleichen Teilen bei beiden Elternteilen. Also eine Woche bei der Mutter und eine Woche beim Vater.
Dann müsste doch niemand dem anderen Unterhalt fürs Kind zahlen, oder?
Und was ist, wenn man sich einigt, dass das Kind bei der Mutter bleibt und der Vater es aber jederzeit sehen kann.
Muss man immer das Jugendamt einschalten?

Vielen Dank für weitere Antworten!

Viele Grüße

Unterhalt
Hallo Buntbarsch,

wo kein Kläger, da kein Richter.
Bei nicht eheliche Kindern fällt lt. Gesetz die elterliche Sorge zunächst mal alleine der Mutter zu. Die gemeinsame Sorge beider Elternteile wird nur auf Antrag erteilt. Ein Teil der elterlichen Sorge (Sorgerecht) ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht (ABR). Sollte die gemeinsame elterliche Sorge bei nicht verh. Eltern bestimmt sein, so ist das ABR immer noch bei der Mutter, und die bestimmt das tägliche Leben des Kindes, also auch, wie der Umgang mit dem Vater gestaltet wird. Die Familiengerichte gehen heute von mindestens jedes 2. Wochenende plus ein mal während der Woche alle 2 Wochen aus.
So, das heißt, wenn Du Dich mit dem Vater auf 50:50 einigst, ist das alleine Deine Entscheidung. Allerdings hat das alles nichts mit dem Unterhalt für das Kind zu tun. Unterhaltsberechtigt ist das Kind, nicht die Eltern. Es ist lediglich so, dass der, der das ABR inne hat, auch den Kindesunterhalt zur Verwaltung und Bestreitung des Lebensunterhalts für das Kind bekommt.
Ein 50:50 Modell ist im Gesetz und der Rechtsprechung nicht verankert, sodass es hierfür auch keine Regelungen gibt. Du bekommst den Unterhalt und fertig. Auf Kindesunterhalt kann und darf auch nicht verzichtet werden - das ist gesetzlich verankert!
Selbst wenn Ihr eine 50:50 Lösung vornehmt, ist es nicht so, dass kein Unterhalt bezahlt werden muss. Der Kindesunterhalt richtet sich immer nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Wenn Ihr Euch bei diesem Modell beide für unterhaltpflichtig erklärt.
Wenn der Vater mehr verdient als Du, so wird der Bedarf des Kindes aus beiden Einkommen errechnet und der Vater bezahlt Dir den Unterschiedsbetrag nach prozentueler Aufteilng der beiden Einkommen.
Schreib mir mal Eure Einkommen (ca.), dann kann ich Dir das ausrechnen.
Ich weiß, ist alles etwas kompliziert, aber das Familienrecht ist einfach kompliziert und wird ja auch leider sehr unterschiedlich ausgelegt. Aus diesem Grund gibt es auch bei den Rechtsanwälten den "Fachanwalt für Familienrecht"

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robby_11854683
26.12.13 um 15:40
In Antwort auf zubin_12935259

Unterhalt
Hallo Buntbarsch,

wo kein Kläger, da kein Richter.
Bei nicht eheliche Kindern fällt lt. Gesetz die elterliche Sorge zunächst mal alleine der Mutter zu. Die gemeinsame Sorge beider Elternteile wird nur auf Antrag erteilt. Ein Teil der elterlichen Sorge (Sorgerecht) ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht (ABR). Sollte die gemeinsame elterliche Sorge bei nicht verh. Eltern bestimmt sein, so ist das ABR immer noch bei der Mutter, und die bestimmt das tägliche Leben des Kindes, also auch, wie der Umgang mit dem Vater gestaltet wird. Die Familiengerichte gehen heute von mindestens jedes 2. Wochenende plus ein mal während der Woche alle 2 Wochen aus.
So, das heißt, wenn Du Dich mit dem Vater auf 50:50 einigst, ist das alleine Deine Entscheidung. Allerdings hat das alles nichts mit dem Unterhalt für das Kind zu tun. Unterhaltsberechtigt ist das Kind, nicht die Eltern. Es ist lediglich so, dass der, der das ABR inne hat, auch den Kindesunterhalt zur Verwaltung und Bestreitung des Lebensunterhalts für das Kind bekommt.
Ein 50:50 Modell ist im Gesetz und der Rechtsprechung nicht verankert, sodass es hierfür auch keine Regelungen gibt. Du bekommst den Unterhalt und fertig. Auf Kindesunterhalt kann und darf auch nicht verzichtet werden - das ist gesetzlich verankert!
Selbst wenn Ihr eine 50:50 Lösung vornehmt, ist es nicht so, dass kein Unterhalt bezahlt werden muss. Der Kindesunterhalt richtet sich immer nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Wenn Ihr Euch bei diesem Modell beide für unterhaltpflichtig erklärt.
Wenn der Vater mehr verdient als Du, so wird der Bedarf des Kindes aus beiden Einkommen errechnet und der Vater bezahlt Dir den Unterschiedsbetrag nach prozentueler Aufteilng der beiden Einkommen.
Schreib mir mal Eure Einkommen (ca.), dann kann ich Dir das ausrechnen.
Ich weiß, ist alles etwas kompliziert, aber das Familienrecht ist einfach kompliziert und wird ja auch leider sehr unterschiedlich ausgelegt. Aus diesem Grund gibt es auch bei den Rechtsanwälten den "Fachanwalt für Familienrecht"

Unterhalt
Hallo,

Also wir haben schon seit der Geburt des Kindes das gemeinsame Sorgerecht.
Dann wird das bei einer Trennung ja auch sicher erstmal so bleiben. Ich nehme an, dass man das alleinige Sorgerecht nur auf Antrag und mit ausreichender und richterlichen Begründung bekommt.
Aber wenn ich dich richtig verstanden hab, habe ich zumindest schon sehr grosse Chancen, das ABR zu bekommen.
Denn das ist ja teilweise mein Problem. ER ist ja der Meinung, dass nur ER das ABR bekommt...aus den bereits beschriebenen Gründen.
Bzgl. dem Thema Unterhalt: Ich bin seid kurzem Arbeizslos bzw. mache bald eine Weiterbildung.Ich plane ab 01.05. o. 01.06. wieder zu arbeiten. Er ist selbständig. Sein Verdienst ist schwankend.

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robby_11854683
26.12.13 um 15:50
In Antwort auf robby_11854683

Unterhalt
Hallo,

Also wir haben schon seit der Geburt des Kindes das gemeinsame Sorgerecht.
Dann wird das bei einer Trennung ja auch sicher erstmal so bleiben. Ich nehme an, dass man das alleinige Sorgerecht nur auf Antrag und mit ausreichender und richterlichen Begründung bekommt.
Aber wenn ich dich richtig verstanden hab, habe ich zumindest schon sehr grosse Chancen, das ABR zu bekommen.
Denn das ist ja teilweise mein Problem. ER ist ja der Meinung, dass nur ER das ABR bekommt...aus den bereits beschriebenen Gründen.
Bzgl. dem Thema Unterhalt: Ich bin seid kurzem Arbeizslos bzw. mache bald eine Weiterbildung.Ich plane ab 01.05. o. 01.06. wieder zu arbeiten. Er ist selbständig. Sein Verdienst ist schwankend.

Weiter...
war noch nicht fertig...
Also ich hätte allein ein Einkommen von ca. 900-1000 Euro. Davon Miete usw.
Ich schätze mal, ER würde sich in so einem Fall schön arm rechnen. Aber geschätzt dürften ihm zwischen rund 2000 bis 4000 Euro bleiben (Einkünfte minus Geschäftsausgaben minus PKV) also was für Miete usw. übrig bleibt. Das Kindergeld ist bei mir schon mit eingerechnet!
Ich habe vor dann auf einer 3/4 Stelle zu arbeiten. Da ich für mehr keine Kinderbetreuung habe.

VG

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zubin_12935259
26.12.13 um 21:09
In Antwort auf robby_11854683

Weiter...
war noch nicht fertig...
Also ich hätte allein ein Einkommen von ca. 900-1000 Euro. Davon Miete usw.
Ich schätze mal, ER würde sich in so einem Fall schön arm rechnen. Aber geschätzt dürften ihm zwischen rund 2000 bis 4000 Euro bleiben (Einkünfte minus Geschäftsausgaben minus PKV) also was für Miete usw. übrig bleibt. Das Kindergeld ist bei mir schon mit eingerechnet!
Ich habe vor dann auf einer 3/4 Stelle zu arbeiten. Da ich für mehr keine Kinderbetreuung habe.

VG

Unterhat
Das mit dem ABR kann er vergessen. Mit Deinem Einkommen bist Du nicht leistungsfähig. Sein Einkommen muss man genau betrachten - runterrechnen ist nicht so einfach. Kindergeld ist kein Einkommen! Ich schätze den Unterhalt,den er für das Kind bezahlen muss auf 345 .

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robby_11854683
27.12.13 um 8:56
In Antwort auf zubin_12935259

Unterhat
Das mit dem ABR kann er vergessen. Mit Deinem Einkommen bist Du nicht leistungsfähig. Sein Einkommen muss man genau betrachten - runterrechnen ist nicht so einfach. Kindergeld ist kein Einkommen! Ich schätze den Unterhalt,den er für das Kind bezahlen muss auf 345 .


...Aufgrund der ganzen Diskusionen, die ich mit ihm führen muss, in denen er mir oft sagt, dass er das Kind bekommt bzw. nimmt, möchte ich mir Hilfe beim Jugendamt holen.
Außerdem erhoffe ich mir von denen auch Hilfe bzw. Betreuung fürs Kind. Für sie würde es hart werden, da sie es nicht anders kennt, als das Mama und Papa da sind.
Wenn man das nun mit Hilfe des Jugendamtes macht, werden dann bei der "Vergabe" des ABR auch Umstände bzw. Verhaltenspunkte mit einbezogen?
Ich will nicht sagen, dass er ein schlechter Vater ist. Aber es gibt schon einige Sachen die nicht gerade für ihn sprechen. Er hat wenig Geduld mit ihr, wird schnell laut und genervt, unternimmt sehr wenig mit ihr (also spielt auch kaum mit ihr), Hausaufgabenbetreuung...nur wenn ich wirklich nicht kann, er ist in meinen Augen auch teilw. ein schlechtes Vorbild (Alkohol, Erwachsenengespräche!)
Wie es dann aussehen würde, wenn er allein ist und sie bei ihm...das kann ich jetzt garnicht sagen. Aber so wie eben beschrieben, so sieht der Alltag aus.

Kann es mir bzgl. ABR zum Nachteil werden, wenn ich wie du sagst finanziell Leistungsunfähig bin?
Sooo viel müsste er evtl. zahlen? Was ist denn Grundlage solcher Berechnungen? Der letzte Steuerbescheid?
Ich nehme an, ich kann div. Zuschüsse beantragen, um zu "überleben". Wobei ich ja arbeiten gehen will.

Vielen Dank für deine Antworten. Du hilfst mir sehr weiter.

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zubin_12935259
27.12.13 um 10:29
In Antwort auf robby_11854683


...Aufgrund der ganzen Diskusionen, die ich mit ihm führen muss, in denen er mir oft sagt, dass er das Kind bekommt bzw. nimmt, möchte ich mir Hilfe beim Jugendamt holen.
Außerdem erhoffe ich mir von denen auch Hilfe bzw. Betreuung fürs Kind. Für sie würde es hart werden, da sie es nicht anders kennt, als das Mama und Papa da sind.
Wenn man das nun mit Hilfe des Jugendamtes macht, werden dann bei der "Vergabe" des ABR auch Umstände bzw. Verhaltenspunkte mit einbezogen?
Ich will nicht sagen, dass er ein schlechter Vater ist. Aber es gibt schon einige Sachen die nicht gerade für ihn sprechen. Er hat wenig Geduld mit ihr, wird schnell laut und genervt, unternimmt sehr wenig mit ihr (also spielt auch kaum mit ihr), Hausaufgabenbetreuung...nur wenn ich wirklich nicht kann, er ist in meinen Augen auch teilw. ein schlechtes Vorbild (Alkohol, Erwachsenengespräche!)
Wie es dann aussehen würde, wenn er allein ist und sie bei ihm...das kann ich jetzt garnicht sagen. Aber so wie eben beschrieben, so sieht der Alltag aus.

Kann es mir bzgl. ABR zum Nachteil werden, wenn ich wie du sagst finanziell Leistungsunfähig bin?
Sooo viel müsste er evtl. zahlen? Was ist denn Grundlage solcher Berechnungen? Der letzte Steuerbescheid?
Ich nehme an, ich kann div. Zuschüsse beantragen, um zu "überleben". Wobei ich ja arbeiten gehen will.

Vielen Dank für deine Antworten. Du hilfst mir sehr weiter.

Jugendamt
Hallo Buntbarsch,

das Jugendamt kann Dich unterstützen. Das ist aber auch schon alles. Du kannst auch zunächst mal den Beistand des JA beantragen, damit die Dir zumindest einen Teil des dem Kind zustehenden Unterhalts bezahlen. Hierdurch erwachsen dem Unterhaltsschuldner, also dem Vater selbstverständlich Schulden, die das JA auch verlangt! Auch die Differenz zwischen der Unterstützungsleistung und dem, was er eigentlich bezahlen müsste summiert sich zu sogenannten Unterhaltsrückständen, die er bezahlen muss und die Du selbstverständlich einklagen kannst.
Das JA hat aber keinen Einfluss auf das ABR. Wenn das strittig ist, muss durch den Vater geklagt werden.
Das Einkommen des Vaters wird nicht nur aus der Steuererklärung berechnet. Gerade bei Selbständigen ist vieles absetzbar, was aber für den Unterhalt nicht relevant ist. Bespielsweise wird das Auto von der Steuer abgesetzt. Das interessiert das Familiengericht aber nicht. Das streichen die, sodass das nicht einkommensmindernd ist.
Deshalb habe ich jetzt mal ein Nettoeinkommen von über 3100 EURO angenommen. Der Kindesunterhalt ist dann ganz einfach ablesbar aus der Düsseldorfer Tabelle. Die wird jedes Jahr neu herausgegeben vom Oberlandesgericht Düsseldorf, aber ermittelt werden die Beträge vom Familiengerichtstag. Alle Oberlandesgerichte in Deutschland halten sich daran.
Dass Du nicht leistungsfähig bist hat nichts mit dem ABR zu tun. Jede Mutter, die nicht oder nur wenig arbeitet ist für den Barunterhalt nicht leistunsfähig. Das wird in keiner Weise relevant für das ABR, lass Dir da nichts einreden. Der, der mehr Zeit für das Kind aufbringen kann hat die besseren Karten, und das bist zweifelsfrei DU. Die Argumente des Vaters sind reine Stammtischparolen.

Das war jetzt erstmal das Thema Kindesunterhalt.
Was Du jetzt noch vor dem Jugendamt machen musst, ist der Gang zum Rechtsanwalt. Und hier geht es um 2 Verfahren: 1. ABR in Verbindung mit Unterhalt für das Kind
2. Unterhalt für Dich, denn der steht Dir auch zu!
Keine Angst vor den Kosten. Du hast Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe. Das muss der Anwalt beantragen und das wird bei Deinen Einkommensverhältnissen auch durchgehen. Absolut wichtig ist, dass der Anwalt Fachanwalt für Familienrecht ist, denn diese Anwälte wissen, wie das geht.
Du musst auch keine Angst haben, dass Du beim Anwalt wegen der Verfahrenskostenhilfe schlechter behandelt wirst. Die Anwälte wissen, dass sie das Geld vom Staat auf jeden Fall bekommen, was in anderen Fällen oft nicht so ist.
Wenn Du noch unsicher bist, dann empfehle ich Dir, in einen Verein einzutreten. Ich schicke Dir eine PN mit den Daten.

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zubin_12935259
27.12.13 um 19:57

Kommentar zu nanacara
Kann man machen, bringt aber nicht viel.

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robby_11854683
28.12.13 um 10:11

Und...
Davon abgesehen, dass da nicht viel ist, bin ich mir schon im klaren, dass ich noch Stillschweigen bewahren sollte.
Ich wollte mich ja hier auch lediglich mal darüber informieren!

Danke an Max. Hast mir sehr geholfen. Die Internetseite ist wirklich seeeeeehr hilfreich.
Du hast mir wirklich einen großteil meiner Angst genommen.
Den persönlichen Ärger und Streit kann mir keiner nehmen. Aber ich weiß jetzt, dass mir keiner so schnell mein Kind nehmen kann!

DANKE

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robby_11854683
28.12.13 um 11:00
In Antwort auf zubin_12935259

Kommentar zu nanacara
Kann man machen, bringt aber nicht viel.

Unterhalt
Hallo Max,

ich finde nix zu dem von dir erwähnten Unterhalt für die KM.
Oder gilt das nur bei Müttern mit Kindern bis zum 3.Lj.?
Meine wird ja schon 7 Jahre.

Gruss

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zubin_12935259
28.12.13 um 17:19
In Antwort auf robby_11854683

Unterhalt
Hallo Max,

ich finde nix zu dem von dir erwähnten Unterhalt für die KM.
Oder gilt das nur bei Müttern mit Kindern bis zum 3.Lj.?
Meine wird ja schon 7 Jahre.

Gruss

Unterhalt für die KM
Welches Oberlandesgericht ist für Dich zuständig (Wohnort - Großraum reicht)???

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robby_11854683
29.12.13 um 9:24
In Antwort auf zubin_12935259

Unterhalt für die KM
Welches Oberlandesgericht ist für Dich zuständig (Wohnort - Großraum reicht)???

Unterhalt für KM
es wird wohl zu München Süd gehören.
Oberbayern - Kreis Rosenheim.

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zubin_12935259
29.12.13 um 14:54
In Antwort auf robby_11854683

Unterhalt für KM
es wird wohl zu München Süd gehören.
Oberbayern - Kreis Rosenheim.

München...
... sehr konservativ. Trotzdem ist in deren Leitlinien 12 und 16 LParG verankert. Siehe Punkt 20 der Leitlinien OLG München.

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robby_11854683
30.12.13 um 8:47
In Antwort auf zubin_12935259

München...
... sehr konservativ. Trotzdem ist in deren Leitlinien 12 und 16 LParG verankert. Siehe Punkt 20 der Leitlinien OLG München.

LPartG
Hallo Max,

habe mir mal beide angeschaut.
Mir stellt sich dabei die Frage, für welche Lebenspartnerschaftren das zutrifft.
Da wir nicht verheiratet sind und somit keine eingetragene Lebenspartnerschaft haben.

Oder gehen Gerichte bei einer Beziehung von fast 8 Jahren mit Kind von einer Lebenspartnerschaft aus???

Und was meinst du mit "sehr konservativ"??

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zubin_12935259
30.12.13 um 20:45
In Antwort auf robby_11854683

LPartG
Hallo Max,

habe mir mal beide angeschaut.
Mir stellt sich dabei die Frage, für welche Lebenspartnerschaftren das zutrifft.
Da wir nicht verheiratet sind und somit keine eingetragene Lebenspartnerschaft haben.

Oder gehen Gerichte bei einer Beziehung von fast 8 Jahren mit Kind von einer Lebenspartnerschaft aus???

Und was meinst du mit "sehr konservativ"??

Lebensparterschaft...
...wird bei Euch sicher angenommen. Konservativ heißt: Das Kind gehört zur Mutter.

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robby_11854683
30.12.13 um 20:52
In Antwort auf zubin_12935259

Lebensparterschaft...
...wird bei Euch sicher angenommen. Konservativ heißt: Das Kind gehört zur Mutter.

Ausnahmsweise...
...finde ich Konservativ dann mal gut.
Egal ob ich noch Unterhalt bekomme oder nicht...mit dem Kindsunterhalt und meinem sonstigen Einkommen habe ich mehr als jetzt und werde sicher gut allein für uns sorgen. Verrückt irgendwie.
Ich danke dir für deine vielen hilfreichen Antworten.
Du hast mich wirklich gestärkt damit.

Danke und viele Grüsse.
Wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr.

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